Latest / Zeigler & Köster - Der Fußball-Podcast von 11FREUNDE / WM-Tag 38: Fußball ist immer noch wichtig
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- 0:00Arndt! Philipp! Blick in den Maschinenraum, du kommst von einer Feier und hast Alkohol getrunken.
- 0:05Ja, so ein bisschen Alkohol, ein kleines bisschen Alkohol, aber meine Zunge
- 0:07ist lose und ich werde mich für einiges, um mit Jens Spahn zu sprechen,
- 0:11ich werde mich für einiges heute Abend entschuldigen müssen,
- 0:13zumal es eine sogenannte Sonderfolge ist.
- 0:15Es ist eigentlich keine Sonderfolge, es ist natürlich in unserer Serie Tag 38.
- 0:19Es ist insofern eine besondere Folge, weil wir unser Versprechen einlösen,
- 0:23ein bisschen über Fußballmusik zu sprechen, insbesondere über Musik,
- 0:26die im Kontext von Weltmeisterschaften entstanden ist, aber auch andere.
- 0:29Und da werden wir ein bisschen wie Beppo der Straßenkehrer einfach mal ein bisschen für Ordnung sorgen.
- 0:32Es gab ganz, ganz viele Zuschriften von unseren Lehrern, unseren Hörern,
- 0:36von Schichtarbeitern, von Kindern, von Leuten, die uns seit vielen Wochen hören
- 0:39und die uns Musikstücke eingesandt haben. Philipp, was ist denn anders,
- 0:42wenn da eine Zunge lose ist? Was ändert sich konkret? Das muss ich jetzt wissen, bevor wir anfangen.
- 0:47Ich werde wahrscheinlich zu verbal-Injurien greifen oder ich werde möglicherweise
- 0:51noch Kollegen-Schelte betreiben. Mal gucken, es wird eine spannende Folge.
- 0:55Also wir starten hinein mit unserem ganz normalen Intro. Wir werden uns viel verzeihen müssen.
- 1:00Achso, nee, komm her, wollen wir einfach heute gar nicht mal das normale Intro
- 1:02machen, sondern wir haben ja beim letzten Mal vollmundig ein Tango-Intro versprochen,
- 1:05das kam dann aber gar nicht. Ja, komm. Aber ich könnte jetzt heute,
- 1:07könnte ich, wir könnten heute, das ist das Tango-Intro spielen.
- 1:10Ja, mach es, mach es, mach es. Football unites us all.
- 1:44Und direkt nach diesem wunderschönen Intro nochmal ein Blick in den Maschinenraum.
- 1:47Das hat der Kollege Zeigler in unserer WhatsApp-Gruppe gepostet.
- 1:50Und natürlich, ist das nicht schön?
- 1:51Und dann haben wir ihn alle erstmal verhungern lassen, eine Viertelstunde und
- 1:53kein Herzchen geschickt. Das heute nicht. Also das habe ich vorhin.
- 1:56Ich habe geschrieben, sehr schön. Ich habe geschrieben, sehr schön,
- 1:59weil ich das nicht mehr aushalten konnte, dass du da quasi komplett feedbacklos dastand.
- 2:04Lieber Arndt, wir müssen mal sagen, ich habe keine Ahnung, was du alles auf
- 2:07dem Plattenteller hast.
- 2:08Ich stelle mir das ohnehin so vor, lieber Arndt, wo andere einen Weinkeller
- 2:11haben oder so einen Prepper-Bunker, wo so irgendwie zehn Mineralwasserflaschen und so.
- 2:15Zwei Kartoffelscheiben noch liegen, hast du einen unterirdischen Plattenkeller
- 2:19mit wahrscheinlich etwa 10.000 Langspielplatten und mehrere Angestellten Wienern
- 2:23für dich wahrscheinlich jeden Tag die Vinylplatten.
- 2:25Insofern bist du der Mann, der ein bisschen mehr Ahnung hat als ich.
- 2:28Deswegen wirst du uns heute als Plattenpapst, als einer, der sich auskennt,
- 2:31durch diesen wunderbaren musikalischen
- 2:33Reigen geleitet. Also bis auf die Angestellten stimmt das alles.
- 2:36Wir haben ja immer mal so Themen, also auch beim regulären Podcast schon,
- 2:39Und wo wir plötzlich völlig erstaunt waren, wie viel da kommt,
- 2:41als wir unsere zwei Spiele-Folgen gemacht haben.
- 2:44Ich glaube, das waren von der Resonanz her die spannendsten Folgen, die wir hatten.
- 2:48Und auch zum Thema Fußballmusik ist sehr viel gekommen. Aber wichtig ist von
- 2:51mir der wichtige Hinweis, es erhebt alles, was jetzt passiert in den nächsten
- 2:55wahrscheinlich 130 Minuten.
- 2:58Erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Also ich habe wirklich mir nur Sachen
- 3:01rausgepickt. Es war viel zu viel, was ihr geschickt habt.
- 3:04Und ich habe ein paar Sachen rausgepickt, die sehr exotisch sind.
- 3:06Ein paar, die vergessen sind. Und ein paar, die einfach kommen müssen, weil sie Standard sind.
- 3:10Und wir haben auch, Philipp und ich, im Vorfeld uns gegenseitig Listen geschickt.
- 3:13Also wir haben beide noch unsere Lieblingssongs aufgeschrieben, die wir wichtig finden.
- 3:17Und du hast übrigens als ganz, ganz späten Beitrag noch, du hast gesagt,
- 3:21Unestate Italiana muss eigentlich unbedingt heute laufen.
- 3:23Unbedingt, unbedingt. Das ist, möchte ich mal sagen, nicht die Nummer 1 bei
- 3:26mir, aber eine der großen Lieder, die bei mir wunderbare Gefühle an Italia 90,
- 3:31an Jürgen Klinsmann, an Lothar Matthäus, an Franz Beckenbauer,
- 3:35der durchs Olympiastadion in Rom wandelt.
- 3:36Ein wunderbarer Sommer war das. Die Gäste.
- 3:41Und immer, wenn ich das höre, ich muss das nur hören, ich muss die ersten Klänge
- 3:44nur hören und dann sehe ich mich schon wieder vor der Glotze auf.
- 3:53Das ist auch ein großer Kontrast zu wirklich zur aktuellen WM,
- 3:55wo man irgendwie den WM-Song, die WM-Songs überhaupt nicht wahrgenommen hat so richtig.
- 3:59Gott sei Dank, Gott sei Dank, muss man sagen. Es ist tatsächlich beim aktuellen
- 4:02Turnier so, dass eigentlich fast nur dieser musikalische Sondermüll von Helene
- 4:05Fischer hängen geblieben ist, weil man das bei Magenta TV ungefähr 820 Mal am Tag gehört hat.
- 4:10Aber ansonsten ist wenig tatsächlich, Shakira hat es gesungen,
- 4:13es gab so ein paar Top-Hits, die so eingespielt wurden, ganz,
- 4:16ganz häufig leider Titanium und so weiter, auch ganz schrecklich in jedem Stadion gedudelt.
- 4:20Aber ansonsten ist nicht so, als der Song hängen geblieben. Aber ich finde,
- 4:23dieser Shakira-Song klingt auch, als hätte ich ihn so in drei Minuten auf Suno gemacht.
- 4:26Mach mal irgendwas, was die Shakira klingt und soll irgendwie komisch sein.
- 4:30Wichtig ist nochmal zu Unestati Italiano, Gianna Nanin und Eduardo Benato,
- 4:34dass uns Yves aus Luxemburg geschrieben hat, der wirklich einige Klassiker erwähnt
- 4:38hat, von denen man auch sagen muss, Die haben irgendwie überlebt.
- 4:41Carnaval da Paris von Dario G zum Beispiel.
- 4:44Hat er erwähnt, Football's Coming Home spielen wir heute nicht an,
- 4:46weil das ist wirklich selbstreferenziell, dass wir das nicht spielen müssen.
- 4:49Das ist die Mutter aller Fußball-Songs eigentlich, die eigentlichen Song, den jeder mag.
- 4:53Im Übrigen fällt mir dazu mal die Geschichte ein, ich hab den zum ersten Mal
- 4:55in meinem Leben im Wembley-Stadion gehört. Beim Eröffnungsspiel der Euro 96, als der gerade neu war.
- 5:00In England aber schon so ein halber Hit und das ganze Wembley-Stadion sang ihn
- 5:03mit und Sir Stanley Matthews war auf dem Rasen und England spielte 1 zu 1 gegen
- 5:07die Schweiz und ich habe diesen Song zum ersten Mal in meinem Leben also von
- 5:10den Zuschauern des Wembley-Stadions singend gehört,
- 5:13und wenn du so einen Song in so einem Umfeld hörst und du magst ihn sofort,
- 5:16dann geht der auch nie wieder weg.
