Latest / scobel / Diese 6 Gedanken könnten dein Leben neu ordnen | Folge 4 – scobel
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- 0:00Speaker 0: Manchmal lebt unser Denken auf und bekommt neue Energie, neues Feuer durch einen einzigen Satz.
- 0:06Speaker 0: Der sich festhakt und mehr bewirken kann als das Lesen komplexer Artikel oder dicker Bücher.
- 0:11Speaker 0: Aber die Magie funktioniert nur wenn in dem Gedanken auch etwas steckt... ...und wenn ihr ihn aufnehmt!
- 0:19Speaker 0: Sechs solcher Sätze gibt es jetzt im dieser Ausgabe.
- 0:22Speaker 0: Das ist Teil vier von vier Teilen aber es gibt ja davor noch drei andere.
- 0:27Speaker 0: Schaut euch die gerne an.
- 0:28Speaker 0: Jeder Satz kann wie ein Katalysator wirken, wie eine Initialzündung die uns in Bewegung bringt durcheinanderwirbelt und verändert bis wir uns selber ehrlich im Spiegel betrachten.
- 0:39Speaker 0: Ob es funktioniert hängt vor allem von euch ab und wie ihr reagieren werdet welche Schlussfolgerungen ihr zieht, wer ihr glaubt zu sein und vor allen Dingen wie ihr leben wollt.
- 0:51Speaker 0: Sechs Zitate sechs Gedanken die euer denken und vielleicht auch euch selbst neu in Sprung bringen.
- 0:57Speaker 1: Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch.
- 1:00Speaker 1: Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten finden ihre rationelle Lösungen in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.
- 1:10Speaker 0: Der Satz von Karl Marx aus den Thesen über Feuerbach enthält wichtige Hinweise für die grundsätzliche Lösung von Problemen, einschließlich gesellschaftspolitischer und philosophischer Lebensprobleme.
- 1:21Speaker 0: Gedankliche Verwirrung entsteht häufig wenn wir vom konkreten Leben abstrahieren – was ist Freiheit?
- 1:26Speaker 0: Was ist Gerechtigkeit?
- 1:27Speaker 0: Selbst wer im luftleeren Raum spekuliert wird merken dass die Antwort nicht allein in Begriffen zu finden ist sondern Praxis.
- 1:36Speaker 0: Was bedeutet Freiheit für bestimmte Menschen?
- 1:39Speaker 0: Wie leben, wie arbeiten, kämpfen, kooperieren sie
- 1:41Speaker 0: tatsächlich?".
- 1:42Speaker 0: Mit Theorien die zu Mystizismus verleiten meint Marx abstrakte esoterische Theorin und Vorschläge, die von realen Verhältnissen abgelöst sind.
- 1:53Speaker 0: Marx fordert untersucht nicht Ideen über Gerechtigkeit oder Freiheit sondern wirkliche Unfreiheit, Lohnarbeit Ausbeutung Entfremdung.
- 2:02Speaker 0: Versteht die Praxis und beobachtet auch die Details, dann werdet ihr eure Probleme auch in der Theorie besser lösen.
- 2:09Speaker 0: Das ist antiidealistisch und gegen abgehobenes Geräte gerichtet!
- 2:13Speaker 0: So wichtig der Geist doch ist – das Bewusstsein alleine erschafft niemals eine ganze Welt.
- 2:17Speaker 0: Vielmehr steht es auf den Füßen unserer Praxis.
- 2:21Speaker 0: Das ist auch einer der Gründe, warum die Suche nach Wahrheit also Theorien mit den Bestreben nach Wahrhaftigkeit, also Moralpraxis verbunden werden muss.
- 2:31Speaker 0: Nur so kann für Marx Philosophie zur Veränderung der Praxis und damit zum moralischen Fortschritt beitragen.
- 2:36Speaker 0: Also keine Scheu, sich die Hände schmutzig zu machen – auch das gehört zur philosophischen Arbeit!
- 2:52Speaker 0: Mit Francis Bacon, dem Begründer des wissenschaftlichen Empirismus beginnt die Philosophie der Neuzeit und des technologischen Zeitalters.
