Latest / Im Bett mit Buch / Zehn Bücher fürs Bett - die Geburtstagsfolge
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- 0:01Kannst du glauben, dass es jetzt schon ein ganzes Jahr ist?
- 0:03Das. Ist faszinierend, oder?
- 0:04Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass wir so lange
- 0:06durchhalten. Aber irgendwie kannst du auch
- 0:08ein bisschen länger falzen. Ja, Kurt, Ich verbringe schon
- 0:11sehr, sehr viel Zeit meines Lebens mit dir.
- 0:14Das ist auch richtig und schön so.
- 0:16Und dabei fällt mir was ein. Listen to this willst.
- 0:19Du jetzt auch noch eine Rede halten.
- 0:21Jetzt halte ich noch schnell eine Rede, und zwar an alle.
- 0:25Hallo liebe alle, ich mache es nochmal.
- 0:29Und wie ihr unschwer habt erkennen können, hat Monique
- 0:33euch was mitzuteilen. Wir haben Geburtstag.
- 0:38Yes, Yes, Wir sind ein Jahr alt geworden und das mit und dank
- 0:46euch. Vielen Dank fürs Tapfere
- 0:48Dranbleiben. Also nicht nur wir haben ein
- 0:50Jahr durchgehalten, sondern auch ihr liebe Hörerschaft, und damit
- 0:54sagen wir willkommen zu einer neuen Folge von.
- 0:58Im Bett mit Buch und wir haben für diese Folge haben wir
- 1:03gedacht, müssen wir natürlich was Besonderes machen und Bücher
- 1:06über Jubiläen erschienen uns einfach viel, viel, viel, viel,
- 1:10viel zu dröge. Deshalb dachten wir, wir
- 1:14besinnen uns mal auf unser Kerngeschäft, das, was wir von
- 1:16euch wollen, wir wollen, dass ihr mit Büchern ins Bett geht
- 1:19und was lag da näher, als darüber zu sprechen, mit welchen
- 1:24Büchern man besonders gut ins Bett gehen kann.
- 1:26Richtig, und dazu haben wir eine Liste vorbereitet.
- 1:31Wir mussten uns sehr begrenzen, es gibt insgesamt 10 Bücher fürs
- 1:35Bett dieses Mal, die wir euch um die Ohren hauen und ihr könnt
- 1:38euch denken, wir mussten uns natürlich begrenzen, aber es
- 1:41gibt ja auch noch andere folgen, wo wir Bücher unterbringen
- 1:44können und ich bin sehr gespannt.
- 1:47Also ich habe schon mal gar keine Ahnung, welche 5 ich dabei
- 1:50habe, es ist wie immer das alte Spiel.
- 1:54Wir haben uns auch überlegt, ob wir noch mal kurz irgendwie über
- 1:56dieses Jahr reminiszieren, aber ich glaube, wir bleiben einfach
- 1:59dabei. Es war ein fantastisches Jahr
- 2:02zumindest. Es gab auch viele nicht schöne
- 2:05Sachen in diesem Jahr, aber für unseren Podcast war es auf jeden
- 2:08Fall ein. Für unseren Podcast war es ein
- 2:10fantastisches Jahr. Und wir können jetzt hier auch
- 2:13was offenlegen. Monique hat sich extra heute
- 2:17noch mal ein bisschen etwas bequemes geschnitten.
- 2:22Wie es so schön heißt, denn Monique war sehr lange etwas
- 2:28ich. Habe eine Ausbildung gemacht zur
- 2:30Expertin für das Bett im Buch. Richtig, sie war
- 2:33Geheingeschränkt es war ein im Buch, Ach schön dein mein
- 2:39Fehler, du hast sie gemacht. Du hast dich hingestellt.
- 2:41Also ich habe natürlich eine Ausbildung gemacht für das Buch
- 2:44im Bett. Schuld war ein kleiner Unfall,
- 2:49der leider dramatische Folgen hatte und ich, ich glaube 8
- 2:53Wochen wirklich mehr oder weniger ans Bett gefesselt oder
- 2:56zumindest in die Wohnung gefesselt hast.
- 2:58Eingebrochenes. Sprunggelenk, eingebrochenes
- 3:02Sprunggelenk samt zweier abgerissener Bänder.
- 3:05Wer die ganzen schmutzigen Details kennen will.
- 3:09Wenn ihr uns E Mails schreibt, kann euch Monique sicherlich
- 3:11auch lustige Fotos. Es war wirklich, es tat mir so
- 3:19Leid, Monique so sehen zu müssen und umso lustiger ist, dass sie
- 3:22jetzt, wo sie es eigentlich gar nicht mehr nötig hat, sehe ich
- 3:25diesen Klotz noch mal ans Bein gehängt, ja.
- 3:28Extra für dich, Kurt, habe ich mir heute noch mal diesen.
- 3:30Drakopie Schuh an, mach doch mal ein Geräusch damit.
- 3:35Der ist zu gut gedämpft, der Macht keine Geräusche.
- 3:37Aber ich dachte, du sollst auch noch ein bisschen was davon
- 3:39haben und. Sie sagen ja, also ich, ich
- 3:41erfreue mich sehr an dem Anblick hier, sie sieht.
- 3:44Aus wie ein riesiger Skischuh. Bin aber wirklich sehr froh,
- 3:47dass du wieder wieder junge Frühling durch den Frühling
- 3:51durch eben diesen hüpfen kannst. Vor allen Dingen die vielen,
- 3:54vielen Stockwerke hoch und runter bewältigen kannst.
- 3:58Also es war gar nicht so sehr für mich, aber für für Monique
- 4:03und auch für Götz sicherlich spannende 8 Wochen, die hier
- 4:05durchzustehen waren. Aber mit guter Laune und
- 4:08Optimismus wird doch so jeder Drops noch irgendwie gelutscht.
- 4:12Ja, und was ich an der Stelle sagen muss, ich habe natürlich
- 4:15auch eine Liste aus diesen 8 Wochen zusammengestellt und zwar
- 4:22habe ich in dieser Zeit 3 Pullover, 2 Schals und einen
- 4:26Cardigan gestrickt, 5 Tafeln zartbitter Orangenschokolade
- 4:33gegessen. 12 Bücher und 2 halbe gelesen.
- 4:40Die Serien habe ich nicht gezählt, Olympia habe ich also,
- 4:44Eiskunstlaufen habe ich alles gesehen und ich wollte heute
- 4:48eigentlich, weil das war meine Hauptbeschäftigung während
- 4:51dieser Zeit, ich wollte heute eigentlich mit Kurt Armdrücken
- 4:53machen, weil ich wirklich, wirklich durch das Krückenlaufen
- 4:57echt richtig muskulöse Oberarme habe, und ich dachte jetzt
- 5:02endlich. Und ich bin eigentlich immer
- 5:05dabei beim Armdrücken, denn ich bin viel, viel stärker als ich
- 5:09aussehe. Und das überrascht die Leute
- 5:10immer so. Es ist mein, das ist meine alte
- 5:13Landnatur allerdings habe ich wiederum das Problem, dass
- 5:17gerade sowohl mein Linker als auch mein rechter Oberarm etwas
- 5:22malträtiert wurden durch Impfungen.
- 5:24Ich hab es n bisschen übertrieben, aber gesund.
- 5:26Geht ja das Leben zugrunde und dementsprechend müssen wir das
- 5:29Armdrücken leider verschieben. Ja, Kurt Kurt hat einfach Angst
- 5:33gehabt, dass er heute verliert. Aber das ist okay, das ist okay.
- 5:38Wenn sie naiv was behauptet, aber gut, auf jeden Fall feiern
- 5:44wir Geburtstag, und das ist das wunderschöne und auch wenn die
- 5:49Gläser genauso klangen beim Anstoßen wie sie sollten,
- 5:52nämlich nach Sektgläsern, sind wir beiden natürlich
- 5:54stocknüchtern. Denn wir können auch ohne
- 5:59Alkohol besoffen über. Bücher lesen Don't Drink and Das
- 6:04ist. Wirklich immer eine sehr sehr
- 6:06guter Hinweis. Ehrlich gesagt möchte man vielen
- 6:08Leuten ins Poesiealbum schreiben, so wir haben also
- 6:13jeder 5. Bücher hattest du irgendeine?
- 6:18Das war ja das Schöne für uns ne, es gab keine thematische
- 6:20Vorgabe, es war einfach Buch fürs Bett.
- 6:23Hast du dir irgendeinen Rahmen ausgesucht für deine 5 Bücher?
- 6:26Also was müssen Sie erfüllen? Ach?
- 6:28So, ich habe tatsächlich nur Bücher genommen, die ich in
- 6:30dieser Zeit jetzt gelesen habe. In diesen 8 Wochen, in denen ich
- 6:34zu Hause. Bin sehr schön und ich habe
- 6:37gemäß meiner alten Vorliebe für ungebrochene Nasen 5 wirklich
- 6:43schmale Bücher mir ausgesucht, die ich im Laufe der letzten
- 6:46Jahre, die mir immer so untergekommen sind und die ich
- 6:49sehr, sehr schön fand. Ja.
- 6:52Bin ich gespannt. You go first.
- 6:56Okay dann, dann dann fange ich an mit einem ganz besonderen
- 7:02Buch, das du mir besorgt hast und das nicht so ganz einfach zu
- 7:06besorgen war. Und zwar ist das ein Buch von
- 7:09einer Schriftstellerin, die ich auch noch während dieser Zeit
- 7:12kennengelernt habe, mit der habe ich mir nämlich ein
- 7:14Krankenhauszimmer geteilt, so. Ist so, so so.
- 7:19Verrückt in all diesem, was wirklich daran nicht schön war
- 7:23und und der wirklich, wirklich schmerzhaften ersten Zeit im im
- 7:28Krankenhaus. Gut, dass wir keinen
- 7:30Schmerzmittel Podcast machen, habe ich mir ein Zimmer geteilt
- 7:35mit Sigrun Kasper, einer zauberhaften Frau und einer
- 7:40ganz, ganz wunderbaren Autorin, und das war, das war in all dem,
- 7:44die auch ein gebrochenes Sprunggelenk hat, so wie ich.
- 7:48In all dem Unglück war das war das einfach eine Freude und wir
- 7:51haben uns dann irgendwann gegenseitig Gedichte jeweils von
- 7:55uns vorgelesen und so, und das war das war sehr, sehr, sehr,
- 7:58sehr. Schattig da habe.
- 7:59Ich mir gleich ein paar von ihren Büchern bestellt, sind
- 8:02leider nicht mehr alle zu bekommen, aber eines ist
- 8:07unterbrochene Schienen und das ist auch 1 ihrer bekanntesten
- 8:09Bücher, und das ist eine Sammlung von autobiografischen
- 8:13Kurzgeschichten. Eines wirklich aufregenden
- 8:16Lebens, muss man sagen. Die sind also die Grünen, hat
- 8:22eine ganz, ganz fabelhafte Sprache, selbstironisch, witzig
- 8:27und trotzdem schöne, klare Sätze, und die beginnen im
- 8:34Grunde mit mit, mit Kindheitserinnerungen an den
- 8:37Krieg, und das ist fantastisch geschrieben, also weil wir
- 8:40wirklich. Bei diesem Kleinen, also mit
- 8:42diesem kleinen Mädchen mit mit diesen Augen auf den Krieg
- 8:45blicken und was der sozusagen im Alltag dieses Mädchens bedeutet,
- 8:50sehr, sehr, wirklich sehr ergreifend und.
- 8:54Dann sind wir mit einer jungen Frau erst im Osten Berlins
- 9:00unterwegs, da hat sie damals gelebt in Kleinmachnow und hat
- 9:03in in Ostberlin gearbeitet und hatte auch Westverwandtschaft.
- 9:07Und es gibt dann eben auch eine Geschichte, wo wo dann eben
- 9:10Steglitz dann so ein Besuch ansteht, und dann hat sie in der
- 9:16deutschen Bücherstube gearbeitet, das war, ich kannte
- 9:20das nicht mehr, aber das war eine.
- 9:22Recht bekannte Buch und Kunstgewerbe, Kunsthandwerks,
- 9:30Kunsthandwerksladen mit Galerie und hat dabei sehr viele
- 9:33berühmte Schriftsteller, Schriftstellerinnen und
- 9:35Künstlerinnen kennengelernt, die alle so in diesen Geschichten
- 9:38mit Auftauchen, wie sie eben der jungen Frau.
- 9:41Das war in Ostberlin, in Ost, irgendwo und.
- 9:43Genau in der Nähe vom Berliner Ensemble.
- 9:46Die. Dann also, es ist wirklich, es
- 9:49sind so, es sind so wunderbare kleine Perlen, diese Geschichten
- 9:53aus einer Zeit, in der ich tatsächlich keine, sonst keine,
- 9:58keine Alltagsbeobachtungen gelesen habe.