- 5:17Und man darf eben auch nicht vergessen, es dockte wunderbar an die damals noch
- 5:20zumindest ausschwappende Britpop-Welle an. Es war ein wahnsinnig leichter Song.
- 5:24Badiel und Skinner und die Lightning Seeds hatten auch so wunderbar selbstreferentielle
- 5:28und humorvolle Zeilen da drin.
- 5:30Also das ist auch, muss man sagen, ja, wie du es gesagt hast,
- 5:34selbstreferentiell eigentlich einer der drei, vier, fünf allerbesten,
- 5:37beschwingtesten, wunderbarsten Fußballsongs aller Zeiten.
- 5:39Dr. Jürgen Kraus aus Kanada, der hat uns, glaube ich, jeden Tag geschrieben
- 5:42und auch hier zum Thema Musik eine lange Playlist geschickt und weil du gerade
- 5:45Brip-Pop erwähnt hast, er hat unter anderem Fußball-Songs von The Fall, Embrace, The Farm
- 5:49genannt, er hat auch unseren gemeinsamen Freund Philipp O'Klern alias Louis
- 5:53Philipp genannt, der auch Musiker ist und auch mehrere tolle Fußball-Songs gemacht
- 5:56hat und er hat sich aber einen Song besonders gewünscht, ich glaube,
- 5:59den auch du mochtest und wo auch du gesagt hast, würdest du gerne hören,
- 6:02Della Mitri und Don't Come Home Too Soon.
- 6:17Della Mitri, diese wunderbare schottische Songwriter-Band von Justin Curry,
- 6:21unter anderem ja Leuten, die ihm nicht so viel mit Fußball zu tun haben,
- 6:23unter anderem mit Always the Last to Know bekannt, die haben auch ein wunderbares
- 6:27Video dazu gedreht, das ist nämlich zur WM 98 entstanden,
- 6:30als Schottland endlich mal wieder dabei war bei einem Turnier und Della Mitri
- 6:33haben so sehr darum gebettelt, dass die bitte, bitte jetzt nicht zu früh nach Hause kommen.
- 6:37Das hat auch nicht so richtig gut geklappt. Aber auf jeden Fall einer der schönen
- 6:41Songs, weil er sehr melodiös ist.
- 6:42Und es gibt ein tolles Video, dazu könnt ihr euch bei YouTube auch mal angucken,
- 6:45wie Delamitri mit ganz, ganz vielen schottischen Anhängern am Flughafen sitzen
- 6:49und auf den Heimflug warten.
- 6:50Also die Melancholie, die den Schotten ohnehin immer nachgesagt wird,
- 6:53die ist in diesem Song ganz, ganz wunderbar verewigt. Wir sind am Anfang jetzt
- 6:56bei den ganzen wirklich sehr bekannten Songs, die auch naheliegend sind und
- 6:59kommen später noch versprochen zu wenig bekannten oder längst vergessenen Songs.
- 7:03Aber du hast eben schon World in Motion erwähnt. Von England New Order hießen
- 7:06sie dann offiziell. Es war die englische Nationalmannschaft zusammen mit New
- 7:09Order. Auch ein großartiges Video, wo man den ganz jungen Paul Gascoigne sieht,
- 7:13wo man Gary Lineker noch sieht, John Barnes sieht man und den hört man auch im Song ganz besonders.
- 7:17Wir hören einfach mal rein, wie der Refrain klingt. Wir sind England und New
- 7:20Order mit World in Motion.
- 7:27Und allein zu diesem Song muss man eine ganze Menge erzählen,
- 7:30denn es war so, als im Studio die Tonaufnahmen gemacht werden sollten,
- 7:34kamen nur vier Spieler vorbei, der Rest saß im Pub und hat sich besoffen,
- 7:37die anderen hatten überhaupt gar keine Lust da drauf.
- 7:39Auf jeden Fall wurden die Gesangspassagen dann gedoppelt und gedreifacht,
- 7:43also es wirkt immer so, als ob die ganze Mannschaft mitsingt,
- 7:45aber es waren nur drei, der Rest war bereits besoffen.
- 7:48Lustig ist auch, dass eigentlich dieser Song nicht World in Motion heißen sollte,
- 7:51sondern E wie England. Aber dann hatte die FA große Bedenken,
- 7:54weil das E wie Ecstasy auch klingen könnte und falsche Assoziationen hervorrufen
- 7:58könnte. Insofern wurde es dann World in Motion genannt.
- 8:00Und einer sticht natürlich ganz besonders hervor. Und man sieht ihn heute manchmal
- 8:04noch in Fernsehstudios, wie er das nachmacht.
- 8:06John Barnes hat einen so wunderbaren Rap-Part eingesungen. Und er war von Beginn
- 8:11an, in seiner Kindheit hat er später erzählt, ein großer Rap-Fan,
- 8:15hat auch selber immer geübt. Und man merkt, dass das eine Routine hat.
- 8:18Und Arndt hat eine kleine Fleißarbeit gemacht und hat, glaube ich,
- 8:21weltweit das allererste Mal, lieber Arndt, hast du die Gesangspassage,
- 8:24die Rappassage von John Barnes isoliert.
- 8:26Ja, wir hören wirklich das pure, fein zisidierte Rap-Handwerk von John Barnes.
- 8:31Catch me if you can, cause I'm the England man and what you're looking at.
- 8:47Man darf auch nicht vergessen, Funfact, dass das nicht der erste Rap-Auftritt
- 8:49von John Barnes, weil er hat ja bereits 88 bei Liverpools Enfield Rap mitgemacht.
- 8:54War insofern schon ein ganz kleines bisschen firm, aber das war natürlich sein Meisterstück.
- 8:57Und es war, das ist erstaunlich, die einzige Nummer-Eins-Scheibe,
- 9:01die New Order in den UK-Charts je erreicht hat.
- 9:03Also die haben ja so viele geile Songs gemacht, aber mit World in Motion auf
- 9:07Platz 1 rund um die WM 1990.
- 9:09Und ich möchte unbedingt daran erinnern, dass natürlich John Barnes stilistisch
- 9:12sehr, sehr eng erinnert an Walter Schachner, den wir ja gehört haben,
- 9:15mit einer der ganz frühen Folgen dieses Podcasts. Ich will das kurz nochmal
- 9:18einspielen, einfach zur Erinnerung und zum stilistischen Vergleich.
- 9:21Ja, bitte. Walter Schachner. Zwei Pappen, ein Fußball, was brauche ich noch dazu?
- 9:27Ein Label, ein Hosen, damit habe ich schon genug.
- 9:31Dazu noch das Sportgeist und wenn
- 9:33die Fenster schreien, dann tut mich am Sportplatz das Leben richtig frei.
- 9:39Wo wir uns jetzt gerade mit World in Motion auseinandergesetzt haben,
- 9:41müssen wir ganz kurz mal einen sportlichen Exkurs machen.
- 9:44Denn es gibt sehr viel Ärger gerade für Thomas Tuchel und die englische Mannschaft
- 9:48nach dem Ausscheiden gegen Argentinien.
- 9:50Unfassbar viele Vorwürfe. Es gab sehr, sehr viele Sendungen,
- 9:53unter anderem bei Sky, aber auch bei Talksport und so weiter, wo es überall hieß,
- 9:56sack him, schmeiß ihn raus, Thomas Tuchel muss gehen, er hat uns vercoacht,
- 10:00diese Entscheidung, drei Abwehrspiele einzuwechseln, obwohl man unter Druck
- 10:04war, uns so den Sieg zu verschenken, das hätte nicht sein dürfen.
- 10:06Also wahnsinnig viel Wut ist ihm entgegengeschlagen und er ahnt,
- 10:09irgendwie ist es doch befremdlich, die sind im Halbfinale.
- 10:11Ich meine, stell dir mal vor, wir Deutschen wären im Halbfinale,
- 10:14wir hätten Nagelsmann halbwegs waagerecht über den Römer getragen und Lieder
- 10:17auf ihn gedichtet und ein Bier nach ihm benannt und ihn heilig gesprochen und
- 10:21er hätte sich ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt eintragen müssen und so weiter und so fort.
- 10:25Und in England ist man richtig unzufrieden. Ja, überleg doch mal,
- 10:27wie die alles hinter sich gelassen haben. Also Italien, von denen,
- 10:30die gar nicht dabei waren, schon mal. Holland haben sie hinter sich gelassen,
- 10:32Brasilien haben sie hinter sich gelassen, Deutschland haben sie hinter sich gelassen.
- 10:35Viele Länder, wo man nicht zwingend
- 10:37davon ausgehen konnte, dass die hinter England landen. Und vor allem.
- 10:41Ich meine, wir reden immer über dieses romantisierte 60 Jahre her,
- 10:45seit dem letzten Sieg und so weiter.
- 10:46Das ist lange her, das stimmt schon. Sie haben seitdem nichts gewonnen, das stimmt schon.
