Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #10 Folge 20: "Sucht ist keine Krankheit"? – Warum diese Coaching-Lüge so gefährlich ist
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich willkommen, super schön, dass du heute
- 0:03wieder hier bist, um dir ja einfach Zeit für dich und deine
- 0:06Themen zu nehmen. Wir wollen uns heute mal einen
- 0:10Satz genauer ansehen, den hört man ja gerade ziemlich oft, vor
- 0:13allem so in Social Media, oft von Coaches sucht ist keine
- 0:18Krankheit, das klingt ja erstmal irgendwie stark oder nach
- 0:22Selbstermächtigung, aber ist das wirklich so?
- 0:27Hält das einer genaueren Prüfung stand?
- 0:29Wir stützen uns da auf einen Artikel von Gabriel, dem Gründer
- 0:32von Nilix Berlin. Der Artikel heißt auch so
- 0:35ähnlich. Sucht ist keine Krankheit, die
- 0:38gefährliche Lüge der Coachingszene unser Plan heute
- 0:42wir nehmen diesen Satz mal auseinander, beleuchten die
- 0:45verschiedenen Seiten und versuchen zu verstehen, was da
- 0:48wirklich dahinter steckt und ganz wichtig, vielleicht direkt
- 0:51am Anfang. Gabriel, der das geschrieben
- 0:53hat, der weiß, wovon er spricht, er hat selbst 28 Jahre Erfahrung
- 0:57mit Sucht und. Und auch mit Recovery, also
- 1:00Genesung. Er teilt das auf seiner Webseite
- 1:02auch sehr offen, seine persönlichen Erfahrungen auch
- 1:05mit psychischen Themen ganz bewusst, um ja eine ehrliche
- 1:09Verbindung aufzubauen und dir zu zeigen, hey, du bist damit nicht
- 1:12allein, seine Sicht ist also schon sehr persönlich geprägt,
- 1:16nur als Hinweis der Artikel argumentiert ziemlich klar für
- 1:21das wissenschaftliche Krankheitsmodell.
- 1:23Okay lass uns da mal reinzoomen. Gabriel schreibt Ja, dieser Satz
- 1:28sucht, ist keine Krankheit, kommt ja von suchen, du musst
- 1:32nur finden was dir fehlt, das kann wirken, wieso eine ja fast
- 1:35wie eine Droge für Verzweifelte, so eine schnelle, vielleicht
- 1:39spirituelle Lösung für ein echt komplexes Ding.
- 1:41Ja, und das ist faszinierend daran, die Idee ist ja nicht
- 1:45komplett aus der Luft gegriffen, sie hat was Wahres, aber sie ist
- 1:50eben unvollständig, Gabriel nennt das ja die Wahrheit in der
- 1:54Lüge. Lass uns vielleicht erst mal
- 1:56diesen Kern anschauen, der da drin steckt.
- 1:59Warum fühlt sich diese suchen metaphor denn so kraftvoll an?
- 2:03Also ein Punkt ist sicher die Sinngebung, wenn man
- 2:07Suchtverhalten als so ne Art fehlgeleitete Suche versteht,
- 2:11Suche nach Liebe, nach Frieden, nach Anerkennung, was auch
- 2:15immer, dann kriegt das auf einmal nen Sinn, das ist dann
- 2:18nicht mehr nur sinnloses Selbstzerstörisches tun.
- 2:22Sondern, Na ja, vielleicht ne Art Überlebensstrategie, die
- 2:26halt falsch abgebogen ist. Das kann unheimlich helfen,
- 2:29diese krasse Scham zu reduzieren, oder?
- 2:31Ja, stimmt, dass man sich nicht mehr nur als kaputt oder falsch
- 2:35sieht, sondern als jemand, der was gesucht hat, aber auf dem
- 2:39falschen Weg war. Das nimmt den Druck raus, so n
- 2:41bisschen. Genau, und das führt direkt zum
- 2:44zweiten Punkt, der Fokus auf die Ursachen.
