Latest / Gin And Talk / Leyla Piedayesh über Mode, Mut und Entrepreneurship
Transcript
- 0:00Speaker 0: Nichtsdestotrotz war es für mich immer wichtig, nicht über Leichen zu laufen und vor allem nicht über meine eigene Leiche.
- 0:06Speaker 0: Und weil die ist aber schon so kurz davor gelesen muss ich sagen.
- 0:10Speaker 0: Bewusst auf dieser Erde zu sein und dich nicht zu verlieren, aber auch ich verliere mich ab und zu und das geht immer darum zurückzukoppeln und dann irgendwie nochmal zu realisieren.
- 0:21Speaker 0: Warte mal!
- 0:22Speaker 0: Wenn du das glaube ich verlierst, dann ist es nicht mehr gut.
- 0:29Speaker 0: Ehrlich gesagt habe ich mir nicht so viel Gedanken gemacht, weißt du?
- 0:31Speaker 0: Wenn du einfach machst und machst und machst es kommt und das auch irgendwie mit Enthusiasmus und ohne vielen Nachdenken und ohne viel Druck und ohne ein Ziel zu haben.
- 0:42Speaker 0: Einfach machst dann, läufst du und läufest du und du merkst gar nicht dass du läufs, sondern du läuchst gerne.
- 0:48Speaker 0: Im Grunde genommen wenn du eine Firma aufbaust die kannst du nicht alleine aufbauen.
- 0:51Speaker 0: Das geht nicht!
- 0:52Speaker 0: Also it's never a one man show ist halt denn du stehst allein auf der Bühne und bist komediant.
- 0:58Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:59Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich mit dieser Episode starten, möchte ich kurz unsere heutige Gästin vorstellen die ich in Berlin treffe.
- 1:07Speaker 1: Layla Pedayesh ist eine der erfolgreichsten Modeunternehmerinnen der Nation.
- 1:11Speaker 1: Im Alter von neun Jahren kam sie mit ihren Eltern den Folge der iranischen Revolution nach Deutschland studierte später BWL und arbeitete in der Medienbranche.
- 1:20Speaker 1: Doch nach einigen Jahren stellte sie fest dass das alles eigentlich gar nicht das ist, was sie wirklich machen möchte.
- 1:26Speaker 1: Was sie wirklich
- 1:27Speaker 1: motiviert.".
- 1:29Speaker 1: Nach einigen Monaten in Indien und dem Vorsatz einfach mal gar nichts zu machen kam sie zurück nach Berlin, wurde auf einem Flohmarkt von Pulswärmern inspiriert und gründete einen Modellabel.
- 1:38Speaker 1: – soweit die sehr kurze Zusammenfassung!
- 1:42Speaker 1: Heute ist Lala Berlin international erfolgreich und Layla führt ihr rund fünfzigköpfiges Team als Kreativchefin an.
- 1:48Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, wie man ein solches Unternehmen aus dem Nichts aufbaut, welchen Einfluss die Pandemie auf die Modebranche hatte und wie nachhaltig Mode eigentlich sein kann.
- 1:58Speaker 1: Bevor wir aber gleich starten noch eine Bitte!
- 2:00Speaker 1: Wenn euch Jinn'n Talk gefällt folgt uns bei Spotify, Apple-Podcast oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört.
- 2:06Speaker 1: dann verpasst ihr auch keine der folgenden Episoden.
- 2:09Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid
- 2:18Speaker 0: und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 2:22Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 2:26Speaker 0: Herzlich Willkommen
- 2:27Speaker 1: zu einer neuen Folge Gin &
- 2:30Speaker 0: Talk.
- 2:31Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 2:39Speaker 1: Studio-Bar.
- 2:47Speaker 1: Leila Pedayesh, ich freue mich sehr dass wir uns heute hier in Berlin in deinem wunderschönen Büro treffen können.
- 2:53Speaker 1: Ich bin immer ein bisschen neidisch wenn ich in Berlin bin und Büros hier sehe weil bei uns in München ist man alles so tot saniert und hier sieht alles immer noch ein bisschen cooler aus.
- 3:02Speaker 1: Freut mich sehr das wir uns treffen
- 3:03Speaker 0: können.
- 3:03Speaker 0: Hallo freu mich dass du hier bist.
- 3:05Speaker 1: Ja wir wollen halt so ein bisschen reden über dein Leben.
- 3:08Speaker 1: Wir wollen ein bisschen Reden über Lala Berlin natürlich Vielleicht zum Einstieg mal die Frage warum eigentlich lala?
- 3:13Speaker 0: wegen meinem Namen Und ich habe ja auch in Münchengeliebt So wie du.
- 3:18Speaker 0: Und da waren gerade die Teletubbies ganz groß und meine Freunde, meine Verrückten haben mich dann immer zu später Stunde Lala genannt.
- 3:31Speaker 0: Als ich damals angefangen habe mit der Firma wusste ich gar nicht, wie es nennen sollte.
- 3:36Speaker 0: Irgendwie kam mein Nachname mir so kompliziert vor.
- 3:38Speaker 0: Pediasch haben auch die meisten Probleme es auszusprechen, vor allem darum weil als ich dann meinem Iran war mit meinem achtzenden Lebensjahr habe ich mein Pass verlängern lassen.
- 3:48Speaker 0: Da haben sie's komplett finnitisch umgestellt.
- 3:52Speaker 0: insofern dachte sich Peter Yesch Leila Peter Yesh und dann kam dieses Lala Und dann dazu Berlin, weil ich ein paar Föhnflaschen immer so toll fand.
- 4:05Speaker 0: Wo unten drunter Gelar Paris stand und das war ungefähr Lala Berlin.
- 4:11Speaker 0: Das ist toll!
- 4:12Speaker 0: So kam der Name zustande.
- 4:14Speaker 1: Du wolltest eigentlich mal Schauspielerin werden, habe ich gelesen.
- 4:18Speaker 1: Zumindest war das mal irgendwie dein Traum... Als ich
- 4:20Speaker 0: fünfzehn war, das fand ich so toll!
