Latest / ntv Wirtschaft / Voll im Stress: Generation Z klagt deutlich mehr über Belastungen als ältere Arbeitnehmer
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- Eine Umfrage zeigt, viele aus der Gen Z fühlen sich im Job, Studium oder in der Ausbildung deutlich gestresster als Ältere. Gleichzeitig reist Bundeskanzler Friedrich Merz heute nach China, während das Institut der deutschen Wirtschaft warnt, der Wettbewerb mit China trifft hierzulande vor allem die Autoindustrie. Und zum Schluss, Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Nahverkehr auf. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Je jünger, desto mehr Stress. In einer YouGov-Umfrage berichten 48% der Gen Z eher hohen oder sehr hohen Stress in Beruf, Studium oder Ausbildung zu haben. Bei den Babyboomern sagen das 20%. Was steckt hinter dieser Lücke? Management-Beraterin Susanne Nickel ordnet das im Gespräch mit Jasmin Gebele ein. Wie erklären Sie sich denn dieses Generationen-Gap? Warum ist die junge Generation gestresster aus Ihrer Sicht? Naja, da gibt es verschiedene Dinge, die wir berücksichtigen müssen. Zum einen haben natürlich ältere Menschen oder Ältere generell schon mehr Zeit gehabt, Resilienz aufzubauen. Das hat man ja auch in der Corona-Pandemie gesehen, dass die Älteren resilienter sein können als Jüngere, weil sie natürlich gewisse Erfahrungen haben und schon Soft Skills auf der anderen Seite aufbauen konnten. Dann kann man natürlich auch eins noch sagen, was wichtig ist, dass junge Menschen gar nicht mehr zurückhalten, sondern offen über psychische Erkrankungen, über Stress sprechen. Das haben Ältere auch selten gemacht. Das geht sogar bis hin zum Therapiesprechen. Wir haben eine toxische Beziehung oder ich bin depressiv. Also das heißt, es wird sehr stark schon formuliert. Und dadurch bekommt es natürlich auch einen ganz anderen Fokus in dieser Generation, Insbesondere in den sozialen Medien, wo sich natürlich viele auch extrem gut auskennen und bewerten und orientieren. Also die Jüngeren, die haben einen offeneren Umgang damit. Aber wie viel ist denn jetzt tatsächlich am Ende wirklich Generation und wie viel Alter? Also haben die jetzt Babyboomer das damals auch erlebt, als sie in den Job eingestiegen sind? Da war ein Leistungsdruck da und da haben sie auch einfach erstmal ein bisschen gebraucht, um sich daran zu gewöhnen? Also man kann sagen, die früheren Generationen, die Babyboomer, da ging es erstmal darum, durchzuhalten, sich anzustrengen und Gas zu geben. Jungere lehnen das ja auch ganz oft ab. Die sagen, nee, das ist mir zu viel, ich muss Grenzen ziehen. Also wenn man sagen konnte, früher hieß es durchhalten, heute heißt es eher Grenzen zu ziehen und achtsam mit sich umzugehen. Also wir merken da ganz unterschiedliche Tendenzen und das rührt vielleicht auch daher, dass junge Menschen merken, dass ihre Eltern, die Generation Xler oder die jüngeren Babyboomer, in dem Job nicht so gewertschätzt wurden, wie sie es gerne gewollt hätten. Und dass sie schon früher einfach auch Stopp sagen. Was natürlich auf der einen Seite gesund ist, aber auf der anderen Seite natürlich auch Probleme mit sich bringt. Jetzt hat sich ja die Arbeit in den vergangenen Generationen auch verändert. Sie haben Corona schon angesprochen. Dann ist Homeoffice dazugekommen. Es sind jetzt flexiblere Arbeitszeiten möglich. Müsste das nicht eigentlich das Stresslevel senken? Insofern haben Sie recht, dass junge Menschen ganz besonders darauf Wert legen, flexibel zu arbeiten, arbeiten zu können. Also das ist ein ganz wichtiges Interesse und Bedürfnis. Und wenn das erfüllt ist, das ist schon mal sehr gut. Aber Homeoffice allein löst ja noch keinen Stress. Wenn ich keine Skills und keine Tools habe, mit Stress umzugehen, dann ist es sogar noch schwieriger für mich, wenn ich im Homeoffice bin, weil ich mich ja gar nicht mehr abgrenzen kann. Also das heißt, es verschwimmt die Arbeit mit dem Leben. Ich kann überall ständig arbeiten, wenn es mir beliebt. Und das ist natürlich auch ein großes Abgrenzungsthema, mit dem wir früher ältere Generationen überhaupt kein Thema hatten, weil da war die Arbeit und da war zu Hause. Und junge Menschen sprechen ja mittlerweile auch von Work-Life-Separation, also die Trennung von Arbeit und Beruf, nicht die Work-Life-Balance, sondern die Trennung. Also sie versuchen, sich da extrem abzugrenzen, dass eben das genauso nicht weiter sich entwickelt. Die Studienmacher sagen, viele Unternehmen können mehr tun, um Stress zu senken. 