Latest / FRAUENQUARTETT / 03 | Freiheit & Abhängigkeit
Transcript
- Sophie: Hallihallo ihr Wundervollen da draußen und Hallihallo ihr Wundervollen da drinnen mit mir im Studio heute zu unserer dritten Folge Frauenquartett sind mit mir zusammen hier im Studio die Bianca, die in Spanien am Wasser sitzt. Hi Bianca. Bianca Enderlin: Hallo zusammen oder Ola! Sophie: Die liebe Birgit aus Wien, schön, dass du da bist. Birgit: Hallo, ich freue mich auf. Sophie: und die Marietta in Mainz. Marietta Gädeke: Hallöchen, ei Gude! Sophie: Heute mit Kopfhörern, sodass wir ganz sicher sind, dass die Soundqualität von Mal zu Mal besser wird in unserem Frauenquartett-Podcast. Ich hab euch vermisst, Mädels, die letzten Wochen und freue mich umso mehr, dass wir heute wieder eine Runde darüber sprechen, was uns eigentlich gerade so bewegt. Und die Frage gebe ich einfach mal in unsere Runde. Vielleicht mag ja jemand von euch... erzählen, was sie bewegt gerade. Bianca Enderlin: Also ich stelle mir gerade die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet oder wo Freiheit anfängt und Freiheit aufhört. Beispiel Bus fahren ist ja cool, man ist quasi einerseits unabhängig und gleichzeitig abhängig von der Fahrqualität des Fahrers, von der Ausstattung des Buses, von den Busverbindungen etc. etc. Und da frage mich immer so ein bisschen, was ist der größte Freiheitsaspekt? dass ich eben Bus habe, der mich überall hin bringt und dass ich aber gleichzeitig abhängig bin von von anderen Dingen oder auch jetzt hier unterwegs sein. bin abhängig von der Qualität, Schlafqualität, der Hostelqualität, der Essensqualität. Da kriege ich manchmal so bisschen Knoten im Kopf. Wo fängt die Freiheit an? Wo hört sie auf? Ist genau das die Freiheit? Marietta Gädeke: Ich finde das sehr ganz... Sophie: Empfindest du denn diese, die Abhängigkeiten, die du gerade genannt hast, empfindest du die immer gleich stark? Also spürst du immer gleich stark diese Abhängigkeit von Schlagqualität von anwesenden Busfahrer oder unterscheidet sich das je nachdem, wo und wie du gerade so drauf bist? Bianca Enderlin: Vermutlich beides, aber ich merke es halt vor allem dann, wenn ich dann gemerkt habe, okay, das Essen war jetzt nicht so gut. Ich muss jetzt hier mal bisschen öfter gucken, ob es unterwegs in Toilette gibt. Dann nervt ich sowas schon. Und wenn es in der Busfahrt schlecht wird, dann wird es auch komisch. Dann gräme ich mich schon so ein bisschen und versuche aber trotzdem zu sagen, okay, auch das ist der Preis der Freiheit. So hat ja alles, was wir tun, einen Preisetikett irgendwie anhängen. Was überwiegt jetzt der Freiheitsgrad oder der? Minimale Abhängigkeitsgrad. Beantwortet das deine Frage? Sophie: Wie beantwortest du denn die Frage, was überwiegt denn? Bianca Enderlin: Weiß ich noch nicht. Weiß ich noch nicht. Marietta Gädeke: Für mich ist das voll hoch. Birgit: Ich habe gerade die Idee, was liegt denn eigentlich dieser Freiheit oder andersrum, was liegt den Einschränkungen, die du aufgrund eines Fahrplans, aufgrund des Essensangebots hast, was liegt da drüber? Erst einmal ist es ja die Freiheit, du dir, die du hattest, zu entscheiden, diese Reise zu tun. Bianca Enderlin: Ja. Birgit: Und der Preis dafür, dass du diese Entscheidung treffen konntest, aller Freiheit heraus, dir diese Auszeit zu nehmen und diese Wanderung zu machen, die hat ihren Preis, ja. In der Folge Bianca Enderlin: Ja, ich frag jemand auch, ob mehr Optionen Freiheit einschränken oder Freiheit erweitern. Und manchmal ist es einfacher, weniger Optionen zu haben. Macht einen auch ein Stück weit frei. Marietta Gädeke: F Bianca Enderlin: Wie geht es euch damit? Sophie: Aber ist die Freiheit, ja ich frage mich das gerade, ist die Freiheit also im Außen oder der Preis, du bezahlst im Außen oder ist die Freiheit im Innen, also ist Freiheit ein Gefühl? Bianca Enderlin: Mhm. Sophie: also ohne jetzt zu wissen, wie das bei dir da jetzt genau war, Bianca im Einzelnen. Aber ich frage mal ganz provokant. Ist nicht auch die Tatsache, dass du unterwegs bist und überhaupt die Wahl hättest, hier zu essen oder da zu essen oder dieses Hostel zu wählen oder jene Pilgerherberge zu wählen, hat ja auch schon einen Teil von Freiheit. Und Bianca Enderlin: Ja, das stimmt. Sophie: deswegen frage ich immer, ist Freiheit ein Gefühl? Also fühle ich mich jetzt gerade eingeschränkt oder sehe ich die Optionen als freie Wahl? Weil ich eine bewusste