- 4:23Speaker 0: Wollte ich in die Theater gehen, weil mein Vater fand, ich sollte doch Informatik machen als AG.
- 4:28Speaker 0: Habe ich aber nicht gemacht.
- 4:29Speaker 0: Ich hab dann Fotografie gemacht.
- 4:31Speaker 1: Und dann hast du BWL studiert?
- 4:32Speaker 0: Ja
- 4:33Speaker 1: und dann haste ganz viel in den Medien gemacht ...und dann zwei tausend vier Lala Berlin gegründet.
- 4:39Speaker 1: also du hast so ganz verschiedene Bereiche eigentlich reingeschnuppert, könnte man sagen.
- 4:46Speaker 1: Hast du einfach immer gemacht was dich in dem Moment gerade begeistert hat oder war da irgendwie so ein größerer Plan dahinter?
- 4:52Speaker 1: BWL
- 4:52Speaker 0: hat mich nie begeistered.
- 4:54Speaker 0: also bwl war im Grunde genommen eine Vernunftsverantwortungsentscheidung.
- 5:01Speaker 0: ja weil irgendwie Ich sag mal als Immigrantenkind, wenn du irgendwie alles verloren hast und auch das Gefühl hast dass deine Eltern mehr oder weniger das aufgegeben haben.
- 5:15Speaker 0: Auch wenn es in gewisser Form sein musste und so viel geopfert haben um dir dein Leben eigentlich schön zu machen Hast du das Gefühl Du musst irgendwie entweder zurück geben oder denen ist auch irgendwo rechtmachen und nicht jetzt den Rebell oder den Revolutzer heraushängen zu lassen, der einfach macht was oborauf er Lust hat.
- 5:37Speaker 0: Insofern war die BWL-Entscheidung aus Liebe zu den Eltern, die eigentlich gerne im Iran ist man gerne Arzt oder nicht Elektroingenieur aber Gas- und Ölingenieur oder Anwalt.
- 5:55Speaker 0: das ging gar nicht weil meine schulischen Noten waren Nicht besonders gut, ich war total durch eine Zuckermaffung bei Abbie gemacht.
- 6:03Speaker 0: Also Arzt kommt schon mal gar nicht in Frage und der Rest hat mich auch damals nicht so wirklich interessiert.
- 6:09Speaker 0: Und BWL war dann irgendwie auf dem Stand da und dann habe ich es gemacht und dann hab' ich's zu Ende gemacht und danach war aber auch klar dass sich jetzt nicht unbedingt in einer BWLEbene Lebenslaufebene enden will oder überhaupt beginnen will.
- 6:27Speaker 0: Ich wollte jetzt nicht zu den großen Industrien und mich da in der Marketingabteilung, Finanzabteilungen egal war es auch.
- 6:33Speaker 0: Nicht zu irgendeinem Consulting-Agentur also Finanzkonsulting-Agentur gehen.
- 6:39Speaker 0: Und sofern bin ich eigentlich nach dem Studium habe ich dann im Grunde genommen mehr oder weniger gemacht was ich wollte weil oder was ich konnte Weil dann hatte ich ja das Studium sozusagen beendet und hab bewiesen ich kann auf meinen eigenen Beinen stehen Und habe dann den ersten Job angefangen und den auch recht erfolgreich.
- 6:59Speaker 0: Ich hab in London bei einer Filmproduktion gearbeitet, die haben mich dann sozusagen nach München gebracht... ...und mich gebeten der Dependants für die aufzubauen weil ich einen recht guten Job gemacht habe.
- 7:09Speaker 0: Klinken putzen war jetzt auch nichts für mich als Vertreter der Firma irgendwas aufzubauern um Kontakte zu suchen.
- 7:15Speaker 0: Dann bin ich zum Fernsehen gekommen und habe da, weil ich vorher in Einrichtung gearbeitet hatte.
- 7:22Speaker 0: während des Studiums habe ich dann bei einer wahnsinnig lustigen Fernsehformat, das hieß Leben und Wohnen.
- 7:29Speaker 0: Wir haben es Kleben und Klonen genannt.
- 7:31Speaker 0: Habe ich da gearbeitet und wir haben so ... eine Sendung hieß sie rufen an, wir kommen Da bist du dann hingegangen und hast halt die Wohnung von den Leuten irgendwie schön gemacht.
- 7:43Speaker 0: Und dann bin ich von da aus.
- 7:45Speaker 0: weitere Etappen ben dann sozusagen zur RTL Pro Sieben als Freie in der Produktionsfirma und dann bei MTV.
- 7:54Speaker 0: Und dann war da auch sozusagen die Karriere beim Fernsehen geguckt hinter den Kulissen.
- 7:58Speaker 0: nach vierenhalb Jahren, wie das alles abläuft.
- 8:01Speaker 0: Diese Geschwindigkeit mit der Leute arbeiten und auch sozusagen verbraucht werden ... ... ist meiner Ethik nicht mehr gerecht worden.
- 8:13Speaker 0: Dann hab ich gedacht jetzt mach' ich was ich will!
- 8:16Speaker 0: Und habe ich aufgehört zu arbeiten?
- 8:18Speaker 0: Ich hab meine Eltern angucken gesagt... Und zwar nichts.
- 8:25Speaker 0: Und es war eigentlich ein ganz guter Punkt im Leben und da fing im Grunde genommen die Laufbahn, die Karriere das Lala-Leben an.
- 8:38Speaker 1: Also du hast gerade von deinen ethischen Vorstellungen auch unternehmerisch quasi gesprochen was dich damals auch gestört hat an dem Unternehmen oder an dem Umfeld wo du dort unterwegs warst.
- 8:50Speaker 1: Was ist dir heute als Chefin quasi, als Unternehmerin wichtig von diesen Werten?
- 8:56Speaker 1: Also wie schaffst du es bei einem Unternehmen was ja auch durchaus recht flott wächst und inzwischen der recht große Größe erreicht hat muss man ja ehrlicherweise sagen sprechen wir gleich nochmal drüber.
