Latest / re:invented – Der Business Podcast für Prozesse, Cloud & Transformation / 03 #FeaturedIn: DSAG Podcast – Digitale Exzellenz mit Cloud ERP beim Kunden Pfeifer & Langen IP
Transcript
- 0:000: Herzlich willkommen bei re:invented, dem Scheer IDS Business Podcast.
- 0:040: In dieser Folge
- 0:050: hören Sie einen Gastbeitrag,
- 0:060: den wir in einem externen Podcast mitgestalten durften.
- 0:100: Wir freuen uns, diesen spannenden Austausch auch hier mit Ihnen zu teilen.
- 0:130: Viel Spaß beim Zuhören und wir hören uns in der nächsten regulären Folge wieder.
- 0:190: Herzlich willkommen in der Podcast-Lounge, hier auf dem DSAG
- 0:240: Jahreskongress 2025.
- 0:300: Mein Name ist Carolina
- 0:310: Hinrichsen, Co-Founder von RETHINKING PLACES und ELEVEN WAVES AI und
- 0:360: Host des Wirtschafts- Podcasts Leaders and Missions.
- 0:400: In dieser Session hier geht es um Next Level Business:
- 0:450: Digitale Exzellenz mit Cloud-ERP und KI.
- 0:490: Dafür freue ich mich sehr auf meine beiden Gäste hier: Christian Mohr
- 0:520: und Apostolos Konsolakis von Scheer IDS.
- 0:570: Wir haben zwei Themenblöcke vorbereitet.
- 1:000: Zunächst sprechen wir mit Christian über die Einführung von SAP S/4HANA Public
- 1:060: Cloud und das spannende Kundenprojekt bei Pfeifer & Langen IP.
- 1:110: Danach geht es mit Apostolos um KI, Business Data Cloud und Joule Agents
- 1:160: und darum, wie Unternehmen ihre Daten wirklich intelligent nutzen können.
- 1:230: Christian, bevor wir inhaltlich starten, magst du dich
- 1:260: kurz vorstellen und uns sagen, was deine Rolle bei Scheer IDS ist?
- 1:300: Ja, sehr gerne.
- 1:310: Genau, Christian Mohr ist mein Name und erstmal, Carolina,
- 1:330: ganz herzlichen Dank für die Einladung.
- 1:340: Freue mich heute hier sein zu können
- 1:360: und ein bisschen was über das Thema zu erzählen.
- 1:380: Was mache ich und wer bin ich?
- 1:400: Christian Mohr, ich bin seit jetzt 19 Jahren bei Scheer IDS
- 1:430: und verantworte dort jetzt den Bereich Presales S/4HANA
- 1:460: und was machen wir da?
- 1:480: Wir arbeiten an unserem Vertrieb zusammen
- 1:490: und wir unterstützen Kunden in ganz früher Phase vor den Projekten
- 1:540: und das macht mir auch sehr viel Spaß.
- 1:550: Ich habe selber
- 1:560: bei Scheer IDS 15 Jahre SAP-Beratung gemacht, selber dort Projekte bei Kunden gemacht
- 2:000: und das gesammelte Wissen von dort bringe ich jetzt gerne in
- 2:040: frühe
- 2:050: Gesprächsphasen mit Kunden ein, wo wir noch ganz dabei sind,
- 2:080: Projekte zu planen und wirklich noch die großen
- 2:120: Weichen stellen, in welche Richtung der Kunde das Projekt steuern möchte,
- 2:150: aber auch Kunden, die wir begleiten in Akquisen und Ausschreibungen
- 2:180: selber dann mit unseren Vertriebskollegen zusammen
- 2:200: und auch in frühen Projektphasen, wenn das Projekt dann konkret aufgegleist
- 2:230: wird. Vielleicht gerne auch noch 1-2 Sätze zu mir:
- 2:260: Ich wohne in Karlsruhe, bin verheiratet, habe zwei Kinder,
- 2:300: Wirtschaftsingenieur dort studiert und ich mag die Nähe zu Frankreich,
- 2:360: bin gerne in Südfrankreich auch
- 2:370: und in meiner Freizeit versuche ich ganz gerne
- 2:390: mal mit Kumpels Basketball zu spielen, wenn die Zeit es zulässt,
- 2:420: ist gestern Abend ausgefallen.
- 2:440: Dafür bist du jetzt hier bei uns in Bremen.
- 2:460: Darüber freuen wir uns wirklich sehr. Vielen Dank, Christian.
- 2:490: Lass uns mal ganz allgemein beginnen:
- 2:510: Was macht Cloud ERP aus?
- 2:540: Und runtergebrochen, wie unterscheidet es sich
- 2:560: von der S/4HANA Cloud Private Edition oder On-Premises?
- 3:000: Was ist es erstmal?
- 3:000: Es ist ein Produkt von SAP und Cloud ERP,
- 3:030: ganz frisch eigentlich der Name, ich glaube, dieses Jahr
- 3:060: Februar / März / April eingeführt,
- 3:080: wir kennen es eigentlich noch als S/4HANA Public Cloud Edition und Private Edition.
- 3:110: Das sind, glaube ich, teilweise noch
- 3:130: die bekannteren Begriffe, auch ich rutsch vielleicht heute auch
- 3:160: manchmal noch in den alten Begriff zurück heute hier im Podcast, aber Cloud ERP,
- 3:200: wenn man nichts dazu sagt, meint man eben die Public Edition
- 3:230: im Gegensatz zur Private Edition. Was ist es?
- 3:260: Es ist ein Software-as-a-Service SaaS) von der SAP.
- 3:280: Das heißt,
- 3:290: der Kunde befindet sich mit seiner Lösung in einer Multi-Tenant-Umgebung, nicht mehr
- 3:320: im eigenen Rechenzentrum, nicht mehr bei einem von ihm fest ausgewählten,
- 3:350: vielleicht auch lokalen Hosting- Partner oder Rechenzentrumsbetreiber.
