Latest / Gegen den Strom / Warum China Europa wirtschaftlich überholt – Uwe Leuschner
Transcript
- 0:00Der Westen hat schon verloren, hinter Interessen steckt Geld,
- 0:04Eigentum und Macht von Eliten, die uns im Westen nach wie vor
- 0:09Versuchen zu erklären, dass wir das beste System der Geschichte
- 0:13haben. Und das ist verkehrt, und das
- 0:16haben die Chinesen begriffen, und deshalb handeln sie anders,
- 0:18und das haben im Übrigen auch die Russen begriffen, und das
- 0:21haben die Inder begriffen, das haben die Brasilianer und die
- 0:23Südamerikaner begriffen, und die Afrikaner sind gerade dabei, das
- 0:28auch zu begreifen. Sie kennen.
- 0:30China, Sie kennen Russland, haben viel gesehen von der Welt.
- 0:34Was würden Sie der Bundesregierung empfehlen, wie
- 0:37sollen sie sich verhalten gegenüber China gegen den Strom
- 0:51zur Person? Hallo bei gegen den Strom.
- 0:55Wir zeigen Ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:00Propaganda Medien verschweigen, am 19 Januar 2022 steigt ein
- 1:07Mann im chinesischen Pudong in die Maschine zurück nach Europa,
- 1:13kurz darauf marschieren die Russen in die Ukraine ein.
- 1:19Ab dann weiß der Mann, es ist ein Abschied für immer.
- 1:23Viele Jahre hat er in China gearbeitet, in Osteuropa, in
- 1:26Russland, er ist Logistiker, war für 14 Unternehmen tätig, und
- 1:32heute hat er seine Erfahrungen in einem Buch zusammengefasst,
- 1:37das zugleich ein Blick in die Zukunft ist.
- 1:40Die Zukunft ist noch nicht geschrieben.
- 1:42Von Uwe Leuschner Hallo, was ging in ihnen vor, als sie
- 1:47damals in Pudong am 19. Januar 2022 ins Flugzeug
- 1:53gestiegen sind? Ja, ich hatte eine zutiefst
- 1:58positive Grundstimmung. Ich war, wieso oft, ich weiß gar
- 2:03nicht, wie oft ich chinesische Flughäfen betreten und wieder
- 2:10verlassen habe. Über ne Woche bei meinen
- 2:14Kollegen, bei Kunden und alles lief relativ positiv an.
- 2:20Wir hatten n neues Jahr, Wir hatten ne neue Planung, wir
- 2:24wussten natürlich die Welt ist zerbröselig Zerbröselig.
- 2:32Es gibt viele Gefahren, aber das hat uns zu dem Zeitpunkt
- 2:35überhaupt nicht so beschäftigt, weil die Energie, die meine
- 2:39chinesischen Kollegen und meine Kunden mir entgegengebracht hat,
- 2:43die war so überwältigend, und ich stand in diesem.
- 2:48Sonnendurchfluteten Flughafengebäude und war
- 2:51eigentlich sehr befriedigt über das, was ich erlebt hatte.
- 2:54Denn Sie haben ja viel geleistet mit Ihrem Team.
- 2:58Der Containerverkehr zwischen Westeuropa und China begann zu
- 3:02brummen. Ja, eindeutig.
- 3:04Wir haben nach ersten versuchen 2008 dann kontinuierlich von
- 3:102011 an. Die Zahlen der Container auf dem
- 3:14Landweg, was ja was sehr positives ist, weil es war ein
- 3:17Stück neue Verbindung zwischen China und Europa entstanden,
- 3:22unabhängig von irgendwelchen Kapazitäten in Häfen, sehr
- 3:29ökologisch orientiert und in einem Preis Leistungsverhältnis
- 3:35für den Austausch zwischen chinesischen und und
- 3:39europäischen Produzenten. Was absolut akzeptabel war und
- 3:45wir haben eigentlich jedes Jahr n Wachstum von 25 bis 30% gehabt
- 3:51und im Jahr 22 hatten wir das erste Mal die Schallmauer der
- 3:57ein Millionen Container auf der Schiene zwischen Asien und
- 4:00Europa gebrochen. Warum wird dieses Geschäft nicht
- 4:04fortgesetzt? Weil es für beide Seiten.
- 4:06Ertragreich und profitabel war. Natürlich, was nicht gewollt
- 4:10ist, weil es gibt genug Player, die das immer mit Argwohn
- 4:15betrachtet haben. Erstens, weil man erklärt hat,
- 4:20im Ergebnis der Initiative von Präsident XI One Road One Belt
- 4:26oder die sogenannte Neue Seidenstraße als eine
- 4:32politische. Aktivität Chinas um den Westen
- 4:37zu spalten, was kompletter Blödsinn ist, weil wie gesagt,
- 4:42wir haben jetzt dem im Jahr 2008 schon mit den Containern auf dem
- 4:47Landweg begonnen und eine Initiative von XI, das wissen
- 4:51wir ja, die ist ja eigentlich erst zwischen den Jahren 2013
- 4:55und 2015 politisch programmatisch entwickelt worden
- 5:00und auch verkündet worden und. Wir haben auf der anderen Seite
- 5:05natürlich gespürt, dass verschiedenste Konzerne
- 5:10unternehmen sich darauf auch einstellen und diese diesen
- 5:15Korridor nicht nur benutzen als eine reine Transportverbindung
- 5:20zwischen China und und Zentraleuropa, sondern das ist
- 5:24entlang dieser Strecke, dieser 12000 Kilometer.
- 5:29Mehr und mehr Städte gegeben hat, die an dieses System
- 5:32angeschlossen wurden und in diesen Orten, und das sind ja
- 5:36teilweise Regionen, die in Städten, durch Gebirge und und
- 5:42durch große Wälder führen, es auch in dieser Zeit schon zu
- 5:48Ansiedlungen, zu neuen Ansiedlungen und Investitionen
- 5:52gekommen ist. Und das ist ja eigentlich das.
- 5:55Was dahinter steckt? Es ist eine verbindende
- 5:59Initiative. Ich hab immer zu der Zeit
- 6:02gesagt, eine der bedeutendsten, die ein Stück die Welt
- 6:06verändert, weil sie schafft Konnektivität, und mit dieser
- 6:11Konnektivität führt sie Menschen wieder mehr zusammen, und das
- 6:15ist passiert, und das haben wir erlebt.
- 6:17Wie kann man denn ein profitables Geschäft nicht
- 6:20wollen? Oder anders gefragt, wer wirft
- 6:23ihnen da Knüppel zwischen die Beine?
- 6:26Ja, natürlich. Leute, die Monopolisierungen im
- 6:29internationalen Welthandel anstreben.
- 6:34Und wir kennen das ja nun aus sehr aktuellem Anlass, nicht nur
- 6:39aus der Zollpolitik. Des heutigen US Präsidenten ist
- 6:44sichtbar, dass man dort darum kämpft, die eigenen Sphären
- 6:48wieder heraus zu kristallisieren, wo man
- 6:53Vormächtig oder Hegemon wirken kann.
- 6:58Es ist natürlich auch nicht gewollt gewesen, dass es mit
- 7:03diesen verkehren eine Annäherung der Chinesen und Terrussen gibt,
- 7:08die es dadurch gegeben hat, nachweislich.
- 7:11Sowohl für die Rohstoffe, die aus Russland Richtung China
- 7:14gelaufen sind, aber auch für die Fertigprodukte, die das eine
- 7:19oder andere kompensiert haben. Was nach Russland gegangen ist.
- 7:22Aber es war natürlich für uns Europäer auch etwas, was sehr
- 7:27unter den Interessenslagen von Unternehmertum, von Mittelstand.
- 7:36Eine neue Dimension hätte erreichen können, und das war
- 7:39nicht gewollt. Man wollte das begrenzen, man
- 7:42wollte den Einfluss der amerikanisch beherrschten oder
- 7:48vor allen Dingen amerikanisch beherrschten, monopolisierten,
- 7:52Schiffs, Reedereien, Verkehrslinien auch durch das
- 7:57südchinesische Meer mit all den Ambitionen, die man auch dort
- 8:02weiter hat, für eine weitere Erweiterung von Nato.
- 8:06So Interessen im Pazifik nicht unterstützen und deshalb hat man
- 8:11es bekämpft. Das bedeutet ein ökonomischer
- 8:15Vorteil für deutsche Unternehmen ist auf dem Altar geopolitischer
- 8:20Interessen der Transatlantiker geopfert worden.
- 8:23Eindeutig, eindeutig. Also ich bin in den Jahren 2014
- 8:30bis bis 2020. Mehrfach mit der damaligen
- 8:35Kanzlerin, Frau Merkel oder auch dem damaligen Wirtschafts und
- 8:40später Außenminister Herrn Gabriel in China unterwegs
- 8:44gewesen. Mit diesen sogenannten
- 8:46Regierungsdelegationen. Und es war immer eine Stimmung,
- 8:55sowohl Frau Merkel als auch Herr Gabriel waren immer sehr
- 8:59interessiert an dem, was wir dort tun, was wir dort
- 9:02entwickeln. Und Sie wollten darüber
- 9:05informiert sein. Und wir haben Sie auch
- 9:07informiert. Aber sie haben uns immer auch zu
- 9:10verstehen gegeben, dass die Unterstützung des Ganzen, und
- 9:15das natürlich aus Abhängigkeiten auch im transatlantischen
- 9:21Verständnis nur beschränkt bleiben wird.
