Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / Aus Magnificent Seven werden Magnificent Ten - Müssen ETF-Anleger die Zeche zahlen?
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- Und wir sprechen heute über die Magnificent Seven, also die glorreichen Sieben. Und wenn ihr euch so ein bisschen mit der Börse beschäftigt, dann wisst ihr, das sind keine Superhelden, jedenfalls keine aus dem Kinofilm, sondern wir reden von den sieben größten und einflussreichsten Tech-Unternehmen der USA, die den Aktienmarkt in den letzten Jahren dominiert und vor allem angetrieben haben. Und wenn ich sage, Raimund, letzte Jahre, dann schwingt da so ein bisschen mit, das könnte vielleicht Vergangenheit sein, da könnte sich was getan haben. Ja, wir haben nämlich gleich einen spannenden Gesprächsgast, der genau sagt, aus den Magnificent Seven, also den Chlorreichen Sieben, könnten die Chlorreichen Zehn werden. Und was das für Folgen haben könnte, darüber reden wir jetzt. Aber vielleicht mal ganz kurz zunächst zum Einordnen, wer sind denn die Chlorreichen Sieben überhaupt? Da fällt ja vielen beim Aufzählen oft, fehlt immer einer. Also es sind tatsächlich drei mit A, Alphabet oder Google, Apple, Amazon, dann kommen Microsoft, Nvidia, Meta und Tesla. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen. Und ja, und jetzt haben wir einen spannenden Gast dazu. Genau, das waren sieben Stück, von daher passt das rein. Und genau, Herr Held wird uns heute sagen, warum es nicht sieben, sondern zehn sind. An der Stelle erstmal einen schönen guten Tag. Schön, dass Sie bei uns sind. Direkt die Antwort bitte. Was ist Ihre These? Warum sind es demnächst mehr als sieben? Guten Tag erstmal, vielen Dank für die Einladung und für die Möglichkeit. Ja, warum sind es dann bald zehn oder sogar noch mehr? Wir müssen natürlich auch ganz klar sehen, dass wir sehr, sehr große IPOs in der Pipeline haben. Jetzt mit dem ersten mit SpaceX im Juni geplant. Dann folglich aber auch noch natürlich die OpenAI-IPO und Anthropic-IPOs, die angekündigt sind für 2026. Das heißt, man muss hier von einer Ausweitung dieser glorreichen Sieben, War ein toller Film, nur mal am Rande bemerkt. Ja, in der Tat. Und da ist natürlich dann eine Einflussgröße für den Gesamtmarkt dadurch gegeben. Damit muss sich jeder Investor auseinandersetzen. Für uns, für die Etiennea, wir sind aktive Manager, wir sind also keine passiven Manager, wir sind keine Index-Tracker. Aber auch wir müssen uns natürlich mit den Namen, den Bewertungen und natürlich auch mit der Perspektive des Marktes auseinandersetzen. Darüber wollen wir heute auch sprechen. Ja, jetzt habe ich noch etwas nachzuholen. Wir haben jetzt Ihren Vornamen gar nicht vorgestellt. Sie heißen Jörg Held und sind eben von einer aktiven Fondsfirma, nämlich von Etinea. Und deswegen reden wir jetzt auch, aber nicht nur über aktive Fonds, sondern auch über passive. Das sind also die, die ja nur irgendwelche Indizes nachbilden und für die gerade könnte das ja auch Konsequenzen haben. Um es nochmal zusammenzufassen, also zu den sieben kommen aus ihrer Sicht dann demnächst SpaceX, die kommen ja schon Anfang Juni dazu, dann möglicherweise noch Anthropik und OpenAI. Jetzt gibt es ja im Vorfeld schon so eine Art Vorbereitung auf diese Börsengänge, da haben nämlich die Indexanbieter, zum Beispiel S&P, also den S&P 500, da haben die ihre Regeln geändert, was genau ist da passiert? Also es handelt sich da natürlich um die Regeln, wie ein Kandidat in einen Index aufgenommen werden kann. Die Exchange Traded Funds, wie man sie nennt, sind passive