Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Martin Ritler x MOMENTUM
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Deinem Podcast, der inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählt. Mein heutiger Gast verbindet Handwerk mit Emotionen. Martin ist der Geschäftsführer der Glutform. Und er sorgt dafür, dass aus einem einfachen Raum
- 0:19ein Ort mit Atmosphäre, Wärme und Charakter geschaffen wird. Weil ein Schmine ist mehr als nur ein Feuer. Es ist ein Gefühl. Mit Martin spreche ich in diesem Podcast über ganz verschiedene Themen. Über seinen Weg in Unternehmertum. Was für Hindernisse er schon haben musste und überwinden durfte.
- 0:39Wir sprechen aber auch darüber, wie er seinen Ausgleich findet und das mit sehr viel Sport. Weil eines kann ich euch sagen, diese Energiebombe, die er ist und was er alles macht, ist unglaublich. Ich kann euch so weit sagen, dass er jeden Morgen um 4 Uhr aufsteht, schon anfängt zu arbeiten, sein Muesen liest, sein Buch lesen, Sport macht und dann seinen Tag startet. Und sein Tag ist voll gepumpt mit tollen, tollen Erlebnissen und sehr viel Verantwortung. Und darum lässt du dieses Gespräch nicht verpassen.
- 1:06Doch du weisst, wie das Ganze läuft. Bevor wir in den Podcast gehen, jetzt dein... Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp. An dieser Stelle eine wichtige Info. Und zwar, dieser Podcast wird gesponsert von Metanet. Dein Schweizer Partner für Domains, Hosting und Server. Das seit über 25 Jahren. Ich wusste damals als Jungunternehmer, dass der erste Schritt eine richtige E-Mail-Adresse und ein Domain ist.
- 1:26um vor allem Kredibilität und Vertrauen bei meinen Kunden aufzubauen. Und dass sie genau wissen, das ist mein Unternehmen. Falls du jetzt kurz vor der Gründung bist oder bereits gegründet hast, findest du hier unten in der Caption den Link zu deiner neuen Domain- oder E-Mail-Adresse. Auf was wartest du? Jetzt zugreifen und jetzt Intro ab. Ja, sehr gut. Ich muss vielleicht ein bisschen voran beginnen, oder? Weil mein Leben ist eigentlich, für mich war es schon als Kind klar, dass ich Offenbauer werde. Weil mein Vater war Offenbauer in Brigg, in Brigg-Leis.
- 1:55Und dann bin ich ja immer in den Sommerferien zufrieden gearbeitet. Darum wusste ich immer, ich werde Unternehmer. Und am Dienstag, wenn alles gut klappt, unterschreibe ich einen Mietvertrag. Dann haben wir einen Standort in meiner Heimat in Brigg. Ah wirklich? Ja. Also das muss ja...
- 2:11Ja. Also da muss ich jetzt wissen, wie kommt es zu dem? Und vor allem, wie fühlt sich das an, in der Heimat einen Standort zu haben, der dein Vater auch gearbeitet hat? Ja, genau. Wir sind in der gleichen Ortschaft eigentlich, weil mein Vater sein Geschäft gründete. Das war schon altes Thema, vier Tage die Woche. Ähm... Ja, wenn ich eigentlich für unser Nixis einfach mal gemacht habe, weil ich fand, das wäre doch etwas.
- 2:35Ich bin sicher sehr risikofreudig. Wie kann ich mir so eine Viertagewoche vorstellen in einem Betrieb, der Montag bis Samstag offen hat? Jeder Mitarbeiter arbeitet vier Tage. Du musst mehr Leute anstellen, um zu decken. Wie kann ich mir das vorstellen? So einfach ist es leider nicht. Das Thema ist riesig, die Viertagewoche.
- 3:02In diesem Fall, lieber Martin, herzlich willkommen im Momentum Podcast. Eine riesen Freude, dass du dir Zeit genommen hast. Ich habe ja schon vorher gesagt, eigentlich würde ich schon gerne ein bisschen mehr fragen, weil ich habe jetzt noch weitere Sachen erfahren. Aber bevor wir in die ganze Thematik hineingehen. Martin, wer bist du, was machst du und für was bist du ein bisschen bekannt?
- 3:24Bekannt bin ich nicht, aber grundsätzlich bin ich Ofenbauer. Ich bin der gelehrte Hafner. Für alle, die das nicht wissen, ich bringe zu Feier den Kunden nach Hause. Ein Ofenbauer baut die Schmiede, macht die Kacheläfen. Ich bin für das Gefühl, wenn man am Abend nach Hause geht, einen stressigen Tag hatte, die Schmiede entbrennt und das Zinn holt sich.
- 3:48zu entbrennen und die Sorgen vom Tag wieder verschwinden. Für dieses Gefühl bin ich zuständig in meinem Berufsleben. Grundsätzlich bin ich Unternehmer. Ich habe eine Firma, wir als CloudForm sind eine Firma, die auf fünf Standorte verteilt ist. Wir sind etwa zwischen 50 und 60 Mitarbeiter. Und ja,
- 4:09Wir leben im Bausektor, also mit allen Herausforderungen, die der Bausektor mit sich bringt, sind wir jeden Tag gefordert. Und privat, was bin ich? Ich bin 49, ich bin Sportler, ich würde sagen, ich bin Marathonläufer. Ich mache sehr gerne Sport, ich brauche das zum Ausgleich, weil ich es glücke, dass ich sehr gerne und sehr viel arbeite.
- 4:33Das ist mein Ausgleich. Ich bin verheiratet mit Isabelle, eine wunderbare Frau. Und jetzt bin ich wieder in der Stadt Zürich. In der Stadt Zürich wohnst du? Ja. Wir haben vor 7 Jahren in der Stadt gewohnt, am Schanzengraben in Zürich. Oh schön. Sie war 3 Jahre weg, sie hat einen Kantonzug gezögert. Da habe ich mir gedacht, Zürich ist schon das, was wir sein wollen.
- 4:58Und dort auch wieder der nächste Schanzengraben? Ja, wieder im gleichen Haus. Nein, komm jetzt! Wir haben einfach der Verwaltung ein Mail geschrieben, damit wir wieder zurück können und wieder gehen können. Herrlich! An den Schanzengraben habe ich ganz viel Zeit verbracht. Ich habe bei Apple sehr lange Zeit gearbeitet, also acht Jahre bei Corporate. Die sind gerade an der Löwenstrasse. Und dort in Schanzengraben habe ich ganz viel Mittagessen verbracht. Das ist eine herrliche Zeit. Ja, es ist cool. Da sind wir im Haus, unten ist das Ruz, also das vegane Restaurant. Und das Balboa, das Fitness.
- 5:27Bist du auch von Mbambua? Ja, ich bin der Stammgast. Da kennst du Dario Pozzi und all die... Ja, logisch, cool. Wobei, Dario gibt kein Training mehr in Mbambua. Gibt er keine mehr? Nein, muss ich jetzt nicht mehr. Aber er war mein erstes Training, als ich vor zehn Jahren in dieses Haus gezogen bin. Wow. Das ist mega cool, ich finde, von der Stadt, der Groove, die Energie. Ja. Es ist einfach ganz ein anderer. Mir gefällt es da sehr gut.
- 5:51Wir hören in deinem Dialekt, dass du ursprünglich kein Zürcher bist. Ich bin Stadtzürcher. Du bist vom Bündnerland? Nein, vom Wallis. Ich bin in Breitgliese aufgewachsen. Meine Frau ist auch vom Oberwallis. Darum versteht das niemand, wie zwei Walliser in der Stadt Zürich wohnen konnten.
- 6:09Aber nein, wir sind sehr wohl hier. Ja, davon muss ja Zürich wirklich so einen gewissen Vibe haben, dass sie hierher gekommen sind. Ja. Schön. Und du hast in deiner Firma bei «Glutform» 50 bis 60 Mitarbeiter. Also kann man schon sagen, eigentlich ein mittelgrosses Unternehmen. Ja. Ich würde nicht sagen, dass es ein KMU ist, sondern wirklich ein mittelgrosses Unternehmen. Das hast du wann gegründet? Wann ist das passiert? Also ich habe es nicht gegründet, sondern ich durfte es übernehmen. Aha, okay. Ich bin in dieser Firma gearbeitet, 2010.
- 6:39Die Firma heisst damals noch Markus Rüegg Feuer AG. Er hat die Firma gegründet und ich bin als Verkäufsleiter gearbeitet. Wir merkten sehr schnell, dass wir extrem gut zusammenarbeiten konnten. Dann habe ich 2013 überlegt,
- 7:00Die ersten Anteile von der Firma kaufte ich und übernahm die Geschäftsführung. Dann 2016 die Hälfte und im Jahr 2020 den Rest. Aufgrund der Pensionierung von Markus Rüegg machten wir die Umbenennung in Glutform.
- 7:20Ich wollte einen Fantasienamen, nicht mit meinem Namen, sondern einfach einen Fantasienamen. Also «Glut» und «Fier» oder «Umformfärtsdesign», so entstand der Name. Und ja, darum so. Ich höre schon, als du das gesagt hast, ist mir gerade dieses Bild in den Sinn gekommen.
- 7:35Hat man das von der Autobahn gesehen? Markus Rüegg? Genau, genau. Das hast du ja als Weisswilfan McKay am Brütisdäller Kreuz. Seit drei Wochen steht jetzt die Clubform dran. Ich befürchte das auch. Sehr gut. Du hast im November die ersten Anteile übernommen. Ja, 2012. 2012 hast du die ersten Anteile übernommen.
- 8:00war das der erste Touchpoint in dein Unternehmertum? Ja, schon so. Wie hat sich das damals für dich angefühlt?
- 8:08Ja, sehr gut. Ich muss vielleicht etwas voran beginnen. Mein Leben war eigentlich, für mich als Kind, klar, dass ich Offenbauer werde. Weil mein Vater war Offenbauer in Brigg, in Brigg-Lies. Und da bin ich ja immer in den Sommerferien zufrieden gegangen zu arbeiten. Darum wusste ich immer, ich werde Unternehmer. Also ich wusste immer, ich werde die Lehre machen, dann werde ich in die Firma gehen arbeiten und die Firma übernehmen.
- 8:32Wenn andere Jugendliche oder Kinder nicht genau wissen, was sie beruflich machen wollen, habe ich das sehr genau gewusst. Ich bin dann weggegangen. Es ist sehr spezifisch, dass es der Offenbauer wird. Ja, es ist auch sehr selten ein Beruf. Ja, das hört man nicht so oft.
- 8:49Für mich war das eigentlich klar. Ich habe dort die Lehre angefangen und das Leben ist ab und zu anders. Ich habe leider mit 17 meinen Vater verloren. Oh nein. Mein Vater ist dann gestorben im März 2017. Wie alt war er? 46. Er hatte Herzversagen und das hat natürlich meinen Weg etwas geändert.
- 9:12Meine Mutter wollte zuerst das Geschäft weiterfeiern, aber die Mitarbeiter wollten die Verantwortung nicht übernehmen. Dann hat man die Firma stillgelegt. Du warst 17 Jahre alt? Ja.
- 9:27Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich habe meinen Vater ein paar Jahre später verloren. Mein Vater war fast 40 und ich war 24. Das ist schon sehr prägend. Ja. Wahrscheinlich war dein Vater für dich, so wie du es erzählt hast, eine sehr prägende Rolle in deinem Leben.