- 2:47Die Metapher fragt Ja. Was suche ich da eigentlich?
- 2:51Was versuche ich zu betäuben, welche Lehre will ich füllen,
- 2:54das ist ja im Kern die Selbstmedikationshypothese und
- 2:58diese Frage, dieses was fehlt mir wirklich, das ist ja total
- 3:03zentral für jede tiefere Heilung, um die psychischen
- 3:06Wurzeln zu verstehen. Also weg vom reinen Symptom.
- 3:09Ich darf nicht mehr trinken, kiffen, was auch immer, hinzu
- 3:12der Frage. Was brauche ich eigentlich
- 3:15wirklich, was mir das Zeug nur vorgaukelt?
- 3:18Aspekt ist dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit.
- 3:21Der Gedanke OK, wenn ich suche, dann kann ich ja vielleicht auch
- 3:24finden, der gibt einem das Gefühl zurück, was tun zu
- 3:28können, man ist nicht mehr nur das passive Opfer der Sucht oder
- 3:31der Krankheit, sondern ein aktiver Mensch auf der Suche,
- 3:34der das was er sucht, Sinn, Ruhe, Verbindung, potenziell
- 3:38auch auf gesünderen Wegen finden kann.
- 3:40Das ist doch erst mal eine gute Perspektive.
- 3:42Das leuchtet total ein, so als psychologisches Werkzeug zur
- 3:46Selbstreflexion super wertvoll. Aber, und das ist ja Gabriels
- 3:50Punkt, diese Wortherkunft sucht von suchen, das ist
- 3:53sprachwissenschaftlich wohl eher Quatsch, so ein moderner Mythos
- 3:56und viel wichtiger, diese Metapher alleine, die reicht
- 3:59halt nicht, sie kann sogar gefährlich werden, wenn sie die
- 4:02andere Seite, die biologische Realität komplett ausblendet.
- 4:05Ist das diese Lüge in der Wahrheit, von der Gabriel
- 4:08spricht? Genau das ist der Kern seiner
- 4:11Warnung. Die Metapher ist psychologisch
- 4:13nützlich, ja, aber sie darf eben nicht dazu führen, dass man die
- 4:16biologische Realität leugnet, und da kommen wir jetzt zu den
- 4:20wissenschaftlichen Fakten, die Gabriel ja auch stark macht,
- 4:23sucht ist eben nicht nur eine Frage der Einstellung oder eine
- 4:27fehlgeleitete Suche, da ist mehr dahinter.
- 4:30Okay jetzt wird s konkret. Was sagt denn die Wissenschaft
- 4:33dazu? Warum gilt Sucht denn weltweit
- 4:35als Krankheit? Das ist ja nicht einfach so
- 4:37dahin gesagt, da steckt ja Forschung dahinter.
- 4:39Richtig, das ist globaler wissenschaftlicher Konsens.
- 4:43Also erstens. Suchterkrankungen sind ganz klar
- 4:47definiert in den offiziellen Diagnosesystemen, also in der
- 4:50ICD 11. Das ist die Klassifizierung der
- 4:52Weltgesundheitsorganisation, der WHO und auch im DSM 5, dem
- 4:57amerikanischen System, und da werden sie klar als chronische
- 5:01Erkrankungen des Gehirns eingestuft.
- 5:03Das ist die offizielle medizinische Einordnung, Punkt.
- 5:07OK, das ist schon mal ne klare Ansage, nicht nur ne Meinung,
- 5:11sondern offizielle Klassifikation.
- 5:13Genau. Zweitens die Genetik.