- 10:50Die gehören genau dahin, wo sie jetzt sind. Sie haben eher ein gutes Turnier
- 10:52gespielt, wenn sie unter den ersten vier landen bei so einer WM.
- 10:55Natürlich kann man sagen, diese Niederlage gegen Argentinien,
- 10:57die war ein bisschen ernüchternd, weil sie eben so stattfand, wie sie stattfand.
- 11:02Aber ich bin auch ein bisschen konstelliert über die Art der Kritik an Thomas
- 11:06Tuchel. Und vor allem, du weißt ja, dass ich Thomas Tuchel auch mitunter recht
- 11:09kritisch gesehen habe, auch in diesen Podcast-Folgen. Das hast du mir ja ganz oft vorgehalten.
- 11:13Aber in diesem Fall muss ich ganz ehrlich sagen, es ist nicht so,
- 11:15dass er mir leid tut, aber es ist schon so, man fragt sich schon,
- 11:18was macht das alles mit ihm?
- 11:19Es gab einen O-Ton, da haben die Gazetten, wie du sagen würdest,
- 11:22gesagt, das sieht aus wie ein gebrochener Mann. Wir hören mal das Interview
- 11:26an von Thomas Tuchel direkt nach dem Spiel. Du hast während des Tournamenten
- 11:29gesagt, dass wir eine bessere England sehen. Haben wir wirklich Thomas Tuchel's
- 11:31England gesehen, das du wolltest, zu sehen?
- 11:36Ich weiß nicht. Ich habe keine Antwort auf diese Frage, Ich weiß nicht, was das bedeutet.
- 11:46Ich weiß nicht, wir sahen die Mentalität in der match und die starken Gruppe.
- 11:51Wir haben die matchs wie sie waren, wir haben starken Team in der Gruppe,
- 11:58wir haben viele miles, viele Travelling, in Altitude, in Tenmen.
- 12:04In der Heat, wir haben alle Obstacle, wir waren sehr, sehr nahe heute.
- 12:10Es ist jetzt nicht der Moment, um ein volles Tournament zu analysieren.
- 12:15Wir haben nur raus, weil wir ein cruciales Spiel verloren haben.
- 12:17Also gebrochener Mann ist ein großes Wort, aber er wirkte schon sehr,
- 12:20sehr geknickt, kann man auch verstehen, weil man hatte ja wirklich die Hand
- 12:23am Finale, man war ganz kurz davor, in dieses Finale einzuziehen.
- 12:27Und wenn du siehst, was das für Emotionen hervorruft, das hat man unter anderem
- 12:30auch beim Referee gesehen, der jetzt fürs Finale ausgewählt worden ist,
- 12:33der ist beinahe in Tränen zusammengebrochen.
- 12:35Und die ganzen anderen Kollegen, die sich möglicherweise auch gehofft haben,
- 12:37dass sie haben, die haben dann alles so geknickt. klatscht, wie die Unterlegenen
- 12:40bei so einer Oscar-Feier beim Splitscreen. Oh, ja, der andere ist gewonnen. Wie schade.
- 12:44Aber wirklich große Emotionen, weil man natürlich irgendwie ins Finale hätte einziehen können.
- 12:48Ich finde es nur ein bisschen lächerlich, wenn dann diese ganzen Experten im
- 12:51Studio sind und dann sagen, er hätte einfach nur seinen Job erledigen sollen.
- 12:54Und das sind alles Leute, die in den vergangenen Jahrzehnten die Gelegenheit
- 12:57hatten, diesen Job zu erledigen. Michael Owen und Andrew Sackim.
- 13:01Das ist auf keinen Fall einer, der England in die Zukunft führen kann.
- 13:04Da war Southgate noch besser und so weiter.
- 13:06Also das ist schon echt hart an der Bigotterie.
- 13:10Dagegen wirkte echt Dietmar Hamann in den letzten Wochen und Monaten fast menschenfreundlich
- 13:13gegen die Typen, die sich dann hinstellen. Den muss ich jetzt aber mal feuern.
- 13:16Also das muss man wirklich mal sagen. Thomas Tuchel hat diese Mannschaft geformt.
- 13:19Er hat mit ihr ein ganz grandioses Turnier gespielt.
- 13:22Und ich habe mich wirklich auch gefragt, wann das eigentlich angefangen hat,
- 13:25diese Unsportlichkeit nach dem Ausscheiden, dass nicht ausgehalten wird,
- 13:28dass es im sportlichen Bereich einfach noch ein paar bessere Teams gibt.
- 13:31Also ganz egal, in welcher Runde die Mannschaften ausgeschieden sind,
- 13:34am Ende sind alle unzufrieden. Also ich hatte fast das Gefühl...
- 13:37Dass die Engländer, die Franzosen, genauso angefressen und genervt und nachtragend
- 13:42waren wie die Deutschen. Obwohl die Deutschen so ein gruseliges Turnier gespielt
- 13:45haben. Aber die Franzosen mega enttäuschen und werden Schiedsrichter gestemmt.
- 13:48Die Engländer stellen alles in Frage. Also was ich Tuchel jetzt anhören muss,
- 13:51das empfinde ich, ist maßlos und wird auch dem sportlichen Wert des Turniers nicht gerecht.
- 13:56Also das Spiel gegen Argentinien war ein harter Kampf und du kannst sowas einfach
- 14:00verlieren. So ist das einfach. Es wurde auch viel an den Auswechslungen festgemacht,
- 14:04dass er da besonders schlimm fehlgecoacht hat, um das mal so zu sagen.
- 14:08Aber auch da, ich meine, er hat Rice zum Beispiel, da wurde ja so als einer
- 14:12der Schlüsselspieler ausgemacht, hat er in der 82. Minute rausgenommen.
- 14:15Da hat England aber schon seit einer halben Stunde keinen Fußball mehr gespielt.
- 14:17Also das lag nicht an dieser Auswechslung. Die war bestimmt auch nicht produktiv
- 14:20am Ende und die kann man auch sicherlich geteilt sehen.
- 14:23Aber ich glaube nicht, dass Thomas Tuchel nach dem Führungstor der Engländer
- 14:26gesagt hat, pass auf, ab jetzt gebt den Argentinern komplett den Ball,
- 14:29lasst sie immer bis zu eurem Strafraum kommen und versucht mal gar nichts mehr
- 14:32zu machen. Legt euch auf den Rücken.
- 14:33Das wird er seinen Spielern nicht gesagt haben. Also er wird mit Sicherheit
- 14:36manche Sachen vielleicht im Nachhinein nochmal anders machen,
- 14:38aber das so einfach runterzubrechen und zu sagen, der hat falsch ausgewechselt
- 14:42und der hat die falsche Taktik und deswegen haben wir verloren,
- 14:43also haut ihn raus, das ist in dem Fall, glaube ich, viel zu einfach gedacht.
- 14:47Finde ich auch und natürlich kann man das kritisieren, sollte man auch kritisieren.
- 14:51Es gab einen kleinen Ausschnitt, der im Internet rumgeisterte von Fabry Gass,
- 14:54der meinte, wenn du schon dann in die Ecke gedrängt bist und dann wechselt der
- 14:59Trainer einen Defensivspieler für einen Offensivspieler ein,
- 15:01ist das immer ein sehr, sehr klares Signal, jetzt noch weiter einigeln.
- 15:05Ist möglicherweise die falsche Entscheidung gewesen und ich finde,
- 15:07man kann Tuchel dafür auch kritisieren,
- 15:09aber dann einfach die Arbeit der letzten Jahre, also der letzten zwei Jahre
- 15:12komplett in Frage zu stellen und so zu tun, als ob das irgendwie so ein Rostdeutscher
- 15:15und Sektenzüchter ist, der keine Ahnung hat, irgendwie wie er so eine Mannschaft
- 15:19zu coachen hat, finde ich tatsächlich schwierig.
- 15:21Aber wir halten auch einfach mal fest, dass diese Debatte relativ bald abämmen
- 15:25wird, weil der Verband bereits gesagt hat, dass mit Tuchel weitergemacht werden soll.
- 15:29Wir hören auch noch mal ganz kurz Jürgen Klopp. Der wurde nämlich durch Tartaren-Meldungen
- 15:33aus dem Internet als Gegner von Tuchel identifiziert. Der habe sich abschätzig
- 15:37geäußert über Tuchel und über England.
- 15:39Und dann meldet sich Jürgen Klopp gestern per Internet zu Wort.
- 15:42Das ist nicht wahr. Ich habe nicht gesprochen, zu jemandem.
- 15:47Für die letzten drei, vier, fünf Tage. Und der erste Mal wieder zu sprechen
- 15:52ist auf Sunday, der Final.
- 15:56So, ja, ein crazy world. Crazy.
- 16:00Und wo wir jetzt gerade Klopp gehört haben, das ist heute die erste Folge,
- 16:04seit sieben Folgen, wo ich nicht sage, dass die Verhandlungen zwischen Jürgen
- 16:08Klopp und... Es ist nichts weiter passiert.