- 9:48Auch Offenbauer, wegen ihm wolltest du das machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein sehr einschneidendes Ereignis war. Ja, für mich war das schon so, dass es einen Moment gab, in dem ich realisiert habe, dass er nicht mehr da ist.
- 10:10dann bin ich in der gleichen Sekunde erwachsen worden. Das ändert das Leben schon und das prägt mich sicher bis heute. Vielleicht zurück zu deiner Frage. Du hast gefragt, 2011, 2012, wo war das dann prägend, diese Anteile zu übernehmen?
- 10:27Es war für mich selbstverständlich. Ich wollte Unternehmer werden, weil ich das meinem Vater versprochen habe. Wobei er mich nie gedrängt hat oder gefragt hat, ob er das mal machen will.
- 10:42Sein Vater wollte, dass er auf der Bank arbeiten geht. Er wurde dann Ofenbauer. Darum war es für mich klar, dass ich diesen Weg wählen wollte. Okay. Du hast Ofenbauer gelernt. Wie kann ich mir diese Lehre vorstellen? Ist es eine dreijährige Lehre? Oder baut man einen Kamin in einem Haus?
- 11:07Genau. Also grundsätzlich der Beruf, der jetzt Ofenbauer heisst, wie er heute heisst, früher hat es noch Hafner geheisset. Das ist ein sehr alter Beruf vom Mittelalter. Das ist ein bisschen ein österreichischer Name, weil früher hat der Hafner auch die Töpfe gemacht. Die haben im Mittelalter Kacheln gemacht, für Kacheln. Die haben auch die Töpfe gemacht und in Österreich gibt es einen Ausdruck für den Hafen, für ein Schissler. Und darum hat der Beruf dann Hafner geheisset.
- 11:36Ja, und das ist eine dreijährige Lehre. Und da gehst du alle drei bis fünf Wochen in die Schülervolte. Es gibt nur eine Gewerbschule in der Schweiz. Weil es eine sehr seltene Prüfung ist, wie gesagt. Ja, und dann machst du drei Jahre die Lehre und bist nachher auch von Bauer gelernt.
- 11:52In der Firma, in der ich damals gearbeitet habe, hat auch ich geblättet. Das machen sehr viele. Ich habe auch Blätterlecker-Lehrer gemacht. Auch als Bauer? Ja. Es sind zwei verschiedene Berufe. Ich habe dann noch die zweite Ausbildung gemacht zum Blätterlecker. Das war meine Grundausbildung. Hat das auch wieder damit zu tun, dass früher die Kachelöfen die Mosaik-Tranke hatten?
- 12:14Ja, eigentlich war es mehr so, weil der Aufbauprüf jetzt klein war und viele Firmen beides angeboten haben. Weil es vom Handwerk recht ähnlich ist. Und deshalb gibt es viele Firmen, die heute noch beides anbieten. Früher gab es sogar einen Doppelprüf, Hafner Plattenleger hat man gelernt. Wirklich? Ja. Dann kam irgendwann mal das Plättchen. Ja genau, dann ging die Lehre vier Jahre lang. Und jetzt kann man entweder das Hafner lernen und kann dann noch zwei Jahre Zusatzlehre zum Plättchenlecker machen.
- 12:42Dann hast du im ZDK um 12 die ersten Anteile übernommen. Für dich ist das wie, wie du gesagt hast, du hast deinem Papi versprochen, dass du das machst. Und dann bist du von einem Tag auf den anderen.
- 12:55Ich sage jetzt mal, du warst Anteilhaber einer Firma. In welcher Position arbeitest du? Dann wurde ich Geschäftsführer. Dann waren wir noch etwas kleiner, wir hatten einen Standort. Damals waren wir so 25 Leute. Immer in Dietligen? In Dietligen, ja. Dann habe ich diese Position genommen.
- 13:18Ich war ja auch mit ihm im Familienbetrieb, aber Markus Rügg als Inhaber. Mein Sohn hat schon hier gearbeitet. Am Schluss haben alle drei Söhne von ihm hier gearbeitet. Das war eine sehr coole Zeit. Was hast du am meisten lernen müssen? Welche Fähigkeiten hast du noch nicht entwickelt, um zu sagen, dass du ein ausgewachsener Unternehmer oder Geschäftsführer bist?
- 13:44Es gibt ja zwei Ansätze als Unternehmer. Die Verantwortung, die man zu den Mitarbeitern hat. Alles, was mit Mitarbeitern zu tun hat, habe ich heute auch noch nicht ausgelernt. Das ist ein riesiges Thema. Mitarbeiter sind halt nicht ein Werkzeug, das man polieren, waschen, putzen kann, sondern es sind Menschen mit Sorgen. Genau, richtig. Und das ist als Unternehmer eine grosse Herausforderung.
- 14:13Das Spannungsfeld zwischen dem Kundenwunsch und dem Mitarbeiterwohl. Und das zweite als Unternehmer ist sicher das ganze, was halt dazu gehört. Also die ganze Finanzierung, die ganzen Geldsachen. Was investiert man, welches Risiko gibt man ein und und und.
- 14:32Da ist man nie ausgelernt. Ich mache das zwar schon einige Jahre, aber ausgelernt hat man nie. Hast du auch Ausbildungen gemacht in diesem Bereich für Personalführung? Genau. Nach meinen Lehren habe ich nachher, sobald ich es kenne, Meisterschule gemacht. Zum Uferbaumeister oder Hafnermeister. Da lernt man eigentlich alles, was es braucht, um Unternehmer zu sein.
- 14:56Nach dem haben wir uns noch etwas verkauferisch weitergebildet. Ich habe dann noch den Verkaufskoordinator gemacht und der Eidgenössisch diplomierte Verkaufsleiter. Da lernt man auch viel mit Personalführung. Aber ich glaube grundsätzlich muss man das mal machen, dass man dann nach ein paar Jahren sagen kann, man kann es jetzt, wenn man das überhaupt jemals sagen kann. Wenn ich auch einen grossen Faktenwunsch habe, dass der Mensch nicht immer gleich ist, er ist immer verschieden. Und jede Person ist einfach anders.
- 15:25Da können wir das Fass aufmachen. Nicht nur personisch anders, sondern auch Zeiten, die sich verändern. Es kommen immer mehr Themen, die für das Individuum teilweise viel wichtiger sind als für einen selber. Und dass man da die richtige Balance findet, ist nicht immer trivial.
- 15:43Nein, das ist sehr herausfordernd. Man merkt es ja, man muss ja nicht jeden Tag gleich drauf. Und wenn eine Gruppe von Menschen zusammenarbeitet, dann sowieso. Dann muss man einfach die richtigen Leute finden. Aber es ist schon ein Spagat, den man macht. Der Kunde wird immer anspruchsvoller. Und der Mitarbeiter auch. Da sind gegenseitig die Richtigen.
- 16:09Das ist ein Problem. Der Kunde hat heute weniger Verständnis, wenn er mal warten muss. Der Mitarbeiter möchte aber gerne flexibel arbeiten. Das ist eine Herausforderung, die mit der Zeit oder mit diesen Jahren zugenommen hat.
- 16:26Ihr habt fünf Standorte. Die sind in Dietligen. In Dietligen, in Rupperswil. Rupperswil ist der griechische Standort von der Ausstellung her. In Dietligen haben wir viel mehr Schmine, also eingebaute Schmine. In Rupperswil ist mehr auf Schweden offen. Also eher Standardprodukte. So ein bisschen der Schwerpunkt. Sind das die freistehenden mit dem Rohr?
- 16:52Ein Standort in Bratlen bei Basel, in Arneck bei St. Gallen und dann noch im Kanton Obwalden, also in Kegelswil bei Arne. Und am Dienstag, wenn alles gut klappt, unterschreibe ich einen Mietvertrag, dann haben wir auch einen Standort in meiner Heimat in Brigg.
- 17:10Ah wirklich? Ja. Also das muss ja... Ja. Also da muss ich jetzt wissen, wie kommt es zu dem und vor allem wie fühlt sich das an, um in der Heimat einen Standort zu haben, der dein Vater auch gearbeitet hat? Ja genau. Wir sind in der gleichen Ortschaft eigentlich, weil mein Vater sein Geschäft gründete.
- 17:27Wir haben noch keine Mitarbeiter für den Standort, wir sind einfach auf ein Lokal. Wir sind letztes Wochenende an einem Ort vorbeigefahren und haben gesehen, dass da etwas zu vermieten ist. Wir fanden das mega cool und haben uns angeleitet und haben uns einen Zahnstecker gekauft. Das klappt.
- 17:50Am Dienstag wäre es dann so weit. Ja, genau. Der Plan ist, dass wir im Juni eröffnen können. Haben wir in allen Standorten das gleiche Konzept mit einem Showroom, in den man reinkommen kann? Ich war nur bis jetzt hier, in Dietlichen bin ich mal reingekommen. Das ist ein mega cooler Showroom, den sie haben, mit verschiedenen Öfen. Das sieht ja fantastisch aus.
- 18:16Ja, wir haben überall eine Ausstellung. Es ist nicht so gross wie in Dietligen. Je nachdem, aber Kegelswil ist um die 150 Quadratmeter, 120 Quadratmeter. Und so ein bisschen unterschiedliche Gräsene, je nach Standort. Aber es ist immer wichtig, dass wir regional vertreten sind. Es arbeiten immer Leute von der Region in diesen Standorten. Das mussten wir auch merken. Es gibt doch noch einen gewissen Kantonsrassismus. Ob Waldner wie nicht, dass ein Zürcher das Telefon abnimmt.
- 18:45Das ist schon lustig. Und jemand, der in Arneg in der Ausstellung ist, sagt mir dann, ich gehe auf die Iatliken. «Ah, Kanton Zürich? Nein, mache ich nicht.» Ja, das musste ich lernen. Ich habe das Gefühl, ich habe fünf Standorte in fünf verschiedenen Ländern. Unglaublich. Ja, das ist wirklich spannend.
- 19:05Und die anderen Standards sind eben wie eine Ausstellung. Ihr habt Salespersonal, aber auch die Monteure, sprich den Offenbauer. Genau, richtig. Ist es immer so, dass... und wahrscheinlich noch ein wenig Admin. Ja, genau. Gewisse Sachen, die wir möglichst zentral machen. Zum Beispiel ist ein Hauptlager ein Rupperswil. Und da wäre ein grosses Lager.
- 19:28Da verteilen wir die Ware, aber wir haben in jedem Standort ein kleines Lager für den Alltag. Und danach sind wir auch gleich dran, Büchhaltung, Disposition, Marketing, das läuft alles auch zentral. Da wollen wir eigentlich, dass wir die Regionalität des Standortes ausnutzen können. Wir sind auch beim Kunden, wir sind da, aber trotzdem gewisse Sachen zentral machen. Also die Rechnungsstellung wäre dann über die etlichen?
- 19:55Das macht einem Obwalder auch nichts, dass eine Rechnung von Zürich kommt? Nein, nein. Diese Rechnung wird schon vom Obwaldner verschickt. Aber vieles passiert am Hintergrund, wie die Buchhaltung, der Abschluss und so weiter. Alles mit den Versicherungen. Das passiert dann schon zentral. Man sieht, du hast eine sehr grosse Verantwortung, du hast viele Mitarbeiter.