Investoren. Das heißt, die replizieren diese Indizes, die diese Indexanbieter eben publizieren. Und dazu gibt es natürlich ein Regelwerk, was sehr fundiert und komplex ist, was einem den Eintritt in den Index ermöglicht oder nicht ermöglicht oder unter gewissen Parametern ermöglicht. Und da ist eben aufgrund dieser Größenordnung, wir reden über zwei Trillionen eben für SpaceX, ist natürlich jeder dieser Indexanbieter in sich gegangen, weil er natürlich auf der guten Seite mit dem guten Herrn Musk, aber auch natürlich mit den Indexanbietern auf der ETF-Seite letztendlich dann auf der richtigen Seite sein möchte, ist natürlich eine Diskussion und eine Diskussion. Ein Denkprozess losgeschlossen worden, ob man nicht dieses althergebrachte Regelwert aufweichen muss, um zum Beispiel den Eintritt einer so großen Gesellschaft wie SpaceX schneller in dieses Indexkonstrukt ermöglichen zu können. Das ist erstmal der Grundrahmen. Zu diesen Indexregeln gehören natürlich die Marktkapitalisierung. Dazu gehört die Profitabilität eines Unternehmens. Dazu gehört natürlich auch die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Das heißt, gibt es diese Gesellschaft erst ein paar Monate oder gibt sie schon Jahre? Und da ist natürlich auch das ganz große Schlagwort Governance mit dabei, was natürlich dann auch, sage ich jetzt mal, insbesondere für fundamentale Investoren sehr, sehr wichtig ist, dass die Gesellschaft eben auch sauber ist. Das heißt, man geht dann auf diese Prospekte von der Index-Anbieterseite, die jetzt ja auch für das IPO von SpaceX, veröffentlicht wurden, schaut sich die dezidiert an und schaut sich an, wie würde dieses Unternehmen dann letztendlich in den Index gelangen und ist es in dem Index schnell genug reflektiert, damit der Markt eben auch das korrekte Abbild hat von solch großem. Um es jetzt nochmal konkret zu machen, Entschuldigung, dass ich Sie unterbreche, sind diese Indexregeln jetzt schon geändert worden oder sind das nur Überlegungen, diese Regeln zu ändern? Das kommt ganz auf die Indexanbieter darauf an. Es ist natürlich bei der Nasdaq, ist es schon zu der Veränderung gekommen. Die wurde am 1. Mai 2026 schon bereits live gestellt. Also für den Nasdaq-Index, den Nasdaq 100. Genau, und da soll ja auch SpaceX dann letztendlich auch gelistet werden. Ja, und was wurde da konkret geändert? Also es wurde konkret geändert, dass also diese Fast-Entry-Regel zum Beispiel für die Top 40 bewerteten Unternehmen nicht mehr erst nach 15 Handelstagen im Index auftaucht, sondern bereits eben nach sieben. Das heißt, diese alte Seasoning-Regel, die eben besagte, man muss erstmal eine gewisse Anzahl von Tagen überhaupt im Markt sein, fällt weg und ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass einfach eine 10%ige mindestens frei verfügbare Aktienquote wegfällt. Das heißt, wenn ein SpaceX mit nur 5% seiner Marktkapital, seiner teilszeitlichen Marktkapitalisierung an den Markt geht, wäre diese Regel gebrochen worden. Und damit ist diese Regel weggestrichen worden und somit ermöglicht es dem Indexanbieter diese SpaceX-Aktie sozusagen sofort nach einer relativ kurzen Fristigkeit von ein paar Tagen, zwei Wochen, letztendlich in den Index aufzunehmen. Also die schnelle Aufnahme ist es wohl. Gut, das scheint jetzt auf den ersten Blick nicht allzu dramatisch. 15 Tage bisher, dann sieben Tage halt jetzt. Naja, geht ein bisschen schneller. Dann die 5%-Regel, also müssen nur 5% des gesamten Kapitals jetzt börsennotiert sein. Ist das denn bei SpaceX der Fall oder kommen die auf die 10? Momentan sind ja 4 bis 5 vorgesehen. Die Zahlen sind sehr, sehr fließend. Anfangs hat man von 40 Milliarden gesprochen, bei einer, wie gesagt, Marktkapitalisierung insgesamt von 2 Trillionen. Jetzt redet man von mittlerweile 80 Milliarden. Also wir kommen dann schon Richtung 4-5% hin. Man darf natürlich auch nicht vergessen, der IPO-Prozess ist ein offener Prozess. Das heißt, man kann hier die Größenordnung nochmals anpassen nach US-Regeln und in dem Moment müssen wir davon ausgehen, dass wir irgendwo um die 5% erwarten können und damit wäre natürlich eindeutig diese Regel gebrochen worden. Also genau, SpaceX wäre tatsächlich mit der 10%-Regel nicht in den Nasdaq 100 gekommen, kommen jetzt möglicherweise rein. Wie sieht es denn in Sachen Profitabilität aus? Wir wissen ja, dass SpaceX nach wie vor Verluste macht. Spielt das eine Rolle? Absolut. Es ist natürlich ganz klar, dass mit 2025 und der Freigabe der Prospekte natürlich auch die Resultate von 2025 publik wurden. Das heißt, wir reden hier von knapp 5 Milliarden Verlust. Und das ist natürlich ebenfalls eine Regel, dass wir natürlich auch sagen müssen, eine gewisse Profitabilitätsanforderung gehört zu den Indizes eben auch dazu. Und das ist insbesondere im S&P 500 der Fall. Und da muss man natürlich dann auch sagen, okay, ist das nicht zum Schutze des Anlegers gedacht, ist es nicht dafür gedacht, dass man ganz einfach qualitativ Schwerpunkte setzt und nicht quantitativ Schwerpunkte setzt. Also quantitativ dann jetzt die Gesamtmarktkapitalisierung gerechnet, sondern insgesamt. Und da muss man natürlich auch verstehen, dass wir in der heutigen Zeit, in dem Zyklus, in dem wir jetzt sind, natürlich sehr, sehr hohe R&D und Entwicklungskosten neuer Technologien vorherrschend sind. Von daher glaube ich, dass man eine Gesellschaft, die nicht profitabel ist, zweifelsohne in den Index aufnehmen muss, weil es natürlich ganz klar zukunftsträchtig ist und wir uns in einem solchen Zyklus befinden und damit auch die Aufmerksamkeit der Investoren weltweit. Ja, aber die Frage ist ja, welche Folgen hat das? Sie haben ja von einem roten Teppich gesprochen, der Indexanbieter für eben SpaceX, OpenAI und Tropic. Hat das noch was mit neutraler Indexlogik zu tun? Wie ich Sie jetzt verstehe, sind dann tatsächlich da Fragezeichen, die man machen muss. Manche sprechen ja schon von so einer Art Marktmanipulation durch die Hintertür. Gehen Sie da mit? Da gehe ich mit, nur muss man natürlich auch verstehen, es sind natürlich verschiedenste Interessen damit verbunden. Zum einen haben sie die alten Investoren, Investoren sind ja Geldgeber letztendlich, die SpaceX unterstützt haben, mit Krediten insbesondere und da im Gegenzug natürlich dann mit Aktien entlohnt wurden oder synthetischen Aktien entlohnt wurden. Und die drängen natürlich jetzt dann auch auf die Realisierung dieser Buchgewinne. Das heißt, Sie müssen natürlich dann jedes Jahr ein solches Unternehmen, was nicht börsennotiert ist, auch bewerten. Und immer wieder die Bewertung stattfinden zu lassen über neue Kreditvergabe ist sehr, sehr schwierig. Es wird dann sehr, sehr komplex. Und dann muss man natürlich auch sehen, wie schwer die Anteilseigentümer dadurch eben beeinflusst sind und wie wichtig es geworden ist, dass man eine börsennotierte Bewertung ablesen kann, die sich dann natürlich im Buchwert letztendlich bei diesen Investoren dann auch widerspiegelt. Das heißt, man muss ganz klar differenzieren, wer hat ein Eigeninteresse an einem IPO, das sind die Altaktionäre und die Investoren. Wer soll das Interesse denn auffangen letztendlich und da ist natürlich ein großer