Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Merz und die Work-Life-Balance
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adlerhaus. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emrich. Herzlich willkommen zur zweiten Folge von Rambo Zambo. Schön, wir freuen uns richtig doll, dass so viele Menschen die erste Folge gehört haben. Und schön, Julia, dass du auch wieder mit dabei bist. Ja, guck mal, ich habe dir was mitgebracht. Ich habe uns einen Wecker mitgebracht. Total oldschool, also ein analoger Wecker. Der Generation X wird ja immer vorgeworfen, dass wir irgendwie permanent Überstunden machen, zu viel arbeiten und alle damit quälen, dass wir irgendwie gar keine Pausen machen und so weiter. Das wird unser Thema sein und damit ich keinen Ärger mit dir kriege, müssen wir manchmal auf den Wecker gucken und dann wahrscheinlich guckst du mich böse an, weil es schon wieder viel zu lange ist. Aber ich freue mich sehr, dass wir wieder hier sitzen und die Woche ist rasant schnell vergangen, oder? Die Woche ist rasant schnell vergangen und ich möchte nochmal kurz zum Wecker sagen, ich habe so einen Wecker auf jeden Fall nicht mehr zu Hause. Das ist eben der Unterschied. Aber auch in der zweiten Folge, glaube ich, sollten wir nochmal ganz kurz sagen, wer wir sind. Ich bin Julia Emrich, Vizepolitikchefin hier bei Funke. Ich schreibe ganz viel über Friedrich Merz, ich begleite ihn und erlebe so meine Sachen, über die ich natürlich dann dir auch gerne erzähle. Und ich bin Carlotta Richter, ich bin Politikjournalistin und ich hoste bei Funke unsere Social-Media-Kanäle auf Instagram und TikTok. Die Woche war hart, die Woche war gefühlt sehr kurz, was ja meistens der Effekt ist, wenn sehr viele Dinge passieren und für Friedrich Merz war die Woche krass voll. Das Schöne ist ja, wir sind quasi fast zeitgleich mit Friedrich Merz gestartet. Deswegen können wir jetzt immer sagen, unsere zweite Woche und die zweite Woche von Friedrich Merz. Julia, wie lief die zweite Woche von Friedrich Merz als Bundeskanzler? Er hat ziemlich viel telefoniert und ziemlich viel mit einem Mann, nämlich mit Donald Trump. Und das ist schon extrem ungewöhnlich gewesen. Er hat Freitag mit ihm gesprochen, er hat Sonntagabend mit ihm gesprochen, er hat Montagabend mit ihm gesprochen. Also Also da könnte man schon von einer sehr tiefen Beziehung sprechen. Hintergrund ist natürlich, sind die Ukraine-Verhandlungen, die Frage, ob es da in irgendeiner Weise Fortschritte gibt, gibt es nicht. Stand heute, während wir diesen Podcast aufnehmen, ist die Stimmung sogar maximal bitter, weil man das Gefühl hat, all das, was die Europäer und damit auch Merz versuchen, gerade überhaupt nicht fruchtet. Sie laufen vor die Pumpe, sowohl bei Trump als auch Trump. Bei Putin. Was ist denn so die Strategie, die März, die die Europäer aktuell in Bezug auf Trump fahren? Also man versucht viel Kontakt zu haben. Man versucht auch ihn ein bisschen bei Laune zu halten. Jetzt nicht zu kritisch zu sein, weil man natürlich immer im Hinterkopf hat, okay, sonst kommt irgendwann der Moment, an dem Donald Trump sagt, okay, dann bin ich einfach jetzt ganz raus und steige am besten noch aus der NATO aus. Und dann müsst ihr mal gucken, wie er alleine klarkommt. Du sagst es, also all diese Telefonate, all diese Versuche, mit ihm einen engen Draht zu haben und für Friedrich Merz überhaupt auch mal einen Draht erst aufzubauen. Du darfst ja nicht vergessen, Merz ist neu, ist New Kid on the Block sozusagen. Und Macron, Stama, also die Franzosen, die Briten, die haben natürlich schon einen gewachseneren Kontakt und Merz muss dann natürlich jetzt auch aufholen. Aber generell ist das Interesse natürlich, Trump unbedingt im Boot der Europäer zu halten. Und Trump sitzt eh schon immer so ein bisschen an der Außenkante und man denkt irgendwie so, der springt gleich ab. Und im