- 3:390: Es ist eine standardisierte Lösung, also es ist für die Kunden, die auch bereit sind,
- 3:430: standardisierte Prozesse
- 3:440: bei sich selber einzuführen oder standardisierte Prozesse zu nutzen,
- 3:470: und auch von sich wissen, dass sie die Bereitschaft mitbringen,
- 3:500: eben auf die eine oder andere
- 3:520: "Sonderlocke" zu verzichten,
- 3:530: die man vielleicht in der Vergangenheit hatte.
- 3:560: Welchen Kunden das leichter fällt als anderen das einzuführen, versuche ich auch nachher
- 3:590: noch ein bisschen zu erklären.
- 4:010: Was kann man zum Beispiel nicht machen?
- 4:020: Man kommt eben nicht an allen Stellen an den Quellcode ran, was man ja früher
- 4:050: beim On-Premises-System wirklich in jeder Beliebigkeit hätte machen können
- 4:090: und bringt aber eben auch den Vorteil mit, wer den Standard beibehält,
- 4:130: ist in der Public Cloud-Umgebung per Definition "Clean Core".
- 4:170: Auch Schnittstellen, die implementiert werden,
- 4:180: sind halt vorhandene Anknüpfungspunkte.
- 4:200: Das heißt, man programmiert nicht alles startend auf einem leeren Blatt
- 4:240: und ist da einfach dann auch in positiver Weise
- 4:270: in ein Korsett eingepasst, was einem eben dann auch hilft, langfristig
- 4:310: das, was SAP den Kunden empfiehlt, nämlich den Core beizubehalten.
- 4:340: Für welche Kunden ist die Public Cloud besonders interessant
- 4:390: und wo gibt es da noch Begrenzungen?
- 4:410: Ich glaube, die ganz, ganz, ganz großen Kunden kann man ausschließen.
- 4:450: Es gibt ein paar wenige Ausnahmen,
- 4:470: wo Kunden das probiert haben, auch erfolgreich geschafft haben.
- 4:500: Also probiert klingt jetzt nach einem gescheiterten Projekt,
- 4:520: aber man überlegt es sich ja vorher.
- 4:530: Man schaut ja vorher die Lösung an, ob das passt,
- 4:560: und was man häufig sieht ist, dass es halt eben Unternehmen sind,
- 5:000: die auf dem Weg vom
- 5:020: Kleinunternehmen zum Mittelstand oder gehobenen Mittelstand sind,
- 5:040: also wo das Umsatzwachstum auch stark vorhanden ist, wo man weiß,
- 5:070: in 2-3 Jahren
- 5:080: auf jeden Fall braucht man ein sehr gutes integriertes ERP-System, wo dann zum Beispiel
- 5:130: ein kaufmännisches System
- 5:150: von einem getrennten
- 5:160: Warenwirtschaftssystem dann abgelöst wird und man sich für SAP entscheidet.
- 5:200: Das hören wir dann heute auch als Beispiel,
- 5:210: Töchter- oder Landesgesellschaften- Unternehmen, der Zwei-Tier-Ansatz.
- 5:250: Das ist bei Pfeifer & Langen auch der Fall, dass man schon noch ein klassisches
- 5:280: großes S/4HANA-System hat für bestimmte Geschäftsbereiche
- 5:310: wie Hauptgeschäftsbereiche
- 5:320: und eben selektiv bei Töchtern feststellt, dass da die Public Cloud sinnvoll ist.
- 5:360: Ja, und bevor wir in das Projekt an sich mal einsteigen,
- 5:390: noch eine letzte Frage: Clean Core und Bereitstellung als Software-as-a-Service:
- 5:440: Wie verändert das eigentlich konkret die Projektarbeit?
- 5:470: Es bringt zum Glück auch, das hören wir nachher,
- 5:490: die Herangehensweise mit,
- 5:500: dass man eigentlich an dieses Clean Core herangeführt wird,
- 5:520: wenn man sich bei Public Cloud an den empfohlenen Weg hält.
- 5:560: Jetzt in einem Private Cloud Projekt oder einem On-Premises-Projekt, wo ich anfange
- 6:000: mit großen Requirement-Workshops und erstmal
- 6:020: der Kunde und das Unternehmen erzählt, wie die Prozesse denn aussehen sollen
- 6:060: und man dann guckt: Wie passt das denn zu SAP?
- 6:080: Hat man dann vielleicht sehr viele Gaps, wo man dann dazu tendiert,
- 6:120: sich für Zusatzentwicklungen zu entscheiden, wo man dann,
- 6:150: auch wenn man nicht aufpasst, schnell sich von Clean Core entfernt,
- 6:180: nicht zwangsläufig, wenn man es richtig macht,
- 6:200: man darf auch
- 6:200: in jeder Umgebung von SAP dazu entwickeln, aber halt eben mit gewissen Spielregeln.
- 6:250: Deswegen ist das Projekt stärker geprägt davon:
- 6:280: Was bedeutet eigentlich der Standard?
- 6:300: Was bringt mir der Standard,
- 6:310: wie kann ich die Standard einsetzen?
- 6:330: Und wo kann ich mich auch ein Stück weit dem Standard anpassen,
- 6:350: den SAP da vorgesehen hat,
- 6:370: der auch nicht so aus einer Fantasie heraus entstanden ist, sondern einfach
- 6:400: ein Beobachten von über jetzt bald 50 Jahren und jetzt –
- 6:430: ja bei SAP schon mehr als 50 Jahre –
- 6:450: beobachteten Geschäftsprozessen von Unternehmen weltweit.
- 6:480: So ist man ja auch zu diesen Standardprozessen gekommen und
- 6:520: genau das vielleicht zu Clean Core.