- 16:10Nein, es ist nichts weiter passiert. Es wird immer noch ein bisschen rumgedealt
- 16:13und es gibt immer nur wirklich so komische Wasserstandsmeldungen.
- 16:16Was ich aber lustig finde, ist, dass sich das Narrativ jetzt nochmal verändert
- 16:20hat, was Julian Nagelsmann angeht.
- 16:22Bis vor wenigen Tagen war es so, dass es immer nur hieß, der hat die Mannschaft
- 16:25verloren, der hat unglücklich agiert, der hat nur mit Sprachnachrichten mit
- 16:28den Spielern kommuniziert, er hat nicht die richtige Taktik gefunden.
- 16:31Jetzt kommt noch was hinzu, Faulheit.
- 16:34Jetzt heißt es nämlich auch plötzlich, der hat für sein Geld zu wenig gemacht.
- 16:37Der war nicht bei der Club-WM, der war nicht in Amerika und hat sich schon mal die Plätze angeschaut.
- 16:41Der hat zu wenig Gegnerbeobachtungen betrieben, der hat zu wenig eigene Spieler
- 16:44beobachtet und so weiter und so fort. Was macht der eigentlich für sein ganzes Geld?
- 16:49Irgendwann wird es dann auch ein bisschen albern. Natürlich hast du so einen
- 16:51Stab von Leuten, die auch verschiedene Dinge für dich machen.
- 16:54Ich frage mich immer, ob es die Aufgabe des Bundestrainers ist,
- 16:56sich wie Jogi Löw einst winkend auf der Tribüne zu zeigen in der Allianz Arena,
- 17:01um mal die Bayern-Achse sich anzugucken.
- 17:03Das ist alles nicht glücklich gelaufen, das muss man auch mal so sagen,
- 17:07aber ich finde, jetzt kann mal auch so ganz langsam die große Exegese,
- 17:10was alles mies und schlecht und falsch gelaufen ist, unter Nagelsmann auch aufhören,
- 17:14weil daran hat es nicht gelegen.
- 17:16Also es hat nicht daran gelegen, dass er seine Spieler zu wenig kannte,
- 17:19hat nicht daran gelegen, dass er Paraguay oder Ecuador zu wenig kannte,
- 17:22das ist einfach blöd gelaufen und möglicherweise war an dem Tag Paraguay,
- 17:26auch so blöd sich das anhört, einfach ein unangenehmer, unglücklicher, doofer Gegner.
- 17:30Und dann hatte man auch den Schiedsrichter, der nicht richtig hingeguckt hat
- 17:32beim Tor von Jonathan Dach. Und dann ist es doch auch mal gut,
- 17:35dass dann die Leute auch noch mal verkünden, jetzt aber mal die wahren Gründe
- 17:38fürs Ausscheiden, jetzt die richtigen Gründe, jetzt erzählen wir es euch nochmal mal.
- 17:42In aller Regel ist das Ausscheiden oder Misserfolg von solchen Mannschaften
- 17:45an 150.000 unterschiedlichen Gründen festzumachen, Erfolg hast du in aller Regel
- 17:49nur, wenn möglichst viel zueinander passt oder du begnadete Spiele hast.
- 17:53Aber dass das jetzt nur an Nagelsmann, dem faulen, unfähigen,
- 17:56viel zu jungen, viel zu unerfahrenen Nagelsmann liegt, ist eben auch Quatsch.
- 17:59Ich glaube aber schon, dass es daran lag, dass seine Frau mit dem Fahrrad zum
- 18:01Training gefahren ist. So nämlich. Darauf wird sich das alles verdichten.
- 18:05Wir kommen mal jetzt langsam zu Frankreich, aber ich komme musikalisch zu Frankreich,
- 18:08ehe wir dann über Frankreich heute im Spielplatz 3 reden. Ja,
- 18:10Frankreich! Das Schöne ist, ich habe ja sehr lange eine Musiksendung gehabt,
- 18:13eine eigene, auf Radio Bremen. Du erwähntest es schon häufiger.
- 18:17Und habe viele Bands kennengelernt, auch im Zuge dieser Musiksendung.
- 18:20Und habe dann irgendwann mal einen Sampler zusammengestellt mit eigentlich Wortbeiträgen.
- 18:25Habe aber dann einige befreundete Bands gebeten, kannst du nicht einen Fußballsong beisteuern?
- 18:29Und da ist mitunter sehr Schönes rausgekommen, unter anderem von einer Band
- 18:33aus Nancy in Frankreich, Orwell heißen sie,
- 18:36und der Sänger ist auch Sportjournalist nebenbei und ist Fan des FC Metz,
- 18:40ist großer Fußballfan und der hat mir nochmal beigebracht, das heißt,
- 18:43das kann man sich, glaube ich, vorstellen, weil man ein bisschen Empathie hat,
- 18:45dass es immer noch quasi eine klaffende Wunde ist, dieses 82er-Spiel zwischen
- 18:49Deutschland und Frankreich, weil alle dachten,
- 18:51das ist wirklich die erste französische Mannschaft seit vielen Jahrzehnten die
- 18:54Weltmeister werden kann.
- 18:55Die hatten Marius Tresor, die hatten Platini, die hatten diese ganzen Gires,
- 18:58diese ganzen großartigen Spieler. Und dann gibt's dieses Spiel gegen Deutschland und ...
- 19:02Schumacher haut Batistan aus den Schuhen und Frankreich hat eigentlich schon
- 19:06gewonnen und verliert dann noch.
- 19:07Und dieses Trauma haben sie in einem Song aufgearbeitet, der wunderschön melancholisch
- 19:12ist und Summer of 82 heißt es.
- 19:44Insofern ja auch ein lehrreicher Song, weil er mal die Perspektive wechselt.
- 19:47Ich habe das früher schon mal erlebt, als gerade so diese ganze Apotheose und
- 19:51die Jubiläen rund ums Wunder von Bern waren.
- 19:54Als mal die Frage gestellt wurde, ja, wir blicken immer auf das Wunder von Bern
- 19:57als zweite Gründung der Bundesrepublik und aus dem Hintergrund Mister Rahn schießen.
- 20:02Und dann mal die Frage zu stellen, wie haben eigentlich die Ungarn das empfunden?
- 20:05Und was für ein Trauma das über viele Jahre in Ungarn war, das ist sehr wenig
- 20:09beleuchtet worden. Also Geschichte wird ja häufig eben von Siegern geschrieben.
- 20:13Und das war 1982 auch so. Wir sprechen von der Nacht von Sevilla und wir sprechen
- 20:17von Battiston und wir sprechen natürlich von diesem großartigen Fallrückzieher von Klaus Fischer.
- 20:21Die Franzosen haben das, glaube ich, ganz anders empfunden. Noch ganz kurz zu
- 20:23Ungarn. Die ungarische Mannschaft war danach quasi kaputt. Die haben ja jahrelang
- 20:26vorher kein Spiel verloren. Die haben alles haushoch weggefegt.
- 20:28Die haben in Wembley gewonnen.
- 20:30Die galten als komplett beste Mannschaft der Welt über Jahre.
- 20:33Und nach dieser Finale-Lager haben die nie wieder irgendwas gewonnen und waren
- 20:37nie wieder auch nur annähernd so gut.
- 20:38Haben zwar noch ein paar WM's gespielt, aber immer so unter ferner Liefen.
- 20:41Das hat eine ganze Fußballgeneration kaputt gemacht, dieses Spiel.
- 20:44Daran mal zu erinnern oder mal die Perspektive zuzulassen, dass das natürlich
- 20:47immer auch nochmal Verlierer gibt, dass es Leute gibt, die das komplett anders
- 20:51empfinden, tut, finde ich, dem normalen Fußballfan auch mal ganz gut.
- 20:54Und das gilt natürlich auch für 82. Die Leute waren so traumatisiert,
- 20:58die waren auch so sauer auf Harald Schumacher, weil der natürlich hinter Labi
- 21:01da sagte, erst mal diese fiese Kaugummi-Kauerei, diese Stoische währenddessen.
- 21:05Und hinterher sagte er noch, ich zahle ihm seine Jacket-Kronen,
- 21:07obwohl der wirklich irgendwie knapp mit dem Leben davon gekommen ist.
- 21:10All diese Sachen, die haben das zu einem nationalen Trauma gemacht und es gibt
- 21:14einen Journalisten, ich kriege das nicht mehr richtig zusammen,
- 21:16der ein Buch geschrieben hat über diese Nacht und der hatte wirklich Schwierigkeiten
- 21:20bei Lesungen in Frankreich, weil die Leute ihn wirklich angefeindet haben deswegen.
- 21:24Ich habe übrigens noch eine interessante Geschichte dazu, die ich noch nie erzählt
- 21:26habe und zwar, als dieser Song rauskam von Orbel.