- 9:25Anfragen der Chinesen für gemeinsame Unternehmungen, die
- 9:29man auch in Europa sich irgendwo ins Auge fasst und und die man
- 9:34entwickeln könnte. Die Bereitschaft der Chinesen
- 9:37war immer da, die wurden entweder nicht beantwortet oder
- 9:42teilweise abschlägig, ja, dass man.
- 9:46Mit der Begründung, von der kritischen Infrastruktur dem
- 9:52Chinesen keinen Platz einräumen wollte in Europa.
- 9:56Das war politisches Programm schon zu dieser Zeit, aber der
- 10:00ökonomische Druck, vor allen Dingen europäischer Konzerne,
- 10:04Produzenten, dann in Asien, aber auch von Unternehmer aus dem
- 10:09Mittelstand, der war so groß, dass ich das Geschäft.
- 10:13Und diese Konnektivität sehr gut entwickelt hat und im Übrigen
- 10:17auch nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine nicht zerstören
- 10:24halt lassen. Und wir wissen heute, dass trotz
- 10:28der Sanktionspolitik, die dann eingetreten ist, der
- 10:32Beschränkungen im Bereich von Finanzierungen von
- 10:36Versicherungen, der Verkehre. Von Sanktionsandrohungen für
- 10:42Unternehmen, die sich damit dem Landweg versuchen, weiterhin zu
- 10:47profilieren. Dass es trotzdem nicht gelungen
- 10:50ist, das zu zerstören und kaputt zu machen und das, was der
- 10:54Effekt allerdings all dieser Maßnahmen ist, ist, dass der
- 10:58Einfluss der europäischen Unternehmen auch für die
- 11:01Entwicklung, auch für die Entscheidungs Fähigkeit und.
- 11:07Das ist n sehr wesentlicher Punkt der früher, ich würde
- 11:12sagen zu 70% in Europa gelegen hat, inzwischen zu 100% nach
- 11:17Asien gewandert ist und die Entscheidungen, die werden heute
- 11:21in Peking oder in Shanghai getroffen und nicht mehr in
- 11:23Berlin oder in Paris. Aber das bedeutet, wenn ich mir
- 11:26das in der Gesamtschau betrachte, dass die
- 11:28Bundesregierungen ihren eigenen Wirtschaftsstandort negativ
- 11:33beeinträchtigt haben. Weil sie Transatlantisch
- 11:37eingebunden sind, ja. Natürlich diese Bindungen, die
- 11:42es dort gegeben hat und diese Interessenslagen, die sind schon
- 11:47in der Politik der damaligen Bundesregierung und natürlich
- 11:51heute der aktuellen, sehen wir es ja nun ganz klar vorhanden
- 11:55gewesen, und diese Nibelungen Treue zu den Amerikanern und
- 12:00dass sich nicht dafür einsetzen. Aus.
- 12:03Die deutsche Volkswirtschaft wollte und und wonach sie
- 12:08gestrebt hat, sondern dass man andere Interessen vertreten hat
- 12:14als die eigenen Interessen. Das hat sich an diesem Projekt
- 12:20klassisch gezeigt. Können Sie Beispiele nennen, wo
- 12:24es Angebote der chinesischen Seite gab, wo man gemeinsam
- 12:28hätte Geld verdienen können, auch in Deutschland?
- 12:30Ja, natürlich. Es gab verschiedenste Projekte,
- 12:35sich zu beteiligen am Ausbau von Infrastruktur.
- 12:39Wir erleben heute das Desaster in unserer Infrastruktur, bei
- 12:43der Bahn, welches noch über Jahrzehnte andauern wird, und
- 12:49wir werden auch in Zukunft, was unsere frühere Position
- 12:55logistikweltmeister gewesen zu sein, nachtrauern.
- 13:01Weil unsere Fähigkeit, dass wir mit einer hochleistungsfähigen
- 13:05Logistik und wir sind als Deutschland Transitland ja
- 13:09attraktiv für für Handelspartner wären, aber auch für
- 13:14Produzenten, die ihrerseits Investitionen auf dem
- 13:19Territorium der Bundesrepublik realisieren wollen.
- 13:21Wir werden das weiter verlieren. Und die Chinesen wollten sich
- 13:25daran beteiligen. Sie wollten sich beteiligen an
- 13:28an bestimmten Hafenkapazitäten, am Aufbau von
- 13:31Containerterminals. Toller Ort in Hamburg, das
- 13:34kennen wir ja, diese Diskussion, die es dazu gegeben hat und wozu
- 13:38die geführt hat, aber es gab mehrere andere derartige
- 13:42Projekte, und selbst die Industrieansiedlungen, die die
- 13:46Chinesen in Europa geplant haben, sind damit natürlich in
- 13:51Mitleidenschaft gezogen worden. Ich entsinne mich, wir hatten es
- 13:57war etwas so im Jahr 2017, natürlich ausgehend von der
- 14:03Erneuerung unserer Mobilität und der Umstellung auf
- 14:08Elektrofahrzeuge. Das große Dilemma, dass wir kaum
- 14:13eine Produktion für Batterien, für für Autos in Europa hatten.
- 14:19Und dann kam der große Ruf nach China, liefert uns und liefert
- 14:25uns im Just in Time und dafür ist der Bahnverkehr natürlich
- 14:29prädestiniert. Batterien nach Europa und die
- 14:33Chinesen, die haben gesagt, das ist bei uns sind das
- 14:37Gefahrgüter, obwohl das in Europa und in Deutschland schon
- 14:42lange keiner war, wir haben die Chinesen eingeladen, dann haben
- 14:44sie. Gebeten kommt nachher und schaut
- 14:47euch an. Unsere ganzen Prozesse, wie wir
- 14:49das sicher auf der Schiene als Gefahrgut auch transportieren
- 14:54können und die Chinesen, die haben uns an der Nase
- 14:56rumgehalten warum haben Sie das getan?
- 14:59Weil sie natürlich ihrerseits erstens eine klare Entscheidung
- 15:04für sich und ihren Markt getroffen haben, das war etwa
- 15:062017 hin zur Elektromobilität und.
- 15:12Wenn sich die Grünen auf die Fahne schreiben, dass sie die
- 15:15großen Vorreiter von Elektromobilität für Deutsch,
- 15:19für für Deutschland oder für Europa sind, dann ist es einfach
- 15:23eine Lüge. Und die Chinesen wollten sich
- 15:25die Chinesen. Haben unabhängig, ja, Na klar,
- 15:27die Chinesen haben es entschieden, die haben natürlich
- 15:29auch eine ganz andere Voraussetzung für ihren Markt
- 15:31gehabt. A was die Durchdringung des
- 15:34Marktes mit Fahrzeugen war, b was ihre perspektivische
- 15:38Versorgung. In Bezug auf Energieträger sind
- 15:42und sie haben diese Entscheidung für sich getroffen und sie haben
- 15:45dann natürlich für sich auch erkannt, OK, wenn ihr uns in
- 15:49Europa keine Investitionschancen einräumt oder sie begrenzt oder
- 15:55einschränkt, dann werden wir in unserer Industriestrategie, und
- 16:02die Fahrzeugindustrie ist auch für China ein sehr
- 16:04entscheidender Bereich der volkswirtschaftlichen
- 16:07Perspektiven. Diesen Vorsprung, den wir
- 16:12besitzen mit den Batteriezellen bei uns benutzen.
- 16:16Und wir werden die Lieferungen zumindest einschränken nach
- 16:20Europa, und das ist ja dann auch passiert, und das ist ein
- 16:23Beispiel, wo mögliche Kooperationen und und Chancen
- 16:30auch für unseren Automobilmarkt. Politisch nicht nur aufs Spiel
- 16:35gesetzt worden, sondern verspielt worden sind.
- 16:38Und das ist nur ein Beispiel von vielen anderen, die es genauso
- 16:41gibt. Und sie hätten sich es gerne
- 16:43anders gewünscht, haben im Grunde als selfmade man, würde
- 16:47man USA sagen, angefangen, die Ärmel aufgekrempelt.
- 16:51Ich kann mich erinnern an eine Geschichte, die sie irgendwo
- 16:53beschreiben. Da kommen Sie in eine riesige
- 16:56chinesische Stadt und sagen, ja, Gott sei Dank war unten n
- 16:59Paulaner drin, der hat mir das Leben gerettet, wie war das?
- 17:02Ja, der hat mir das Leben gerettet, weil ich war in
- 17:05Chengdu in den ersten Jahren meiner meiner Tätigkeit in
- 17:11China, in Sichuan, einer Provinz in in Westchina, und ich hatte.
- 17:23Selbst als ich dahin gekommen bin, wenig Kenntnis überhaupt
- 17:29über das, was dort passiert, da war das schon 9000000 Stadt in
- 17:35dieser 9. Millionenstadt arbeiteten zu
- 17:38diesem Zeitpunkt 4 Deutsche. Und wenn ich in Deutschland
- 17:44gesagt hab, ich fahr jetzt nach Chengdu, niemand wusste das Ja
- 17:47und Chengdu ist ungefähr 250 Kilometer entfernt von der
- 17:50damals größten Stadt der Welt, Chongqing mit damals schon über
- 17:5530000000 Einwohner und die die Küche von Sichuan ist
- 18:01hervorragend interessant, aber riesig scharf und.