- 6:540: Software-as-a-Service bedeutet ja, dass ich mich nicht um alle Themen
- 6:570: beim SAP-System selber kümmere, wie zum Beispiel im Betrieb um die Basis,
- 7:010: da ist dann immer die SAP zumindest mit dabei.
- 7:030: Da bin ich als Kunde nicht immer der Ausführende,
- 7:050: sondern eher der, der die Vorgaben macht,
- 7:070: und eine Entscheidung trifft, den die SAP dann umsetzt.
- 7:090: Dann hat man einfach dann noch andere Ansprechpartner, andere Anknüpfungspunkte,
- 7:120: und man hat dann eben auch immer die SAP als Geschäftspartner oder
- 7:160: als Partner,
- 7:170: ich könnte jetzt nicht mit allem komplett
- 7:190: zu einem einzigen Dienstleister gehen und sagen: "Hier
- 7:220: mein Stop & Shop, das ist mein Dienstleister für alles: vom Blech bis zu Spezialzusatz-
- 7:260: Entwicklung für irgendein Vertriebsformular. Ja, verstehe.
- 7:310: Das Projekt Pfeifer und Langen:
- 7:330: Lass uns mal mit so der Projektmotivation und den Zielen starten.
- 7:360: Was war grundsätzlich
- 7:370: der Auslöser für den Wechsel zur SAP S/4HANA Public Cloud?
- 7:420: Und vielleicht kannst du das einfach mal kurz umreißen
- 7:440: für all diejenigen, die das Projekt noch nicht kennen.
- 7:480: Vielleicht erstmal ganz kurz zur Firma Pfeifer & Langen und dann dazu:
- 7:510: Was machen wir eigentlich bei Pfeifer & Langen und Pfeifer & Langen IP?
- 7:530: Es ist ja ein Zuckerhersteller, wo SAP auch im Haus ist,
- 7:580: und man hat aber 2022 eine neue Firma gegründet, das ist die Pfeifer & Langen IP,
- 8:030: und da geht es um einen recht komplexen, aber variantenarmen Prozess
- 8:070: bei denen
- 8:070: und so kann man dann auch zu Public Cloud kommen.
- 8:100: Man muss halt bei der Komplexität gucken,
- 8:110: ob die Lösung denn passt, aber wenn sie passt, dann passt sie halt,
- 8:150: und dass es nicht so variantenreich ist, dass ich nicht so viele verschiedene
- 8:180: sehr ähnliche Lösungen im
- 8:190: System finden muss, sondern eigentlich so einen geradeaus passenden Prozess habe,
- 8:230: das hat dann auch dazu geführt, dass man sich eben
- 8:250: nach einer Prüfungsphase
- 8:260: vor dem Projekt dafür entschieden hat, dass die Public Cloud an der Stelle passt.
- 8:310: Was macht Pfeifer & Langen IP?
- 8:330: Zuckerproduktion,
- 8:340: das, was sie haben, könnte man eigentlich umschreiben in
- 8:360: einem kurzen Satz:
- 8:370: Device as a Service (DaaS) und eine Software dazu:
- 8:400: Software as a Service (SaaS).
- 8:420: Ich erklär's gleich auch noch kurz – ein paar Wartungsprozesse
- 8:440: dort auch und Equipment, das heißt, so vom Prozessgedanken
- 8:480: war es eigentlich
- 8:500: so wie man es bei verschiedenen kleineren Unternehmen erwarten würde:
- 8:520: Sie brauchen Finanzprozesse; sie brauchen Einkaufsprozesse, Vertriebssprozesse.
- 8:550: In dem Fall wenig bis gar keine Produktion,
- 8:580: aber ein bisschen Wartung, bisschen Equipment, ein bisschen Service
- 9:010: und weil die Firma eben 2022 eingeführt wurde oder gegründet wurde und man dann
- 9:060: schnell auf ein funktionierendes
- 9:070: ERP-System natürlich setzen wollte,
- 9:090: hat man auch da nach einer Projektlösung gesucht,
- 9:110: die eben einen schnellen Go-live auch ermöglicht, aber auch von der Passung her
- 9:140: dem Unternehmen entspricht,
- 9:150: und dann war halt eben nicht der geplante Weg, das im Haus vorhandene
- 9:190: S/4HANA-System auf eine weitere Legal Entity auszurollen, sondern da nach
- 9:230: guter Überlegung –
- 9:240: und dann können wir nachher im Fazit
- 9:260: das nochmal erläutern – mit Erfolg, sich für diese Lösung
- 9:300: zu entscheiden.
- 9:310: Das heißt, es ging darum, zentrale Prozesse
- 9:340: massiv zu unterstützen und eine schnelle Implementierung vorwärts zu bringen, richtig?
- 9:390: Auf jeden Fall
- 9:400: und deswegen halt eben auch der Gedanke, dass
- 9:430: Best-Practice-Prozesse da dem Unternehmen helfen können, wenn man eh schon weiß,
- 9:480: dass man jetzt nicht das komplexeste Produktionsunternehmen ist
- 9:510: und auch nicht die komplexesten Kunden- und Lieferanten-
- 9:530: Beziehungen hat,
- 9:540: auch selber als diese Tochtergesellschaft nicht so wahnsinnig international
- 9:580: verflochten ist und durchaus international tätig, aber jetzt nicht
- 10:010: in einer komplexen Konzernstruktur über mehrere Lieferstufen oder so mit
- 10:070: gemeinsamer Produktion oder sowas verknüpft.
- 10:090: Deswegen hat man da gesagt: Da passt die Public Cloud gut oder Cloud ERP.
- 10:140: Ich würde ganz gerne nochmal in das Thema
- 10:160: Geschäft und Prozesse an sich einsteigen
- 10:180: mit dir:
- 10:180: Kannst du das Geschäftsmodell von Pfeifer & Langen – du hast es eben ganz kurz angerissen,
- 10:220: Zuckerproduktion –
- 10:230: aber nochmal ganz kurz skizzieren?
- 10:260: Ja, also wenn wir jetzt speziell bei Pfeifer & Langen IP sind, habe ich gerade
- 10:300: ja gesagt, Device as a Service. Worum geht es da eigentlich?
- 10:340: Was macht man da in einer
- 10:350: Zuckerproduktion? Man hat am Anfang die Zuckerrübe auf dem Feld
- 10:370: und am Ende haben wir dann den fertigen Zucker zu Hause in der Küche
- 10:390: im Regal stehen. Wo kommt er eigentlich her?
- 10:420: Das ist eben halt der Prozess der Zuckerproduktion
- 10:440: und die Zuckerrüben werden,
- 10:470: wenn ich mal ganz kurz zusammenfasse,
- 10:490: habe mich da vorher nochmal ein bisschen aufgeschlaut,
- 10:510: die werden halt eben, wenn sie vom Feld kommen, erstmal natürlich gereinigt werden,
- 10:540: zerkleinert,
- 10:540: kann man sich so vorstellen, so ähnlich wie French Fries,
- 10:570: aber halt in kleinere Streifen, sodass sie dann mit dem Zucker dort drin
- 11:020: mit der Flüssigkeit extrahiert werden kann.
- 11:040: Die wird dann später noch gereinigt und verdickt und verdampft
- 11:080: bis man halt eben dann kristallinen Zucker hat
- 11:100: und da hören wir ja schon, das ist ja so ein Prozess,
- 11:130: mir fiel dann als Vergleich ein, wenn ich zu Hause einen Kuchen backe,
- 11:160: manchmal guckt man so durch das Glas durch und guckt:
- 11:180: Geht der Kuchen auf, ist er schon braun geworden,
- 11:200: lasse ich noch fünf Minuten drin?
- 11:210: Kann ich jetzt die Temperatur schon runterdrehen, damit er oben nicht
- 11:240: nicht verbrennt? Aber vielleicht ist er noch nicht fertig,
- 11:260: kann ich mit so einer Nadel zu Hause reinstechen in
- 11:280: den Teig, ob der hängenbleibt?
- 11:300: Das ist ja in so einer
- 11:310: Industrie oder Fabrik ja eigentlich auch nicht anders,
- 11:330: nur dass da keiner mit der Nadel reinsticht
- 11:350: und dieses Device
- 11:360: von Pfeifer & Langen IP kann eben optisch den Produktionsprozess dort überwachen.
- 11:410: Dahinter ist dann Software
- 11:420: mit einem Algorithmus, die dann eben auch steuernd in den Prozess eingreift,
- 11:460: und dieses Device wird von Pfeifer & Langen IP verkauft, sowohl im Konzern
- 11:490: also es gibt Konzern-eigene Kunden als auch an externe Kunden
- 11:530: und das Gerät wird nicht verkauft, sondern Pfeifer & Langen IP hat
- 11:570: das entwickelt und vermietet das.
- 11:590: Das heißt, es wird an die Kunden ausgeliefert.
- 12:010: Wir haben einen Auslieferungsprozess, aber wir haben eben auch danach
- 12:030: einen Fakturierungsplan sozusagen,
- 12:060: also immer wiederkehrende Fakturierungen monatlich gegenüber den Kunden, so ähnlich
- 12:090: wie eine Subscription-Gebühr,
- 12:110: und das Gerät muss auch irgendwann gewartet werden.
- 12:130: Das heißt, ich muss auch wissen: Welcher Kunden hat
- 12:140: welches Gerät physisch, welcher Kunde hat welchen Softwarestand?
- 12:170: Und dann kamen eben so Themen wie Equipment ins Projekt rein und Serialnummern.
- 12:200: Spannend.
- 12:210: Also wir reden eigentlich, um es nochmal zusammenzufassen über einen digitalen Twin
- 12:240: für den gesamten Zuckerprozess, das heißt vom Feld bis zum Silo
- 12:270: über faktenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl am Ende? Optimierung,
- 12:320: das heißt Zerkleinern, Extraktion, Kristallisierung und Geräte
- 12:360: as a Service.
- 12:410: In eurem Projekt,
- 12:430: warum habt ihr einen MVP-Ansatz
- 12:450: ohne klassische Explore-Phase gewählt?
- 12:490: Es hat sich in den Gesprächen mit dem Kunden vorab ergeben,
- 12:510: und es war auch Wunsch des Kunden einfach da schnell zu greifbaren Ergebnissen zu kommen,
- 12:550: die der Kunde versteht, die die Mitarbeiter verstehen.
- 12:580: Man hat gesehen, dass so ein Public Cloud Projekt einfach viel kleiner
- 13:010: und viel kürzer ist,
- 13:010: das Unternehmen war ja auch kleiner, und hat dann darauf gesetzt,
- 13:050: auf die Empfehlung von SAP, das, was da ist an Best-Practice-Prozessen,
- 13:090: was man sich auch anschauen kann, was alles dokumentiert ist,
- 13:120: wo es eben Prozessbeschreibungen gibt, Prozessmodelle, auch fertige
- 13:150: Testskripts für die Prozesse,
- 13:170: und hat gesagt, wenn wir da einfach die richtigen
- 13:190: Best-Practice-Prozesse auswählen, dann haben wir einen vollständigen
- 13:240: Scope würde man sagen für das Projekt.
- 13:260: Wir dürfen da halt nichts übersehen,
- 13:270: wir dürfen da nichts vergessen und wir müssen
- 13:300: sicherstellen, dass das System an sich jetzt keine Lücken hat gegenüber dem,
- 13:330: was Pfeifer & Langen IP braucht.
- 13:350: Aber wenn das da ist, dann kann ich eigentlich –
- 13:360: und wenn es passt – kann ich verzichten
- 13:380: auf einen umfangreichen Prozess der Requirement-Aufnahme.
