Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #21 Folge 13: Beweise statt Hokuspokus: Die knallharte Wissenschaft hinter CRAFT (CRAFT-Mindset 13/14)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu dieser Vertiefung hier bei uns.
- 0:03Ich freu mich riesig, dass du heute wieder da bist, um dir
- 0:06Zeit für dich und ja, deine Themen zu nehmen.
- 0:10Heute schauen wir uns einen ganz bestimmten Artikel an.
- 0:14Den du uns ja auch weitergeleitet hast.
- 0:15Der ist von Gabriels Webseite Nielix Berlin.
- 0:19Es ist Teil 13 aus seiner Serie das Craft Mindset Manifest und
- 0:23der Titel der macht schon neugierig.
- 0:25Beweise statt versprechen warum diese Methode kein Hokuspokus
- 0:29ist. Unsere Mission heute sozusagen.
- 0:32Wir wollen verstehen, was steckt denn nun wirklich hinter dieser
- 0:36Craft Methode und warum sagt Gabriel so klar, dass die
- 0:39wissenschaftlich fundiert ist? Genau das ist der Punkt.
- 0:42Wir gucken uns mal die Fakten an, die Daten, die Gabriel da
- 0:45zusammengetragen hat, und ja, wir versuchen rauszufinden,
- 0:49warum diese Methode anscheinend so wirksam ist, gerade auch wenn
- 0:54man sie mit anderen Ansätzen vergleicht, die du vielleicht
- 0:56kennst. Oder sogar schon probiert hast.
- 0:59Und ja, die vielleicht nicht so funktioniert haben.
- 1:01Ja genau. Bevor wir da aber jetzt so
- 1:03richtig tief reingehen, müssen wir einen Punkt unbedingt
- 1:06hervorheben. Das ist was, was Gabriels Arbeit
- 1:09auf nelix Berlin finde ich so besonders macht.
- 1:12Gabriel ist nämlich, wie er auf seiner Seite ja auch ganz offen
- 1:15schreibt, selbst betroffen von Sucht, von psychischen Themen,
- 1:20und er nutzt seine Plattform, um wirklich sehr, sehr ehrlich und
- 1:23direkt über seine eigenen Erfahrungen zu sprechen.
- 1:26Das schafft halt ne total authentische Verbindung finde
- 1:28ich. Zu dir als Leser oder Hörer.
- 1:31Und es zeigt eben auch, Hey, du bist mit solchen Sachen nicht
- 1:34allein und klar, diese persönliche Sichtweise, die
- 1:37fließt natürlich auch in diesen Artikel mit ein, das Macht seine
- 1:40Argumente oft irgendwie ja greifbarer, nachvollziehbarer.
- 1:44OK, also lass uns das mal auseinandernehmen, Gabriel
- 1:47steigt ja direkt mit einer Frage ein, die kennen wahrscheinlich
- 1:50viele Angehörige, oder? Warum sollte man jetzt
- 1:54ausgerechnet CRA vertrauen? Nach all den Ratschlägen,
- 1:58Büchern, Therapien, vielleicht auch die einen oft mehr
- 2:02verwirren, als dass sie helfen? Seine Antwort ist kurz und knapp
- 2:06Beweise. Er redet ja sogar von so einem
- 2:09Selbsthilfelärm. Und genau das ist der Kern.
- 2:12Das unterscheidet diesen Ansatz von vielen, vielen anderen.
- 2:16Es ist eben keine neue Wohlfühlphilosophie.
- 2:19Oder wieder so ne esoterische Idee craft, das steht ja für
- 2:23Community Reinforcement and Family Training, das ist das
- 2:27Ergebnis von jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung
- 2:31systematisch. Die Methode wurde in etlichen
- 2:33klinischen Studien immer wieder getestet, auf Herz und Nieren
- 2:37geprüft, analysiert und ganz wichtig, auch mit anderen
- 2:40Methoden verglichen. Und das Ergebnis dieser
- 2:42Forschung ist ziemlich klar. Craft gilt als eine der
- 2:46nachweislich wirksamsten Strategien für Angehörige von
- 2:49Suchtkranken. Punkt.