- 21:30Glaube ich etwa, da fing der Sportschau-Club an, jene Sendung,
- 21:32an der ich dann auch beteiligt war. Und die erste Sendung war nach einem,
- 21:35da ging es irgendwie mal in der Länderspieldeutschland-Frankreich.
- 21:37Und ich habe den Redaktion vorgeschlagen, lass uns doch Schumacher und Batistin
- 21:40einladen und die Band. Und wir spielen diesen Song und die beiden sitzen da und so weiter.
- 21:45Und Batistin hatte erst zugesagt. Und Schumacher war völlig entgeistert,
- 21:48hat gesagt, will der wirklich kommen?
- 21:49Dann komme ich natürlich auch. Und dann hat Batistin abgesagt,
- 21:52im Nachhinein gesagt, ich kann das nicht, ich kann mich da nicht hinsetzen mit Schumacher.
- 21:56Nach so vielen Jahren noch. Also es war, dadurch kam es dann nicht zustande.
- 22:00Das ist immer noch, glaube ich, wirklich eine sehr, sehr, sehr schmerzhafte
- 22:03Angelegenheit. Und man muss ja sagen, dass Harald Schumacher inzwischen sehr,
- 22:06sehr reflektiert damit umgeht. Ohnehin Harald Schumacher, Toni Schumacher,
- 22:10sehr, sehr angenehmer, reflektierter Zeitgenosse, sehr viel reflektierter als
- 22:13viele andere aus dieser Generation.
- 22:15Sieht natürlich selber seinen Tunnelblick, seinen wahnsinnigen Ehrgeiz,
- 22:20der wirklich auch über alle Grenzen hinausgegangen ist. Harald Schumacher hat
- 22:24ja oft dann auch so mit zusammengetapeten, gebrochenen Fingern gespielt und
- 22:27so weiter. Hat sich selber überhaupt nicht geschont und die anderen eben auch nicht.
- 22:30Und sieht das heute doch ganz anders. Aber man kann auch verstehen,
- 22:32dass das für Batistan damals ein wirklich traumatisches Ereignis war.
- 22:35Und gut, manchmal wollen die Leute halt auch nicht darüber reden.
- 22:38Aber es ist, das muss man sagen...
- 22:40In der Tragik wie in der Schönheit eine der großen Spiele der WM-Geschichte.
- 22:45Lass uns über Frankreich heute reden.
- 22:46Im Vorgespräch, als das Mikrofon noch nicht an war, hast du gesagt,
- 22:48für Frankreich ist die WM eigentlich vorbei. Ich glaube, tatsächlich ist für
- 22:51Frankreich die WM vorbei.
- 22:53Im Gegensatz zu England, wo man das Gefühl hat, da will noch was gut gemacht
- 22:56werden, ist es einfach diese brunnentiefe Enttäuschung bei den Franzosen.
- 23:00Die haben sich selber als Weltmeister gesehen. Die haben sich auch in der Lage
- 23:03gesehen, Spanien zu schlagen.
- 23:04Und ich glaube, dass sie das bis heute auch nicht so richtig kapiert haben.
- 23:07Also wenn du so ein bisschen die französischen Gazetten, wie du und ich gerne
- 23:11sagen, so liest, dann hast du das Gefühl, die Exegese, also die Ursachenanalyse,
- 23:15die ist noch nicht so wahnsinnig weit.
- 23:17Also man weiß nicht, warum man gegen eine Mannschaft, die nur kontrolliert gespielt
- 23:20hat, warum Spanien den so den Zahn gezogen hat.
- 23:23Und ich glaube, anders als die Engländer hat das Spiel um den dritten Platz
- 23:26bei den Franzosen nicht die große Bedeutung.
- 23:28Bei den Engländern ist es irgendwie noch so, die wollen auch zeigen,
- 23:31wir hatten eine schwache Viertelstunde, aber ansonsten sind wir die Geilsten.
- 23:33Ich glaube, diesen Beweisdrang, diese Beweispflicht haben die Franzosen nicht.
- 23:37Das wäre ja, wenn wir davon ausgehen, dass es dafür eine Bronzemedaille gibt.
- 23:40Wenn man Dritter wird, gibt es die eigentlich? Gibt es eine Bronzemedaille?
- 23:42Weiß ich gerade gar nicht. Ich schätze mal, dass man wahrscheinlich irgendwas umgehängt bekommt.
- 23:46Und ich würde mir mal wünschen, das ist ja auch nochmal eine Debatte,
- 23:48die wir rund um das Finale haben, dass endlich mal diese Medaillen,
- 23:52die die Leute umgehängt bekommen, nicht sofort wieder achtlos weggeschmissen werden.
- 23:55Ich finde es eine totale Unsitte von unterlegenen Mannschaften,
- 23:58diese Medaillen abzustreifen.
- 23:59Da findest du übrigens etwas, da will ich meinen Heimatverein Arminia Bielefeld
- 24:01nochmal erwähnen, als wir das Pokalfinale verloren haben gegen den VfB Stuttgart,
- 24:06hat kein Bielefelder Spieler diese Medaille abgelegt, weil die so wahnsinnig
- 24:10stolz drauf waren, im Finale zu sein.
- 24:12Das würde ich mir eigentlich für jeden wünschen, auch für Mannschaften,
- 24:14die um den Platz drei spielen oder im Finale unterliegen.
- 24:16Ja, aber deswegen glaube ich auch, dass es für England auch was ganz anderes
- 24:18ist. Also ich glaube, wenn die zum ersten Mal seit 1966, deswegen habe ich gefragt
- 24:22wegen der Medaille, wieder eine Medaille gewinnen, auf dem Treppchen stehen
- 24:25sozusagen, dann ist es für England was Besonderes. und dann können sie auch
- 24:28wirklich erhobenen Hauptes aus dieser WM rausgehen. Können sie so oder so.
- 24:31Wir warten mal ab, was passiert. Also ich finde, für den Spiel um Platz drei
- 24:34ist es eine tolle Partie und Mbappé will bestimmt auch noch Torschützenkönig werden.
- 24:38Harry Kane will bestimmt auch noch Torschützenkönig werden. Also das sind so
- 24:41ein paar Sachen, die mitschwingen.
- 24:42Und die, glaube ich, uns ein bisschen Vorfreude machen können auf das Spiel.
- 24:45Wollen wir weitermachen mit Musik? Ja, unbedingt, mein Lieber.
- 24:47Ich habe ja dafür gesorgt, dass die Proclaimers die Tormusik sind im Weserstadion,
- 24:51wenn ein Tor fällt. Und du hast
- 24:52ja auch einen Titel von den Proclaimers gewünschten, weniger Bekannten.
- 24:54Und zwar Sunshine on Leath. Was hast du damit auf sich, fußballtechnisch?
- 24:58Leath ist ja ein Stadtteil von Edinburgh und der wird besungen in diesem sehr,
- 25:01sehr melancholischen Lied.
- 25:02Und es ist der Stadionsong und es ist das Vereinslied der Hips von Hill Byrnion.
- 25:07Und es ist für mich die allerwunderbarste Fußballhymne.
- 25:11Und sie hat, glaube ich, ein Geheimnis, das eigentlich alle großen Fußballhymnen auszeichnet.
- 25:16Es geht gar nicht um Fußball. Genauso wie You Never Walk Alone,
- 25:19ein Musical-Song aus dem Musical-Karussell ist, ist Sunshine on Leath ein Song
- 25:24über den Zusammenhalt in einem Stadtteil, den Zusammenhalt der Menschen,
- 25:28leicht melancholisch mit ganz, ganz wunderbarem Refrain.
- 25:31Und ich empfehle jedem nur mal bei YouTube zu stöbern. Dieser Song wird immer
- 25:35nach den Spielen, gerade nach Siegen gespielt. Und wenn die Tribüne singt und
- 25:38die Spieler sich das mit großen Augen und offenem Mund anhören,
- 25:42dann ist das einfach ein ganz wunderbarer Gänsehaut-Moment. Wir hören auch mal ganz kurz.
- 26:11Philipp, du hast eben Edinburgh gesagt, da gibt es ganz, ganz viele Leute,
- 26:14die jetzt schreiben werden, das heißt aber Edinburgh, das sagt man nicht Edinburgh
- 26:18und das ist so ähnlich wie mit der Charaktermaske.
- 26:20Lass uns mal diese Rubrik wieder aufleben, das haben wir viel zu selten gemacht.
- 26:24Philipp Köster gibt wieder Fehler zu.
- 26:31Ja, liebe Freunde, und ich habe ja nicht gewusst, wie viele ausgebildete Marxisten
- 26:35und Leninisten wir bei uns in unserer Zuhörerschaft haben.