- 13:410: Das heißt, ich muss mich nicht wochenlang
- 13:420: mit dem Mitarbeiter zusammensetzen, was ja auch Ressourcen in Anspruch nimmt
- 13:460: und was manchmal eben auch dazu führt, dass man erstmal sehr dicht
- 13:490: an der bisherigen Lösung startet
- 13:510: und dann entweder den Fehler macht, das alte System nachzubauen,
- 13:540: ich will es nicht verteufeln, ist nicht
- 13:550: immer ein Fehler, hat ja alles auch mal einen Sinn,
- 13:570: aber eben gerade bei einem jungen Unternehmen,
- 13:590: das wächst, was im Aufbau ist, denkt man ja eh manchmal über die Prozesse nach:
- 14:020: Wie muss ich meine Prozesse verändern, dass die auch doppelt so umfangreich
- 14:060: laufen?
- 14:080: Was muss ich vielleicht standardisieren? Was will ich automatisieren? Und deswegen
- 14:110: an der Stelle war ein großes Interesse da, diesen Standard zu nutzen.
- 14:150: Aber ich sage auch, es muss auch wirklich eine Bereitschaft da sein.
- 14:180: Das kann man als Unternehmen vorab ja mit den Mitarbeitern
- 14:210: besprechen, diskutieren, ich glaube, da kann man auch ins eigene Unternehmen reinhören.
- 14:250: Und wenn es jetzt Mitarbeiter gibt –
- 14:280: ich habe da manchmal so virtuell Mitarbeiter im Kopf oder imaginär,
- 14:310: die vielleicht jetzt schon eh
- 14:320: 20 Jahren in SAP arbeiten, die einfach wissen, wie so ein SAP-System tickt,
- 14:350: die dann auch irgendwie gar nicht davon...
- 14:370: Die versuchen, so einen Drang zu haben, wirklich zu erzählen:
- 14:400: Wie der Ist-Prozess heute ist, der ist ja auch gut, aber der ist halt eben
- 14:420: manchmal sehr umfangreich, manchmal sehr komplex,
- 14:440: weil man eben in der Vergangenheit auch an vielen Sonderlösungen oder an vielen
- 14:500: Spezialfällen vorbeikam, die man alle ins System eingebaut hat,
- 14:520: die vielleicht heute gar nicht mehr alle da sind.
- 14:540: So ein Mitarbeiter,
- 14:550: der schon 20 Jahre mit SAP arbeitet, tut sich da manchmal schwer.
- 14:580: Aber es gibt Mitarbeitende, die zeigen
- 15:000: dann eine sehr hohe Bereitschaft und ein großes Interesse,
- 15:030: eine hohe Flexibilität auch zu sagen: Wir wollen uns dem Standardprozess nähern.
- 15:070: Wir nehmen vielleicht auch gewisse
- 15:100: Kompromisse in Kauf,
- 15:130: um dann dicht am Standard zu bleiben.
- 15:140: Das, was wir eingangs ausgeführt hatten, "Clean Core", davon zu profitieren und
- 15:200: für diese Einstellung gibt es auch einen Oberbegriff,
- 15:220: sagen wir dann Cloud-Mindset dazu,
- 15:240: und wer dieses Cloud-Mindset hat,
- 15:270: für den ist die Public Cloud sicherlich empfehlenswert und
- 15:300: eine interessante Lösung und
- 15:330: wer heute noch nicht so weit ist und das vielleicht für sich in Zukunft
- 15:360: als Möglichkeit sieht,
- 15:370: da gibt es eben dann auch Kunden, die sagen, wir wechseln jetzt erstmal
- 15:390: von unserem alten SAP ECC
- 15:410: auf eine Private Cloud Lösung
- 15:430: und lassen uns dann mal offen, ob es im nächsten Schritt,
- 15:450: vielleicht in ein paar Jahren Richtung Public Cloud für uns gehen könnte.
- 15:480: Solche Kunden gibt es natürlich auch.
- 15:490: Ja, wie war so euer Zeitplan und eure Organisation im Projekt?
- 15:540: Kurz und sehr straff.
- 15:570: Also ich habe schon Projekte gesehen, wo man sich für die Designphase
- 16:000: sechs Monate vorgenommen hat und dann von sechs
- 16:030: auf acht oder neun Monate verlängert hat und dann auch in der Realisierung gemerkt
- 16:060: hat, dass man im Design eigentlich immer noch nicht so ganz fertig war.
- 16:090: Hier hatte das Projekt eine Laufzeit von 5 bis 6 Monaten
- 16:120: am Anfang vorgesehen gehabt und die wurde auch eingehalten.
- 16:150: Ungefähr ein Monat für so eine Prepare-Phase,
- 16:180: wo man sich abstimmt über die Abläufe, die Kommunikation im Projekt,
- 16:220: die Planung der Workshops vornimmt.
- 16:230: Dann zwei Monate,
- 16:240: eine Phase,
- 16:250: die eigentlich "Realize" genannt werden könnte,
- 16:270: weil das hatte ich ja vorhin schon gesagt, so eine richtige Konzeptionsphase
- 16:290: gab es nicht, sondern man wollte schnell an das System.
- 16:310: Wir haben viele
- 16:320: Show & Tell Sessions gemacht, wo wir den Mitarbeitern
- 16:340: einfach gezeigt haben: Wie sieht der Prozess aus?
- 16:360: Gleich auch möglichst am System gezeigt
- 16:380: und immer auch einen starken Fokus oder möglichst Fokus auf End-to-end
- 16:410: und kann ich nachher im Fazit sagen, das End-to-end kam sogar einen
- 16:450: kleinen Schritt zu kurz
- 16:470: und dann
- 16:480: nach dieser Realize-Phase ungefähr zwei Monate für Tests und Deployment
- 16:520: und dann nach dem Go-live
- 16:530: noch einen Monat Go-live-Reporte oder sechs Wochen,
- 16:560: also insgesamt eine Dauer von gut sechs Monaten nach dem Go-live dann.