Bestandteil der Marktflows, wie man es so schön nennt, natürlich durch den passiven Produkte getrieben. Das heißt, Sie müssen davon ausgehen, dass bis zu 60 Prozent des Aufkommens über die passiven und systematischen und über die Mutual Funds letztendlich gesteuert wird. Und das ist natürlich gewaltig und dann möchte man diese Käuferschaft natürlich schaffen. Und das ist eigennützig, da bin ich voll und ganz bei Ihnen. Das ist eine Manipulation bis zu einer gewissen Art und Weise, aber ist natürlich sehr, sehr gut geplant und vorhersehbar gemacht worden, sodass man auch die Ströme an sich binden kann, die man auch braucht. Was das jetzt tatsächlich für die Millionen von ETF-Sparern bedeuten würde, darauf kommen wir gleich noch, aber ich denke, wir sollten nochmal einen Schritt zurück machen, jetzt nochmal zur Erklärung. Also wer einen ETF spart, der den Nasdaq 100 nachbildet, der ist dann schon mal betroffen. Wie genau, das klären wir noch. Was ist denn mit den anderen Indexanbietern, vor allen Dingen eben mit dem S&P 500 Index? Sind da auch schon die Regeln geändert worden oder wie ist da der aktuelle Stand? Die geplante Umsetzung ist der 8. Juni und wir planen momentan, so was uns die Konsortialbanken sagen, Das Listing um den 12. Juni herum, also kurz vorher. Diese Konsultationsphase ist abgeschlossen, aber wir haben jetzt noch keine finale Entscheidung bekommen. Da steht ganz klar zum fraglichen Zeitpunkt eben diese Seasoning-Regel insbesondere steht an. Das heißt, soll diese, die aktuell bei zwölf Monaten steht, auf sechs Monate halbiert werden. Das heißt, die Wartezeit, bis der Name in den S&P 500 aufgenommen werden kann, um die Hälfte verkürzt werden. So, das ist das eine. Aber gleichzeitig ist es natürlich auch diese 10%-frei verfügbare Aktienregel und die Profitabilitätsregel, die wir schon angesprochen haben. Also das sind offene Fragen, die wir momentan noch nicht finalisiert von diesen Indexanbietern haben. Aber die sollen jetzt in den nächsten Tagen eben noch definitiv geklärt werden, weil es natürlich auch sehr, sehr wichtig ist für die Konsortialbanken zu wissen. Wie ist denn Ihre Einschätzung? Wird auch S&P die Regeln ändern, dass SpaceX aufgenommen werden kann, jetzt eben dort nach sechs Monaten? Ich denke mit einer Dominanz, die ich schon angesprochen habe. Das heißt, wir reden von 14,7 Billionen Anlagevolumen in den US-Märkten und das über ETF-Strategien. Das sind 18,60 Prozent der globalen ETFs ausstehend. Davon allein sind 11,6 Billionen, also knapp 80 Prozent in US-Aktien-ETFs. Also diese Dominanz auf weltweiter Basis ist natürlich enorm. Und da kann sich ein Indexanbieter dieser Größenordnung, ob das S&P, ob das Nasdaq ist, ob das der Fuzzi, Russell ist oder auch die MSCI-Gruppe ist, die können sich dem nicht entziehen. Das heißt, man muss sich mit diesem Thema auseinandersetzen und man muss sich fragen, inwieweit muss ich meine Regeln auflösen, weil das, was mir der Markt geben wird, die Aufmerksamkeit, die diese IPO-Phase auf sich zieht, bereits jetzt. Auch wiedergespiegelt in diesem Podcast, ist natürlich kaum zu umschiffen. Und in dem Moment gehe ich sehr stark davon aus, dass sich diese Indexanbieter alle auf dieses IPO einstellen werden. Nicht unbedingt und vielleicht hier ein bisschen Salz in die Suppe, natürlich nicht unbedingt für Investoren mit privatem Hintergrund, die es natürlich in der Entscheidung finden und dann sehr, sehr schwer finden, sich für oder gegen ein Unternehmen zu entscheiden. Und die passiven Produkte müssen blindlings eben da hineinstoßen, weil sie eben replizierend