- 2:51Gabriel nennt das ja begründete Zuversicht statt nur
- 2:54verzweifelte Hoffnung. Das, finde ich, trifft es echt
- 2:57gut. OK, dann lass uns doch mal auf
- 3:00diese Beweise schauen, von denen er redet, er sagt ja sogar
- 3:03erdrückend. Was sind denn da die harten
- 3:06Fakten, die ihr auflistet? Also die Zahlen, die ihr da
- 3:08zitiert, die kommen aus mehreren großen Übersichtsstudien.
- 3:12Das sind Studien, die viele Einzelstudien zusammenfassen und
- 3:15auswerten, und die sind tatsächlich ziemlich
- 3:18beeindruckend. Die geben dieser Zuversicht ne
- 3:20solide Basis. Der wichtigste Punkt ist
- 3:23wahrscheinlich die Erfolgsquote, also wenn es darum geht, den
- 3:26suchtkranken Menschen zu bewegen, Hilfe anzunehmen.
- 3:29Angehörige, die Craft lernen und das auch konsequent anwenden,
- 3:33die schaffen das im Schnitt in 67% der Fälle. 67%.
- 3:38Ja, also anders gesagt in 2 von 3 Situationen führt craft dazu,
- 3:42dass der Betroffene eine Behandlung anfängt.
- 3:45Das ist schon ne bemerkenswert hohe Zahl, gerade wenn man weiß,
- 3:48wie, wie schwierig dieser Schritt ja oft ist. 2 von 3 das
- 3:53ist echt ne Hausnummer und. Wie sieht Craft im direkten
- 3:56Vergleich aus, also zu anderen bekannten Hilfsangeboten, die
- 4:00Gabriel auch erwähnt? Ja genau, die Vergleiche sind
- 4:03auch Teil der Studien, und die sind sehr aufschlussreich, also
- 4:06gegenüber so traditionellen Selbsthilfegruppen wie Alanon
- 4:10oder Naanon. Da zeigt sich CRRFT als mehr als
- 4:15dreimal so effektiv, aber speziell bei dem Ziel, den
- 4:18Süchtigen in Behandlung zu bringen.
- 4:20Die Studien nennen hier raten von ungefähr 18% für Alanon
- 4:24Naanon. Verglichen mit den 67% für CRFT.
- 4:29OK. Wobei man fairerweise sagen
- 4:31muss, und das betont Gabriel ja auch, Alanon hat einen anderen
- 4:34Hauptfokus. Da geht es ja vor allem darum,
- 4:37dass du als Angehöriger lernst, besser mit der Situation
- 4:40umzugehen, loszulassen, Frieden zu finden.
- 4:43Ja, was ja auch super wichtig ist.
- 4:46Absolut unglaublich wertvoll. CRFT hat aber eben dieses klar
- 4:51definierte aktive Ziel. Dich als Angehörigen zu
- 4:54befähigen, den Süchtigen zur Behandlung zu bewegen.
- 4:58Der zweite Vergleich ist die sogenannte Johnson Intervention.
- 5:01Kennst du vielleicht aus dem Fernsehen ne, die Familie,
- 5:04Freunde konfrontieren den Süchtigen ganz überraschend und
- 5:07geballt mit den Folgen seines Verhaltens, auch da ist CAFT
- 5:11laut den Studien mehr als doppelt so effektiv, etwa 64%
- 5:15Erfolgsquote bei CAFT gegenüber circa 30% bei der Johnson
- 5:19Intervention. Und diese konfrontative Methode,
- 5:22die birgt ja auch Risiken, Vertrauensbruch, oder dass der
- 5:25Betroffene halt komplett dicht macht.
- 5:27OK, die Zahlen sprechen da schon eine deutliche Sprache.
- 5:30Also für dieses eine Ziel zumindest gilt das denn für alle
- 5:33Arten von Sucht oder für alle Familien?
- 5:36Die Forschung deutet tatsächlich auf eine ziemlich breite
- 5:38Anwendbarkeit hin. Also der Erfolg scheint
- 5:40weitgehend unabhängig davon zu sein, um welche Substanz es
- 5:43jetzt geht. Alkohol, Drogen, Medikamente.