- 17:010: Aber das ist gut, das ist kurz.
- 17:030: Ja, also ich glaube, es gibt noch kürzere Projekte auch,
- 17:060: die sind aber auch dann immer,
- 17:070: glaube ich, immer Public Cloud, gibt auch sehr viel längere Projekte und hat uns
- 17:110: der Kunde aber auch widergespiegelt.
- 17:120: Es gab jetzt andere Partner, die das Projekt anders geschätzt hatten, auch
- 17:150: unter anderer Zeitdauer, und insofern war es dann schön, am Ende
- 17:180: den Zeitraum einzuhalten, das Budget zu unterschreiten.
- 17:220: Das kann ich sehr gut verstehen.
- 17:240: Das ist ja auch immer der größte Pain in diesen Projekten,
- 17:260: wenn Erwartungshaltungen nicht erfüllt werden,
- 17:280: und Zeit ist halt wirklich das, was am meisten weh tut am Ende des Tages.
- 17:320: SAP Best Practices:
- 17:360: Welche Rolle spielten die denn in dem Projekt?
- 17:390: Wie habt ihr Business Requirements aufgenommen?
- 17:420: Also es hat sich wirklich wie ein roter Faden das Projekt durchgezogen
- 17:440: und das sehe ich jetzt in meiner Rolle im Presales jetzt auch oft in
- 17:470: Anbahnungsphasen von Projekten,
- 17:490: das fängt ja eigentlich dann schon vor dem ersten Projekttag an.
- 17:520: SAP stellt die Best Practices zur Verfügung,
- 17:540: die muss ich als Kunde irgendwie kennenlernen, verstehen.
- 17:570: Die kann man sich alleine mit SAP gemeinsam, mit Partnern angucken.
- 18:010: Da gibt es ein Tool für, die sind ja online verfügbar.
- 18:030: Wir nutzen da das Digital Discovery Assessment, also SAP DDA,
- 18:070: und da kann man sich quasi High Level den Prozessen nähern
- 18:110: und kann aber dann auch in die Prozessbeschreibung im Detail runtergehen.
- 18:150: Es gibt für jeden Prozess dann auch Prozessmodelle, textuelle Beschreibungen,
- 18:190: Testskripte, Auflistungen, welche Stammdaten davon benutzt werden.
- 18:250: Dieses DDA geht man eigentlich zweimal mit dem
- 18:270: Kunden durch:
- 18:270: Einmal macht man in der Akquise-Phase einen kurzen Workshop,
- 18:300: um den Scope des Projektes zu definieren,
- 18:320: und da profitiert man zum Beispiel davon, dass dieses Tool integriert ist
- 18:350: in dem Sinne, dass wenn ich bestimmte Best Practice Prozesse auswähle,
- 18:380: weist das Tool mich auch darauf hin, wenn ich andere vergesse,
- 18:410: wenn es Abhängigkeiten gibt, wenn einfach meine Auswahl nicht logisch ist,
- 18:440: und genauso gibt es auch vordefinierte Sets:
- 18:460: Einmal von SAP,
- 18:470: jetzt zum Beispiel für die Unterscheidung, das ist eine der ersten Auswahlfragen,
- 18:510: ob man eine Produktion hat oder nicht und ob man nur Finanzen auf dem System macht.
- 18:540: Dann wählt SAP hier schon mal bestimmte Sets aus oder schlägt zur Auswahl vor.
- 18:590: Genauso wie manche Prozesse gekennzeichnet sind, zu welcher Branche die gehören,
- 19:020: also wenn ich jetzt weiß, ich bin bei einem Konsumgüterhersteller,
- 19:050: dann kann ich,
- 19:060: indem ich das dem Tool sage, kriege ich so ein Highlight an den Prozessen,
- 19:090: die werden dann so markiert,
- 19:090: ob ich sie dann ausführe oder nicht, ist immer nochmal meine Sache,
- 19:120: aber da wird halt markiert:
- 19:130: Was sind typische Prozesse für den Bereich?
- 19:150: Weil zum Beispiel nicht jeder, aber doch einige Konsumgüterhersteller
- 19:180: haben Variantenkonfiguration, das ist in einigen Branchen
- 19:210: ganz typisch, in anderen ganz untypisch,
- 19:220: und deswegen wird es in manchen Branchen halt gehighlighted
- 19:250: und auch später im Projekt
- 19:270: und auch beim Testen haben wir dann profitiert davon.
- 19:290: Es hat sich wie ein roter Faden durchgezogen,
- 19:310: dass da viele Informationen von SAP schon zur Verfügung gestellt werden
- 19:340: und es ist ja auch Teil von der SAP Activate Methode,
- 19:370: also dieser Dreiklang kommt nachher beim Testen auch nochmal drauf,
- 19:400: genau,
- 19:410: neben den Best Practices
- 19:410: kriegt man eben andere Werkzeuge noch von SAP an die Hand,
- 19:440: um so ein Projekt einfach in der Zeit dann durchzuführen, schlank durchzuführen.
- 19:480: Es gibt immer einen ganz großen Painpoint in solchen Projekten; das ist das Thema
- 19:510: Stammdaten und Migration.
- 19:540: Wie seid ihr denn
- 19:550: mit den Stammdaten oder mit diesem Thema umgegangen?
- 19:590: Das hat natürlich ein stückweit auch den Projektumfang und die Zeit
- 20:030: positiv beeinflusst in dem Sinne, dass sie sie niedrig gehalten hat.
- 20:070: Dadurch, dass unser Unternehmen jetzt nicht so eine Historie mitgebracht hat,
- 20:110: konnten wir uns da erstmal zeitlich, aber auch vom Umfang her
- 20:140: und auch von der Anzahl der Objekten auf auf Wenige fokussieren.
