Latest / «Call the Boss» / Micha Davaz: Der Wein-Prinz, der auch «gern einmal auf den Traktor hockt»
Transcript
- 0:00Zu dieser Aussage darf ich mich auch als Bündner fast nicht
- 0:02verleiten lassen. Aber es ist so.
- 0:03Die Schaffhauser Weinbauregion ist wunderschön.
- 0:08Ein Format des Schaffhauser Wirtschafts Newsletters Zahltag,
- 0:11unterstützt von GF und Radio Munot.
- 0:14Call the Boss folgt 99 Michael Davids, Geschäftsführer Rimus
- 0:19und Strada Hallau. Michaela FAZ.
- 0:25Sali Micha da ist Robin Blank vom Wirtschaftshaus.
- 0:29Hallo Robin, danke für deinen Anruf.
- 0:31Gerne. Ich bin gespannt, etwas von dir
- 0:33zu erfahren. Micha, du bist ja seit dem
- 0:36Dezember 23 bist du Geschäftsführer hier bei der
- 0:39Remus und Stradatz Hallau und da haben sie mich jetzt mal ein
- 0:43bisschen gewundert, wie ist denn jetzt deine erste Zeit gewesen
- 0:47an der Spitze dieser von diesem wichtigen Schaffhauser
- 0:50Unternehmen? Ich habe an.
- 0:53Sehr spannende Zeit hinter mir, durfte viel kennenlernen in
- 0:57diesem Jahr und habe so gerne noch mit diesem Unwetterschaden
- 1:01vom zweiten Augustin diesem Jahr noch den Super-GAU erlebt.
- 1:05Wenn man das so sagen kann. Aber das ist massiv gewesen, der
- 1:08hat euch extrem beschäftigt, nehme ich an, oder?
- 1:11Das hat uns sehr stark beschäftigt.
- 1:14Wir haben die grosse Herausforderung gehabt, dass wir
- 1:16Deadline gehabt haben von der Ernte, wir wollten unbedingt
- 1:19diese Trauben entgegennehmen und.
- 1:21Es ist eine grosse Aufgabe gewesen.
- 1:24Aber wir haben es dann hingebracht, dass man es auf den
- 1:27Tag genau 6 Wochen nach dem Unwetterschaden haben wir die
- 1:30ersten Trauben einktern und haben damit eigentlich das Ziel
- 1:34dann erreicht. Also ihre Maschinen haben ja
- 1:38zuerst gar nicht mehr getan, oder?
- 1:39Das ist ja alles vom Wasser irgendwie in Mitleidenschaft
- 1:42gezogen gewesen. Also ich habe gehört, dass eine
- 1:43riesige Übung gewesen. Es ist eine sehr grosse Übung
- 1:47gewesen, also alles, was im Untergeschoss stand, ist
- 1:50überflutet worden und man hat in sehr kurzer Zeit hat man ein
- 1:55grosses Provisorium aufgebaut für die ganze Wärmeverteilung,
- 1:59für die Stromverteilung, die Stromproduktion, da hat man
- 2:03alles mit Provisorien gearbeitet, damit man dann nicht
- 2:06wieder arbeiten konnte. OKOK jetzt, wenn ich dann heute
- 2:11morgen. Einen solchen Auszug gelesen
- 2:13habe Art Newsletter für die Rebbranche habe ich gesehen, was
- 2:16für. Erträge in diesem Jahr
- 2:19zusammengekommen sind auch bei der Schaffhauser Winzer, und das
- 2:22ist ja auch eine erschreckende Zahl gewesen.
- 2:24Also ich habe da gesehen 56% vom durchschnittlichen Ertrag von
- 2:28den letzten 10 Jahren hat es in diesem Jahr gegeben, also zuerst
- 2:33einmal ist das jetzt vielleicht für euch gerade noch ein
- 2:35bisschen ein Glücksfall gewesen, dass es nicht weisst, du
- 2:37Rekordernte mit x 1000 Tonnen, sondern.
- 2:42Es ist ein bisschen weniger. Aber was bedeutet eigentlich so
- 2:45einen Rückgang bei den Mengen für euch?
- 2:48Also das hat schon grosse Auswirkungen und man muss sehen,
- 2:52wir haben jetzt 2 grosse Jahre gehabt.
- 2:55Man hat eigentlich einen guten Lagerbestand gehabt, dass es ein
- 2:58bisschen weniger gibt oder braucht, da sind wir uns bewusst
- 3:03gewesen, dass es jetzt doch fast 60% weniger gegeben hat, ist
- 3:06eine ist eine grosse Herausforderung.