- 26:38Da meldete sich wieder ein riesiges Schlaumeier-Erfolg. Er hat gesagt,
- 26:42die RAF hat die Charaktermaske erfunden. Habe ich gesagt, habe ich gesagt,
- 26:45habe ich aber nicht so gemeint. Habe ich nicht so gemeint. Ich habe nur gesagt,
- 26:48ich habe es das erste Mal gelesen bei der RAF in einem Bekennerschreiben.
- 26:51Es ist ein Begriff von Karl Marx, den die RAF entlehnt und meiner Meinung nach
- 26:55auch falsch interpretiert hat.
- 26:57Aber wie viele Salonsozialisten sich da gemeldet haben.
- 27:00Unfassbar viele Mails. Ja, es mag dem Schlaumeier Philipp Köster.
- 27:04Da hat Philipp Köster wieder gefährliches Halbwissen präsentiert.
- 27:07Und so weiter und so weiter. Gefährliches Halbwissen kam ganz oft.
- 27:09Gefährliches Halbwissen.
- 27:10Ey, genauso wie bei dir, das muss man ja auch mal sagen, sich die Leute immer
- 27:14eine goldene Klitsche abholen. Weißt du was? Ich bespiele seit Wochen,
- 27:17seit Wochen in Johannes B. Kerner Arbeit.
- 27:20Den Instagram-Kanal mit sehr, sehr flotten, sommerlichen Rhythmen.
- 27:24Und nie kommt irgendwas, oder es wird gemeckert.
- 27:27Und du irgendwas machst mit einem alten Schnaufer von Fischer Z oder von Deep
- 27:32Purple. Irgend so eine Schenkelbürste aus den 70ern. Und alle Leute sofort,
- 27:37ja, der Ahnt, der Plattenpapst, er kennt sie wieder.
- 27:40Toll, dass du diese Perle der Musik reaktivierst.
- 27:43Und ich mühe mich ab, ich mühe mich ab.
- 27:46Und will den Leuten ein beschwingendes Gefühl. Und wie gesagt,
- 27:48irgendein komisches Schnaufer.
- 27:50Dem kann man das nicht vormachen, das kann man nicht lernen.
- 27:54Äh, äh, äh, äh, äh, äh, mit so einer Bewegung hier. Zucker, mein Lieber, Zucker.
- 28:00Gut, pass auf, jetzt kommt was ganz Interessantes musikalisch,
- 28:03und zwar, was ich jetzt nicht vorspiele, ist ein Song, den sich Carsten Windhorst
- 28:06gewünscht hat, J.J. Bull mit Why'd You Do Me Like That.
- 28:10Und zwar deswegen, weil es... Was ist das? Ja, pass auf, der Song ist eigentlich
- 28:13ein richtig guter Popsong, aber er hat keinen richtigen Refrain,
- 28:15den ich jetzt hier spielen könnte, der etwas schmissig wäre.
- 28:18Und das Interessante ist, Das klingt wie ein ganz normaler, trauriger, vermissten Love-Song.
- 28:23Es ist aber ein Lied für Alexander Isaac. Und zwar in dem Moment,
- 28:25wo klar war, der verlässt Newcastle, geht nach Liverpool.
- 28:28Hat er eben dieses Liebeslied gespielt oder geschrieben, was wie ein ganz normaler Popsong klingt.
- 28:32Und ich habe aber in meiner Liste genau das Gegenteil. Ich habe einen Song,
- 28:36der eigentlich wie ein Fußballsong klingt, aber ein Beziehungssong ist,
- 28:39wo es eigentlich um Fußballmetaphern geht, um eine Beziehung zu beschreiben.
- 28:42Und zwar die völlig unbekannte Band Moulinettes. Ich weiß gar nicht,
- 28:45woher die kommen, was die machen und so weiter. Ich könnte das gleich mal googeln.
- 28:47Aus Foulart. Aus dem Küchenbereich, würde ich sagen. Ja, die Moulinettes mit
- 28:51einem Song namens Der letzte Spieltag, den ich sehr mag.
- 29:24Ja, es ist lustig. Manchmal wird vieles dann doch deutlich fehlinterpretiert.
- 29:28Und jetzt kommen wir zu einem Interpreten, der, möchte ich mal sagen,
- 29:31den man, wie soll man sagen, individuell nennen würde.
- 29:34Ist ein bayerischer Benkelsänger, würde ich mal sagen. Auf jeden Fall einer,
- 29:38der unter anderem gerne mal das Markenzeichen hatte, dass er Songs so wahnsinnig
- 29:41lange angekündigt hat, dass die Vorreden länger waren als die Songs selber.
- 29:45Das ist eine der schönen Fakten gewesen.
- 29:47Und der andere ist, dass er hinterher oft nach seinem Konzert oder bei der Zugabe
- 29:51einen Handstand auf dem Stuhl gemacht, auf dem er vorher gesitzen hat.
- 29:54Das war Fred Fesel und dass der sich im fußballischen Bereich betätigt hat,
- 29:57wusste ich gar nicht, aber du hast es quasi aus deinem riesigen Plattenkeller geholt.
- 30:02Ja, Günther aus Rheinfelden hat uns geschrieben und er hat zum einen uns,
- 30:05Günther, hat uns zum einen empfohlen Baschi mit Bringen High,
- 30:09einem Schweizer Fußballsong, der auch sehr, sehr schön ist.
- 30:11Wollte ich erst spielen, aber wir haben, glaube ich, viel zu viel Musik,
- 30:13deswegen wer das mag, hört mal einfach rein. Das ist wirklich ein sehr eingängiger Fußballsong.
- 30:19Dann hat er den Fußballblues von Instaburg und Co. empfohlen.
- 30:22Es ist aber ein sehr ähnlicher Kulturkreis wie Fredel Fesel.
- 30:25Deswegen spielen wir jetzt nur Fredel Fesel stattdessen.
- 30:27Ich habe mal das Fußballlied von Fredel Fesel in drei Teile geteilt.
- 30:30Das sind alles so Zweizeiler.
- 30:33Den hier finde ich besonders schön. Plötzlich müllert es vor dem Kasten.
- 30:36Das Volk schreit, Uwe, wie mir scheint. Da schießt der Müller knapp daneben,
- 30:39denn er war ja nicht gemeint.
- 30:41So, das ist eine rein humorige Szene gewesen. Aber der Song hat eigentlich auch
- 30:44was Kritisches. Denn es geht auch unter anderem um das viele Geld im Fußball.
- 30:48Jedes Spiel wird bar bezahlt, auf Pfennig und auf Heller.
- 30:51Und legt man ein paar Scheine drauf, dann laufen sie schon schneller.
- 30:55Das Schöne ist, es geht nicht nur um Geld, sondern es geht sogar um ein Finale.
- 30:58Passt eigentlich zu diesem Wochenende.
- 31:00Hört der Song nämlich so auf. Am Ende der Meisterschaft weiß man,
- 31:03wer am meisten schafft. Wer der Meister ist der Welt, der kriegt auch das meiste Geld.
- 31:09Für Geld, da kann man vieles kaufen. Auch Leute, die dem Ball nachlaufen.
- 31:14Friedrich Frieden ist, glaube ich, vor ungefähr zwei Jahren gestorben,
- 31:16haben wir vorhin nachgeschlagen. Er ruhe in Frieden und ein ganz wunderbares
- 31:19Fußballlied. Du hast übrigens eben Instaburg und Co. erwähnt.
- 31:21Das war doch die frühere Band von Karl Dall, wenn ich mich richtig erinnere,
- 31:24mit Ingo Instaburg zusammen.
- 31:26Ich liebte ein Mädchen, haben glaube ich Insterbock und Co. gesungen.
- 31:30Und das Kleiderschranklied, dann kann ich mich auch noch erinnern.
- 31:32Ingo Insterbock war, glaube ich, sein kongenialer Partner. Die habe ich immer
- 31:35mit den Gebrüdern Blattschuss verwechselt.
- 31:38Kreuzberger Nächte sind lang. Ja, das war auch kulturell nicht so weit voneinander
- 31:41entfernt. Karl Dall hatte auch noch die Solo-Single Diese Scheibe ist ein Hit.
- 31:44Wann kriegt ihr das endlich mit? Diese Scheibe müsst ihr kaufen,
- 31:47es ist eine Scheibe für die Doofen.
- 31:50Weißt du, was ich heute noch zufällig gehört habe? Ja, nein.
- 31:53Die YMCA-Variante L-M-A-A von Günter Willomeit. Kannst du dich daran erinnern?
- 31:57Ich halte die Klappe und denke, L-M-A-A. Du hast ja recht, mein Liebling.
- 32:04Ich bin neulich in ein Rabbit Hole getapft und habe nur solche Sachen gehört.
- 32:07Kennst du die Persiflagen-Version von Santa Maria von Roland Kaiser,
- 32:11aber von Didi Hallervorden? Punker Maria?
- 32:14Nein. Ich habe meine Nadel verloren, nur ein hohles Loch in den Ohren.