- 3:01Speaker 0: Auf ihn beziehen sich Locke, Descartes, Leibniz, Newton – und viele andere Wissenschaftler in bis heute.
- 3:06Speaker 0: Bacon leitete wie Kantus formulierte eine Revolution der Denkart ein.
- 3:11Speaker 0: Berühmt geworden ist Bacon's Einsicht das Wissen-und-Macht zusammenhängen!
- 3:15Speaker 0: Wie?
- 3:16Speaker 0: Na ja, wissen is macht weil eine falsche Kenntnis über die Ursachen.
- 3:20Speaker 0: also die falsche Beschreibung dessen, was wirklich ist uns nicht nur über die Wirklichkeit täuscht.
- 3:26Speaker 0: eine falsche Theorie verhindert vor allem auch das Eintreten der gewünschten Wirkung in der Praxis.
- 3:32Speaker 0: Und weil das so ist, schreibt Bacon lässt sich die Natur nur durch Gehorsam bändigen.
- 3:37Speaker 0: wir müssen der Natur folgen wenn wir die Ursachen Wirkungen und Regeln verstehen wollen die die Natur bestimmen!
- 3:44Speaker 0: Wir sind aber auch selber Natur und folgen ihr aber herrschen nicht über sie.
- 3:49Speaker 0: Baconseinsicht aus dem Jahre sixteenhundertzwanzig ist der Schlüssel für die weltweite Klima- und Atemschutzpolitik.
- 3:57Speaker 0: Denn all diese Klima-, Umweltkrisen sind durch uns, unsere Unkenntnis der tatsächlichen Zusammenhänge ausgelöst worden – zusammenhänge, die weitaus komplexer sind als wir je dachten!
- 4:08Speaker 0: Deshalb müssen wir endlich lernen so Bacon vorsichtiger mit unserem Scheinwissen zu sein und mit der Natur zu kooperieren.
- 4:16Speaker 0: Alles andere endet
- 4:17Speaker 0: tödlich.".
- 4:18Speaker 1: Macht entsteht, wo Menschen gemeinsam handeln und verschwindet wenn sie sich zerstreuen.
- 4:25Speaker 0: Arens Essay on Violence erschien in den Kontext der studentischen Protestbewegung.
- 4:31Speaker 0: Die Diskussion über diesen Text hält bis heute an.
- 4:33Speaker 0: Macht ist nicht einfach Herrschaft zu Arendt also nicht Gewalt sondern ein gemeinsames Handel.
- 4:39Speaker 0: mehr noch es ist dieses gemeinsame Handeln das das Abgleiten im Gewalt Verhindert.
- 4:45Speaker 0: Gewalt ist immer brutal und instrumental, Gewalt braucht Werkzeuge, Waffen, willige Vollstrecker – sie geht von einem Punkt aus!
- 4:53Speaker 0: Macht hingegen ist kommunikativ und entsteht im Plural, im Miteinander einer Vielzahl von Menschen.
- 4:59Speaker 0: Tyran verfügen zwar über Mittel der Gewalt nicht aber über Macht, weshalb Sie am Ende stürzen.
- 5:05Speaker 0: Sie sind und bleiben isoliert.
- 5:07Speaker 0: Echte Macht zeigt sich in Revolutionen und Bewegungen bei denen Menschen zusammenkommen.
- 5:13Speaker 0: Daher ist Macht auch immer fragil.
- 5:15Speaker 0: Und daher muss sie immer wieder von den vielen erneuert werden und wie im Fall der Bundesrepublik aufs Parlament übertragen
- 5:22Speaker 0: werden.".
- 5:22Speaker 0: Sobald Gemeinschaft zerfällt, verschwindet auch die Macht – das macht es einfacher für Gewalt!
- 5:29Speaker 0: Politik ist Zusammenhandeln sagt Arendt nicht Beherrschung.
- 5:32Speaker 0: Damit richtet sich gegen extremistische Politikaufwassungen die Gewalt als ein legitim-modus politischer Macht betrachten.
- 5:41Speaker 0: Diese Idee ist Grundfalsch.
- 5:43Speaker 0: wie ihre Unterscheidung von Macht und Gewalt zeigt.
- 5:51Speaker 0: Ludwig Wittgenstein demoliert mit diesem Satz die Vorstellung einer idealen individuellen Rationalität.