- 5:46Auch so Dinge wie Herkunft oder die Art der Beziehung.
- 5:49Also ob du jetzt Partnerin, Mutter, Sohn oder Freund bist,
- 5:53scheinen für die Wirksamkeit der Craftprinzipien keine so
- 5:56entscheidende Rolle zu spielen. Die Mechanismen dahinter
- 5:59scheinen irgendwie universell zu sein.
- 6:01Und was ist mit dem Angehörigen selbst?
- 6:03Man kriegt ja oft den Rat, Pass auf dich auf, du kannst eh nur
- 6:06dich ändern, widerspricht Sarah F.
- 6:09Dem nicht irgendwie. Nee, ganz im Gegenteil.
- 6:12Das ist n total zentraler Punkt, den Gabriel hervorhebt und den
- 6:15die Studien auch klar belegen. Das psychische Wohlbefinden von
- 6:19dir als Angehörigem, also Dinge wie Depressionen, Ängste, Wut,
- 6:23Stress, das verbessert sich durch CFT signifikant und das
- 6:28wirklich faszinierende ist diese Verbesserung für dich tritt oft
- 6:32unabhängig davon ein, ob der suchtkranke Mensch am Ende
- 6:35wirklich in Therapie geht oder nicht.
- 6:37Ach, wirklich? Ja.
- 6:38Weil du durch CFT lernst, anders zu kommunizieren, Grenzen zu
- 6:42setzen, auf dich selbst zu achten, dich aus diesen
- 6:45destruktiven Mustern zu lösen. Du gewinnst also auf jeden Fall
- 6:49Lebensqualität zurück, stärke Handlungsfähigkeit, du hilfst
- 6:53dir quasi selbst, indem du lernst, anders zu helfen.
- 6:56OK, also die Zahlen überzeugen schon und dieser Doppelte nutzen
- 7:00für den Betroffenen und für einen selbst, das ist ein
- 7:03starkes Argument, aber warum, warum funktioniert das so gut,
- 7:08was steckt? Steckt da psychologisch
- 7:09dahinter? Gabriel spricht ja von 3
- 7:12Kernprinzipien. Richtig, das ist kein Zufall.
- 7:14Das basiert auf gut erforschten psychologischen Mechanismen.
- 7:18Das erste Prinzip ist die systemische Veränderung, CRAFT
- 7:22schaut eben nicht nur isoliert auf den Suchtkranken, so nach
- 7:26dem Motto, der ist das Problem, es basiert auf der Erkenntnis,
- 7:30dass unser Verhalten immer im Kontext unseres Umfeldes
- 7:33stattfindet, Familie, Freunde, die Community und davon
- 7:36beeinflusst wird. Statt also nur auf den Süchtigen
- 7:40einzureden oder Druck zu machen, will CRAFT die Interaktionen,
- 7:44die Dynamiken im ganzen System ändern.
- 7:47Das Ziel ist Nüchternheit oder zumindest nüchterne Phasen
- 7:50attraktiver zu machen, lohnender, indem das Umfeld eben
- 7:54anders reagiert als bisher. OK, das leuchtet ein, man ändert
- 7:58quasi die Spielregeln im Umfeld, um das Verhalten zu beeinflussen
- 8:02und das zweite Prinzip. Das zweite ist die konsequente
- 8:06Anwendung der operanten Konditionierung.
- 8:08Klingt vielleicht ein bisschen technisch, beschreibt aber ein
- 8:11ganz grundlegendes Lernprinzip, das unser aller Verhalten
- 8:14steuert, also verhalten, das positive Folgen hat, zeigen wir
- 8:18öfter verhalten, das negative Folgen hat oder keine Belohnung
- 8:22bringt, seltener ok, cft übersetzt das ganz praktisch
- 8:26positive Verstärkung für jedes gewünschte Verhalten, also
- 8:30Schritte Richtung Nüchternheit, Offenheit für Gespräche,
- 8:33einhalten von Absprachen. Das wird gezielt eingesetzt und
- 8:37gleichzeitig werden die Verstärker für den Konsum
- 8:39systematisch entzogen oder minimiert.
- 8:42Das kann Aufmerksamkeit sein, Geld, das Abnehmen von
- 8:45Verantwortung verstehe also das Gehirn, lernt also über die
- 8:49Zeit, Nüchternheit, lohnt sich, bringt was angenehmes Konsum,
- 8:53führt zu unangenehmem oder bringt zumindest nicht mehr die
- 8:56gewohnten Vorteile. Also Belohnung fürs Richtige,
- 9:00keine Belohnung oder sogar negative Folgen fürs Falsche.
- 9:03Klingt erst mal simpel, ist in der Umsetzung aber sicher die
- 9:07Herausforderung. Und das dritte Prinzip.
- 9:10Das Dritte ist das Empowerment des Angehörigen, und das ist
- 9:13vielleicht für dich persönlich einer der wichtigsten Punkte.
- 9:16Craft gibt ja ganz konkrete Werkzeuge an die Hand,
- 9:19Kommunikationsstrategien, verhaltensstrategien, die du
- 9:22lernen kannst. Du bist dann nicht mehr nur das
- 9:24hilflose Opfer der Situation, das mal fleht, Mal droht, mal
- 9:28resigniert. Du wirst zum aktiven Gestalter.
- 9:31Du weißt, was du tust und warum und allein diese Erfahrung, also
- 9:35Selbstwirksamkeit, das Gefühl, wieder Einfluss zu haben, statt
- 9:39nur zu reagieren, das reduziert nachweislich Stress, Angst und
- 9:43Depression bei dir. Ja, das verändert deine
- 9:46Ausstrahlung, verbessert das ganze Familienklima und macht
- 9:49oft auch den Suchtkranken empfänglicher für positive
- 9:51Signale du wirkst ruhiger, klarer, kompetenter.
- 9:55Gabriel bringt dann ja noch diese nilex Analyse ins Spiel.
- 9:59Eine interessante Verbindung, die er da zieht.
- 10:01Er spricht von Logik, also den CR reft Fakten, Seele, also
- 10:05Prinzipien wie Glaube und Vision, wie bei The Secret und
- 10:08seiner eigenen erlebten Realität.
- 10:11Wie meint er das denn? Na ja, er sagt halt, dass reine
- 10:14Logik allein oder reiner Glaube allein oft nicht reicht.
- 10:18Die Logik, das sind die harten Zahlen, die 67% von Craft, der
- 10:22wissenschaftliche Beweis, der gibt Zuversicht.
- 10:25Die Seele, die er mit Ansätzen wie The Secret oder seinem
- 10:29soulmaster Ding verbindet, das steht für die Kraft der Vision
- 10:32des Glaubens, dass Veränderung überhaupt möglich ist.
- 10:35Für das Festhalten an der Hoffnung.
- 10:37OK, Gabriels Punkt ist CRAFT erlaubt es, beides zu verbinden.
- 10:43Du hältst an deiner Vision fest, an deinem Wunsch nach Heilung,
- 10:46nach Veränderung, das ist die Seele.
- 10:49Aber du nutzt gleichzeitig die besten wissenschaftlich
- 10:51geprüften Werkzeuge. Das ist die Logik, um diese
- 10:55Vision Realität werden zu lassen.
- 10:57Du bist nicht mehr nur passiv hoffend, sondern wirst, wie er
- 11:00es nennt, zum Ingenieur des Wunders.
- 11:02Du nutzt ne Strategie, die nachweislich deine
- 11:05Erfolgschancen drastisch erhöht, es geht darum, die Liebe und die
- 11:09Hoffnung mit einem klugen Plan zu versehen.
- 11:11Und er erzählt ja auch aus seiner eigenen Familie.
- 11:14Dieses jahrelange Gefühl, im Nebel zu stochern.
- 11:17Mal bitten, mal schreien, mal ignorieren, alles ohne Plan und
- 11:22oft mit dem gegenteiligen Effekt, bis sie dann eher
- 11:25zufällig intuitiv angefangen haben, Prinzipien anzuwenden,
- 11:29die so ähnlich sind wie bei Kraft.
- 11:31Er vergleicht das mit dem Umstieg von einer unklaren
- 11:33Landkarte auf ein Navi, die Aktionen wurden vielleicht
- 11:36kleiner, weniger dramatisch, aber viel gezielter.
- 11:40Und wirksamer. Die Wissenschaft hat ihrer Liebe
- 11:42quasi ne Gebrauchsanweisung gegeben, sehr anschaulich und
- 11:45dann wird es ja ganz praktisch mit dem Survival Kit, das
- 11:48Gabriel Dir an die Hand gibt. Werde dein eigener
- 11:51Wissenschaftler, das klingt erst mal nach einem Haufen Arbeit
- 11:54neben einem anderen. Ist es aber eigentlich nicht,
- 11:56wenn man es so macht, wie er es vorschlägt.
- 11:58Das ist ein einfacher 4 Schritte Prozess, der soll dir helfen im
- 12:03Kleinen selbst zu erfahren, dass diese Prinzipien wirken können
- 12:07und so baust du dann vertrauen auf.
- 12:09Schritt 1 eine Hypothese wagen. Such dir eine einzige Technik
- 12:13aus, die du probieren willst. Vielleicht was das dich
- 12:16anspricht zum Beispiel. Ich versuche mal Kritik zu
- 12:19vermeiden, wenn er oder sie nach Hause kommt und dann formulierst
- 12:23du ne einfache wenn dann Annahme wenn ich aufhöre ihnen sie
- 12:26sofort zu kritisieren, dann wird die Anspannung vielleicht ein
- 12:29bisschen weniger. OK, simpel.
- 12:32Schritt 2 ein kleines Experiment starten.
- 12:35Nimm den ganz kurzen Zeitraum vor. 3 Tage zum Beispiel sagt
- 12:38dir okay die nächsten 3 Abende probiere ich das nur diese eine
- 12:42Sache Schritt 3 Daten sammeln ganz einfach Mini Tagebuch nur
- 12:47Stichpunkte am Abend wie habe ich mich gefühlt war es schwer,
- 12:50war ich ruhiger, wie hat der andere reagiert war die
- 12:53Begrüßung anders weniger Streit, mehr Ruhe notier auch
- 12:57Kleinigkeiten das sind deine persönlichen Forschungsdaten
- 13:01schritt 4 auswerten für dich. Schau dir nach den 3 Tagen deine
- 13:06Notizen an. Hat sich irgendwas auch nur ein
- 13:09winziges bisschen zum Positiven verändert?
- 13:12Gab es einen Moment, der anders war?
- 13:15Das ist ein persönlicher Beweis, der zeigt dir aha, wenn ich mein
- 13:18Verhalten ändere, kann sich tatsächlich was in der Dynamik
- 13:21ändern und das gibt dir dann Mut für größere Schritte.
- 13:24Das finde ich gut, nimmt den Druck raus, nicht sofort alles
- 13:27perfekt machen zu müssen. Einfach mal eine kleine Sache
- 13:30testen und gucken, dann gibt es noch das Trainingslager.
- 13:34Ein Beispiel stell dir vor, ne Freundin rät dir dringend zur
- 13:37Konfrontation. Sagt Das hat bei meinem Onkel
- 13:40auch geholfen, setz ihn für die Tür, zeig Kante, wie reagiert
- 13:44man da am besten, wenn man CRAF verfolgt?
- 13:47Ja, das ist so. N Klassiker, gut gemeinte
- 13:49Ratschläge, meist aus persönlichen Geschichten.
- 13:52Gabriel schlägt Antwort B vor, die passt zum CIF Gedanken.
- 13:57Erstmal die gute Absicht anerkennen.
- 13:58Danke für den Rat, ich weiß du meinst es gut, ja, aber dann
- 14:02ruhig sachlich sache und selbstbewusst auf die Fakten und
- 14:05den eigenen Plan verweisen. Ich habe mich informiert,
- 14:07Studien zeigen, dieser konfrontative Ansatz klappt nur
- 14:10in circa 30% der Fälle und hat Risiken.