- 3:07Wir schaffen fest mit dem Detailhandel zusammen und wir
- 3:12wollen unbedingt verhindern, dass es mit dem Jahrgangswechsel
- 3:15dann um 25. Zu einem zu out of Stock
- 3:19Situationen kommt. Und darum sind wir jetzt mit
- 3:22Hochdruck dran, mit unseren Kunden am schauen, wie wir die
- 3:25Mengen verteilen. Können okay und für dich als
- 3:30Betriebsführer. Was heisst das konkret jetzt für
- 3:33das für den Umsatz, für das für den Gewinn kann man das schon
- 3:36beziffern oder kann man das überhaupt einschätzen?
- 3:38Also das kommen noch nicht genau einschätzen, aber es ist klar,
- 3:41das bedeutet einen einen Umsatzeinbruch für nächstes
- 3:44Jahr, den wir, den wir erleiden müssen, aber es ist auch nicht
- 3:48so, dass wir extrem. Überrascht ist, wir arbeiten
- 3:51schon lange in dieser Branche. Und arbeiten mit der Natur.
- 3:55Und dann muss man auch gefasst sein, dass es zwischendurch ein
- 3:58Fehljahr. Gibt OK, also da könnt ihr
- 4:01irgendwie handeln. Das können wir händeln.
- 4:04Ja, wenn wir jetzt mal von diesem Jahr wegschauen auf die
- 4:07grundsätzlichen Fragen. Ich habe ja schon ein paar Mal
- 4:10caulder gemacht mit Leuten, die in den in der Rebbranche sind,
- 4:13Winzer, dann gibt es verschiedene Faktoren, die euch
- 4:16ein bisschen zusetzen. Es gibt Leute, die weniger
- 4:19trinken, Alkohol verzichten ist ein Thema, es gibt.
- 4:22Billigimporte in Sachen Wein, wozu sehr tiefen Preisen
- 4:26konsumiert werden können. Es gibt Klimafragen, die auch
- 4:29beschäftigen, wenn du sagen musst, sagen musst, was ist dein
- 4:32grösstes, deine grösste Herausforderung, was würdest du
- 4:34sagen? Also ich würde sagen,
- 4:38mittelfristig gesehen ist es der rückläufige Weinkonsum, der am
- 4:42meisten zusetzen wird im Bereich vom Klima haben wir auch eine
- 4:47grosse Herausforderung, denn die allgemeine wirtschaftliche Lage,
- 4:52die da auch angesprochen hast, das ist wahrscheinlich einfach
- 4:55eine eine gewisse Zeit jetzt im Moment, aber wir sehen auch
- 4:58schon wieder bereits eine sinkende Inflation, sinkende
- 5:01Zinsen und darum glauben wir, dass es die Konsumentenstimmung
- 5:04und der und der Wirtschaft, dass das gut tun wird.
- 5:06Im Bereich vom Weinkonsum, das ist je nachdem wie man es
- 5:12anschaut, ist das natürlich ein Problem und da braucht es in
- 5:16Zukunft gute, innovative Konzepte, um auf die auf diesen
- 5:21rückläufigen Trend, um auf diesen reagieren.
- 5:24Und was wäre jetzt da zum Beispiel so ein Konzept?
- 5:27Alkoholfreier Wein? Das K must Versehrt in Schweden
- 5:30gekauft ist grauenhaft gewesen, es tut mir leid.
- 5:32Ja, nein, nein. Ich kann das gut nachvollziehen.
- 5:35Also es ist so im alkoholfreien Weinbereich Wir sind mit Rimus
- 5:39und Strada natürlich prädestiniert, weil.
- 5:42Bereits eine hohe alkoholfreie Kompetenz haben und wir werden
- 5:46da im Verlauf vom nächsten Jahr tun wir in den Bau einer
- 5:50Entalkulisierungsanlage. Investieren zusammen mit einer
- 5:55mit einer Aromarückgewinnung und wir glauben fest daran.
- 5:58Wir haben viel getestet, dass wir qualitativ sehr lässige
- 6:01Produkte auf den Markt bringen können, aber es ist so, dass wir
- 6:05in einer ersten Priorität fokussieren wir uns auf das
- 6:07Thema alkoholfreie Schaumwein, man hat dort die Möglichkeit,
- 6:12mit dem CO 2, mit den Bubbles ein besseres, besseres
- 6:15Geschmacksprofil im Gauma hinzukriegen.
- 6:19Interessant also da können wir ein bisschen gespannt sein, was
- 6:21noch auf uns zukommt. Etwas anderes weisst du, wie
- 6:24kommst du an deine Innovation ran, was inspiriert dich?