- 5:16Es gibt unzählige Studien, zum Beispiel vom amerikanischen
- 5:20National Institute on Drugabuse, Nidda, die zeigen, Gene spielen
- 5:25eine erhebliche Rolle beim Suchtrisiko, man schätzt das so
- 5:29auf 40 bis 60%. Das heißt nicht, dass es
- 5:32Schicksal ist, klar, aber es gibt eine klare biologische
- 5:35Veranlagung und Anfälligkeit. Das ist auch wichtig zu wissen,
- 5:39finde ich. Das nimmt so ein bisschen was
- 5:41von dieser reinen Schuldfrage weg.
- 5:43Wenn man weiß, da gibt es auch biologische Faktoren.
- 5:46Absolut. Und drittens, das ist vielleicht
- 5:48das Greifbarste, die messbaren Veränderungen im Gehirn,
- 5:53chronischer Konsum von Substanzen, der verändert
- 5:56nachweislich die Struktur und die Funktion von bestimmten
- 5:59Hirnbereichen. Ganz besonders betroffen sind da
- 6:02das Belohnungssystem, die Stressverarbeitung und die
- 6:06Impulskontrolle, also die Selbststeuerung.
- 6:08Das kann man heute mit bildgebenden Verfahren, also mit
- 6:11Hirnscans wie FMRT, richtig sehen.
- 6:14Echt, man kann das sehen. Ja, man kann sehen, wie
- 6:17bestimmte Areale anders auf Reize reagieren oder wie sich
- 6:21die Verbindungen zwischen Nervenzellen verändern.
- 6:24Das Gehirn funktioniert bei einer Fortgeschrittenen sucht
- 6:27einfach anders als vorher, es ist biologisch verändert.
- 6:30Puh, okay, das heißt also, es geht eben nicht nur um fehlende
- 6:35Willenskraft oder so einen schwachen Charakter, wie es ja
- 6:37oft heißt. Sondern da sind wirklich
- 6:39handfeste biologische Dinge im Gange.
- 6:42Das erklärt ihr vielleicht auch, warum dieses einfach aufhören,
- 6:45selbst wenn man es ganz fest will, oft so unglaublich schwer
- 6:48ist, weil die eigene Steuerzentrale im Gehirn quasi
- 6:52gehackt ist. Genau die ist beeinträchtigt und
- 6:55exakt hier setzt Gabriels Kritik an.
- 6:58Was passiert denn, wenn man diese biologische Realität
- 7:01kleinredet oder sogar leugnet, wie es manche Coaches seiner
- 7:04Meinung nach tun? Was sind die Gefahren dieser
- 7:07Aussage? Sucht ist keine Krankheit.
- 7:09Ja, was riskiert man damit, wenn man diese Fakten einfach
- 7:12ignoriert? Na ja, die Folgen können echt
- 7:14gravierend sein. Zum einen befeuert das natürlich
- 7:17Stigma und Scham, also wenn sucht keine Krankheit ist, was
- 7:22ist es dann? Dann sind wir sofort wieder bei
- 7:24Begriffen wie Charakterschwäche, willensschwäche, moralisches
- 7:28Versagen. Das wirft uns in der Aufklärung
- 7:30um Jahrzehnte zurück und macht die Scham, die eh schon riesig
- 7:33ist, noch größer. Und Scham hält Leute davon ab,
- 7:37sich Hilfe zu suchen. Zweitens, es leugnet halt
- 7:40einfach die Biologie, die wir gerade besprochen haben, Gabriel
- 7:43macht da diesen Vergleich, der ziemlich trifft, finde ich einem
- 7:46schwer suchtkranken Menschen zu sagen, er soll einfach seine
- 7:49Einstellung ändern oder finden was ihm fehlt.
- 7:52Das ist ungefähr so, als würde man einem Typ 1 Diabetiker
- 7:55sagen, er soll sich seinen Insulinspiegel schön denken.
- 7:58Das ignoriert ja die körperliche Dysfunktion total.
- 8:01Ja, der Vergleich sitzt. Das macht deutlich, wie absurd
- 8:04es eigentlich ist, wenn man die biologische Seite ernst nimmt.