23 Prozent der Befragten berichten, ihre Firma biete gar keine Angebote zur Stressverminderung. Und wo es Angebote gibt, nennen Beschäftigte vor allem flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Stress ist am Ende oft ein Wort für dasselbe Gefühl. Zu viel Druck. Und Druck spürt gerade nicht nur der Einzelne. Druck spüren auch ganze Branchen. Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach China. China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Gleichzeitig herrscht in den Beziehungen eine hohe, einseitige Abhängigkeit deutscher Unternehmen. Merz steht damit vor der Aufgabe, die Balance zu finden. Wie sich dieser China-Druck gerade bei der Autoindustrie aufbaut, erklärt Jürgen Mattes vom Institut der Deutschen Wirtschaft. Im Zweifelsfall hat natürlich jedes Unternehmen seine eigene Geschichte. Aber wir sehen natürlich, dass China sehr konsequent darauf setzt, vom Verbrennungsmotor wegzukommen. China hatte uns zunehmend in die E-Mobilität zu gehen. Das Ganze ist auch massiv subventioniert, ist auch auf Ebene der Batterien massiv subventioniert gewesen. Und ja, deutsche Unternehmen haben zu spät auf diese Technologie gesetzt. China hat das sehr stark getan. Deswegen haben wir da natürlich auch technologische Nachteile. Die deutsche Industrie zeigt sich optimistisch, dass sie das aufholen kann. Wollen wir hoffen, werden wir abwarten. Aber wir müssen auch sehen, dass China es in der Verbrennertechnologie über Jahrzehnte nicht geschafft hat, zu Deutschland aufzuschließen. Und von daher haben wir das Problem, dass mit zunehmendem Klimaschutz, mit der Energiewende hin zur E-Mobilität, wir unseren eigenen komparativen Vorteil, an den China nicht rangekommen ist, am Ende gezwungen sind, kaputt zu machen. Und China es geschafft hat, ein Liebfreuden zu betreiben, also von der einen Technologie zur anderen zu springen und das dann auch durchaus auch mit Ingenieurwissen und mit eigenen Anstrengungen geschafft hat, aber natürlich auch mit Subventionen massiv unterstützt hat und da kommt natürlich auch mit dazu, dass die chinesische Regierung zunehmend den Druck ausübt, idealerweise das dann bei chinesischen Firmen eingekauft wird, Auch wenn wir sehen, dass der Automarkt in China. Eigentlich mit riesigen Überkapazitäten läuft, sodass selbst BYD, die besonders gut aufgestellt sind, da kaum Gewinne machen. Das heißt, da wird noch eine riesige Bereinigung stattfinden. Aber auch deutsche Unternehmen werden am Ende die Leidtragenden sein, weil sie in dem Bereinigungsprozess am Ende wahrscheinlich auch mit den Kürzeren ziehen werden. Mattes spricht von einer problematischen Divergenz. Exporte brechen ein, Importe legen zu. Unterm Strich landet Deutschland bei einem Rekord-Handelsbilanzdefizit von knapp 90 Milliarden Euro. Und beim Autogeschäft mit China beschreibt das IW einen regelrechten China-Schock. Die Ausfuhren von Autos und Autoteilen fallen im Vergleich zu 2022 um mehr als die Hälfte. Und was folgt daraus politisch? Auch dazu Jürgen Mattes. Wir müssen klar signalisieren, dass die deutsche Industrie einfach durch die unfairen Elemente der Wettbewerbsverzerrung aus China inzwischen so stark bedroht ist, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als unseren Markt zu schützen, wenn sich an den Wettbewerbsverzerrungen nichts ändert. Und die Wettbewerbsverzerrung haben ja zwei Elemente. Das eine ist, dass China sehr stark subventioniert. Viele Studien zeigen, dass zwar alle Länder oder viele Länder subventionieren, aber China es halt sehr, sehr viel stärker tut. Also von daher sind alle kleine Sünder, aber China ist halt mit Abstand der größte Sünder. Und dazu kommt noch eine unterbewertete Währung. Man geht