- 20:170: Und in der Public Cloud war mehr –
- 20:190: es ist ja immer eine neue Implementierung plus Migration –
- 20:220: und ich habe ja nicht die Möglichkeit wie bei einem
- 20:230: On-Premises-System oder bei einem Private Cloud-System
- 20:260: einen Brownfield-Ansatz zu machen, dass ich mein bestehendes System konvertiere.
- 20:290: Das heißt, ich kriege nie geschenkt, dass alle Daten mitkommen,
- 20:310: ich muss mich selber um Migration kümmern
- 20:330: und da hat man den Weg an der Stelle wählen können, dass man ganz ausgewählt
- 20:370: sagt: "Wir nehmen nur die Geschäftspartner mit, wir nehmen die Materialien mit,
- 20:400: wir nehmen die Bestände mit und wir nehmen die offenen Posten
- 20:420: der Lieferanten und Kunden mit"
- 20:440: und mehr ist es gar nicht gewesen.
- 20:470: Also da gibt es natürlich Industrieunternehmen,
- 20:490: wo man dann mit Arbeitsplänen und Stücklisten und anderen
- 20:510: Objekten und Kostenstellen- Hierarchien und usw.
- 20:540: oder laufenden gebuchten
- 20:570: Projekten einfach auch mehr Sachen mitnehmen muss
- 21:000: oder Wartungsplänen und durchgeführten Instandhaltungen,
- 21:030: das war an der Stelle jetzt gering.
- 21:050: Okay, wir sind jetzt einmal gerade das ganze Projekt durchgelaufen
- 21:080: und es bleibt eigentlich nur noch der Abschluss,
- 21:090: im Prinzip das Testing und der Cutover,
- 21:110: also wie ihr den Test und den Go-live organisiert habt.
- 21:140: Und ich finde es immer ganz spannend, wie das denn konkret gelaufen ist,
- 21:170: deswegen hacke ich so tief rein.
- 21:190: Gerne, ja.
- 21:220: Erstmal noch, um die Tool-Frage abzuschließen,
- 21:240: SAP Activate
- 21:260: hatte ich schon genannt gehabt als Methodik und eben Best Practice Prozesse.
- 21:300: Da kam dann eben noch ein weiteres Tool zum Einsatz Cloud ALM
- 21:340: Cloud Lifecycle für Applikationen, System von SAP,
- 21:370: und eben auch die Möglichkeit, dadurch das Testen zu unterstützen.
- 21:400: Die Best Practices bringen ihre eigenen Testpläne mit.
- 21:430: Da war es dann eben noch notwendig, die Testfälle im Einzelfall zu beschreiben
- 21:460: und da hat sich zum Beispiel gezeigt, so als "Lesson learned",
- 21:500: ganz erfolgreich war es dann, dass man sich mal fokussiert
- 21:520: zwei Wochen zusammengesetzt hat und end-to-end die Prozesse durchgetestet hat.
- 21:560: Ich teste vorher immer was für mich alleine am Schreibtisch,
- 21:590: das ist manchmal nicht so erfolgreich.
- 22:010: So, ich mag es aus
- 22:020: kleinen und großen Projekten am liebsten, wenn man sich da wirklich in so einen großen
- 22:050: Besprechungsraum reinsetzt und der heißt aber manchmal auch "War Room"
- 22:080: und dann wird halt eben von morgens bis abends – es ist noch nicht so viel –
- 22:120: also es gibt nicht dauernd Pizza und Cola, aber es ist schon so dicht dran,
- 22:150: und dann, dass man auch wirklich vorankommt, dass sich einer darum kümmert
- 22:190: zu gucken: Welche Testfälle sind fehlerhaft,
- 22:210: welche Testfälle sind offen? Und vielleicht schafft man es auch,
- 22:230: dass ein Fehler bis zum nächsten Tag korrigiert werden kann,
- 22:250: dass man in der gleichen Testschleife
- 22:260: nochmal nachtestet und das abschließt und nicht sagt:
- 22:290: "Wir brauchen noch einen zweiten Durchgang" und
- 22:320: auch wenn es natürlich eine unangenehme Aufgabe ist, ist da
- 22:340: meistens eine ganz angenehme Stimmung, wenn man es aufrechterhalten kann.
- 22:370: Ja, also Testen kann auch Spaß machen und zeigt aber auch,
- 22:400: dass die bisherige Arbeit gut war, dass man sich dem Go-live nähert,
- 22:430: und arbeitsintensiv, aber auch
- 22:460: ja, man kann sich auch irgendwie für begeistern.
- 22:490: Und dein persönliches Fazit: Was lief gut und was würdest du beim nächsten
- 22:520: Mal anders machen?
- 22:530: Also auch was war das Fazit vom Kunden?
- 22:550: Zunächst, wie gesagt, die Termintreue und die Budgettreue
- 22:580: ist natürlich jetzt positiv aufgenommen worden.
- 23:010: Der Kunde hatte sich
- 23:010: ja für diesen Zwei-Tier-Ansatz entschieden und da hat sich auch gezeigt,
- 23:040: das funktioniert für Pfeifer & Langen.
- 23:070: Aber es gab auch Sachen, wo man gesagt hat, das war jetzt nicht optimal.
- 23:090: Also gerade so das Tracking von offenen Themen, da
- 23:120: hätte man sich jetzt im Nachgang noch weitere Tools gewünscht. Da ist
- 23:160: Jira
- 23:160: also zurzeit einfach, glaube ich, ein
- 23:170: sehr etabliertes Tool, wird dann generell schnell genannt,
- 23:200: ist auch eine Frage, der wir oft in Projekten begegnen,
- 23:230: wenn der Kunde sagt, er hat verstanden, was Scheer IDS an Tools vorstellt,
- 23:260: aber wie sieht es denn aus mit sowas wie Jira?
- 23:280: Kann man das vielleicht noch dazunehmen?
