Latest / ntv Wirtschaft / Poker um EZB-Spitze: Warum die Chancen für einen deutschen Zentralbankchef schlecht stehen
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- 0:02Die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, tritt vorzeitig zurück.
- 0:07Direktbanken locken mit vielversprechenden Zinsangeboten. Und Volkswagen meldet
- 0:12einen Milliardenverlust.
- 0:14In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:18die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:23Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:27Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:31geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:34Die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, tritt vorzeitig zurück.
- 0:40Wie die EZB mitteilte, gibt die Französin ihren Posten zum 7. Februar 2027 auf.
- 0:47Regulär wäre ihre Amtszeit noch bis Ende Oktober 2027 gegangen.
- 0:52Damit beginnt nun der Poker um ihre Nachfolge. Außerdem hat die EZB trotz gestiegener
- 0:57Inflation nun vorerst auf eine weitere Zinserhöhung verzichtet.
- 1:01Darüber und über eine mögliche Lagarde-Nachfolge hat Jessica Westen mit Börsenreporter
- 1:06Raimund Brichter gesprochen. Die EZB belässt den Leitzins wie erwartet bei 2,5%.
- 1:11Wie schätzt du das ein? Das ist eigentlich wie immer.
- 1:13Man will im Moment nichts tun, weil man meint, das sei alles ausgewogen.
- 1:17Im Moment ist es der richtige Zinssatz.
- 1:19Was ein bisschen aufheuchen lässt, ist, heißt, dass die EZB betont,
- 1:23dass sie doch damit rechnet, dass die sogenannten Zweitrundeneffekte vielleicht
- 1:28in Zukunft ein bisschen stärker wirksam werden.
- 1:30Das heißt, wegen der gestiegenen Ölpreise werden auch andere Preise sich langsam
- 1:36durch die Wirtschaft fressen.
- 1:37Das versteht man unter Zweitrundeneffekte, auch die Löhne.
- 1:40Und da will man aufpassen. Und deswegen behält man sich offenbar vor,
- 1:44vielleicht dann in der Dezember-Sitzung eine Leitzinsserhöhung vorzunehmen.
- 1:48Ich persönlich meine, dass es dafür keine Gründe gibt, Denn diese Zweitrundeneffekte,
- 1:53die sind vor allen Dingen dann wichtig, wenn die Wirtschaft boomt,
- 1:56wenn sie gut läuft. Aber das ist in Deutschland, das ist aber auch in vielen
- 2:00anderen europäischen Ländern eindeutig nicht der Fall.
- 2:03Raimund, dann natürlich noch das zweite wichtige große Thema.
- 2:06Die EZB hat bekannt gegeben, dass Christine Lagarde schon im Februar ihr Amt niederlegt.
- 2:11Was hat es denn wohl damit auf sich? Eigentlich wäre sie ja noch bis Oktober im Amt geblieben.
- 2:15Das hat ganz klar einen politischen Hintergrund. Und Präsident Macron in Frankreich
- 2:21wird ja nicht mehr allzu lange Präsident sein.
- 2:24Im Frühjahr sind Präsidentschaftswahlen. Aber er möchte natürlich noch während
- 2:29seiner Amtszeit über die Nachfolge der EZB-Präsidentschaft mitentscheiden.
- 2:35Muss diese Maßnahme jetzt erfolgen. Offenbar hat sich da Lagarde mit abgefunden.
- 2:40Also etwas früher aus dem Amt ausscheiden, damit Macron noch bei der Nachfolgeregelung sei.
- 2:46In Europa durchaus gewichtiges Wort mitreden kann.
- 2:49Zwischenzeitlich hat das ja auch mal geheißen, Frau Lagarde selbst möchte sich
- 2:53in den französischen Wahlkampf, Präsidentschaftswahlkampf einmischen und vielleicht selbst kandidieren.
- 2:58Aber das scheint nun ein endgültig vom Tisch. Wer kommt denn da jetzt in Frage
- 3:02als möglicher Nachfolger? Ein Deutscher nicht wirklich, oder?
- 3:05Nein, und das, obwohl Deutschland die größte Volkswirtschaft in der EU ist und
- 3:10es noch nie einen deutschen EZB-Chef gegeben hat.
- 3:14Jetzt kommt das große Aber und dieses Aber hat einen Namen, Ursula von der Leyen.
- 3:19Sie ist Chefin der EZB-Kommission.
- 3:22Und dann zwei Deutsche an der Spitze, zwei ja so wichtige Institutionen zu haben
- 3:27in Europa, das würden die anderen Länder nicht mitmachen.
- 3:30Deshalb hat wohl auch Bundesbankpräsident Nagel keine Chance,
- 3:35obwohl er durchaus qualifizierter zu wäre.
- 3:37Aber es gibt andere Kandidaten. Einmal der Niederländer Klaas Knot,
- 3:42ein sehr, ich sage mal, stabilitätsorientierter Notenbankpolitiker, ganz im Sinne.
- 3:46Auch der Bundesbank hätte sicherlich auch die deutsche Unterstützung.
- 3:51Aber auch gegen ihn spricht was,
- 3:52nämlich, dass es schon einmal einen niederländischen EZB-Chef gegeben hat.
- 3:56Der erste hieß Wim Deusenberg. Und da sagt man sich, naja, zweimal auch gleich
- 4:02an ein so kleines Land die Präsidentschaft zu vergeben, wird wahrscheinlich auch schwierig werden.
- 4:06Um es mal vorsichtig auszudrücken, deshalb sehe ich im Moment zumindest die
- 4:10besten Chancen für den spanischen Kandidaten.
- 4:12Er heißt Pablo Hernández de Coos, ist ein konservativer Notenbanker und hat
- 4:19trotzdem die Unterstützung auch der spanischen sozialistischen Regierung.
- 4:23Ganz nach dem Motto offenbar Hauptsache ein Spanier wird es.
- 4:27Deshalb kann sich Herr de Coos auch auf die Unterstützung des gegenwärtigen
- 4:32sozialistischen Ministerpräsidenten in Spanien stützen.
- 4:35Und auch beim nächsten Thema geht es um Zinsen.
- 4:38Denn viele Direktbanken locken derzeit mit kurzfristigen Angeboten, teilweise bis zu 4%.
- 4:45Auf den ersten Blick klingt das attraktiv und der eine oder andere sieht darin
- 4:49schon eine Alternative zu Aktien.
- 4:51Doch welches Risiko steckt dahinter? Und lohnt es sich damit überhaupt noch,
- 4:55in Aktien zu investieren?
- 4:57Sabrina Margraf hat darüber mit der Vermögensverwalterin Julie Bossdorf gesprochen.
- 5:024% lohnt sich da noch Aktien. Also wie viele Online-Banken, Direktbanken bieten
- 5:06aktuell mit attraktiven Konditionen 4%.
- 5:09Aber meistens gelten diese Konditionen immer nur begrenzt. Für eine Laufzeit,
- 5:133-6 Monate und auch teilweise eine Anlagesumme begrenzt. Und nach 6 Monaten
- 5:18muss der Kunde sich meistens umsehen und ist enttäuscht, wenn er dann ein deutlich
- 5:22niedriges Zinsniveau dann bekommt.
- 5:244 Prozent klingt verlochend, aber welches Risiko geht damit einher?
- 5:28Also das Risiko ist einfach, dass die Zinsen nach dem Ablauf der Zinszeit oder
- 5:31Zinsbindung deutlich fallen. In der Regel liegen die dann bei zweieinhalb Prozent.
- 5:35Und man muss sagen, bei einer aktuellen Inflation von über drei Prozent bleibt
- 5:38als Realrendite auch gleich knappes Prozent nur übrig.
- 5:42Und wenn man sich den Aktienmarkt historisch anschaut, dann ist da ja deutlich
- 5:46mehr drin. Warum könnte es sich vielleicht doch lohnen, sich diese Angebote
- 5:49mal genauer anzuschauen?
- 5:51Also gerade für Anleger, die langfristig orientiert sind, bringt der Aktienmarkt
- 5:54eine deutlich höhere Rendite, auch real, also nach Abzug der Inflation.
- 5:59Es ist nur so, dass halt im Moment die hohen Zinsen ein bisschen Gelder aus
- 6:03dem Aktienmarkt entziehen und dadurch halt auch der Aktienmarkt ein Stück volatiler
- 6:07und schwankungsreicher wird.
- 6:09Genau, dann sind wir auch schon beim wichtigen Thema. Welches Risiko geht denn
- 6:11für den Aktienmarkt von diesen gestiegenen Zinsen aus?
- 6:15Also es ist so, dass ja durch das gestiegene Zinsniveau ja nicht nur die Anleger
- 6:19profitieren, sondern diejenigen, die finanzieren müssen, sprich auch die Unternehmen
- 6:24höhere Finanzierungskosten haben und die einfach auch die Bilanzen belasten.
- 6:27Und Unternehmen, die letztendlich einen Wirkenbeschuldungsgrad haben und vielleicht.
- 6:32Das große Wachstum oder damit das Wachstum kompensieren können,
- 6:36die kommen natürlich in dieser Zinsphase unter Druck.
- 6:39Und dennoch fragt man sich ja gerade im Moment, wo so viel los ist an der Börse,
- 6:44soll ich jetzt diese Zinsen eher einlocken und diese Angebote wahrnehmen oder
- 6:48in den Aktienmarkt gehen? Angenommen, ich bin ein langfristig orientierter Investor.
- 6:53Wann ist ein guter Zeitpunkt, um diese Entscheidung zu treffen?
- 6:56Also um diese Lokangebote anzunehmen, rate ich nur den Anleger,
- 6:58die wirklich sagen, ich muss mein Geld kurzfristig jederzeit verfügbar haben.
- 7:02Für die Anleger ist das Angebot perfekt.
- 7:04Für Anleger, die wirklich mehr als ein Jahr, zwei, drei, vier Jahre Zeit haben
- 7:08können, sukzessive in den Aktienmarkt einsteigen. Es gibt nie den perfekten
- 7:11Zeitpunkt für den Aktienmarkt, für den Einstieg.
- 7:14Von daher zählt hier, je länger, desto besser man investiert ist,
- 7:17desto höher die Rendite.
- 7:19Worauf muss ich noch achten bei diesen Angeboten?
- 7:22Letztendlich auf die Einlagensicherung. Also nicht alle Banken sitzen hier in
- 7:26Deutschland, also gerade die Online-Direktbanken.
- 7:29Und natürlich, dass halt irgendwann die Zinsbindung ausläuft und der Kunde dann
- 7:34auf die neue Suche gehen muss nach einer neuen Bank.
- 7:36Sind dann vielleicht Anleihen sogar die, sage ich mal, bessere Alternative?
- 7:41Also Anleihen bieten auch einen interessanten Inflationsschutz.
- 7:44Gerade man hat eine längere Laufzeit, man lockt die Rendite heute bei Kauf ein.
- 7:48Das Risiko bei einer Anleihe besteht darin, dass natürlich auch hier der Kurs
- 7:52fallen kann und man müsste die Laufzeit bis zum Ende durchhalten,
- 7:56um dann die versprochene Rendite auch zu erzielen.
- 7:58Aber könnte im Moment ein Investment
- 8:00in Anleihen Puffer sein für mögliche Turbulenzen am Aktienmarkt?
- 8:04Das immer. Also es gab oder in der Vergangenheit auch immer die gemischten Strategien.
- 8:09Anleihen federn einfach Kursverluste ab. In der Vergangenheit hat das nicht
- 8:13so gut funktioniert, einfach weil wir aus einem sehr historischen Zinstief gekommen
- 8:17sind, und dadurch die Anleihen im Kurs gefallen sind. Aber der aktuelle Zeitpunkt
- 8:21bietet wieder Chancen am Anleihen.
- 8:23Und wir wollen ja trotzdem darüber sprechen, lohnt sich bei 4% ein Investment
- 8:26in Aktien? Was ist Ihre Antwort? Auf jeden Fall.
- 8:29Von Zinsen jetzt weiter zu Volkswagen.
- 8:32Der Autobauer ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht.
- 8:36Das Konzernergebnis nach Steuern lag in den Monaten Juli bis September bei rund
- 8:41minus 5,8 Milliarden Euro.
- 8:43Belastet haben u.a. eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung und der weltweit
- 8:48zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck.
- 8:51Wie kann sich Volkswagen überhaupt noch aus dieser Krise retten?
- 8:54Darüber hat Sibylle Schaar mit Sven Afföpe gesprochen.
- 8:57Er ist Wirtschaftskorrespondent für den Stern und Kapital. Eine Hiobsbotschaft
- 9:01reiht sich gefühlt an die andere bei Volkswagen.
- 9:04Glaubst du, die Wolfsburger kommen irgendwie nochmal auf einen Kurs und bekommen die Kurve?
- 9:10Sie müssen auf den richtigen Weg wieder kommen.
- 9:13Und ich glaube, dafür ist auch einiges vorbereitet. Das Sparprogramm von über
- 9:1730 Milliarden Euro ist vorbereitet und es wird weitergehen. Wir werden Personalabbau,
- 9:23glaube ich, in noch größerem Umfang sehen. Die Reduktion von Produktionskapazitäten.
- 9:28Offengehalten ist ja die Zukunft von vier Standorten. Und ich glaube,
- 9:32auch da ist auch mit diesen aktuellen Entwicklungen und Zahlen absehbar,
- 9:37dass sicher nicht alle Standorte überleben werden.
- 9:40Insofern, das ist vielleicht auch die Botschaft, die heute der Finanzvorstand
- 9:46Arno Antlitz gesagt hat, die Zahlen zwingen jetzt noch mehr zum Handeln den
- 9:50Vorstand. Und ich glaube, dass wir genau das erleben werden.
- 9:54VW sagt ja, ein großer Teil sei nur eine Porsche-Abschreibung und daher,
- 9:58ich sage jetzt mal salopp, kein echtes Geld, das weg ist.
- 10:01Kann man das wirklich so erklären? Naja, es ist eine Wertberichtigung auf die
- 10:06Beteiligung an Porsche und die schlägt eben mit sieben Milliarden zu Buche.
- 10:13Das ist jetzt kein Geld, was weg ist, sondern es ist ein buchhalterischer Vorgang,
- 10:17ein Buchwerteffekt, aber er beeinträchtigt natürlich den operativen Gewinn.
- 10:23Die Frage ist natürlich, die dahinter steht, wie entwickelt sich Porsche in
- 10:26der Zukunft unter dem neuen CEO?
- 10:28Herr Leiters, geht es weiter mit dem Abwärtstrend
- 10:31in China? Wo ist da die Bodensatzbildung? Welchen Erfolg wird?
- 10:35Porsche haben mit den neuen Modellen, die jetzt auch auf den Markt kommen sollen.
- 10:39Also das ist ja noch eine Wette auf die Zukunft und nicht ausgemacht,
- 10:43ob es bei diesem Abschreibungsbedarf auf Porsche bleibt oder sich die Porsche
- 10:48einfach besser entwickeln kann.
- 10:49Du sagst gerade, es bleibt eine
- 10:51Wette auf die Zukunft und du hast den Abwärtstrend in China angesprochen.
- 10:56Aber dennoch die Frage, das wird eine riesige Baustelle bleiben.
- 10:59Aber haben die deutschen Autobauer da überhaupt noch eine Chance oder doch wirklich
- 11:04mittlerweile einfach den Anschluss verpasst?
- 11:06Ich glaube, dass wir schon den Anschluss gerade bei der E-Mobilität verpasst
- 11:09haben. Aber ich glaube jetzt insgesamt und Volkswagen ist da beispielhaft sicher
- 11:14für die Probleme an unserem Standort. Wir haben einfach zu hohe Energiekosten, zu hohe Arbeitskosten.
- 11:21Der Volkswagen-Vorstand hat gerade zehn von 13 Tarifverträgen gekündigt.
- 11:25Also da muss über ganz vieles verhandelt werden, was sich in den letzten Jahren,
- 11:31Jahrzehnten sozusagen als Sondervergünstigung und Vergütung entwickelt und aufgebaut
- 11:37hat in Zeiten, als das Geld auch da war.
- 11:40Und ich glaube, es braucht jetzt irgendwie das Zusammengehen beider Seiten,
- 11:44der Arbeitnehmer und des Managements,
- 11:48um da zu einem Paket zu kommen, was am Ende dazu führt, dass die,
- 11:52Autos, die Volkswagen produziert, nicht nur die Menschen begeistert,
- 11:56weil sie mit guter Technik und guten Batterien irgendwie bestückt sind,
- 12:00sondern eben auch bezahlbar sind und wettbewerbsfähig auf der Preisseite sind.
- 12:04Und das ist die große Herausforderung. Und zum Schluss noch dieses Thema.
- 12:09Die Kosten für eine Durchschnitts-Auto-Reparatur in Deutschland sind innerhalb
- 12:12von zehn Jahren um rund 70 Prozent gestiegen, auf 4.600 Euro.
- 12:18Zu diesem Ergebnis kommt jetzt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.
- 12:22Laut ihm haben sich Ersatzteile und Werkstattkosten überdurchschnittlich verteuert.
- 12:27Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 12:31Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.