- 9:08Speaker 1: Aber Wie schaffest du diese ethischen Vorstellungen die du auch an einen ein Unternehmen hast durchzusetzen in deinem eigenen Unternehmen?
- 9:18Speaker 0: Ich glaube, ich bleibe mir eigentlich immer treu.
- 9:21Speaker 0: Also ich hebe nicht ab!
- 9:23Speaker 0: Also ich fahre kein dickes Auto, trage keine fette Uhr... ...versuche auf dem Teppich zu bleiben, da bin ich auch geboren im Iran und versuch Bescheiden zu bleiben mit mir und der Umwelt umsichtig zu sein Und immer wieder mich auch zu fragen warum ich das mache und wozu es gut ist nicht das Tempo irgendwie zu schnell anzutreiben und über sieben Brücken gleichzeitig laufen zu müssen, sondern Stück für Stück.
- 9:58Speaker 0: Und so habe ich auch die Firma mit kleinster Kraft und Mühe aufgebaut.
- 10:03Speaker 0: Und klar kommt irgendwann der Step wo du mehr machen musst und klar kommt dann der Step, wo du auf einmal fünfzig Mitarbeiter hast, die du ernähren musst und die eine gewisse Größe von Wichtigkeit ist.
- 10:15Speaker 0: Nichtsdestotrotz war es für mich immer wichtig, nicht über Leichen zu laufen und vor allem nicht über meine eigene Leiche.
- 10:21Speaker 0: Und bei dies aber schon so kurz davor gewesen muss ich sagen.
- 10:27Speaker 1: Was machst du in all den Jahren, zwei Tausendvier Jahre gegründet?
- 10:32Speaker 1: Was hast Du in der Zeit gelernt um auf Dich selber aufzupassen?
- 10:36Speaker 1: also hast Du Dein Zwischenso Tipps und Tricks quasi die Du Dir angeeignet hast.
- 10:42Speaker 0: Klar, also es ist immer so in Wellen.
- 10:44Speaker 0: Am Anfang war das Bewusstsein was ich für mich wollte oder was ich aufgebaut habe und was ich damit machen wollte.
- 10:55Speaker 0: kommt der nächste Step wo du auf einmal in so ein Strudel reingerätst wo's nur darum geht zu überleben um das ganze aufrechtzuerhalten und aufzubauen und dann vergisst du so ein bisschen dein Ding.
- 11:07Speaker 0: kommt dann wieder eine Welle wo du kurz anhälzt und sagst hey Moment mal.
- 11:12Speaker 0: Dann holst du dir auch vielleicht die richtigen Leute an die Seite und vielleicht holst zu dir hier und da noch die richtige Hilfe.
- 11:19Speaker 0: Und klar, ich habe dann halt natürlich mehr hat auch geholfen dass ich zwischendurch ein Kind gekriegt hab.
- 11:25Speaker 0: das erdet dich auch nochmal und bringt dich runter.
- 11:30Speaker 0: Ich habe immer Yoga gemacht was ich jetzt wegen meiner Hüfte nicht mehr kann und ich meditiere viel.
- 11:36Speaker 0: und ja also ich glaube es ist das Bewusstsein bewusst auf dieser Erde zu sein und dich nicht zu verlieren, aber auch ich verliere mich ab und zu.
- 11:47Speaker 0: Und es geht immer darum zurückzukoppeln und dann irgendwie nochmal zu realisieren.
- 11:51Speaker 0: Warte mal!
- 11:53Speaker 0: Wenn du das glaube ich verlierst, dann ist es nicht mehr gut wenn du verlierst die Rückgrüplung sozusagen einfach mal innezuhalten und sagen Moment So nicht.
- 12:06Speaker 0: Und das brauche ich nicht, das will ich nicht und dafür lebe ich und dafür bin ich nicht bereit.
- 12:11Speaker 0: nochmal mehr und ich will auch dass meine Mitarbeiter nicht mehr.
- 12:14Speaker 0: es war immer.
- 12:16Speaker 0: Mode ist sowieso eine extrem anstrengende Industrie.
- 12:21Speaker 0: ja also alles was mit Produktion zu tun hat ist anstrendend.
- 12:25Speaker 0: aber Mode ist mit den Zeitläufen.
- 12:27Speaker 0: also denke wahrscheinlich Automobiles genauso.
- 12:30Speaker 0: die müssen alle Jedes Jahr irgendwie ein neues Auto rausbringen.
- 12:33Speaker 0: Wir müssen ständig Kollektionen herausbringen und die besteht nicht aus einem Auto, sondern die besteht aus ... ... hundertfünfzig Teilen oder hundertzwanzig Teilen.
- 12:41Speaker 0: Wenn du dann alles kleine zusammenzählst wie einen Hoch in vier Farben hast ja schon fünf Teile mehr.
- 12:47Speaker 0: Und das musst du natürlich also auch im Kopf immer wieder alles erneuern und da musst du es schon auf dich aufpassen, insofern nochmal darauf zurückzukommen... Auch für dich, auch für deine Mitarbeiter Das ist ja schon so ein Extremes.
- 13:03Speaker 0: Weißt du?
- 13:03Speaker 0: Schnell, schnell mit der Zeit und morgen muss es fertig sein also bis immer nur am Rennen.
- 13:10Speaker 0: Du musst irgendwann auch für dich andere Entscheidungen treffen.
- 13:12Speaker 0: okay dieses Jahr haben wir keine Show weil wenn wir jetzt nochmal eine Show machen dann brechen hier alle zusammen.
- 13:18Speaker 0: Weil jetzt haben wir schon so und so viele Überstunden gemacht und das waren wir alle gerne.
- 13:24Speaker 0: aber eigentlich finde ich das auch schön wo nicht jeder über alles nachdenken muss, was er jeden Tag mit sich schleppt.
- 13:36Speaker 0: Heutzutage bin ich auch so ein Oldschool-Girl am Ende.
- 13:45Speaker 0: Bei uns gab es keinen Work-Life Balance.