Moment sieht es leider eben auch so aus, dass Trump nur einen Anlass sucht, um wirklich zu sagen, wisst ihr was, mich nervt das alles. Kiew, Moskau, sollen die halt ihren Kram machen. Ich bin da raus. Man muss bei Trump einfach immer auch dieses Erratische, dieses, mir reißt der Geduldsfaden. Und die Strategie der Europäer, inklusive Merz, ist, diesen Moment zu verhindern oder so lange hinaus zu zögern, bis eine kluge Lösung gefunden ist. Aber es sieht ganz schlecht aus gerade. Aber man kann festhalten, auch Merz zweite Woche im Amt war wieder eine außenpolitische Woche. Es ging hauptsächlich um Außenpolitik. Er war viel unterwegs. Du warst mit ihm auch in Tirana, das war Ende letzter Woche noch. Worum ging es da und wie hast du ihn da so erlebt? Genau, Tirana, also die Hauptstadt Albaniens. Albanien ist ein Land, das nicht in der EU ist, das aber gerne in die EU will. Und das ist total spannend zu erleben, wie dieses Land gerade wirklich versucht, Rasant zu modernisieren, sich für Europa schön zu machen. Und es ist auch ganz interessant, der Gastgeber Edi Rama läuft in Turnschuhen und Anzug, zeigt sich sehr modern, zeigt sich extrem europäisch. Also das ist als Gastgeberland hochinteressant gewesen. Der Anlass war ein großes europäisches Treffen, bei dem nicht nur Staatschefs aus der EU da waren, sondern auch Staatschefs aus Ländern, die entweder in die EU wollen, wie Albanien. Aber auch die Ukraine oder aber die in einem europäischen Zusammenhang, wie etwa die Türkei oder Großbritannien, einfach sich als Europa denken. Also eine großeuropäische Idee. Knapp 50 Länder sind in diesem Rahmen zusammengekommen. Und natürlich ist das ein regelmäßiges Treffen, aber natürlich haben sie es dafür genutzt, um über die Ukraine zu sprechen. Selenskyj war natürlich persönlich auch da. Es gab viele bilaterale Gespräche. Merz hat es aber auch dazu genutzt, mal Leute zu treffen, die er persönlich noch nicht kennengelernt hatte. Präsident Erdogan zum Beispiel, der türkische Staatspräsident, den kannte er noch nicht persönlich, die haben lange geredet. Und dann, ja, parallel liefen eben in Istanbul diese Friedensgespräche, die dann leider auch nach zwei Stunden schon zu Ende waren. Und das musste natürlich dann auch im Rahmen der europäischen Verbündeten besprochen werden. Und da kam es dann zu dem Telefonat mit Trump, um sich eben abzustimmen, was machen wir jetzt. Für Merz ging es um die Ukraine, aber auch so ein bisschen darum, dass er sich einfach jetzt hier als neuer deutscher Bundeskanzler in Europa wieder größer aufstellen möchte. Er möchte ja irgendwie Deutschland in Europa wieder besser dastehen, auf der politischen Bühne neu positionieren. Würdest du sagen, das hat er geschafft jetzt in seinen ersten Wochen? Also die Botschaft ist jedenfalls angekommen und man sieht, dass es immer wieder diese Bilder gibt. und Bilder erzählen ja oft etwas über so eine Neupositionierung. Es gibt diese Bilder, dass Merz mit den großen, relevanten, wichtigen Playern zusammensteht. Er steht mit Macron, Stama, Tusk, Selensky zusammen. Immer wieder gibt es diese Bilder, die auch so Einigkeit symbolisieren wollen. Und es gab einen ganz schönen Moment, als er vorgestellt wurde, er sollte so einen kurzen Redebeitrag halten, und Edi Rama, der Gastgeber, der albanische Gastgeber, sagte dann, Also man erwarte jetzt und freue sich auch darauf, dass Deutschland wieder so eine Führungsrolle. Und dann merktest du richtig, dass Merze so etwas... Smart war, geschmeichelt war, aber man merkt auch, das ist genau das, was er will. Das ist die Rolle, in die er will und das kommt an und das kommt jetzt nicht mehr nach so dicke Hose Deutschland, sondern alle sind froh, dass da ein Bundeskanzler ist, der jetzt Verantwortung übernimmt. Das hat Scholz auch getan, aber eben viel leiser, viel reduzierter und Merz macht Bilder. Merz macht wirklich sichtbar, was