- 5:58Speaker 0: Was als guter Grund für ein Argument oder eine Handlung gilt, ist nicht meine private Entscheidung sondern ist eingebätet in soziale Praktikensprachspiele Lebensform kurz in das Zusammenleben mit anderen Menschen.
- 6:12Speaker 0: Ob es ein triftiger Grund ist einen anderen Menschen stichwort Flemizid Aus Eifersucht oder verschmähter Liebe, oder was auch immer zu verletzen entscheidet niemand alleine.
- 6:22Speaker 0: Niemals!
- 6:23Speaker 0: Das ist radikal.
- 6:24Speaker 0: Selbst unser Denken, unsere Logik und Rationalität sind nicht autonom wie wir häufig glauben sondern durch Gemeinschaft konstituiert.
- 6:33Speaker 0: Wittgenstein kämpft hier gegen philosophischen Sollipsismus und falsche Fantasien des Privaten.
- 6:38Speaker 0: Die Konsequenz?
- 6:39Speaker 0: Vernünftig ist nicht das private dass ich alleine in mir ausbrüte sondern nur das, was auch öffentlich werden kann.
- 6:47Speaker 0: Was diese Einsicht für gegenwärtige Debatten bedeutet – für Medien und Politik?
- 6:52Speaker 0: Und den Glauben jeder müsse seine eigene persönliche Wahrheit haben liegt auf der Hand!
- 6:57Speaker 0: Die gute Nachricht ist.
- 6:59Speaker 0: Wittgenstein sagt damit auch, dass es mehr gibt, was uns verbindet als das, In Wahrheit teilen wir mehr Gedanken, Erfahrungen und Werte als es auf den ersten Blick auszusehen scheint.
- 7:10Speaker 0: Und ohne solches geteiltes Sein gibt es weder richtiges Argumentieren noch ein gutes Zusammenleben.
- 7:17Speaker 1: Was mich nicht umbringt macht mich stärker!
- 7:20Speaker 0: Der Aphorismus aus der Götzendämmerung trägt die Überschrift aus der Kriegsschule des Lebens.
- 7:26Speaker 0: Nietzsche beschreibt auf seine typisch zugespitzte Weise das, was wir heute Resilienzen nennen – aber Vorsicht mit Standardinterpretationen!
- 7:33Speaker 0: Denn der Philosoph behauptet nicht jeder Widerstand oder jedes Leiden sei automatisch auch gut.
- 7:38Speaker 0: Er wusste dass etwas uns zu sehr schlecht tödlich sein kann.
- 7:42Speaker 0: Denn es gibt Erfahrungen und Situation die Menschen dauerhaft brechen können und Kriege gehören dazu.
- 7:48Speaker 0: Man muss also erkennen ob sich um eine Lage handelt deren Ausgang tödlich sein kann.
- 7:53Speaker 0: Woran Nietzsche glaubt, ist die Möglichkeit an Widerständen zu wachsen auch wenn es hart ist – wer man sie bewusst durcharbeitet!
- 8:01Speaker 0: Sein Satz ist ein Appell zur Lebensbejahung und keine Verharmlosung von Schmerz.
- 8:06Speaker 0: In unserer Optimierungskultur wird dieser Satz oft missbraucht zur Rechtfertigung unmenschlicher Verhältnisse.
- 8:12Speaker 0: Wichtig verstanden ist ja jedoch einen Plädoyer für Lebenskraft und Veränderungen.
- 8:18Speaker 0: ähnelt heutiger Verhaltenstherapie und lautet, Lauf nicht gleich weg vor jeder Schwierigkeit.
- 8:24Speaker 0: Konfrontiere dich!
- 8:25Speaker 0: Geh in sie hinein in die Schwierigkeiten Und indem du das machst überwindest du sie.
- 8:31Speaker 1: Saftere Aude habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
- 8:35Speaker 0: Immanuel Kantz antwort auf die Frage was Aufklärung ist lautet Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
- 8:44Speaker 0: Bediene dich deines Verstandes, ohne Leitung eines anderen statt Faul und Feige einfach anderen zu folgen.
- 8:50Speaker 0: Es ist so bequem unmündig zu sein", schreibt Kant.