Entscheidung getroffen habe, kann ich das immer noch blöd finden, dass das Essen nicht schmeckt. Aber torpediert das wirklich meine Freiheit? Bianca Enderlin: Ja, das stimmt so, wie du es vorhin gesagt hast, Birke. Das ist halt eine Konsequenz daraus. Ich habe mich für dieses Hostel entschieden und hier gibt es das nächste. ist fünf Kilometer weiter weg. Also ist die Konsequenz meiner Freiheit, dieses Hostel zu wählen. Das Essen war jetzt nicht so gut oder was auch immer. Klar, konsekutiv sozusagen. Ja. Marietta Gädeke: Ich finde es auch spannend zu sagen, was genau von all den Dingen, die dich da umgeben, alle irgendwie deine Freiheit entweder geben oder einschränken. Was genau spürst du? Also es ist ja schon spannend, dass du sagst, also du spürst es jetzt zum Beispiel beim Thema Bus, weil es gibt sicher auch andere Sachen, wo du in der Freiheit keine Freiheit hast. Also du wirst jetzt nicht unendlich viele Klamotten mitgenommen haben, nur so mal irgendwas. Bianca Enderlin: Nein. Marietta Gädeke: Spürst du das täglich genauso stark wie dieses Thema mit dem Bus oder welche? Also, das ist ja schon suggestiv. Aber wo fällt es dir auf, wo spürst du es stärker, dass du dir darüber Gedanken machst, das schränkt mich jetzt doch ein, obwohl ich jetzt hier ja das in Freiheit irgendwie mich dafür entschieden habe? Und wo sind so Themen, wo du merkst, eigentlich ist mir das voll egal und es ist voll in Ordnung, dass ich da keine Freiheitsgrad habe? Bianca Enderlin: Ja, vielleicht muss das auch nochmal umframen. Das eine ist Freiheit und das andere ist eben Abhängigkeit. Vielleicht Marietta Gädeke: Mhm. Bianca Enderlin: schließt sich das gar nicht gegenseitig aus. Freiheit bringt mich manchmal halt in eine gewisse Abhängigkeit aufgrund der Wahl, die ich getroffen habe, der freien Wahl, die ich getroffen habe. dass ich mich dann so für Thema Klamotte oder so, wenn ich mal blöd sage, so würde ich zu Hause in die Rumel aufschneiden. Man setzt mich hier trotzdem irgendwie in ein Restaurant und denkt, wisster was, ist halt so. Ich zahl trotzdem. Birgit: Und du kannst dadurch eine totale Freiheit genießen. Also du bist frei Bianca Enderlin: Ja. Birgit: von Ansprüchen, die du sonst an dein äußeres Erscheinungsbild hast. Bianca Enderlin: Ja, wenn ich frag mir, was macht es mit mir, mit meinem Auftreten, also meiner inneren Haltung, da übe ich wirklich noch. Weil das, wenn man sich schick anzieht, fühlt man sich schicker als wenn man sich nicht schick anzieht. Und dieses sich im Innenschick anziehen, das versuche ich noch zu üben. Weiß nicht, wie gut euch sowas gelingt. Marietta Gädeke: Seit ich zwei Kinder habe, deutlich einfacher. Aber Bianca Enderlin: Hahaha! Marietta Gädeke: ich habe von Anfang an darauf geachtet, selbst als die Kinder noch ganz klein waren und alles wirkt, für mich ist so ein Anspruch, ich möchte jeden Tag frisch geduscht in die Welt rausgehen. Das brauche ich für mich. Und tatsächlich mit ganz kleinen Kindern ist ja selbst das irgendwie schwierig zu erreichen. Und dann von da aus, jetzt freue ich mich gerade drüber wieder, dass ich quasi schon jetzt wieder bewusst auch so bisschen modisch mich irgendwie wieder an die Welt ran wage. Weil mir immer denke, ich muss ja irgendwie repräsentieren mit den Cowboystiefeln und dann sollte das ja auch irgendwie ein schickes Gesamtbild ergeben. Und das, ich aber eigentlich sonst nie so jemand war, der so stark drauf geachtet hat. Aber so dieses, ich kümmere mich mich, dabei so was, was ich schön finde. Und dann sehe ich gar nicht immer irgendwie so top aus und hier und da und selbst, sondern einfach so, dass ich das Gefühl, ich habe mich heute mich gekümmert, so ein bisschen. Das reicht mir schon für dieses Innere. Bianca Enderlin: Mh. Marietta Gädeke: Selbst wenn man das von außen vielleicht gar nicht so mega mäßig sieht. Bianca Enderlin: Ja, da hatte ich auch mal ein Erlebnis, ich bei einem Kollegen in der Praxis mitgearbeitet habe und ich dann irgendwie spät dran war, morgens die Wimperntusche aufgetragen und gesagt habe, macht dich hübsch für mich? Hast du das nötig? Hast du das nötig? Sag ich, du nicht, ich mache mich hübsch für mich, weil ich es mir wert bin. Ja, so, das ist das, was du sagst. Wo ist ja auch immer eine Grenze. Wo fängt es an? Wie viel brauche ich im Außen, mich hübsch zu fühlen? Also was, was ist Selbstwertschätzung und was ist, ich sage mal ein Stück weit, maskieren? Also... Sophie: Das finde ich eine super spannende Frage. an der Stelle immer, also mir ist es so gegangen, für mich war früher immer ganz klar, ich gehe geduscht und ordentlich angezogen und vor allen Dingen auch geschminkt. Jetzt nicht wahnsinnig doll, aber geschminkt raus in die Welt. Da habe ich nie eine Frage gestellt, das war so. Als ich dann in meine Auszeit gegangen bin, ist das weggefallen, weil ich eine ganze Zeit gar nicht so wahnsinnig viel draußen war und dann auch irgendwie gereist bin. Und dann ist das so bisschen verloren gegangen, beziehungsweise war dann irgendwie nicht mehr so wichtig. Und als ich jetzt wieder angefangen habe, oder als ich dann angefangen habe, wieder mehr in die Welt zu gehen, ist mir bewusst geworden, an wie viel Stellen ich unbewusst, also dann fürs Außen, gedacht habe, man macht das so, man hat eine ordentliche Bluse an, wenn man rausgeht. Bianca Enderlin: Und Schmink. Sophie: Mann geht als Frau nicht geschminkt vor die Tür, Frau geht nicht geschminkt vor die Tür. Wie viel das quasi sozusagen geprägt war. Und nicht, dass ich mich nicht auch gerne hübsch mache und mich mich kümmere. dieses, was du sagst, Marietta, mich mich zu kümmern, für mich zu sorgen, hat bei mir wenig bis keine Ausprägung in der Klamotte und im Schminken. Bianca Enderlin: Ich bin sehr glücklich, dass sich mit Zeit hier Ich freue mich, dass Sie sich Ich freue Sie sich Zeit hier Ich freue dass Sie sich Zeit Sophie: Und heute ertappe ich mich, Marietta Gädeke: Mh. Sophie: dass ich immer mal wieder, also ich war jetzt am Wochenende in Zürich und hab mit einer Freundin einen Retreat gegeben. Jetzt ist Retreat auch nicht, wir gehen schick gestylt raus. Und ich einfach die ganze Zeit ungeschminkt war. Und ich hab da gar nicht Marietta Gädeke: Mhm. Sophie: drüber nachgedacht. mir eigentlich erst im Nachhinein dann wieder aufgefallen. Und deswegen finde ich diese Frage, wie trete ich nach außen auf? Wo ist es Maskierung und wo ist es irgendwie Selbstfürsorge, dass das auch, also wenn man anfängt darüber nachzudenken, ein Stück weit auch entlarven kann, wo man Dinge gemacht hat, weil, also wo ich Dinge getan habe, weil ich das so gelernt habe und so geprägt bin und dann mir Gedanken darüber gemacht habe, ob das wirklich wichtig ist, also ob es mir wirklich wichtig ist, das entlarvt es halt auch ganz schön, finde ich. Und jetzt... Ich empfinde das als totale Freiheit in mir. Das ist ein Gefühl in mir, dass ich das an manchen Stellen ganz salopp einfach nicht mehr mache, weil ich es nicht, tatsächlich nicht brauche. Sondern ich mache es dann, wenn ich mich dann, also als Akt der Selbstversorgung für mich, wenn ich vorm Spiegel stehe und denke, heute hast du Lust auf den Liedstrich für dich. Bianca Enderlin: Ich dass Ich glücklich, Sophie: Aber nicht, weil ich jetzt rausgehe und irgendwen treffe oder so. Marietta Gädeke: Mhm. Sophie: Das empfinde ich zum Beispiel als innere Freiheit. Dass ich diese Einschränkungen, und die hatte ich wie gesagt, so schminken und anziehen, für mich jetzt nicht das Top of the Pop Beispiel. Aber wenn wir bei dem Beispiel bleiben, da habe ich totale innere Freiheit gewonnen. Weil es mir schlicht wurscht ist im Sinne des Außen. Was denkt das Außen? Wie? Wie kann die denn so ungeschminkt rumlaufen? Bianca Enderlin: Ich glaube, ist die große Herausforderung der Gradwanderung. Was denken, mache ich das fürs Ausen oder mache ich das für mich? Ich glaube, die Schwelle ist extrem unscheinbar, aber die ist da. Birgit: Genau, ist ja die Schwelle des, wie schaue ich von innen auf mich und wie schaue ich von außen auf mich. Also Bianca Enderlin: Mhm. Birgit: ich stelle zum Beispiel ganz häufig fest, dass wenn ich mich nicht wohlfühle, wenn ich nicht mit mir einverstanden bin, mit meinem Leben einverstanden bin und so ein bisschen struggle und ich gehe dann durch die Straßen, durch die Welt, dann schaue ich mehr von außen auf mich. Das heißt, es kann passieren, dass ich in einem Schaufenster vorbeigehe und mich im Spiegelbild sehe und denke, Mensch, wie siehst denn du aus? Bianca Enderlin: Ja. Birgit: Und es treibt mich dann noch viel stärker in meinen Struggle. Und deshalb ist es für mich eine Strategie, Bianca Enderlin: und sehr, sehr, sehr, Birgit: die mir nicht immer gelingt, die mir aber manchmal gelingt, dass ich mich genau dann, wenn ich mich nicht stabil fühle, mich kümmere. Und das heißt in dem Fall dann meinen Körper. Das heißt dann den Lid, sprich dann den Lippenstift Bianca Enderlin: Vielen Birgit: und dann ... Klamotten, denen ich mich wohlfühle, in denen ich mich, wenn ich mich gespiegelt sehe, positiv sehe und denke, ja so schlecht sie ist gar nicht aus. das hilft mir dann. Das klingt vielleicht ein bisschen banal, aber das ist eine Strategie, der ich dann ganz gut durchkomme. Marietta Gädeke: Ich finde es voll notistisch. Sophie: Noch schöner wäre es ja, wenn du vor dem Auffenster stehst und nicht denkst, so schlecht sehe ich nicht aus, sondern Birgit: Ja. Sophie: denkst, wow, ich sehe richtig gut aus heute. Birgit: Stimmt! Sophie: Was wenn man struggled, schwierig ist. Marietta Gädeke: Ich finde, manchmal auch wie so ein Schutzschild. Aber das hängt ja auch damit zusammen, was wir als Frauen in der Welt erleben. Dass wir dadurch immer so stark, ob gefühlt oder tatsächlich in Bewertung reinkommen. Und wenn du sagst, dann weiß ich wenigstens, an der Stelle bin ich nicht angreifbar heute, dann kann das von innen heraus auch voll stärken. Und gleichzeitig habe ich es auch andersherum erlebt. Das eine war, ich schminke mich vor allem, besonders mit Foundation und so, was ich sonst nie mache, wenn ich Moderationen mache. Weil ich mir dann denke, die Leute zahlen ja auch dafür, dass die schöne Fotos tragen. Da soll ich das also nicht von abhalten. Und dann kam ich danach in die Kita, die Kleinen abzuholen. Und dann meinte die eine Erzieherin so, Mensch, ich hätte sie gar nicht erkannt. Und quasi so, das sollte ich doch häufiger machen, mich irgendwie so rausputzen. ich, das hat mich in dem Moment richtig getroffen. Aber negativ, interessanterweise. Sie hat es, glaube ich, Bianca Enderlin: Hm. Marietta Gädeke: nur voll gut gemeint. Aber für mich war das so ein... Als ob ich ungeschminkt nicht gut genug bin. Und da bei meinen Kindern ist das wurscht. Klar, die sagen auch, Mama, du bist aber hübsch. Aber die finden mich auch hübsch, wenn ich nicht geschminkt bin. Und ich bin eigentlich lieber ich selbst. Und dann so die Rückmeldung zu kriegen, so... dass dieses künstliche Bild eher wertgeschätzt wird als das, ich selber bin. Das hat mich schon tief getroffen. Und dann habe ich auch hinterher so... Bock ich mich die nächsten Tage extra nicht geschmeckt. Und Birgit: Das Bianca Enderlin: Ich glaube nicht, es... Marietta Gädeke: der Tafel war sich da herzlich egal. Bianca Enderlin: Ich glaube nicht, dass es darum geht, dass man ungeschminkt nicht gewertschätzt wird. Aber wir treten anders in die Sichtbarkeit, in Erscheinung. Wir scheinen. Und das wird sichtbar. Und ich glaube, da dürfen wir auch dann liebevoll aus der eigenen Bewertung rausgehen, dieses Scheinen und dieses Ich muss gerade nicht scheinen, dass das für uns keinen Unterschied macht. In der inneren Bewertung. Ja, aber es hat ja auch was, wie du sagst, wenn du eine Moderation machst, hat ja auch was mit Wertschätzung zu tun. Ich ziehe mich ordentlich an, weil mir dieses Event wichtig ist. Ja, wie du sagst, es ja immer auch wie im Innen, so im Außen und umgekehrt. Manchmal streinen wir von Innen heraus so dolle, als wären wir geschminkt, sag ich mal. Also da scheinen wir von Innen heraus. Und manchmal hilft es eben einfach, den Scheinwerfer umzudringen, indem ich mich im Außen scheinen lasse, diesen Schein nach Innen dringen zu lassen. Das ist völlig wechselnwürdig, wechselseitig. Und das geht nicht nur uns so, das bin mir sicher, das geht den Männern dieser Welt genauso und den Kindern und den Jugend, vor allem den jungen Ergachsen, die sie da sehr, sehr schwer mit tun, mit dieser, ich scheine von mir aus innen heraus. Wenn ich mir da meine Tochter angucke, da ist es jetzt schon viel besser geworden. diese Filterlegen, dieses nach außen perfekt erscheinen zu müssen, so viel wie du sagtest, wer sagt denn eigentlich was, was sich gehört? Woher kommt das, dass wir uns diese Rollen einfach annehmen und dass uns irgendwie vorgegaukelt wird, dass das äußere Bild eben nach X und Y auszusehen hat und sich davon frei zu machen, das ist, glaube ich, eine große Herausforderung und geht immer wieder nur dann, wenn wir sagen, ich, ich für mich jetzt scheine, ich erscheine für mich, ich sehe mich. Dieses Gesehenwerden steckt da, glaube ich, ganz groß dahinter. Und wenn wir eben einen Rusch auflegen, einen Lippen schiffeln, wären wir eben eher gesehen. Also immer das Knallrot weglassen. Ist halt einfach so. Ein knallrotes