- 6:28Ich habe gesehen, du bist jemand, der gerne wandern geht,
- 6:31wenn du mal Zeit findest, da zwischendurch deinen Aufgaben
- 6:34kommst du dort an neue Ideen ran, die den Kopf ein bisschen
- 6:36frei ist und der Blick etwas weiter geht oder wie kommst du
- 6:39an neue Ideen ran? Das ist sehr unterschiedlich,
- 6:44würde ich sagen. Grundsätzlich bin ich selber
- 6:46viel unterwegs, ich bin in viel weinbauregionen, wir gehen auf
- 6:51auf messen, wo es explizit um alkoholfreie Themen geht, und so
- 6:56kann man sich schon ständig weiterentwickeln und auf einmal
- 7:00hat man dann mal Gedanken, die man vielleicht weiterspinnt und
- 7:02konkreter wird und einen anderen lässt man dann irgendwann auch
- 7:05wieder liegen. OK, du hast jetzt gerade gesagt,
- 7:09über verschiedene Weinbaugebiete, du hast gesagt,
- 7:11du bist in verschiedenen unterwegs.
- 7:13Hand aufs Herz, Schaffhausen ist die schönste Weinbau Region
- 7:16alle. Zu dieser Aussage darf ich mich
- 7:21als Bündner fast nicht verleiten lassen.
- 7:22Aber es ist so. Die Schaffhauser Weinbauregion
- 7:24ist wunderschön. Sehr gut.
- 7:26Ich habe jetzt mal gedacht, mal schauen, ob die die Falle tappt,
- 7:29aber hervorragend gelöst. Gratuliere und erzähl mal etwas.
- 7:32Die Schaffhauser haben immer ein bisschen ein Bild von sich, also
- 7:35ein bisschen abgewandt, ein bisschen im Norden, ein bisschen
- 7:37alleine, ein bisschen eigener Schlag Menschen, du kommst von
- 7:41aussen, sag mal, wie sind die Schaffhauserinnen und
- 7:44Schaffhauser so. Ich habe natürlich viel mit den
- 7:48Pflegauchern und Cleggauerinnen zu tun und ich muss sagen, ich
- 7:52schätze den angenehmen und gesunden Umgang miteinander
- 7:56schätze ich sehr. Es ist so eine Direktheit, eine
- 7:59Ehrlichkeit, aber auch eine Transparenz, die ich persönlich
- 8:02sehr gerne habe, und darum fühle ich mich auch wohl in der
- 8:05Region, OK. Spannend?
- 8:08Ja, du hast natürlich viel mit Leuten zu tun in deiner
- 8:11Funktion. Aber, und das ist auch für mich
- 8:13auch ein bisschen die Frage, wie genau bist du eigentlich im
- 8:16operativen Geschäft tätig, sondern bist Geschäftsführer?
- 8:18Ich habe geschaut. Hsg Betriebswirtschaft studiert
- 8:22wurde. 2022 hast du Key Account überlassen.
- 8:25Von Rimus sieht man dich dann auch mal im Weinkeller und
- 8:30probier die Sache oder bist du nur den betriebswirtschaftlichen
- 8:33Führer, machst du personalzahlen und diese Sachen?
- 8:37Ich mache viel betriebswirtschaftliches mit
- 8:40Zahlen und Personal ist klar, das gehört dazu, aber ich bin
- 8:44sehr gerne auch zwischendrin im im Rebberg, gerade in in
- 8:48Graubünden, bei uns helfe ich im Sommer viel aus, wenn es um
- 8:51Pflanzenschutzthemen geht, ich hocke gerne auf den Traktor und
- 8:54ich schaue eigentlich auch jeden Wein oder dann bei der
- 8:57Zusammenstellung mit, um zu entscheiden, was ist die
- 9:00Stilistik in welche Richtung gehen soll, bin ich nach wie vor
- 9:04sehr involviert in diese Themen und das mache ich auch sehr
- 9:06gerne. Erzähl mal, wie führst du diese
- 9:09Leute, die bei dir arbeiten? Was sind da deine Grundsätz beim
- 9:12Feuer? Also ich würde sagen, ich habe
- 9:14einen. Bin sehr umgänglich, ich habe
- 9:17immer ein offenes Ohr mit den Leuten.
- 9:20Ich habe grosse Erwartungen an meine Mitarbeitenden, je nach
- 9:25Funktion natürlich noch unterschiedlich, aber ich bin
- 9:27auch sehr bereit, um Kompetenzen und Verantwortung abzugeben und.
- 9:32Das funktioniert immer. Oder was machst du, wenn das
- 9:34nicht funktioniert? Wenn sie das Vertrauen sich
- 9:36nicht auszahlt, wie gehst du damit um?