da von einer Größenordnung von 20, 30 bis 40 Prozent aus, ohne dass das so ganz genau zu quantifizieren ist. Aber 20, 30, 40 Prozent ist halt neben Subventionen, die wahrscheinlich in der ehemlichen Größenordnung liegen, tragen dann massiv mit dazu bei, dass wir... Dass wir letztlich in eine Welt kommen, in der der Wettbewerb einfach zu einem erheblichen Maße verzerrt ist, in dem die Preuß-Vorteile, die chinesische Anbieter haben, die teilweise bei 40, 50 Prozent liegen, vermutlich zu einem erheblichen Teil, nicht nur eben auf Effizienz, sondern eben auf diese verschiedenen Arten der Wettbewerbsverzerrung zurückgehen. Und unser Ziel muss sein, wieder einen fairen Handel zu schaffen, ein Level-Playing-Field. Die Probleme sind klar adressiert mit den Wettbewerbsverzerrungen und Ausgleichszölle, die auch von der WTO legitimiert sind, sind dafür das am besten geeignete Instrument. Und wir brauchen sie in der Breite, weil wir sehen, dass die Industrie hier in der Breite von diesem unfairen oder in Teilen unfairen chinesischen Konkurrenzdruck bedroht ist. Von daher muss das klar adressiert werden, dass wir mit den Wettbewerbsverzerrungen in China ein riesengroßes Problem haben und dass uns nichts anderes übrig bleibt, wenn sich daran nichts ändert, dann daran etwas zu ändern, uns zu schützen. Und wie gesagt, Ausgleichszölle sind ein legitimes und probates und am besten geeignetes Mittel, um genau dieses Problem zu adressieren. Dafür sind sie da. Und während wir über Welthandel und Industrie reden, geht es für viele am Freitag ganz banal um die Frage, komme ich zur Arbeit oder steht der Nahverkehr still? Verdi ruft für Freitag und in manchen Regionen auch für Samstag zu bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr auf. In fast allen Bundesländern sollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen. In vielen kommunalen Unternehmen fahren dann so gut wie keine Busse und Bahnen. Verdi setzt dabei stark auf das Thema Arbeitsbedingungen. Das erklärt Andreas Schackert von Verdi. Die wichtigste Forderung ist die, die Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen. Damit wir Menschen finden, die gerne diesen Job machen und auch bleiben, weil sie es sich erlauben können, weil ihre Gesundheit es zulässt. Und während die Arbeitgeber ja gerade in vielen Tarifbereichen gefordert haben, die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, unter anderem Krankengeldzuschuss abzusenken, haben wir gefordert, dort, wo wir noch 39 Stunden haben, die Arbeitszeit zu verkürzen. Haben wir gefordert, die Schichtlängen zu verkürzen, haben wir gefordert, die Zeiten zwischen zwei Schichten zu verlängern. Der Streik startet früh am Morgen und kann je nach Region bis in die Nacht reichen. Und wie geht es nach dem Warnstreik weiter? Mehr Druck oder mehr Bewegung am Verhandlungstisch? Auch dazu Andreas Schackert. Wir haben das ja beim ersten bundesweiten Streiktag schon gesagt. Erstens muss in den Verhandlungen zu einer Lösung gekommen werden. Wir können nicht ständig bundesweit den ÖPNV stilllegen. Das ist auch nicht unser Ziel. Wir hoffen, dass das Signal jetzt mal ausreicht zu zeigen, das war keine Eintagsfliege. Die Kolleginnen und Kollegen stehen dahinter. Jetzt muss mal ein bisschen Schwung in die Verhandlungen kommen. Wir haben schon in der nächsten Woche wieder in den meisten Tarifbereichen Verhandlungen. Wir werden auch diese Verhandlungen durchführen und vielleicht auch einen zweiten und dritten Verhandlungstag und hoffen einfach, dass wir da auch zu Abschlüssen kommen. Es gibt auch Tarifbereiche, wo ich mir vorstellen kann, dass man da hinkommt. Und wo das nicht der Fall ist, da werden die Kollegen auch vor Ort streiken. Wir müssen ja nicht immer bundesweit einen Streiktag machen, wenn vor Ort, Und so wie das jetzt in Hessen oder in Bayern oder in Hamburg der Fall war, die Einschätzung ist, wir müssen nochmal Druck machen, passiert das auch vor Ort. Für viele heißt das jetzt erstmal, Freitag planen, Alternativen checken und hoffen, dass die Gespräche Tempo aufnehmen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.