er sich da vorgenommen hat. Es war eine arbeitsreiche Woche für Friedrich Merz, für dich auch. In der es für ihn vor allen Dingen um Außenpolitik ging. Aber in Deutschland wurde vor allen Dingen auch noch über einen anderen Satz bzw. Zwei Sätze von ihm diskutiert, die er eigentlich schon letzte Woche gesagt hat, die aber eine Diskussion angestoßen haben, die bis in diese Woche noch hineingewirkt hat, die gerade eigentlich erst so richtig losgegangen ist. Ja, das sind diese Sätze, ich weiß genau, was du meinst, zum Thema, wir arbeiten alle nicht genug, die Deutschen müssen mehr arbeiten. Ich meine, nach diesen Tagen könnte man sagen, also wenn das einer verlangen kann, dann Friedrich Merz, der wahrscheinlich 24 Stunden, sieben Tage in der Zeit gearbeitet hat. Aber sie sind doch dem einen oder anderen wirklich böse aufgestoßen. Ich will die Sätze nochmal eben vorlesen, damit alle sie wieder auf dem Schirm haben, die sie nicht sofort in Erinnerung haben. Also er hat bei einer Rede auf dem Jahreskongress des Wirtschaftsrats der CDU eine sehr harte Positionierung von ihm gesagt, wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effektiver arbeiten und dann hat er gesagt, mit vier Tage Woche und Work-Life-Balance können wir den Wohlstand nicht erhalten. Also. Finger-Pointing auf diejenigen, die sagen, Work-Life-Balance ist uns wichtig, Viertage-Woche ist uns wichtig. Die Debatte war da. Und ich glaube, viele haben sich ganz schön geärgert. Viele haben sich ganz schön geärgert. Gleichzeitig wurde aber auch eine Studie beziehungsweise eine Auswertung, es war keine Studie, sondern eine Auswertung veröffentlicht, dass IWs, also das Instituts der deutschen Wirtschaft, die sich angeschaut haben, wie viel in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern gearbeitet wird, die danach sehr häufig dazu herangezogen wurde, um das quasi zu belegen, was Merz ja damit gesagt hat. Wir arbeiten zu wenig, das hat er eigentlich damit gesagt. In dieser Studie ist das Ergebnis, dass 2023 in Deutschland jeder Erwerbstätige im Schnitt 1036 Arbeitsstunden geleistet hat. Und damit landet Deutschland im Vergleich mit den 38 Mitgliedstaaten der OECD-Gruppe auf dem drittletzten Platz. Die Deutschen sind faul, die Deutschen drängen sich nicht an, die liegen in der Hängematte. So wirkt so eine Zahl. So wirkt das, genau. Genau, aber das ist das, was so, und ich glaube, das ist das, was dann in so einem Kreis, so Wirtschaftsrat oder so, glaube ich, auch so ein Grundgefühl ist, dass Merz dann so anspielt. Irgendwie will ja auch keiner. Hängen wir auch alle nur ab. Genau, so wirkt es. Aber was eben ganz oft nicht beachtet wurde, diese Studie wurde jetzt extrem viel zitiert, diese Auswertung wurde extrem viel zitiert. Aber was dabei ganz oft nicht beachtet wurde, ist, dass sogar das IW selbst sagt, das sind eigentlich nicht wirklich vergleichbare Zahlen. Denn einerseits ist es so, dass die Erhebungsmethoden einfach von Land zu Land total unterschiedlich sind. und dass es sich da auch um einen Mittelwert aller Beschäftigten handelt. In Deutschland gibt es aber eben eine sehr, sehr hohe Teilzeitquote und auch diese Zahlen zählen da mit rein. Und dadurch ist natürlich Deutschland im Schnitt der geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf niedriger. Das heißt aber nicht, dass in Deutschland wirklich weniger gearbeitet wird. Das ist so der Schluss, der da gerne dann daraus gezogen wird, wo es dann gleich heißt, Deutschland arbeitet zu wenig und wir arbeiten viel weniger als andere Länder. Das sagt diese Auswertung aber eigentlich gar nicht, weil das eben ganz schwer ist, das zu vergleichen, wenn man ein Land hat, in dem sehr viel Teilzeit gearbeitet hat wird und ein Land, in dem viel weniger Teilzeit gearbeitet wird. Und es gibt ja auch da quasi noch andere Zahlen, die auch anderes zeigen. Es gibt zum Beispiel die eine