- 23:290: Weil das auch in anderen IT Projekten dann oft bei den Kunden etabliert ist.
- 23:330: Kann man gerne dazunehmen.
- 23:340: Ich hatte auch schon Projekte, wo wir damit gearbeitet haben,
- 23:360: geht gut,
- 23:380: und ein wichtiger Punkt, das hat der Kunde uns gesagt:
- 23:430: Es gab einen Stream, der nicht so richtig mit der Projektzeit hingekommen ist,
- 23:460: und das war Finance,
- 23:470: die wären mit der Zeit hingekommen, aber sie mussten vor den anderen sein,
- 23:500: weil halt logistische Prozesse teilweise auf Vorgaben warten.
- 23:540: Ein Beispiel war: Man hätte sich
- 23:570: früher entscheiden müssen, wie man Projekte in dem System einsetzt.
- 24:000: Also SAP PS und die Entscheidung ist halt sehr, sehr lange offen geblieben
- 24:050: und das war für die anderen nicht Finanz-, sondern die viel logistischen
- 24:070: Workstreams dann schwierig,
- 24:080: und da war das Feedback vom Kunden: Da hätte man irgendeine Lösung für
- 24:120: finden müssen, dass der Finanzstream immer Vorlauf hat.
- 24:170: Die Logistikprozesse haben
- 24:180: gut funktioniert, die Finance-Prozesse dann im Wesentlichen auch.
- 24:220: Der Kunde hat auch nochmal gesagt,
- 24:230: auf das Thema Reporting hätte man mehr Augenmerk lenken können.
- 24:260: SAP sagt halt, da gibt es ein Standard- Reporting, aber das muss man sich vorher
- 24:300: intensiv anschauen, ob das so ist, wie man es möchte.
- 24:330: Aber da gab es dann auch Kleinigkeiten, dass zum Beispiel in logistischen Prozessen
- 24:360: bestimmte Felder [optionale] Kann-Felder waren
- 24:380: und da hat man vielleicht beim Testen mal
- 24:390: daran gedacht, sie auszufüllen, aber nicht immer und dann nach
- 24:410: dem Go-live wurden die manchmal nicht gefüllt und dann stimmte plötzlich das Reporting nicht
- 24:450: und dann sind manchmal so Kleinigkeiten, aber dann heißt es natürlich
- 24:480: "Irgendwie ist das Reporting nicht optimal,
- 24:490: die Finanzprozesse sind in logistischen Prozessen nicht genügend abgestimmt",
- 24:530: und manchmal war es einfach nur die Frage:
- 24:550: "Soll das hier eigentlich ein optionales] Kann-Feld sein oder
- 24:560: ein [obligatorisches] Muss-Feld?". Dann verdreht sich
- 24:580: das halt so auch in der Wahrnehmung.
- 24:590: Verstehe.
- 25:000: Welche Erfahrung macht denn Scheer IDS generell
- 25:020: in Cloud ERP Projekten? Dass es Fahrt aufnimmt –
- 25:070: ich würde jetzt nicht sagen, dass man da bei 50% ist oder mehr
- 25:110: und ich sehe auch
- 25:120: nach wie vor ein ganz große Berechtigung für die klassischen Projekte,
- 25:160: wie wir sie von früher kennen,
- 25:170: und es waren auch Projekte, die immer Spaß gemacht haben.
- 25:200: Aber wir begegnen einigen Kunden gerade eben,
- 25:220: die so wachsenden Unternehmen, die aber noch klein sind.
- 25:250: Ich nenne jetzt mal eine Zahl,
- 25:260: wer da so noch im Rahmen von 80 bis 100 Millionen Jahresumsatz ist
- 25:300: und jetzt auch nicht eine zu komplexe Produktion hat
- 25:330: ja Unternehmen, die oft auch zu einem größeren Konzern gehören, aber eben
- 25:390: ein gewisses Alleinstellungsmerkmal haben, auch wie unser Kunde Manthey Racing GmbH,
- 25:430: Autorennsport und ein Tuner, das ist einfach eine Nische
- 25:470: und da passt das Tool häufig und es sind oft auch junge Unternehmen
- 25:520: und manchmal auch sehr spezielle Unternehmen.
- 25:530: Wir haben jetzt zum Beispiel einen Kunden im Bereich Luxusgüter,
- 25:570: also Endkundenprodukte im Luxusbereich und das
- 26:020: ist einfach ein anderer
- 26:030: Unternehmenstyp als das klassische Produktionsunternehmen
- 26:060: und wir wissen ja, es gibt auch noch schon auch gewisse Einschränkungen,
- 26:080: also jemand, der jetzt eine sehr komplexe Produktion hat
- 26:110: oder auch jemand, der im regulierten
- 26:130: Umfeld ist, z. B. Pharma, Medizin,...
- 26:150: Es ist die absolute Ausnahme
- 26:170: bis – meines Wissens – glaube ich, zuletzt auch noch unmöglich gewesen,
- 26:200: Public Cloud einzuführen.
- 26:220: Verstehe. Vielen Dank, Christian, für diesen spannenden Einblick in die Public Cloud,
- 26:270: vor allem in dieses Projekt bei Pfeifer und Langen IP.
- 26:310: Wir haben gerade gesehen, Cloud ERP heißt Geschwindigkeit,
- 26:350: Pragmatismus und ein starkes Cloud-Mindset,
- 26:400: und jetzt im zweiten Teil
- 26:430: schauen wir jetzt mit Apostolos Konsolakis auf das Thema KI
- 26:470: in Unternehmensprozessen: von Business AI bis Joule Agents.
- 26:530: Das war re:invented,
- 26:540: der Business Podcast von Scheer IDS.
- 26:570: Mehr Impulse, Best Practices
- 26:590: und Hintergründe finden Sie auf scheer-ids.de.
- 27:040: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
- 27:060: Bis dahin machen Sie's gut.