- 8:06Und drittens ein ganz praktischer Punkt, aber der ist
- 8:10existenziell. Es untergräbt das professionelle
- 8:13Hilfesystem, denkt mal drüber nach.
- 8:15Therapien, entgiftungen, Reha, Maßnahmen, die werden ja oft nur
- 8:20deshalb von den Krankenkassen bezahlt, weil sucht als
- 8:23Krankheit anerkannt ist. Wenn jetzt Leute kommen, Coaches
- 8:26oder andere und sagen, das ist alles eine Lüge der Therapeuten,
- 8:30dann Segen, die ja am Fundament der Hilfe, die viele dringend
- 8:33brauchen, das kann Menschen davon abhalten, sich die Hilfe
- 8:37zu holen, die sie vielleicht retten.
- 8:38Würde genau das ist es. Das ist die Quintessenz der
- 8:41modernen Suchtforschung und auch der modernen Therapie.
- 8:44Die Arbeiten nicht mehr mit so einseitigen Modellen, sondern
- 8:47mit dem sogenannten biopsychosozialen Modell.
- 8:51Das versucht eben alle Aspekte zusammenzubringen.
- 8:53Gabriel nutzt dafür dieses Bild vom Hocker mit 3 Beinen nur,
- 8:57wenn alle 3 Beine stabil sind, dann steht der Hocker auch
- 9:00sicher. Ah, der Dreibeinige Hocker, das
- 9:03ist n gutes Bild, das kann man sich merken.
- 9:04Was sind denn die 3 Beine, also das erste Bein ist Bio, die
- 9:08Krankheit die. Da geht s drum, die biologische
- 9:11Realität anzuerkennen. Das Gehirn ist verändert, es
- 9:15braucht Heilung, das bedeutet oft Abstinenz, manchmal auch
- 9:19Medikamente, ne gesunde Lebensweise, also Ernährung,
- 9:23Schlaf und auch wissen über die Neurobiologie, um zu verstehen
- 9:27okay mein Körper, mein Gehirn ist betroffen und braucht ne
- 9:30entsprechende Behandlung. Okay das biologische Fundament.
- 9:33Genau das zweite Bein ist Psycho, die Suche.
- 9:38Das ist die psychologische Ebene.
- 9:40Hier geht es drum, die seelischen Ursachen zu finden.
- 9:43Was wollte ich betäuben, liegen da vielleicht Traumata drunter,
- 9:47Ängste, Depressionen, das ist der Raum für Therapie, für
- 9:52Selbstreflexion, für das Heilen von inneren Wunden, aber auch
- 9:56für das Erlernen neuer Strategien, mit Stress
- 9:58umzugehen. Hier passt die Suche Metapher
- 10:01perfekt rein. Die innere Arbeit sozusagen.
- 10:05Richtig. Und das dritte Bein ist sozial
- 10:08das Umfeld. Wir werden ja nicht im
- 10:11luftleeren Raum gesund, es geht um das soziale System, stabile
- 10:15unterstützende Beziehungen, ein nüchternes Umfeld sind wichtig,
- 10:19aber auch die Fähigkeit, mit gesellschaftlichen Druck oder
- 10:22Auslösern umzugehen. Selbsthilfegruppen sind hier
- 10:25super wichtig, gesunde Freundschaften, vielleicht auch
- 10:28Unterstützung durch die Familie. Es geht darum zu lernen, wie man
- 10:31in unserer Welt, die ja oft sehr konsumorientiert ist, clean
- 10:35bleiben kann. OK, bio, psychosozial kein
- 10:40entweder oder, sondern ein sowohl als auch ein ganzer
- 10:43Werkzeugkasten für die Genesung. Das leuchtet ein, aber da kommt
- 10:47sofort die nächste Frage auf, die viele sicher umtreibt.