- 10:00Also gerade so, die die späten 50er, die frühen 60er Jahre in
- 10:06in dieser Ost West Thematik eben auch, und es ist immer eine Ost
- 10:11West Thematik, weil in den Geschichten eben auch.
- 10:16Das Kennenlernen also, sie lernt einfach.
- 10:18Sie lernt amerikanische Studentinnen kennen, verliebt
- 10:23sich in einen Amerikaner und wird am Ende, und da steckt so
- 10:29ein bisschen der ursprüngliche Titel dieses Buches drin, es
- 10:32hieß ursprünglich, Chagall ist Schuld und Chagall ist schuld
- 10:36daran, dass sie nach Westberlin flüchtet, noch diese
- 10:38Fluchtgeschichte ist drin und die.
- 10:40Es also wirklich eine ganz, ganz große, für mich ganz tolle
- 10:45Entdeckung, diese Geschichten zu lesen und eine ganz große
- 10:47Leseempfehlung auch für alle, die noch mal so einen anderen,
- 10:50einen anderen Berlin Blick haben wollen oder eine Erinnerung an
- 10:54etwas, was sie selber nicht erinnern, was man aber eben
- 10:57wirklich so persönlich und nah in sigruns Geschichten lesen
- 11:01kann. Wie spannend also.
- 11:02Alle Infos findet ihr natürlich zu zu Autorinnen und zu Buch und
- 11:06Titel und so weiter immer wie immer in den Shownotes, aber.
- 11:09Kannst du noch mal kurz wiederholen?
- 11:10Den Namen der Autorin und den Titel?
- 11:12Sigrun Caspar Unterbrochene Schienen ist der aktuelle Titel
- 11:16dieses Buches, und wenn ihr das nirgendwo kriegt, liegt also ich
- 11:19könnt es bei kurz kurz bestellen, da kann es über
- 11:21Verlag beziehen, wirklich ganz, ganz zauberhaft.
- 11:26Wie schön. Und ihr könnt natürlich alle
- 11:28Bücher, die Euch interessieren, nicht nur über mich beziehen.
- 11:31Das ist natürlich die schönste aller Varianten bei Hund
- 11:33Hammerstein. Es gibt aber natürlich auch
- 11:36andere Möglichkeiten, an Bücher ranzukommen.
- 11:38Immer schön ist es, wenn man n bisschen sparen möchte, es
- 11:41entweder antiquarisch zu kaufen, es gibt ne tolle Seite
- 11:43booklucker.de, das ist eine der wenigen antiquarischen Seiten,
- 11:46die noch nicht zum großen Satan gehören und es gibt natürlich
- 11:50wie immer sämtliche öffentlichen Bibliotheken und ansonsten.
- 11:55Gibt es nicht nur Hund Hammerstein als kleine,
- 11:57unabhängige, inhabergeführte Buchhandlung, sondern es gibt
- 12:00auch noch viele andere in Deutschland, auch wenn ich
- 12:02gerade die letzten Zahlen entnommen habe, dass glaube ich
- 12:04in den letzten ein 2 Jahren wieder 1000 Buchhandlungen wohl
- 12:07gestorben sind, wenn ihr diesem Sterben einen Einhalt geben
- 12:11wollt, dann ist hiermit die Möglichkeit gegeben, jeder von
- 12:16uns hat irgendwo ne kleine Buchhandlung um die Ecke, da
- 12:17kann man bestellen, die können einem bis.
- 12:20Bei lieferbaren Büchern bis zum nächsten Tag die Bücher
- 12:23bestellen und man kann zumindest sein Geld bei Menschen lassen,
- 12:27die Steuern in diesem Land zahlen.
- 12:28Und das hat doch auch irgendwie schon ein bisschen was.
- 12:31Davon werden zum Beispiel Krankenhäuser finanziert.
- 12:34Wo wir dann Autorinnen treffen können, die zusammen sich ein
- 12:38Krankenzimmer erteilen. Und zumindest habe ich in
- 12:41Erinnerung bei der Sigrun Kasperl, das ist auch meiner
- 12:45Vorgabe für ein Buch fürs Bett sprach.
- 12:47Es war nämlich ein recht schmales Bändchen, wenn ich so
- 12:49richtig in Erinnerung habe. Sehr schön gehe ich direkt
- 12:53weiter. Mach du weiter, ich.
- 12:55Gehe in ein anderes Land, eine andere Stadt und merke gerade,
- 13:01es ist lustig. Ich bin auf diesen Autoren vor
- 13:05kurzem gestoßen, da hatte ich nämlich bei unserer Podcast
- 13:09Folge zum Thema Krieg. Über das Buch Exit West geredet,
- 13:14das war dieses Pärchen in einer Stadt, wo ich annahm, in
- 13:18Pakistan, wo der Bürgerkrieg immer näher kommt und dann sich
- 13:20plötzlich Türen auftun. Und da ist mir noch mal
- 13:23aufgefallen, was für ein unglaublich fantastischer Autor
- 13:26dieser Mosin Hamid ist. Und darum ist er jetzt auch der
- 13:31Beginn meiner 5 Titel für unsere Liste, fürs Buch, fürs Bett.
- 13:37Und zwar ist das ein sehr schöner Titel, es heißt, so
- 13:40wirst du stinkreich im boomenden Asien, auf Englisch klingt es
- 13:45noch n bisschen schicker, How to get filthy Rich in Rising Asia
- 13:50das Buch ist von 2013 hat ein. Einen irrsinnigen Spaß gebracht
- 13:54übersetzt ist es wirklich mit Könnerhand von Eike Schönfeld
- 13:57und es ist, glaube ich, das dickste Buch in meiner Liste
- 14:01diesmal. Das hat, glaube ich, 220 Seiten,
- 14:03und es ist so gut aufgemacht, denn es ist im Endeffekt eine
- 14:08bösartige Kapitalismuskritik über wildlaufenden
- 14:13Neokapitalismus in den boomenden Regionen in Südostasien oder
- 14:18Südasien. In diesem Falle wird es nicht
- 14:21mehr benannt, aber es ist implizit eindeutig.
- 14:24Spielt es in Pakistan und da wohl auch ziemlich eindeutig in
- 14:27Karatschi, und der Roman erzählt in kurz eigentlich das Leben
- 14:32eines namenlosen Protagonisten, der aus tiefster Armut kommt,
- 14:36der mit seinen Eltern vom Lande in die Stadt zieht, dort auch
- 14:39arm bleibt und sich dann langsam hocharbeitet und zu einem der
- 14:42reichsten Männer des Landes wird.
- 14:44Und das nicht immer mit ganz sauberen Methoden.
- 14:46Aber das beinhaltet natürlich auch das.
- 14:49So wirst du stinkreich wie macht man es am besten und das Schöne
- 14:52an diesem Buch ist, es ist aufgebaut als Ratgeber, es ist
- 14:55tatsächlich ein How to Ratgeber, wie wir ihn aus so vielen
- 14:59anderen Themen kennen und er macht was Schönes, was mich
- 15:03normalerweise nervt bei Büchern, ich mag ja nicht geduzt werden
- 15:07von Büchern. Aber in einem Ratgeberbuch ist
- 15:10es wirklich ne ziemlich gute Idee und es geht wirklich
- 15:14kapitelweise sind es ratgeberkapitel 1.
- 15:17Kapitel in diesem Ratgeber ist zieh in die Stadt egal, aber du
- 15:21musst erst mal in die Stadt ziehen.
- 15:24Dann der einer der nächsten Punkte ist, nachdem man n
- 15:26bisschen Geld angesammelt hat. Arbeite für dich selbst und
- 15:29arbeite nicht für andere und so geht es also in Kapiteln weiter.
- 15:33Bis jetzt man also immer noch Buchhändler.
- 15:34Werden. Man kann immer noch Buchhändler
- 15:36werden, nur dann kommt man natürlich irgendwann auch das
- 15:39liegt natürlich auch n bisschen an der korrupten Gesellschaft,
- 15:42in der dieses Buch spielt, also irgendwann muss man natürlich
- 15:44anfangen, auch leicht halbseiden zu werden und zu schmieren und
- 15:48kriminell zu werden. Und vor allen Dingen, und das
- 15:50ist natürlich n Mosin Hamid, der hat jetzt nicht nur diesen HH
- 15:56Effekt und erzählt diese Geschichte eines Menschen, der
- 15:58einfach stinkreich wird, sondern er erzählt die Geschichte auch
- 16:01weiter, nämlich eines Menschen, der dabei aber trotzdem zutiefst
- 16:04einsam ist, der am Ende seines Lebens erkennen muss, dass Geld
- 16:07wohl doch eigentlich nicht alles gewesen war.
- 16:09Also eigentlich ist es n antiratgeber natürlich, es ist
- 16:12aber etwas, was schmal und dünn und in schönen Kapiteln ist.
- 16:16Was man wunderbar, wirklich noch mal, wie gesagt, ohne gebrochene
- 16:20Nase, wunderbar abends noch mal so n Kapitel wegschlummern kann
- 16:24und sich so n bisschen in den Schlaf kichern kann, wenn man
- 16:27das möchte. Ich hatte sehr viel Spaß damit
- 16:30und zwar sehr viel klugen Spaß und es ist übrigens, es gibt
- 16:35noch ein. Noch 2 andere mir bekannte
- 16:38Bücher von Mosin Hamid und 1 wird sicherlich irgendwann noch
- 16:42mal dran kommen. Das ist nämlich eigentlich sein
- 16:44berühmtestes und da freue ich mich sehr, wann der Moment
- 16:48kommen wird, dass ich dieses Buch auch besprechen kann, aber
- 16:52da finden wir sicherlich irgendwann n Thema.
- 16:55Stimmt so, das war das Buch Nummer 2.
- 16:57Aber wenn wir gerade bei stinkreich sind, wollen wir
- 16:59jetzt hier kurz was einschieben. Dass wir nämlich nicht
- 17:03stinkreich mit diesem Podcast werden und auch nicht werden
- 17:06wollten, aber es trotzdem total super finden, wenn ihr uns bei
- 17:11unserer Arbeit unterstützt. Ihr könntet uns zum Beispiel
- 17:13mal. Zum Kaffee einladen.
- 17:16Ich finde das ist ne hervorragende Idee.
- 17:18Man muss uns ja nicht gleich mit Hundertern und Tausendern
- 17:21zuwerfen, auch das kann man, wenn man das möchte.
- 17:23Wir haben damit gar kein Problem.
- 17:24Die Infos wie ihr das machen könnt, findet ihr in unseren
- 17:27Shownotes. Aber du hast vollkommen recht,
- 17:30so n Kaffee. Also ich trinke ja tatsächlich
- 17:32gerne ein Flat White und werde dann gefragt mit Kuhmilch und
- 17:37ich sage ja mit richtiger Milch und du bist glaube ich eher bei
- 17:41der Entkoffeinierten. Wahl ja, Flat White auch sehr
- 17:44sehr gerne oder auch Cortana, aber in jedem Fall immer
- 17:46entkoffeiniert mein Leben ist so aufregend genug, da kann ich
- 17:49nicht noch Koffein. Und wir haben mal kurz geguckt,
- 17:52wir rechnen durchschnittliche Berliner Kaffeepreise.
- 17:56Sagen wir mal 5 Tacken pro Tasse.
- 17:59Das ist leider drin, inklusive Trinkgeld, manchmal leider auch
- 18:01noch ein bisschen teurer, aber ihr seht, ihr könnt uns einfach
- 18:05auch einfach mal 5€ rüber werfen, auch das geht wunderbar,
- 18:09indem ihr mal bei uns in die Shownotes reinguckt.
- 18:11Da gibt es verschiedenste Möglichkeiten und neu von Götz
- 18:14eingestellt auch die Möglichkeit an Amerika vorbei uns über
- 18:18europäische Bezahlsysteme zu unterstützen, so ihr wollt und
- 18:24ich freue mich jetzt schon auf den Kaffee.
- 18:26Wie schön das war. Ein tolles.
- 18:27Apropos mit dem Stinkreich, das gefiel mir so Buch Nummer 3,
- 18:33Buch. Nummer 3 genau das ist ein Buch,
- 18:39das ja, warum habe ich das gelesen?
- 18:43Ich wollte gerne was leichtes lesen, also weil das ist eine
- 18:46Sache, die ich festgestellt habe, wenn man sehr lange im
- 18:48Bett liegt. Schwere politische Bücher hab
- 18:56ich, hab ich überhaupt keinen Bock drauf gehabt und auch sehr,
- 18:58sehr traurige Bücher hatte ich überhaupt keinen Bock drauf.
- 19:00Ich wollte, ich wollte was lesen, was mir Spaß macht und
- 19:03dieses Buch hat mir richtig viel Spaß gemacht von Caroline und
- 19:07Donna You die Sache mit Rachel. Ah ja, ah schön, was findest du
- 19:14toller? Spaß so toll also unsere
- 19:16Hauptfigur Rachel studiert in Kork, es ist das Jahr 2009.
- 19:21In Irland gibt es gerade eine riesige Finanzkrise.
- 19:25Es sieht alles ziemlich düster aus und Rachel studiert zu einem
- 19:27Unglück auch noch englische Literatur.
- 19:30Sie arbeitet nebenbei in einem Buchladen, sie hat irgendeinen
- 19:34Freund, den findet sie selber auch nicht so wahnsinnig
- 19:36aufregend und dementsprechend ist auch ihr ganzes Leben, ihr
- 19:39Empfinden von sich selbst also eher ziemlich
- 19:42unterdurchschnittlich aufregend, ich würde sagen, die braucht
- 19:45noch Koffein. Das Aufregendste in ihrem Leben
- 19:50ist ihr neuer Kollege James Devlin im Buchladen, der gerade
- 19:54angefangen hat. Und der kann sich nicht mal
- 19:55ihren Namen merken, der verwechselt sie auch noch mit
- 19:57einer anderen. Aber das das ist wirklich nur
- 20:01der Einstieg und wenn das jetzt irgendwie wie erwartbar Romance
- 20:05klingt, nee, so ist es nicht, James ist nämlich schwul und
- 20:10trotzdem total interessiert an Rachel, nämlich an Rachel als
- 20:14wirklich lebensfreundin die beiden ziehen zusammen in.
- 20:17Eine Höhle, die im Winter sehr, sehr kalt und im Sommer sehr,
- 20:21sehr heiß ist. Ja, sie frieren ständig.
- 20:23Sie haben nicht genug zu essen, gehen trotzdem feiern und Rachel
- 20:28verliebt sich in ihren Literaturprofessor oder nehmen
- 20:32es auch total aufregend und beschließt.
- 20:33Er hilft Rachel dabei, ihn abzuschleppen und sie
- 20:35organisieren eine Lesung für sein wissenschaftliches Werk in
- 20:41dem Buchladen, in dem sie so tun, als wäre es quasi so ein.
- 20:44Ja, Diät, Wellness Programm und alles und es würde wahnsinnig
- 20:48viele Leute interessieren und das geht also irgendwie ein
- 20:55bisschen nach hinten raus. Also es ist nicht, es tritt
- 20:58nicht der der geplante Effekt ein.
- 21:02Aber für andere Personen ein schöner Effekt.
- 21:05Und dann? Dann nimmt tatsächlich eine eine
- 21:10tragische Komik ihren Lauf. Die, die ist es äußerst amüsant
- 21:13zu lesen, und es tut trotzdem immer ein bisschen weh, aber auf
- 21:16eine sehr angenehme Art und Weise, und Rachel wird zu dem
- 21:20Mädchen, über das die ganze Stadt spricht, weil sie eine
- 21:23Affäre mit ihm, Prof. Hat, obwohl sie gar keine Affäre
- 21:26mit ihm, Prof hat so. Das.
- 21:30Das ist schön. Du hast es sehr viel
- 21:31Spoilerfreier geschafft, als ich es normalerweise, wenn ich es im
- 21:34Laden jemandem in die Hand drücke.
- 21:36Ja, mehr möchte ich gar nicht erzählen, weil es einfach so
- 21:38tolle Überraschungen sind, wenn man es liest.
- 21:40Und ich wusste wirklich gar nichts über das Buch, außer das
- 21:43musst du unbedingt lesen, das wird dir gefallen.
- 21:46Ja, ganz also zauberhaft, und das ist es entspricht nicht
- 21:51deiner. Deiner ist n bisschen dicker, es
- 21:55ist n bisschen dicker, was aber wenn man viel Zeit im Bett
- 21:57verbringt auch durchaus gut ist. Und das ist so unterhaltsam.
- 22:00Ich hab also 2 ohne zu spoilern. Ich glaube 2 Sachen ganz am
- 22:03Anfang, die mir so viel Spaß gebracht haben, ist zu lesen, wo
- 22:07sie herkommt, dass sie einfach nie Geldprobleme hatte, bis dann
- 22:10die Finanzkrise losgeht, also irgendwie zahnarztfamilie und
- 22:14für sie dieses, Oh, ich muss plötzlich selber jobben,
- 22:18nebenbei eine wirklich neue Erfahrung ist.
- 22:21Die sie jetzt auch nicht unbedingt glücklich macht, aber
- 22:24sie wuppt sie und das andere, das ja auch relativ am Anfang,
- 22:27so hab ich es zumindest in Erinnerung, dass er zu ihr geht
- 22:32und sagt, wir müssen irgendwie unbedingt n paar sein und sie
- 22:34ihm erst mal mitteilt, Baby, du bist stockschwul, falls du es
- 22:37noch nicht gemerkt hast, weil ich meine, man denkt so, OK, ist
- 22:40das bislang an ihm vorbei gegangen, aber es ist zumindest
- 22:43dann merkt er es sehr, sehr schnell.
- 22:47Und der Rest ist Ballett. Ja, also er hat das schon
- 22:51gewusst. Er hatte halt keinen Bock
- 22:52darüber zu reden, aus verschiedenen Gründen.
- 22:56Was wollte ich gerade noch dazu sagen, habe ich vergessen, so
- 23:01ein Mist, ja. Gut, es kommt wieder.
- 23:05Es kommt wieder. Und dann?
- 23:06Quatscht er irgendwie rein, stiefen deine Gehirnwindungen,
- 23:09ploppt es plötzlich hervor und du sagst Stopp.
- 23:12Das war. Es.
- 23:14Was für ein tolles Buch. Danke, dass du das ausgewählt
- 23:17hast. Das ist schön und es bringt so
- 23:19viel Spaß, so eine Liste machen zu dürfen, denn ihr wisst ja,
- 23:21normalerweise haben wir ja immer dann diese vorgegebenen Themen,
- 23:24die kann man ja auch immer relativ weit fassen, wenn man
- 23:27möchte, aber wenn man einfach total frei Wahl hat, hatte ich
- 23:32eher schon das Problem, dass ich dachte, ich muss jetzt auch
- 23:34Bücher nehmen, die man sonst so thematisch nirgendwo so richtig
- 23:38unterbringen kann. Und um also das ist so toll,
- 23:42dass man da so aus dem Vollen schöpfen könnte und soll ich
- 23:47direkt weitermachen mit Buch Nummer 4?
- 23:50Auch eine Autorin, aber nicht aus Irland, sondern aus Japan,
- 23:55und zwar rede ich jetzt von dem Buch, die Ladenhüterin von
- 24:00Sayaka Murata. Eine junge japanische Autorin,
- 24:05ja, was heißt Jung? Also zumindest ist sie jünger
- 24:07als Banana Yoshimoto, und die ist ja sozusagen das Urgestein
- 24:11der der japanischen Mädchenliteratur.
- 24:16Klingt vollkommen falsch und blöd, aber also Banana Yoshimoto
- 24:19hat eigentlich den Startschuss gegeben für junge japanische
- 24:23Autorinnen, die dann wirklich alle der Reihe nach Welt.
- 24:27Weit bekannt wurden und auch zu recht also eine brillante
- 24:31Generation an Schriftstellerinnen, die sich
- 24:35vor allen Dingen für uns natürlich auch interessant,
- 24:37immer mit sehr japanischen gesellschaftlichen Themen
- 24:41beschäftigen. Wir hatten das, Glaube ich
- 24:43einmal schon bei unserer Folge zum Thema Essen, da gab es das
- 24:46Buch Butter und da geht es ja auch sehr um die Rolle der Frau
- 24:51in der japanischen Gesellschaft und du musst aber.
- 24:53Arbeiten, Mutter sein, bitte nicht mehr als 35 Kilo wiegen
- 24:56dein Mann zu. Also alle diese Punkte und hier
- 24:59geht es tatsächlich auch wieder um eine Frau, die einfach nicht
- 25:04passt in die japanischen gesellschaftlichen Vorstellungen
- 25:07und zwar haben wir eine mit 30 jährige Heldin, das ist Keiko
- 25:13Furukura und die arbeitet seit 18 Jahren in einem Conbini, das
- 25:19sind diese. Mischung zwischen Supermarkt und
- 25:22Kiosk so einem Twenty Four Seven Store, so ein kleiner
- 25:26Supermarkt, Lebensmittel, Nachbarschaftsladen, Späti mit
- 25:31mehr Lebensmitteln als Getränken, aber alles was man so
- 25:33braucht und dort in diesem Conbini hat sie ihre Heimat
- 25:40gefunden, und das liegt daran, dass sie schon als kleines Kind.
- 25:47Verhaltensauffälligkeiten zeigte die also ihre Eltern und dann
- 25:51später auch die gesamte Gesellschaft sehr stören.
- 25:53Sie ist nämlich, was Sayaka Murata bezeichnet, als sozial
- 25:58blind, das heißt, sie ist jetzt kein Soziopath oder ein ein, ein
- 26:04ein schlimmer, pathologischer, gefühlloser Mensch.
- 26:07Sie kann aber einfach die Gefühle anderer Menschen nicht
- 26:10lesen. Es ist ihr also ein ein ein
- 26:12Rätsel und in ihrer Kindheit war sie schon öfters auffällig, weil
- 26:16sie einfach Sachen sehr pragmatisch und logisch lösen
- 26:19möchte, die nicht unbedingt die richtige Lösung sind in einem
- 26:24gesellschaftlichen Umfeld, was es tatsächlich auch n bisschen
- 26:28lustig macht. Und die geht ihren Weg, macht
- 26:32die Schule, geht studieren. Und das erleben wir sozusagen
- 26:34alles aus der Sicht der jetzt 36 jährigen.
- 26:38Also ihre Vergangenheit wird erzählt und wie sie nämlich dann
- 26:42irgendwann anfängt in so einem Conbini zu arbeiten, weil sie
- 26:46für sich keine richtige Rolle in der Gesellschaft findet, und
- 26:50dort lernt sie das erste Mal Heimat, denn was sie macht, ist
- 26:54sie beginnt die Mimiken, die Gestiken, die Ausdrucksweisen
- 26:58der anderen Menschen, der Kunden und der Kollegen einfach per
- 27:02purer Mimikry zu imitieren, und das heißt, sie baut ein Bild
- 27:07einer funktionierenden Frau auf, die immer richtig reagiert, aber
- 27:12im Endeffekt nie weiß, ob das richtig ist.
- 27:14Sie imitiert einfach nur, es ist wahnsinnig spannend.
- 27:17Wie die Murata uns diese Figur näher bringt und es die große
- 27:22Kunst von ihr ist, es vor allen Dingen auch lustig zu machen.
- 27:25Es ist eigentlich natürlich, dass ein ein großes Thema,
- 27:29nämlich was passiert mit einer Person, die in einem strengen
- 27:33gesellschaftlichen System lebt und dieses System nicht
- 27:36einhalten kann, es geht gar nicht darum, es nicht einhalten
- 27:39zu wollen, sondern du kannst es nicht einhalten und zerbrichst
- 27:43du an den Erwartungen deiner, insbesondere Familie, irgendwann
- 27:46ist sie natürlich der. Der totale Loser sie hat also
- 27:48studiert, hat aber keinen ordentlichen Job, ist einfach
- 27:50nur diese Supermarktfrau. Und sie hat ja noch nicht mal n
- 27:53Mann, sie ist noch nicht mal verheiratet, sodass sie dann
- 27:55eine wirklich tolle Lösung findet.
- 27:57Sie nimmt nämlich einfach n arbeitslosen Typen, der
- 27:59irgendwie kein zu Hause hat und quartiert ihn bei ihr in der
- 28:02Wohnung ein, der ist n ziemliches Arschloch, das ist
- 28:04ihr aber egal, weil sie ja wie gesagt so richtig Emotionen und
- 28:07Gefühle ähnlich lesen kann und sie benutzt ihn einfach nur
- 28:10damit er vorspielt er wäre jetzt ihr Ehemann.
- 28:14Das Ganze geht noch n bisschen weiter, da möchte ich jetzt
- 28:17nicht spoilern, aber es ist eine kluge, wirklich unglaublich
- 28:21sympathische Geschichte über eine Heldin, die einem ad hoc
- 28:24gar nicht so sympathisch sein kann, weil sie natürlich keine
- 28:27Emotionen hervorrufen kann. Es erfüllt natürlich meine
- 28:33Kriterien für das Buch, fürs Bett mit nämlich insgesamt 176
- 28:38Seiten. Oh mein.
- 28:39Gott so wenig. Ist das was schmal?
- 28:40Ich bin sehr novellig unterwegs. Heute muss ich zugeben und ist
- 28:45nach wie vor, obwohl es jetzt mittlerweile auch 10 Jahre alt
- 28:48ist oder in Deutschland vielleicht 9 Jahre, immer noch
- 28:52ein unglaublich gut laufender Titel bei uns im Laden.
- 28:56Ich bin jetzt auch nicht der Einzige bei uns, der dieses Buch
- 28:58gerne empfiehlt. Und ich glaube, dass Tausende
- 29:03anderer Leser bestätigen können, ja, das hier ist wirklich ein
- 29:07fantastisches Buch, bringt viel Spaß und ist gleichzeitig
- 29:11intelligent und bringt uns alle sogar vom Kopf her ein bisschen
- 29:16weiter, aber nie so weit, dass man nicht danach noch wunderbar
- 29:19schlafen könnte. Buch Nummer 4 sayaka Murata, die
- 29:23ladenhüterin. Übersetzt von einer unserer
- 29:26besten Übersetzerin aus dem japanischen Ursula Gräfe.
- 29:30Aber wie immer alle Informationen in den Shownotes.
- 29:33Vielen Dank dafür. Ich mach weiter, auch mit dem
- 29:37Buch einer Frau, ich hab überhaupt nur Autorinnen, heute
- 29:39hab ich gerade festgestellt. Jetzt gar nicht so die Absicht.
- 29:42Aber ja, es gibt halt so viele tolle Autorinnen, das ist ein
- 29:46Buch, das deine Anforderungen definitiv nicht erfüllt, und es
- 29:52ist ein Buch fürs Bett, wenn man mal schlaflose Nächte hat, denn
- 29:56in dieser Zeit habe ich das gelesen, als ich tatsächlich
- 30:00nachts ständig aufgewacht bin und nicht gut schlafen konnte,
- 30:02weil man sich mit so einem 5 Kilo Klotz und Bein auch nicht
- 30:05so gut umdrehen kann. Und Schmerzen und so weiter aber
- 30:09wenn ich dieses Buch gelesen habe, war mir das alles egal,
- 30:12weil ich total darin gefangen war und es sehr genossen habe,
- 30:15so viel Zeit zu haben, um dieses Buch zu lesen.
- 30:18Ich rede von dem Buch von Marion Brasch, ab jetzt ist Ruhe.
- 30:22Sie sagte, es ist der Roman Ihrer wunderbaren Familie, es
- 30:25ist ja vielleicht auch eher ein Memoir oder so, aber wozu sich
- 30:29mit irgendwelchen Schubladen aufhalten, das ist ein ganz,
- 30:32ganz, ganz, ganz tolles Buch. Marion Bresch kennen hoffentlich
- 30:40einige von euch, viele von euch als Radiomoderatorin, als
- 30:43Autorin, als ja auch Moderatorin von verschiedenen
- 30:46Veranstaltungen. Sie hat eine ganz wunderbare
- 30:48Stimme, finde ich, und und so ist auch ihr Schreibstil, also
- 30:53sie schreibt auch wirklich toll, sie kommt aus einer Familie, in
- 30:57der alle irgendwie so ein bisschen berühmt waren, muss man
- 30:59sagen, ich. Ihr Vater war stellvertretender
- 31:03Kulturminister der DDR und ihre Brüder waren Schriftsteller,
- 31:08Dramatiker und Schauspieler und der bekannteste davon
- 31:11wahrscheinlich Thomas Brasch. Leider zu früh verstorben.
- 31:15Wie alle Brüder muss man an der Stelle sagen und, und, und.
- 31:20Marion Brasch erzählt im Grunde wirklich ganz leicht und sehr
- 31:24gekonnt die Geschichte dieser Familie aus der Sicht der
- 31:26kleinen Schwester, die immer so deutlich jünger war als.
- 31:30Als ihre großen Brüder so auf jeden Fall deutlich jünger als
- 31:33Thomas Braschke, der Älteste war.
- 31:35Und gleichzeitig sind die Ereignisse in dieser Familie
- 31:39natürlich viel, viel mehr als jetzt nur die Ereignisse in der
- 31:41Familie. Und es ist, ich habe es total
- 31:46ehrlich und direkt empfunden und es wimmelt von Prominenten, die
- 31:51aber nie beim Namen genannt werden.
- 31:52Und trotzdem weiß man ziemlich genau, um wen es geht und
- 31:56manchmal bekommen andere Personen dann auch einen anderen
- 31:59Namen, also gar nicht ihren echten Namen und man weiß hä
- 32:02warte mal, aber der hieß doch eigentlich und trotzdem passt
- 32:05dieser Name dann so gut, dass man kurz überlegt, oder hieß er
- 32:09doch so? Also auch das einfach noch mal
- 32:13ein Beweis für für ihr erzählerisches Geschick und ihr
- 32:16könnt. Wir haben im Grunde also von der
- 32:19Familie her, wir haben ihre Mutter, ist eine also jüdisch
- 32:24österreichische Mutter, die nach England gehen musste im Zweiten
- 32:30Weltkrieg, dort den Vater kennengelernt hat, ich glaube
- 32:34auch jüdisch und Kommunist und. Und die dann zusammen in die DDR
- 32:40gegangen sind. Jetzt nicht unbedingt zur
- 32:42Begeisterung der Mutter, aber es war halt eben einfach eine
- 32:46Möglichkeit gewesen, und dann stoßen sozusagen diese, ja diese
- 32:50Systemtreue des Vaters auf die Rebellion der Kinder, vor allen
- 32:54Dingen auch erstmal auf die Rebellion des ältesten Sohnes
- 32:56Thomas Prasch, der von seinem eigenen Vater angezeigt wird,
- 32:59als er Flugblätter verteilt, dafür ins Gefängnis kommt, eine
- 33:02sehr, sehr. Drastische Geschichte haben kann
- 33:05man, kennt man vielleicht auch aus anderen Blickwinkeln.
- 33:08Andere, die das schon erzählt haben, also einmal im Film
- 33:10lieber Thomas oder eben auch aus der Geschichte der auch sehr,
- 33:14sehr bekannten Frau, mit der er damals ein Kind hatte, die auch
- 33:17ins Gefängnis kam, also, dass dass das so geballt zu lesen
- 33:22ist. Wirklich insane würde eine
- 33:26meiner Töchter jetzt sagen an der Stelle und.
- 33:29Und diese Dynamiken, die sich dann in der Familie entwickeln
- 33:33und die wir eben quasi immer erzählt bekommen von der kleinen
- 33:35Schwester, die mit am Esstisch sitzt, die nicht möchte, dass
- 33:37sich alle streiten, ne, die all diese Gefühle dann ja auch
- 33:40spürt, und das ist toll dann, wir sitzen nämlich auch als
- 33:44Zehnjährige am am Esstisch und und, und, sehnen sozusagen
- 33:49diesen Streit und. Merken auf der einen Seite, wie
- 33:52das Kind erahnt, worum es geht, und wir jetzt quasi mit unserer
- 33:56Möglichkeit rückblickend auf die Geschichte zu gucken.
- 33:58Wir sind natürlich versteckt dahinter, also wirklich spannend
- 34:02und auch ein wirklich, wirklich spannendes Familienportrait,
- 34:06weil es so sehr aus dem Inneren kommt, weil es diese typischen
- 34:09Familien, Themen dieses Aufeinandertreffen von
- 34:12verschiedenen Persönlichkeiten, dieses Reißen der Gesellschaft
- 34:16auch an einer Familie und wie man damit letztlich umgeht.
- 34:19Ganz wunderbar einfängt und auch wenn es wirklich, also im Grunde
- 34:23barbarisch und und dramatisch ist, also in der Gesamtheit alle
- 34:27anderen außer Marion Prasch aus der Familie sind inzwischen tot,
- 34:30also die Eltern gestorben, alle 3 Brüder gestorben, du sagtest
- 34:34es schon viel zu früh, und dieser Titel des Buches, ab
- 34:38jetzt ist Ruhe, kommt eigentlich aus einer Tradition der Mutter,
- 34:42das war sozusagen die. Dieser, dieser letzte Satz vom
- 34:46vom Schlafengehen ab jetzt ist Ruhe und gleichzeitig ist er
- 34:49natürlich auch wenn man das ganze Buch gelesen hat, auch so
- 34:53bitter. Weil also jetzt ist Ruhe, also
- 34:55der Vater. Und.
- 34:56Und der älteste Sohn streiten sich nicht mehr darüber.
- 34:59So ne das das das ist schon genial und und und hart und ich
- 35:06konnte es nicht, ich konnte es nicht weglegen und ich war dann
- 35:08immer also mich hat es so froh gemacht ich dachte okay gut
- 35:13also. Ich kann jetzt nicht schlafen,
- 35:15aber ich kann dieses Buch lesen, das ist toll und genau so hat
- 35:19sich es angefühlt. Also ich habe einfach, ich habe
- 35:21einfach nicht, ich habe einfach nicht gehadert mit meinem
- 35:24Schicksal, weil ich dachte, ja, das ist doch, komme ich endlich
- 35:28dazu, ist ja schon ein paar Jahre alt, komme ich endlich,
- 35:30endlich, endlich dazu, dieses fantastische Buch zu lesen.
- 35:33Großartig, da bin ich sehr, sehr froh, dass du uns die Brascha
- 35:37jetzt noch mal näher gebracht hast.
- 35:39Wäre eh schon einfach eine unglaublich sympathische
- 35:41Radiofrau. Und es ist ja immer so ein
- 35:45bisschen schwierig, wenn man so eine im Endeffekt so wie die
- 35:48Manz der DDR, also weißt du, wenn du so Familien hast, wo
- 35:51einfach jeder irgendwie außergewöhnlich und künstlerisch
- 35:53ist, und man denkt immer um Gottes Willen, die sind ja
- 35:57wirklich beschenkt, und dann sieht man, nee, so beschenkt
- 36:02sind sie dann doch nicht und Sau spannend, ich wusste, sie ist
- 36:06sehr viel jünger als ihre Brüder gewesen.
- 36:10Toll und vor allen Dingen das, was du noch angesprochen
- 36:12hattest. Das gefällt mir sehr gut, denn
- 36:14das ist ja so schwierig aus der Sicht eines zehnjährigen Kindes
- 36:18zu schreiben, ohne die Lesenden entweder zu unterfordern oder
- 36:24einfach nur zu nerven oder auf der anderen Weise, dass man
- 36:27sagt, Entschuldige, aber kein zehnjähriges Kind hat diese
- 36:30komplexen Gedanken, die du hier gerade unterbringst.
- 36:32Das ist eine große Kunst. Und Marion Brasch meistert es.
- 36:37Vorbildlich. Sehr sehr vorbildlich, ne und
- 36:39ich meine also es ist ja klar aus welcher Position sie erzählt
- 36:43und und dass sie beim Schreiben nicht mal die Zehnjährige ist,
- 36:45aber diese wir, wir können dieses Erleben der Zehnjährigen
- 36:49trotzdem noch. Also, und das ist wirklich, ist
- 36:52es richtig gut gelungen. Toll, toll und ja, natürlich
- 36:57auch wieder ein bisschen dicker, aber so dick ist es gar nicht,
- 36:59das Buch. Man merkt es einfach, man merkt
- 37:02es einfach gar. Nicht und wie du richtig sagst,
- 37:04genau für diese Momente, wo man einfach wirklich.
- 37:07Nicht mehr schlafen kann wegen Schmerzen.
- 37:10Das ist ja auch das Beste, ist einfach Licht anmachen, lesen
- 37:13und dann braucht man auch so n Buch was einen anregt und und
- 37:18dabei hält ohne einen komplett zu überfordern, weil es einfach
- 37:23vielleicht inhaltlich oder oder formal einfach wirklich zu krass
- 37:27ist dann gerade. Sehr sehr schön.
- 37:30Das war unser Bergfest jetzt für diese Folge.
- 37:34Marion Prasch Marion Prasch so, und wir nehmen das jetzt ernst.
- 37:37Ab jetzt ist Ruhe tschüssi jetzt erstmal einen Kaffee trinken,
- 37:44Nein, tun wir natürlich nicht, sondern wir gehen weiter zu dem
- 37:48Buch Nummer 6 auf unserer Liste der 10 Bücher fürs Buch fürs
- 37:53Bett, und ich bleibe jetzt auch deutschsprachig.
- 37:57Und ich komme jetzt und hold on to you, Seeed Monique zu einem
- 38:01meiner absoluten Lieblingsautoren, über den ich,
- 38:06glaube ich, in diesem Podcast noch nie gesprochen habe.
- 38:08Ein Schweizer Autor natürlich, ich mag ja die Schweizer
- 38:12Schriftsteller und Schriftstellerin so gerne, und
- 38:14in diesem Falle muss ich auch den Disclaimer offenlegen, auch
- 38:19ein guter bekannter Slash Freund, denn er ist auch ein so
- 38:21fantastischer Mensch, und zwar rede ich über Patrick Can.
- 38:26Ah, da war ich mal bei einer Lesung bei dir im Laden.
- 38:28Richtig, und das war auch zu diesem Buch, meine ich, wo er
- 38:31den Käseigel mitbrachte, genau, und zwar ist er ein Schweizer
- 38:37Autor, der sich eigentlich auch immer Schweizer Themen annimmt,
- 38:40mehr oder weniger, aber in einem österreichischen Verlag
- 38:44erschienen ist. Und dann hat er aber ein Buch
- 38:47geschrieben, über das ich hier reden möchte, wo der
- 38:50österreichische Verlag braumüller, sagte Patrick, bei
- 38:52aller Liebe. Aber dieses Buch ist so
- 38:54schweizerisch, das versteht kein Mensch.
- 38:58Wenn wir das rausbringen, das machen wir nicht, dann musst du
- 39:00dir jemand anderes suchen, also hat er sich für dieses Buch
- 39:02einen kleinen Berner, glaube ich, ich glaube einen Berner
- 39:06Verlag gesucht und auch gefunden, nämlich den Süd Glocke
- 39:10Verlag, was ein bisschen den Nachteil hat, dass dieser Verlag
- 39:13leider auch Schweizer Preise nimmt, also man zahlt etwas mehr
- 39:16Geld für etwas weniger Seiten, aber man.
- 39:19Aber die Freude ist dennoch ungebrochen.
- 39:22Und zwar möchte ich dir erzählen von dem Buch der kubanische Kesa
- 39:28es ist eine der lustigsten Bücher, die ich, glaube ich,
- 39:31wirklich je gelesen habe. Es ist tatsächlich sehr, sehr
- 39:35schweizerisch, aber jetzt nicht in Mundart und Schweizerdütsch
- 39:38geschrieben, dass man kein Wort versteht, aber es ist wirklich
- 39:43ein sehr, sehr Schweizer Blick, und das liegt insbesondere.
- 39:48An unserem Protagonisten, dem Noldi, Abderhalden und Noldi
- 39:53Abderhalden, ist wirklich eigentlich vom Kind auf vom
- 39:57Schicksal gebeutelt. Also er ist arm, er hat nichts,
- 40:01er hat keine Ausbildung, er hat keinen Beruf, er hat keinen Hof,
- 40:04er ist im Endeffekt einfach nur Landarbeiter, dann seine seine
- 40:09Freundin, ich nenne sie jetzt Marie, sie kann auch anders
- 40:12heißen, er hat gerade eigentlich mit ihm Schluss gemacht, also
- 40:15das ganze Leben ist scheiße und er hat sich.
- 40:18Irgendwie besoffen und liegt auf irgendeinem Weg rum.
- 40:21Es ist das Jahr 1620 und wenn man da einfach so n bisschen im
- 40:27Weg rum liegt auch in der Schweiz kann es schnell
- 40:29passieren, dass irgendwelche Soldaten vorbeikommen.
- 40:31In diesem Falle sind es Anwerber für die spanische Armee, also
- 40:38ihr wisst 1620 das ist im Jahr Nummer 2 oder 3 des
- 40:42Dreißigjährigen Krieges. Und wir brauchen natürlich
- 40:45viele, viele, viele Soldaten und noldi wird n bisschen über den
- 40:48Kopf gehauen, denn er muss im Endeffekt hier mach mal hier 3
- 40:52Kreuze und dann kriegst du noch n Fässchen Schnaps und er so
- 40:54geil Alkohol so und hat sich jetzt leider gerade ich glaube
- 40:58für 10 oder 18 Jahre oder so der spanischen Armee verkauft.
- 41:03Und zieht also mit denen sozusagen in den Dreißigjährigen
- 41:08Krieg oder also in in das, wo er dann gerade ist.
- 41:12Also er ist natürlich nicht ganz in Europa unterwegs, und das
- 41:16schöne, schöne, Schöne an diesem Buch ist, und das Macht
- 41:19natürlich auch diese gesamte Komik aus, ist Noldi ist sehr
- 41:24naiv und sehr direkt, und wenn Ihnen ein Befehl gegeben wird,
- 41:27dann überlegt er nicht lange, sondern führt ihn aus, und zwar
- 41:30möglichst wortgetreu, so wie er ihn genannt wurde, und das ist
- 41:34natürlich nicht unbedingt immer das, was, was dann wirklich
- 41:39gewollt wurde und er merkt auch sehr schnell, dass er
- 41:42tatsächlich nicht nur von der Gewalt des Krieges, sondern auch
- 41:45inhaltlich und intellektuell einfach komplett überfordert ist
- 41:48von jeglicher Situation aber. Aber mit doch einer gewissen
- 41:52Bauernschleue und Fröhlichkeit rettet er jede Situation.
- 41:55Und dann passiert etwas sehr, sehr unwahrscheinliches.
- 41:59Er steht irgendwo rum, hinter ihm steht ein spanischer General
- 42:06und es kommt eine Kanonenkugel angeflogen und die würde diesen
- 42:10General sofort treffen, würde nicht unser Held noldi wie ein
- 42:14Spitzentorwart. Hochspringen, diese Kanonenkugel
- 42:19auffangen, umleiten und damit das Leben dieses spanischen
- 42:22Generals retten. Und damit beginnt ein ganz neuer
- 42:26Lebensabschnitt von Neudi, denn er wird zum Helden, er wird zum
- 42:28spanischen Hof gebracht, dort bleibt er aber nur sehr, sehr
- 42:32kurz Held, weil er verirrt sich dort in den Intrigen und leider
- 42:36auch in einigen Schößern spanischer Fürstinnen.
- 42:40Und soll schnell zum Opfer der Inquisition gemacht werden.
- 42:43Daraus wird er aber gerettet, indem er strafversetzt wird für
- 42:46seine restlichen Jahre soll er eine Schweizer Rinderherde auf
- 42:50Kubat, das ist großartig auf Kuba in irgendeiner Weise führen
- 42:56und man kann ja vielleicht den Schweizer aus der Schweiz
- 43:00entfernen, aber nicht die Schweiz aus dem Schweizer, denn
- 43:02was macht er natürlich mit den? Mit der Herde in Kuba.
- 43:07Er denkt sich, na ja, also was ich kann, ist wirklich Käse
- 43:09machen. Ich mach jetzt hier Käse, daher
- 43:11auch der kubanische Käse und er probiert wirklich gegen jegliche
- 43:15Widerstände, insbesondere klimatische Widerstände, jetzt
- 43:19den guten toggenburger Käse in Kuba herzustellen.
- 43:22Und es es geht weiter. Es ist Wunder, wunderschön, und
- 43:26das ist bei Patrick Chan dieses Tolle, der hat eine überbordende
- 43:28Fantasie und einen unglaublichen Spaß am Erzählen und man folgt
- 43:33diesem Nolli so gerne, weil er einfach wirklich so eine
- 43:35positive, lustige Figur ist. Es passiert genug Spannendes, um
- 43:40wirklich zu überlegen, na geht die Geschichte gut aus oder
- 43:43nicht gut aus, ich will es jetzt auch nicht spoilern, in welcher
- 43:45Form sie ausgeht und es gibt nur einen Punkt, der hat mich
- 43:49wirklich um den Verstand gebracht.
- 43:52Und jetzt? Ich wollte es noch nachschauen,
- 43:54aber ich habe das Wort nicht mehr gefunden.
- 43:57In diesem Buch findet ein Wort statt und man ist nie ganz
- 44:02sicher, was meint Noldi mit diesem Wort redet er von den
- 44:08Brüsten von Frauen oder redet er von dem Geschlecht einer Frau,
- 44:13dem Schoß, oder redet er von seinen eigenen Eiern?
- 44:16Es hat also irgendwas mit Geilheit zu tun, irgendwas mit
- 44:19Sex, er kann es aber gar nicht so richtig benennen und.
- 44:22Und er benutzt immer dieses eine Wort.
- 44:24Und es führt dazu, dass auch andere Schweizer Soldaten ihn
- 44:27irgendwann fragen, was was bedeutet denn dieses Wort?
- 44:31Es wird nie so richtig erklärt und ich habe wirklich.
- 44:34Schwyzerdütsche Wörterbücher Durchgeguckt, um dieses Wort zu
- 44:37finden, bis ich auf die Idee kam, einfach mal Patrick ne e
- 44:40Mail zu schreiben und zu sagen, Patrick, was bedeutet dieses
- 44:43Wort und dann schreibt mir Patrick zurück, dieses Wort gibt
- 44:46es überhaupt nicht, das hab ich erfunden, weil der Noll die
- 44:47einfach keine Ahnung hatte was er ausdrücken wollte, also hat
- 44:49er einfach selber auch nur n pflümeli oder so ähnlich ein
- 44:52Wort erfunden für all diese Sachen die bei ihm unten und im
- 44:55Kopf abgehen. Ohne dass er sie richtig
- 44:58versteht. Und was für ne zauberhafte Idee
- 45:00und wie lange ich mich damit beschäftigt habe.
- 45:02Darum. Also wie gesagt, wenn ihr auf
- 45:04dieses eine Wort in diesem Buch stoßt, was ihr nicht versteht,
- 45:07es gibt es gar nicht und es ist ein ein großer Spaß und
- 45:13natürlich sehr viel leichter inhaltlich, als es jetzt Marion
- 45:18Brasch war, aber. Wir müssen ja für jeden
- 45:23Geschmack was bieten und springen also direkt weiter zum
- 45:28Titel Nummer 7. Ja, das ist das Buch, das ich am
- 45:36herausragendsten fand, von den 12 und 2 halben Büchern, die ich
- 45:41gelesen habe in dieser Zeit. Annett Groschner schwebende
- 45:44Lasten im letzten Jahr auch für den Deutschen Buchpreis
- 45:48nominiert völlig zurecht nominiert ein großartiges Buch,
- 45:53Das schwebende Lasten erzählt. Das Leben von Hannah Krause,
- 45:56einer Frau aus Magdeburg, und es erzählt im Grunde fast das
- 45:59komplette 20 Jahrhundert, also wir begegnen Hannah das erste
- 46:04Mal. Da ist sie im Grunde Teenager,
- 46:06in der in der Weimarer Republik und.
- 46:09Und sie wächst ohne ihre Eltern auf, lernt früh Blumen zu binden
- 46:14durch das Geschäft einer einer älteren Schwester, in der sie
- 46:19arbeitet, und eröffnet irgendwann auch ihren eigenen
- 46:21Blumenladen. So zwischendurch mal so ein
- 46:23Abstecher nach Berlin zu der anderen und so, und sie ist da,
- 46:26überall, die ist da nicht so richtig, richtig zu Hause, also
- 46:29es ist kein keine innige familiäre Bindung, die die so da
- 46:35wäre. Sie öffnet ihren eigenen
- 46:37Blumenladen und eines Tages kommt ein Mann in diesen
- 46:40Blumenladen mit einem mit einem Bild von einem Gemälde, von
- 46:45einem Blumengemälde und wünscht sich, dass sie dieses Nachsteckt
- 46:51und ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ich glaube, es waren
- 46:552530 verschiedene Blüten und natürlich Blüten von von Blumen,
- 46:59die gar nicht zu der gleichen Zeit blühen, und sie gibt sich
- 47:01aber viel Mühe, gibt ihr sehr viel Geld dafür und.
- 47:04Und dieser Strauß wird dann aber nicht mehr abgeholt.
- 47:07Also wir sind dann schon in der in der Nazizeit das, was sie
- 47:12nahe, worüber sie auch viel nachdenkt, was, was nahe liegt,
- 47:15ist, dass dieser Mann Jude war und diesen Strauß nicht mehr
- 47:19abholen kann, und dafür fallen ihr verschiedene Gründe ein und
- 47:25sie stellt diesen Strauß noch ganz irgendwie, also solange er
- 47:27noch irgendwie zu sehen ist, ins ins Schaufenster, obwohl er
- 47:31nicht ganz. Ganz so geworden ist wie auf
- 47:34diesem Gemälde und so und und und diese Blumen bilden
- 47:37sozusagen einen Rahmen für dieses Leben, für dieses
- 47:40erzählte Leben. Jedes Kapitel beginnt quasi auch
- 47:43mit einer kurzen Blumenbeschreibung, das ist
- 47:45ganz, wirklich sehr süß, sehr, sehr schön und sehr süß ist
- 47:49nicht das, was man jetzt zu dem Leben von Hannah Krause sagen
- 47:51kann, das ist im Grunde wirklich Hannah, ist ne.
- 47:56Ne ne einfache Frau, ne ne ne Arbeiterin so die das heißt wir
- 48:00sind bei einem ganz normalen Leben dabei, das am Anfang des
- 48:0420. Jahrhunderts begann und und und
- 48:07und und welchen Herausforderungen, welchen
- 48:09Krisen, welchen schrecklichen Situationen man sich dann eben
- 48:13als Frau in dieser Zeit in Magdeburg stellen musste und und
- 48:17und. Da kommt im Grunde ja also eine
- 48:20eine Katastrophe auf die nächste.