- 20:20als Geschäftsführer verschiedene Themen, an denen du immer involviert bist. Wie kannst du gewährleisten, dass du erstens in allen Themen die richtigen und wichtigen Informationen bekommst und nicht in einen Overdrive gehst, im Sinne von einen Overkill an Informationen bekommst? Wie handelst du das?
- 20:44Vielleicht muss ich sagen, ich mache das ganz in der Leinung. Ich habe über all die Jahre, wie ich vorhin erzählt habe, immer mit der Familie Rüeg zusammengearbeitet. Nach der Pension von Markus Rüeg im Jahr 2022 hat sich das aufgehört. Seit einem Jahr haben wir mit dem Standort in Rupperswil, das war von der Firma Flamorama, Familie Gagi. Flamorama.
- 21:10Vorher war es ein Konkurrentenfeier. Wir sind jetzt zusammen hier und können das Ganze zusammen feiern. Das funktioniert extrem gut und ich bin sehr dankbar dafür, weil ich nicht der bin, der alles alleine macht. Ich liebe es, wenn man mit einem guten Team, mit guten Leuten auf Augenhöhe etwas bewirken kann. Gegenseitig die Stärken und Schwächen weiss und so agieren kann.
- 21:37Darum kann ich nicht alles alleine machen. Das hätte ich auch nicht wollen. Was sind denn deine Schwerpunkte in deinem Alltag? Im geschäftlichen Alltag? Ich sage mal, mein Schwerpunkt oder mein Ding ist sicher der Kundenbezug. Also alles was mit Verkäufen zu tun hat, Kundenberatungen oder durch das, dass ich auch mein Leben lang nichts anderes machen kann, habe ich sicher ein grosses Fachwissen. Es gibt auch etwas, was ich noch nie gemacht habe. Wobei Kundenwünsche halt immer speziell sind.
- 22:06Aber ich bin sicher der, der möglichst viel mit Kunden Kontakt hat und Kundenberatungen macht und verkauft. Schaut, dass Aufträge reinkommen. Weil ich finde als Unternehmer, der Verkauf ist einfach Chefsachpunkt. Schön, unbedingt. Das sehe ich sehr fest.
- 22:31Es sind jetzt ein paar, ich sage jetzt mal, in dieser Branche von Feuer, von Kamin, es sind viele Sachen passiert jetzt in den letzten Monaten. Stichwort «Grand Montana», wo
- 22:50Ich weiss nicht, ob das einen Touchpoint hat, auch mit dem Rest der Sicherheit, wie wenn man einen Kamin in ein Haus hinein macht, auch ich habe in meiner, wir sind oben im vierten Stock, wir haben keinen Lift, wir haben einen Kamin und ich liebe es, ein Feuer zu machen.
- 23:09Aber vor allem jetzt in dieser Zeit, in der immer wieder Dinge passieren, denkst du dir, okay, was ist wann? Was mache ich wann? Gibt es gewisse Sicherheitsvorkehrungen, die ihr treffen müsstet, von Anfang an, wenn ihr etwas konzipiert? Ja, ja, also die Brandschutzvorschriften, das ist ein Alltag. Also die Erfolge ist mein Bau, der nicht von den Behörden abgenommen wird. Das ist so etwas, was sehr, sehr reglementiert ist, was auch gut ist.
- 23:36Da sind wir in der Vollprobe. Was in Gra Montano passiert ist, ist sehr tragisch. Das hätte überall passieren können. Wir merken jetzt nicht eine Auswirkung auf unser Geschäft, aber wir merken, die Behörden sind etwas heikler geworden. Wir sagen, der Feuerschauer,
- 23:58Die Gemeinden und Ingenieurbüro, die erste Schmiede abnehmen konnten, haben viel mehr Angst und schauen jetzt zehnmal. Das habe ich auch gerade gemerkt. In der Event-Location hier oben, zwei Wochen nach dem Vorfall, hatte ich einen Termin mit der verantwortlichen Person,
- 24:19bei der Freiwilligen Feuerwehr. Die haben mir dann nochmals zwei Feuerlöscher eingestellt. Man merkt, der Druck hat zugenommen. Ich habe mit vier Polizisten und Feuerschauern gesprochen. Die wurden dann überrannt von ganz vielen Bars und Restaurants, die Kontrollen auf einmal wollten, die seit zehn Jahren keine Kontrollen mehr hatten und jetzt wieder eine wollen.
- 24:46Die Vorschriften sind relativ klar für alles, nur die Kontrolle ist nicht überall gleich. Ist das auch wieder von Kanton zu Kanton anders? Ja. Zum Beispiel im Kanton Zürich, also gerade in der Stadt Zürich, die vier Polizisten funktionieren sehr gut. In gewissen Kantonen musst du fast nichts machen. Aber wir als Fachfirma tragen so oder so die Verantwortung. Das ist auch richtig so.
- 25:12Vielleicht hat die Ausbildung des Brandschutzfachmanns viel Weiss, aber der ist nicht zu tief in unserer Materie. Darum ist es auch wichtig, dass ich als Unternehmer die Verantwortung trage. Aber es ist meistens so, wenn etwas passiert, ist die Schmiede am Schluss noch stehend.
- 25:31Das ist ja so brandschutzmässig alles richtig gemacht. Das ist halt wie das gemacht. Genau. Feier ist ja so etwas Schönes und so etwas Gutes. Und feiert aber auch, wie du gerade sagst, an Gefahrenseite. Und darum ist auch meine Aufgabe oder deine Aufgabe als Profi, das Feiern so einzupacken, dass du einfach nur die guten Sachen von Feiern geniessen kannst.
- 25:49Ich finde es ist etwas vom angenehmsten. Vor allem im Winter, wenn es draussen richtig kalt ist. Am Abend ein Feuer anzünden, ein paar Holzscheibe und dann vor dem Cheminée planieren. Das ist einfach das Schönste. Der Mensch hat schon ein bisschen Schick, oder?
- 26:08Man weiss ja, vor ein paar hunderttausend Jahren, als der Mensch das Feuer entdeckt hat. Zu dieser Zeit war der Mensch noch sehr unterentwickelt, hatte noch keine Sprache. Durch das Feuer hat er eigentlich auch zwei Sachen gelernt. Nahrung zu überreiten, durch die Erfindung des Feiers. Und zweitens hat er eigentlich auch die Gemeinschaft, also das Feierchen machen, rundherum sitzen. Und so sind eigentlich auch die Sprachen entstanden. Man hat angefangen zu singen, man hat angefangen zu tanzen.
- 26:35«Z4» war eigentlich die erste Social-Media-Plattform auf der Welt. Der Ursprung ist heute noch ein bisschen drin. Wir haben das gerade extrem gemerkt in Corona-Zeiten. Oder auch jetzt, was nicht gerade lustig ist auf der ganzen Welt.
- 26:54geniessend das Kunde etwas zu Hause haben, egal was auf der Welt passiert, ich habe mal warm in der Stube. Das merkt man schon, das tut gut. Die Frage, habt ihr rein Feuer, wo wirklich Feuer Feuer ist, oder habt ihr auch so, ich sage jetzt mal,
- 27:11Wahrscheinlich auch mit Gas zum Beispiel. Ja, wir feiern mit Holz, Gas, Ethanol. Es gibt auch für Leute, die es nicht kennen, Ethanol, das ist eine Flüssigkeit, die verbrennt. Und es gibt auch... Ist das, was im Rack liegt, auch Ethanol? Ja, das ist so eine Brennschele, aber im Prinzip ist es ähnlich. Im Prinzip ist es ähnlich. Und dann gibt es noch eine Wasserdampfschmine, das ist ein Luftbefeuchter, der beleuchtet wird, dass es aussieht wie eine Flamme.
- 27:40Was ist euer beliebtes Nonplusultra Produkt? Das klassische Minen. Wir sind sehr designaffin und machen wirklich verrückte Sachen. Bei vielen Kunden zuhause.
- 27:59Ich sage mal, das normale Holzschmiede, so auf das Produkt bezogen, aber die Designs sind schon sehr wie die Reichen, mit Stein, mit Stahl, mit Messing. Wenn du jetzt an das Design denkst, das ihr realisiert habt in den letzten Jahren, das dir immer geblieben ist, das ist so dein Vorzeigedesign, Vorzeigeprojekt, das du gekauft hast. Was würdest du sagen, welches wäre das?
- 28:19Ja sicher, es gibt viele zum Glück. Eines war sicher im Hotel Atlantis in Zürich. Das jetzige... Jetzt wurde es wieder umgebaut. Oder hier haben wir damals eine Schmiede gemacht, die Feierstelle war vier Meter lang und eine ganz spezielle Verkleidung usw. Das ist sicher etwas. Oder wir haben euch sicher... Ein prägendes Projekt war der Bürgerstock.
- 28:49Auf dem Flugstück. Da durften wir über 100 Schmienen bauen. In den Zimmern? Ja, in jedem Zimmer. Das sind alle feucht. Ja, das sind alle feucht. Das sind alles Gasschmienen. Oder eine ganze Rundung Goldmessing-Schmienen im Jabet-Tower. In Städtbach, das Haus war ein Lippenstift.
- 29:15Das 100 Meter hohe Haus, da haben wir auch sechs Männer bauen dürfen. So Sachen sind schon speziell. Der Eigentümer, oder? Ja, genau. Da ist immer wieder ein Helikopter. Das sind Brüder und Schwestern, die da oben wohnen. Oder die Familie Beerstecher.
- 29:32Das sind sicher spezielle Sachen. Andererseits hatte ich eine schöne Begegnung mit Kunden, die ein Reihenhaus gekauft haben, das umgebaut haben und vor 3-4 Jahren schon bei mir waren. Sie haben ein Ofen ausgelesen und gesagt, wir haben aktuell noch kein Geld, wir kommen wieder.
- 29:51Nach ein paar Jahren kamen sie wieder. Sie wussten genau, dass wir sie aufwenden wollten. Es war ein kleiner Auftrag, aber ein schöner Auftrag, den sie installieren durften. Danach ging ich zu den Kunden einfeiern und die ganze Familie vor dem Feier. Das waren Momente, in denen ich dachte, ich habe den Geist schon auf der Welt.
- 30:13Ja, mega schön. Wir haben gehört, du machst sehr viel, du hast viel Verantwortung, du hast viele Mitarbeiter, du hast auch eine sehr operative Arbeit. Du bist immer noch draussen bei den Kunden, machst Projekte etc. Wie kommst du runter? Wo findest du deinen Ausgleich? Wer ist Martin, wenn er nicht einen Ofen am Designen, Verkaufen oder Bauen ist?
- 30:41Ja, die Bewegung, der Sport gibt mir sicher sehr viel. Abgesehen davon habe ich auch eine wunderbare Freude daheim, was sicher auch einen grossen Teil dazu beiträgt. Aber für mich selber ist der Sport ein wichtiger Punkt.
- 30:57wenn ich einen Bereich komme, wenn ich zu mir finde. Das ist mir wichtig, dass ich fit bin, dass ich mich gut fühle. Und da habe ich einen guten Mix zwischen «Ich mache gerne Joggen, ich laufe gerne, ich mache ab und zu einen Marathon.» «Ich laufe gerne, ich jogge gerne, dann kommt aber noch der Marathon. Im gleichen Satz.» «Hast du noch nie einen gemacht?» «Nein.» «Eines Mal im Leben müssen wir einen Marathon laufen.» «Ja, aber das ist nicht ganz ohne.