Zahl, dass 2023 mit 55 Milliarden Arbeitsstunden insgesamt in Deutschland so viel gearbeitet wurde wie noch nie. Gleichzeitig wurden auch 2024 1,19 Milliarden Überstunden geleistet. Also das ist so sehr schnell, sehr schnell gesagt. Wir haben es jetzt hier im Vergleich zu anderen Ländern. In Deutschland wird zu wenig gearbeitet. Wir müssen alle mehr arbeiten. Aber eigentlich, die Realität sieht anders aus. Aber das ist doch total interessant. Und ich glaube, das ist doch auch so ein bisschen das, wie es in vielen so Debatten läuft. Du hast dir die Zahlen jetzt mal präzise angeguckt. Und du hast dir auch andere Zahlen angeguckt. Und du ordnest es eben ein. Und das ist eben das, was oft gar nicht mehr so passiert. Dann wird so eine These rausgehauen, eine Zahl dazu als Beweis genommen. Und schon hast du auf der einen Seite die sagen, genau, in Deutschland sind alle faul. Und die anderen sagen, auf gar keinen Fall. Wir arbeiten doch die ganze Zeit. Deshalb, ja, ist ja auch ein bisschen unsere Aufgabe als Journalisten immer wieder zu gucken, wie kommt so eine Zahl zustande, woher kommt das, ist es vergleichbar. Ich glaube, ein Kern dieser Sache ist aber, dass man schon sieht, dass wir eine relativ hohe Teilzeitquote haben. Das ist Fakt. Die Frage ist ja, ist das eine Stellschraube? Es gibt ja jetzt Leute wie die Arbeitsministerin Werbel Baas, die sagt, klar, Teilzeit ist eine Stellschraube. In Deutschland, glaube ich, macht jede zweite erwerbstätige Frau Teilzeit. Das heißt, das ist ein Frauenthema nach wie vor. Ich glaube, die Quote der Männer, auch ich habe Zahlen mir angeguckt, die Quote der Männer ist gering. Also Frauen jede zweite, bei Männern glaube ich 13 Prozent. Das ist krass wenig. Das heißt, es ist ein Frauenthema, es ist ein Teilzeitthema. Und die Frage ist, ist es eine Stellschraube? Kann man daran eigentlich realistisch was ändern? Hat zumindest Bärbel Baas gesagt. Sie hat gesagt, wir müssen die Strukturen dafür schaffen, zum Beispiel durch mehr Kinderbetreuung, dass auch mehr Frauen mehr arbeiten können, also aus Teilzeit rausgehen, in Vollzeit gehen können. Und sie hat ja auch gesagt, dass viele Frauen unfreiwillig in dieser sogenannten Teilzeitfalle hängen würden und aber eigentlich gerne mehr arbeiten würden. So, und jetzt sehen wir, und das sehen wir auch bei vielen Reaktionen im Netz, das ist auch da nicht wieder so Plan A, geht auf und alles ist gut. Hast du einen Kita-Platz, den musst du erst mal kriegen, kannst du dein Kind möglicherweise deutlich länger betreuen als bislang. Aber ist das wirklich die Lösung? Geht es wirklich darum, dass Väter wie Mütter Vollzeit arbeiten. Die Kinder betreut sind und alles wird gut? Meine Lebenserfahrung und wenn ich mich umgucke in vielen anderen Familien um mich herum ist, so einfach ist dann eben doch nicht. Die Kita ist nämlich manchmal geschlossen oder das Kind ist krank und kann nicht in die Kita. Es gibt komplexe Lagen in solchen Familien, Überlastungsszenarien, wo man nicht einfach sagen kann, mit drei mehr Kitas am Ort ist alles gelöst und die Frauen arbeiten Vollzeit. Wie siehst du das? Ja, genau so ist es. Und wir haben ja auch einfach immer noch ein Care Gap, ein Gender Care Gap. Also die Frauen in Deutschland machen einfach deutlich mehr Care Arbeit und Care Arbeit ist ja auch mehr als einfach nur Kinderbetreuung. Da zählt ja alles mit rein. Da zählt rein Haushalt. Da zählt rein zum Beispiel die Pflege von kranken Angehörigen. Also das sind ja ganz, ganz viele Punkte. Und genau deswegen finde ich es auch so ein bisschen schwierig. Hat Bärbel Bars zu einem Teilrecht, wenn sie sagt, da ist Potenzial und es gibt viele Frauen und es gibt Frauen, die würden gerne mehr arbeiten, aber es sind eben auch nicht alle. Und da ist sicherlich ein bisschen Potenzial, aber gleichzeitig finde ich es schwierig, dass man diese Debatte jetzt direkt auf die