- 48:22Natürlich natürlich der Krieg, die Bombardierung Magdeburgs,
- 48:27sehr, sehr drastisch beschrieben, da auch dabei zu
- 48:32sein. Hannah bekommt insgesamt 6
- 48:36Kinder, verliert einige davon und ja, nach dem Krieg, als
- 48:44alles wieder aufgebaut werden muss, ist das Land auf einmal
- 48:46die DDR und Magdeburg war ja ganz cool.
- 48:48Kurz auch in der amerikanischen Besatzungszone und wurde dann
- 48:51getauscht gegen Stücke von Westberlin, sozusagen alle
- 48:58Sachen, die ich vorher nicht wusste.
- 48:59Und ich habe auch viel wirklich mit einer Karte von Magdeburg da
- 49:02gesessen, um mir das anschauen zu können, wo wo jetzt genau was
- 49:06ist. Und Hannah wird dann nach dem
- 49:09Krieg kranführerin, also auch überraschend sozusagen von
- 49:12dieser. Blumenhändlerin zur Kranführerin
- 49:17und. Und macht auch das genauso wie
- 49:20sie alles andere in ihrem Leben angepackt hat, nämlich mit einem
- 49:23großen Pragmatismus. Und naja, in einem Gewissen, ja
- 49:32pragmatischen Optimismus auch. Also es muss ja irgendwie
- 49:35weitergehen, die Kinder müssen irgendwie versorgt werden, ihr
- 49:37Mann. Der ja schon zu Beginn an jetzt
- 49:43irgendwie nicht so der der überzeugendste und
- 49:46unterstützendste Lebenspartner war, den man sich so suchen
- 49:49kann, ist schwer gehandicapt. Also das heißt, Hannah trägt im
- 49:54Grunde diese diese ganze Last dieses Schicksals alleine, und
- 49:59das spiegelt sich im Sprachstil von Annette Kröschner wieder,
- 50:03das ist wirklich, es ist sehr sachlich geschrieben, relativ
- 50:05nüchtern, ohne nüchtern zu sein, also.
- 50:08Sie spart sich und ich mag das ja sehr einfach nur alles
- 50:10überbordende an Adjektiven und Emotionen, sondern erzählt
- 50:15wirklich ganz einfach diese Geschichte und rahmt sie immer
- 50:19wieder mit dem Blumen ein. Am Ende auch noch wieder mit dem
- 50:21Blumenstrauß, denn es ist ihr geblieben, dass sie diesen
- 50:23Strauß gerne binden möchte und dann irgendwann nach der Wende
- 50:32dann also auch diese Zeit der DDR, ging irgendwann vorbei, so
- 50:35lange sind wir bei Hannah dabei. Dann nach Rotterdam ins Museum
- 50:39fahren kann und sich dieses Originalbild ansehen kann und
- 50:44das gebündelt in einem Buch zu lesen, also das Leben einer ganz
- 50:47normalen Frau und was das in Deutschland bedeutet hat, was
- 50:52sie alles miterlebt hat innerhalb eines Lebens, diese
- 50:55großen Brüche, das ist irre, das ist wirklich irre, das ist ein
- 51:01ein ganz großartiges Buch, und. Und es ist mal so eine andere
- 51:08Heldin, also eine bodenständige Frau, die anpackt, die einfach
- 51:16ihr Leben leben muss, wo kein kein Raum ist für für bestimmte
- 51:19Sachen oder später, als der Raum da ist, über was zu
- 51:23reflektieren, gibt es natürlich auch genügend, worüber sie
- 51:25reflektieren kann und dann natürlich auch die Kinder, die
- 51:27sie verloren hat und. Und, und das ist irre, das gibt
- 51:30es so selten, und es ist so schade, dass es das so selten
- 51:33gibt. Eine beeindruckende Hauptfigur,
- 51:37eine beeindruckende Frau, eine beeindruckende Autorin.
- 51:40Das ist großartig. Es ist auch schön, dass du noch
- 51:42mal erwähntest, dass sie da geschortlistet wurde und was
- 51:46mich sehr freute ist, war auch tatsächlich ein Publikumserfolg,
- 51:51also für das, was es ist, denn es ist ja oftmals so schwierig
- 51:56mit mit so einem Thema. Zu reüssieren, was du nicht in,
- 52:01das ist ja immer, du brauchst ja immer irgendwie deine 3 Bass
- 52:04Sätze, die du hinten auf das auf den Buchrücken raufdrücken
- 52:08kannst. Und wenn du das gar nicht so
- 52:11Catchy machen kannst, und dafür bin ich sehr dankbar, ehrlich
- 52:13gesagt, dass es gerade solche Buchpreise gibt, die den Blick
- 52:18nicht nur der Branche, sondern insbesondere der Menschen
- 52:21außerhalb der Branche wirklich noch mal auf diese spannenden
- 52:24Bücher setzt und. Und umso schöner, weil oftmals
- 52:27hast du auch Bücher auf der Shortlist, wo einfach das
- 52:29Publikum sagt mir doch egal, dass bei Schweben belasten hat
- 52:35es wirklich gut funktioniert. Bei Beck glaube ich erschienen,
- 52:39wenn ich mich richtig erinnere und das ist auch immer schön,
- 52:42wenn mal ein nicht Beck ist groß genug ne aber wenn es nicht
- 52:46irgendwie immer die gleichen Konzernverlage sind, die
- 52:50erfolgreiche Titel machen toller Tipp sehr schön.
- 52:56Ich habe jetzt auch, ich bin ja gendermäßig etwas diverser
- 53:00drauf. Ich habe jetzt auch eine
- 53:04Autorin, meine zweite, sie kommt allerdings nicht aus
- 53:10Deutschland, sie ist ursprünglich ist sie, glaube ich
- 53:13Britin, also Englisch ist aber irgendwann nach Kanada gegangen
- 53:17und gilt jetzt als kanadische Autorin, oder war es andersrum,
- 53:21aber ich glaube, das ist also, zumindest habe ich sie.
- 53:25Kennengelernt als kanadisch Autorin, nicht persönlich
- 53:29kennengelernt, aber im Rahmen der der Bücher, die ich, ich hab
- 53:34viele Bücher mal ne Zeit lang aus Kanada gelesen, weil ich
- 53:38irgendwie n schönes literaturland finde.
- 53:41Und in diesem Falle ist es natürlich ein schmales Buch.
- 53:46Es ist allerdings das wirklich jetzt dickste Buch in meiner
- 53:50Liste mit 240 Seiten, es heißt, der Schlafwagen Diener, und die
- 53:54Autorin heißt Susette Meyer, und es ist das schwierigste Buch auf
- 54:02meiner Liste, muss ich ganz klar sagen, sowohl inhaltlich als
- 54:05auch stilistisch. Es ist also nichts, was man.
- 54:11Müde irgendwie weglesen kann, weil man braucht doch n bisschen
- 54:15Konzentration und das liegt an einer bestimmten Sache, zu der
- 54:18ich nachher noch komme. Kurz zu der Handlung, die ist
- 54:22recht übersichtlich, wir haben das Jahr 1929 und unser
- 54:26titelgebender Schlafwagendiener ist ein schwarzer Kanadier RT
- 54:32Baxter. Und der ist eben dieser
- 54:34Schlafwagendiener in einem Luxuszug von Montreal nach
- 54:37Vancouver. Und in dieser Zeit so ein
- 54:42durchfahrender Zug, waren meines Erachtens 96 Stunden.
- 54:45Ich glaube, es waren oder irgendwie viereinhalb Tage, also
- 54:47es war auf jeden Fall eine relative Reise, die eben dieser
- 54:51Schlafwagendiener verbringen muss in dem Zug um sehr
- 54:56wohlhabenden hauptsächlich oder fast ausschließlich weißen
- 55:00Passagieren zu Diensten zu sein und.
- 55:03Und er ist die unterste Nummer natürlich in diesem Zug.
- 55:08Er wird auch genauso behandelt wie die unterste Nummer in
- 55:11diesem Zug und was es so spannend macht, ist, dass er
- 55:16selber Ambitionen hat, er ist nicht irgendwie hoffnungslos,
- 55:21sondern alles Geld was er verdient, insbesondere das
- 55:24Trinkgeld, auf das er immer irgendwie hofft, spart er an für
- 55:28ein. Zahnmedizinstudium was er machen
- 55:32möchte, er hat sich auch schon Bücher besorgt, also er ist sehr
- 55:36sehr zielstrebig was das angeht, es braucht aber einfach
- 55:39natürlich nur wahnsinnig lange, denn von dem Gehalt was er das
- 55:42bekommt kann kein Schwein leben und es geht immer um dieses
- 55:45Trinkgeld und er muss sich so furchtbar immer diesem Publikum
- 55:49andienen, in der Hoffnung, dass es irgendwie Geld dabei rüber
- 55:52springt und er. Er hat eine extreme
- 55:58Arbeitsbelastung, denn er darf eigentlich kaum schlafen.
- 56:01Er muss ja durchgehend sozusagen als Diener unterwegs sein und
- 56:06diese Arbeitsbelastung und der Schlafmangel führt letztendlich
- 56:12zu, was einen auch nicht wundert, immer
- 56:15halluzinatorischen Momenten bei ihm, weil er einfach so müde
- 56:18ist, dass er gar nicht mehr richtig.
- 56:21Die Realität erkennt manchmal schwappt einfach Fantasie oder
- 56:24Traum in ihn rein, weil er dann doch irgendwie kurz mal für 5
- 56:26Sekunden wegpennt. Das macht es sehr, sehr
- 56:30spannend. Es gibt gleichzeitig eine Ebene,
- 56:33die ich die hätte man sich sparen können, es gibt seinem
- 56:38Schicksal einfach nur noch ein bisschen mehr, denn ist also
- 56:40nicht nur schwarz und arm, er ist auch noch schwul, heimlich,
- 56:44ich finde, das hätte jetzt dieses Buch auch nicht
- 56:47gebraucht. Es findet nur natürlich da
- 56:51wiederum Einklang in die Teile, wo er immer träumerischer und
- 56:55halluzinatomischer wird, weil er sich natürlich auch ne schöne
- 56:57Zukunft in irgendeiner Weise erträumen kann und dann um das
- 57:02noch zu toppen und es ihm sowieso schon nicht gut geht,
- 57:06wird dieser Zug mitten auf der Fahrt gestoppt, denn es gab eine
- 57:10Schlammlawine und das heißt, wir haben also diesen begrenzten
- 57:14Raum. In dem alle Zusammenhocken und
- 57:17es geht nicht weiter. Und das ist natürlich klar, dass
- 57:19damit Spannungen, Emotionen und auch Aggressionen hochgehen und
- 57:23er wird das Hauptopfer dieser Spannungen und Aggressionen und
- 57:26muss das also zusätzlich zu seiner Arbeitsbelastung und
- 57:28seiner totalen Übermüdung auch noch irgendwie abwehren und
- 57:33abfedern können. Und je weiter das Buch geht,
- 57:36desto weiter geht auch die Sprache von Susette Meyer in
- 57:40dieses Halluzinatorische. Und das finde ich gerade
- 57:43spannend, wenn man nachts selber im Bett liegt und Gedanken
- 57:46werden wilder. Also man kann wirklich gar nicht
- 57:48mehr richtig unterscheiden, wo ist hier Tag, wo ist Nacht, wo
- 57:52ist Traum, wo ist Wachheit, es wird auch immer
- 57:55kaustrophobischer und alptraumhafter, also es ist
- 57:58wirklich jetzt nicht ein leichtes Buch, aber das habe ich
- 58:00am am Anfang auch gesagt, aber. Aber wie jedes gute Buch wird
- 58:06natürlich so eine, so ein ein Drama Höchstmoment, so eine
- 58:10Katharsis irgendwann aufgelöst und man rollt natürlich doch
- 58:13irgendwann in die letzten Phasen dieser Zugreise ein und ich
- 58:20möchte ohne zu spoilern nur so viel sagen für mich.
- 58:22Ich weiß, andere Kritiker haben es anders gelesen, aber für
- 58:25mich. Ist es wenigstens mit einem
- 58:28Verhalten optimistischen Ende auch, was sehr überraschend und
- 58:32sehr rührend ist. Das ganze Buch endet tatsächlich
- 58:36auch mit dieser Zugfahrt, also wo er ankommt in Vancouver, und
- 58:42er muss zwar, es ist jetzt nicht so, dass er jetzt plötzlich
- 58:45irgendwie 5000 Pfund oder was auch immer damals in Kanada als
- 58:49Währung galt, ob es da schon kanadische Dollar gab, ist ja
- 58:53egal. Er ist jetzt nicht plötzlich
- 58:55reich, es ist klar, er muss weiter arbeiten, aber er merkt
- 58:58das doch irgendwie es es erntet Früchte seiner Arbeit, also es
- 59:02es geht weiter, er kann, er muss sein Ziel nicht aufgeben, er
- 59:05muss seinen Traum nicht aufgeben, sondern kann es
- 59:08weitermachen, es ist sprachlich finde ich sehr, sehr sehr
- 59:12spannend, weil diese monotone. Immer wieder gleiche Arbeit die
- 59:20spiegelt sich auch in so einer repetitiven Sprache und die also
- 59:25wirklich sehr, sehr verbildlicht, wie stupide und
- 59:29wie anstrengend diese Arbeit ist, die er macht.
- 59:30Immer die gleichen Sachen, immer freundlich bleiben, dann, wie
- 59:33ich schon erwähnte, dieses Halluzinatorische sehr, sehr,
- 59:36sehr spannend. Also es ist n wirklich
- 59:38intensiver. Roman.
- 59:41In so einem festgesetzten Raum mit einer wirklich festgesetzten
- 59:45Anzahl von Protagonisten und Nebenfiguren, die sich auch
- 59:48nicht ändern können, weil steigt jetzt keiner mehr ein, hinter
- 59:51oder vor der Schlaflawine Schlammlawine, das bin ich schon
- 59:54selber im Schlaf und genau kein einfaches Thema, aber ein sehr,
- 1:00:00sehr lohnendes literarisches Buch, und ich verspreche auch,
- 1:00:05das ist das letzte literarische Buch in meiner Liste, das
- 1:00:08nächste wird so was von unliterarisch.
- 1:00:10Aber damit sind wir sozusagen schon bei 4 Fünftel unserer
- 1:00:15Liste angekommen. Oh, ich freu mich so, wenn wir
- 1:00:17das 2 Jahre feiern, dann machen wir 20 Büchern und jetzt bin ich
- 1:00:22gespannt, welche Autorin du noch.
- 1:00:24Ja, ich hatte eigentlich überlegt, ob ich dich bitte, ob
- 1:00:26ich das Buch als aller Allerletztes vorstellen kann.
- 1:00:29Wann? Aber aber du hast gerade ein
- 1:00:32Wort benutzt, was so eine unfassbar gute Überleitung zu
- 1:00:36diesem Buch ist. Denn also ich würde sagen, ich
- 1:00:39habe das perfekte Buch fürs Bett gefunden und du hast gerade aus
- 1:00:43Versehen das Wort Schlaflawine gesagt, und dieses Wort passt zu
- 1:00:47diesem Buch wie die Faust aufs Auge.
- 1:00:50Jetzt bin ich gespannt. Oh, ich dachte, du kannst das
- 1:00:52jetzt schon direkt raten. Es ist das Buch mein Jahr der
- 1:00:55Ruhe und Entspannung von Odessa moschfek.
- 1:00:58Ach. Und jetzt muss ich sag, ich
- 1:01:02hab's nicht genommen, aber wir haben ja demnächst unsere Folge
- 1:01:05über Drogen. Ja, hätte man auch da hätte.
- 1:01:08Man auch da reinnehmen können okay.
- 1:01:10Du gibst uns die MOSH Fak. Ja einer der bestgelauntesten
- 1:01:13Autoren. Wo ist die Frau hart okay, wie
- 1:01:17geil okay super. Aber es ist wirklich also also
- 1:01:20dieses Buch, und es war Zufall, dass ich das quasi jetzt in der
- 1:01:24Zeit habe, aber es hat da einfach so reingepasst.
- 1:01:29Ich, ich glaube, ich habe das auf auf Instagram einmal
- 1:01:33geteilt, als ich angefangen habe zu lesen.
- 1:01:34Mit der Frage hat diese Frau sich auch das Sprunggelenk
- 1:01:37gebrochen und dauert die Reha wirklich so lange?
- 1:01:40Nein, hat sie nicht, wir haben eine, ja eine Protagonistin, die
- 1:01:46keinen Namen hat, ich Erzählerin, die muss ihren Namen
- 1:01:48natürlich auch nicht sagen, sie ist Anfang 20, sie ist New
- 1:01:51Yorkerin, arbeitet in einer Galerie und.
- 1:01:56Ich würde sagen, Sie hält sich selber schon für ganz schön toll
- 1:02:01und alles andere langweilt sie im Grunde.
- 1:02:05Und ja, sie sie, sie ist auch in einer schwierigen Situation.
- 1:02:11Ihre Eltern sind, sind, sind, sind beide tot und ich also es
- 1:02:17ist nicht so, dass sie das irgendwie reflektiert oder so,
- 1:02:19sondern sie hat einfach, also das Leben ist ihr irgendwie zu
- 1:02:22anstrengend geworden und sie hat die Idee, dass.
- 1:02:24Das wäre total gut, wenn ich mehr schlafen könnte, weil
- 1:02:26schlafen ist wirklich toll. Schlafen ist eine richtig,
- 1:02:30richtig schöne Sache. Sie wünscht sich im Grunde eine
- 1:02:32Schlaflawine und beschließt diese Schlaflawine tatsächlich
- 1:02:38auch herbeizuführen, und zwar durch verschiedene Schlaf und
- 1:02:44Beruhigungsmittel, also einfach damit den Schlaf so lange wie
- 1:02:47möglich zu verlängern. Am Anfang geht sie dann immer
- 1:02:49noch in die Galerie arbeiten, schließt sich da dann manchmal
- 1:02:52den Besenschrank ein und schläft und so.
- 1:02:54Das wird dann aber irgendwann erwischt und dann gibt es halt
- 1:02:57auch die Galerie nicht mehr. Aber also es ist jetzt nicht nur
- 1:02:59so, dass sie, dass sie von sich selber sagt, dass sie eben
- 1:03:03wirklich hervorragend dünn ist, so wie man sein muss und sehr,
- 1:03:06sehr schön ist und den richtigen Stil hat und weiß, was man
- 1:03:08anziehen muss und die richtige Haarfarbe haben, die richtige
- 1:03:11Haarlänge hat, sondern sie hat auch noch das richtige Maß an
- 1:03:13Geld, das heißt, es ist gar nicht so dramatisch, dass sie in
- 1:03:15dieser Galerie nicht mehr arbeitet.
- 1:03:17Ganz kurz gibt es eine richtige Haarfarbe.
- 1:03:19Ja, blond. Und und sie freut sich
- 1:03:28eigentlich darüber, dass sie jetzt noch mehr schlafen kann,
- 1:03:30weil sie nicht mal mehr arbeiten muss.
- 1:03:32Sie sucht sich eine Psychiaterin, das ist ne sehr
- 1:03:36dubiose Psychiaterin, die ihr noch mehr Schmerz, noch mehr
- 1:03:42Schlafmittel und Beruhigungsmittel verschreibt
- 1:03:45und genau, Doktor taddl ist das und ihr würde ich ein Bullshit
- 1:03:50erzählen. Unglaublich.
- 1:03:54Und dann redet sie eigentlich die ganze Zeit davon, in welchen
- 1:03:57Kombinationen sie welche von diesen Mitteln nimmt und wie
- 1:04:00lange sie dann jeweils schlafen konnte und wie sie dann eben hin
- 1:04:03und wieder mal Rausschleicht und einen Kaffee trinkt und die
- 1:04:05Ägypter in dem Laden da unten in dem Spiel, die sie angucken und
- 1:04:09sich eine Pizza bestellt und liegt im Kühlschrank und dann
- 1:04:11isst sie immer so ein Stück, aber eigentlich will sie noch
- 1:04:13viel länger, noch tiefer schlafen, also so ein richtiger
- 1:04:15Winterschlaf und. Die ihr Körper gewöhnt sich so
- 1:04:19ein bisschen an die Medikamente und manche funktionieren halt
- 1:04:21einfach nicht mehr richtig. Sie hat eine Freundin
- 1:04:24beziehungsweise die Freundin hat sie die die zu Besuch kommt Riva
- 1:04:29und sie hält überhaupt nichts von Riva, also sie empfindet das
- 1:04:32auch als Zumutung, dass Riva vorbeikommt, das nervt sie
- 1:04:34eigentlich alles, nur Riva erzählt ihr dann auch noch
- 1:04:38irgendwie so viel und Riva passieren auch auch Sachen und
- 1:04:43sie, also sie ist komplett emotionslos geworden gegenüber
- 1:04:46dieser Welt, die erst recht gegenüber dieser dieser Freundin
- 1:04:51und kauft sich dann im Grunde aus dieser Freundschaft frei.
- 1:04:55Ich glaube, anders kann man das kann man das nicht sagen, und
- 1:04:59dann beginnt sie ein Mittel zu nehmen, ich habe, ich habe immer
- 1:05:02alle, muss ich sagen, alle diese Schlaf und Schmerzmittel und
- 1:05:05Beruhigungsmittel gegoogelt, um zu wissen, was nimmt die da auch
- 1:05:08mal. Ich kurz nach der OP zu gucken
- 1:05:11lass ich das dann lieber liegen. Und dann bekommt sie ein Mittel.
- 1:05:14Und das, das konnte ich nur insofern, also das konnte ich
- 1:05:17nicht googeln, ich konnte es natürlich googeln, aber das hat
- 1:05:19sie sich ausgedacht, aber der Name klingt wirklich verdammt
- 1:05:21echt interfermeterol, das gibt ihr, das ist ein neues deutsches
- 1:05:26Mittel, ein Antipsychotikum soll es glaube ich sein, dass er ihre
- 1:05:31Doktor taddl gibt, und wenn sie das nimmt, ist sie richtig,
- 1:05:34richtig weg und stellt dann aber, wenn sie wieder aufwacht,
- 1:05:37also so nach 3 Tagen fest, dass sie in der Zeit irgendwie.
- 1:05:42Unterwegs war Oh Gott also nicht nur so Schlafgewandelt ist,
- 1:05:46sondern richtig. Auf Partys war sich irgendwie
- 1:05:49sehr seltsame Pelzmäntel gekauft hat.
- 1:05:52Feiern war, unangenehme Fotos von sich gemacht hat, also sie
- 1:05:56scheint ja noch im Leben zu haben und dann versucht sie das
- 1:05:59auch noch einzuschränken. Inzwischen geht eigentlich kein
- 1:06:02anderes Mittel mehr, weil die alle nicht mehr wirken, es geht
- 1:06:05nur noch dieses Mittel und sie muss dafür sorgen, dass sie in
- 1:06:07dieser Zeit halt nicht aus der Wohnung rauskommt und.
- 1:06:11Das heißt, wir also, das Buch hat ein, es hat eigentlich nicht
- 1:06:16wirklich ne richtige Story, ne und und und und unsere unsere
- 1:06:19Protagonistin, ich möchte gar nicht unsere sagen, also was sie
- 1:06:22ist wirklich auch kein keine, keine, keine angenehme.
- 1:06:28Keine angenehme Frau, das ist auch nicht so, dass die
- 1:06:30irgendwas davon reflektiert, die hat, da hat die überhaupt keinen
- 1:06:32Bock drauf, die will einfach nur mit dem ganzen Scheiß nichts
- 1:06:37mehr zu tun haben, so richtig gar nicht mehr und in dem ist es
- 1:06:43genial. Also wirklich in jemandem zu
- 1:06:47seinem Kopf von jemandem zu sein, der der mit so viel
- 1:06:52Distanz und auch teilweise Abscheu auf die Welt schaut und
- 1:06:56nur so. Also die ist schon in einer ganz
- 1:07:00bestimmten Art und Weise oberflächlich und und die
- 1:07:04reflektiert das nicht und und und ich hatte immer so Momente,
- 1:07:06dass ich dachte, Oh Mann, ey, ich würde gern das Gegenpart
- 1:07:11Buch dazu lesen, also jemand, der sie, der das Elend in Ihr
- 1:07:17erkennt, diese Traurigkeit, mit der sie nicht umgehen kann oder
- 1:07:20was auch immer, aber sie selber hat es überhaupt nicht, sie.
- 1:07:23Hat einfach nur Bock zu schlafen und und es ist schon ein
- 1:07:27ziemlich perfektes Buch fürs Bett.
- 1:07:29Es regt einen überhaupt nicht auf, man ist froh, dass man dann
- 1:07:33irgendwann auch, dass man schlafen kann, ohne dieses ganze
- 1:07:35Zeug in sich reinzukippen und denkt sich ja winterschlaf
- 1:07:38klingt super, aber das möchte ich dann vielleicht doch nicht
- 1:07:40unbedingt haben und es ist ganz nett, wenn man sich über ein
- 1:07:43paar Sachen im Leben freuen kann.
- 1:07:45Das stimmt. Was unsere in Anführungsstrichen
- 1:07:48Protagonistin sogar nicht kann. Das ist ja auch eine
- 1:07:52Spezialität, von der Mosch weg muss, man also, ich finde, die
- 1:07:56ist ja so hart, diese Autorin, also eine fantastische, aber die
- 1:08:00gibt auch einen Scheiß da drauf, also die, die müssen überhaupt
- 1:08:03nicht sympathisch sein, die Figuren, über die sie schreibt,
- 1:08:07ich glaube, je unsympathischer, desto besser.
- 1:08:09Eigentlich. Und brillant.