sind. Ja, das ist genau der Punkt. Die Folgen für die Millionen ETF-Sparer, also zahlen die am Ende tatsächlich jeden Preis, weil, wie Sie sagen, die Indexfonds eben gezwungen sind zu kaufen und was ist dann mit diesem klassischen Gedanken von Diversifikation bei ETFs? Gilt das jetzt überhaupt noch? Die Diversifikation ist natürlich bei diesen Index-Geschichten ganz klar gegeben. Und das ist ja auch der Hintergrund, warum die Produkte eine solche große Nachfrage gefunden haben. Viele möchten diese Entscheidung der Selektion nicht treffen. Viele Investoren trauen sich das nicht zu oder viele, auch Professionelle, möchten einfach ein Index folgen. Natürlich die letzten Jahre ganz klar eine Einbahnstraße gewesen, klar es gab immer mal wieder kleine Rücksätze, aber die Arbeit ist einfach sehr, sehr komplex geworden, die im Werk sind sehr, sehr effizient geworden, sehr schnell geworden, sehr aggressiv geworden, teilweise sehr volatil geworden. Das sind alles Aufgaben, die ein Einzelner nur sehr, sehr schwer bewilligen kann und damit natürlich auch diese ETF-Sparte, die so einen rasanten Aufschwung gesehen hat. Sind wir in der Replizierung bei diesen ETFs einfach blind links dann replizierend? Das ist leider so. Das ist leider so, dass die Indexreplizierer dem folgen müssen, was der Markt ihnen zeigt. Das heißt, man sieht es in der Diversifizierung als defensives Produkt, aber man darf natürlich als Investor eines ETFs nicht verkennen, dass wir in der Situation, in der wir jetzt sind. Blindlings ins offene Messer laufen. Das heißt, man kauft unter Umständen ein Unternehmen zu horrenden Bewertungen, zum absoluten Höchstpreis aus einem Zwangskauf eines replizierenden Index- oder ETF-Anbieters, die man selbst als aktiver Manager oder als Einzelinvestor sehr wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Also, mögliche Zwangskäufe von ETF-Anbietern sind ein Problem aus Ihrer Sicht. Jetzt haben Sie aber noch was ganz anderes. Also nicht bei uns, aber ich hatte einen Kommentar von Ihnen gelesen, da haben Sie geschrieben, das was jetzt da passiert, das erinnere Sie an die 1930er Jahre, also an die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, das sind ja völlig andere Verhältnisse damals gewesen, Weltwirtschaftskrise und so weiter. Was genau, das klingt nämlich wirklich dramatisch, was genau erinnert Sie denn daran? Es ist natürlich diese Konzentration. Das heißt. Wie stark sind die Märkte momentan fokussiert auf diese Magnificent Seven oder Magnificent Ten dann bald oder auf die Fang-Plus-Gruppe, also auf die ausgeweidete Tech-Gruppe, auf die Semi-Gruppe. Also das heißt, die Konzentration auf wenige Werte und die Polarisierung der Märkte auf diese wenigen Märkte sind natürlich irgendwo in einem Zwangsbild widergespiegelt. Und das haben wir zuletzt in dieser Art und Weise nur in den 30er, 1930, da muss man sich vorstellen, wie lange das her ist. Wir sind in einer ganz anderen Welt, in der wir heutzutage leben und dass wir einfach uns wieder aus, ich will nicht sagen auf ein Bein stellen, aber so polarisiert auf so wenige Werte konzentrieren, die dann zweifelsohne eben auch Löwenanteile der Index-Performance oder unserer Performance, der Portfolio-Performance ausmachen. Kann ich mich dem entziehen als Investor oder komme ich gar nicht umher in der Denke eines Investors, wenn ich mich global investieren möchte, auch in solchen Werten mich zu exponieren und einfach das ETF, ein passives Produkt, dann zu wählen, um ganz einfach mich blind links dort hineinzustürzen. Es gibt auch positive Gründe, in SpaceX investiert zu sein. Also es gibt nicht nur negative, aber wir sprechen ja jetzt hier über die Konzentration der 1930er oder der heutigen Konzentration der Märkte und das ist eine sehr lebhafte und richtige Diskussion, da wir uns natürlich immer hinterfragen müssen, tun wir hier das Richtige oder folgen wir hier nur der breiten Masse? Man kennt das aus anderen Beispielen, wo Snowballing und solche Sachen eben Herdentriebe ausgelöst haben, die dann fatal letztendlich geendet haben. Und die gilt es ganz klar in der heutigen Zeit zu umschirfen. Das heißt, man muss schon seinen Kopf etwas einsetzen, man muss sich anstrengen und sich damit auseinandersetzen. Man muss sich damit befassen und die richtige Entscheidung treffen. Und die kann man treffen. Ja und das beschreibt ja ganz gut den Job eines aktiven Fondsmanagers, deswegen ist es schön, dass wir mit Ihnen sprechen. Wie ist Ihre Einschätzung vielleicht jetzt zum Schluss dieser Folge? Wird aktives Fondsmanagement durch diese Entwicklung, die wir jetzt beschrieben haben in den letzten Minuten, wieder attraktiver, also auch für den Kunden selbst, weil man eben nicht gezwungen ist, diesen Hype automatisch mitzukaufen? Gehen Sie davon aus, dass die Menschen da nochmal umdenken und vielleicht bewusst dann auch nochmal umschiften in Ihrem Portfolio? 100 Prozent. Also ich glaube, und deswegen freue ich mich auch über die Einladung zu diesem Podcast so sehr, dass natürlich das genau die Punkte sind, wo der aktive Manager gefragt wird. Der aktive Manager muss diese Entscheidung, ja oder nein, Daumen hoch, Daumen runter, muss diese Entscheidung eindeutig treffen. Und wie gesagt, das sind natürlich Komponenten am Wirken. Wir sind keine Index-Tracker. Ich setze mich eigentlich mit den Indizes herzlich wenig auseinander. Leider Gottes muss man sich damit auseinandersetzen bis zum gewissen Grade, um die richtigen Entscheidungen dann gesamtbildlich auch treffen zu können. Aber für uns sind natürlich Bewertungen Entscheidungen. Für uns sind diese 5 Milliarden Entscheidungen, die Verlust waren. Für uns sind 18,4 Milliarden Umsatz von SpaceX Entscheidungen. Für uns ist entscheidend, dass eigentlich SpaceX keine echte, reine Space-Geschichte ist, sondern eigentlich eine Tech-AI-Geschichte ist. Der Löwenanteil wurde ja von Herrn Musk damit eingebacken. Das heißt, man muss sich das gesamtheitlich anschauen. Was kauft man dann eigentlich hier? Und wo sind momentan, ich will es mal auf Deutsch sagen, die Geldfresser. Die letztendlich mit hohen Investitionen belastend für diese Gesellschaft werden? Und wo sind die Gewinnbringer, also die schon profitabel sind? Und das ist ganz klar das Satellitengeschäft, das ist Starlink. Wir wissen die Nachhaltigkeit und auch den Einsatzbereich, sowohl im Mittleren Osten, wir wissen, in der Ukraine ist es eingesetzt worden. Es ist sehr, sehr viel mit SpaceX verbunden, das alles im Hintergrund schwelt. Man darf aber natürlich nicht vergessen, dass wenn man an Stücke kommen sollte, ist mal die Bewertung komplett außen vor gelassen. Die kann ich aber auch begründen, wenn Sie möchten, dass wir letztendlich über eine Geschichte sprechen, die natürlich sehr, sehr zukunftsträchtig ist, gleichzeitig aber durch einen. Dominanten Führer wie Herrn Musk geleitet wird. Das heißt, er lässt sich nicht vorgeben von Aktionärsseite, was er zu tun und zu lassen hat. Und das muss man ganz klar sagen, ich habe noch nie in meiner Karriere, die über 30 Jahre jetzt beziffert, ein solches IPO-Prospekt gesehen. Da sind sehr, sehr viele Stolperfallen drin und da muss man ganz klar sagen, da