Gummiboot. Birgit: Zumindest nehmen wir das an. Bianca Enderlin: Ja, ja, ja. Sophie: Vielen Birgit: Wenn ich sage, ich blicke von aussen auf mich, dann Bianca Enderlin: Ja. Birgit: nehme ich an, dass die Welt mich so sieht, wie mein Blick von aussen mich wahrnimmt. Aber das weiß ich ja gar nicht. Das ist ja mein Urteil über mich in dem Moment. Bianca Enderlin: Ja, ja, absolut. Sophie: Und ich glaube, man wirklich den Teil, das was du vorhin schon gesagt hast, Marietta, dass man das wirklich nicht unterschätzen darf, wie hart wir darin geprägt sind, das äußere, also wo wir meinen, dass die Welt findet, dass dieses äußere Erscheinungsbild schön ist oder richtig ist oder passend ist oder, Das ist ja, und da glaube ich schon, ja, ich glaube schon auch, dass Männer darüber nachdenken. wie sie sozusagen nach außen scheinen. Aber ich glaube, wir sind uns alle einig, dass die Zuschreibungen, wie eine Frau zu sein und auszusehen hat, deutlich stärker geprägt ist als bei den Männern. Hochglanzmagazine. Ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert, diese unsägliche Diskussion über Models, die total abgemagert sind, und das muss so sein, und als dann die ersten vermeintlich molligen Models auf die Welt kamen. Breakthrough in der Modesszene. Ein Riesenaufschrei. Ich bin jetzt nicht so wahnsinnig der Szene unterwegs, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass es so wertend, verändernd, nach außen getragen, jemals irgendetwas bei den Männern gab. Dass es irgendwann einen Aufschrei gab, weil plötzlich alle Männer Bart tragen. Oder dass es einen Aufschrei gibt, dass Männer jetzt eigentlich keinen Bart mehr tragen müssen. Als Beispiel jetzt. Also ich glaube, wir schon dieses, das Event ist es mir wert oder mein Auftritt, mein Erscheinen ist es mir wert, ich tue es auch ein Stück weit für mich, dass das trotzdem ziemlich hart geframt ist, was die Außenwelt sagt oder die Gesellschaft sagt, was opportun bzw. was schön ist und was ideal ist. Und deshalb tragen wir, glaube ich, strukturell auch ganz tief in uns. Und deswegen ist es, ich, wie du sagst, Bianca, ist diese Schwelle da. Und es ist manchmal eine Herausforderung, diese Schwelle zu sehen. Und deswegen finde ich dieses Bild, Birgit, was du gesagt hast, dir immer zu überlegen, wie sehe ich mich von innen und wie sehe ich mich von außen, finde ich ein unfassbar gutes Bild dafür, sich das bewusst zu machen. Wann schaue ich eigentlich von außen auf mich drauf? Und was sind die Filter und Bewertungen, die dann dazu führen, dass ich in den Spiegel gucke und denke, Gott, wie siehst denn du heute aus? Oder ist es, wenn ich sage, wie siehst du heute aus, ein Ausdruck dessen, dass es im Innengrad nicht so schön ist? Marietta Gädeke: Und jetzt finde ich das ganz spannend, das wieder auf den Busfahrer zurück zu übertragen. Also nicht auf den Busfahrer selbst. Der muss sich auch nicht schminken. Nein, sondern da aufzuerkennen, das ist immer eine Frage von in welcher Richtung schaue ich drauf. Schaue ich drauf durch dieses, es schränkt mich ein aufgrund meiner Erfahrung, dass ich sonst mit dem Auto Bianca Enderlin: Mhm. Marietta Gädeke: unterwegs sein kann und überall hinkomme. Oder schaue ich drauf wie jemand, vielleicht wirklich am A der Welt wohnt und zum allerersten Mal gibt es eine Busverbindung und ja, dann wartet man völlig selbstverständlich auf den Bus, der einmal die Stunde kommt und dann an jeder Milchkanne hält, weil einem das Freiheit gibt, in die große Stadt zu fahren. Bianca Enderlin: Vielen Marietta Gädeke: Und ja, ich bin auf dem Dorf großgebrochen. Bianca Enderlin: Hahaha! Ja, absolut. Absolut. Das habe ich mir auch zu Hause öfter im Bus unterwegs überlegt. Für Menschen mit Einschränkungen, die sonst gar keine Möglichkeit hätten, ihren Lebensratus zu vergrößern. Du hast völlig recht, sehe ich das aus dem Mangel heraus oder aus der Bereicherung heraus. Klar. Stimmt. Marietta Gädeke: Aber gleichzeitig kann ich es auch voll verstehen, du... Wir sind ja immer auch gefangen, wie wir die Welt sehen. Ich kann ja auch sagen, sei doch froh anderen Leuten, geht es viel schlechter. Und dann ändert das trotzdem nichts davon, dass du das Gefühl hast, ich warte mir hier einen ab und dann sitze Bianca Enderlin: Hahaha. Marietta Gädeke: ich in dem überfüllten Bus. Ja, also es schmälert ja trotzdem nicht, wie es anfühlt. Es ist ein Unterschied von Kopf nach Bauch. Der Kopf kann es verstehen und der Bauch sagt, trotzdem mag ich nicht. Bianca Enderlin: Ja, aber wie du sagst, vermutlich schwingen da so viele andere Dinge mit, wie wenn ich jetzt Bus fahre, heißt ja, ich bin nicht gelaufen. Also bin ich womöglich schon in einer negativen Bewertung mir selbst gegenüber. Okay, da sind wir wieder. Sophie: Und deswegen finde ich die Frage nach Freiheit ist wirklich eine große Frage. Und deswegen an euch nochmal. Ist Freiheit für euch ein Gefühl? Oder was ist Freiheit für euch? Und nicht im Sinne von wo seid ihr frei, sondern was ist dieses Freiheit? Ist das ein Gefühlenzustand, ein äußerer Umstand? Was ist Freiheit? Bianca Enderlin: Oder einfach nur nach Haltung einstellen. Wobei das für uns natürlich hier sehr, sehr, sehr viel leichter ist, dürfe uns glaube ich auch nochmal bewusst machen, wie privilegiert wir sind. Freiheit bedeutet für andere einfach nur ein sicheres Dach Kopf zu haben. Also das sind natürlich für uns schon Luxusfragen. Aber nichtsdestotrotz und vielleicht ist es tatsächlich, sage ich mal ein bisschen wie mit dem Glück, eine Haltungssache. Wenn ich an Viktor Frankel denke. Frankel heißt er, oder? Ja. Marietta Gädeke: Mhm. Bianca Enderlin: Ja, wir hatten es ja schon mal, man kann auf fünf Quadratmetern leben, das kann ein Kloster sein oder eine Zelle im Gefängnis. Am Ende ist es das Gleiche und wir bewerten es einfach anders. Marietta Gädeke: Für mich ist es, ich, auch, wir sind immer in Abhängigkeiten. ob ich das Gefühl habe, und ich glaube deswegen ist es tatsächlich, wie du gefragt hast, es ein Gefühl. Hab ich das Gefühl, ich hab das selbst gewählt. Und dann macht es das plötzlich okay. Und dann fühlt es sich auch nicht an wie eine Freiheitsberaubung. das hat mich, genau. Bianca Enderlin: Einschränkung. Birgit: Das Marietta Gädeke: Ich habe mich kürzlich mit einer Freundin unterhalten, gerade über dieses Thema als Frau, sich für Kinder zu entscheiden oder nicht. Und jemand, der sich bewusst gegen Kinder entschieden hat, der sieht das vielleicht mein Leben als absolute Freiheitsberaubung. Also muss ich dann wirklich so hart sagen. Und ich habe mich aber dafür entschieden. Und für mich ist es Freiheit, das zu haben und vielleicht sogar Nob-Schuss. dass es ging und dass es geklappt hat. ich glaube deswegen so dieses... Und das ist ja eine innere Haltung, eine Emotion, inwieweit du selbst sagst, ich habe mich dafür entschieden und deswegen ist es gut so. Das geht mit der Selbstständigkeit oder mit was auch immer. Weil ganz raus aus Abhängigkeit bist du nie, aber es ist immer diese Frage so, hast du das Gefühl, das ist dein Ding, was du da machst? Das ist deine Stränge, die dich irgendwo festbinden, die du selbst geknüpft hast. Das ist für mich fundamental, dieses Gefühl von Freiheit, dass ich mir meine Verknüpfung selbst gesucht Birgit: mit allen Konsequenzen, daraus folgen und die dann vielleicht meine Freiheit auch einschränken an anderer Stelle. Oder meine Wahlfreiheit. Marietta Gädeke: Ja. Birgit: ist ja wieder was Bianca Enderlin: Mhm. Birgit: anderes, Wahlfreiheit. Und ich glaube, für mich ist es auch Gefühl. Wahlfreiheit oder die Freiheit, mich in meinem Leben, das ich für mich entschieden habe, mich darin wohlzufühlen. das Sinn. Sophie: Also Marietta Gädeke: Ja. Sophie: ich finde auch, ich finde auch Freiheit ist ein Gefühl, genauso wie der Gegenpart dazu, nämlich die Abhängigkeit auch ein Gefühl ist. mir ist schon, da hast du vollkommen recht, Bianca, mir ist schon bewusst, dass wir da sehr, dass das eine Luxusfrage ist, die wir hier gerade stellen oder dass sie für uns in unseren Umständen, dass wir den Luxus haben, über diese Frage überhaupt zu diskutieren, weil es gibt natürlich Abhängigkeiten, die oder Menschen in Abhängigkeiten, die oft nicht selbst gewählt sind. Dass mal irgendwie vorausgeschickt Bianca Enderlin: Danke. Sophie: ist, auch Abhängigkeit ein Gefühl. Und wenn Freiheit und Abhängigkeit ein Gefühl sind, dann ist das ja erst mal in mir. Dann ist das ja erst mal in mir. Spiegelt sich im Außen. Und vielleicht triggert das außen auch jeweils das Gefühl von Freiheit und Ameliekeit. Aber erst mal ist es ein Gefühl. Und damit finde ich ganz richtig, was ihr gesagt habt, ist, glaube ich, für mich die größte Freiheit, zu verstehen, zu fühlen, zu verinnerlichen, üben, dass ich wählen kann. Und zwar auch wählen kann, wie ich eine Situation bewerte. Nicht, dass das immer gelingt. Aber erst mal ist das ja eine