- 31:26So 30 Kilometer, da wehnt dir der Körper, wenn du gar nicht gewusst hast, dass du die hast. Zum Beispiel? Einfach so, es weht dir nicht alles weh. Während mal Viktor Rötlin, der Marathon-Europameister, in Kupfa ist, hat mir mal gesagt, «Wenn ich so lange auf einem Marathon wie du wäre, wäre ich nie Läufer geworden.» Weil er viel weniger lang hat als ich.
- 31:52Wir haben gesagt, das Beste, was du machen kannst, ist für den Marathon zu trainieren und dann nicht an den Start zu gehen. Ich weiss nicht, ob es wirklich gesund ist, 42 km am Stück zu rennen. Aber ich kann es sehr empfehlen, es tut wirklich gut. Würdest du es wegen des Mentalen oder auch wegen des Physischen empfehlen?
- 32:12Mental. Mental. Ja. Also mental ist wirklich nicht aus jedem gut. Ich merke das überall, wenn man mit Leuten zu tun hat oder auch mit Mitarbeitern, die sportlich sind, die ein bisschen Sportirgiz haben. Das sind sehr oft auch sehr gute Mitarbeiter. Und ich merke das auch für mich, wenn ich es schon schaffe, so einen Lauf zu machen. Im Juli probiere ich einen Bergmarathon zu machen auf so einem Glas auf einem Gurnergrat im Wallis.
- 32:42Wie viele Kilometer ist das? 43 Kilometer. Also ein kompletter Marathon? Ja, sogar etwas mehr als ein Marathon. Ich muss mich einfach mal anmelden und gehe nicht da. Ich laufe, was die Tagesform gibt. Das tut mir schon gut. Dann gehe ich auch gerne ins Balboa, also ins Group Fitness, wie man das heute sagt.
- 33:04Ich mag Crossfit Gruppenstunden sehr. Das ist ein Ort, an dem du eine Stunde mit 15-20 Leuten bist. Du bewegst dich sehr gut. Mir sieht jemand, was ich eine Stunde lang machen soll. Ich geniesse das dann noch. Ich finde das eine wertfreie Zone.
- 33:27Eigentlich ist es egal, wer du bist. Ob der neben dir Milliardär ist oder Hafner oder Dachdecker oder Lehrer. Keine Ahnung, spielt überhaupt keine Rolle, wer wer ist. Sondern wir sind alle hier, machen stundenlang das, was man sagt und versuchen uns fit zu halten. Und das ist sicher etwas, was...
- 33:46Was man sehr gut tut. Wie oft machst du das in der Woche? Drei bis vier Mal. Die Group Fitness in Balboa? Wow. Genau. Seit zwei Jahren gehe ich noch baden. Balboa, für die, die es nicht kennen, ist jetzt Zürich am Schanzengraben.
- 34:01Dann gehen wir eigentlich das ganze Jahr baden. Im Sommer mit einem Brichspringen von der Farnbeerenbrücke. Und im Winter geht man ins Wasser und wartet bis 2 Minuten um sind. Also so Cold Plunge ist auch voll dein Ding, oder? Wie? Cold Plunge ist so ein Baden. Ja, das machst du nicht. Das musst du machen. Ich merke, dass ich viel machen muss. Ich muss einen Marathon machen. Ich muss ins kalte Wasser springen. Das klingt gut, ja.
- 34:30Ja, so habe ich noch eine Tradition. Jeden Montagmittag spiele ich mit drei, vier Kollegen Badminton. Das mache ich seit 15 Jahren. Da habe ich eine gute Balance. Badminton ist ein sehr schneller Sport. Sehr bewegig. Und ja, das gefällt mir sehr gut. Du machst sehr viel.
- 34:52Dein Tag hat wie viele Stunden? Zu wenig. Ich stehe jeden Tag um 4 Uhr auf. Ich dachte, ich stehe früh auf, aber 4 Uhr ist noch mal anders. Ich stehe jeden Tag um 4 Uhr auf. So schaue ich alles unter eine Höhe zu bringen. Aber es ist für mich nicht unter eine Höhe zu bringen, sondern so bin ich.
- 35:19Ja, ich schaue schon, dass ich früh ins Bett komme. Wahrscheinlich im Schnitt um halb zehn. Schon früh. Dann bist du um vier Uhr wach? Ja. Und dann? Wie sieht der Tag von Martin aus? Der ideale Tag für uns ist, dass ich aufstehe, was mache ich? Ich mache mir die Bratwürste, dusche
- 35:47Ich esse morgens, mache mein Mühschen, esse morgens und immer während dem Mühschen lese ich so drei, vier, fünf Seiten Buch. Weil es ein kleines Schach tut?
- 35:57Ich weiss gar nicht, wie das heisst. Eins von Slatko Sterzenbach. Das ist ein Triathlet, ein Unternehmensberater. Das Buch hat mir ein Kollege gegeben, was darum geht, wie du zur Freiheit kommst als Unternehmer. Aber da habe ich gerade erst angefangen. Jetzt habe ich vorhin das Buch gelesen von Netflix. Vom Unternehmer Netflix. Das heisst «Keine Regeln». Die haben ja vieles, was sie machen, ohne Regeln. Auch sehr spannend gewesen.
- 36:23Dann lese ich aber nur drei, vier Seiten jeden Tag. Aber trotzdem, jeden Tag drei, vier Seiten. Danach bin ich sicher den Tag vorbereitet, plane, Mails, Offerten mache und so weiter. Und dann gehe ich nachher eigentlich am idealen Tag von halb sieben bis halb acht ins Balboa. Ja. Also du stehst eigentlich sehr, sehr früh auf, damit das dann, ich sage jetzt erst, um halb acht, halb acht ist Fitness.
- 36:50Halb sieben. Halb sieben? Ah, okay, gut. Aber ich arbeite ja vorher. Das ist noch wichtig, weil dann kann man ein bisschen Sachen abarbeiten. Und ja, nachher eben halb sieben bis halb acht ins Balboa. Nachher gehe ich baden. Aber jetzt noch gleich Eisbaden. Jetzt ist das Wasser, obwohl es jetzt schon März ist, immer noch sehr kalt. Und dann bin ich wirklich ready für den Tag. Und dann eben je nachdem zu Kunden oder in die Ausstellung. Bist du hauptsächlich unterwegs bei Kunden oder bist du gerne auch im Büro und...
- 37:20Wenn du meine Mitarbeiter in der Feiergallerie fragst, sagen die, dass ich nie da bin. Während der Woche bin ich viel unterwegs bei Kunden. Wir arbeiten sehr viel im Umbau. Bei Kunden ist das Wohnzimmer und das ganze Haus umgebaut. Und dann musst du vor Ort schauen.
- 37:41Aber sonst viel Beratung in der Ausstellung. Und so sieht eigentlich der Tag aus. Und am Samstag bin ich eigentlich immer in der Ausstellung. Das ist der wichtigste Tag. Samstag, ja. Ich merke, ihr habt am meisten Kunden. Ja, dann leidet am meisten Zeit und alle ein bisschen entspannter. Das ist eine Verhelfsfrage. Also ein sehr vollpackter Tag.
- 38:01Ja, das ist schon so. Aber ich brauche das. Aber man sieht, dass du den Hut hast. Du strahlst, du siehst fit aus. Mir geht es gut und ich habe die Energie. Ich hoffe, das bleibt so.
- 38:18Was würdest du sagen, unterscheidet dich von anderen Unternehmern? Hast du da gewisse Leadership-Stile, gewisse Herangehensweisen? Was unterscheidet dich am meisten?
- 38:39Es ist schwierig zu sagen, ich bin sicher nicht besser oder schlechter als andere. Nicht besser oder schlechter, sondern unterscheidet. Ich versuche als Unternehmer alles sehr menschlich zu machen. Auf eine Art. Ich bin jemand, der gut mit den Menschen reden kann. Sei es mit Kunden, wenn es mal nicht gut läuft, oder mit Mitarbeitern. Das ist meine Stärke.
- 39:06Ich bin sicher einer, der
- 39:11wo nicht immer alle Mitarbeiter gerne mitmachen, weil man gerne Sachen probiert. Ich hatte vorhin schon eine Ate ins Thema «4 Tage pro Woche», die ich eigentlich aus dem Nixis gemacht habe, weil ich fand, das wäre doch etwas. Ich bin sicher sehr risikofreudig. Wie kann ich mir so eine «4 Tage pro Woche» vorstellen, in einem Betrieb, das am Montag bis Samstag offen hat? Jeder Mitarbeiter arbeitet 4 Tage, da musst du einfach mehr Leute anstellen, um zu decken. Wie kann ich mir das vorstellen?
- 39:41So einfach ist es leider nicht. Das Thema ist riesig, die 4-Tage-Wochen. Aber grundsätzlich, heute nach 4 Jahren, haben wir eine 4,5-Tage-Woche. Also nicht mehr 4, sondern wir arbeiten 4,5 Tage. Vorher haben wir es aber so gemacht, dass die Mitarbeiter, die auf dem Bau sind, entweder am Montag oder am Freitag frei hatten, dass sie 3 Tage Wochen hatten. Weil die, die körperlich arbeiten, dass der Körper sich auch erholen kann.
- 40:06Und im Büro haben wir gewechselt. Jemand hat am Montag frei kommen können, wir haben am Dienstag, wir haben am Mittwoch und so weiter. Und wieso haben wir gewechselt von 4 auf 4.30? Ist das gleich planungstechnisch?
- 40:17Ja, also grundsätzlich ist halt die Viertagenwoche eine riesige Geschichte für eine Firma wie wir. Und was ich ein bisschen entgegenkriege, also nicht so positiv ist, die Kunden akzeptieren das nicht, wenn man den Tag nicht umhängt. Das ist meine Erkenntnis. Und auch viele Mitarbeiter haben Mühe gehabt mit der Viertagenwoche. Viele haben es gut gefunden, aber viele haben auch...
- 40:41Privatprobleme bekommen. Da gibt es ganz viele Geschichten. Darum wollte ich gerne über dieses Thema ein Buch schreiben. Das finde ich spannend, was ein Problem
- 40:54Also dass jemand die Präferenz hat, 4 oder 5 Tage, ja, kann ich verstehen. 4, dann arbeitest du eigentlich einen Tag weniger, arbeitest aber mehr in einer Stunde an diesem Tag. Also wir haben angefangen, wenn wir angefangen haben, haben wir gesagt, wir arbeiten einfach 4 Tage und 9 Stunden. Vorher haben wir 8,5 Stunden gearbeitet oder so und haben über 9 Stunden gearbeitet. Also 36 Stunden haben meine Mitarbeiter gearbeitet. Ja. Wenn wir es eigentlich gefeiert haben, ja.
- 41:15Die Systeme hatten einen Aufbau, dass die Mitarbeiter die vier Tage arbeiten mussten, also der fünfte Tag haben sie frei bekommen. Also wenn du einen Tag krank warst oder einen Tag in den Zwieelschutz musstest, dann konntest du nicht die vier Tage für das Unternehmen arbeiten. Dann hast du den fünften Tag nicht frei bekommen. Oder wir haben eine 41-Stunden-Woche.
- 41:3936 Stunden musste man arbeiten und dann hat man 5 Stunden geschenkt bekommen. So war das System. Gut. Da hast du wahrscheinlich ein eigenes System bauen müssen für Scheduling. Das macht ja niemand.