- 14:13Ich versuche gerade eine andere Methode die über 60%
- 14:16Erfolgsquote hat jemanden in Behandlung zu bekommen, den Weg
- 14:20will ich erstmal gehen. Der Punkt ist, du lässt dich von
- 14:23Wissen leiten, von deinem Plan, nicht von Emotionen oder
- 14:27Anekdoten. Andere bleibst freundlich, aber
- 14:29klar bei deiner Strategie. Wichtiger Punkt dem eigenen
- 14:33informierten Weg treu bleiben, auch bei Druck von außen.
- 14:38So und jetzt die FET Use die häufig gestellten Fragen, die
- 14:42Gabriel am Ende beantwortet. Das sind bestimmt fragen, die
- 14:46dir, liebe Hörerinnen, lieber Hörer, vielleicht auch schon im
- 14:48Kopf rumgehen. Lass uns die mal ganz in Ruhe
- 14:50durchgehen, als würdest du sie uns jetzt stellen.
- 14:53Sehr gerne. Das sind wichtige Punkte, die
- 14:56oft kommen, wenn man die CAF zahlen hört.
- 14:58Die erste ist total berechtigt, ja 67% klingt gut, aber was es
- 15:03mit dem einen Drittel bei dem Craft anscheinend nicht
- 15:06funktioniert, um den Süchtigen in Behandlung zu bringen, das
- 15:09muss man offen sagen, erstens. Keine Methode der Welt, egal wo,
- 15:13hat 100% Erfolg, schon gar nicht bei sucht.
- 15:16Das ist so komplex, so viele Faktoren spielen rein, aber, und
- 15:19das ist der Kern, eine Chance von 2 Dritteln ist halt
- 15:23dramatisch signifikant besser als die Alternativen, die
- 15:26vielleicht bei 18% oder 30% liegen.
- 15:29OK, es geht darum deine Wahrscheinlichkeit für Erfolg
- 15:32massiv zu erhöhen, Du setzt aufs Pferd mit der besten Statistik,
- 15:36auch wenn es keine Garantie gibt.
- 15:38Und zweitens, das darf man nie vergessen, selbst wenn das erste
- 15:41Ziel der Behandlungsstart nicht erreicht wird, da ist ja noch
- 15:43das zweite Hauptziel von Craft, dein eigenes Wohlbefinden zu
- 15:47verbessern. Stimmt, und dieses Ziel wird
- 15:49fast immer erreicht, du lernst besser mit Stress umzugehen,
- 15:52klarer zu kommunizieren, dich abzugrenzen, deine Ressourcen zu
- 15:56schonen, du wirst also stärker resilienter, bringst
- 16:00Lebensqualität zurück, egal welchen Weg der andere
- 16:03einschlägt, das allein ist schon ein Riesengewinn.
- 16:06Das ist ne wichtige Unterscheidung.
- 16:08Zweite Frage, die zielt aufs Gefühl, fühlt sich das nicht
- 16:11irgendwie kalt und berechnend an?
- 16:13Meine Liebe und Sorge jetzt auf Statistiken und Techniken zu
- 16:17reduzieren, sehr verständliche Sorge, die haben sich ja viele,
- 16:21fühlt sich erst mal komisch an so strategisch zu sein, wenn es
- 16:24um einen geliebten Menschen geht.
- 16:26Ja, aber der Punkt ist nicht die Liebe durch Zahlen zu ersetzen,
- 16:29die Liebe, die Sorge, die Hoffnung, das ist doch der
- 16:33Motor, der Antrieb für alles. Es geht eher darum, die
- 16:37Handlungen, die aus dieser Liebe kommen, so klug und effektiv wie
- 16:41möglich zu machen. Gabriel zieht den Vergleich zum
- 16:44Chirurgen ein guter Chirurg fühlt sich ja Empathie, aber bei
- 16:48der OP verlässt er sich nicht nur auf Mitgefühl, er folgt
- 16:52präzisen wissenschaftlichen Protokollen, erprobten Techniken
- 16:56für die bestmögliche Heilungschance.
- 16:58OK, ja. Die Wissenschaft, die Technik
- 17:01sind hier die Werkzeuge, die der Liebe helfen, ihr Ziel zu
- 17:04erreichen. Der Antrieb ist das Herz, der
- 17:07Kopf liefert den Plan. Es geht darum, die Liebe nicht
- 17:10blind, sondern sehend und wirksam werden zu lassen.