wahnsinnige Freiheit. Fips, finde ich. Birgit: Und ich mag anmerken, dass ich nicht der Meinung bin, dass das ein Gefühl ist, sondern das sind Gedanken. Ich habe den Gedanken, als ich unfrei bin. habe den Gedanken, fühle mich entweder wohl oder nicht wohl. Da drin fühle ich mich glücklich oder verärgert oder was auch immer. Aber diese Das Fühlen erwächst aus den Gedanken, die ich habe. Und ich mag jetzt ganz kurz an Byron Katie anschließen Bianca Enderlin: Hm. Birgit: in dem Zusammenhang. Weil ist es wirklich wahr, dass ich unfrei bin, wenn ich wenn ich nur einen Bus habe am Tag, den ich nehmen kann? Oder ist es mein Gedanke, der mir sagt, Ich bin nicht frei. Ich bin behindert in meiner Entfaltung. Ich möchte jetzt irgendwo hin und kann es nicht, weil der Bus nicht kommt oder ich müsste laufen. Also da wächst der Ärger. Das ist das Gefühl. Ich bin verärgert, weil ich nicht kriegen kann, was ich möchte. Und erwachsen tut es. Ich habe mich verrannt wieder. weiß es nicht. Bianca Enderlin: Erwachsenen es aus den Gedanken. Birgit: Ja. Also was ich eigentlich sagen wollte, ist klar, wir müssen ein bisschen unterschiedlich Ich mag ganz gern, das ist mein Prozess, ich in mir trage. Das ist mir wichtig, mir immer klarzumachen, den Unterschied zwischen ich fühle und ich denke. Weil meine Gedanken kann ich viel besser regulieren und meine Gedanken kann ich viel besser infrage stellen. Und dann kann ich, wenn ich den Gedanken infrage stelle, das kann ich viel mehr zu meiner Wahrhaftigkeit kommen. und dann am Ende dann einfach auch ganz verkörpert spüre, was richtig ist. Ich sehe gut aus, so wie ich aussehe. Wenn wir das von außen betrachten, der Gedanke, denke, Mensch, wie siehst denn du heute aus? Und das Gefühl ist Traurigkeit. Und es ist ein Unterschied. Sophie: ist eine super spannende Frage und das inspiriert mich total dazu, Gefühl, weil ich habe eine Referenz. Also wenn ich sage, ich fühle Freiheit, habe ich eine Referenz im Gefühl, nochmal viel genauer zu schauen, was eigentlich die Gefühle hinter diesem Gefühl der Freiheit sind. Ist das Freude, ist das Weite, ist das Weite. Das nehme ich auf jeden Fall mit, da nochmal drüber nachzudenken, was für Gefühle hinter meinem Gefühl von Freiheit eigentlich liegen. Und dann zu schauen, Bianca Enderlin: Wir haben hier ein kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines kleines Sophie: Was sind die Gedanken dazu? In diesen Momenten, wo ich das fühle, was denke ich in diesen Momenten? Was denke ich in den Momenten, wo das Gefühl gar nicht sich frei anfühlt? Oder wo die Gefühle, die für mich Freiheit bedeuten, nicht da sind? So möchte ich es mal sagen. Meine Güte, sind ja heute wieder im Rülse von euch dabei. Das ist ja der Wahnsinn. Wie sehe ich mich von innen? Wie sehe ich mich von außen? Und welche Gefühle liegen für mich hinter Freiheit? Bianca Enderlin: Gedanken vor allem. Wie heißt schon? Die Gedanken sind frei. Dann so, Okay. Sophie: Da kann ich noch kurz, wo ihr jetzt angefangen habt zu singen, noch eine ganz kurze Anekdote Bianca Enderlin: Ja. Sophie: einwerfen, Marietta Gädeke: Hahaha Sophie: dass nämlich gestern nach langer Sommerpause bei mir der Chor wieder angefangen hat. Und nicht, ihr euch jetzt vorstellt, das wäre irgendwie super sophisticated und klassischer Chor. Nein, das ist ein Popchor für jedermann. Und es ist völlig egal, ob du Noten lesen kannst oder nicht. Wir singen Pop-Songs, die jeder aus dem Radio kennt. Und mit dieser, gestern war wie gesagt erster Termin nach der Sommerpause und es waren richtig viele Leute da gestern. waren bestimmt 40 Leute. Überwiegend Frauen. Und das zum Beispiel ist totale Freiheit für mich. Zu stehen, zu singen, es ist egal wie du aussiehst, weil dir keiner zuschaut. Und es ist noch dazu auch egal, wie du deine Stimme erhebst. Weil da steht keiner und sagt, du warst jetzt aber einen halben Ton daneben. Sondern wir haben alle Freude am Singen. Keine bewertet, die andere zumindest nicht nach außen. Was in den Menschen passiert, sei noch mal dahingestellt. Und einfach diese Freude am Singen, ohne dass du perfekt sein musst, richtigen Ton treffen musst und wenn du mal deinen Einsatz verpasst, dann ist es so. Das war jetzt für mich nochmal so eine... kommt mir jetzt gerade in den Sinn, dass wirklich nicht nur die Gedanken frei sind, sondern wenn du singst oder wenn ich singe, in dieser Konstellation hat das für mich auch, da waren alle Gefühle von