- 13:47Speaker 0: bei mir ist das Passionate Working ja würde ich eher sagen und das ist dann my work is my life and my Life Is My Work ohne dass irgendwie negativ nehmen zu müssen Und das finde ich eigentlich so das Wichtige, aber dass du von dem Leben, wofür du arbeitest auch tatsächlich was hast und es genießen kannst.
- 14:08Speaker 0: Das hast du in vielen Phasen oft natürlich nicht.
- 14:11Speaker 0: wenn du in diesem Zeitdruck bist die Kollektion morgen fertig dann geht der Verkauf los und dann geht die OPL, das Paket muss weggeschickt werden etc.. Da sind glaube ich so die Punkte die du immer wieder so beachten musst.
- 14:23Speaker 0: für dich und für deinen Umfeld verliess dich auch manchmal logisch.
- 14:27Speaker 0: Es gibt auch Extreme-Situationen, wo hier alle angespannt durch die Gegend ein... Ich hatte viele angespannte Momente.
- 14:34Speaker 1: Die Branche lebt ja von wahnsinniger Geschwindigkeit!
- 14:37Speaker 1: Also kommen es die eine Kollektion irgendwie auf den Markt, gibt schon wieder die nächste und übernächste und dann wird schon wieder darüber diskutiert welche Farben, Musterformen nächstes Jahr irgendwie in Mode sind?
- 14:47Speaker 1: Wie geht's dir mit dieser Wahnsinnigen Geschwindigkeit, in der du ja jetzt so viele Jahre schon drin steckst ist das was, wo du dir manchmal denkst Anders wäre vielleicht irgendwie auch schön.
- 14:59Speaker 0: Auf jeden Fall wäre es anders schön, aber schöner wär's wenn es schöner wäre?
- 15:05Speaker 0: Aber ist ja nicht!
- 15:07Speaker 0: Weil das sind ja so Mechanismen die sozusagen sich entwickeln und unbedacht ohne Bewusstsein auf einmal eine Dynamik annehmen, die kaum dann durch die weltweite Bewegung kaum jemand alleine stoppen kann.
- 15:22Speaker 0: Auch werden viele Gleichgesinnte sicherlich das gleiche denken, trotzdem ist die Industrie wie der Sklave der Masse, die das einkauft.
- 15:31Speaker 0: Das ist sehr schwer sich daraus zu nehmen vor allem wenn du auf einmal sag ich mal Ich bin ja im Kleinen wenn wir von großen Reden den nicht fünfzig sondern tausende von Mitarbeitern haben Die können jetzt nicht einfach entscheiden.
- 15:45Speaker 0: Weißt du, was ich mache?
- 15:46Speaker 0: Nur noch eine Kollektion und ich mach nur noch eine Collection immer mit der gleichen Hose oder dem gleichen Ding weil das ist mein Look!
- 15:55Speaker 0: Es machen viele in gewisser Form klar aber es machen nicht alle und wenn sich der Kunde an etwas gewöhnt hat dann will er's wieder so haben.
- 16:04Speaker 0: Er ist sowieso verwöhnt.
- 16:08Speaker 0: Teil schnell überdrüssig.
- 16:09Speaker 0: Wir leben ja auch in dieser Gesellschaft, wo es von allem genug gibt und zu viel gibt.
- 16:14Speaker 0: Und dann ist man relativ schnell
- 16:15Speaker 0: übertrussig.".
- 16:17Speaker 0: Insofern ist das schwer.
- 16:18Speaker 0: also ich hätte gerne dass es anders wäre und ich sage das auch oft nicht so.
- 16:23Speaker 0: trotz hänge ich an dieser Industrie und bin alleine etwas kraftlos um das komplett umzuwenden.
- 16:30Speaker 0: Also suche ich schon manchmal hier unter Wege.
- 16:33Speaker 0: Nichtsdestotrotz kommt der Verkauf und sagt ne wir brauchen nochmal neues Modell.
- 16:39Speaker 0: Können wir das jetzt mal vier Jahre verwenden?
- 16:43Speaker 0: Der Kunde, nee, das habe ich aber schon zweimal gesehen.
- 16:46Speaker 0: Ja, kannst auch einen Traps mal sehen!
- 16:49Speaker 0: Ich ziehe bestimmte Sachen hundertmal an.
- 16:52Speaker 0: Ich frage zum Beispiel seit zwanzig Jahren das gleiche Auto.
- 16:56Speaker 0: Gut ist mit Mode ein bisschen anders, schnelllebiger... Klar und irgendwann möchtest du ja auch was Frisches.
- 17:02Speaker 0: Ich kann natürlich davon sprechen weil ich hier so voll geladen bin mit all dem.
- 17:08Speaker 0: Aber ich glaube dass wir da draußen schon gerne immer diesen Wechsel haben und immer wieder was Neues.
- 17:14Speaker 0: So früher haben sie auch noch Kartoffeln gegessen, sag ich mal.
- 17:17Speaker 0: Heute kannst du ja mal gucken rechts und links, wo es alles an Variationen und Vielfalt des Essens
- 17:22Speaker 0: gibt.".
- 17:23Speaker 1: Jetzt hat die Pandemie uns ja alle im vergangenen Jahr so ein bisschen ausgebremst in vielerlei Hinsicht und natürlich den Einzelhandel sehr ... Also der Einzelhandel hat sehr darunter auch gelitten und natürlich dadurch auch so ein Stück weit die Modebranche.
- 17:41Speaker 1: Wir haben alle gesehen, dass man irgendwie ja eigentlich nur noch ein vernünftiges Oberteil braucht.
- 17:46Speaker 1: So ungefähr damit man vor der Webcamp gut aussieht und konnte kaum Menschen treffen.
- 17:51Speaker 1: Glaubst du denn das ist, dass diese ganze Pandemie und alles was da mit zusammenhängt?
- 17:57Speaker 1: Und was das an Veränderungen auch gebracht hat?
- 18:00Speaker 1: Dass manche diese Dinge gerade was was Mode was den Einzelhandel angeht, dass da irgendwelchen nachhaltigen Veränderung bleiben werden?