- 17:13Dritte Frage die Einzigartigkeit meine Situation ist aber total
- 17:18besonders, total kompliziert, wie kann da so eine allgemeine
- 17:21Studie oder Methode überhaupt passen?
- 17:23Absolut richtig, jede Familie, jede Beziehung, jede
- 17:26Suchtgeschichte ist einzigartig in den Details, den Mustern der
- 17:30Vergangenheit, keine Frage. Aber die grundlegenden
- 17:34psychologischen Prinzipien, wie wir lernen, wie wir
- 17:36interagieren, die sind eben nicht unendlich verschieden.
- 17:40Die Folgen universellen Mustern. Ach so, ja.
- 17:44Denk an die operante Konditionierung, Belohnung,
- 17:46Konsequenz. Das funktioniert bei uns allen
- 17:48ähnlich. Kommunikationsmuster zuhören,
- 17:51ich Botschaften Grenzen setzen universelle Werkzeuge.
- 17:55CRFTS deshalb auch keine starre Schablone, die man einfach 1.1
- 17:58drüber legt. Stell es dir eher wie einen gut
- 18:00sortierten Werkzeugkasten vor. Ah okay die.
- 18:03Studien beweisen die Werkzeuge im Kasten sind prinzipiell
- 18:07wirksam. Deine Aufgabe ist es dann, mit
- 18:10Unterstützung oder Durchlesen zu lernen, welches Werkzeug passt
- 18:14für welche Aufgabe. In deiner einzigartigen
- 18:17Situation am besten, wie muss ich es vielleicht anpassen?
- 18:20Die Prinzipien sind universell, die Anwendung ist individuell.
- 18:24Werkzeugkasten statt Schablone leuchtet ein vierte Frage.
- 18:29Der Vergleich zu elenon warum ist Elenon so viel weniger
- 18:33effektiv? Beim Ziel, den Süchtigen in
- 18:35Behandlung zu bewegen, obwohl doch so viele sagen, dass es
- 18:38ihnen geholfen hat? Ja, da ist der Unterschied im
- 18:41primären Ziel ganz wichtig. Haben wir ja vorhin schon kurz
- 18:43gehabt. Das Hauptziel von Elanon ist,
- 18:46dem Angehörigen zu helfen. Unterstützung finden, lernen,
- 18:50mit der Belastung umzugehen, sich aufs eigene Leben
- 18:52konzentrieren, Loslassen üben, Frieden finden.
- 18:55Und darin ist Elanon extrem wertvoll, hilft unzähligen
- 18:59Menschen. Absolut.
- 19:00Das primäre explizite Ziel von Craft ist aber ein anderes.
- 19:04Es will den Angehörigen aktiv befähigen, den Suchtkanken durch
- 19:07gezielte Verhaltensänderungen dazu zu bewegen, Hilfe
- 19:10anzunehmen. Es ist Proaktiver mit anderem
- 19:13Fokus, man könnte sagen, Alanon hilft dir, besser zu schwimmen
- 19:17im Sturm, craft gibt dir Werkzeuge, um zu versuchen, den
- 19:20Sturm zu beeinflussen, beides hat seine Berechtigung, kann
- 19:23sich ergänzen, aber eben unterschiedliche Hauptziele und
- 19:26daher unterschiedliche Quoten für das Ziel
- 19:29behandlungsaufnahme. Verstehe.
- 19:32Disch würde mir gern selbst ein Bild machen.
- 19:34Exzellente Frage, gesunde Skepsis ist immer gut,
- 19:38Transparenz ist wichtig in der Wissenschaft.
- 19:40Gabriel selbst empfiehlt als Startpunkt das
- 19:43Quellenverzeichnis im Craft Manual, also im Originalbuch von
- 19:46Robert J. Myers und Jane Allan Smith.
- 19:49Der deutsche Titel ist den Suchtkreislauf durchbrechen, da
- 19:53stehen die wichtigsten Studien drin, super.