- 10:50Wenn sucht jetzt eine Krankheit ist, bin ich dann nicht raus aus
- 10:52der Verantwortung? Bin ich dann nicht machtlos und
- 10:55irgendwie ausgeliefert? Das ist eine total wichtige
- 10:58Frage. Und die Antwort von Gabriel ist
- 11:00ein ganz klares Nein. Eigentlich ist das Gegenteil der
- 11:04Fall, er unterscheidet da sehr klar, du bist nicht
- 11:08verantwortlich dafür, dass du die Krankheit bekommen hast.
- 11:11Genauso wenig wie jemand Schuld an seinem Asthma oder Diabetes
- 11:15ist. Da spielen ja Gene mit rein.
- 11:18Die Umwelt, die Biografie, vieles aber, und das ist der
- 11:22entscheidende Punkt, du bist zu 100% verantwortlich für deine
- 11:27Genesung, für deine Recovery, du hast die Verantwortung, die
- 11:31nötigen Schritte zu gehen, um mit dieser Krankheit umzugehen
- 11:34und gesund zu werden, genauso wie der Diabetiker
- 11:37verantwortlich ist, sein Insulin zu spritzen und auf seine
- 11:40Ernährung zu achten. Das Krankheitsmodell ist also
- 11:43keine Ausrede, um nichts zu tun, sondern es ist die Grundlage für
- 11:47eine gezielte Behandlung. Es gibt dir die Verantwortung
- 11:50für dein Handeln, für deine Genesung hier und jetzt zurück.
- 11:54Verstehe die Verantwortung, verschiebt sich also Weg von der
- 11:57Schuldfrage, warum ich hin zur aktiven Gestaltung der Zukunft,
- 12:02was tue ich jetzt, wenn das Modell aber so schlüssig und
- 12:05hilfreich ist? Warum gibt es denn dann gerade
- 12:08in dieser Coachingszene, wie Gabriel es beschreibt, so viel
- 12:11Widerstand dagegen? Na ja, Gabriel vermutet stark,
- 12:14dass es oft einfach nicht ins Geschäftsmodell passt.
- 12:17Das Krankheitsmodell, das sagt ja, das ist komplex, das braucht
- 12:21oft auch medizinische oder psychotherapeutische Hilfe, also
- 12:25Expertenwissen, ein Coachingansatz, der sich aber
- 12:28vielleicht hauptsächlich auf Mindset, auf Willenskraft oder
- 12:32auf das finde deine wahre Bestimmung.
- 12:35Konzentriert, der muss ja fast zwangsläufig diese tiefgreifende
- 12:39biologische Komponente irgendwie kleinreden oder sogar leugnen,
- 12:43sonst funktioniert die eigene Methode ja nicht als die
- 12:46alleinige, allumfassende Lösung, und dann entsteht schnell so ne
- 12:50einfache Geschichte hier die angeblich lügende Therapie und
- 12:54Pharmaindustrie, da das erleuchtete Coaching.
- 12:57Das ist natürlich viel zu simpel und ignoriert die Realität
- 13:01vieler Betroffener. OK, das heißt aber nicht, dass
- 13:04die suchen Perspektive, also das psychologische Bein, wertlos
- 13:08ist, oder die hilft doch trotzdem in der Recovery.
- 13:10Absolut ja. Die ist sogar extrem wertvoll
- 13:14und kraftvoll für die Selbsterforschung, für das
- 13:17psychologische Bein des Hockers. Gabriel ermutigt ja regelrecht
- 13:21dazu, nutze diese Perspektive, frag dich, was habe ich wirklich
- 13:25gesucht? Welche Bedürfnisse waren da
- 13:28unerfüllt? Finde antworten darauf, heile
- 13:30diese Wunden am besten natürlich mit professioneller Hilfe, aber,
- 13:34und das ist eben die Kernbotschaft, Vergiss dabei nie
- 13:37die anderen beiden Beine, nimm die Krankheit mit ihrer
- 13:40biologischen Seite ernst, hol dir dafür die Hilfe, die du
- 13:43brauchst und such dir Unterstützung im sozialen
- 13:46Umfeld, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen, es ist das
- 13:50Zusammenspiel aller 3 Ebenen, das Stabilität gibt.