ist schon fast letztendlich der Glaube gefragt. Das heißt, es wird zur Glaubensfrage letztendlich unterm Strich. Glaube ich an das Stardom von dem Herrn Musk, der zweifelsohne einer der führenden Ingenieure der Welt und Visionäre dieser Welt ist, Kann ich mich dem entziehen oder glaube ich, dass er erstmal mein Kapital unzuträglich in die falschen Projekte hinein investiert und ich anderweitig besser investiert sein kann? Und das haben wir jetzt auch die letzten Wochen hier auf unserer Seite relativ erfolgreich gemacht. Das heißt, wir haben die Profiteure, die von einem solchen Aufmerksamkeitspunkt gewonnen werden konnten, konnten wir gut partizipieren. Die Performance spricht für sich und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, dass man diese Arbeit leistet. Ich kann jetzt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung hier in diesem Podcast aussprechen. Das gebührt mir nicht, letztendlich glaube ich, aber es sind die Kernpunkte ganz klar. Was ist mit der Governance? Was ist mit der Profitabilität? Was ist mit der frei verfügbaren Marktkapitalisierung, macht das Sinn oder kaufe ich etwas zu sehr, sehr hohen Multiplen einem Altaktionär ab, der natürlich einen Buchwert durch ein Börsenlisting benötigt. Das heißt, wenn man die Bewertung anschaut und vergleichbare Unternehmen im Space-Geschäft anschaut, und nochmal, SpaceX ist kein reines Space-Geschäft, aber wenn man andere Space-Unternehmen anschaut, dann reden wir für 2027 von der Bewertung, also Marktkapitalisierung gegenüber den Umsätzen von 30- bis 50-facher Bewertung. Das ist schon wieder gespiegelt auch ins Basics, in der Bewertung, wenn man die Forward Guidance jetzt mal annimmt und die Verdoppelung der Umsätze in 2027 voraussetzt, dann kommt man dahin. Das heißt, ich kaufe jetzt nichts, was jetzt nicht belegbar oder nicht wiedervollziehbar ist. Es ist letztendlich etwas, was man nachvollziehen kann, was ins Bild passt, aber wir gleichzeitig natürlich auch sagen müssen, sind die Bewertungen nicht zu weit gelaufen. Wir haben Anschlusstermine und müssen deshalb genau jetzt zum Schluss dieser Folge kommen. Tut mir leid, dennoch ich muss Sie am Abschluss noch einmal fragen und Sie sollen bitte nur mit Ja oder Nein antworten, werden Sie in SpaceX investieren? Das wäre eine Empfehlung, die ich hier aussprechen würde. Nein, keine Empfehlung. Ich frage Sie, ob Sie es tun werden, nach Abwägung all dieser Risiken und Chancen. Ja oder nein? Wir sind anderweitig positioniert in den gleichen Bereichen, in denen sich die SpaceX-Geschichte widerspiegelt. Von daher müssen Sie von einem persönlichen negativen Votum ausgehen. Das heißt, wir sind aktiver Manager, wir treffen die richtige Entscheidung und lassen uns dieses Kino gerne vorführen. Wir müssen von einem negativen Votum ausgehen, heißt für mich ein eindeutiges Nein. Ganz herzlichen Dank an Jörg Kelt vom Fondsanbieter Etenea und wir freuen uns, dass Sie tatsächlich heute mitgemacht haben. Wir freuen uns, dass ihr alle da draußen zugehört habt und ihr wisst ja, schreibt uns gerne an brichterundbell.gmail.com oder an unsere NTV-E-Mail-Adresse, die alte funktioniert auch noch. Wir sind gespannt auf eure Kommentare, eure Fragen, liked uns gerne und sagt uns, was euch an unserem Podcast gefällt, was auch nicht. Wir werden darauf in den nächsten Folgen auf jeden Fall eingehen. Die Fragen, die wir noch vorrätig haben, die müssen wir auf nächste Woche verschieben, weil eben wir jetzt die Anschlusstermine haben. Ganz herzlichen Dank nochmal an Sie, Jörg Held. Ciao, ciao, bis zum nächsten Mal. Danke Ihnen.