- 9:39Also es funktioniert eigentlich oft und wenn es nicht
- 9:42funktioniert, dann muss man halt zwischendurch mal sagen, dass
- 9:46jetzt entschieden wird. Und so läuft es und das tut dann
- 9:51meistens am Schluss dann gut. OK, du und deine Frau sind im
- 9:56Betrieb, deine Geschwister sind irgendwo auch noch dein Vater
- 10:00ist auch noch da. Wie wie funktioniert das
- 10:03zwischen euch allen, gibt es hier Familienrat und dann
- 10:06beschliesst ihr jetzt machen wir das oder bist du einfach für
- 10:09Schaffhausen zuständig? Finito Ausschluss, wie seid ihr
- 10:12da organisiert wir. Sind uns noch etwas am
- 10:14organisieren, aber es ist so, dass wir grundsätzlich ich bin
- 10:19für Rimos und Straden verantwortlich.
- 10:22Ich bin auch noch bei einer Funds Halle dabei als Mitglied
- 10:24der Geschäftsleitung von uns hallensischer Weinhandlung, die
- 10:27zu uns gehört und mein Bruder, mein Papa und meine Frau, die
- 10:32haben eigentlich das Tagesgeschäft auf dem Weingut
- 10:35und natürlich gerade der Papa, der extrem viel Erfahrung und
- 10:38wissen mitbringt. Ist für mich eine sehr wichtige
- 10:41Unterstützung und auch Hilfe bei Fragen auch.
- 10:45Gibt es auch etwas? Also das ist jetzt eine sehr
- 10:47indiskrete Frage, stelle ich. Trotzdem gibt es auch etwas was
- 10:50du sagst, also das würde ich jetzt anders machen, weil mein
- 10:52Vater in Zukunft, das sehe ich irgendwie nicht gleich wie er.
- 10:56Er hört nicht zu. Nein, er hört zu.
- 10:58Wir haben auch, also wir haben viele Themen, die wir uns
- 11:02schlussendlich einfach weiterentwickeln, wir, es gibt
- 11:04die Frage auch auf dem auf dem Weingut, wo wir viel
- 11:06diskutieren, und da gibt es immer wieder unterschiedliche
- 11:09Meinungen, aber am Schluss ist es meistens ein Prozess und wir
- 11:13finden uns dann auch schlussendlich meistens beim
- 11:17gleichen gemeinsamen Nenner. Aber wir diskutieren viel.
- 11:20Das ist schon so, ich. Glaube das geht ja gar nicht
- 11:22anders bei so vielen verschiedenen Generationen, die
- 11:25miteinander schwätzen müssen. Das macht es auch spannend.
- 11:28Absolut, Stichwort Generationen, komme schon langsam Richtung
- 11:31Schluss. Du merkst es geht Schläger
- 11:33wecken, wir haben gesagt du hast einen Sohn, der ist jetzt jährig
- 11:37Grössenordnung oder wenn ich da richtig hingegangen jetzt hast
- 11:40du wenn man Vater wird wenn man Mutter wird behaupte ich
- 11:42verändert auch etwas im Leben, auch in der Denkart und in der
- 11:45Weise wenn man auf das Leben schaut, was hat das bei dir
- 11:47verändert? Ich würde sagen, die grösste
- 11:50Veränderung ist, dass es extrem relativiert.
- 11:53Also wenn ich als konkretes Beispiel, wenn ich einen Tag
- 11:56hatte, wo man sich vielleicht einmal zwischendurch mehr
- 11:59genervt hat als als andere, wenn man dann am Abend nach Hause
- 12:02kommt und kann so die Familie begrüssen, dann sind die
- 12:06Alltagstemente und Herausforderungen relativ
- 12:09schnell weit weg und das Macht einen ruhiger und das hilft
- 12:13extrem so für eine schöne Balance.
- 12:16Das klingt komplett vernünftig. Micha, hör mal, da ist es schon
- 12:19gewesen, ich will dich weiter aufhalten, ich muss auch weiter.
- 12:23Ich danke dir wirklich für das Gespräch, das ist sehr angenehm
- 12:25und interessant gewesen und ich habe wirklich jetzt da nochmal
- 12:28ein bisschen etwas über deine Branche gelernt.
- 12:29Ich wünsche euch mit euren Betrieb verschiedenen Betrieben
- 12:32alles Gute weiterhin. Danke vielmals Robin für die
- 12:35Möglichkeit und auch für das Interesse.
- 12:37Gern in dem Fall macht es gut. Tschau, Michael, Tschüss.
- 12:43Ein Format vom Schaffhauser Wirtschafts Newsletter Zahltag,
- 12:46unterstützt von GF und Radio Munot.