- 1:08:12Freut mich sehr, dass du das. Genommen hast, gibt es glaube
- 1:08:17ich als Taschenbuch bei BTB. Aber wie immer alle
- 1:08:19Informationen in den Shownotes dazu.
- 1:08:23So, und jetzt bin ich gespannt, was dein absolutes Buch fürs
- 1:08:27Bett ist. Also mein absolutes Buch fürs
- 1:08:30Bett ist das dünnste in dieser Reihe.
- 1:08:32Ich habe es unter 100 Seiten geschafft, es ist ein Buch, was
- 1:08:36leider gar nicht mehr lieferbar ist, sondern also nur noch
- 1:08:40antiquarisch zu bekommen ist. Aber auch da die Information und
- 1:08:44so weiter und es hat einen der schönsten Titel, die je ein Buch
- 1:08:50hatte. Es ist natürlich wieder von
- 1:08:53einem Schweizer Autoren, einem Jüngeren als Patrick Chan, der
- 1:08:56Autor heißt Daniel Metzger, und das Buch hat den wunderschönen
- 1:09:00Titel als ich einmal tot war und Martin El Gore mich nicht
- 1:09:05besuchen kann und das ganze kannst du entweder als Buch
- 1:09:11lesen oder? Oder aber als Theatermonolog,
- 1:09:14denn es ist ein kompletter Monolog von Dave Gahan und für
- 1:09:22diese eine Person unter unseren 754000 Zuhörern, die nicht weiß,
- 1:09:27wer Dave Gahan und Martin L. Gor sind.
- 1:09:30Wir reden hier von der Band Depeche Mode.
- 1:09:33Dave Gahan der Sänger Martin El Gore, die eigentlich sehr viel
- 1:09:37wichtigere Person, nämlich Bandleader und hauptsächliche
- 1:09:40Komponist der Songs, also eine fantastisches Gespann.
- 1:09:44Da gibt es natürlich noch ein 2 andere bei Depeche Mode, aber
- 1:09:47die beiden sind die wichtigsten. Dave Gahan dieses Buch würde
- 1:09:51auch gut reinpassen können in unsere noch aufzunehmende Folge
- 1:09:54zum Thema Drogen, denn Dave Gahan war ein großer Freund.
- 1:09:59Von Drogen und wirklich nicht gute Drogen.
- 1:10:02Also ich glaube, der hatte eine extrem Hardcore
- 1:10:04heroinabhängigkeit. Auf jeden Fall gab es ach so
- 1:10:10gemein, Dave Galen hatte mal aufgrund seines Drogenabuses
- 1:10:14eine Nahtoderfahrung und zwar war er tatsächlich irgendwann in
- 1:10:20den 90er Jahren für 2 Minuten klinisch tot und.
- 1:10:24Und das ist sein zentrales Erlebnis und das noch viel
- 1:10:31zentralere Erlebnis ist, dass er diesen unglaublich
- 1:10:36lebenswichtigen, lebensverändernden Moment
- 1:10:39durchgemacht hat und Martin El Gor kommt ihn noch nicht mal
- 1:10:42besuchen. Also es wird noch nicht mal
- 1:10:45wahrgenommen, dass er gerade dieses Lebensveränderte hat.
- 1:10:50Und das Ganze ist ein die Engländer oder die Amerikaner
- 1:10:53haben ein so schönes Wort dafür. Es ist ein Rand, es ist wirklich
- 1:10:57ein Beschwerdemonolog von einem verwöhnten Rockstar, der nicht
- 1:11:03verstehen kann, warum er denn nicht im Leben aller anderen
- 1:11:07auch die wichtigste Figur ist, sondern nur in seinem eigenen
- 1:11:11Leben und wie ein Rockstar aufgrund der Umstände, in der er
- 1:11:17lebt. Seine Biografie gar nicht mehr
- 1:11:22als eigene Biografie begreift, sondern als ein Mythos, an dem
- 1:11:25man zu arbeiten hat. Und das tut er, und er
- 1:11:30wiederholt sich auch, also er kann, und das ist das Tragische
- 1:11:33für ihn an diesem Buch, er kann sich nicht mehr ganz genau
- 1:11:37erinnern an diese 2 Minuten nahtod, man denkt ja, du warst
- 1:11:39ja auch tot, aber er probiert sich immer diesem Moment zu
- 1:11:42nähern, und war es so oder nein, war es vielleicht doch so, und
- 1:11:46es ist so, so, so gemein und so unglaublich lustig und auch so
- 1:11:52unerwartet, dass so n junger Schweizer Autor aus dem nichts
- 1:11:54heraus sich denkt, ich mach jetzt mal n Monolog von diesem
- 1:11:58total überkandidelten Dave Gahan und Martin El GOG kommt einfach
- 1:12:02in diesem Buch gar nicht vor. Es ist so gemein, ich hab so so
- 1:12:07so viel Spaß gehabt damit und es hat natürlich.
- 1:12:12Auch wie jedes Buch, Wenn du danach suchst.
- 1:12:14Große Themen, in diesem Falle natürlich Ruhm, der damit
- 1:12:17verbundene Narzissmus, die Konstruktion einer eigenen
- 1:12:21Biografie, also auch Identitätsfrage.
- 1:12:23Aber du kannst das Ganze auch einfach ohne all diese Themen
- 1:12:27dir anhören. Man kann sich lieber noch mal
- 1:12:30einfach ein paar alte Depeche Mode Platten auflegen.
- 1:12:32Dave Gerns Stimme im Ohr haben und vielleicht noch mal 23
- 1:12:36Videos sich anschauen, ich empfehle unerträglich mal on
- 1:12:40personal Jesus und. Ist, wo man denkt, so alter, du
- 1:12:43hast so viel Attitüde und wenn man dann noch mal sich n paar
- 1:12:47Bilder von ihm angeschaut hat und dann diesen Monolog sich
- 1:12:50langsam nachts schlubbert ich sag euch Freunde, danach wird
- 1:12:53man einen sehr sehr amüsanten Traum zumindest haben, wenn man
- 1:12:59das gelesen hat und es wird doch auch eigentlich einer einer
- 1:13:05Kleinen. Jubiläumsfolge ganz gerecht,
- 1:13:09wenn man mit was total absurdem und fröhlichem endet.
- 1:13:13Ich muss ja gestehen, dass Dave Gerhin für viele meiner
- 1:13:16Freundinnen, als ich Teenager war, tatsächlich die zentrale
- 1:13:20Figur im Leben war, aber nicht in meinem.
- 1:13:22Ich habe Depeche Mode gehasst. Ich kann es bis heute nicht
- 1:13:26hören, ich habe diesen, ich verstehe es nicht, au.
- 1:13:31Eher insofern hab ich Lust, das zu lösen.
- 1:13:35Dahin war für mich nie ne spannende Figur und ich bin
- 1:13:39großer Depeche Mode Fan gewesen. Ich alles, also die frühen
- 1:13:43Sachen, irgendwann hört es bei mir dann auch auf, aber die
- 1:13:45frühen Sachen, vor allen Dingen, als ist es nicht Andy Bell oder
- 1:13:48wie heißt der Erasure Typ der bei den ersten 2 Platten auch
- 1:13:52noch bestimmt mit dabei war und der dann einfach dachte das
- 1:13:56Ganze kann ich noch viel Schwuler als ihr ich mach jetzt
- 1:13:58Erasure. Wäre.
- 1:14:00Toll. Aber ich weiß für mich, ich habe
- 1:14:03mich dann erst an die früheren Sachen, später erst sozusagen
- 1:14:07rangearbeitet. Aber als das Lied People are
- 1:14:11people rauskam, 84 war das, glaube ich, das war für mich
- 1:14:15eine der wichtigsten musikalischen Erlebnisse dieses
- 1:14:19Lieds, und ich liebe es immer noch, also da bin ich anders als
- 1:14:22du, ich bin ein vorbehaltloser Fan und das geht es mir aber so
- 1:14:26wie bei Prince, ich bin ein vorbehaltloser Fan der Musik
- 1:14:29und. Und finde sowohl Prince als auch
- 1:14:32Dave Gahan unerträglich. Aber das muss man ja, man muss
- 1:14:36ja seine Hermeneutik auch aushalten und irgendwie
- 1:14:39vielleicht den Künstler vom Werk trennen können, ist eh immer in
- 1:14:42diesen Zeiten eine gute Überlegung, wie ich auch den
- 1:14:44jüngeren Generationen mit ins Poesiealbum schreiben möchte.
- 1:14:48Man kann Künstler und Werk ab und an voneinander trennen,
- 1:14:52aber. Bei uns war es nicht Dave
- 1:14:55Gandan, sondern bei meinen Freundinnen war es, und das war
- 1:14:58für mich immer so unverständlich, Michael
- 1:15:00Hutchens. Oh das.
- 1:15:02Verstehe ich gut, aber auf den ständest du dann doch eher.
- 1:15:05Ja, aber also da eine eine eine Freundin von mir hatte einen
- 1:15:08ganz, ganz schlimmen Crash auf Michael Hutchens, von daher war
- 1:15:10der schon besetzt, aber ich habe ja, ich habe George Michael
- 1:15:13geliebt. Oh mein Gott, wie tragisch.
- 1:15:16Aber lass lass uns davon ein anderes Mal reden.
- 1:15:19Aber aber wirklich also und dann dann immer dieses traurige
- 1:15:24gucken und und dabei Depeche Mode hören und Oh nein, also
- 1:15:29die, die die schlimmsten Stunden im im 14 und 15 Jahre alt sein,
- 1:15:34die ich da mit den Freundinnen verbracht habe, die darunter
- 1:15:37gelitten haben, dass sie nicht. Die Freundin von Dave Gallon war
- 1:15:42ne. Ja, das ist Traumatisierend.
- 1:15:44Du kannst ja schon froh sein, dass sie nicht noch The Smith
- 1:15:47gehört haben und die die ganze Zeit irgendwie noch diesen
- 1:15:49leidenden Morrissey um die Ohren geworfen haben.
- 1:15:53Ich habe aber noch mal überlegt, mein mein frühjugendzimmer dann
- 1:15:57mit 11 oder so ähnlich, ich meine alles daran schrie schwul,
- 1:16:01ich weiß gar nicht, was meine Eltern so lange brauchte, das
- 1:16:04ganze Zimmer war voll mit Plakaten von Depeche Mode, James
- 1:16:08Dean. Und um das Ganze zu toppen, um
- 1:16:11wirklich zu schreien, Marlene Dietrich, ich weiß nicht, wie
- 1:16:15ich auf Marlene Dietrich kam, aber ich glaube, es gab selten
- 1:16:19schwuler kodifiziertere Kinder Jugendzimmer als aber als dann
- 1:16:26noch die erste Bronze, die Beatplatte rauskam, da war dann
- 1:16:28alles wieder gut so. Es sind also Erinnerungen, in
- 1:16:32denen wir uns reminisieren, aber das dürfen wir auch, denn wir
- 1:16:34haben ja eine Jubiläumsfolge. Und zu dieser Jubiläumsfolge
- 1:16:38gibt es jetzt einen. Jubiläumskuchen.
- 1:16:40Hallo, ja da freu ich mich riesig und wie gesagt noch mal,
- 1:16:45es ist einfach, das kann ich nicht vorbeigehen lassen.
- 1:16:47Zu einem Jubiläumskuchen gehört auch Kaffee und ihr wisst wer
- 1:16:49uns Kaffee spendieren will. Jeder sagte ich auch, dazu
- 1:16:53gehört es heute schon, jeder Tropfen füllt die Badewanne, man
- 1:16:56kann uns auch mit 0,50€ unterstützen, wir finden alles
- 1:16:59geil, denn auch 0,50€. Bis anderthalb Zigaretten oder
- 1:17:03vielleicht 2 Packungen Zucker für den Kaffee.
- 1:17:06Wir können alles gebrauchen, vielen, vielen Dank, dass ihr
- 1:17:09dieses Jubiläum mit uns mitgemacht habt, dass ihr das
- 1:17:12gesamte Jahr mit uns mitgemacht habt, vielen Dank.
- 1:17:17Dass ihr euch ein Jahr lang von uns zuquatschen habt lassen.
- 1:17:23Ja. Und ja, fangen wir mal mit dem
- 1:17:26nächsten Jahr an, oder? Richtig.
- 1:17:28Und nur zum Schluss, weil ihr euch vielleicht denkt, wartet
- 1:17:31mal. So eine Folge endet doch
- 1:17:33eigentlich immer mit dem Buch fürs Bett kinders, ihr hattet
- 1:17:36jetzt 10, jetzt ist auch mal Schluss.
- 1:17:39Ja, bis in 2 Wochen. Bis in 2 Wochen.
- 1:17:43Tschüss im. Red mit Buch ist eine Produktion
- 1:17:47von irgendwas ist immer Konzept und Produktion.
- 1:17:51Götz Gring, Mutalma Redaktion und Hosts Moni, Lukas und Kurt
- 1:17:56von Hammerstein.