- 13:54Gabriels eigenes Fazit nach seinen 28 Jahren Erfahrung fasst
- 13:57das ja noch mal sehr eindrücklich zusammen.
- 13:59Er sagt ja, seine Sucht war beides, sie war die verzweifelte
- 14:03Suche eines traumatisierten Kindes nach irgendwas und
- 14:06gleichzeitig eine ausgewachsene chronische Krankheit, die sein
- 14:09Gehirn übernommen hatte und ihn fast umgebracht hätte.
- 14:12Genau das zeigt perfekt, warum dieser ganzheitliche Blick so
- 14:16wichtig ist. Die psychologische Arbeit an der
- 14:19Suche an den Ursachen, die war nötig, um aus alten Mustern
- 14:22rauszukommen, aber ohne die Akzeptanz der Krankheit und die
- 14:26Werkzeuge, die die Suchthilfe bietet, also radikale Akzeptanz.
- 14:29Die Struktur von Selbsthilfegruppen, ohne das
- 14:32wäre er, wie er selbst sagt, wahrscheinlich heute nicht mehr.
- 14:34Da seine Kernbotschaft scheint also wirklich zu sein.
- 14:38Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden, nimm das
- 14:41Beste aus beiden Welten, sei neugierig auf deine Suche.
- 14:45Erforsche deine Wunden, deine Psyche, aber behandle
- 14:49gleichzeitig deine Krankheit mit dem nötigen Respekt, mit der
- 14:52nötigen Ernsthaftigkeit und mit der professionellen Hilfe, die
- 14:55sie braucht. Das ist kein Widerspruch,
- 14:58sondern das ist ganzheitliche Recovery.
- 15:02Der Artikel, den wir heute als Grundlage genommen haben, stammt
- 15:05ja wie gesagt von Gabriel und seiner Plattform nilix Berlin,
- 15:08wenn dir diese Art der Betrachtung gefallen hat, wenn
- 15:11du die Arbeit von Nilix Berlin wertvoll findest.
- 15:14Dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung freuen.
- 15:17Du kannst ihm helfen, indem du vielleicht diesen Beitrag auf
- 15:20Social Media teilst oder hier auf der Podcast Plattform, wo du
- 15:23gerade hörst, eine positive Bewertung oder ein Like, da
- 15:26lässt das ganze Projekt Nelix Berlin wird komplett allein von
- 15:30Gabriel finanziert und erstellt jede Form der Unterstützung
- 15:33hilft ihm wirklich mit diesem Projekt weiterzumachen, ein
- 15:36Projekt, mit dem er sich selbst hilft und gleichzeitig versucht
- 15:39anderen Betroffenen zu helfen. Sein persönliches Motto, das ihn
- 15:43dabei antreibt, lautet, aus allem schlechten in seinem Leben
- 15:47etwas Gutes zu machen. Vielleicht noch so ne letzte
- 15:50Überlegung, die du mitnehmen kannst, wenn diese suchen.
- 15:53Metapher, obwohl sie wissenschaftlich ja nur die
- 15:55halbe Wahrheit ist. So ne starke Anziehungskraft
- 15:58hat. Was sagt das eigentlich darüber
- 16:01aus, wie sehr wir Menschen versuchen, auch in den
- 16:04dunkelsten Ecken unseres Lebens, wie eben sucht einen Sinn zu
- 16:08finden? Eine Geschichte, die uns hilft,
- 16:10das Ganze irgendwie zu verstehen und vielleicht sogar daran zu
- 16:14wachsen. Das ist n wichtiger Gedanke zum
- 16:16Schluss. Ja vielen Dank, dass du dir die
- 16:18Zeit genommen hast, hier zuzuhören bei dieser ja doch
- 16:21ziemlich tiefgehende Betrachtung.
- 16:23Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal.