Latest / Spirit Mind Energy – Dein Universum für moderne Spiritualität | Gespräche mit Petra Baum / 004 Aussagegrenzen der Astrologie - Folge 1: Was beeinflusst die Deutung | mit Dr. Bernhard Firgau
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- Petra: Hallo zusammen und herzlich willkommen. Heute starten wir hier eine neue Serie zu einem Thema, das in der Astrologie immer wieder für Diskussionen sorgt, nämlich die Frage nach den Aussagegrenzen der Astrologie. Also ganz konkret, was kann ein Horoskop wirklich zeigen und wo sind auch seine Grenzen? Ich freue mich sehr zu diesem Thema, den Astrologen und Autor Dr. Bernhard Virgao begrüßen zu dürfen. Vorab ein paar Worte zu ihm. Sein Lebenswerk ist ziemlich spannend. Er ist promovierter Jurist, war viele Jahre als Richter am Landgericht Mannheim und auch als Notar tätig. Über eine schwere Krankheit kam er dann mit dem Thema geistiges Heilen in Berührung. Und weil dieses Feld damals noch nicht anerkannt war, hat er sich intensiv dafür eingesetzt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verändern, und zwar mit Erfolg. Außerdem war er an der Gründung des Dachverbandes Geistiges Heilenev beteiligt und viele Jahre im Vorstand aktiv. Man kann also sagen, wenn ihn ein Thema antreibt, dann mit vollem Einsatz. Auch astrologisch ist Bernhard schon lange aktiv. Er ist seit 1999 geprüftes Mitglied im DAV und inzwischen sogar Ehrenmitglied. Seine astrologischen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Mundan- und Stundenastrologie, sowie den Thema Schicksalsgefährten und eben auch Aussagegrenzen. Zu diesen und weiteren Themen hat er Bücher geschrieben und hält regelmäßig Vorträge auf Fachkongressen. Soweit die kurze Vorstellung. Lieber Bernhard, ich hoffe, ich bin dir damit einigermaßen gerecht geworden und freue mich wirklich sehr, dass du heute hier bist und dass wir gemeinsam über ein Thema sprechen, das für viele Menschen, die sich mit Astrologie beschäftigen, wirklich grundlegend ist. Also was kann die Astrologie wirklich leisten? Und wo sind unseren Aussagen Grenzen gesetzt? Lieber Bernhard, abtüchü! Dr. Bernhard Firgau: Also erstmal vielen Dank für diese Einladung zu dieser schönen Reihe, die du da ins Leben gerufen hast. Und vielleicht ganz kurz die Erklärung, warum man sich als Astrologe ausgerechnet auf das Thema stürzt, was die Astrologie für Grenzen hat. Petra: Danke. Dr. Bernhard Firgau: Die Astrologie hat ja oft ein Imageproblem und das Problem hängt damit zusammen, wie Astrologen in der Öffentlichkeit auftreten. Und bei manchen Astrologen ist es so, dass sie wirklich glauben, sie könnten so ziemlich alles voraussagen oder voraus berechnen und so weiter. Und das ist dann etwas, was bei den Zuhörer dann das Gefühl von Überheblichkeit natürlich auch vorrufen kann. Und ich denke, eine Astrologie kann nur dann einen ordentlichen Ruf sich bewahren oder überhaupt erst mal erringen, wenn sie zeigt, was sie kann und was sie eben nicht kann, dass es also dann authentisch ist und wirklich fundiert ist. Das war so der Punkt, wo ich dachte, da könnte man doch mal systematisch dran gehen und auch innerhalb der Astrologenszene selber ein bisschen ernsthafte Diskussionen in Gang setzen. Denn das ist nicht immer so einfach, dann schnell natürlich der Nestbeschmutzer, wenn man so Thema anpackt. Und da dachte ich, na, ist mir egal, aber das Thema muss einfach mal bearbeitet Petra: Ich nehme an, damit hast du dir Freunde und weniger Freunde geschaffen, oder? Dr. Bernhard Firgau: Also ich bin selten auf dieses Buch angesprochen worden, muss ich wirklich sagen. Die, die es gut finden, die sagen es dann beiläufig, sagen ja gut, gut dargestellt oder so. Aber die, die sich sagen, Gott, muss der jetzt ausgerechnet als Astrologer die kritischen Punkte hier alle ansprechen, die sagen das vielleicht eher hinter meinem Rücken oder so. Ich weiß es nicht, aber das ist für mich auch nicht so von großer Bedeutung. Petra: Aber deswegen umso besser zu sagen, das aktiv angehen, weil ich glaube im Hintergrund ist es ja oftmals die Kritik zu sagen, naja, man kann ja alles sagen und annehmen und was stimmt dann davon und wie weit kann ich gehen und ich glaube offen zu sein und auch wirklich zu sagen, was kann man an Themen sehen und was geht auch unabhängig, ob es Schicksalsgefährten sind oder nicht. Nicht zu sagen ist, ich, ein ganz wichtiges Umfeld Aufklärung zu betreiben, oder? Dr. Bernhard Firgau: Es ist auch so wie bei den Juristen, wo dann im Volksmund so Redensarten sind, dass man sagt, die können ja alles begründen, da kann man jede Meinung mit irgendwas unterlegen und bei den Astrologen, können hinterher auch alles erklären. Also das macht so bisschen eine Beliebigkeit in der Diskussion und darum dachte ich, das ist vielleicht nicht verkehrt, wenn man einfach mal an konkreten Beispielen zeigt, was geht, was nicht geht und wo die Schwachpunkte sind. Petra: Cool. Dann steigen wir doch einfach mal ein. wie gehst du denn dann an dieses Thema ran? Also man hat mir schon gesagt, es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Deutung. Welche Planeten, worauf achtet man am meisten? Also wie fängt man eigentlich so erstmal an, sich dem Thema anzunähern? Dr. Bernhard Firgau: vielleicht ist es für manche ein bisschen überraschend, dass man gar nicht mit der Deutung anfängt, sondern erstmal schaut man hin, was ist es denn, was ich deuten will. Also man hat ja dann als Astrologer irgendwie so ein kreisförmiges Schema mit Symbolen drin und so weiter und dann sagen sich auch alle, naja gut, dann hat er halt dieses Schema, jetzt kann er doch mal erzählen, was er da sieht. In Wirklichkeit müsste man schon mit einer gewissen Vorsicht rangehen und sich fragen, was lasse ich denn in dieses Schema alles eintragen? Also wir wissen ja, dass erst in den letzten Jahrhunderten die sehr langsam laufenden Planeten Uranus, Neptun, Pluto und so weiter entdeckt worden sind und vorher hat man sich mit den sogenannten klassischen Planeten begnügt und hat die als ausreichende Grundlage gesehen. Das heißt, je nachdem, was man alles einstellt in ein solcher Horoskopzeichnung, man eine unterschiedliche Grundlage. Das ist jetzt schon, was man an Planeten überhaupt auswählt. gibt also eine klassische Astrologie, heute noch, die in der Tradition früherer Jahrhunderte steht, die dann eben auch, zum Beispiel bei der Stundenastrologie oder so, diese früheren Planeten, die man im Prinzip ohne Fernglas am Himmel auch sehen konnte, berücksichtigt. Petra: Also alles bis Saturn Dr. Bernhard Firgau: galt ja deswegen auch als der Hüter der Schwelle, denn hinter diesem Umkreis, den der Saturn die Sonne zieht oder so, war dann mehr oder weniger nur noch der Fixsternhimmel, den man sich also wie so eine Glaskuppel oder so ähnlich im Universum vorgestellt hat. Also man hat schon allein bei den Planeten so ein Thema. Was nehme ich denn alles rein in meine Betrachtung? dann wird es das ist jetzt für Astrologen selber schon... vertrauter diese Fragestellung. Man guckt in welchem Winkel stehen die Planeten zueinander, also sogenannte Aspekte und wenn da ein Aspekt zwischen zwei Planeten ist von genau 90 Grad sagt man Hurra, das gilt in jedem Fall, aber wenn wir jetzt eine