- 18:09Speaker 0: Ich glaube schon, dass es beim gewissen Prozentsatz einen nachhaltigen Effekt gibt.
- 18:19Speaker 0: Nichtsdestotrotz glaube ich das die Masse, das so nicht aufnehmen wird.
- 18:25Speaker 0: Die Hoffnung ist da, aber ich glaube, dass die große Masse trotzdem ausgehungert ist und immer noch mehr will.
- 18:33Speaker 0: also einmal die ganz große Maske als auch die kleine Minderheit Die kann auch noch nicht genug kriegen.
- 18:42Speaker 0: Das heißt, es gibt sicherlich Hoffnung in der Mitte aber ich schätze die ist nicht groß genug um komplett etwas zu wandeln, so meine Meinung.
- 18:53Speaker 1: Es gibt in der Branche ja auch diese zwei Extreme auf der einen Seite die wahnsinnig billige und nutzt das Wort ganz bewusst diese Wahnsinnig Billige Mode, die man überall bekommt sehr günstig auch produziert wird, wo sehr wenig auf Nachhaltigkeit geachtet wird.
- 19:12Speaker 1: Und auf der anderen Seite die Brands, die auch sehr Aufnachhaltigkeit achten und versuchen da irgendwie einen zumindest vertretbaren Footprint irgendwie zu hinterlassen.
- 19:24Speaker 1: Glaubst du dass sich das auch noch mal so ein Stück weit in die Nachhaltigkeiten hineinschieben wird.
- 19:30Speaker 1: oder brauchen wir diese billige Mode auf der Anderen Seite auch irgendwie um überhaupt den Bedarf zu decken?
- 19:36Speaker 0: Also ich glaube, wenn wir wirklich ehrlich sind würden wir den Bedarf einfach mit second hand schon mal decken können für die nächsten paar Jahre.
- 19:42Speaker 0: Bräuchten gar nicht so viel.
- 19:44Speaker 0: aber das ist ja was ich meine.
- 19:45Speaker 0: also Die Masse, die Masse konsumiert Ist vielleicht weniger interessiert oder aufgeklärt.
- 19:53Speaker 0: manchmal denke Ich dass es Nicht diesen diesen diesen switch gibt.
- 20:01Speaker 0: nicht sehr so Trotz.
- 20:02Speaker 0: die nachhaltigkeit wird Für alle wichtig und auch So.
- 20:06Speaker 0: die nächste Generation, die nachkommt, nimmt es auch wichtiger und wichtiger gerade in bestimmten Segmenten.
- 20:15Speaker 0: Allerdings wenn du dir anschaust was irgendwie auf einmal aus China heraus kommt wo die Teile fünf Euro zwanzig kosten, wo die Kids heutzutage den ganzen Teenager das auch gerne konsumieren weil dann können sie noch mehr haben da bist du am Zweifeln wie wirds funktionieren?
- 20:31Speaker 0: Wann gibt es eine Ballon?
- 20:32Speaker 0: Es bricht das eine zusammen und das andere nicht.
- 20:35Speaker 0: Ich finde es sehr schwer zu beantworten, weil das ja auch weltweite Mächte sind sozusagen.
- 20:42Speaker 0: Also die Zusammenspiehe und da ist... Die Verzweigung zu uns allen jetzt so groß.
- 20:49Speaker 0: Es gibt nicht nur Europa und Amerika.
- 20:52Speaker 0: Indien ist mit einer Power und China ist damit eine Power.
- 21:01Speaker 0: Wir sind jetzt ein World Wide Web!
- 21:04Speaker 0: sozusagen, indem wir alle schwimmen.
- 21:07Speaker 0: Und da ist es schwer zu sagen, okay ab morgen gibt's die ganzen großen Einzelhändler nicht mehr, die auf Masse gehen und billig produzieren weil keiner das mehr konsumiert.
- 21:20Speaker 0: Ich wünschte es mir, weil ich darin auch das Bewusstsein sehe dass jeder mit sich trägt und mit sich bringt gegenüber dem was er konsumert und gegenüber den was er produziert und rausgibt Und den Sinn dessen, warum er das macht.
- 21:37Speaker 0: Für was er es macht?
- 21:39Speaker 0: Für wen er das Macht ist eigentlich nur fürs Konto und für's Grab?
- 21:44Speaker 0: oder ist es eigentlich für die Gesellschaft und für das Jetzt und für hier und für die Menschheit.
- 21:53Speaker 0: Das haben wir ja schon seit zweitausendundzwanzig Jahren noch nicht beantwortet diese Frage.
- 21:58Speaker 0: Insofern weiß ich nicht ob wir es nach dem Covid so schnell beantworten werden können vor allem in der Geschwindigkeit, wie wir gerade wachsen.
- 22:07Speaker 0: Also ich glaube, wir haben in den letzten zehn oder zwanzig Jahren fast genauso viel mehr Menschen gehabt als die letzten zweitausend Jahre.
- 22:17Speaker 0: Wenn ich mich nicht irre?
- 22:18Speaker 0: Ich weiß nicht von vier auf acht Milliarden.
- 22:21Speaker 0: Ich glaube vielleicht muss mich korrigieren.
- 22:23Speaker 0: Vielleicht waren es auch dreißig Jahre.
- 22:25Speaker 0: Ich weiß das nicht.
- 22:25Speaker 0: Vielleicht fünfzig Jahre aber die Geschwindigkeiten des Wachstums ist immens!
- 22:30Speaker 1: Ihr produziert einen Großteil eurer Produkte, eurer Waren in Europa und du beweist damit ja auch so ein Stück weit dass es ja anders geht.
- 22:39Speaker 1: Also man kann ja durchaus auch nachhaltiger produzieren.
- 22:43Speaker 1: Man muss das nicht ganz so schnelllebig machen.
- 22:46Speaker 1: Man kann es auch hochwertig hier in Europa machen und man kann trotzdem im Unternehmen aufbauen was sich trägt und das erfolgreich ist.