Frauen schiebt. Also warum sollen es jetzt die Frauen richten? Kann man nicht auch mal darüber reden, wo vielleicht bei Männern Stellschrauben wären, dass Frauen mehr arbeiten können? Wie cool wäre es denn gewesen, wenn Friedrich Merz sich hingestellt hätte und gesagt hätte, wir müssen mehr arbeiten, wir Männer müssen den Frauen mehr von ihrer unbezahlten Sorgearbeit abnehmen, dann läuft es. Also ja, in diesem Land muss möglicherweise mehr gearbeitet werden, aber eben vielleicht von ganz bestimmten Gruppen, die sich in manchen Bereichen vielleicht dann doch noch nicht so engagieren. Wobei ich jetzt auch gar nicht so ein Männerbashing an der Stelle betreiben will, weil ich glaube, dass es viele Männer gibt, die das versuchen und viele Paare, die das versuchen und die so starten und die sagen, wenn wir ein Kind kriegen, wollen wir uns das partnerschaftlich aufteilen. Also ich sehe das. Ich sehe das auch in unserem Umfeld, Kollegen und Kolleginnen, die das versuchen. Aber ich glaube, der Crash mit der Realität, so hieß unsere erste Folge hier im Podcast, den erleben auch Familien. Und dann wird es wirklich schwierig. Und dann natürlich braucht es diese strukturellen Unterstützung. Aber einfach nur zu sagen, hey. Arbeitet halt mehr. Das ist so ein bisschen, glaube ich, an der Wirklichkeit vieler Menschen vorbei. Das ist an der Wirklichkeit vorbei und vor allen Dingen, finde ich, ist es auch ein Verschieben von Verantwortung. Also jetzt von Friedrich Merz einfach zu sagen, wir müssen alle mehr arbeiten. Damit meint er natürlich nicht sich, damit meint er die Menschen in Deutschland. Und es ist so ein, naja, wir können alle Probleme in der Wirtschaft lösen, wenn ihr alle da draußen einfach jetzt nur mal ein bisschen mehr arbeitet. Und er verschiebt die Verantwortung ja von der Bundesregierung auf die ArbeitnehmerInnen in Deutschland, wo man eigentlich ja sagen müsste, okay, die Bundesregierung muss jetzt die Strukturen dafür schaffen, dass die Menschen in Deutschland auch mehr arbeiten können. Es ist seine Aufgabe, also er müsste daran arbeiten und nicht einfach nur den Menschen sagen, ihr müsst jetzt alle mehr arbeiten. Und dann hat man auch ganz leicht eine Begründung, wenn es dann irgendwie nicht klappt, naja, ihr habt halt leider alle nicht mehr gearbeitet. Aber weißt du, was ich glaube? Ich glaube, dass Friedrich Merz sehr gut weiß, dass er, wenn er solche Sätze sagt, so hey, mal mehr machen und krempelt euch mal die Ärmel hoch, dass das auch in eine ganz bestimmte Klientel senden ist. Denn ich glaube, es gibt so ein Grundgefühl bei vielen, ich sage jetzt mal ganz brutal, ihr, die Jüngeren, habt irgendwie eine entspanntere Haltung zu diesem Leistungs-Edos. Ihr fragt euch lieber dreimal, tue ich mir den ganzen Kram an, den die Älteren sich antun. Und ich glaube, dass es viele gibt, die so intuitiv Merz-Sätze hören und sagen, ja genau. Und mein Sohn hat nicht mal den Müll rausgebracht heute. Also dass er so ein Ja-Genau-Gefühl ist und dass er das ganz bewusst anspielt. Man ist ja auch interessant, dass er vor dem Wirtschaftsrat da viel härter ist und im Bundestag dann diese Spitze rausnimmt und einfach nur sagt, wir müssen uns alle irgendwie anstrengen. Kann man ja irgendwie unterschreiben. Ich glaube, der sendet auch ganz bewusst in so eine... Ja, Klientel, die ihm da schnell intuitiv zustimmt. Ja, aber das ist so eine Debatte, die irgendwie auch so ein bisschen ermüdet, dass man dann immer erst mal darüber redet, dass die Gen Z irgendwie faul sei und keinen Bock habe zu arbeiten. Und irgendwie jetzt sind die da schuld und früher haben alle noch richtig reingehauen und jetzt ist das überhaupt nicht mehr so und die wollen irgendwie nur noch Freizeit und keine Ahnung was. Und ich fand es total spannend, dass nämlich auch jetzt vor ein paar Tagen eine Studie veröffentlicht wurde, nämlich die Trendstudie Jugend in