Latest / Gegen den Strom / USA, China, Russland: Wer bestimmt Deutschlands Kurs? – Hans von Helldorff
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- 0:00It's all about energy. Wenn in der heutigen
- 0:02Industriegesellschaft die Energiekosten nicht mehr
- 0:04kalkulierbar sind oder auf einem Niveau sind, die uns nicht mehr
- 0:07wettbewerbsfähig machen, ja, worauf soll denn das
- 0:10hinauslaufen? Das, was dort von Peking,
- 0:13insbesondere von XI, XI, Ping, 2017 sehr deutlich auf den Weg
- 0:16gebracht worden ist, ist ja nicht mehr und nicht weniger als
- 0:19die größte wirtschaftspolitische Initiative, die die Welt je
- 0:22gesehen hat. Wir bedienen doch im Moment ohne
- 0:24Wenn und Arbeit die Interessen Dritter.
- 0:26Ich muss leider zugeben, die Interessen der.
- 0:30Indischen Staaten widersprechen auch den deutschen Interessen in
- 0:33Hinblick auf China, also unsere Politik ist sozusagen eine
- 0:37Follower Politik der amerikanischen Interessen.
- 0:40Es macht überhaupt gar keinen Sinn, darüber nachzudenken,
- 0:43warum die Amerikaner damit aufhören sollten.
- 0:45Sie sind in der Lage, das zu tun, warum sie in der Lage sind,
- 0:48einfach weil sie es können. Wir müssen den Dialog mit
- 0:51Russland reparieren, der ist zerstört, auf allen Ebenen, dort
- 0:55liegen unsere Quellen für eine wirklich glorreiche
- 0:59wirtschaftspolitische gemeinsame Zukunft.
- 1:12Gegen den Strom zur Person. Hallo bei gegen den Strom.
- 1:18Wir präsentieren Positionen und Perspektiven, welche die
- 1:23Propaganda Medien verschweigen. Mein heutiger Gast stellt
- 1:28professionell Verbindungen her als Vorstandsvorsitzender von
- 1:34Admondo ein vermittlungsunternehmen er war.
- 1:39Vorsitzender der deutschen Seidenstraßeninitiative und war
- 1:45Bevollmächtigter des Generalsekretärs im
- 1:48Wirtschaftsrat der CDU willkommen.
- 1:50Hans von Helldorff was, was ist die deutsche
- 1:54Seidenstraßeninitiative? Ja, danke, dass sie das Gespräch
- 2:00mit dieser Frage beginnen, weil das ist nämlich Essential oder
- 2:04essentiell missverstanden worden.
- 2:07Die der Bundesverband Deutsche Seidenstraßeninitiative ist
- 2:10gegründet worden, um die Interessen der deutschen
- 2:13Wirtschaft, die ja überwiegend exportorientiert ist, in den
- 2:17Ländern entlang der Seidenstraße zu vertreten und die Position
- 2:23der deutschen Wirtschaft gegenüber den chinesischen
- 2:27Interessen, die ja mit der BRE, also bald and Road Initiative,
- 2:32klare wirtschaftspolitische Ziele verfolgen.
- 2:35Nicht nur zu begleiten, sondern in eigenständiger Form auch dort
- 2:42zu vertreten und auch wirksam werden zu lassen.
- 2:44Und ihnen wird ja vorgeworfen, sie seien Pekings Lobbyist.
- 2:48Ja, das ist genau der Punkt. Der damalige Wirtschaftsminister
- 2:55hat in einem Interview nicht so ganz verstanden, worum es ging
- 3:00mit mir, sondern hat die Bild Zeitung beauftragt, einen.
- 3:05Doch muss ich sagen, ziemlich reißerischen Artikel zu
- 3:07schreiben mit dem Vorwurf, wir würden von Peking finanziert
- 3:13werden, was natürlich völliger Nonsens.
- 3:15Ist das heißt, sie stehen im Konflikt?
- 3:18Wir stehen im Konflikt und wir standen damals insbesondere im
- 3:22Konflikt, aber nicht so sehr mit den Interessen der Wirtschaft,
- 3:25sondern mit dem Unverständnis der deutschen Politik.
- 3:28Denn das, was dort von Peking, insbesondere von Xi, xi, Ping.
- 3:322017 sehr deutlich auf den Weg gebracht worden ist es ja nicht
- 3:36mehr und nicht weniger als die größte wirtschaftspolitische
- 3:39Initiative, die die Welt je gesehen hat.
- 3:41Bis zu 2 Billionen US Dollar sollten weltweit investiert
- 3:45werden, um natürlich nicht nur für China einen Weg in die
- 3:50Zukunft wirtschaftspolitischen Weg in die Zukunft zubereiten,
- 3:53sondern sie war auch eine Einladung an alle
- 3:56Entwicklungsländer, aber auch an die EU wie auch an Amerika.
- 4:00Daran teilzunehmen und wie gesagt, einen weltweiten
- 4:05wirtschaftspolitischen Weg zubereiten, an dem alle
- 4:09partizipieren können. Wie kommt es, dass sie vor allem
- 4:12bei der neuen Seidenstraßeninitiative die
- 4:16Chancen sehen, aber die von ihnen erwähnten, wenig
- 4:21verstandesgemäßen Politiker vor allem die Risiken?
- 4:25Ich vermute, das hat etwas damit zu tun, was ich im und für den
- 4:29Wirtschaftsrat der CDU getan habe, denn ich hab ja täglich
- 4:32mehrere Gespräche, intensive Gespräche mit Vorständen, mit
- 4:36Aufsichtsräten, mit Geschäftsführer, mit
- 4:38Inhaberinnen und Inhabern geführt, über deren besondere
- 4:42Bauchschmerzen, aber auch besonderen Strategie, ihr
- 4:46Unternehmen zukunftsfest zu machen.
- 4:48Und es ist nun mal so, dass die deutsche Wirtschaft ja nur zu
- 4:51einem gewissen Teil aus Großindustrie besteht.
- 4:54Der größte Teil der Wirtschaftsleistung wird ja vom
- 4:57Mittelstand erbracht und da wiederum muss man eindeutig
- 5:00sagen, dass Deutschland ein Land der Hidden Champions ist, die
- 5:04sehr exportorientiert sind. Also die mittelständischen
- 5:07Unternehmen, die in der Leistung, aber auch bei
- 5:10Innovationen nach vorne. Gehen, so ist es genauso, ist es
- 5:13die überdurchschnittlich viel investieren, die auch ihre
- 5:16Chance in der Innovation sehen, aber eben auch ihre Zukunft in
- 5:21den Exportmärkten und die Exportmärkte sind für.
- 5:24Deutschland von essentieller Bedeutung genauso wie sie für
- 5:27China sind. Denn China ist nun mal
- 5:29mittlerweile die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auf dem
- 5:31Weg zur größten und vor allen Dingen die am schnell
- 5:34wachsendsten und die mit den größten Währungsreserven, also
- 5:38auch der größten, dem größten Handlungsspielraum
- 5:40diesbezüglich. Und 2 Orte spielen hier ne ganz
- 5:43besondere Rolle. Das sind 2 Häfen, das ist einmal
- 5:46der Binnenhafen Duisburg und der Hafen Hamburg.