- 42:00Der Ursprung, um das vielleicht zu erzählen, war so, dass das im Jahr 2021 Corona voll war. Wir hatten Arbeit in Hüllen und Füllen. Alle waren zuhause und wollten umbauen. Wir hatten unglaubliche Lieferzeiten auf unserem Material. Was sind so Lieferzeiten normalerweise? Zwei, drei Wochen, das war fast ein Jahr. Was? Das ist massiv.
- 42:29Als Handwerksunternehmer verdienst du nur Geld, wenn du etwas bauen kannst. Wenn du etwas bauen kannst, kannst du dir eine Rechnung stellen, mit der du den Lohn zahlen kannst und alle anderen Kosten. So funktioniert ein Geschäft. Ganz einfach.
- 42:43Aber wenn der Mitarbeiter ausfällt, weil er vielleicht ein Riggproblem hat oder im Knau etwas hat, dann, auch wenn er versichert ist, bringt das nichts, weil du kannst nichts bauen in der Zeit. Und dann hatte ich wirklich im 2021 recht viel Ausfall.
- 42:59Ich hatte einen Mitarbeiter, der Probleme hatte. Der hat dann auf 80% reduziert. Im Jahr 2021. Ich merkte, dass er in den vier Tagen mehr schafft als in den fünf.
- 43:16So entstand das Ende 2021. Ich habe einen Bericht gelesen, der noch genau unter Sonntagszeitung war. Zuhause am Sonntag mit Isabelle und über Island, die vier Tage die Woche eingeführt hat. Da sagte ich Isabelle, wir machen das. Zwei, drei Tage später stand ich vor meinem Team und sagte, ab dem 1. Januar haben wir vier Tage die Woche.
- 43:41Du hast einfach so entschieden? Genau. Du hast so entschieden und hast aber noch keine Umsetzung? Ich habe noch zuerst mit meiner Büchhalterin gesprochen, die hat das Gleiche gesagt, wie Isabel gesagt hat. Ja, du spinnst eigentlich. Fair, okay. Ja, und durch die Fragen, die eigentlich von den Mitarbeitern kamen, haben wir ein System für uns entwickelt. Ja, genau. Ja, und das war eigentlich eine coole Entscheidung gewesen.
- 44:06Ich habe dem Journalisten noch ein Dankes-Mail geschrieben, in dem er den Zeitungsartikel geschrieben hat. Ich glaube, er hiess «Bürgler». Er hat mich dann gleich angeleitet und gefragt, ob er einen Bericht schreiben könne, dass ich das jetzt mache. Und dann war es im Januar 2021, Sonntagszeitung, ein kleiner Bericht von «Eisch», dass wir das jetzt machen. Das erschien dann, wie ein Gefühl, zehn Zeitungen.
- 44:32Das war cool, es gab noch ein bisschen Werbung. Den Fachkräftemangel kannte ich nicht mehr, weil die Mitarbeiter mich gefunden haben. Es gab ein paar Vorteile. Was würdest du sagen, ist die beste und schönste Erkenntnis der vier Tage?
- 44:54dass man diese sehr guten Mitarbeiter noch besser verbinden kann. Es entsteht eine extreme Bindung zu diesen Mitarbeitern, weil du noch einen grossen Mehrwert hast. Und du findest leichter neue Mitarbeiter. Das sind sicher die zwei Erkenntnisse, die sehr positiv sind.
- 45:17Was ist die grösste Challenge in einer 4-Tage-Woche? Dass es eigentlich nicht akzeptiert wird von der Gesellschaft. Die Kunden haben wenig Verständnis dafür, wenn ein Mitarbeiter nicht verfügbar ist. Das ist etwas überspitzt, das sind nicht alle Kunden und Mitarbeiter. Es gibt auch viele Menschen, die nicht wissen, was mit 3-Tage-Wochenende anfängt.
- 45:44Oder wenn es eure privaten Konflikte feiert. Das ist nicht ein Mitarbeiter von mir, sondern von einem Kollegen, der das euch eingeführt hat. Die Frau hat mir gesagt, jetzt ist er am Freitag einfach zuhause und wir haben jetzt gleich noch eine Putzfrau und er könnte ja auch mehr machen. Jetzt muss er doch auch noch das machen, weil er den ganzen Tag frei hat und und und.
- 46:08Und ich als Unternehmer will, dass der Mitarbeiter an diesem Tag etwas für sich macht. Das hat sich bei mir gezeigt, oder bei meinen Mitarbeitern gezeigt, dass nur ein Jahr, eineinhalb Jahre haben die Mitarbeiter ihr Privatleben wieder so umorganisiert, dass sie gar nicht erholter waren an drei Tagen der Woche.
- 46:27Nicht alle natürlich, aber sie haben sich in ihrem Privatleben wieder anders... ...viel mehr reingestopft in diesen drei Teilen. Genau, richtig. Sie haben sich wieder ausgedehnt. Man muss wissen, der Mensch braucht mehr Zeit für eine Sache, wenn er weniger Zeit zur Verfügung hat.
- 46:48Du würdest es aber empfehlen. Welches Unternehmen würdest du empfehlen? Du möchtest wahrscheinlich ein Buch schreiben über die ganzen Erkenntnisse, die du da hattest. Für wen passt das? Wo geht das nicht? Ich glaube, es ist sicher schwierig in einem Produktionsbetrieb.
- 47:09wo wirklich ein Fliessband läuft, wo du einfach Waren rauslassen musst. Du musst einfach viel mehr Leute erstellen, sprich du musst die Preise erhöhen für eine 4-Tage-Woche. Was sicher optimal geeignet ist für alle Leute, die nicht einen fixen Ort haben mit Öffnungszeiten, stell mir vor eine Marketingagentur oder so etwas, für die ist es wahrscheinlich am optimalsten. Also Produktion am schlechtesten und eine solche Agentur stelle ich mir vor am optimalsten.
- 47:36Oftmals haben die Kunden mit dem wenig Verständnis, wenn der Mitarbeiter nicht erreichbar ist. Das ist ja immer auf Projekt basiert. Ein Mitarbeiter hat dieses Projekt und hat dann auch keinen Stehfall, wenn dann etwas wäre.
- 47:53Wir haben das auch gelernt, dass alle Infos digital hinterlegt sind. Wenn ich mit einem Kunden etwas bespreche, dann protokolliere ich das. Wenn er anruft, kann ich es einem anderen Mitarbeiter anschauen.
- 48:09Auf dem Bau, wenn jemand eine Arbeit anfängt und ein anderer weiter macht, ist das nicht das gleiche, wenn du eine Mail anfängst und einer schreibt es weiter. Wenn du etwas baust, ist das schon einmal anders. Da macht es Sinn, dass der gleiche Mitarbeiter weitermacht. Jetzt musst du dir vorstellen, wie du zuhause Minen umbauen musst und sagen kannst, dass du am Freitag nicht da bist.
- 48:33Die Welt ist aber deine Baustelle, daheim so schnell wie möglich fertig halten. Verstehe ich ja. Verstehe ich. Da stehe ich schon ein. Ja. Okay. Gut. Du bleibst weiter bei dieser, jetzt seid ihr ja in 4,5 Tagen pro Woche. Genau. Es war Erkenntnis, dass Asynchrone arbeiten. Ich habe ja vorhin gesagt, wir haben, teils die Leute haben am Montag geflickert, teils am Freitag und im Büro haben gewechselt während der Woche.
- 49:03Das war unsere Forderung. Das feierte uns zur Rieberi im Team. Es gab sicher Kündigungen durch die vier Tage pro Woche. Die Stellvertretungsregelung muss besser gemacht sein. Jetzt haben wir am Freitagnachmittag die Züge. Auf dem Bau, im Büro, da gibt es Einschränkungen.
- 49:26Aber grundsätzlich alle. Ändern logisch. Nein, grundsätzlich alle. Das bewährt sich sicher, weil dann sind alle weg. Auf einer Gemeinde ist es nicht viel anders. Auf einer Gemeinde kannst du auch irgendwie...
- 49:42Ja, aber wenn du bei deiner Heimat meinst, du musst etwas holen, kannst du nicht auf eine andere Gemeinde gehen. Bei mir kannst du zu einem meiner Mitarbeiter... Mitbewerber gehen. Gibt es viele? Ja, es gibt schon ein paar. Es gibt ein paar sehr gute Aufbauer. Neben Glutform. Das ist sicher nicht so viele wie Schreiner oder... Oder sonst eine andere Berufskategorie. Wie du gesagt hast, ist es eigentlich nicht ein Beruf,
- 50:09Es ist ja nur eine Berufsschule, das heisst eigentlich schon relativ viel. Ja, aktuell sind es glaube ich 39 oder 40 Lehrlinge in allen drei Lehrjahren in der ganzen Schweiz. Gar nichts? Das ist nichts, oder? Nada. Wie viele Lehrlinge habt ihr?
- 50:23Wir haben in Kegelswil Janik, der machte Zusatzlehre, der war vorher Gärtner. Und in Dietligen haben wir zwei Lehrlinge, sogar eine Lernende, also die Leandra, sogar eine Frau, die jetzt Aufbauerin wird. Und jetzt für nächstes Jahr haben wir auch schon wieder einen Lehrvertrag unterschrieben.
- 50:40Wie lange lehnt ihr schon Lehre anzubieten? Immer schon. Das ist schon wichtig, dass wir die Leute selber ausbilden können. Und die, die bei euch arbeiten, die Monteure, die Offenbauer, machen die auch offen? Ich habe ja einen Kamin bei mir zuhause.
- 51:01Wenn man das revidiert oder putzt, ist das der Chemifäger? Nein, der Chemifäger hat nichts mit uns zu tun. Der Chemifäger ist wie das Wort sagt, der Chemifäger, der von Ölheizungen und von allen Heizungen die Chemete putzt, aber auch sicher das Chemete putzen von der Schmiede oder der Kachel. Aber das machen wir nicht. Das machen wir gar nicht. Wir sind aber Bauern. Das ist sicher unternehmerisch, aber das ist ein bisschen unsere Herausforderung. Wir sehen unsere Kunden meistens nur einmal.
- 51:28und leben von der Weiterempfehlung des Kunden. Dass er jedem Besucher sagt, dass er ein Club vor dem Schmine haben muss. Aber es wird nicht so, dass wir jedes Jahr vorbeikommen und einen Service machen. Es gibt Ausnahmen, wie bei Gas-Schmine oder im Hotel Bürgerstock zum Beispiel. Das Hotel ist verpflichtet, dass die Betriebsbewilligung kommt, dass wir jedes Jahr einen Service machen beim Schmine. Aber sonst sind wir Privatkunden. Das sind wirklich die Kunden im Jahr.
- 51:58Das Grundrauschen und das Gewährleisten ist wichtig. Genau, richtig. Die Gasöfen, wie zum Beispiel im Bürgerstock, haben eine komplett grosse Gasflasche. Wie kann ich mir das vorstellen? Also entweder, wenn du Gas benötigst, ist es Erdgas, also ist dein Haus direkt angehängt. Oder du hast nachher auf dem Balkon, auf dem Terrass oder im Garten, einen Schrank mit grossen Gasflaschen drin. Mit zwei solchen Gasflaschen. Wie lange hält so eine?
- 52:28Ja, die grossen. Ich sage mal, wenn du viel feierst, brauchst du vielleicht so vier Flaschen pro Saison. Ah, brauchst du auch. Je nachdem, was du hast. Zum Beispiel im Bürgerstock, die haben riesige Erdtanks. Die haben den Tank verbuddelt, sag ich mal, unter dem Hotel. Weil die brauchen ein bisschen mehr Gas. Da kommt wahrscheinlich irgendjemand ins Wasser. Weil die kochen natürlich auch mit Gas und so weiter. Ja, klar. Oh, die kochen mit Gas noch? Ja, viele kochen mit Gas.