- 22:54Speaker 0: Ich muss dir allerdings sagen dass wir auch nach haltig und hochwertige in China produzieren Und ich sage immer wieder dazu, dass die Löhne in China längst nicht mehr das sind, was sie vor zehn, zwanzig Jahren waren.
- 23:08Speaker 0: Weil auch da hat sich das Fenster geöffnet und die Menschen sehen, was außen rechts links passiert und wollen eigentlich ähnliche Standards haben wie wir es leben.
- 23:17Speaker 0: Das heißt, da ist auch keiner mehr bereit für Sklavenlöhne vierundzwanzig Stunden zu arbeiten sondern das hat sich sehr auf ein Level gebracht, dass unseren europäischen Verhältnissen Nicht gleich kommt, aber schon ähnlich kommt.
- 23:32Speaker 0: Nur dass die halt eine Masse haben und mit der Masse natürlich schneller und anders produzieren können als wir hier.
- 23:40Speaker 0: Und ich glaube auch, dass du sicherlich hier Produzenten findest, mit denen du gut produzieren kannst – und ich wünschte mir, dass es mehr Produktionsstätten gäbe, die kleinere Stückzahlen anbieten weil das würde den ganzen Druck auch rausnehmen überhaupt große Stückzahlen produzieren zu müssen!
- 23:59Speaker 0: Aber der Mode Zyklus bzw.
- 24:02Speaker 0: der Entwicklungszyklus für einen Teil, ich sage ja immer wenn wir eine Sache anfassen dann fassen wir das mindestens zwanzigmal an weil von der Zeichnung und der Idee bis zur Zeichnung und dem ersten Muster bis zum Verkaufsmuster haben wir das schon mindestens acht mal hin- und hergeschoben angeschaut und da geht es in den Verkaufen dann kommt's wieder dann wird wieder nochmal dran gearbeitet dann wird gradiert dann kommen die verschiedenen von XS bis L. Also es wird so oft angefasst, dieser Zyklus ist halt extrem aufhändig.
- 24:36Speaker 0: deswegen müssen natürlich wiederum die Produktionsstätten damit das sich nicht für die auch lohnt weil sie das ja genauso oft anfassen müssen müssen die theoretisch auch und die Maschinen unabhängig vom Setup der Maschine und wie Sie laufen damit sie effektiv sind müssen sie so viel wie möglich produzieren damit sich das eine Stück was sie einmal angefasst haben am besten tausend, zweitausend, dreitausend und fünftausend Mal produzieren.
- 25:04Speaker 0: Und nicht nur – ich finde es schön auch mal fünfzig Produzien zu können!
- 25:09Speaker 0: Das geht schon in Europa, dass du so fünfzig Teile produzierst aber dadurch zahlst du natürlich auch höhere Preise.
- 25:17Speaker 0: Also das ist ja die klassische, umso mehr du produzierest, um so günstiger wird's in der reinen Produktion.
- 25:25Speaker 1: Wenn jetzt jemand noch ... ... gar nie was von Lala Berlin gehört hat.
- 25:29Speaker 1: Dann
- 25:29Speaker 0: sollte er sich echt schämen.
- 25:31Speaker 0: jetzt, ja?
- 25:32Speaker 0: Ganz ganz ganz gewaltig!
- 25:34Speaker 0: Und auf www.lalaberlin.com nachschauen und nächstes Mal einen schönen Gruß schicken, dass ihr mich jetzt kennt.
- 25:40Speaker 1: Aber wie würdest du wenn du wirklich den Style, den ihr habt Den Style der Marke Wie würdest Du den beschreiben Wenn du ihn jetzt wirklich so ganz knapp zusammenfassen müsstest quasi die DNA der Brand?
- 25:54Speaker 0: Letzige Grußstadtmode Das waren jetzt so drei Worte.
- 25:59Speaker 0: Ja, also würde ich jetzt sagen... Ich kann eigentlich da immer noch mehr und mehr erzählen aber das wäre schon großstädtisch lässig und ja ungezwungen.
- 26:12Speaker 0: Ungezwung!
- 26:13Speaker 0: Man fühlt sich wohl.
- 26:14Speaker 1: Als du damals angefangen hast, du bist ja jetzt keine ausgebildete Designerin und du hast dir davor auch nichts in der Richtung gemacht wie schwierig war das für dich da reinzufinden?
- 26:25Speaker 1: Auch in das Designen, das Gestalten dann auch das Zeichnen der Stücke.
- 26:31Speaker 0: also ich sage immer Ich bin eine Krage.
- 26:33Speaker 0: Ich habe einen Kopf und in der Zwischenzeit mehr als acht Arme.
- 26:36Speaker 0: Ich kann aber nur die acht arme bedienen.
- 26:38Speaker 0: Ich kan eigentlich nicht.
- 26:41Speaker 0: Ich hol mir die Leute, die das können.
- 26:43Speaker 0: Also zeichnen tue ich immer noch nicht, bin halt ein kreativer Kopf der dann Sachen umsetzt.
- 26:48Speaker 0: Tatsächlich habe ich die ersten zwei drei Kollektionen selber gemacht aber da bin ich auch mit einer Idee zum Produzenten hab dem das erklärt hat einen Muster dabei so dass soll der Ausschnitt dahin.
- 26:58Speaker 0: das sollte es sein.
- 26:59Speaker 0: und dann arbeitet man sich sozusagen ran und irgendwann holst du dir ein Team mit dem du zusammenarbeitest und so entwickelt sich das.
- 27:07Speaker 0: und ich fand's am Anfang Ehrlich gesagt habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht, weißt du?
- 27:14Speaker 0: Wenn Du einfach machst und machst und machst ist kommt und das auch irgendwie mit Enthusiasmus und ohne viel nachdenken.
- 27:22Speaker 0: Und ohne viel Druck und ohne ein Ziel zu haben.
- 27:25Speaker 0: Einfach machst dann.
- 27:27Speaker 0: Läufst Du und läufst du und du merkst gar nicht dass du läufest sondern du läuchst gerne.