- 5:49Wie kommt es? Na ja, das hat etwas mit der
- 5:53eurasischen Landverbindung zu tun beziehungsweise mit den
- 5:57neuen Seewegen im Zusammenhang mit der Belt and Road
- 6:01Initiative, denn es ist ja heute schon so, dass ein Großteil des
- 6:06Güterverkehrs von China nach Europa über den Landweg,
- 6:11insbesondere über die Eisenbahnverbindung, abgedeckt
- 6:14wird. Ungefähr. 60% schneller als der
- 6:18Seeweg, aber gut 60% auch billiger als alle anderen
- 6:23Transportmittel. Allerdings hat man dort immer
- 6:27noch den Bottleneck, nimmt den Schienenweg an Senf und es geht
- 6:30ja durch etliche Länder durch, mit allen verwaltungstechnischen
- 6:33Aufwendungen. Und diese Gespräche haben mir
- 6:36ganz klar irgendwann gezeigt, wir brauchen eine
- 6:39Interessenvertretung in Deutschland außerhalb der
- 6:42Etablierten. Um genau diesen Gedanken nach
- 6:46vorne zu bringen und der deutschen Politik klarzumachen,
- 6:50wie wesentlich wirtschaftspolitisch und
- 6:54Geostrategisch für nicht nur für Deutschland, sondern für ganz
- 6:57Europa eine engere Anbindung an China ist bezüglich der
- 7:01Entwicklung der Seidenstraßeninitiative.
- 7:05Und das geht mit Sicherheit nicht, und das war das
- 7:07Hauptproblem, was wir gesehen haben, nicht in Form einer.
- 7:11Konfrontativen Haltung zu China, sondern ausschließlich im Wege
- 7:15einer kooperativen Haltung. Da sahen wir noch erheblichen
- 7:18Aufklärungsbedarf. Und die gab es an beiden Orten
- 7:22häufig nicht. Es gab Streit, als sich die
- 7:25Chinesen in den Hamburger Hafen einkaufen wollten, und in
- 7:28Duisburg gab es auch Diskussionen.
- 7:30Na ja, die Chinesen sind natürlich, sagen wir mal, sehr
- 7:32handlungs zielgerichtet handeln die.
- 7:36Und und die hier bei uns herrschte in erster Linie die
- 7:39Befürchtung vor, die Chinesen wollen alles wegkaufen und
- 7:42wollen sozusagen die die Rolle einer Ersatzregierung
- 7:46übernehmen, was ein völliger Unsinn ist.
- 7:48Es gab andere Beispiele, wie zum Beispiel wie, wie, wie Piräus,
- 7:51wo die Chinesen investiert haben und wo sie sehr schnell für
- 7:54Griechenland. So etwas wie wie ein eine Win
- 8:00Win Situation eingestellt hat. Pereos ist ein wunderbares
- 8:03Beispiel, weil dort Infrastruktur bezahlt wurde von
- 8:06den Chinesen, weil der Hafen eine unglaubliche Entwicklung
- 8:09hatte, weil sich drumherum sehr viele griechische,
- 8:12mittelständische und kleine Unternehmen aber auch größere
- 8:15ansiedeln konnten, die da wiederum umgekehrt den Weg nach
- 8:18China gefunden haben, die neue Arbeitsplätze geschaffen haben.
- 8:21Es gab einen kulturellen Austausch, es gab einen
- 8:23Technologieaustausch, es gab Infrastruktur.
- 8:26Baubau in Richtung Nord, Griechenland et cetera et
- 8:29cetera, alles aus den Investitionsfonds der Chinesen
- 8:34bezahlt bei Zoe. Diese Chance hätte für die
- 8:37Europäische Union genauso bestanden, wenn man es denn
- 8:39gewollt hätte. Hat man das in Hamburg nicht
- 8:41gesehen? Hamburg, glaube ich, hat man es
- 8:44schon gesehen, wo man es nicht gesehen hat, ist hier in Berlin,
- 8:47das ist das Problem, die hat man eher als Reichsbedenkenträger.
- 8:51Agiert denn als Chancen Entdecker, wenn.
- 8:55Man sich die deutsche Außenpolitik einmal vor Augen
- 8:57hält und aus der Perspektive der anderen Länder beispielsweise in
- 9:00Afrika oder in Asien das beobachtet, da hört man häufig,
- 9:06wenn die Deutschen kommen, halten sie ne Rede, wenn die
- 9:08Chinesen kommen, bauen sie ne Brücke oder n Hafen, stimmt das?
- 9:12Schöner kann ich es nicht beschreiben.
- 9:14Was ist die Situation der deutschen Chinapolitik heute?
- 9:18Wie würden Sie das charakterisieren?
- 9:19Sie haben von Kompetenzmängeln gesprochen.
- 9:22Ja, die die deutsche Chinapolitik ist immer noch sehr
- 9:26konfrontativ orientiert. Leider muss man so sagen, ich
- 9:33hab ja eben schon davon gesprochen, es geht darum,
- 9:35Chancen zu entdecken und die zu wahren.
- 9:37Deutschland als Exportnation hat immer noch einen ungeheuren Ruf
- 9:42in Asien. Ich hab gute Kontakte zu
- 9:44ostbekistan. Ich hab gute Kontakte zu
- 9:47Kasachstan, wenn man dort über die deutschen Fähigkeiten
- 9:50spricht, dann ist man erstaunt, welchen Ruf die Deutschen immer
- 9:53noch dort haben. Wir alle wissen, was
- 9:56mittlerweile mit der Position der deutschen Volkswirtschaft in
- 9:58der Welt geschehen ist. Die hat nichts mehr mit dem zu
- 10:01tun, was noch vor 1015 Jahren der Fall war, wir haben
- 10:04nachgelassen. Umgekehrt ist es so, dass die
- 10:08Kasachen und die Usbeken, aber auch die Türken sehr daran
- 10:12interessiert sind, nicht nur China als Partner an Bord zu
- 10:16bekommen, sondern eben auch als die Deutschen als größtes größte
- 10:21Volkswirtschaft innerhalb der Europäischen Union.
- 10:24Man traut immer noch auf deren Objektivität und nicht so sehr
- 10:29auf den Willen, politisch Einfluss zu nehmen, was man den
- 10:32Chinesen ja sehr leicht unterstellt, was sicherlich.
- 10:35Auch stimmt, denn letztendlich haben die Chinesen ja ein
- 10:38natürliches Interesse daran, dass ihr Investment nachhaltig
- 10:43reduziert. Logischerweise also werden sie
- 10:45auch versuchen, Unterstützung zu geben, was sie in keinem Fall
- 10:49tun, im Gegensatz zur Europäischen Union oder aus
- 10:52Amerika, sie nehmen keinen politischen Einfluss, die
- 10:55Chinesen kommen nicht und sagen denen die Regierung, was sie
- 10:57anders machen sollen. Genau das wird Ihnen ja häufig.
- 11:01In politischen Kreisen in Berlin unterstellt, kann man zugespitzt
- 11:06sagen, dass die Bundesregierungen nicht nur die
- 11:09jetzige, auch die vorherige der deutschen Mittelstand
- 11:12herunterwirtschaften. Na ja, dazu, jetzt bin ich mal
- 11:16etwas sarkastisch um das zu können, müsste man etwas von
- 11:19Wirtschaft verstehen, also noch. Weniger ist es noch schlimmer.
- 11:23Leider. Ich muss sagen, leider.
- 11:25Also selbst unser gegenwärtiger Kanzler.
- 11:27Der als wirtschaftspolitischer Hoffnungsträger angekündigt
- 11:31wurde, zeigt diesbezüglich deutliche.
- 11:34Ich will das mal freundlich ausdrücken, Lücken in Hinblick
- 11:39auf die Kenntnisse der mittelständischen
- 11:41Wirtschaftsbedürfnisse. Sorgt.
- 11:43Der Kanzler ist in ihren Augen noch entfaltungsfähig.
- 11:48Ja, was aber wiederum natürlich ne Lernwilligkeit voraussetzt.
- 11:50Und wie weit das jetzt gegeben ist, kann ich nicht beurteilen,
- 11:53will ich auch nicht, aber man muss auch sehen, auch ein
- 11:56Kanzler ist in Deutschland natürlich nicht alleine
- 11:58handlungsfähig, er hat eine Koalition, sein Kabinett setzt
- 12:02sich aus Ministern zusammen mit sehr unterschiedlichen
- 12:04Motivationen und Bildungsständen und auch sehr unterschiedlichen
- 12:07kulturellen Hintergründen. Das alles gilt es einigermaßen
- 12:11zu harmonisieren. Wir haben selten in der
- 12:14bundesdeutschen Politik Menschen gehabt, die dazu in der Lage
- 12:16waren. Mir fallen da eigentlich nur 3
- 12:18ein, das ist Adenauer gewesen, das ist Schmidt gewesen, und es
- 12:22wird sich überraschen, obwohl ich CDU Mitglied bin, auch ein
- 12:25Gerhard Schröder, das waren Leute, die dafür gesorgt
- 12:28Kanzler, die dafür gesorgt haben, dass sie Kabinette der
- 12:32Fachleute. Gebildet haben und mit denen
- 12:34auch regiert haben, was sich ja auch zu der Zeit deutlich
- 12:37ausgezeigt hat. Schröder hat deutlich gemacht,
- 12:40in der Berliner Zeitung, er mache sich Sorgen um dieses
- 12:44Land, sowohl was die Außenpolitik betrifft, also die
- 12:47Konfrontation mit Russland, aber auch was den sozialen
- 12:50Zusammenhalt und die Entwicklung der Wirtschaft nach innen
- 12:53betrifft. Würden Sie dem zustimmen?
- 12:55Unbedingt ja. Mir fällt im Moment nicht ein,
- 12:57wo ich da widersprechen sollte. Es ist tatsächlich so.
- 13:03Sie wissen ja, die Diskussion. Deutschland schafft sich ab, ist
- 13:05ist ja nicht neu, die hat es ja schon durch das sarasinsche Buch
- 13:11vor gut 20 Jahren gegeben und man muss leider heute
- 13:14konstatieren, in vielen Bereichen hat der Mann recht
- 13:17gehabt, wo wir heute stehen, aber kommen wir mal zu dem
- 13:20eigentlichen Kernthema zurück, Deutschlands Chancen in der
- 13:24Zukunft liegen natürlich im Erhalt des Binnenmarktes auf der
- 13:29einen Seite, aber der Binnenmarkt funktioniert nur
- 13:31dann. Wenn wir im Export weiterhin
- 13:35eine Rolle spielen und konkurrenzfähig sind, und Export
- 13:38heißt, Deutschland muss im Ausland investieren, um präsent
- 13:43zu sein, wenn wir das nicht tun, tun die Chinesen, und die tun es
- 13:47gerne. Kann die deutsche Wirtschaft bei
- 13:49den jetzigen hohen Energiepreisen durch die
- 13:53energiepolitische Trennung von Russland überhaupt noch
- 13:55wettbewerbsfähig sein? Aufsicht?
- 13:57Nein. Nein, nein, nein, das muss man
- 14:00wirklich. Ich verstehe immer nicht, warum
- 14:02das nicht gesehen wird, It's all about Energy, das ist n
- 14:06anerkannter volkswirtschaftlicher Snow, wenn
- 14:09in der heutigen Industriegesellschaft die
- 14:11Energiekosten nicht mehr kalkulierbar sind oder auf einem
- 14:16Niveau sind, die uns nicht mehr wettbewerbsfähig machen, ja
- 14:19worauf soll denn das hinauslaufen?
- 14:20Was wäre ihr Rat? Mein Rat wäre ganz einfach, dass
- 14:24wir versuchen, diese unsinnige Konfrontation mit dem Osten,
- 14:29insbesondere mit Russland, wieder auf ein Niveau
- 14:31zurückzuführen, dass zumindest ein wirtschaftspolitischer
- 14:34Dialog möglich ist. Wir bedienen doch im Moment ohne
- 14:37wenn und aber die Interessen Dritter.
- 14:39Wir verfolgen doch gar keine deutschen Interessen.
- 14:41Das sind die Interessen der vereinigten.
- 14:43Staaten, das sind insbesondere die Interessen der Vereinigten
- 14:45Staaten. Und ich muss leider zugeben, die
- 14:49Interessen der Vereinigten Staaten widersprechen auch den
- 14:52deutschen Interessen in Hinblick auf China.
- 14:55Also unsere Politik ist sozusagen eine Follower Politik
- 15:00der amerikanischen Interessen, das kann nicht gut sein.
- 15:03Also wir sind Mitläufer. Oder wie Donald Trump das
- 15:06ausgedrückt hat, Arschküsse. Das ist zwar sehr krass, aber
- 15:10auch sehr bildhaft und nicht unbedingt zu widerlegen
- 15:12ausgedrückt, ja. Nun hat der frühere
- 15:15Außenminister Heiko Maas 2023 eine neue Chinastrategie
- 15:21vorgestellt. Er hat das gemacht in den Räumen
- 15:24der Körperstiftung wie bewerten sie diese neue Chinastrategie?
- 15:29Das kann ich gar nicht bewerten, weil die rein konfrontativ ist.
- 15:32Worauf soll das hinauslaufen? Das entspricht ja all dem, was
- 15:35ich bisher in unserem Gespräch schon interviewt hab.
- 15:38Das ist für mich keine Strategie, das ist für mich ein
- 15:41ein Ausdruck, der der wirtschaftspolitischen und
- 15:44außenpolitischen Hilflosigkeit. Das heißt, die China Strategie,
- 15:47die da vorgeschlagen worden ist, ist ne antichina Strategie.
- 15:50Natürlich ohne dass ich wirklich in der Lage bin, etwas
- 15:54entgegenzusetzen. Es gibt nur 2 Möglichkeiten,
- 15:57entweder ich hab in einem wirtschaftspolitischen Feldzug,
- 16:01nennen wir es mal so, nichts anderes ist es, entweder ich hab
- 16:04die bessere Strategie. Die ist es nicht, oder aber ich
- 16:07hab die besseren Ressourcen, die hab ich auch nicht.
- 16:10In beiden Fällen ist das für uns ne ne Time Loose Ends Strategie
- 16:18die zu keinem Erfolg führen kann.
- 16:20Also die Enden werden nicht. Mehr sie werden nicht
- 16:22zusammengeführt. Warum können?
- 16:24Sie können sich vorstellen, warum Heiko Maas diese China
- 16:28Strategie bei der Körperstiftung vorgestellt hat?
- 16:33Ganz ehrlich? Nein.
- 16:35Also die Körperstiftung ist ja. Ich hab übrigens in
- 16:39unmittelbarer Nähe von der Körperstiftung gewohnt, hab das
- 16:41immer alles so als Schmidt damals auch immer seine
- 16:43Geschichten dort gemacht hat, das ist ja ein Think Tank
- 16:46gewesen, der immer dafür gesorgt hat, dass man einen
- 16:52ausgleichenden Modus gesucht hat, selbst Kissinger damals,
- 16:56der nun ein Muss sagen sehr massiver Vertreter westlicher
- 16:59Interessen war, auch gegenüber dem Osten immer an diesen
- 17:02Gesprächen. Mit einem kooperativen Ansatz
- 17:06geendet? Ich weiß es nicht, ob er sich
- 17:10abgrenzen wollte, ob er ideenlos war, ob er irgendetwas
- 17:14verklausuliert vermuten, vermitteln wollte, was keiner
- 17:17verstanden hat. Ich hab es nicht verstanden, um
- 17:18ehrlich zu sagen. So etwas macht man ja, wenn man
- 17:20etwas aus dem eigenen Ministerium, aus dem eigenen
- 17:23Apparat auslagern will. Wenn man einen Bypass schaffen
- 17:27will, oder? Na ja, aber selbst wenn ich
- 17:30einen Bypass schaffen will, muss ich wissen, wie der funktioniert
- 17:32oder wie er funktionieren kann. Und das hab ich bei Heiko Maas
- 17:35in all seinen Jahren als Außenminister nie gesehen.
- 17:37Ist das der Versuch, möglicherweise auch aus
- 17:39Hilflosigkeit, transatlantische Interessen stärker in diese
- 17:43China Strategie einzubringen? Das ist der einzige.
- 17:46Der einzige Grund, der mir einfällt, indem man eben
- 17:48versucht, sozusagen auf der einen Seite die Hilflosigkeit
- 17:51mit einer verstärkten Allianz über den Atlantik zu
- 17:55kompensieren. Ne bessere Erklärung fällt mir
- 17:57dazu auch nicht ein. Die Programmleiterin Emerging
- 17:59Middlepowers Initiative, Julia Ganter, hat ja Verbindungen zum
- 18:03European Council und Foreign Relations, der wiederum eben
- 18:07Schnittmengen hat mit dem Council und Foreign Relations
- 18:11der Vereinigten Staaten setzt sich das auf diesem Wege
- 18:14zusammen? Natürlich.
- 18:15Ja, ist offensichtlich. Hat es damit zu tun, dass 2011
- 18:21und in den Folgejahren der damalige US Präsident Barack
- 18:24Obama. Ein Pivot to Asia verfolgt eine
- 18:27neue Hinwendung zu Asien, eine neue Ausrichtung,
- 18:30geostrategische Ausrichtung der Hegemonialmacht Washington.
- 18:35Also Obama hat sich ja auch dazu verstiegen, Russland als
- 18:39Mittelmacht zu titulieren und an dieser Aussage sieht man ja
- 18:44schon sehr deutlich, welche Bedeutung er Russland
- 18:46beziehungsweise der eurasischen Landmasse geopolitischer
- 18:50wirtschaftspolitisch überhaupt noch zugebilligt hat.
- 18:54Dass das die Russen natürlich verletzt hat, ist
- 18:56nachvollziehbar, aber aufgrund dieser Einschätzung Obamas
- 19:01gegenüber der Wichtigkeit der Eurasischen Wirtschafts Elite
- 19:09ergab sich zwangsläufig die Zuwendung in Richtung Osten,
- 19:13also in China, weil er damals schon sehr deutlich gesehen hat,
- 19:15er hat es dort mit einem erheblichen konkurrierenden
- 19:19Machtfaktor zu tun. Dem man sich mehr, mit dem man
- 19:23sich mehr aufmerksamer als in der Vergangenheit beschäftigen
- 19:27muss, um dort Strategien zu entwickeln, wie man damit
- 19:31umgeht. Allerdings muss man sagen, im
- 19:32Gegensatz zu Trump ist Obamas Politik nie eindeutig
- 19:36konfrontativ gewesen, die die war Interessengetrieben das ist
- 19:40aber legitim, das macht jedes Land, aber sie war nicht so
- 19:42konfrontativ wie das was was Trump heute macht.
- 19:45Wie kommt es denn, dass sich die Amerikaner in ihrem Blick
- 19:49verstärkt nach China zuwenden? Und das kommt hier als antichina
- 19:53Strategie an? Das kommt nicht nur so an, das
- 19:57ist eine antichina Strategie. Die Amerikaner haben sich ja
- 20:02immer als führende Wirtschaftsmacht verstanden, und
- 20:05sie sehen jetzt, dass die Chinesen eine Ungeheuer steile
- 20:09Lernkurve haben und. Und in vielen Bereichen Amerika
- 20:13nicht nur eingeholt, sondern auch überholt hat.
- 20:16Punkt Nummer 1, Punkt Nummer 2 die Abhängigkeit Amerikas
- 20:19gegenüber China, insbesondere Finanzpolitisch, ist ja um ein
- 20:23Vielfaches höher, als es umgekehrt der Fall ist.
- 20:26Noch ist China sehr ruhig mit den Staatsanleihen, die sie
- 20:29besitzen, aber. Die Angst der Amerikaner ist
- 20:33sicherlich nicht zur Unrechtsexistenz, dass die
- 20:36Chinesen das irgendwann auch als Waffe einsetzen können.
- 20:38Wir haben ja neulich gesehen, im Zusammenhang mit dem Kidnapping
- 20:43des venezuelischen Präsidenten Maduro.
- 20:46Durch Trump in die Vereinigten Staaten, durch USS
- 20:49Spezialkräfte, dass Peking ne kurze Meldung herausgegeben hat.
- 20:53Wir werden den Bestand amerikanischer Staatsanleihen
- 20:56überprüfen. Wie bewerten Sie das?
- 20:58Ja, das ist ne klare erste Reaktion.
- 21:00Ich meine man muss doch einfach mal die Rolle Venezuelas sehen
- 21:02als Energielieferant für China fällt ja damit weg und China ist
- 21:08mehr oder weniger energiepolitisch mit diesem mit
- 21:11diesem Tja wie wie soll man das eigentlich nennen, Überfall,
- 21:14anders kann man das gar nicht gar nicht nennen.
- 21:17Vorgeführt worden. Und Amerika hat China damit ganz
- 21:20deutlich aufgezeigt, dass es auch umgekehrt Abhängigkeiten
- 21:25gibt, denen sie sich nicht entziehen kann.
- 21:28Und das ist ne nachvollziehbare Reaktion, wobei diese Reaktion
- 21:32im Moment mal aus meiner Sicht in erster Linie nur als Signal
- 21:36zu werten ist. Mehr ist es nicht, es ist ja
- 21:38nicht wirklich ne Umsetzung passiert, die Währungspolitisch.
- 21:44Dramatische Folgen zeitig bis heute jedenfalls nicht.
- 21:46Haben hat Peking Washington über die Anhäufung von amerikanischen
- 21:52Staatsanleihen in der Hand. Ja, das würde ich so sehen.
- 21:57Weil was könnte passieren? Na ja, 1 ist klar.
- 22:01Also wenn China die die materialisiert, also auf den
- 22:05Markt schmeißt, dann wird der Dollar natürlich in die Knie
- 22:08gehen und damit wird natürlich auch die Kreditwürdigkeit des
- 22:11Dollars wieder leiden, sodass also Amerika wieder die
- 22:14klassischen Gelddruckmaschinen anwerfen muss, um liquide zu
- 22:17bleiben, was wiederum Auswirkungen haben wird auf die
- 22:21auf die globale Finanzsituation. Sie haben vorhin angedeutet,
- 22:26dass in insbesondere in der chinapolitik deutsche Interessen
- 22:30gegenüber amerikanischen in den Hintergrund treten.
- 22:33Was genau meinen sie damit, wie sehen deutsche Interessen aus?
- 22:37Ja, die die deutschen Interessenten.
- 22:39Interessen sind natürlich vielschichtig, sie sind
- 22:41wirtschaftspolitischer Natur, sie sind sicherheitspolitischer
- 22:46Natur, sie sind kultureller Natur.
- 22:50Und sie sind vor allen Dingen darauf ausgelegt, in einer
- 22:57regelbasierten globalen Politik eine Rolle zu übernehmen, die
- 23:03wir auch leisten können. Was jetzt passiert, ist, dass
- 23:06Amerika nicht nur Europa, sondern insbesondere auch
- 23:09Deutschland auffordert, eine immer größere Rolle zur
- 23:14Befriedigung der eigenen Interessen zu übernehmen,
- 23:16nämlich genau in den Bereichen, die ich eben gerade beschrieben
- 23:18hab. In manchen Bereichen werden wir
- 23:20es können, in anderen werden wir es für eine gute Zeit nicht
- 23:23können, wenn Amerika nicht an unserer Seite ist und da
- 23:27spätestens da fangen nicht nur, sondern hören dann auch wiederum
- 23:31die gemeinschaftlichen Interessen auf.
- 23:33Über die es gemeinsam nachzudenken gilt.
- 23:35Was aber unter der Ägide des derzeitigen Präsidenten eher
- 23:39immer ein politisches Zufallsprodukt sein kann.
- 23:42Warum haben deutsche Eliten ihre Interessen?
- 23:45Die nationalen Interessen Deutschlands unter die der
- 23:48Vereinigten Staaten untergeordnet?
- 23:53Ich habe dafür eine Erklärung, aber dann müsste ich n bisschen
- 23:55länger ausholen. Wenn Sie sich die
- 24:00Bildungssituation in unserer Gesellschaft anschauen, dann
- 24:04können Sie ja nur einen Trend erkennen, den nach unten, den
- 24:07nach unten und in dem dieser Bildungsstand immer mehr
- 24:12nachlässt. Stichwort Abitur für alle, nur
- 24:15um ein Beispiel zu nennen. Als ich Abitur gemacht habe,
- 24:18haben ungefähr 6 bis 8% aller Schüler Abitur gemacht, heute
- 24:22sind wir glaub bei 48%. Das heißt ja nicht, dass der
- 24:26Geistesblitz alle, die Schüler heute getroffen hat, sondern das
- 24:28ist ja Ergebnis der ständigen Leistungsabsenkung, spielt
- 24:32natürlich auch die Vermittlung vom Wissen über unsere
- 24:38Geschichte und die Geschichte der Welt eine entscheidende
- 24:40Rolle. Und da muss man zu einem ganz,
- 24:42ganz einfachen Schluss kommen, der da lautet, wenn ich die
- 24:47Vergangenheit nicht kenne, dann versteh ich die Gegenwart nicht.
- 24:53Aber wenn ich die Gegenwart nicht verstehe, wie bitte, will
- 24:56ich dann Zukunft gestalten? Und das gilt natürlich nicht nur
- 24:59für unsere heutige Jugend, sondern es gilt auch für unsere
- 25:01heutige Politikergeneration und umso mehr für unsere zukünftige
- 25:06Politikergeneration. Das ist übrigens etwas, wo ich
- 25:09mir besonders für Sorgen mache. Denn es würde nicht allzu viel
- 25:13kosten, da das Ruder herumzollen, sondern das ist n
- 25:16politischer Wille nicht mehr. Wir investieren relativ viel
- 25:19Geld in Bildung, nur leider immer mit dem falschen Ansatz in
- 25:23vielen Bereichen. Werden wir derzeit von
- 25:25Politikern geführt? Natürlich mehrheitlich, welche
- 25:29die Folgen ihres Tuns nicht übersehen.
- 25:32Sie meinen, Sie würden es übersehen?
- 25:34Sie tun es auch in Wirklichkeit nicht.
- 25:35Das Gesamtheitliche Denken ist natürlich auch im Zuge der
- 25:38ständigen Bildungsreform verloren gegangen.
- 25:41Das ist ja im Kontext zu dem, was ich eben gerade gesagt habe.
- 25:44Wenn ich die Vergangenheit nicht kenne, verstehe ich die
- 25:46Gegenwart nicht, aber die Korrelation zwischen beiden
- 25:48Dingen ist von elementarer Bedeutung, um die Zukunft zu
- 25:51gestalten. Was ist denn die wichtigste
- 25:53Aufgabe eines Politikers, so zu denken, dass er damit auch die
- 25:57Zukunft gestalten kann, die Gegenwart verwalten nun ist
- 26:00relativ einfach, wenn es mich nur interessiert, wie ich ein
- 26:04Problem beschreiben kann. Aber die Zukunft zu gestalten
- 26:07würde bedeuten, das Problem auch zu analysieren, daraus die
- 26:09richtigen Schlüsse zu ziehen und die richtigen Handlungsrahmen zu
- 26:13definieren. Und daran hapert es leider.
- 26:15Und daran, da müsste man erkennen, dass die Zeit der
- 26:19Unipolaren Welt unter Führung der Vereinigten Staaten zu Ende
- 26:23geht und wir uns hin bewegen in eine multipolare Welt mit
- 26:27mehreren Kräftezentren, was übrigens auch das Team Trump
- 26:31sieht und akzeptiert hat. Bewegen wir uns nun hin.
- 26:36In eine Welt, in der sozusagen das Kräftefeld sich neu ordnet
- 26:39und die deutsche Politik orientierungslos davor steht.
- 26:42Manchmal hab ich den Eindruck, dass die deutsche Politik sich
- 26:45als zwischen den Stühlen empfindet.
- 26:49Die Gründung der Bricks Organisation ist ein wunderbares
- 26:51Beispiel dafür, um mehr Unabhängigkeit von der von der
- 26:56amerikanischen Hegemonial. Von den amerikanischen
- 27:01regimonialen Ansprüchen im Hinblick auf Militär im Hinblick
- 27:05auf Kultur im Hinblick auf Wirtschaft im Hinblick auf
- 27:08Währungspolitik et cetera et cetera zu erlangen.
- 27:12Die Chinesen als. Das zweitgrößte Volk der Erde
- 27:17mit 1,3 Milliarden haben nicht den Einspruch, ihre eigene
- 27:21Kultur zu exportieren. Das muss ich mal klar machen,
- 27:24diesen Anspruch haben wir Europäer sehr wohl und die
- 27:27Amerikaner ohnehin mit allen Folgen, die genau dazu geführt
- 27:30haben oder die ein Teil der Gründe waren, warum die Bric
- 27:34Staaten überhaupt gegründet worden sind, um ihre eigene
- 27:37Identität zu werden, um eine multipolare Welt zu schaffen, um
- 27:41mehr Unabhängigkeit zu schaffen in all diesen Bereichen.
- 27:45Welchen und sich auch der eigenen Kultur und der eigenen
- 27:48Kraft bewusst zu werden, allein das Thema Abhängigkeit vom
- 27:54Dollar bietet ungeheuer viel Sprengkraft für das, für das 1
- 27:59der beliebtesten amerikanischen Thermi ist ja Wells, also
- 28:03Wohlstand um, um um diesen diesen.
- 28:07Wohlstand zu wahren, den wir haben, dürfen wir unseren Blick
- 28:13nicht nur nach innen werfen, sondern wir müssen ihn auch nach
- 28:15außen richten und uns fragen, wie haben wir dort die Chance,
- 28:20gemeinsame Interesse zu formulieren und auch umzusetzen.
- 28:23Hätten wir die Chance, gemeinsame Interessen zu
- 28:25formulieren, mit einem in einem stärkeren Verbund mit den BRICS
- 28:29Staaten? Das tun wir ja schon.
- 28:31Das zumindest ist ein Teil der Erkenntnis, das tun wir ja
- 28:34schon, denken ja nur an die neuen Abkommen mit Indien
- 28:39beziehungsweise mit Brasilien und Co.
- 28:41Also das ist zwar alles noch sehr schmalbandig und nur auf
- 28:44die reine Wirtschaftspolitik aus gerichtet, noch nicht auf die
- 28:47Finanzpolitik und auch noch nicht auf die Kultur und auch
- 28:50noch nicht auf die Sicherheitspolitik, aber es sind
- 28:52Ansätze, wenn das funktioniert, dann ist es sehr viel leichter
- 28:56in Zukunft. Auch den Dialog in Richtung
- 28:59gemeinsamen Interessen, in die anderen Bereiche hinein zu
- 29:01portieren. Peking hat den Anspruch erhoben,
- 29:04dass der Renminbi nun auch als Weltreservewährung geführt wird.