- 52:56Da haben wir auch einen Pizzaofen gemacht mit Gas. Und da haben wir uns einen speziellen Ofen, wo man Enten und Haselnüsse braten am Bürgerstock. Ah, ist das so? Ja, genau. Das geht auch mit Gas. Gehst du gerne da noch zu einem kleinen... Also, wenn es die einjährige Revision gibt, bist du dann auch auf dem Ort? Nein, nein. Schade. Nein, nein. Wir sind uns schon gesehen, wir hatten das Glück, dass wir so...
- 53:20zum Mitarbeiterpreis schon ein, zwei Mal kennen und nachts schlafen gehen. Das ist schon sehr cool. Sind ihr geheiratet? Ja. Schon lange? Zehn Jahre. Heikle Frage. Zehn Jahre. Sehr schön.
- 53:38Ist es auch wichtig, dass man einen Partner an der Seite hat, der einen den Rücken stärken kann? Was macht sie? Sie ist Kosmetikerin, sie hat ein Kosmetikinstitut in Luzern und ist seit über 20 Jahren selbstständig. Sie macht das aber alleine. Und ich bin schon abends einig. Nein, nein, alleine hat man halt auch andere Vor- und Nachteile. Das ist sicher gut, dass sie selbstständig ist und hat auch das Verständnis dafür.
- 54:07Ich finde das schon wichtig, wenn man wirklich sehr viel zu tun hat, wenn man viel Verantwortung hat, dass man jemanden hat, der das versteht und das sieht. Ja, das ist definitiv so. Das ist sehr wichtig.
- 54:21Wann kann man dann von deinem Buch erwarten? Ich mache das mit ein, zwei anderen zusammen. Das Ziel ist eigentlich, im April sitzen wir zusammen und machen den Plan. Wir werden das sicher machen. Wir können aber alle drei nicht schreiben. Es ist super, ihr könnt ein Buch schreiben, aber nicht schreiben.
- 54:41Da gibt es sicher Profis, die das kennen. Die Schreiben können die wenigsten ein Buch. Du kannst die Idee haben und dann einfach weitergehen. Das ist so der Plan. Wir haben es kurz angesprochen, die vier Tage Woche. Was passiert ist in den letzten vier Jahren. Aber das ist wirklich ein riesiges Thema. Von dem kennen andere, was ich an Lehrgeld gezahlt habe oder gelehrt habe.
- 55:06Von dem her können alle profitieren. Wird es ein Buch über vier Tage pro Woche, wie ihr es erlebt habt? Oder wird es auch unternehmerische Aspekte in deinem Alltag? Genau wissen wir es noch nicht, aber es wird sicher unternehmerische Aspekte haben. Plus alles was mit Arbeitszeiten zu tun hat, Mitarbeiterfeier, das Thema.
- 55:32Okay. Cool, hey. Also ich bin erstens mal ultra beeindruckt, wie du das alles händelst.
- 55:40Weisst du, was ich vor allem richtig cool finde? Du hast so eine ruhige Art. Du bist so, du bist richtig tief, entspannt. Obwohl wir, jetzt hört man ja, was du alles leistest, was du alles machst, wie viele Sachen du wahrscheinlich in deinem Kopf rumschwirren musst. Ja, es sind schon zwei, drei. Es sind schon zwei, drei. Also es ist wirklich beeindruckend. Ich glaube, da kannst du dir gut auf die Schulter klopfen und sagen, hey Martin, well done.
- 56:06Oder bist du sehr kritisch? Ich bin sicher sehr selbstkritisch. Ich versuche auch immer an mir zu arbeiten. Wirklich jeden Tag. Auch wenn ich zwei, drei Seiten buche. Ich höre Podcasts, höre Bücher.
- 56:23Ich versuche mich immer auf eine Art weiterzubringen oder Ideen umzusetzen. So ein bisschen meine eigene Welt. Ich glaube, das treibt mich voran und das gibt mir eine innere Stärke. Was würdest du sagen ist die wichtigste Eigenschaft für einen Unternehmer?
- 56:43Resilienz sicher, dass man gewappnet ist für alles, was auf einen zukommt. Und dass man auch mit dem Druck umgehen kann, den man hat. Mit den ganzen Interessengruppen, die man hat. Geschäftspartner, Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter. Und dass man den Spagat hat, allen gerecht zu werden.
- 57:10Absolut, ja. Und wie du vorhin erwähnt hast, der Sport ist ein wichtiger Aspekt, um die Resilienz aufzubauen. Ich glaube, Leute, die Sport machen, haben ein höheres Belastbarkeitslevel.
- 57:30Ja, ich glaube auch. Der Sport gibt es. Also mir gibt es immer so, da kommst du ja schon regelmässig an deine Grenzen. Oder? Also gerade wenn du, ich sage jetzt, einen Marathon läufst, also ja, ich weiss nicht, wie das andere machen, aber mir geht es, da kommt man wirklich an meine Grenzen. Also ich habe fast Skat gemacht letzte Woche. Letzte Woche habe ich das erste Mal, bin ich, wir haben es meiner Schwester geschenkt, ein High Rocks Training.
- 57:52Ja. Also ich kann wirklich fast Gipfeli machen? Ja, ich mache nächstes Jahr im Februar. Ich habe ein Wettverloren mit einer Kollegin, darum muss ich nächstes Jahr im Februar in den High Rocks. Nein. Du trainierst schon? Ja, aber du bist Läufer, also weisst du, du hast schon sehr gute Voraussetzungen. Nein, das hält dich so von selbst. Also einfach mit dem Sport, den ich mache, müsste das gehen.
- 58:11Ich mache das nicht verbissen, sonst bin ich 10 Minuten langsamer. Ich mache einfach das, was der Tag gibt. Wenn ich einen Wettkampf mache. Es muss Spass machen. Und trotzdem brauchst du im Sport einen gewissen Ehrgeiz. Ich habe dir vorhin gesagt, ich gehe jeden Montag Badminton spielen. Seit 15 Jahren machst du das? Ja, ich glaube schon seit 15 Jahren mit den gleichen Leuten.
- 58:36Wir spielen schon immer so, als ob es um ein Wimbledon-Finale ging. So mit Ehrgeiz. Man will einfach gewinnen, wenn man schon da ist. Auf uns geht ja nichts, aber der Kampf, stundenlang dem weissen Shuttle nachzuschauen, dass es nicht von mir auf den Boden kommt. Und danach ist alles gut. Ist das dein Lieblingsspurt, den du hast?
- 59:03Ich glaube, Lieblingssport macht nicht einfach der Mix zu uns. Zwischen dem Balboa, dem Jogger und dem Badminton. Wenn ich das machen kann, dann ist... Der nächste Run ist der auf dem Berg? Nein, jetzt muss ich überlegen, darf ich Pacemaker sein beim Zürich-Marathon? Also beim Halbmarathon? Wow. Dann mache ich für den 21-Kilometer-Lauf Pacemaker. Die haben so eine Fahne, an der die Zeit draufsteht.
- 59:30Bei mir sind es jetzt zwei Stunden und dann laufe ich einfach, hoffe ich, dass mir ganz viele Menschen nachläufen, die auch unter zwei Stunden wollen, der Zürich-Halbmarathon-Lauf. Wie lange hast du normalerweise für einen Marathon? Oder einen Halbmarathon? Also einen halben, was ist meine Bestzeit? 1.34 oder so.
- 59:481.34. Das war die beste Zeit. Jetzt musst du nur 2 Stunden machen. Ist das schon fast ein Spaziergang für dich? Nein, ich habe schon eine Zeit gewählt, eine Zeit gewählt, in der ich einfach gut mag. In der ich auch noch reden kann. Weil das Ziel ist ja als Pacemaker, da ist ja die ganze Zeit neben dir, die unter 2 Stunden, das ist eine magische Grenze im Halbmarathon, das wollen entlaufen. Und ich will ja auch diese Leute motivieren und auch noch schnüffeln können, mit ihnen zu sprechen und zu sagen, kommen die jetzt.
- 1:00:16Ja, und auf das freue ich mich. Ich habe das noch nie gemacht. Ich freue mich drauf. Mitte April, 13. April, 12. April, ist der Zürich-Marathon.
- 1:00:26Spektakulär. Ja, finde ich cool. Finde ich mega cool. Ich bin froh, dass ich das machen kann. Es ist noch gut, dass wir... Wie sind sie auf dich gekommen? Ich habe über einen Kollegen, der Projektleiter ist, angefragt und hatte das Glück, dass ich bei dir dazukomme. Darum mache ich das. Es gibt eine Veranstaltung auch bei ON. ON ist ja ein Sponsor, der so eine Täuschstellung, eine Täuschrüstung erstellt. Wirklich cool. Ich freue mich drauf.
- 1:00:53Das sind ja immer riesige Veranstaltungen hier. Ja. Die werden überall schön übertragen. Ja, und ich finde auch, jetzt läuft es etwas, was... Ich laufe ja sehr viel für mich alleine, ohne Musik, ohne irgendetwas. Machst du immer die gleiche Tour? Ja, ich habe meine Hauptstrecke. Und wenn du nur dich und deinen Atem hörst, hörst du das Geräusch der Schuhe, die auf dem Boden aufschlägen, und deinen Körper.
- 1:01:20dann finde ich schon zu mir und es gibt mir extrem viel Kraft.
- 1:01:29Eine bewegte Meditation sozusagen? Ja, definitiv. Und eine Ruhe-Meditation, machst du das auch? Nein, das kann ich gar nicht. Still sein ist nicht meins. Das muss ich noch lernen. Das ist etwas, was ich noch lernen muss. Ich habe einfach Energie. Entweder bin ich voll da oder schlafe. Aber wie es mal Ruhe war, das bin ich ganz schlecht. Da bin ich ganz schlecht.
- 1:01:59Erdogan ja.
- 1:02:01Kann ich nachvollziehen. Ist es eher der Oder? Ja. Ich bin auf der Rennstrecke. Früher bin ich viel mit TÜV-Cup gefahren. Und es war auch immer so, dass ich auf der Rennstrecke voll Gas oder voll Bremse trinken kann. Viel dazwischen habe ich nicht. Und so ist es mit meinem Alltag auch sehr ähnlich. Ja, ich habe das... Ich habe tipptopp mit den richtigen Kollegen das Armad im Findlerhof, fünf Stunden sitzen und ein paar Flaschen Wein reichen. Das gibt mir den tipptopp.
- 1:02:29Da kann ich euch schon hubschauen.
- 1:02:34Ja, in der Richtung und im Moment schon. Aber sehr bedacht und mit uns gewählten Menschen. Und sicher auch nicht jeden Tag oder jedes Wochenende. Aber es gibt schon so meine Orte. Zermatt ist für mich so ein Ort, der ein riesen Kraftort ist, den ich wirklich aufdenken kann. Ich finde, die Feuilletag Zermatt ist für mich ein erholsamer Ort, der drei Wochen ins Meer geht. Ja, wirklich? Ja.