- 18:07Der Paulaner hat mich gerettet, dass ich mich halbwegs normal
- 18:11europäisch ernähren konnte. Und das ist ja auch so was
- 18:15Schönes, so was Interessantes, das haben die Bayern gemacht,
- 18:20die Bayern haben über Franchise Konzepte damals vor allen Dingen
- 18:23in den Kempinski Hotels ihre bajoarische Kultur exportiert
- 18:31und. Paulaner war n Träger dafür und
- 18:35es gab schon damals kaum eine chinesische Stadt, wo es kein
- 18:38Oktoberfest gab und die Einordnung Deutschlands, das war
- 18:44so etwas wie Oktoberfest. Paulaner, dass man dann auch
- 18:51markenseitig, weil es da markenfragen gab, dann wurde das
- 18:58Bier in China halt unter der Marke Paula.
- 19:01Verkauft das Interessierte die Chinesen relativ wenig.
- 19:04Das war bayerisches Bier für sie und man hat sich dann
- 19:10angenähert, also in einem Bild Michael Schumacher, Timo Boll,
- 19:17Paulaner, Oktoberfest, BMW, das war so n Grundverständnis, es
- 19:22war aber positiv belegt und und das war das entscheidende und
- 19:25heute? Es gibt es heute immer noch, man
- 19:31nutzt es, man hat dort ne eigene, inzwischen ne eigene
- 19:34Kultur herum für sich entwickelt.
- 19:38Blau weiß ist nach präsent, aber die Bedeutung ist nicht mehr,
- 19:46dass man es, dass man es kopieren möchte, sondern man hat
- 19:49es einfach, man hat es übernommen und.
- 19:53Die partnerschaftlichen Hände, die sind begrenzt geblieben, die
- 19:57aus Europa dazu kam. Wie kommt man denn als Neuling
- 20:02mit Chinesen ins Geschäft? Wie ist das bei ihnen gelaufen?
- 20:07Na ja, da gibt es viele, viele Erlebnisse.
- 20:09Man muss einfach offen sein für die Menschen und und das erste,
- 20:14worum es geht, ist, dass man sich mit Geschichte und Kultur
- 20:18der Menschen beschäftigt, dazu gehört auch die Sprache.
- 20:24Ich bin zu diesem Zeitpunkt über 50 gewesen und habe es trotzdem
- 20:32angegriffen, Mandarin zu lernen, noch mal zu lernen, nicht so,
- 20:36dass ich jetzt perfekt irgendwie mich im Mandarin verständigen
- 20:38kann, aber ich kann in der Gaststätte etwas bestellen, ich
- 20:43kann meinem Geschäftspartner im Mandarin Fragen beantworten und
- 20:49ich bin. Damit jemand, der der zeigt, ich
- 20:54hab Interesse an euch, ich hab Interesse an eurer Identität, an
- 21:00eurem Selbstverständnis. Ich möchte lernen, was konfuzius
- 21:06euch mitgegeben hat und was ihr heut noch lebt und ich hab euch
- 21:11was zu erzählen von mir, von uns und.
- 21:14Diese Offenheit im im Dialog, in der Kommunikation mit den
- 21:18Menschen, die öffnet Herzen, und die öffnet dann auch früher oder
- 21:23später Geschäfte, obwohl es nicht einfach war.
- 21:26Also die Chinesen, die haben sich gefürchtet vor uns
- 21:30Ausländern, weil sie dazu ne bestimmte Distanz hatten, auch
- 21:35sie haben. Sie haben vielleicht sogar
- 21:38Ängste gehabt, dass ihre Obrigen, ihre Partei, Vertreter,
- 21:43sie dort kontrollieren und einschränken und meine ersten
- 21:48Geschäfte, das war der Besuch von ungefähr 80 Fabriken in
- 21:56Sichuan, Lederfabriken und teilweise kleinste Manufakturen,
- 22:01aber auch größere. Produktionsstätten und ich bin
- 22:05überall hingefahren, über staubige Straßen und bin
- 22:10eigentlich überall unverrichteter Dinge oder ohne
- 22:14Ergebnis zurückgekommen und habe dann meine chinesischen
- 22:20Kontaktpartner in der Stadtregierung in Chengdu
- 22:24gesagt, die wollen alle nicht mit mir, die, die fürchten sich
- 22:29vor uns. Und meine Offenheit und auch
- 22:33meine, meine Persönliche. Ich sag mal Bereitschaft mit dem
- 22:40damaligen Abteilungsleiter in der Stadtregierung Geschäft zu
- 22:44entwickeln, führte dazu, dass er meinte, in 14 Tagen sieht das
- 22:50alles anders aus und das dauerte nicht mal ne Woche und dann
- 22:52hatte ich 8 Kunden. Die wir dann, mit denen wir
- 22:55begonnen haben, Containerverkehre Richtung
- 22:59Russland und auch schon Richtung Europa zu organisieren.
- 23:03Schuhe, Taschen und und Lederwaren vor allen Dingen, und
- 23:08das war der Beginn eigentlich eines, eine einer Dimension, die
- 23:13ich mir damals überhaupt nicht hätte vorstellen können, vom
- 23:17kleinen Denken zum großen Denken zu kommen, und das war eine
- 23:20Zeit. Und da hatten die Chinesen große
- 23:23Pläne, immer noch an der Wand. Die hatten sie teilweise kopiert
- 23:27in Europa von unseren Güterverkehrszentren, welche
- 23:32Terminals sie bei sich bauen wollten.
- 23:34Inzwischen besitzen die Terminals in über 100 Städten
- 23:39riesengroße Logistik Anlagen, die eine ganz andere Dimension
- 23:46haben, als wir sie in Europa kennen.
- 23:49Wo sie nicht nur kopiert haben, sondern wo sie inzwischen
- 23:52technologisch uns viele, viele Schritte voraus sind.
- 23:56Uwe Leuschner hat damals die Container mit auf die Schiene
- 24:00gesetzt oder war in einem Team, das das gemacht hat.
- 24:03Wie muss ich mir das denn vorstellen, da so n Container
- 24:06muss ja irgendwo starten, er muss Grenzen überschreiten, da
- 24:09wird Umgespurt wie lange dauert so was, was passiert da ja.
- 24:14In der Regel. Haben wir die 12000 Kilometer
- 24:18mit dem Container in etwa 14 bis 15 Tagen überbrückt, also von
- 24:25der Beladung bis hin, also der Beladung auf den Zug bis zur
- 24:32Verzollung in Europa und damit der Lieferung an den Endkonten.
- 24:37In diesem Prozess sind Hunderte Leute integriert, auch das hat
- 24:40das Projekt so interessant gemacht.
- 24:43Leute aus verschiedensten Nationen, die miteinander
- 24:47eigentlich wenig zu tun haben, aber die an einem großen Projekt
- 24:51arbeiten und Bottle Next oder auch Probleme, die tagtäglich
- 25:00auftreten, sei es klimatischer Natur, sei es von der von der
- 25:05ganzen Frage der Abwicklung im dokumentarischen Bereich aber.
- 25:10Auch IT Systeme, die aufeinander angepasst werden müssen und der
- 25:15Kommunikation zwischen den verschiedensten Playern, die
- 25:18dort ne Rolle spielen. Also nicht nur die Exporteure
- 25:21oder die Produzenten, sondern vor allen Dingen auch die
- 25:24Betreiber der Terminals, die Operateure, die Verantwortung
- 25:29für alles übernehmen, die Spediteure, die damit ihr
- 25:31Geschäft machen, um den Kunden allseitig zu betreuen.
- 25:36Aber auch die einzelnen Zoll Büros, Zollbereiche bis hin der
- 25:42Kontakt zu den verschiedensten staatlichen Institutionen,
- 25:46zertifizierungs Einrichtungen und die Eisenbahngesellschaften,
- 25:52ohne die es natürlich nicht geht.
- 25:54Also da sind so viele in sich greifende Strukturen aus dem
- 26:00Wirtschaftsleben beteiligt und dahinter stecken Menschen und.
- 26:04Habe ich 1 beobachtet, vor allen die Jungen, vor allen Dingen die
- 26:08Jungen in Asien, die waren dort zu enthusiastisch mit so viel
- 26:11Energie. Ich musste manchmal auch meine
- 26:14Mitarbeiter darauf hinweisen, dass der Arbeitstag bei uns
- 26:18keine 12 oder 13 Stunden hat, sondern dass sie ihre
- 26:21Arbeitszeit einhalten und diese Energie, die hat sich natürlich
- 26:27auf mich übertragen, also ja, und die hat mich immer wieder
- 26:30fasziniert und ich habe es versucht dann auch bei.
- 26:34Meinen Kollegen in Europa, in den europäischen Büros diese
- 26:40Energie weiter zu tragen, und das haben uns
- 26:42zusammengeschweißt. Woher rührt dieser Enthusiasmus,
- 26:46den sie in China festgestellt haben?
- 26:49Während hier Work Life Balance beispielsweise im Zentrum steht?