- 29:09Was heißt sie davon? Sehr viel, weil wir eigentlich
- 29:12auch als europäische Volkswirtschaft davon
- 29:16unabhängiger werden, von den Schwankungen des Dollars und von
- 29:20den Risiken, die dort drüben existieren.
- 29:22Denn 1 ist klar, Amerika ist brutal überschuldet.
- 29:26Brutal. Überschrödet.
- 29:27Das bedeutet auch, Deutschland sollte sich bemühen, in anderen
- 29:31Währungen als den Doll als des Dollars seine Geschäfte, vor
- 29:35allem seine Energiegeschäfte, zu machen.
- 29:37Unbedingt. Das ist ja nicht nur auf der
- 29:40finanzpolitischen Seite mehr Unabhängigkeit, sondern eben
- 29:44auch energiepolitisch und und exportpolitisch mehr
- 29:47Unabhängigkeit, mehr Bandbreite schafft gar keine Frage.
- 29:50Wenn wir uns diese Konstellation ansehen.
- 29:52Der Weg zur multipolaren Welt. Verbirgt sich dahinter ein Weg
- 29:56zur bipolaren Welt? Auf der einen Seite Washington,
- 29:59auf der anderen Seite China. Man hat den Eindruck, dass das
- 30:03das Ziel der Amerikaner ist. Ich allerdings hoffe sehr, dass
- 30:06es nicht dazu kommt. Im Moment erleben wir ja eine
- 30:09Brutalisierung der Außenpolitik. Wir hatten das Völkerrecht, das
- 30:15Völkerrecht ist passiv, es wurde ersetzt durch die.
- 30:18Regelbasierte Ordnung, aber der der Vizesprecher des Weißen
- 30:23Hauses sagte neulich, wir machen, was wir können, wir
- 30:26brauchen kein Völkerrecht, wir haben Interessen.
- 30:28Wie schätzen Sie das ein unter Verwilderung außenpolitischer
- 30:32Sitten, ein Rückfall in die geopolitische Barbarei?
- 30:36Es passt einfach in die in die Geschichte amerikanischer
- 30:39hegemonialer Außenpolitik ist ja im Grunde genommen nichts
- 30:42anderes, ist nur anders formuliert.
- 30:44Sie haben es ja immer schon gemacht.
- 30:46Sie haben es militärpolitisch Sie haben es geostrategisch, sie
- 30:49haben es wirtschaftspolitisch, sie haben es finanzpolitisch.
- 30:51Die Amerikaner haben schon immer das Ziel verfolgt, America
- 30:55first, sie haben es vielleicht nicht immer so genannt, aber sie
- 30:57haben es schon immer so verfolgt, ist nichts Neues,
- 30:59sollte uns nicht überraschen. Mich überrascht nur, dass Europa
- 31:05nicht früher aufgewacht ist und erkannt hat, wie wichtig es ist,
- 31:09eigene unabhängige Strategien zu entwickeln, um das, was sie
- 31:14jetzt bitter lernen, endlich umzusetzen.
- 31:16Nämlich ne eigene Politik zu formulieren, die unabhängig von
- 31:21Amerika eigene Interessen verfolgt.
- 31:24Seit 1991, dem Zerfall der Sowjetunion, haben die
- 31:28Amerikaner mehr als 200, regimewechseloperationen,
- 31:32Militäroperationen und Interventionen eingeleitet.
- 31:37Der jüngste Fall ist Venezuela, nun wollen sie denn Dänen
- 31:41Grönland wegnehmen, sie reden über Kuba.
- 31:44Sie reden über die Eingemeindung Kanadas.
- 31:47Haben wir es hier zu. Reden über britische Inseln
- 31:49natürlich. Haben wir es hier zu tun mit
- 31:51einer Art ja, geopolitischem Terrorismus?
- 31:58Der der Terminus ist nett, ja und wenn man, wenn man etwas
- 32:02salopp formulieren wollte, dann trifft er sogar, wobei, wobei
- 32:06Terrorismus eigentlich immer nur NN Störfaktor ist.
- 32:10Hier geht es um geopolitische Nachhaltigkeit aus Sicht der
- 32:14Amerikaner. Gucken Sie sich doch die Anzahl
- 32:17amerikanischer Militärstützpunkte in der Welt
- 32:20an und vergleichen Sie mit denen von China zum Beispiel oder mit
- 32:25denen von Russland, dann sehen sie, das ist n Faktor 100
- 32:30gegenüber China in etwa. Es macht überhaupt gar keinen
- 32:34Sinn, darüber nachzudenken, warum die Amerikaner damit
- 32:37aufhören sollten. Sie sind in der Lage, das zu
- 32:39tun, warum sie in der Lage sind, einfach weil sie es können, sie
- 32:42sind überall vertreten, sie haben die Mittel und sie haben
- 32:44den Willen, und sie haben die Tradition, die Geschichte, jetzt
- 32:48sind wir wieder bei dem Thema, wer die Vergangenheit nicht
- 32:49kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen, das linear in Zukunft
- 32:54fortzuschreiben. Warum?
- 32:56Weil sie bisher niemand daran hindern konnte, auch ein Putin
- 32:59wird es nicht kennen, selbst wenn er mit mit Atomwaffen
- 33:02rasselt. Interessanterweise tun es die
- 33:04Chinesen nicht, die Chinesen versuchen nur Taiwan wieder
- 33:08einzusacken, aber das ist n anderes Thema, aber die
- 33:11Amerikaner sind ja diesbezüglich deutlich weniger zurückhaltend
- 33:16als der Rest der Welt, sie verstehen sich immer noch als
- 33:20die führende Nation der Welt, was sie im Hinblick auf manche.
- 33:24Parameter sicherlich auch sind. Gleichzeitig ziehen sie sich in
- 33:27vielen Bereichen aus der Verantwortung zurück und
- 33:31hinterlassen ziemlich bleiche Korallenriffe, wie zum Beispiel
- 33:35in Europa, was die Übernahme der Funktionen betrifft, und erheben
- 33:41Anspruch auf neue. Nun sagen wir mal geopolitisch
- 33:45terroristische Felder, die sie besetzen können, um dort
- 33:49vermeintlich nachhaltig Ruhe zu schaffen.
- 33:52Das muss man mal auf der Zunge zergehen lassen.
- 33:54Diese Strategie ist schon ziemlich irgendwas zwischen
- 33:58Smart und perfide, ja. Sie sagen, vermeintlich Ruhe zu
- 34:01schaffen heißt das, wie es manche Publizisten behaupten,
- 34:06dies sei ein Empire of Chaos, eine, ja, eine Weltregierung des
- 34:11Chaos? Umso mehr Konfliktherde ich auf
- 34:14der Welt schaffe, desto eher bin ich in der Lage, von den
- 34:17Konfliktfeldern abzuleiten, die mir wichtig sind.
- 34:21Als Staat. Und die wären ja die.
- 34:23Die wären zum Beispiel, dass ich als amerikanische
- 34:28Volkswirtschaft sicherstellen will, dass die Chinesen mir
- 34:33nicht den den Markt abgraben. Was aber Quatsch ist, die haben
- 34:37nur andere Methoden und schaffen damit neue Märkte.
- 34:40Was hindert die Amerikaner dazu daran, mit den Chinesen
- 34:43gemeinschaftlicher Projekte in China zum Beispiel
- 34:46voranzutreiben, vielleicht mit anderen Mitteln, mit anderen
- 34:49Strategien, aber wie ich eingangs sagte?
- 34:53Es macht heute in dieser Welt keinen Sinn mehr, bei solchen
- 34:56Dingen immer über kooperative Standpunkte nachzudenken.
- 34:59Viel sinnvoller ist es, über kooperative Möglichkeit
- 35:02nachzudenken und derer gibt es mindestens so viele wie wie
- 35:06konfrontative Ansätze, man muss nur darüber nachdenken und den
- 35:09guten Willen haben. Statt wirtschaftliche
- 35:11Möglichkeiten neu zu denken, haben die Amerikaner im Grunde
- 35:15genommen Russland und China eingekreist.
- 35:17Mit Militär, Stützpunkt geht es hier darum, den eurasischen.
- 35:23Raum zu spalten, sodass sich keine Kräfte Zusammenballung in
- 35:28Eurasien ergeben kann. Also diese Einkreisung, die sie
- 35:31gerade eben beschreiben, ist Real.
- 35:33Man muss ja nur n Blick auf die Landkarte werfen, dass sich
- 35:36China dadurch bedroht fühlt, darf auch nicht überraschen,
- 35:39wenn man sich tatsächlich mal die Situation im Pazifik
- 35:43beziehungsweise im chinesischen Meer anschaut.
- 35:47China ist eingekreist. China kann noch so ne große
- 35:50Flotte bauen. Es ist relativ leicht
- 35:53abzuriegeln und damit eben die Exportmöglichkeiten zu
- 35:58verhindern. Das weiß sowohl China als auch
- 36:00Amerika, also bleibt nur der Weg Richtung Westen über die
- 36:03eurasische Landmasse, um eine Alternative zu haben.
- 36:09Das funktioniert aber auch nur dann, indem ich eine relativ
- 36:13stabile, ruhige Plattform habe, dort, was aber im Moment nicht
- 36:17der Fall ist. Wie wir alle wissen.
- 36:18Alleine durch den Russisch ukrainischen Konflikt, aber auch
- 36:22andere innerasiatische Konflikte da unten.
- 36:25Die amerikanischen Interessen sind bestimmt nicht die um dort
- 36:29Ruhe und Gelassenheit beziehungsweise nachhaltigen
- 36:33Frieden einführen zu lassen, sondern die wollen die.
- 36:37Die Flamme immer so ein bisschen am Köcheln halten, damit eine
- 36:43begründbare Eingreifmöglichkeit gegeben ist.
- 36:47Wie immer die aussieht, die kann kulturell sein, die kann
- 36:50finanziell sein, die kann aber natürlich auch militärisch sein,
- 36:54die jetzt gerade angekündigt in Hinblick auf Iran die Unruhen
- 36:59auch dort sind hier überhaupt nicht zurückhaltend mit der
- 37:02Androhung, sich dort militärisch einzu einzumischen.
- 37:06Wir als Humanisten in Europa mögen es ja nachvollziehen, aber
- 37:10geschichtlich ist das schon ne ziemlich vage Nummer, die dort
- 37:14angekündigt wird. All das liegt ja nicht im
- 37:17deutschen Interesse. Warum sind unsere Politiker
- 37:20nicht in der Lage, nationale Interessen zu definieren?
- 37:23Das hat sicherlich etwas immer noch mit unserer Geschichte zu
- 37:26tun. Bis 45.
- 37:29Das hat aber auch etwas damit zu tun, dass wir in Europa.
- 37:36Immer noch ziemlich an die Leine genommen sind außenpolitisch.
- 37:40Auch dort gibt es regionale Ansprüche, die wir so nicht
- 37:42nennen, aber die trotzdem vorhanden sind.
- 37:45Denken Sie nur an die Ansprüche Frankreichs, denken Sie an die
- 37:48Ansprüche Großbritanniens nach wie vor in Europa, auch wenn
- 37:52Großbritannien nicht mehr zur EU gehört, führende für führende
- 37:57Staaten zu sein, wird die deutsche Außenpolitik unter dem
- 38:01Mäntelchen der Abstimmung immer noch genau kontrolliert und
- 38:04gesteuert. Das hat zur Folge, dass es eine
- 38:08wirklich souveräne Außenpolitik Deutschlands nicht geben kann.
- 38:12Helmut Schmidt hat ja einmal in einem Wutanfall gesagt, noch
- 38:15wird deutsche Außenpolitik in Bonn gemacht und nicht in
- 38:18Washington. Ja, war n schöner Anspruch, ja.
- 38:22Aber ist inzwischen komplett verloren gegangen.
- 38:25Ja klar ist jetzt ne, dann kommen wir zum zweiten.es.
- 38:28Setzt natürlich auch die entsprechenden Persönlichkeiten
- 38:30voraus so etwas durchzusetzen und der letzte Ich muss es noch
- 38:33mal sagen, der das in aller Deutlichkeit und souverän
- 38:36durchgesetzt hat, war Schröder, der ganz deutlich damals gesagt
- 38:39hat, den Blödsinn mit dem Irak machen wir nicht mit.
- 38:43Und wie würden Sie es beurteilen?
- 38:44Richtig oder falsch? Ich hab das damals für richtig
- 38:47gehalten und halte es heute noch für richtig.
- 38:48Was sind unsere nationalen Interessen in ihren Augen?
- 38:52Was müssen wir tun, außenpolitisch, vor allem mit
- 38:54Blick auf China? Also wir müssen zunächst einmal
- 38:58den Dialog mit Russland reparieren, im wahrsten Sinne
- 39:02des Wortes reparieren. Der ist zerstört, auf allen
- 39:05Ebenen. Das ist der erste Punkt, denn
- 39:08dort liegen unsere Quellen für eine.
- 39:13Wirklich glorreiche wirtschaftspolitische gemeinsame
- 39:16Zukunft schon Otto von Bismarck hat immer ganz deutlich gesagt,
- 39:22Solange Russland und Deutschland kooperieren, solange es ging,
- 39:25ist Europa gut, stimmt auch, geht auch heute noch so, ist
- 39:29auch heute noch gut, Punkt Nummer 1, Punkt Nummer 2.
- 39:32Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das, was wir mit dem
- 39:36BVDSI verfolgt haben. Nämlich die BVDSI.
- 39:40Bundesverband Deutsche Seidenstraße Initiative.
- 39:42Die Idee, die wir verfolgt haben, nämlich einen
- 39:45kooperativen Ansatz zu verfolgen, mit China kooperativ
- 39:50Projekte zu definieren und der deutschen Wirtschaft die Chancen
- 39:55in den Ländern entlang der Seidenstraße, dort wo China
- 40:00aktiv ist, zu wahren und zu öffnen.
- 40:03Drittens. Wir müssen schauen, wo denn
- 40:06unsere Zukunftsmärkte liegen und unsere Zukunftsmärkte liegen
- 40:09nicht nur im Osten, sondern die liegen auch in Afrika.
- 40:11Die liegen auch in Südamerika. Ich sag heute nur Mercosur ist n
- 40:15erster guter Ansatz, die liege Indien auch, das haben wir
- 40:19mittlerweile wieder angenommen, aber wir müssen auch deutlich
- 40:22machen, dass ja innerhalb Europas Deutschland eine eigene
- 40:29Position zu vertreten hat und nicht nur die des Nettozahlers,
- 40:32sondern auch die. Mit Ansprüchen auf Unterstützung
- 40:36Seiten Europas, um bestimmte Positionen wiederherzustellen,
- 40:40die wir mal einmal innehatten. Denn die Position, die wir
- 40:43innehatten innerhalb der EU, ist nie nicht nur Deutschland zugute
- 40:47gekommen, sondern immer Europa, und da müssen wir wieder hin.