- 32:19Und es gab eine Cover-Version zu Freu dich bloß nicht zu früh von Gitte.
- 32:23Und zwar von Mike Krüger. Streu doch bloß nicht zu früh.
- 32:26Heb deinen Streusalz dir auf. Pass auf. Da merkst du, während du das hörst,
- 32:30wie dir die Gehirnzellen absterben. Bei Cover-Version mit Dieter Hallervorden.
- 32:32Ich kann mich auch erinnern, dass Helga Feddersen und Dieter Hallervorden zusammen The One and The One.
- 32:38Die Wanne ist voll. Du, die Wanne ist voll.
- 32:42Das gab eine ganze Hörspielkassette. Eine Europa-Hörspielkassette.
- 32:44Nur mit solchen Cover-Versionen.
- 32:46Jetzt kommt Godfather der Überleitung. Es gab auch eine völlig desaströse deutsche
- 32:50Version von Rappers Delight, von der Sugarhill Gang, von Thomas Gottschalk,
- 32:55Manfred Sechsauer und Frank Laufenberg, GLS United.
- 32:59Die spielen wir jetzt nicht, aber wir spielen was musikalisch sehr ähnliches.
- 33:01Und zwar wurde das gewünscht von Olli Wienke.
- 33:05Olli Wienke hat geschrieben, viele Grüße, meine Frau und ich lieben euren Podcast.
- 33:08Ich habe mir zur WM82 eine Single von Die Linienrichter gekauft,
- 33:12Ole Alemania, gekauft und geliebt. Erinnert an die Sugarhill Gang.
- 33:16Nun ja, entfernt. Wir hören mal erst mal eine Stroh.
- 33:33Und hier ist der Refrain.
- 33:43Erebert Fassbender würde sagen, auch das geht voll in die Beine.
- 33:47Sag ich doch. Ja, sagst du doch. Und wir können mal kurz darauf hinweisen,
- 33:50dass wir ein Genre relativ stark vernachlässigen, Denn das sind die Songs der
- 33:54deutschen Nationalmannschaft mit Peter Alexander, mit Michael Schanze,
- 33:58mit Udo Jürgens und so weiter.
- 33:59Die gibt es ja halt sehr, sehr häufig. Und so gerne wir natürlich nochmal das
- 34:02Video sehen von Ole Espana oder Buenos Dias Argentinien. Ich weiß nicht genau,
- 34:06auf jeden Fall, wo die die Sombrero-Hüte aufhaben.
- 34:08Ich glaube, das ist Mexiko 86. Ich weiß es nicht genau. Mexiko mi amor.
- 34:12Sombrero-Hüte sind ja quasi etwas Mexikanisches, wenn ich das mal so sagen darf.
- 34:16Ja, du hast recht. Es ist sehr, sehr spät und ich bin leicht angetrunken.
- 34:18Meine Zunge ist los, aber mein Hirn ist wie ein Pudding.
- 34:21Ich will nur sagen, das kennt ihr ja schon alle und das gehört zum allgemeinen
- 34:24kulturellen Kanon. Insofern vernachlässigen wir das hier ein bisschen.
- 34:27Ja, was ich noch habe, ist unter anderem eine Band mit einem Song,
- 34:30den ich wirklich zu meinen Lieblingsfußball-Songs zähle.
- 34:33Und da bin ich im Wieser-Stadion ganz oft so, dass ich meinem Stadion-DJ-Kumpel
- 34:37sage, ach, spiel das doch mal vorher.
- 34:38Dann bin ich richtig gut drauf und hab richtig Lust aufs Spiel.
- 34:41Und zwar geht es um eine Band, die im Stadion generell sehr gut funktioniert,
- 34:44nämlich Slate mit Give Us a Goal.
- 35:00Und Slate bringt mich auch auf einen weiteren Fußballsong, den ich mit initiiert
- 35:03habe für diesen Sampler, den ich schon erwähnt habe, von einer Band aus Irland,
- 35:06die The Wells heißt. Der Sänger ist großer Celtic-Glasgow-Fan.
- 35:09Ich weiß nicht genau, warum, wenn die aus Irland kommen, aber er ist großer Celtic-Glasgow-Fan.
- 35:12Und die haben mir zu meiner 250. Fernsehsendung einen Song geschenkt,
- 35:16der Pickepackevoll heißt und den ich vor jedem meiner Auftritte spiele und sehr, sehr mag.
- 35:47Das ist ein sehr rührendes Song und da kann man glaube ich sehr stolz drauf
- 35:50sein, wenn man quasi einen eigenen Song hat.
- 35:52Ich muss aber allerdings ganz kurz nochmal auf Slate kommen,
- 35:54denn wir haben unter anderem auch 83 den großartigen Schnaufer Mai oh Mai.
- 35:58Kannst du dich noch daran erinnern? Natürlich.
- 36:00Da gibt es auch eine HSV-Version. Ich bin schlau, ich bin Fan vom HSV.
- 36:03Ja, das ist ja auch gelogen. Ist ja auch Quatsch. Aber was ich nur sagen wollte
- 36:06ist, zu Mai oh Mai war ich das allererste Mal auf dem Leinewebermarkt als Rekommandeur tätig.
- 36:12Rekommandeur ist doch, wenn du in dieser kleinen... Ach, das interessiert dich überhaupt nicht.
- 36:16Da will ich jetzt gerade mal wieder... Nein, das interessiert mich überhaupt
- 36:19nicht. Bitte, erklär mich doch mal, was ist eigentlich ein Rekommandeur?
- 36:23Habe ich mich schon immer gefreut, den ganzen Tag schon. Ein Zwieg nicht mehr,
- 36:25ein Zwieg nicht mehr. Na gut, ich hätte...
- 36:27Wenn du mich doch mal so fragst, dann erklär ich es nochmal.
- 36:29Also, was ist das denn? Pass auf, das ist der Schauter. Das ist der Schauter,
- 36:32der in dieser kleinen Vitrine sitzt, während beispielsweise die Raupe oder andere
- 36:36Fahrgeschäfte losdringen und man klopft dann diese Sprüche.
- 36:39Was warst du? Ja, Spaß beim Dabeisein. Jetzt geht es um richtig los hier, Blitzrunde.
- 36:43Und jetzt halten sich mal die Jungs bei den Mädchen fest. und jetzt geht's rückwärts.
- 36:47Man muss auch immer näseln dabei, ne? Das ist, glaube ich, ganz wichtig.
- 36:50Ja, Spaß auch noch mal. Jetzt geht's nochmal los hier. Wow, wow,
- 36:52wow, wow. Und los geht's. Jetzt nochmal rückwärts. Und jetzt wird's dunkel.
- 36:56Wo ich mich bei den Leuten immer frage, ob das wirklich technische Effekte sind,
- 36:59wenn die sich so wiederholen und so schreddern oder ob die das einfach ganz
- 37:02oft hinterher sagen, was die sagen. Nein, nein, nein.
- 37:04Also man hat so ein kleines Pult, auf dem man so Knöpfe drücken kann,
- 37:08auf denen dann die Stimme so Mickey-Maus-mäßig verzerrt ist und so weiter.
- 37:11Und neben dir ist so ein gelangweilter Losbudenbesitzer, der dir irgendwelche
- 37:14Nieten als Hauptgewinne verkauft. Ach ja, ich hätte sogar eine Aufnahme bekommen.
- 37:17Da habe ich ein halbes Jahr gearbeitet. Na gut, gar nicht so.
- 37:20Ja. Jetzt, vor allem wie du Interesse heu hier. Jürgen aus Hannover hat in einer
- 37:24Mail daran erinnert, dass es schon vor einigen Monaten ein bisschen Aufsehen
- 37:27gab, weil ein Song aufgetaucht ist, in dem Erling Haaland rappt.
- 37:31Und zwar in seiner Jugend. Ganz, ganz jung ist er noch. Kigo Yo heißt der Song
- 37:35von den Flow Kings featuring Ling und wir hören Erling Haaland rappt.
- 37:58Ich muss nur sagen, Chapeau, Chapeuechen. Also das macht er gut, das macht er gut.
- 38:02Ich meine, wenn man weiß, wie viele Fußballer sich schon beim Singen versucht
- 38:06haben, ich erinnere nur ans tragische Dreieck oder an andere,
- 38:09die überhaupt keine Betonung hatten, überhaupt kein Rhythmusgefühl,
- 38:12das ist bemerkenswert unpeinlich.
- 38:14Aber wenn du gerade schon dabei bist, Sänger zu loben, es wurde auch darauf
- 38:17hingewiesen, dass ich ja auch schon mal in der Sendung mit der Maus einen Song
- 38:21mitgesungen habe. Und zwar ist in der Sendung mit der Maus mal ein kleines...
- 38:24Ahn, darf ich dich bitte was fragen?
- 38:25Wer hat darauf hingewiesen? Hast du darauf hingewiesen?