- 26:53Wo liegt die Differenz, was macht da China aus, im
- 26:57Unterschied es. Ist nicht nur ne andere Kultur.
- 27:00Natürlich ist es ne andere Kultur.
- 27:03Aber das hat auch was mit einem gesamtgesellschaftlichen Klima
- 27:07zu tun. Man hat in Asien und
- 27:11insbesondere in China ein anderes Verhältnis zum Alter,
- 27:18zur Erfahrung und zu dem, was Generationen vor den Jungen
- 27:25geschaffen hat, als es bei uns inzwischen in Europa der Fall
- 27:28ist. Man hat einen sehr
- 27:32interessierten und teilweise auch motivierten.
- 27:38Es ist sehr stark motivierten Drang nach Bildung, sich Wissen
- 27:44anzueignen zu meiner Zeit, wo ich nach China gekommen bin,
- 27:48konnte kaum jemand Englisch, inzwischen würde ich sagen 70%
- 27:53der jungen Generation in China spricht Englisch und nicht nur
- 27:57Englisch, sondern auch andere westliche.
- 27:59Sprachen ich weiß nicht, wie viele Europäer schon Mandarin
- 28:05sprechen, aber. Deutlich weniger.
- 28:08Es sind deutlich weniger. Ja, und dieses
- 28:12Selbstverständnis, etwas zu schaffen in Perspektiven, in
- 28:18Visionen zu denken, ist dort vorhanden.
- 28:22Wenn ich über work Life balance Diskussionen.
- 28:26Sehe, wie junge Menschen bei uns sich in ihrer Problemwelt immer
- 28:33mehr einengen, wie sie durch Social Media auch immer mehr
- 28:37eingeengt werden. Dann habe ich die Befürchtung,
- 28:43dass wir dort einen riesengroßen Wettbewerbsnachteil in den
- 28:49nächsten Jahren nur aus dieser Generation heraus empfinden
- 28:53werden. Ich hab in meinem Buch so zum
- 28:56Beispiel präsentiert aus aus der wirklich noch wahren Geschichte,
- 29:00aus meinem Freundeskreis und 2 junge Leute, die sich gefunden
- 29:06haben im Urlaub in die Berge gefahren sind und eine ganz
- 29:11tolle Hütte als ihr Domizil entdeckt haben.
- 29:17Jedoch um diese Hütte zu heizen, musste man einen Ofen anheizen.
- 29:24Und es gab keine App, wo das irgendwo nachvollziehbar war
- 29:29oder auch kein Youtube Video was sie gefunden haben, wie man
- 29:34einen Ofen anheizt und schlussendlich musste man die
- 29:40Nacht und den Tag dann in Kälte verbringen, was natürlich sehr
- 29:44furchtbar war, ja. Sowas würde in China nie
- 29:48passieren. Würden Sie sagen, bei den
- 29:50Chinesen überwiegt oder ist der Pragmatismus stärker, der
- 29:54Enthusiasmus, die Begeisterung, der Fleiß auch?
- 29:57Eindeutig. Und der Pragmatismus ist
- 30:00prägend, aber auch der Kollektivismus ist dort
- 30:03vorhanden. Man ist offener für den anderen,
- 30:08für das, für das Team, für für Kontakte zu Menschen, auf die
- 30:13man zur Hybrid zurückgreift. Bei uns ist der Individualismus
- 30:18sehr stark ausgeprägt. Wir tätowieren oder die junge
- 30:23Generation vor allen Dingen tätowiert sich, um sich zu
- 30:27unterscheiden von anderen, um aufzufallen, um um um sich
- 30:30präsenter zu zeigen. Das ist in China eingeschränkt.
- 30:36Die Normen von Familie, von Generationen, zusammenleben sind
- 30:43dort anders definiert bis heute. Als wird das in Europa.
- 30:48Sie schreiben in Ihrem Buch Die Zukunft ist noch nicht
- 30:52geschrieben in Unterbezugnahme auf chinesische Überlegungen.
- 30:57Harte Zeiten schaffen harte Menschen, die mit ihrem Fleiß
- 31:03etwas aufbauen und gute Zeiten schaffen.
- 31:06Schlappe, weniger leistungsbereite Menschen, die
- 31:09das ganze wieder runter wirtschaften.
- 31:12Würden Sie das auf China übertragen oder ist das ein
- 31:15Spezifikum Europas? Na.
- 31:16Ja, das entspringt ja einem Zitat des Emirs von Dubai, der
- 31:22über seine Familie, über seine Geschichte gesprochen hat und
- 31:27erklärte, dass sein Großvater und sein Vater auf dem Kamel
- 31:31geritten ist. Und er fährt n Mercedes und sein
- 31:34Sohn fährt den Land Rover und es ist aber möglich, dass seine
- 31:37Enkel und Urenkel wieder auf dem Kamel reiten werden.
- 31:41Anstrengung lohnt sich und ohne Leistung ist nichts.
- 31:45Und das haben die Chinesen verinnerlicht und das wäre eine
- 31:50Tugend, die wir auch in Deutschland wieder mehr in
- 31:54Mittelpunkt stellen. Ich habe in meinem Leben in
- 31:57Russland, aber auch auch in China viele immer danach
- 32:02gefragt, wieso wir deutschen denn so pünktlich, so fleißig
- 32:08und so ordentlich sind. Und mir fielen manchmal schwer,
- 32:11das zu begründen, dass das noch so ist.
- 32:14Es ist sicherlich mal so gewesen, aber wir haben uns von
- 32:19diesen Tugenden zumindest auch in unserer Kommunikation ein
- 32:23ganzes Stück schon entfernt, und die haben uns aber eigentlich
- 32:29viel, viel Positives gebracht, neben allem negativen, was
- 32:32unsere Geschichte geprägt hat. Aber Fleiß, Ordnung, Disziplin.
- 32:39Und natürlich auch arbeiten. Ohne Arbeiten wird es keinen
- 32:43Wert geben und ohne Wert gibt es kein gesellschaftliches
- 32:47Zusammenleben, was andere befriedigt.
- 32:49Und wenn ich das in meinem Buch Die Zukunft ist noch nicht
- 32:53geschrieben als eine große Losung präsentiere, dann
- 33:00verstehe ich darunter aber auch was anderes, wir wissen.
- 33:06Dass nur noch 9% der Kinder heute in der sogenannten
- 33:14westlichen Welt geboren werden, mit den christlichen werden des
- 33:20Westens aber auf der anderen Seite 91%.
- 33:26Der Kinder, die jetzt zu dieser Zeit geboren werden, in anderen
- 33:30Regionen mit anderen Kulturen, mit anderen religiösen
- 33:34Hintergründen und auch mit anderen Werten.
- 33:37Und das müssen wir zur Kenntnis nehmen.
- 33:41Unsere 9% Kinder, die Werte von ihren Eltern vermittelt
- 33:48bekommen, sind in der Minderheit und die anderen Werte, die sind
- 33:54in der Mehrheit. Die gelebt werden.
- 33:58Und wenn wir nicht akzeptieren lernen in dieser Welt, und das
- 34:03ist was für die neue Generation, uns dort mit einzuordnen,
- 34:07einzubringen, aber in dem Maß, dass wir auch akzeptieren, dass
- 34:11es andere gibt, und die sind der Mehrheit, dann werden wir
- 34:16Konflikte nicht nur haben, sondern wir werden große Dinge,
- 34:22die wir eigentlich immer als als bis zum Ende der Geschichte
- 34:30gedacht haben, ganz schnell vergessen müssen.
- 34:33Im Wandel von der Unipolaren Welt zu einer multipolaren Welt,
- 34:38in der China eine übergeordnete Rolle spielen wird.
- 34:41Stärkste Industrienation heute verliert hier der Westen, weil
- 34:46er schwere Fehler macht und. Der Westen hat schon verloren.
- 34:51Und wir müssen da nicht nur nach China schauen, wir können nach
- 34:54Indien schauen oder auf die sogenannten Bricks, und wir
- 34:58leben in einem Jahrhundert, wo ein schlafender Riese, nämlich
- 35:04Afrika, sich in dieser Welt ganz neu und anders positionieren
- 35:10wird. Und die Chinesen haben mir mal
- 35:14gesagt, die. Werte des Christentums ist die
- 35:22Basis der französischen Revolution gewesen und
- 35:29Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit.
- 35:32Was wir vertreten, das sind interessante und gute Werte,
- 35:37aber die entsprechen nicht unseren religiösen
- 35:40Hintergründen, wenn mit der Globalisierung unserer Welt.
- 35:46Und dem Versuch, den Liberalismus auf der Welt zu all
- 35:55umfassenden ideologischen, aber auch praktischen Form des
- 36:00Zusammenlebens und des Wirtschaftens gemacht werden
- 36:03wird, dann muss man 1 berücksichtigen, nämlich auch
- 36:07unsere Werte, die aus unseren religiösen Ursprüngen, aus dem
- 36:10Buddhismus, aber auch aus anderen, und das wissen wir ja
- 36:14auch aus der. Muslimischen Welt kennen wir
- 36:19das, wo eigene Werte gelebt werden und proklamiert werden.