- 19:55Vielen Dank für die wirklich ausführlichen Antworten.
- 19:57Ich glaub das nimmt viele Fragenzeichen weg, die man
- 20:00vielleicht bei den Zahlen erst mal hat.
- 20:02Macht die Sache klarer und wie du sagtest, Gabriel empfiehlt ja
- 20:06auch ganz konkret dieses Buch den Suchtkreislauf durchbrechen
- 20:09als praktische Anleitung und Vertiefung NS.
- 20:12Ja, ist die Bibel der Methode für Angehörige.
- 20:14Sein Fazit im Artikel bringt es dann noch mal auf den Punkt.
- 20:18Stell dir deine Liebe, deine Sorge als Kompass vor, der zeigt
- 20:22dir die Richtung des Ziel. Aber die Wissenschaft, die
- 20:25Fakten, die Techniken von CIT, das ist die Landkarte, die zeigt
- 20:29dir den sichersten, effektivsten Weg zum Ziel.
- 20:32Du brauchst beides, Kompass des Herzens, Karte des Verstandes,
- 20:37die Wissenschaft, sagt Gabriel, Gib deiner Liebe Zähne, sie
- 20:41kanalisiert deine Energie, verwandelt vage Hoffnung in
- 20:45einen konkreten, Erfolgsversprechenden
- 20:47Investmentplan für ne bessere Zukunft.
- 20:49Eben nicht Herz oder Verstand, sondern die kluge Verbindung von
- 20:52beidem. Du musst nicht mehr blind
- 20:54hoffen. Du darfst jetzt wissend handeln,
- 20:56das ist der Schlusssatz von Gabriel in diesem Teil und ich
- 20:59find das ist echt n starker Gedanke, kann unheimlich Mut
- 21:02machen, wenn dir diese ausführliche Besprechung
- 21:05gefallen hat und du die Arbeit von Nelix Berlin generell
- 21:09wertvoll findest, dann würde sich Gabriel riesig über deine
- 21:12Unterstützung freuen. Du kannst ihm helfen, indem du
- 21:14diesen Beitrag vielleicht auf Social Media teilst.
- 21:17Oder diesen Audiobeitrag hier auf Spotify oder Apple Podcasts
- 21:21positiv bewertest. Ein Like da lässt das ganze
- 21:24Projekt Nilix Berlin wird komplett allein von Gabriel
- 21:27finanziert und erstellt jede Form der Unterstützung, egal wie
- 21:30klein hilft ihm dabei, mit diesem Projekt nicht nur sich
- 21:33selbst zu helfen, sondern gleichzeitig auch anderen
- 21:36Betroffenen und Angehörigen zur Seite zu stehen.
- 21:38Gabriels persönliches Motto, das ihn antreibt, das teilt er ja
- 21:42auch oft, lautet. Aus allem schlechten, was ihm im
- 21:45Leben passiert, ist, etwas Gutes zu machen.
- 21:48Ja, vielen Dank, dass du dir heute die Zeit genommen hast und
- 21:51uns zugehört hast. Wir hoffen, diese
- 21:53wissenschaftliche Perspektive auf CA 8, so wie Gabriel sie
- 21:57darstellt, gibt dir vielleicht neuen Halt, neue Ideen oder
- 22:01einfach ein bisschen mehr Zuversicht auf deinem Weg.
- 22:03Denk dran, was Gabriel betont. Wissen ist eine Form von Macht,
- 22:08besonders wenn es mit Liebe und strategischem Denken kombiniert
- 22:11wird. Nutze die Infos und Werkzeuge,
- 22:14die dir helfen können, deine Situation positiv zu
- 22:17beeinflussen. Für dich und für den Menschen,
- 22:19der dir wichtig ist. Pass gut auf dich auf und
- 22:23vielleicht bleibt ja dieser Gedanke noch ein bisschen
- 22:25hängen, wenn wissenschaftliche Beweise hier so einen
- 22:28Unterschied machen können, wo verlassen wir uns im Leben
- 22:31vielleicht sonst noch auf reines hoffen, obwohl es längst ne
- 22:35erprobte Karte geben könnte bis zum nächsten Mal?