- 38:28Raphael, nein, Raphael. Raphael zum Thema Fußballmusik. Ich wollte dich darauf
- 38:32hinweisen, dass Arndt mal bei einem Musikspot für Kinder einen Pfosten gespielt
- 38:35hat. In der Tat bin ich der Pfosten.
- 38:37Es ist ein Mini-Fußballmusical. Steffen Simon ist auch drin als Kommentator.
- 38:40Und die Story ist, dass ein Grashalm unbedingt schon immer mal in ein Tor schießen
- 38:43wollte und das am Ende auch schafft.
- 38:45Ich habe mehrere Textzeilen zu singen und bin, wie gesagt, der Torpfosten.
- 38:49Ich hoffe, das klingt besser als die Storyline. Ja, wirst du hören.
- 39:15Ich bin mir immer noch nicht sicher, dass Raphael das geschrieben hat.
- 39:17Ich glaube eher Z.Aigler hat das geschrieben in einer kleinen Mail.
- 39:21Raphael, hallo Raphael. Dann lass uns noch ein paar Sachen erwähnen.
- 39:24Du hast als einer der Lieblingssongs auch noch geschrieben, nur nach Hause gehen
- 39:27wir nicht, von Frank Zander. Ja, Discas.
- 39:31Jetzt bin ich über still, jetzt bin ich über still. Bei Discas,
- 39:32da gehen bei mir seppliche Schubladen zu, das weißt du auch.
- 39:36Oder auch wenn Unpopular Opinion geschrieben wird oder Ich hasse Asterix oder sowas.
- 39:41Oder gefährliches Halbwissen. Oder gefährliches Halbwissen. Das kommt von Karl Marx.
- 39:45Was ich sagen wollte, ist, dass mich dieser Song doch immer wieder rührt,
- 39:48weil er eigentlich eine schöne Geschichte hat.
- 39:50Das ist ja eigentlich Sailing von Rod Stewart. Und Frank Sander hat das Ganze
- 39:53ja eigentlich als etwas wehmütiges Kneipenlied geschrieben.
- 39:56Und ich weiß, dass man Frank Sander auch furchtbar finden kann.
- 39:59Ganz, ganz viele schreckliche Songs gemacht. Aber dieser Song ist wirklich wehmütig,
- 40:03weil er einfach von Kneipenbesuchern erzählt, die nicht nach Hause gehen wollen.
- 40:07Die immer nochmal neue Geschichten erzählen. die flunkern von irgendwelchen
- 40:10Weltreisen, die sie entweder noch nie angetreten haben oder nie antreten werden und so weiter.
- 40:14Dieses Lied wurde zum ersten Mal gesungen, ja nicht bei der Profimannschaft
- 40:17von Hertha BSC, sondern ich glaube im Halbfinale und in einem der Spiele der
- 40:20Hertha-Bubis, die mal im DFB-Pokalfinale waren.
- 40:23Und da waren die Leute so begeistert, dass sie einfach als Frank Zander gespielt
- 40:26wurde, dieses Lied mitgesungen haben.
- 40:28Und ich muss mal sagen, es wird ja oft irgendwie auch das Olympiastadion gescholten
- 40:32oder die Hertha-Fanszene gescholten, obwohl das ja einer der größten überhaupt in Deutschland ist.
- 40:36Wenn man nur nach Hause gehen, wenn nicht im Olympiastadion hört,
- 40:38das ist wirklich ergreifend. Als Berliner Bewohner, also nicht Packzimmer,
- 40:42ich find's schön. Ich hab noch einen Song, den ich nicht spiele,
- 40:44aber der eigentlich immer bei mir sofort da ist, wenn ich so nach meinen Lieblingsfußballsongs
- 40:49gefragt werde. Ich nehm an, den magst du auch.
- 40:51Fußball ist immer noch wichtig. Von BLAB, Fettes Brot und Carsten Friedrich.
- 40:54Das ist wirklich eigentlich, weil er auch nicht klingt wie irgendein anderer
- 40:58Fußballsong, weil er, glaub ich, aus tiefstem Herzen kommt und einfach als Song
- 41:01uns allen irgendwie aus der Seele spricht.
- 41:27Und weißt du, was ich an diesem Song so schön finde, ist, dass er gar nicht so große Worte bemüht.
- 41:33Also leider Gottes ist es ja so, dass in Fußballliedern oft ganz,
- 41:36ganz schmieriger Pathos herrscht, quasi irgendwelche Endzeit-Szenarien beschworen
- 41:41werden, der gemeinsame Kampf bis in den Tod oder bis zum Ende beschworen wird.
- 41:45Und das zeigt einfach oder bespricht eine Sache, die für uns alle so wichtig
- 41:49ist, dass wir natürlich durch verschiedene Lebensphasen gehen,
- 41:52dass wir immer mal wieder Phasen haben, indem wir mit dem Fußball hadern,
- 41:55wo wir ein bisschen entfremdet sind, wo wir mit unserem Lieblingsverein nicht
- 41:58glücklich sind oder wo wir insgesamt keinen Bock mehr auf Fußball haben.
- 42:01Und dann merken wir immer wieder und in Momenten, in denen wir es eigentlich
- 42:04gar nicht mit rechnen, dass Fußball immer, immer in unserem ganzen Leben eine
- 42:08unglaublich wichtige Rolle spielen wird. Egal, wie sich die FIFA gebärdet,
- 42:11ob Infantino rumspinnt, ob der Lieblingsverein absteigt.
- 42:14Dass Fußball immer, immer wichtig ist als Geländer in unserem Leben.
- 42:18Und ich finde, es gibt wenige Songs, auch gerade deutschsprachige Songs,
- 42:21die das so unprätentiös und gleichzeitig
- 42:24auf eine sehr angenehme Weise pathetisch auf den Punkt bringen.
- 42:26Philipp, ich würde sagen, damit können wir die heutige Folge auch beschließen
- 42:29mit diesem schönen Schlusswort.
- 42:30Es ist die längste Folge von allen, glaube ich, die wir jetzt gemacht haben und die drittletzte.
- 42:34Und wir können schon mal darauf hinweisen, dass wir morgen ganz früh bereits
- 42:37das Spiel um den dritten Platz besprochen haben werden.
- 42:39Dann werden wir wissen, ob die Franzosen oder Engländer es ein bisschen ernster
- 42:43genommen haben. Dann werden wir auch ein bisschen so diese ganze WM auskärchern.
- 42:46Dann werden wir mal so ein bisschen die Ecken ausflegen und überlegen,
- 42:48was uns geärgert, was uns gewundert, was uns gefreut, was uns bewegt hat.
- 42:52Da freuen wir uns, wenn ihr wieder zuhört. Aber jetzt, glaube ich,
- 42:54können wir mit diesem wunderbaren Satz von Fettes Brot und Carsten Friedrich
- 42:57und Konsorten schließen.
- 42:59Liebe Freunde, während dieser Wem und natürlich auch, wenn die Saison wieder
- 43:02losgeht, Fußball ist immer noch wichtig. Macht's gut, ihr Lieben.
- 43:05Einen schönen Tag, liebe Schichtarbeiter, liebe Schulkinder,
- 43:08liebe Hörer, alle liebe Freunde, die uns hören. Macht's gut,
- 43:10ihr Lieben. Danke euch fürs Zuhören. Dankeschön. Dankeschön.
- 43:14Bitteschön, Patrick. Danke. Wir bedanken uns ganz herzlich bei uns.
- 43:17Ja, vielen Dank, meine Herren. Danke. Bitte schön. Danke schön.
- 43:20Vielen Dank, Oliver Kahn.
- 43:23Ja, danke auch für den Stress. Vielen herzlichen Dank dafür.
- 43:26Dankeschön, vielen herzlichen Dank. Bitte sehr. Dankeschön. Ja, Dankeschön.
- 43:29Bitteschön. Ja, Dankeschön, danke. Ich bitte Sie. Also, ja, ich danke Ihnen.
- 43:35Vielen herzlichen Dank. Danke, bitte. Bitte, danke.
- 43:39Ja, vielen Dank. Danke, Erik. Ja, vielen Dank, Jens. Danke, das genügt,
- 43:42sagen wir und mit uns die deutsche Mannschaft.
- 43:45Dankeschön, Dankeschön, tschüss, geht zusammen. Ich habe heute schon gedankt.
- 43:48Ich komme mit der Dankfüllung, die noch im Dank ist nach Salzburg.
- 43:53Das war Zeigler und Köster, der Fußball-Podcast von Elf Freunde.
- 44:01Ihr hörtet eine Produktion im Auftrag von RTL+.
- 44:04Unser Redakteur im Studio heißt Tim Pomerenke, Audioproduzentin und Sprecherin
- 44:09Henni Koch und am Mikrofon saßen bei Zeigler und Köster wenig überraschend Arndt
- 44:15Zeigler und Philipp Köster. Das hat Spaß gemacht!