- 36:24Da muss man das berücksichtigen, und das haben wir im Westen
- 36:29nicht begriffen. Wie ist es denn möglich, dass
- 36:32China die Gebiete nordwestlich der Wüste Gobi mit einer
- 36:36Schnellverkehrstrasse. Anbindet.
- 36:39Während deutsche ICES in der Schweiz nur noch bis Basel
- 36:44fahren dürfen, weil sie sonst den Fahrplan durcheinander
- 36:46bringen. Ja, das ist das ist Treppenwitz
- 36:50der Geschichte. Es sind ja mal die gewesen, die
- 36:54ganz entscheidend dazu beigetragen haben, dass die
- 36:59Entwicklung der Dampfmaschine auf einer auf einem Eisenstrang.
- 37:06Zu einem riesengroßen Katalysator von
- 37:09Wirtschaftsentwicklung, nämlich der Industriellen Revolution in
- 37:13Europa geworden ist. Und wir haben es dann versäumt,
- 37:19dass wir dieses System auch pflegen müssen, auch hegen
- 37:24müssen. Die Chinesen haben heute ein
- 37:27Highspeed Eisenbahnnetz von fast 50000 Kilometern.
- 37:35Wir haben Probleme in der Pünktlichkeit unserer ICES und
- 37:39liegen da teilweise bei 60% Pünktlichkeit nach unseren
- 37:44Fahrplänen, die im Übrigen auch schon angepasst sind.
- 37:48Über Geschwindigkeiten wollen wir da ja nicht reden, aber im
- 37:50Preis Leistungsverhältnis hängen wir noch weiter hinterher, weil
- 37:54wir sind teuer, langsam, schmutzig und unpünktlich und in
- 38:02dem Highspeed Netz. Welches nicht nur in China,
- 38:07sondern auch in anderen asiatischen Ländern Normalität
- 38:11geworden ist. Das ist erst vor 40 Jahren
- 38:15entstanden oder die während der Beginn des Ganzen, aber haben
- 38:20wir komplett den Anschluss verloren.
- 38:22Wir haben dort aus Überheblichkeit, aus
- 38:26Investitions Blockierungen, um es mal so zu nennen.
- 38:35Nicht verstanden, dass Mobilität sich auf dieser Welt auch für
- 38:39die nächsten Generationen zu einem Menschenrecht entwickelt.
- 38:43Und wir können das nicht realisieren.
- 38:46Vor vielen Jahrzehnten hat der chinesische Parteiführer Deng
- 38:50Xiaoping einmal gesagt, beim Warten durch den Fluss müssen
- 38:54wir mit den Füßen die Steine suchen.
- 38:57Ist es das, dieses Prinzip des Pragmatismus, oder was hat den
- 39:01Aufstieg Chinas? In diesen wenigen Jahrzehnten
- 39:05ermöglicht. Viel Fleiß natürlich.
- 39:12Wir haben den Chinesen immer vorgeworfen, sie kopieren alles
- 39:19von uns und machen uns dann alles billig nach.
- 39:24Das ist inzwischen komplett anders, es mag die Zeit gegeben
- 39:29haben, wo sie viel mit den Fotoapparaten unterwegs waren.
- 39:32Und auch kopiert haben und viel kopiert haben.
- 39:36Das im Übrigen nicht dazu beigetragen hat, dass sie ihre
- 39:41Bedürfnisse in all den Fragen so erfüllt gesehen haben, wie sich
- 39:45das vielleicht gewünscht haben. Aber das ist inzwischen, das ist
- 39:48inzwischen Geschichte, Chinesen, Asiaten, Inder sind inzwischen
- 39:57dabei, in im Bereich. Von hochtechnologien, Amerikaner
- 40:04und Europäer komplett abzulösen, wenn man sich die Anzahl der
- 40:09Patente anschaut, die aus China zum Beispiel heraus inzwischen
- 40:14kommen, dann ist das das Zehnfache von dem, was noch
- 40:19deutsche Wissenschaftler registrieren.
- 40:22Ist ne, und das ist das ist ein ist ein Fingerzeig.
- 40:28Dass die Visionen in Asien viel entwickelter sind als bei uns in
- 40:33Europa. Es gibt nicht bloß die 5 Jahr
- 40:37pläne, es gibt 10 Jahres, 30 Jahres und 50 Jahres Konzepte,
- 40:43die durch den Volkskongress und natürlich unter dem Einfluss der
- 40:49der Partei, der Kommunistischen Partei Chinas, das jetzt
- 40:53Zentristischen Partei, der hat wenig was mit Kommunismus zu
- 40:55tun, alles dummes Zeug. Entwickelt worden sind und
- 41:00werden und weiterentwickelt werden und wir, wir hängen
- 41:03hinterher. Uwe Leuschner hat in Prag
- 41:07studiert, Ökonomie, und er hat so natürlich auch Kenntnis
- 41:12erhalten vom Prager Reformkommunismus.
- 41:16Unter Dubcek und der Wirtschaftstheoretiker damals
- 41:19war Otajik, der versucht hat, Markt und Plan auf neue Weise zu
- 41:25verbinden. Was ist für sie da hängen
- 41:27geblieben, was waren die entscheidenden Impulse und was
- 41:29haben die Chinesen daraus gelernt?
- 41:32Also ich muss erst mal sagen, in meinem Studium war ich natürlich
- 41:37sehr darauf orientiert. Den Marxismus Leninismus zu
- 41:44studieren, zu verstehen und zu gutheißen für meine Jugend, das
- 41:51war interessant. Und natürlich war es dann an der
- 41:58Hochschule für Ökonomie in Prag, in einer Fakultät, an der Ende
- 42:03der 60er Jahre Otter Schick der Dekan war.
- 42:11Faszinierend in einer abgeschlossenen Bibliothek seine
- 42:15Schriften zu lesen und seinen Versuch zu machen, den
- 42:21sogenannten Marktsozialismus zu präsentieren.
- 42:24Das heißt eigentlich zu zeigen, dass die gelehrte Meinung der
- 42:29politischen Ökonomie des Sozialismus viele Lücken hat
- 42:35und. Seine Vorschläge, die er gemacht
- 42:39hat, das Außenhandels, Monopol, was mal in der neuen
- 42:44ökonomischen Politik von Lenin eingeführt worden ist,
- 42:47abzuschaffen, eine eine Preisbindung abzuschaffen, eine
- 42:55Politik zu zu proklamieren, die sich auf den auf die
- 42:59Grundbedürfnisse von Menschen, also die Versorgung mit
- 43:04Lebensmitteln, wohnen. Sich kleiden orientiert aber
- 43:09alles andere, auch den freien Kräften des Marktes zu
- 43:12überlassen, dass das nicht in das Konzept der der Moskauer
- 43:17Politbüro Bonzen passte, das war klar, aber es war immer
- 43:21faszinierend und ne ganze Reihe anderer Ideen, die in dieser
- 43:27Zeit in Prag entstanden sind, die sind doch bei den Chinesen
- 43:30eingeflossen in. Eine neue Politik, die vor allen
- 43:35Dingen unter Deng Xiaoping entstanden ist.
- 43:36Und man muss aber 1 wissen, nicht Deng Xiaoping ist, der zu
- 43:42hundertprozentige neue Erfinder des chinesischen Wachstums,
- 43:48sondern es gab dort sehr, sehr entschiedene Diskussionen
- 43:52damals, vor allen Dingen in der Kommunistischen Partei Chinas.
- 43:57Wo der Weg zu zu einem Liberalismus den den den
- 44:02Xiaoping ja proklamiert hat, eingeschränkt worden ist,
- 44:07eingegrenzt worden ist. Dass man sich also in aller
- 44:11erster Linie darauf versucht hat zu besinnen, die
- 44:15Grundbedürfnisse von Menschen in einem Volk von 1,4 Milliarden
- 44:18Bewohnern. In den Mittelpunkt zu stellen
- 44:24und das Gemeinwohl als das oberste Interesse für alle
- 44:29definiert hat und damit natürlich auch macht ausgeübt
- 44:34hat gegen Minderheitsinteressen, das ist Fakt, das hat man getan.
- 44:39Aber dieser Weg, der der ist bis heute erfolgreich und ich meine
- 44:43Wachstumsraten über die letzten 2030 Jahre von jenseits von 5%
- 44:49per anno. Von denen können wir ja nur
- 44:52träumen. Aber nicht nur diese
- 44:56Wachstumsraten, sondern die die Befriedigtheit der chinesischen
- 45:02Bevölkerung, die zeigt, dass das Konzept trägt.
- 45:07Und wenn wir im Westen uns hinstellen und immer von einem
- 45:11autoritären, diktatorischen Staat und und der Partei reden,
- 45:17dann ist es eine. Komplette Verkennung der
- 45:20Realitäten im Verhältnis von Führung und Bürgern in diesem
- 45:26Land und. Wenn die Lebensverhältnisse
- 45:29haben sich ja dramatisch verbessert.
- 45:31Ja, überhaupt keine Frage, das das war aber auch keine Kunst,
- 45:34weil teilweise Regionen, die haben noch wie im Feudalismus
- 45:38vor 40 Jahren gelebt und, und das ist aber Geschichte, ja, ich
- 45:43hab Pudong erlebt, das Fischerdorf.