- 40:51Die Wirtschaftspartnerschaft mit Russland wiederherstellen,
- 40:54Handel und Wandel mit China die deutsche Wirtschaft auf einen
- 40:59neuen, ja auf ein neues Gleis setzen lässt sich dies leisten
- 41:03mit der gegenwärtigen Politikergeneration?
- 41:07Das ist natürlich Schlüsselfrage, die ich mich
- 41:12wirklich nicht traue zu beantworten.
- 41:14Ich sehe Defizite in mehr Bereichen, als mir lieb ist.
- 41:21Ich sehe aber auch Ansätze zu lernen.
- 41:27Leider Gottes lernen wir nur über politische Schmerzen und
- 41:33das kann manchmal sehr lange dauern und selbst wenn wir
- 41:36gelernt haben und verstanden haben, was geändert werden muss,
- 41:40wird sich ja eine Situation nicht per Fingerschnipp ändern,
- 41:42das braucht alles seine Zeit. Die Frage ist nur, ist nicht.
- 41:48Ob wir lernen müssen, sondern wann wir anfangen, aus dem
- 41:50Gelernten die Schlüsse zu ziehen.
- 41:52Und da habe ich, wie gesagt, jetzt erste hoffnungsvolle
- 41:56Ansätze durch den Mercosurvertrag, aber auch durch
- 41:59den indischen Vertrag gesehen, in der Hoffnung, dass endlich
- 42:03nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa
- 42:05verstanden wird, dass wir so weitermachen müssen.
- 42:09Auch Friedrich Merz, der jetzige Bundeskanzler, hat zu tun gehabt
- 42:12mit dem Wirtschaftsrat der Union.
- 42:14Was raten Sie ihm? Na ja, ich, ich rate ihm
- 42:19tatsächlich, den Dialog nicht mit der Wirtschaft, nicht nur
- 42:21über seine Wirtschaftsministerin zu intensivieren, sondern
- 42:25regelmäßige, sehr intensive, kritische Dialoge mit dem
- 42:30Mittelstand und mit der Wirtschaft zu führen, sollte
- 42:33zuhören. Sollte nach Moskau fliegen.
- 42:39Ich hätte, haben wir es mal so, ich hätte nichts dagegen, wenn
- 42:42auf höchster Ebene ein Dialog wieder stattfinden würde.
- 42:44Ich würde es nicht für ratsam halten, gegen gegenwärtig so
- 42:48etwas offiziell zu machen. Das wäre sicherlich zu früh und
- 42:52die falsche Strategie. Brauchen wir einen Austausch
- 42:56auch politischer Eliten? Unbedingt unbedingt.
- 43:00Wie kann der in Szene gesetzt werden?
- 43:03Ja, man kann das nur machen, indem man es informell macht.
- 43:10Man glaubt gar nicht, wieviel Kraft in privaten Initiativen
- 43:14liegen kann, wenn die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt
- 43:17mit den richtigen Absichten hinter verschlossener Tür
- 43:21allerdings ins Gespräch geraten. Da kommen wirklich interessante
- 43:25Ideen raus. Ich hab neulich an einer
- 43:28Veranstaltung teilgenommen, ich werd den Namen jetzt nicht
- 43:30nennen, aber da ist zum Beispiel über das Thema kulturelle
- 43:36Deutsch russische Versöhnungsprojekte gesprochen
- 43:39worden. Wunderbare Ideen.
- 43:41Ich persönlich hab mich entschlossen, eine der Ideen
- 43:43aufzugreifen und dort weiterzumachen und zu versuchen,
- 43:47dort wieder einen Dialog zu initiieren, der niemandem weh
- 43:50tun kann, sondern der nur das Allerbeste für beide Seiten
- 43:54ermöglicht, nämlich sich wieder in die Augen zu sein und zu
- 43:59gucken, wie und unter welchen Bedingungen etwas Positives, was
- 44:04in der Vergangenheit immer da war, wieder neu belebt werden
- 44:07kann. Das Aufgreifen solcher Ideen
- 44:10kann dies das herrschende Parteiensystem überhaupt
- 44:14leisten, wo ja klar Verkrustungen in die Augen
- 44:18fallen? Ja, dass es das nicht kann,
- 44:21sieht man ja anhand der Veränderungen über die letzten
- 44:25Dekaden. Begonnen hat es damals mit den
- 44:28Grünen, da hat die SPD gepennt, sozusagen in Hinblick auf die
- 44:31Verkrustung, jetzt sieht man die Erfolge der AFD.
- 44:35Und auch da muss man allen sagen, hat die Union oder die,
- 44:37die, die die Bürgerlichen haben, den Schuss nicht gehört, dass
- 44:41dort auch Elemente eingeschlichen sind, die nicht
- 44:46jedem gefallen ist. N anderes Thema, aber die
- 44:50politische Landschaft in Deutschland, wie übrigens auch
- 44:52in Frankreich, wie übrigens auch in Spanien, wie auch in Italien,
- 44:56ja selbst in Griechenland, gerät in Bewegung.
- 44:59In welche Richtung das final geht, muss man sehen, hängt
- 45:03natürlich auch sehr stark davon ab, wie stark sich das
- 45:08politische Interesse beim Wähler entwickelt, das ja in den
- 45:11letzten Dekaden auch sehr stark nachgelassen, nachgelassen hat.
- 45:15Muss die Brandmauer fallen? Ich denke, dass die Brandmauer
- 45:20völlig sinnlos ist. Völlig sinnlos.
- 45:23Die Brandmauer ist eine Erfindung der Linken um.
- 45:28Sozusagen eine eine Moralkeule rauszuholen, die nicht nur
- 45:33falsch ist, sondern die auch wirkungslos bleiben wird.
- 45:35Denn der Wähler an sich wird sich dadurch noch mehr gegängelt
- 45:38fühlen und wird den politischen Alternativen mehr Zuspruch
- 45:42bringen, als das dieser Seite der Gesellschaft gefallen wird.
- 45:47Welche Hoffnung haben Sie für das Deutschland der Zukunft?
- 45:52Dass Sie sich auf seine Stärken besinnt.
- 45:55Und die Stärken Deutschlands waren schon immer die Bildung.
- 45:58Wir waren ne Bildungsnation, das ist der größte und einzige
- 46:03Rohstoff, den wir in unbegrenzter Menge haben, dass
- 46:07es sich darauf besinnt, ein eigenes Nationalbewusstsein
- 46:13wiederzuentwickeln wer oder was ist die deutsche Nation
- 46:17eigentlich, was waren unsere Stärken?
- 46:21Was unsere Schwächen waren, das wird uns jeden Tag gesagt, das
- 46:23weiß jemand, aber es wird offensichtlich immer vermieden,
- 46:26darüber nachzudenken, was unsere Stärken waren, dass wir die
- 46:29durchaus wieder neu entdecken müssen und dass wir die auch zur
- 46:33Schaffung einer eigenen, eines eigenen nationalen
- 46:36Selbstbewusstsein, nicht Nationalismus, sondern
- 46:39nationalen Selbstbewusstsein neu entwickeln müssen, um eine
- 46:42wichtigere Rolle als in der Vergangenheit in Europa, aber
- 46:45auch in der Welt zu spielen, und zwar nicht zum Nachteil anderer,
- 46:48sondern sozusagen kooperativ. Und aus Freundschaft.
- 46:52Hans von Helldorf setzt auf Bildung die klare Formulierung
- 46:56Nationaler deutscher Interessen. Er plädiert für einen Ausgleich
- 47:00mit Russland und ein konstruktives wirtschaftliches
- 47:03Verhältnis zu China. Wir bei gegen den Strom zeigen
- 47:07ihnen Positionen und Perspektiven, welche die
- 47:10Propaganda Medien verschweigen.