- 1:03:01Schön. Wo siehst du die Cloud vor in den nächsten Jahren? Habt ihr da grosse Projekte, abgesehen vom Heimatort, wieder erblühen lassen mit dem neuen Standort? Ja, also sicher ist es so, dass wir nicht in fünf Jahren da sein wollen, sondern wir wollen jeden Tag besser werden. Ich glaube, wir sind schon an ganz vielen Sachen sehr gut, sei es gegenüber den Kunden oder den Mitarbeitern.
- 1:03:31Aber jeden Tag besser werden, Abläufe optimieren, effizienter werden, schneller, was immer alles dazu gehört. Und ich glaube, dann der Rest ergibt sich. Ich kann jetzt nicht zu Ziel sagen, es müssen jetzt noch 5 Standorte dazukommen. Wenn es sich ergibt, ist gut, aber
- 1:03:49Ich glaube, der Anspruch, dass wir als Clubform eine hohe Qualität liefern können, für unsere Kunden, für unsere Mitarbeiter, oder ich sehe euch als eine grosse Anspruchsgruppe, dann habe ich gewonnen. Dann spielt es mir keine Rolle, ob wir in fünf Jahren doppelt so gross sind oder halb so gross. Das wollen wir machen, weil wir richtig machen. Ich habe es empfohlen, mich zu täuschen, aber...
- 1:04:16verbinde ich jetzt gleich deinen Namen mit Inno... InnoCraft. InnoCraft. Ja, das haben wir zwei Jahre lang gemacht. InnoCraft war so ein Event, das Marlon vielmals... Ja, genau richtig, muss ich mich erinnern. Genau richtig, das haben wir zwei Jahre lang gemacht. Aber das hat nichts mit Clubform zu tun, sondern ich wollte einfach... Grundsätzlich hatte ich die Idee, ein Handwerker-Podium zu haben, weil
- 1:04:43Du kannst an sehr vielen Veranstaltungen teilnehmen, aber die sind nicht auf Handwerker ausgerichtet. Darum haben wir zwei Veranstaltungen organisiert, wo Handwerker gekommen sind und den Vortrag referiert haben. Einmal hat Miriam Rickli, eine bekannte Moderatorin, oder Rainer Maria Salzgeber organisiert. Das war cool.
- 1:05:09Wir sind dann aber wieder aufgekehrt, weil es sehr viel Zeit braucht, das zu organisieren. Da hat dann einfach der Fokus nicht mehr gelangt. Aber es hat funktioniert und vielleicht machen wir es mal wieder.
- 1:05:28Wo man es schon auch mit der Zeit lernt, das ist sicher etwas, was ich auch in den letzten Jahren gelernt habe. Ein bisschen mal konsolidieren und sagen, das war gut, das nicht, das mache ich weiter und das lasse ich mal sein. Das gehört halt auch dazu als Unternehmer. Gehört auch dazu. Sachen, die man... Ja, wenn es Spass macht, aber es muss ja nicht nur Spass machen, sondern es muss auch etwas wie daraus entstehen können. Ja, richtig. Und Erfahrungen sammeln ist wichtig, aber die richtigen Entschlüsse sind trotzdem noch wichtiger.
- 1:05:57Man muss sich auch als Unternehmer und als Person mit den richtigen Menschen umgehen. Im Unternehmen trifft man oftmals Menschen, die nicht so passen. Da muss man sich auch von Menschen trennen. Das musste ich auch lernen.
- 1:06:15Das ist sicher sehr gut und mit der Zeit weiss man dann fast, was man sagt. Wenn ein junger Herr oder eine junge Dame zu dir kommt und sagt, Martin ich möchte mich unbedingt entfalten, ich möchte in ein Unternehmertum, ich möchte selbstständig werden. Was würdest du dieser Person empfehlen? Mach es unbedingt. Also in die Umsetzung gehen? Ja, in die Umsetzung gehen.
- 1:06:41Ich würde der Person sicher ein paar Fragen stellen, ob sie bewusst ist, was das heisst. Selbstständig sein, wie das Wort heisst, selbst und ständig. Dass es unglaublich schön ist, Unternehmer zu sein, aber dass man wirklich fleissig sein und etwas leisten muss. Was wären das für Fragen?
- 1:06:59Ja, Frage auch, ob man bereit ist, ob man belastbar ist. Ich finde es spannend, wenn ich die Frage habe, wie ist die Idee? Was willst du machen? Wie willst du Geld bekommen? Viele haben eine Idee, die man vielleicht gar nicht vermarkten kann. Bist du dir das und das bewusst? Finanzielles Risiko? Und was machst du, wenn es nicht geht? Weil du musst immer von Anfang an wissen, was machst du, wenn es nicht geht?
- 1:07:25Also Plan B. Plan B haben. Es braucht nicht einmal einen Plan B zu sein, konkret, sondern einfach zu wissen, dass es auch scheitern kann. Ich finde das ist überall so, sei es im Unternehmens- oder im Sport. Man gewinnt nicht immer. Und einfach das Bewusstsein zu haben, es kann auch nicht funktionieren.
- 1:07:46Und ja, dann würde ich das aber jeder Person empfehlen, wenn die Person den Charakter hat dazu, Unternehmerin oder Unternehmer zu sein. Würdest du sagen, ist die Corona-Phase, die Corona-Zeit für dich als Unternehmer eine von den
- 1:08:09Das waren die Challenge-reichsten Zeiten. Du hast gesagt, die haben viele Aufträge in dieser Zeit. Es lief richtig gut. Eigentlich war es eine mega coole Zeit. Eine Grundesforderung als Unternehmen war, dass man genügend Kunden hatte. Die gab es nicht mehr, die kamen einfach. Wir hatten Wartefristen und Kunden hatten alle noch das Feuerwellen. Es war eine mega coole Zeit.
- 1:08:35Darum bin ich als Unternehmer, darf das fast nicht sagen, aber eigentlich dankbar, dass das so war. Aber es bringt halt auch andere Herausforderungen. Lieferfristen, du musst ins Lager kommen. Du kannst nicht mehr allen Kunden gerecht werden. Die Mitarbeiter sind mehr unter Druck, wenn der Kunde zehnmal anruft, wo die Offerte ist. Es hat ganz andere Sachen gefordert, aber es wird sicher gelernt. Es wird sicher sehr viel gelernt.
- 1:09:05Was haben die Menschen für eine Meinung von Corona? Das hat man ja auch in der Gesellschaft und der Familie gemerkt. Jemand fand es ganz schlimm, der andere fand es doch abgehackt. So hatten wir es ja als Team. Dann mussten die Leute aber zusammen im Bus sitzen, um auf die Baustelle zu gehen. Das war sicher eine Herausforderung.
- 1:09:29Ich hoffe, diese Frage hat euch viel rausgegeben, weil mich zu wundern, wie du auf Herausforderungen reagierst. Wie gehst du das an? Und wenn Corona ja nicht wirklich eine Herausforderung in dem Sinne war, ist
- 1:09:46Wir hatten schlaflose Nächte, weil ich nicht gewusst habe, wie wir Löhne zahlen können in dieser Zeit. Ich habe zwölf Tage vor dem ersten Lockdown gegründet. Wie gehst du mit solchen Sachen um? Wie findest du deine Lösungen? Vertrauen? Wie findest du Vertrauen?
- 1:10:07Ich hatte sicher schon in den letzten Jahren mehrere schlaflose Nächte. Das war eine Phase, die man nicht mehr weiterweiss. Aber ich entwickle für mich eine innere Kraft, wo man sagt, jetzt packe ich es einfach an. Dann fange ich mit einem Schritt nach dem anderen an.
- 1:10:29Man hat immer eine Phase, in der man geschockt ist. Was mache ich jetzt? Hilflosigkeit, man flennt fast. Shit, was ist jetzt? Ich arbeite aber für mich schon fast immer in meinem Leben, in einen Modus zu wechseln, wo ich einfach weiss, wenn ich in diesem Modus bin, kann ich vieles erreichen.
- 1:10:54Das Rocky-Syndrom. Ich habe in meiner Generation als Kind in Rocky Balboa geschaut. Einfach das Unmögliche erreichen und so ein bisschen das zu schaffen, das ist sicher etwas, was ich beherrsche.
- 1:11:10Also eigentlich auch wieder etwas sehr ähnliches, wie du an einem jungen Unternehmer sagen würdest. Machen. Machen. Umsetzen. Egal ob das ein Problem ist, musst du auch angehen. Wenn du einfach nur weglässt, passiert nichts. Machen und reden. Mit den Menschen, die das Problem auslesen oder etwas sind, einfach reden. Nicht in die Wegläufe oder die Füße in den Sack machen, sondern einfach aktiv auf losgehen. Das ist das Problem, das machen wir.
- 1:11:38Und auch damit leben, wenn es nicht ein Sieg ist. Ich finde als Unternehmer kann man auch noch viel vom Spitzensport abgucken. Da könnten wir als Unternehmer noch viel mehr lernen vom Spitzensport. Man gewinnt auch nicht immer. Sei es Marco Odermann oder Roger Federer, die haben lange nicht alles gewonnen in ihrem Leben.
- 1:11:59Und diese Persönlichkeiten sind wahrscheinlich auch nur so gut, weil man nicht immer gewinnt, aber das nächste Mal gewinnt man wieder. Und das ist sicher etwas, was sehr wichtig ist, dass man das kann.
- 1:12:18Da traue ich mich nicht zu verlieren. Ja, das ist definitiv so. Martin, ich habe bis jetzt ein richtig tolles Gespräch gefunden. Wir sind auch schon eine Stunde 15 dran. Pipapo mit dem Paaren. Können wir vielleicht noch 5-10 Minuten abziehen. Aber wir sind schon schön dran. Ich habe aber noch eine Schnellführrunde. Jawohl.
- 1:12:39Es sind einfach so sehr schnelle Fragen oder eben Antworten von deiner Seite. Wir versuchen es mal. Vielleicht wäre es kein Schnellfeuerantworten, sondern geht nochmal in die Tür auf. Warum? Martin, bist du ready für die Schnellfeuerrunde?
- 1:12:55Ja. Sehr gut. Was haben wir jetzt auf mich zu suchen? Ich sage mal ja. Das erste ist eine relativ simple Frage. Und zwar Feuer oder Fernsehen? Feuer. Feuer. Habt ihr ein Fernsehen zu Hause? Jetzt nicht mehr. Schön. Das ist ein Versuch. Erst seit drei Wochen nicht mehr. Wir probieren gerade ein Leben ohne Fernsehen. Super. Und wie ist es bis jetzt? Bis jetzt geht es gut, ja.
- 1:13:21Ich bin noch nicht nervös. Ich habe ein Jahr lang ohne Fernseher gelebt. Ich fand es super. Ich bin gespannt. Ich habe dir vorgesagt, wir reisen gleich wieder in die Stadt und wir lassen es nicht mal weh, zu Hause. Wir wollen möglichst reduziert leben. Mal schauen, wie es funktioniert.
- 1:13:41Ja, I see. Und es sollte ja ein Safe Space sein zu Hause, dass sie in den Hafen zurückkommen, sich zurückziehen können.
- 1:13:52Ja, wenn zu viele Sachen da sind, fühle ich mich nicht wohl. Ja, verstehe. Bist du eher ein minimalistischer Typ? Kann man sagen, ja. Ich finde Besitz etwas sehr Belastendes. Ausser als Unternehmer. Aber privat finde ich jeden Besitz belastend. Oder wenn du drei Velos hast, die drei Velos müssen einen Service. Wenn du einen Motorrad hast, musst du einen Service, musst du etwas machen. Besitz gibt Arbeit, oder?