- 45:48Am Gegenufer eines alten Fischerdorfes, was Shanghai war
- 45:55und wie die Bulldozer kamen und wie dann die Kräne dorthin
- 45:58gebaut worden sind. Man hat keine Rücksicht auf
- 46:02Kulturgeschichte genommen, die es dort gegeben hat, sondern man
- 46:06hat eine moderne Metropole geschaffen und hat.
- 46:12Die Werte dieser Metropole für das Leben der Einzelnen, die
- 46:17dort dann ihrer Tätigkeit nachgehen, konnten sehr aktiv,
- 46:23proaktiv nicht nur kommuniziert, sondern auch dokumentiert, in
- 46:29dem, wie sich das Leben dort verändert hat und die
- 46:33Wohnungsfrage in China vor 50 Jahren, das Waren alte Hütten
- 46:38und alte, alte, alte Lehmgebäude.
- 46:41Heute spricht man darüber, dass es angeblich diesen
- 46:45Immobilienzusammenbruch, die Immobilienblase in China gibt.
- 46:49Ja, da gibt es Probleme aus der Finanzierung, aus den
- 46:53Finanzierungsmodellen, aber die chinesische Familie lebt heute
- 46:59in modernen, dem 21. Jahrhundert absolut weltweit
- 47:05adäquaten Verhältnissen und. Das ist n
- 47:08riesengesellschaftlicher Fortschritt und ähnliche Dinge
- 47:11hat es in hat es in den letzten 40 Jahren auch in Russland
- 47:16gegeben. Ja, auch das was Post
- 47:18sowjetische Zeit ist, die hat das Leben für eine neue
- 47:21Generation, die heute die Entscheider sind prinzipiell
- 47:26verändert. Ja und und und wer mit der der
- 47:31Ideologie des des Kalten Krieges.
- 47:35Durch die Welt läuft und meint, den Chinesen, als immer noch die
- 47:38gelbe Gefahr und den Russen als mit dem blutigen Messer im Maul
- 47:46zu zu charakterisieren, der ist einfach blöd, der der hat
- 47:51einfach weder Augen noch Ohren noch n Kopf zum Denken.
- 47:54Realitätsverlust des Westens ist es das.
- 47:57Ja, natürlich ist es n Realitätsverlust des Westens ein
- 48:00kompletter. Wir haben die Zeichen der Zeit
- 48:03nicht mehr verstanden und der sogenannten
- 48:05Interessensgleichheit mit allen anderen nicht mehr auf dem auf
- 48:12der Stufe der Zeit. Es gibt verschiedene Interessen
- 48:15und ich meine, Trump macht das ist ja zurzeit vor, er versucht
- 48:18ja nichts anderes fortzuführen als neokolonialismus, wir
- 48:24dachten mal, wir haben die Zeit des Kolonialismus schon.
- 48:27Hinter uns in der Menschheitsgeschichte?
- 48:29Nein, haben wir nicht. Der Neokolonialismus und die
- 48:33dort prägenden Interessenslagen, die gehen weiter und bei allen
- 48:38Dingen, die in dieser heutigen, sehr komplexen Welt passieren,
- 48:44gibt es einfach immer nur eine Frage, wem hilft das und die
- 48:52diese Interessen, die sind definiert durch 3 Dinge.
- 48:58Durch Eigentum in Form von Geld, von einem System des Westens,
- 49:06des US Dollar Systems, was ja bis heute immer noch auf dieser
- 49:09Welt zumindest sehr großen Einfluss hat und macht und wie
- 49:15man zur Macht kommt, das zeigen uns und Dynastien von US
- 49:24Präsidenten. Und wie man zu macht kommt in
- 49:27Europa. Diese Dynastien, die sich da mit
- 49:30Geld irgendwo immer wieder auf den Präsidentschaftssessel
- 49:34bewerben können, haben wir in Europa noch nicht, aber wir sind
- 49:39auf dem besten Weg dazu. Wir sind in einer Situation, wo
- 49:45nicht die klügsten und besten die Gesellschaft führt und der
- 49:52Gesellschaft Visionen vermittelt.
- 49:55Sehr oft dieses mich beschreibt das in meinem Buch
- 50:00Amerikanisches System von Executive Search hat dazu
- 50:06geführt, dass immer mehr BC und D Kader in Führungspositionen in
- 50:13Parteien, also in der Politik, in der Wirtschaft, in den Medien
- 50:20und in der Kultur. Entscheidungsträger geworden
- 50:25sind. Warum sind die das geworden?
- 50:27Weil die, die sie eingeladen haben und so funktioniert,
- 50:30Executive Search nicht zulassen, dass da Leute kommen, die besser
- 50:36sind als sie, und da kommt dann BC und D Kader raus.
- 50:41Wenn bei uns BC und D Kader ganz nach oben gespült werden.
- 50:46Im akademischen Bereich, in den Medien, in der Politik, in der
- 50:49Wirtschaft. Wie gelingt es dann den
- 50:52Chinesen, Leute nach vorne zu stellen, denen man alles
- 50:55Mögliche nachsagen kann, aber nicht, dass sie chinesische
- 50:58Interessen nicht vertreten will? Weil das Leistungsprinzip dot d.
- 51:03Und das funktioniert auch innerhalb der Partei und in der.
- 51:06Wirtschaft ja, sicherlich, da gibt es hier und da
- 51:08verquickungen. Wir hatten vor vor Jahren, das
- 51:12ist jetzt inzwischen schon n ganzes Stück her, 20 Jahre
- 51:15bestimmt. Einen sehr akuten Kampf, der der
- 51:20Partei gegen Korruption bis hinzu Todesurteilen mit
- 51:24Verurteilungen zu zu langjährigen Haftstrafen das
- 51:30System der Einführung des Liberalismus hat Korruption in
- 51:37den Anfangsjahren dieser dieses Wachstums natürlich begünstigt,
- 51:42aber man hat es unter Kontrolle inzwischen, man hat.
- 51:46Regeln erfunden, die man für sich und für seine Kultur, für
- 51:52seinen Kulturkreis auch begründen und definieren konnte.
- 51:56Gesetze geschaffen, an die sich die überwiegende Masse komplett
- 52:03hält, die sie akzeptiert und respektiert und 1.
- 52:10Ist ganz klar das Leistungsprinzip ist das
- 52:14entscheidende Prinzip, und das ist ja das, was den Westen auch
- 52:19mal stark gemacht hat, das Leistungsprinzip.
- 52:23Aber das haben wir verloren, wir sind zu einer Gleichmacherei, zu
- 52:27einer Schönfärberei bis hin zur Lüge gekommen, die wir
- 52:31rechtfertigen, inklusive in unserem Rechtsstaat, in den
- 52:35Medien. Aber auch in der Ausbildung, in
- 52:39der Bildung unsere Kinder. Wir belügen unsere Kinder mit
- 52:44Dingen, die die in der Schule lernen müssen, wieder besseren
- 52:50Wissens um die Realitäten, wie sie eigentlich sind.
- 52:53Ist das in China anders? Ja.
- 52:56Was machen die anders? Man bekennt sich zur Pol, zur
- 53:00zur Politik der Partei. Was im Prinzip ein Bekenntnis zu
- 53:07einem Zentralismus, zu einem zentralistisch geführten System
- 53:13ist. Man bekennt sich zu seiner
- 53:14Kultur. Da spielt der Konfuzianismus
- 53:20eine große Rolle, und man bekennt sich inzwischen nach
- 53:26Jahrzehnten der Abgrenzung zu einer Weltoffenheit.
- 53:30Man ist weltoffen. Aber wenn diese Weltoffenheit
- 53:36beantwortet wird mit Bevormundung, dann ist man auch
- 53:40ganz schnell und dreht den Rücken zu und und, und.
- 53:45Das ist das, was wir gemerkt haben, als eine grüne Politik
- 53:52versucht hat, mit mit sogenannten Wertegetriebenen
- 53:57Außenpolitikkonstrukten, die man exportieren wollte.
- 54:04Bevormundung zu betreiben. Diese Bevormundung lässt man
- 54:08nicht so und man ist inzwischen selbstbewusst genug und weiß
- 54:11sich seiner Mittel sehr, sehr bewusst, dass man in dieser
- 54:19Auseinandersetzung inzwischen schon die Oberhand gewonnen hat.
- 54:22Denn der Erfolg gibt den Chinesen ja recht.
- 54:25Sie haben starken marktwirtschaftlichen Sektor.
- 54:28Auf der anderen Seite die führende Rolle der
- 54:31kommunistischen Partei. Wie spielt das zusammen, ist das
- 54:35jetzt n Marktkapitalismus oder ist das n Kommunismus, wie
- 54:39würden Sie das deuten? Also als jemand, der mal den
- 54:45Kommunismus studieren durfte, theoretisch und zumindest
- 54:54Elemente. Der der Vision meiner Väter,
- 55:01Generation an einem lebendigen Experiment mitmachen konnte,
- 55:10weiß ich. Es ist kein Kommunismus, was
- 55:12heute in China passiert, und das ist ja auch diese diese
- 55:15Auseinandersetzung im Kalten Krieg.
- 55:18Kapitalismus gegen Kommunismus ist ja ne mehr von gestern, ja
- 55:25inzwischen. Haben wir ja diese diese
- 55:28Mehrheit jetzt umgedeutet, dass die, dass die Diktatoren wie
- 55:34Putin wie Schi und andere die großen Gegner sind, die man
- 55:42jetzt bekämpfen und und besiegen muss.