Deutschland. Und die hat genau was ganz anderes gezeigt, weil die ist nämlich zu dem Schluss gekommen, dass in der Altersgruppe 14 bis 29 so viele Menschen in Vollzeit arbeiten wie in keiner anderen Altersklasse. Weil bei den 14- bis 29-Jährigen arbeiten 81% der Erwerbstätigen in Vollzeit. Bei allen anderen Altersgruppen sind es weniger. Und sie haben dann auch direkt noch die Daten dazu geliefert. Man könnte dann ja sagen, okay, möglicherweise haben die anderen dann aber früher, als sie jung waren, mehr gearbeitet. Auch das sagt aber die Studie, stimmt nicht. Denn die Generation Z, also die, die jetzt heute eben 20 bis 24 sind, arbeiten genauso viel wie die Generation X. Das sind diejenigen, die Mitte der 90er Jahre so alt waren. Damals. Und sie arbeiteten sogar mehr als die Generation Y, die Jahrgänge dazwischen damals gearbeitet haben. Also das ist einfach, das widerlegt einfach dieses Bild dieser faulen Gen Z. Und es ist auch nicht die einzige Studie dazu, sondern es gibt einige Studien, die genau das zeigen. Also es ist einfach wirklich so ein, es ist einfach ein falsches Bild und es ist auch ein bisschen irgendwie ermüdend, dass dann jedes Mal wieder gesagt wird, die Gen Z ist faul. Faktencheck hilft manchmal, um Bilder ein bisschen gerade zu rücken. Ich würde deshalb schnell noch eben unsere beliebte Runde machen, welches Emoji bekommt Friedrich Merz für diese Woche und vielleicht auch genau für diesen Move nicht wirklich alle Zahlen da. Sozusagen gleich zu bewerten, sondern sich die eine rauszunehmen und die heißt, wir arbeiten alle zu wenig. Von mir kriegt der mein Lieblings-Emoji heute, das ich gerne in solchen Situationen verteile. Du kennst das, es ist ein Lachgesicht auf dem Kopf. Ich finde es gut, dass wir über diese ganzen Fragen diskutieren. Ich finde es gut, dass wir darüber diskutieren, wie wir Frauen, die nicht in Teilzeit arbeiten wollen, auf jeden Fall so ausstatten mit Kinderbetreuung, mit einem Mann, der ihnen hilft, dass sie das machen können, weil das ganz wichtig ist. Das ist ohne Frage, aber ich finde, bei allen anderen muss man wirklich die Zahlen angucken und realistisch auch vergleichen und kommen möglicherweise zum Schluss, dass es uns in Deutschland da gar nicht so schlecht gelingt. Und vor allem, man muss auch über die anderen Stellschrauben noch sprechen. Es ist jetzt nicht so, dass man einfach den demografischen Wandel retten kann und den Fachkräftemangel, den wir in Deutschland haben, retten kann, indem man sagt, okay, die Frauen, die in Teilzeit sind, müssen einfach mehr arbeiten und dann ist alles gut. Das wird nach hinten losgehen? Ja, das wird nach hinten losgehen. Kriegt er von dir auch ein Emoji? Oder bist du so sauer, dass du ihm diesmal nicht mal ein Emoji gibst? Doch, er kriegt von mir auch ein Emoji. Er kriegt von mir heute die Aktentasche. Ich finde, die passt sehr gut zu einer Arbeitseinstellung in der Generation, der Friedrich Merz angehört. Okay, wir stecken ihm diese Studie in diese Aktentasche. Ja, da würde ich ihm gerne die Jugendstudie reinstecken. Carlotta, ich danke dir sehr. Ich freue mich schon auf die nächste Woche. Genau, vielleicht können wir noch einen kleinen Ausblick geben, wie es jetzt weitergeht für Friedrich Merz, weil du bist ja aller Voraussicht nach auch wieder mit Friedrich Merz unterwegs in den nächsten Tagen. Wenn es so kommt, wie wir glauben, steigen wir morgen ins Flugzeug nach Litauen und besuchen dort eine Bundeswehrbrigade, die dort eine wichtige Aufgabe übernehmen wird, die an der NATO-Ostflanke dafür sorgt, dass die NATO auch in dem nordöstlichsten Zipfel sicher und verteidigungsbereit ist. Sehr spannend und davon wirst du dann bestimmt nächste Woche berichten. Wie es dir und Friedrich Merz da so ergangen ist. Sehr gerne. Vielen Dank an alle, die uns zugehört haben und uns weiter begleiten auf dieser Reise. Tschüss. Tschüss.