- 1:14:16Ja, es gibt Verpflichtungen. Vor dem Ziggler haben wir ein paar Sachen wieder verkauft und wir sind richtig befreit. Jetzt ist das Mähdach schon wieder weg. Ist doch immer so, wenn man den Schrank ausmischt oder den Keller. Das fühlt sich doch so gut an. Genau, richtig.
- 1:14:35Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe mal irgendwie... Fast ein Jahr lang habe ich in einem Hotel gelebt. Ich habe alles verkauft, was ich hatte. Ja, das finde ich eine coole Idee. Hammer-mässig gewesen. Das ist das Beste, was ich... Keine Kabel, nichts. Ich habe nichts mehr gehabt. Ich habe gelebt aus einem grossen, einem kleinen Koffer und einer Sporttasche. Das ist das, was ich hatte. Perfekt. Ehrlich gewesen.
- 1:15:04Ich habe das richtig gebraucht. Ja, das finde ich gut. Wie trackst du deine Ziele? Aufschreiben. Ich habe ein Buch in meiner Arbeitstasche, in dem ich Sachen aufschreibe, die mir zu sich kommen. Und da schreibe ich die Ziele auf, die ich habe. Was macht den Raum sofort gemütlicher?
- 1:15:34Ich muss jetzt ein 4 sagen. Du kannst sagen was du willst. Sicher ein wunderschönes Schmiede. Sicher von Glutform. Natürlich, nur von Glutform. Nein, aber es gehört alles dazu. Es braucht ganz viel, dass ein Raum gemütlich ist. Das Schmiede ist sicher ein wichtiger Teil davon. Aber auch die Farbgestaltung, die Akustik. Und da kann ein Raum eine richtige Kraft sein.
- 1:16:04Arbeitet ihr mit Architekten zusammen oder macht ihr das alles inhouse? Die Gestaltung des Schminen machen wir schon selber, aber wir arbeiten extrem viel mit Innenarchitekten, mit Architekten zusammen, oder Kunden vor allem. Es gibt viele Architekten, die auf uns zukommen, die sagen, dass es ein Schminenprojekt gibt und eine Idee haben, wie das aussehen soll. Wir sagen, was technisch geht. Es ist sehr oft ein enges Zusammenspiel. Das bereichert uns. Wir lernen immer über neue Designs und neue Sachen dazu.
- 1:16:35Deuer oder hochwertig? Was ist in deinen Augen der Unterschied?
- 1:16:40Also teuer ist sicher etwas, das vielleicht nur, wenn es irgendwo einen Namen hat oder weil es in einem anderen Land mehr oder weniger Kaufkraft gibt, dann ist etwas teuer. Und hochwertig hat sehr oftmals nichts mit Preis zu tun. Es kann mit Preis zu tun haben, aber hochwertig heisst für den Nutzer oder der, der das ist, einfach genau das Richtige ist, dann ist etwas hochwertig.
- 1:17:08Was würdest du sagen ist der häufigste Fehler von Kunden? Also jetzt auf eins bezogen ist der häufigste Fehler bei Kunden... Ich sage mal im Umbaubereich, dass man sicher unterschätzt
- 1:17:24Wir merken oft, wenn wir fertig gearbeitet haben, dass viele Kunden sagen, das hat viel Arbeit gegeben. Am Anfang, wenn man etwas offeriert und ich sage, das geht eine Woche oder zwei Wochen, dann sagst du, wieso geht dir das so lange? Und am Schluss sagst du, krass, die haben es geschafft und die waren fleissig.
- 1:17:48Man unterschätzt, was es für Arbeit braucht. Genau. Ich weiss nicht, ob du fehlersichtig geworden bist, aber man unterschätzt sehr oft, was die Handwerker machen. Bist du jemand, der mehr aufs Buch führt oder sehr analytisch?
- 1:18:07Ich glaube, diese Kombination macht es aus. Hast du ein gutes Buchgefühl? Ich glaube schon, ja. Hast du ein gutes Buchgefühl? Das kommt erst noch. Lange nicht immer, ich habe mich schon oft getäuscht. Weil ich vielleicht dann jemandem zu Recht machen wollte und deshalb ein bisschen gegen mein Credo entschieden habe. Aber ich glaube, es braucht eine gute Kombination.
- 1:18:38Was denkst du unterschätzen andere Menschen an deiner Person am meisten? Unterschätzen? Hm... Wie viel Energie ich habe. Okay, das ist aber auch nicht so schwierig zu unterschätzen. Du bist einfach ein Energiebündel, wie im Buch beschrieben. Okay. Gut. Luxus bedeutet für dich? Hm...
- 1:19:09Ich habe es zermatt im Findlerhof, neben meiner Frau und Güte, zu sitzen, ein Glas Heide zu trinken und in diesem Moment zu wissen, das Unternehmen funktioniert und es muss eigentlich nur so funktionieren, dass ich mir keine Gedanken machen muss, was jetzt der Heide gerade kostet. Das ist Luxus. Das ist Luxus, ja. Schön.
- 1:19:37Wann hast du das letzte Mal gezweifelt? Jeden Tag, jede Stunde. Wirklich? Ja. Ich kann mich sehr oft selbst reflektieren und zweifle darum, ob das richtig war. Das sind ganz kleine Mikrosachen in jedem Alltag. Das treibt mich an, immer besser zu werden.
- 1:20:02Aber das ist vielleicht noch etwas, was ich lernen kann, dass ich etwas gelassener werde in mir drin. Ich glaube, ich arbeite das sehr gut nach aussen an, dass ich nicht gestresst wirke, aber in mir drin kann ich sicher noch gelassener werden. Aber ja, ich sage mal, ich zweifle sehr, sehr oft. Das hätte ich dir jetzt auch gar nicht gegeben.
- 1:20:22Aber es ist ja wieder so, was gibst du raus, was passiert innerlich, intrinstisch, effektiv. Genau. Es ist nicht so, dass mich das auffrisst. Ich kenne ja gar nicht, weil sonst kenne ich deine Arbeit, so wie du sie verrichtest, gar nicht. Es muss ja einen Gegenpol haben, der viel stärker ist. Es ist so ein analytisches Zweifeln, weisst du, war das gut oder so.
- 1:20:41Wenn ich die Sachen beobachte, z.B. andere Unternehmer sehe, die sehr erfolgreich sind, dann bin ich nie neidisch darauf. Das ist etwas, das ich nicht kenne. Mich nimmt eher Wunder, wie hat er das gemacht? Kann ich von dem etwas lernen? Finde ich das gut? Ja. Okay. Was treibt dich wirklich an? Was ist die treibende Kraft von Martin?
- 1:21:11Ich bin hungrig nach einem gewissen Grad von Erfolg. Und ich habe einfach so eine Grundenergie, die einfach da ist, die mich jeden Tag antreibt. Einfach die schönsten Schmiede zu kaufen, zu verkaufen und zu bauen. Jedem Menschen eine Glutform zu geben. Und der Antrieb auch, dass...
- 1:21:38Dass ich glückliche Menschen um mich habe, dass es den Leuten um mich auch gut geht. Dass es meiner Frau gut geht, meiner Familie gut geht. Das ist etwas, was mich antreibt und mir sehr wichtig ist. Schön. Dann kommen wir noch zu der letzten Frage der Schnellführerrunde. Und zwar, der Podcast heisst «Momentum». Was heisst Momentum für dich? Momentum ist ja dann, wenn eigentlich alles auf deiner Seite ist, oder?
- 1:22:05Es ist deine Erklärung. Ja. Würde ich sagen. Also wenn du fühlst, jetzt bin ich im Flow. Jetzt habe ich es und jetzt ist das Momentum auf meiner Seite. Und statt so wie auf einem Podest zuoberst zu jubeln und alle Leute, die ich gerne habe, zu sehen, dass ich etwas erreicht habe, das ist glaube ich jetzt das Momentum. Ja. Wann hast du das erste Mal gespürt? Hm, ich muss überlegen.
- 1:22:34Im Alltag immer wieder ein bisschen, aber ich sehe mich nie auf einem Podest. Ich sehe immer wieder einen Stufen, der höher ist und ich denke mir, das hätte ich noch besser machen können. Aber es gibt schon viele Situationen im Alltag, wo ich sage, das Leben ist total cool, ich habe etwas Gutes zu machen daraus.
- 1:22:59Morgen ist ja der Tag des Glücks, habe ich gerade hinter gelesen, der 20. März. Ist das so? Ja, morgen ist der weltweite Tag des Glücks. Jeder Tag ein Tag vom Glück. Und ich muss sagen, ich bin dankbar für alles, was ich habe und ich hoffe, es geht noch lange so weiter. Schön, sehr, sehr schön. Martin, das Gespräch war wirklich sehr, sehr toll. Auch diese Schnellführrunde.
- 1:23:23Mega wertvoll waren die letzten paar Fragen. Und das ist deine Kamera. Wenn du noch etwas sagen möchtest, deinen Leuten, deiner Community, jungen Unternehmern, Unternehmern, die schon länger im Business sind, etwas, das du auf den Weg mitgeben möchtest, ist deine Kamera.
- 1:23:41Was will ich auf den Weg mitgeben? Also vielleicht für alle, die Unternehmer sind oder wollen werden. Ich glaube, wir könnten uns noch mehr miteinander austauschen, weil wir haben sehr oft sehr ähnliche Herausforderungen. Und die Unternehmer könnten noch ein bisschen mehr zusammenspannen. Das würde ich mir wünschen. Und wir könnten alle noch mehr voneinander lernen. Weil Unternehmer sein ist eigentlich etwas sehr, sehr Schönes.
- 1:24:07Absolut schön gesagt. An dieser Stelle möchte ich mich bei dir nochmals ganz herzlich bedanken für deine Zeit. Es war ein sehr tolles Gespräch. Schön, dass ich dich besser kennenlernen durfte. Dich, deine Person, dein Business, wie du die Sachen angehst. Auch ein paar verletzlichere Themen, die du von deinem Vater geredet hast.
- 1:24:28und wie du das Ganze aufgebaut hast in den letzten Jahren, wie du jetzt wieder an den Ursprungsort zurückgehst von deiner Ausbildung, wo alles angefangen hat. Ich finde, du machst einen genialen Job und wir sind eine ganz coole Firma. Ich hoffe, ich darf wieder bald mal vorbeikommen, um die schönen Kamine und Ausstellungen anzuschauen. Von daher danke vielmals für das. Kevin, danke vielmals. Es hat sehr Spass gemacht. Danke schön. Danke vielmals. Merci.
- 1:24:58Und auch für dich, danke vielmals, hast du wieder zurückgelassen bei Momentum. Dein Podcast, der inspirierende Persönlichkeiten, inspirierende Geschichten erzählt. Heute mit Martin. Und du weisst, wie das Game funktioniert. Da unten hat es ein paar Knöpfe. Einer heisst abonnieren. Wenn du dort drückst, dann verpasst du absolut nichts mehr, was auf diesem Kanal abgeht. Tolle Geschichten von tollen Menschen, wie heute auch wieder. Und darum, wenn du sogar noch eine Frage hast oder einen Kamin brauchst,
- 1:25:24Du weisst, wo die Adresse ist. Glutform. Nicht so schwierig. Wir verlinken alles. Auf jeden Fall alles Gute und bis zum nächsten Mal. Danke, ciao.