- 55:44Ja, und, und das ist Unsinn. Also noch mal, es ist keine
- 55:48kommunistische Partei in dem Sinne, wie wir, die
- 55:52kommunistischen Parteien. Aus der Sowjetära kennen,
- 55:58sondern es ist eine Partei, die ihrerseits keine Großen, also
- 56:09also kolossalen Enteignungen von Produktionsmitteln von
- 56:16bürgerlichen Systemen vorgenommen hat, sondern sie
- 56:20hat. Eine einen
- 56:23Vergesellschaftungsprozess, aus der aus der Entwicklung der
- 56:28Regionen begleitet und gesteuert.
- 56:33Und sie hat Eigentum geschaffen in der Hand des Staates und
- 56:40nicht in der Hand von Parteibonsen ja, wir hatten ja
- 56:43zum Beispiel in der DDR, werden ja die Situation, wir meinten.
- 56:49Wir müssen sogenanntes Volkseigentum schaffen, obwohl
- 56:52das nie Volkseigentum war. Es war eigentlich Staatseigentum
- 56:58und mit diesem Staatseigentum haben wenige Staatsvertreter,
- 57:02die sie als die sich berufen fühlten, als Nomenklatura
- 57:09rumgespielt und wie das geendet hat, das Wissen wir alle so, das
- 57:13ist in China anders. Sondern das Staatseigentum ist
- 57:19ein Eigentum, wo der Staat, wo staatliche Strukturen, und da
- 57:24gibt es nicht nur die Partei, sondern da gibt es mit dem dem
- 57:28ganzen System nationaler Volkskongress einen breiten
- 57:33gesellschaftlichen Dialog, wo aber dann eine Entscheidung
- 57:38getroffen wird. Durch eine Mehrheit.
- 57:40Und die wird dann auch umgesetzt, ohne Diskussion.
- 57:43Da gibt es auch keinen großen Rechtsweg um über Gerichte
- 57:47Jahrzehnte sich zu streiten, ob die Kröten jetzt über die Straße
- 57:51laufen dürfen oder nicht, in dem Sinne hat sich der Pragmatismus,
- 58:00haben sich kulturelle Werte und eine Struktur, eine Führung.
- 58:08Als effektiv herausgestellt die bis heute das meine ich,
- 58:15effektiver tätig ist als unsere politischen Strukturen, die wir
- 58:22im Westen, das ist. Chinesen sagen, Sie sind
- 58:26effektiver in ihren Strukturen. Sie haben auch die russischen
- 58:29Reformerfahrungen ausgewertet, in der Sowjetunion, damals unter
- 58:33Gorbatschow, dann den Zusammenbruch.
- 58:35Unter Jelzin, das ist in China genau beobachtet worden.
- 58:40Welche Schlussfolgerungen wurden daraus gezogen?
- 58:43Dass man die Fehler, die die Russen gemacht haben, die Macht
- 58:47den Oligarchen zu übertragen, nicht wiederholt.
- 58:54Es gab auch in China Oligarchen, aber die hat man sehr schnell
- 58:57unter Kontrolle genommen, ja und die haben sich dann entscheiden
- 59:02müssen, entweder sie bleiben in China.
- 59:05Und ordnen sich ein in diese Gesamtkonstellation.
- 59:10Oder sie verlassen China. Einige Techkonzerne hat es
- 59:14betroffen, es hat auch einige Handelsriesen betroffen oder die
- 59:20Eigentümer davon, und man hat aus den Monopolisierten
- 59:24Eigentumsverhältnissen in privater Hand recht schnell.
- 59:29Ein Schritt, der sich durchzieht durch die chinesische Politik.
- 59:34Wirtschaftspolitik der letzten 40 Jahre vollzogen, der sich
- 59:40auch auf Otta Schicks Ideen mit begründet.
- 59:45Man hat in wesentlichen Unternehmungen eine
- 59:48Minderheitsbeteiligung des Staates geschaffen, das heißt,
- 59:53es sind privat. Wirtschaftlich tätige
- 59:56Unternehmungen mit Mehrheiten in privater Hand und mit einer
- 1:00:00Minderheitsbeteiligung des Staates, wo der Staat aber
- 1:00:05natürlich seine Kontrolle ausübt und das durchgängig,
- 1:00:09insbesondere in Bereichen, die die Infrastruktur, dass die
- 1:00:13Versorgung der Bevölkerung, die Fragen von Wohnen, die Fragen
- 1:00:17von Mobilität betrifft. Ist.
- 1:00:20Das chinesische Modell dem neoliberalen Modell des Westens
- 1:00:24überlegen. Ich meine ja.
- 1:00:26In welchen Punkten? In Bezug auf Wachstum in Bezug
- 1:00:31auf Innovation und in Bezug auf Visionen, Visionarität und wenn
- 1:00:41man sich, und das hat aber wieder was mit unterschiedlichen
- 1:00:44Kulturen und Werten zu tun. Den gesellschaftlichen Disput
- 1:00:49anschaut, der in China gang und gäbe ist, dann ist es ein auf
- 1:00:56Konsens orientierter Disput und nicht ein Disput, den wir im
- 1:01:02Westen sehen, auf Konfrontation, auf einer Auseinandersetzung
- 1:01:08zwischen Gut und böse. Einer Auseinandersetzung, ich
- 1:01:13weiß es besser und komplett anders als du, was ja auch zu
- 1:01:18Politikverdrossenheit et cetera im Westen führt.
- 1:01:23Wir sehen ja den Konflikt um Taiwan von den Amerikanern
- 1:01:27natürlich angeheizt, aber dieser Konflikt hat ne lange
- 1:01:30Geschichte. Der damalige Militärdiktator
- 1:01:33Tschankajek. Hat im chinesischen Bürgerkrieg
- 1:01:36gegen Mao Zetongs Rote Armee in den 40er Jahren verloren und zog
- 1:01:41sich dann vor den Kommunisten nach Taiwan zurück.
- 1:01:45Nun ist das heute ja keine Militärdiktatur mehr, sondern
- 1:01:48zumindest in wesentlichen Teilen eine Demokratie.
- 1:01:51Wie wird dieser Konflikt gelöst werden?
- 1:01:54Eine Demokratie im westlichen Sinne.
- 1:01:57Und das Interessante ist ja, dass die Volksrepublik China.
- 1:02:03Und die Republik China dort einen einen Weg, aufeinander zu
- 1:02:11zu gehen, schon über mehrere Jahrzehnte geht.
- 1:02:17Interessant war ja, dass Taipeh und und Taiwan vom vom Westen in
- 1:02:25den UNO oder in die UNO aufgenommen worden ist.
- 1:02:29China blieb außen vor. Und Taipeh wurde zu einem
- 1:02:37ständigen Mitglied des Sicherheitsrates, natürlich um
- 1:02:42als Pfeilspitze auch gegen das kommunistische Regime
- 1:02:45vorzugehen, weiter vorzugehen. Und dieser Prozess ist dann in
- 1:02:51den 70er Jahren, ja hat sich ja verändert, ist ja entwickelt
- 1:02:56worden, dass Peking. An die Stelle von Taipeh
- 1:03:00innerhalb der UNO eine ganz neue Position bekommen hat und und
- 1:03:04dass Peking immer mehr integriert wurde, auch in die
- 1:03:08Allgemeinen UN Systeme. Ich kann mich entsinnen, der
- 1:03:14Beitritt der Chinesen im Jahr 2002 zur WHO, zur Welthandels
- 1:03:22WTO, zur Welthandelsorganisation.
- 1:03:26War für die Chinesen ein großer Schritt von Akzeptanz, von
- 1:03:30Einbindung in die weltwirtschaftlichen Systeme und
- 1:03:35auch den Respekt vor den eigenen Erfolgen, aber auch vor denen
- 1:03:42der Partner im Westen. Der Westen hat es dann bloß auf.
- 1:03:52Sehr oft konfliktreiche Art und Weise verstanden die Chinesen,
- 1:03:58an den Bahnhof zu stellen, in insbesondere insbesondere auch
- 1:04:00bei Zollfragen und in in Fragen, die die BTO vor internationalen
- 1:04:05Schiedsgerichten behandelt hat, wo die Chinesen ihr Interesse
- 1:04:09dran verloren haben, dort noch aktiv mitzuarbeiten, das heißt,
- 1:04:13wo dieser Wettbewerb und dieser Wettbewerbsgedanke ist bei den
- 1:04:16Chinesen komplett vorhanden. Zu etwas führt, wenn der
- 1:04:23Wettbewerb mit unfairen Mitteln ausgetragen wird, überlegen wir
- 1:04:28uns andere Konzepte, unsere Perspektiven, und das ist
- 1:04:31passiert. Kann sich der Westen leisten,
- 1:04:34Taiwan zu verlieren? Dort ist ja die
- 1:04:38fortgeschrittenste Mikrochip Produktion ansässig.
- 1:04:42Ist keine Frage, ob er sich es leisten kann.
- 1:04:49Er, er kann das Problem anders lösen.