Freiheit irgendwie dabei. Wirklich jede so wie sie ist, wie sie kann, wie sie sich an diesem Tag fühlt. Toll. Toll, ganz erfüllend. Birgit: und zwar mit allen Sinnen und dem Körper. Bianca Enderlin: Musik ist ein super Energiefrequenzwandler, das habe ich auch hier gemerkt. Der erste Teil von dem Weg, der war, ich mal, sehr besinnlich. Und jetzt, wo ich so auf diese Hauptetappe komme, laufen die hier wirklich mit, ich sage mal, Ghetto-Blaster durch die Gegend. Unfassbar, aber auch auf dem besinnlichen Teil gab es in einem oder anderen Moment, wo dann jemand gesungen hatte oder es auch mal ein Lied angehört hat, wo ich dachte, laufe ich jetzt mit Kopfhörern oder nicht und mache mir mal eine Musik an, wenn es hart wird. Und vielleicht hätte es mir besser geholfen. Ich weiß es nicht. Aber gleichzeitig, wenn ich Kopfhörer an habe, bin ich ja von der Außenwelt wieder. Also fühle ich mich desorientiert. So, aber tatsächlich ist Musik was, was wirklich beflügelt. Und wir dann auch eben nochmal unsere Gedanken verändern können durch einen positiven Vibe, den wir mit Musik ein Stück weit infundieren, dann vergesse ich viel zu oft. Birgit: Wenn wir singen, denken wir auch nicht. Bianca Enderlin: Ja, ist das schön, ja. Marietta Gädeke: Außer wir überlegen, wie der Text nochmal ging. Bianca Enderlin: Das wird ja heute alles da. Sophie: Aber zu denken, dir zu überlegen, wie der Text geht, hat ja nichts mit den Gedanken zu tun, die du vielleicht vorher hattest, die da sagen, heute ist ein blöder Tag oder das hat nicht geklappt oder das schränkt mich jetzt voll ein oder was auch immer diese Gedanken sind. Sondern dann denkst du ja nur über den Text nach. Ja, das stimmt, Birgit. Das ist wie mit dem Atmen. Singen und atmen, dann kannst du nebenher nicht denken und vielleicht mag ich mal so bisschen zum Abschluss mal so in den Raum werfen. Und vielleicht sind die Momente, wo du nicht denkst, auch die, wo du definitiv frei bist. Birgit: Yes! Sophie: In diesem Sinne, ihr Lieben. Bianca Enderlin: Biot! Sophie: Ach so, ja, Bianca, sag noch, auf jeden Fall noch. Bianca Enderlin: Wie oft habt ihr diese Momente? Das würde mich jetzt echt mal interessieren. Sophie: Also gestern anderthalb Stunden beim Singen. Marietta Gädeke: Seltenst, singe jeden Abend für oder fast jeden Abend, wenn ich die Kleinen ins Bett bringe, dann singe ich für die. Ich bin aber immer noch am überlegen, ob dabei mein Kopf wirklich aus ist, weil ich dann doch schon das eine Mal dran denke, wann schläft sie denn jetzt endlich. Aber ja, gleichzeitig E-Mails machen kann man auch nicht, wenn man gerade singt, selbst wenn man sehr textsicher ist. Ich bin da schon auch bei euch. Es zentriert einen auf das Hier und Jetzt. Es gibt dadurch auch mehr dieses Ich bin im Moment, ich bin jetzt hier. Vielleicht, das habe ich mir schon überlegt, ist das der Grund, warum meine Kleine besser einschlafen kann, wenn ich singe, wie wenn ich eine Geschichte vorlese. Weil sie ist sehr flau, sehr mental aktiv. Ich glaube, die braucht das, runterzukommen, weil das einer der wenigen Momente am Tag ist, wo Dass plötzlich nicht mehr diese Kognitive, was ist das, muss ich das verstehen, ist, sondern dann kann man einfach sein in dem Moment. Also nicht nur singen selber, sondern auch besungen werden. Birgit: Ich weiß nicht, wie oft ich das habe, weil ich für keine Strümpel lieste. Bianca Enderlin: Es Birgit: Aber ich mag sage immer öfter. Sophie: Hm. Bianca Enderlin: Ich bin da noch nicht. Aber jetzt weiß ich ja, wie es in der Theorie geht. Birgit: Du denkst, dass du da noch nicht bist. Ich glaube es dir nicht. Bianca Enderlin: Okay. Birgit: Ich glaube, du unterschätzt dich total. Sophie: In diesem Sinne mag ich euch sehr gerne für die heutige Folge mit den Impulsen und Gedanken zu Freiheit und Abhängigkeit zu äußeren und inneren Bildern in den Tag verabschieden. Und an alle da draußen, die uns zuhören und die sich gesehen gehört, fühlen mit unseren Gedanken und vielleicht auch ganz andere Gedanken dazu haben und vielleicht auch ganz andere Gefühle dazu haben, freuen wir uns, wenn ihr uns das zurückmeldet und uns teilhaben lasst. Und in diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wundervollen sonnigen Tag mit mit hoffentlich ganz viel Freiheit für das, was das Leben euch schenken mag. Und freue mich auf die nächste Folge. In diesem Sinne danke euch dreien für das, immer, wundervolle Gespräch zu dem, was uns bewegt.