- 8:54Speaker 0: Ich habe nicht nötig zu denken!
- 8:56Speaker 0: Andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich
- 8:59Speaker 0: übernehmen.".
- 9:00Speaker 0: So ein Denken-und-Leben ist selbstverschuldete Unmündigkeit – denn wir können selber denken.
- 9:06Speaker 0: Dafür aber müssen wir aufstehen uns erheben und aufrecht gehen.
- 9:09Speaker 0: Auf Klärung, Selbstdenken… Und das bedeutet für Kant immer auch laut und öffentlich denken zu können.
- 9:17Speaker 0: Darauf haben wir ein Recht, eine Idee mit der Kant-Meinungs- und Pressefreiheit im autoritären Preußen seiner Zeit begründete.
- 9:25Speaker 0: Allerdings gibt es auch eine unbequeme Pflicht nämlich statt einfach nachzuplappern selbst zu denken!
- 9:32Speaker 0: Und das verlangt Kenntnis aber auch Mut und die Bereitschaft bestehende Grenzen und Gewohnheiten zu überwinden.
- 9:39Speaker 0: Sapere Aude habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
- 9:44Speaker 0: Wörtlich übersetzt bedeutet Aude, sei begegierig, wolle, wage und sapere.
- 9:49Speaker 0: Dass sich von Schmecken riechenableitet so viel wie verstehen, Weisheit
- 9:53Speaker 0: erlangen.".
- 9:53Speaker 0: Wer wissen will, wie etwas wirklich ist oder schmeckt kann sich das nicht von anderen beschreiben lassen sondern muss es tatsächlich selbst schmecken und erfahren.
- 10:02Speaker 0: also trau dich weissheit zu erlängen kritisch zu sein prüfe hinter frage urteile selbst Arroganz, sondern Pflicht.
- 10:12Speaker 0: Heute eingeklemmt zwischen Fake News auf der einen und permanenter Experten Skepsis auf der anderen Seite brauchen wir diese Fähigkeit und den Willen eigenständig zu denken mehr denn je.
- 10:24Speaker 0: Leider muss man diese Fährigkeit erlernen – das bedeutet sie fördern und kultivieren!
- 10:29Speaker 0: Es hat Bildung von der Kita über Schule, Unis Handwerk und in Unternehmen so entscheidend bleibt.
- 10:35Speaker 0: aber Aufklärung ist kein Ein für allemal erreichter Zustand, für den es dann irgendwann ein Zeugnis mit Stempel gibt.
- 10:43Speaker 0: Aufklärung und selber Denken bleibt eine permanente Aufgabe.
- 10:47Speaker 0: Die ist nicht einfach aber sie ist zu schaffen.
- 10:50Speaker 0: also hab Mut!
- 10:51Speaker 0: Das waren die sechs Zitate, sechs Gedankensplitter aus dem unendlichen Raum der Philosophie, der Literatur und des Denkens.
- 10:59Speaker 0: Dieses Universum steckt voller Abenteuer.
- 11:02Speaker 0: Es ähnelt einer nahezu unendlichen Bibliothek, die sich über die Zeiten erstreckt.
- 11:06Speaker 0: Alle reden hier mit allen, jeder und jede kommt zu Wort und dabei entwickeln sich immer wieder neue Gedanken.
- 11:11Speaker 0: Und wenn der Satz passt, nimm dir Zeit!
- 11:14Speaker 0: Lass ihn wirken!
- 11:15Speaker 0: Arbeite dich in noch unbekannte Zonen vor.
- 11:18Speaker 0: Denk nach das Ergebnis offen.
- 11:21Speaker 0: es ist dein Leben deine Verantwortung und Tschüss Gertz-Gobel, produziert von der Pro Bono Fernsehproduktion GmbH.
- 11:31Speaker 0: Postproduktion Rene Fischell Musik Pascal Hadré, Sprecherin Kimplette Meier.
- 11:37Speaker 0: Finanziert wird dieses Projekt von der gemeinnützigen Stiftung AVE dem Institut für Achtsamkeit Verbundenheit und Engagement.
- 11:44Speaker 0: Den Link dazu findet ihr in der Folgenbeschreibung.