- 1:04:56Für die Chinesen gehört Taiwan zu China, das hat was mit ihrem
- 1:05:01Selbstverständnis, ihrer Geschichte zu tun, aber auch mit
- 1:05:05ihren Kulturen zu tun, das hat auch was mit Annäherung zu tun
- 1:05:09auf dem Weg einer friedlichen Lösung.
- 1:05:14Wenn der Westen sich dem entgegenstellt, wenn der Westen
- 1:05:16sagt, das ist unsers, ja, wie er das jahrelang in Hongkong
- 1:05:19gemacht hat, ja, um eine Pfeilspitze im Fleisch Chinas
- 1:05:26weiterhin aufrechtzuerhalten, was im Übrigen nicht gelungen
- 1:05:34ist und und das Beispiel Hongkong oder auch das Beispiel
- 1:05:38Singapur, das zeigt ja, dass die Annäherung oder die die
- 1:05:42Kooperations. Fähigkeit auch der Bevölkerung
- 1:05:46absurd gegeben ist. Und diese Hoffnung haben die
- 1:05:49Chinesen im Übrigen auch auf in Bezug auf Taiwan.
- 1:05:54Also er könnte über Kooperation über eine Öffnung, über eine
- 1:05:58Zusammenarbeit und und einen Dialog auf Augenhöhe mit den
- 1:06:03Chinesen wird sofort Lösungen herbeiführen, auch für diese
- 1:06:07wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Aber man kann es auch anders
- 1:06:11machen. Man kann auch sagen, das
- 1:06:12südchinesische Meer gehört zum Nordatlantikpakt, obwohl das
- 1:06:17wenig mit Geographie zu tun hat. Man kann es dann begründen, dass
- 1:06:22die Chinesen zu bekämpfen sind in dieser Frage, weil die
- 1:06:26Handelswege des Westens aus China heraus damit gestört sind
- 1:06:32und dass man deshalb Nato Präsenz zu zeigen muss, kann man
- 1:06:36alles machen, ja. Es ist kein Blödsinn zu doof,
- 1:06:41als dass man ihn nicht verkaufen kann.
- 1:06:42China hat intensive Handelsbeziehungen
- 1:06:45beispielsweise zu Venezuela gehabt.
- 1:06:49Das war das Modell Öl gegen Schulden, Öl gegen Investitionen
- 1:06:54in die Infrastruktur. Nun, nachdem Kidnapping der
- 1:06:58Amerikaner von Präsident Maduro, zeichnet sich ein anderer Kurs
- 1:07:03ab. War der Schlag gegen Venezuela,
- 1:07:06gegen dessen Führung auch ein Schlag gegen China?
- 1:07:09Ja klar, soweit ich es kenne, ist einer dieser Tanker, der
- 1:07:18dort in der Karibik durch die US Marines aufgebracht worden ist,
- 1:07:26beladen gewesen mit Öl aus Venezuela für China.
- 1:07:33Welche schon bezahlt war von den Chinesen und das haben die
- 1:07:36Chinesen den Amerikanern auch so Übergenommen.
- 1:07:40Wie wird Peking antworten? Selbstbewusst und mit stärker.
- 1:07:48Man hat ja auf eine militärische Intervention verzichtet, aber
- 1:07:53eine Erklärung herausgegeben, dass man den Bestand der US
- 1:07:58Staatsanleihen in China überprüfen werde.
- 1:08:01Wie deuten Sie das? Ja, das ist ja eine These, die
- 1:08:05die hat vielerlei Symbolkraft. Ja, wenn die Europäer russisches
- 1:08:14Eigentum bei europäischen Banken nicht nur sanktionieren, sondern
- 1:08:23kapern und damit. Das Prinzip 1 der
- 1:08:30Grundprinzipien von Liberalem handeln, nämlich dem Schutz von
- 1:08:35Eigentum mit politischen Argumenten begründen.
- 1:08:41Dann müssen sie damit rechnen, dass auch in asiatischen Finanz
- 1:08:48und börsenplätzen sich Gedanken breit machen.
- 1:08:55Wenn das passiert, dann werden russische Banken vor Ort klagen.
- 1:09:02Hongkong Singapur ist wieder und es ist möglich, dass die
- 1:09:10Gerichte dort vor Ort auch im Interesse dieser Anteilseigner
- 1:09:19oder der Besitzer, die nicht westlich sind, entscheiden.
- 1:09:26Was dazu führen würde, dass der Handelsplatz der
- 1:09:29Finanzhandelsplatz in Europa jegliches Vertrauen innerhalb
- 1:09:34eines Weltwährungssystems verlieren würde und im übrigen
- 1:09:37auch das amerikanische System in Frage stellen würde.
- 1:09:41Und die These, dass die Chinesen natürlich innerhalb der BRICS
- 1:09:47schon seit einer ganzen Reihe von Jahren.
- 1:09:52Sich darum bemühen, eine parallele Finanzwelt für den
- 1:09:59Bereich der BRICS Staaten zu entwickeln und aufzubauen, was
- 1:10:03nicht sofort gelingt, weil die Wertuntersetzung des Ganzen
- 1:10:08natürlich ein Thema einer Langfristigkeit und einer
- 1:10:11Perspektive von Wachstum et cetera PP sind.
- 1:10:15Und wir sprechen hier über einen Markt von.
- 1:10:20Wenn man nur die die BRICS Länder betrachten von 4,5 bis 5
- 1:10:26Milliarden Menschen, ja um den es da geht, dass diese Waffe,
- 1:10:32die im Köcher natürlich der Mächtigen in Peking steckt, ab
- 1:10:39und zu gezeigt wird und wenn sie gezeigt wird, dann heißt es, der
- 1:10:43Westen muss sich davor vorsehen und der Westen ist gut.
- 1:10:50Daran oder dem Westen wäre gut daran, dort nicht weiter zu
- 1:10:55provozieren und damit den Zusammenbruch des westlichen
- 1:10:59Finanzsystems insgesamt in Kauf nehmend, irgendwo zu
- 1:11:09provozieren. Beschleunigt der Westen durch
- 1:11:12seine Konfrontationspolitik den eigenen Niedergang?
- 1:11:16Eindeutig. Eindeutig mit jeglicher
- 1:11:20politischer Handlung und wir sehen es ja aktuell mit den mit
- 1:11:26den machtpolitischen Spielchen, die innerhalb der Nato
- 1:11:31stattfinden, zwischen den Amerikanern und den Europäern
- 1:11:34mit einem drohenden, wiederum drohenden Zollkrieg.
- 1:11:38Das ist nun schon der Dritte. Weiß nicht traumhaft glaube ich
- 1:11:4110 Kriege beendet, aber im Zollbereich hat er schon 3 oder
- 1:11:444 angefangen. Natürlich ist das so ja noch mal
- 1:11:50hinter Interessen steckt Geld, Eigentum und macht von Eliten,
- 1:11:57die uns im Westen nach wie vor Versuchen zu erklären, dass wir
- 1:12:01das beste System der Geschichte haben, und das ist verkehrt und
- 1:12:05das haben die Chinesen begriffen.
- 1:12:08Und deshalb handeln sie anders. Und das haben wir im übrigen
- 1:12:10auch die Russen begriffen, und das haben die Inder begriffen,
- 1:12:12das haben die Brasilianer und die Südamerikaner begriffen, und
- 1:12:17die Afrikaner sind gerade dabei, das auch zu begreifen.
- 1:12:21Sie kennen China, Sie kennen Russland, haben viel gesehen von
- 1:12:25der Welt, haben in Prag studiert.
- 1:12:27Was würden Sie der Bundesregierung empfehlen, wie
- 1:12:31sollen sie sich verhalten gegenüber China?
- 1:12:35Es ist im Interesse. Der Bundesrepublik Deutschland,
- 1:12:40der deutschen Wirtschaft und seiner Bevölkerung offen und
- 1:12:45ehrlich und auf Augenhöhe den Dialog mit den Chinesen nicht
- 1:12:51nur wieder aufzunehmen, sondern auch zu führen, sich darauf zu
- 1:12:55orientieren, was man im gegenseitigen Interesse für die
- 1:13:02Zukunft an gemeinsamen Projekten definieren kann und.
- 1:13:07Aufzugeben, alles nur in einer als eine Geisel
- 1:13:12nordamerikanischer Interessenslagen politisch zu
- 1:13:17betrachten und zu entscheiden. Und gut wäre auch den Chinesen
- 1:13:22zuzuhören. Ich unterstütze alle ach so, aus
- 1:13:27meinen unternehmerischen Freundeskreisen, die offen sind
- 1:13:35nach China zu gehen. Zu fotografieren und vielleicht
- 1:13:40auch zu kopieren, Dinge zu übernehmen, die inzwischen dort
- 1:13:45existent sind für unsere eigene Entwicklung in unserem eigenen
- 1:13:50Land. Deutschland braucht den Kontakt
- 1:13:55zu China, sagt Uwe Leuschner in seinem Buch Die Zukunft ist noch
- 1:13:59nicht geschrieben. Ein Blick zurück.
- 1:14:02Auf China auf seiner Zeit in China.
- 1:14:04Aber auch ein Blick im Zorn nach vorn, in eine deutsche Zukunft.
- 1:14:09Vielen Dank wir bei gegen den Strom zeigen ihnen Positionen
- 1:14:13und Perspektiven, die die Propaganda Medien verschweigen.