- 27:31Speaker 0: Erst wenn Du anfängst drüber nachzudenkst, dass Du jetzt müde bist fängst Du an.
- 27:34Speaker 0: Weißt Du denkst Du oh!
- 27:37Speaker 0: Man kann schon lang gelaufen also... Da ist es eher so dieses unbewusste Machen, aber mit Freude machen und mit Spaß machen.
- 27:46Speaker 0: Insofern habe ich das nie als schwer empfunden.
- 27:49Speaker 0: erst irgendwann in der Mittelfase wo's darum ging Netzwerke zu haben oder wie produziere ich?
- 27:54Speaker 0: Wo was?
- 27:55Speaker 0: Es ging immer mehr um das technische Know-how was zum Beispiel in Berlin nicht angesiedelt war oder was man sich auch hier nicht sehr leicht kaufen konnte.
- 28:03Speaker 0: oder Als es darum ging ok internationalisierung ja nein Wie machst du das?
- 28:09Speaker 0: Wie sieht das aus?
- 28:11Speaker 0: Das waren so, glaube ich die Sachen, die irgendwie eher gefehlt haben.
- 28:15Speaker 0: Wo ich nicht gehadert habe aber wo ich Schwierigkeiten gesehen habe.
- 28:19Speaker 0: Wo du aber auch natürlich Leute findest, die dich dann irgendwann unterstützen.
- 28:22Speaker 0: Du musst dir ein Grunde genommen wenn eine Firma aufbaust, die kannst du nicht alleine aufbauen.
- 28:27Speaker 0: Es geht nicht!
- 28:28Speaker 0: Also it's never a one-man show es sei denn du stehst allein auf der Bühne und bist komediant.
- 28:33Speaker 0: Ja also ansonsten brauchst du für alles Aber auch der braucht einen Manager Der braucht das Licht.
- 28:38Speaker 0: Also jeder braucht irgendwie die Zusammenarbeit mit anderen und wenn du das nicht frühzeitig erkennst, dann bist du wahrscheinlich relativ schnell weg.
- 28:46Speaker 1: Inzwischen seid ihr ein Team von rund fünfzig Mitarbeitern seit schon lang auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt... Ja also
- 28:55Speaker 0: schämt euch Münchner, wenn ihr mich nicht kennt!
- 28:58Speaker 1: Und habt euch da wirklich einen Namen gemacht?
- 29:01Speaker 1: Was sind denn eigentlich deine persönlichen Ziele wo du gerne noch hin würdest mit Lala Berlin?
- 29:07Speaker 0: Ach, das fragt man mich so oft.
- 29:08Speaker 0: Aber ich finde es auch... Also klar hat man Ziele, also ich war vorbei.
- 29:15Speaker 0: Ich find's eigentlich immer ganz schön in den Tag hinein zu arbeiten und zu leben.
- 29:19Speaker 0: Und für die Ziele und für all das habe ich mir tatsächlich jetzt eine Geschäftsführerin geholt und die macht das Business.
- 29:26Speaker 0: Die soll sich die Gedanken darüber machen!
- 29:28Speaker 0: Ich mach das Schöne und das Kreative und mache Interviews mit dir.
- 29:31Speaker 0: Das finde ich viel schöner.
- 29:35Speaker 0: Tatsächlich war ... Ich habe jetzt nicht den Traum, weltweit überall ein Laden zu haben.
- 29:42Speaker 0: Weißt du so als du anfängst und siehst wie das und das irgendwo aufpoppt?
- 29:45Speaker 0: Und dann denkst du ach's wär schön hier in Laden zu haben da an Laden zahm aber ist überhaupt nicht so.
- 29:51Speaker 0: ich bin froh dass es gut läuft.
- 29:53Speaker 0: Bin froh die Leute Lala Berlin gerne konsumieren.
- 29:56Speaker 0: also unsere Kunden sind alles total glücklich und zufrieden.
- 29:59Speaker 0: Ich bin froh, wenn ich Leute auf der Straße sehe.
- 30:01Speaker 0: Die Lala tragen noch vor.
- 30:03Speaker 0: Wenn die Frau auch noch toller drin aussieht und ich denke ist die sexy und sieht die gut aus.
- 30:09Speaker 0: Bin ich noch froh.
- 30:10Speaker 0: aber so jetzt das Ziel irgendwie die Millionengrenze zu erreichen oder... Das habe ich nicht!
- 30:17Speaker 1: Gab es eigentlich irgendwann so einen Schlüsselmoment, wo du gesagt hast ja das funktioniert jetzt wirklich.
- 30:22Speaker 1: Also wo du gemerkt hast dass ist jetzt nicht nur eine gute Idee und was dir Spaß macht sondern wo Du gemerkt Hast das funktioniert auch wirtschaftlich irgendwie?
- 30:31Speaker 0: Das hat lange gedauert.
- 30:32Speaker 0: die wirtschaftliche Erkenntnis dass es läuft Nee, das hat tatsächlich lange gedauert.
- 30:38Speaker 0: Weil du steckst natürlich alles was du hast immer wieder rein und rein und ein.
- 30:43Speaker 0: Und bis irgendwann mal der Rubel rollt dauert es zumindest in der Industrie, zumindest in diesem Business, was ich aufgebaut habe.
- 30:51Speaker 0: Es gibt auch andere die machen's mit einem Schnipp und da funktioniert es.
- 30:55Speaker 0: Gibt ja so viele Beispiele aus dem Startup-Business oder gerade im Online Bereich.
- 31:02Speaker 0: zack gemacht haben und es ist gerollt, gerolltt.
- 31:05Speaker 0: Gerollt allerdings auch die.
- 31:07Speaker 0: um größer zu werden müssen sie natürlich die rollenden Rubels wieder reinstecken.
- 31:13Speaker 0: aber es wird sich weil du fragst gab's einmal so einen Moment wo du gedacht hast das läuft immer wenn ich eine Modenschau gemacht habe.
- 31:19Speaker 0: mein Freund Basti hat immer gesagt jetzt hast du es geschafft.