Winkelbeziehung haben von 88 Grad oder 92 Grad dann sagt man, ist jetzt vielleicht nicht so ganz exakt, aber das ist ein sogenannter Orbis, ein Umkreis, um diesen Aspekt lassen wir auch noch gelten. also dann los, wie groß darf denn dieser Orbis sein? Petra: Auch da gibt es ja nicht nur eine Meinung, sondern es gibt Annäherungen, was viele übernehmen, aber einige sagen, sie machen es sehr spitz, weil sie wirklich, also eine ganz kleine Abweichung nur von den 90 Grad, um ein Beispiel aufzunehmen, angelassen etwas mehr zu. Je nach Planet überlegt man ja auch, dass man sagt, je langsamer ein Planet läuft, desto kleiner macht man natürlich die Abweichung. Planeten, die schnell laufen, sind, glaube ich, wieder groß, aber ... ist ganz klar, ich glaube, man könnte das gleiche dreimal machen und hat einmal drei oder vier Verbindungen mehr, die zum Tragen kommen könnten, als wenn man sehr, sehr eng absteckt, oder? Dr. Bernhard Firgau: Genau so ist es. Und in der Antike war es sogar so, dass man sagte, wenn die Zeichen, also Tierkreiszeichen, in denen die Planeten stehen, zueinander 90 Grad haben, dann gilt das schon als einen 90 Grad Aspekt. Also wenn der eine Planet eben Stier, der andere im Wassermann ist. Da brauchen die gar nicht exakt jetzt 90 Grad haben. Also es ist völlig wurscht. Das reicht, dass die in den beiden Zeichen sind, die diese Viertelteilung im Tierkreis haben. Es gibt aber noch was Schönes inzwischen. Vor, ich weiß nicht, ob es 50 Jahre her ist sogar schon. Da hat man sich auch überlegt, ob nicht, wenn man diese sogenannten Aspekte als Linien von Planet zu Planet einzeichnet und dann hat man da so einen ein Bild hinterher von diesen Planetenbeziehungen. Das ist etwas, was dann vielleicht ein ganzes Dreieck geben kann oder ein Quadrat oder sonst irgendso was. Wenn ich jetzt die neuen Planeten, Uranus, Neptun, Pluto, nehme, sein, dass sich da irgend so ein Gesamtbild ergibt, wo man sagt, boah, sieht da doll aus, David, Sternen oder sonst irgendwas, oder sieht aus wie ein Briefumschlag und so, dann hängt das natürlich davon ab, welche Planeten man in der Zeichnung berücksichtigt. Also da sieht man auch schon, dass auch bei so einer ganzheitlichen Betrachtung das schon eine Rolle spielen kann. Petra: Und dann hat man ja dem Briefumschlag auch noch etwas anderes zugestanden als dem Dreieck und hat ja eigentlich auch noch dann dahinterliegend, was sind Sachen, die vielleicht kritischer betrachtet werden könnten oder dich sozusagen etwas herausfordern und was sind Sachen, die die unterstützen. Also auch da ist ja dann einer, je nachdem wie eng ich es fasse, habe ich mehr Herausforderungen im Leben oder Unterstützer als vielleicht auf andere Artenweise. Dr. Bernhard Firgau: Ganz genau. heißt, ist, da lauter günstige Aspekte sind, vielleicht optimistischer gestimmt, als wenn da so herausfordernde, feindliche Aspekte sind, wo man sich dann sagt, wie überlebe ich denn das jetzt im nächsten Jahr? Und das so ähnlich. Da sind wir dann natürlich schon bei der Frage, was kann sowas denn überhaupt bedeuten? Und wir sind ja noch bei der Wahrnehmungsgeschichte gewesen, wie man eben so einzelne Faktoren da ausfiltert oder so. Und dann gibt es natürlich Petra: Wird schwer. Dr. Bernhard Firgau: noch den Fixsternhimmel. Manche Astrologen gucken auch danach, ob ein Planet sich in der Nähe Fixsterns aufhält. Es gibt so paar Fixsterne, die im Altertum als die sogenannten Königsterne zusammengefasst wurden, wo man sagte, wenn da einer seine Sonne dort hat, dann wird er es zu höheren Würden bringen. Der berühmte Regulus, der am Ende vom Löwen gewesen ist und vor einigen Jahren in die Jungfrau gewandert ist. Also solche Sachen gibt es auch und Fixsterne gibt es ja ohne Zahl. sich mein Hintergrundbild ansieht, mag das Symbol dafür nehmen, dass es Sterne ohne Zahl gibt. da kommt man ja ins Ufer los und man muss irgendwo wie ein Karikaturist, der mit fünf Strichen eine Person erkennbar aufs Blatt zeichnen kann, der sagt, das reicht, dass die Leute das Wesentliche erkennen und das ist die Herausforderung bei einem Astrologen, dass er sagt, also ich kann nicht in jede Ecke hinein leuchten, ich muss dann eben doch auch mal Mut zur Lücke haben. Petra: ja, was wir noch gar nicht hatten, Vanlillet, Chiron, Limonknoten, Glückspunkte. man hat ja noch viele Möglichkeiten, wie du sagst, das zu ergänzen und ganz klar, da kann der Karikaturist schon sehr viel zu tun haben, bis er das Bild hat. Und ich glaube, dann kommt man ja auch schon ein bisschen an den Punkt zu sagen, wenn man es reduziert, kommt man vielleicht eher an, wie soll ich das sagen, die Essenz oder vielleicht an Grundsätzliche Themen und je mehr ich einbinde, ich entweder sagen, ich nehme den einen oder anderen Punkt dazu für eine bestimmte Fragestellung oder gehe vielleicht noch mal ins Detail, oder? Dr. Bernhard Firgau: Wenn also ein Klient nach einer Beratung beim Astrologen aufsteht und sagt, meine Güte, eine Stunde lang hat er jetzt über dieses Ding erzählt. Was hat er denn eigentlich gesagt? Was nehme ich denn jetzt hier im Kopf mit nach Hause? Dann hat man so das Gefühl, der sieht den Wald vor Bäumen nicht. Dann ist möglicherweise zu viel gesagt worden. Und dann ist die Aufgabe des Astrologen vielleicht auch zunächst mal ein bisschen das auf Wesentliches zu begrenzen oder die Aufmerksamkeit erst mal auf wesentliche Punkte zu lenken. vielleicht hinterher zu sagen, können ja... vielleicht eine zweiten Sitzung oder wenn sie das Bedürfnis haben, da nochmal nachzufassen, können wir vielleicht das eine oder andere Detail noch etwas vertieft besprechen. Das soll natürlich nicht dazu führen, dass der Astrologe versucht sich da Dauerkunden heranzuziehen, indem er sagt, also jetzt hier ein bisschen kriegste mal zu sehen von meiner kostbaren Weisheit und für die nächsten 100 Euro kriegst du dann also nochmal 10 Prozent. Das kann es natürlich auch nicht sein. Das ist jetzt mal nur am Rande. Petra: Das sind dann Aussagegrenzen der monetären Art, die dann vielleicht manchmal überschritten werden. Ich glaube, es ist ja auch ein Unterschied, ob man jemanden mit seinem Geburtshoroskop sozusagen berät für Grundsätzlichkeiten, die man erstmal anspricht, oder ob man dann auch in die Transite geht, in bestimmte Themen geht, wo quasi man wirklich an bestimmten Punkten, mit denen jemand vielleicht immer wieder konfrontiert wird, mal etwas... mit ihm arbeitet, vielleicht das falsche Wort, aber einfach auch unterstützen kann, ⁓ zu sagen, ein paar Sachen wollen hier vielleicht auch einfach mal gesehen werden. Das erleichtert ja dann auch, oder? Dr. Bernhard Firgau: Das ist auf jeden Fall so. Es gibt natürlich auch Sachen, wo die Leute so Fragestellungen vielleicht im Hinterkopf mitbringen. Manchmal gibt es beim Fernsehen Diskussionen, was kann denn die Astrologie und so weiter und es ist doch alles Quatsch und die funktioniert nicht. Und da kommt man dann manchmal an das sogenannte Häuserthema. Also in der Astrologie, da guckt man nach den Tierkreiszeichen, wo im Jahreslauf die Planeten gerade stehen. Und in der Tageszeit bildet sich dann ab, ob jetzt ein Planet gerade aufgegangen ist oder in der Mitte des Himmels steht oder untergeht oder unterm Horizont. Und das wird dann in zwölf Abteilungen gegliedert, sogenannte Häuser, die dann sagen, in welchem Lebensbereich denn eigentlich sich da irgendwas abspielt, was mit diesen Planeten zu tun hat. Und jetzt Haken da manche Naturwissenschaftler mit Recht ein und sagen ja, könnt ihr uns das mal erklären, diese Häuseeinteilung und so weiter, die fällt ja irgendwann in sich zusammen, wenn man Geburtsorte hat, die da irgendwo am Polarkreis sind oder so ähnlich. Da hat man dann plötzlich drei Häuser, die sind dann da auf 50 Grad oder so was zusammen geschrumpft zusammen und die anderen auf, weiß nicht wie viel, zig. Das ist ja gar nicht mehr gleichmäßig verteilt und die meisten Astrologen, ducken sich dann erstmal weg und sagen, das ist halt so und das ist halt Tradition. statt dass sie einfach mutig nach vorne schauen und sagen ich weiß gar nicht was ihr wollt. Die Astrologie hängt sich ja an an die Astronomie. Jetzt möge man sich mal vorstellen ein Weltreisender reist an den Nordpol. Der steht mitten auf dem Nordpol. holt sich seinen Kompass raus. Der Kompass kann natürlich nicht viel sagen, wo Norden und Süden ist. ist ja genau auf dem Nordpol. Und dann sagt er so, jetzt möchte ich eigentlich mal gern nach Westen reisen. Und dann wird der Nordpol sagen, du hast wohl einen Vogel, hier gibt es gar keinen Westen. Wenn ich auf dem Nordpol stehe, ist alles, wo du hingehst, immer Süden. Das heißt, die klassische Orientierung Ost-West-Nord-Süd, die bricht auch für die ganz normale Geografie zusammen. Und auch unsere Zeitrechnung, die bricht zusammen. In der Polargegend habe ich nur eine Nacht und einen Tag im ganzen Jahr. Und wir definieren doch immer so im normalen Alltagsgebrauch, ein Tag ist einmal Tag, einmal Nacht. 365 mal im Jahr. Also auch diese Betrachtung, die wir in der Astrologie angehängt haben an die Naturwissenschaft, hängt an einer Naturwissenschaft dran, die auch Grenzen hat. Petra: Das hat Naturwissenschaft definitiv. Wir alle wissen, es gibt wunderbare Sachen, entdeckt werden. Und manchmal geht die Naturwissenschaft dann wieder eins weiter und merkt, dass die einzige Erklärung, die man davor hatte, vielleicht nicht ausreichend war oder man neue Erkenntnisse hat. Und ich glaube, ist ja auch klar, die Astrologie hat mit vielen Analogien zu tun, aber auch hier ein immer mehr feineres Reingehen, zu sagen, damit wird ... einiges ja nicht außer Kraft gesetzt. Man nehme jetzt die klassische Astrologie, die bei Saturn aufhört, man nehme die Erweiterte. Deswegen ist das ja nicht falsch, was gemacht wird, sondern es ist dann vielleicht der Versuch, noch spitzer oder dedizierter in Themen einzutauchen, oder? Dr. Bernhard Firgau: Ja, das ist einfach in Wachstum begriffen, unser Weltbild schon immer. Und die Leute, die ihren Alltag bewältigt haben, die konnten damit im Mittelalter ganz gut leben, dass beim Saturn es mit den Planeten aufhörte. Und heute jemand, in seinem Alltag ist, der interessiert sich vielleicht überhaupt nicht dafür, wie viele Planeten Himmel die Erde scheinbar umkreisen. Wirklichkeit umkreisen sie ja die Sonne, das wissen auch die Astrologen, aber man nimmt ja die Perspektive von der Erde aus, weil der Mensch auf der Erde lebt. Petra: das 360 Grad Polaroid ⁓ mich herum zum Zeitpunkt der Geburt. Ich fand das eben auch sehr spannend, gerade das Dazunehmen der Häuser geht ja schon ganz weit weg von der Beliebigkeit der Aussagen in den Zwölftierkreiszeichen. Denn wenn ich dann nochmal die zwölf Häuser darunter lege, dann habe ich schon mal zwölf mal zwölf und wenn ich dann noch die Beziehungen der Planeten dazunehme, dann komme ich schon in eine gute vierstellige Zahl rein, was hier an Unterschiedlichkeiten der Bezüge und Interpretationen ist. Und das ist schon ganz schön tiefgehend. Dr. Bernhard Firgau: Ja, daran kann man auch den Unterschied zu den Zeitungshoroskopen sehen. Ein Zeitungshoroskop, man kann sowas durchaus professionell machen, ernsthaft, aber es ist eben eine ganz enge Auswahl von den Faktoren, die man astrologisch dann im Blick haben kann. Die gucken nämlich in erster Linie darauf, wo ist denn die Sonne. Also wenn einer Ende April geboren ist, Tier, Kreiszeichen, Stier und dann gibt es dann eben so ein Fünfzeiler in der Illustrierten oder wo auch immer und da ist dann was den Tieren jetzt alles wiederfährt oder glücklich, unglücklich und so weiter, da guckt man nur auf die Sonne und alles andere wird meistens ausgeblendet und das mit den Häusern, was ja von der Uhrzeit abhängig ist am Tag der Geburt, wann man geboren ist, das kann da überhaupt nicht berücksichtigt werden. Also es ist wirklich eine ganz ganz grobe Einteilung, die dort stattfindet. Petra: die garantiert in einigen Grundeigenschaften resoniert, aber natürlich nur ein ganz kleiner Ausschnitt ist, genauso wie natürlich, wenn man rein auf was passiert heute, die auf die Rückgleichsläufigkeit eines Planeten zu einem ganzen Volk nimmt. Man sagen kann, okay, das sind schöne Anregungen, aber natürlich wird es nicht für jeden Einzelnen das Gleiche bedeuten, denn dann wäre es natürlich ein bisschen zu eindimensional, oder? Dr. Bernhard Firgau: Wir haben auch unterschiedliche Kulturen und unterschiedliche Ausprägungen der Astrologie. im Westen hat sich etabliert die Tierkreiszeichenorientierung. Also die meisten sagen ja, also ich habe jetzt noch euch im Fernsehen eine Dokumentation gesehen. Die haben sich doch alle verschoben hier die Sternbilder und so weiter. Und dann muss man natürlich das auch erklären. Der Tierkreis ist ja nur eine exakte in zwölf Abschnitte Petra: Ja. dann Dr. Bernhard Firgau: eingeteilte Einteilung des Jahreslaufs, das ist also im Prinzip wie Zifferblätter auf der Uhr eingeteilt sind in zwölf Abschnitte. So ist es mit dem Tierkreis Zeichen, das ist nur ein Zeichen, was halt, das ist die Verwirrung, mit den Sternbildern oft namensgleich ist und die Sternbilder, das sind die richtigen Sterne am Himmel, die man mit dem Fernrohr auch sehen würde und das hat mit der Astronomik Petra: die sind natürlich unterschiedlich großen. Dr. Bernhard Firgau: Ja, ganz genau. Also die haben nicht diese 30 Grad mal 12 und das ist also im Westen diese 3 Einteilungen in 12 gleiche Zeichen. Ganz anders ist das in sogenannten Vedischen Astrologie, da wird auch noch drum gestritten, ob es sowas überhaupt gibt. Die gehen nach den Sternbildern. Und die Sternbilder sind ja nicht gleich breit am Horizont und da hat man also diese exakte Zwölfteilung eben nicht. Und wenn dann jemand zu einem Astrologen in Indien geht, dann deutet der das Horoskop eben ganz anders auf einer anderen Grundlage als der Astrologen jetzt in Berlin. Petra: wäre mal sehr spannend, das Horoskop, sein Horoskop in zwei Weisen deuten zu lassen, ob nicht dahinter dann doch wieder von der Grundessenz die gleiche Aussage ist. Denn wie bei vielen spirituellen Sachen kommt man ja auch auf vielen Wegen und Zugängen trotzdem zu den gleichen Ergebnissen auf seine Themen oder seine Fragestellungen. Hast du das schon mal gemacht? Dr. Bernhard Firgau: Also das ist natürlich eine spannende Fragestellung. In vielen Fällen gibt es solche Erfahrungen, dass jemand sagt, ich war bei Astrologen von diesen zwei verschiedenen Kulturprägungen und die haben im Wesentlichen doch das Gleiche zu mir gesagt. Das heißt, da kann der Astrologe vielleicht tatsächlich aus der Ganzheit dessen, was er da sieht, etwas herauslesen, was sich so rein rechnerisch, wie man das sich jetzt bei der künstlichen Intelligenz heute vielleicht vorstellt oder erhoffen mag, nicht möglich wäre. dann das ganzheitliche. ist schon der menschliche Faktor, spielt da auch eine große Rolle. Petra: und natürlich auch die Offenheit zu dem Thema. Ich glaube, das ist bei allen Sachen so. Ich glaube, wir haben jetzt hier schon den ganzen großen Bogen gespannt, ⁓ einfach mal zu sagen, für das, was wir nachher mit in Aussagen oder Aussagegrenzen nehmen können, brauchen wir natürlich die was wir überhaupt berücksichtigen, wie spitz oder locker wir die Verbindungen zwischen den Planeten sehen, die Bezüge nicht nur zu den Tierkreiszeichen, sondern auch zu den Häusern, die Möglichkeiten der westlichen Astrologie und der wedischen zum Beispiel Astrologie. selbst bei der westlichen gibt es ja unterschiedliche Ansätze, die sich auch wieder unterscheiden. Und ich glaube, als letztes können wir es nochmal kurz vertiefen, ist immer wenig darauf eingegangen. ⁓ Die Fragestellung ist natürlich auch etwas oder die Thematik, mit der jemand kommt, sehr entscheidend, oder? Dr. Bernhard Firgau: Das sind natürlich auch so die Üblichkeiten aus früheren Jahrzehnten, vielleicht auch Jahrhunderten, wo ein Mensch vielleicht gar nicht so sich als selbstbestimmt erlebt hat, sondern das Gefühl hatte, der Sternenhimmel rechnet mir genau aus, was passiert. Ich hänge da wie so eine Marionette an unsichtbaren Fäden und mit diesem Weltbild im Kopf geht er zum Astrologen und fragt dann natürlich, werde ich gesund sein, werde ich viele Kinder haben, werde ich reich sein, werde ich die Liebe meines Lebenstreffen. Also wie wenn das alles in einem Terminkalender einfach ablesbar wäre für den Astrologen. Und die Eigenverantwortung hat man da eigentlich gar nicht gesehen, sondern eher eine Fremdbestimmung durch den Himmel, lieben Gott oder den Astrologen. Petra: Es ist natürlich einfach, man jemanden hat, einem sein Schicksal voraussagen kann. Es ist genauso frustrierend oder eigentlich auch passiv, denn dann geht man wirklich von der Annahme aus, man ist eine Marionette und fremdbestimmt. Und ich glaube, da hat sich die Einstellung zum selbstbestimmten Leben sehr geändert und damit auch natürlich ein Astrologer, der Unterstützung oder Impulse gibt und nicht einem sagt. Dieses Problem wirst du nie lösen. Hoffe ich! Dr. Bernhard Firgau: Es gibt natürlich immer noch, das weiß ich meine Kolleginnen, die beratend tätig bin. Ich bin ja eher der forschende Astrologen, nicht der beratende Astrologen. Und wenn diese beratenden Astrologinnen dann erzählen, gibt es immer noch nicht wenige Menschen, die mit dieser Erwartung kommen und so eher so was hellsichtiges und wahrsagermäßiges von ihrem Astrologen oder Astrologin erwarten. Gibt es immer noch zahlreich. Petra: Man sieht Angebot, Nachfrage und das große Ganze. Ich würde sagen, damit sind wir für unsere heutige Folge schon am Ende angekommen. Lieber Bernhard, ganz, ganz vielen Dank. Und beim nächsten Mal, jetzt haben wir ja sozusagen die Rahmenbedingungen geklärt, steigen wir dann mal ein in das ganz spannende Thema für Aussagegrenzen bei biologischen Zwillingen. Denn das ist doch immer wieder ein Thema, wo man sagt, was soll sich denn da noch groß unterscheiden? Eigentlich müssten sie dann ja den gleichen Lebensweg vor sich haben. In dem Sinne, herzlichen Dank nochmal und bis zur nächsten Folge. Tschüss! Dr. Bernhard Firgau: Bis zum Mal.