- 31:25Speaker 0: jetzt hast Du es geschafft.
- 31:26Speaker 0: Lele jedes mal nach einer Mundschau.
- 31:28Speaker 0: das war immer so.
- 31:30Speaker 0: ja irgendwann mussten wir beide immer lachen.
- 31:32Speaker 0: Das hast du geschafft, das war die beste Show.
- 31:36Speaker 0: Aber ja...ne.
- 31:39Speaker 0: Ja!
- 31:42Speaker 1: Wir haben eine Sache, wahrscheinlich vielleicht noch ein paar andere aber wir haben auf jeden Fall eine Sache gemeinsam.
- 31:48Speaker 1: Wir haben nämlich im selben Jahr gegründet.
- 31:49Speaker 1: damals, in dem Jahr zwei Tausend vier.
- 31:51Speaker 0: Du bist nicht so altwähig?
- 31:52Speaker 0: Du siehst viel jünger aus.
- 31:53Speaker 1: Bisschen vielleicht jüngerer, ja.
- 31:55Speaker 0: Hast dich gerade gehalten oder viel jungen?
- 32:00Speaker 1: Also von dem her, ich fand das ganz lustig.
- 32:02Speaker 1: Weil damals als wir gegründet haben hat eigentlich noch keiner über Start-ups gesprochen und es war dieser ganze Hype noch nicht da und ist halt auch keine... also ich weiß nicht wie's dir geht aber ich wär damals nie auf die Idee gekommen, mich irgendwie als Gründer zu bezeichnen oder auf irgendwelche Networking-Gründerevents zu gehen oder sowas.
- 32:21Speaker 1: Fühlst du dich eigentlich inzwischen als so Startup-Gründerin im Rückblick?
- 32:27Speaker 1: Nein
- 32:27Speaker 0: überhaupt gar nicht!
- 32:28Speaker 0: Aber Ich weiß noch, als ich sozusagen auf Finanzsuche war.
- 32:33Speaker 0: Sowohl bei den Banken als da gab es schon dieses Wort Startup und dann Venture Capital und alles Mögliche.
- 32:42Speaker 0: Und fand ich immer so komisch und nicht so.
- 32:45Speaker 0: ja seit zehn Jahren immer noch von Start up aber ich hab doch gar nicht angefangen oder jetzt kein Start Up!
- 32:51Speaker 0: Aber ich glaube, all diese Schlagworte als auch Gründer und diese jungen Menschen – also Gott sei Dank auch junge Leute die mit Ideen sozusagen sich verwirklichen kam.
- 33:02Speaker 0: in den letzten Jahren ist das ziemlich groß geworden.
- 33:06Speaker 0: Letztens gibt es ja auch so Sendung im Fernsehen wo dann so Gründern oder Leute mit Ideien sozusagen hingehen und sich Finanzinvestoren suchen um ihre Idee zu verwirklichen.
- 33:16Speaker 0: Das gab's natürlich vor dreißig Jahren nicht so!
- 33:18Speaker 0: oder vor vierzig Jahren.
- 33:19Speaker 0: Da gab es dann den Papi, der hatte das Business, da wurde es weitergegeben und das ging dann von Hand zu Hand.
- 33:26Speaker 0: Und dann gab's Einzelhändler die mal was aufgemacht haben und größer gemacht haben.
- 33:29Speaker 0: aber so dass ist auf einmal irgendwie auch da, ne?
- 33:32Speaker 0: So viele Firmen neu gibt mit neuen Ideen.
- 33:35Speaker 0: Auf-und ab!
- 33:36Speaker 0: Da gabs glaube ich eine nachhaltigere Stätigkeit und das ist ja auch etwas also... Mich gibt's jetzt seit zwanzig Jahren, in der Zeit gab es sicherlich ganz viele Fashion-Startups die nicht mehr leben.
- 33:49Speaker 0: Ich glaube dass das also für mich zumindest wichtig ist, nicht dass sich diese Firma für meine Tochter oder ihre Tochter gegründet hätte aber dass das eigentlich auch wichtig ist und dann nicht so schnell.
- 34:01Speaker 0: ich wollte ich wollte auch nicht so den Big Boom Bang machen und dann wieder runter gehen weil das sind ja auch Wellen Trendwellen, Erfolgswellen lieber stetig.
- 34:12Speaker 1: Die war auch nachhaltiges Unternehmen, was besteht und nicht nur mal kurz für ein paar Jahre.
- 34:18Speaker 1: Ja
- 34:18Speaker 0: aber irgendwas verbrennt auf dem Weg.
- 34:21Speaker 0: Entweder du selber deine Mitarbeiter der Fame, der Rom die Idee und du brauchst immer wieder Luft und Atem um irgendetwas Neues im Geiste entwickeln zu lassen.
- 34:34Speaker 1: Was würdest du heute machen, wenn du Lala Berlin nicht gegründet hättest und irgendwo auf einer grünen Wiese stehst?
- 34:41Speaker 1: Und die Möglichkeit hätt es zu tun und zu lassen was immer du möchtest.
- 34:45Speaker 0: Ich würde auf der grünen Wiese stehen bleiben tatsächlich da und wird mir ein Liegestuhl aufsetzen vielleicht noch einen Schirm.
- 34:52Speaker 0: Wird mir ein Buch und ein Drink in die Hand nehmen und da sitzen bleiben und mal den Himmel mit mir anschauen.
- 34:57Speaker 0: Ich glaube das würde ich machen
- 34:58Speaker 1: eigentlich auch ganz schön!
- 34:59Speaker 1: Ja.
- 34:59Speaker 1: Ich danke dir sehr für die ganzen vielen Einblicke.
- 35:02Speaker 0: Sehr gerne Das war es leider schon.
- 35:06Speaker 0: Die letzte Runde ist
- 35:07Speaker 1: ausgetrunken,
- 35:08Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 35:10Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören!
- 35:12Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn
- 35:16Speaker 1: du die
- 35:16Speaker 0: Bar verlässt aber vergiss auf
- 35:18Speaker 1: keinen Fall den abonnieren
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