Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Putins Härtetest, Trumps Friedensversuch und Merz’ Balanceakt
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- Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler aus. Das ist Rambo Zambo, der Merz-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Direkt aus der Funke-Zentralredaktion. Herzlich willkommen bei Rambo Zambo, der Podcaster-Funke-Mediengruppe über den Bundeskanzler. Wir sprechen hier einmal in der Woche über Friedrich Merz und die schwarz-rote Bundesregierung. Was gibt es Neues beim Bundeskanzler? Was muss man über Friedrich Merz wissen? Wir, das sind Vivian Valentiner und Philipp Luther, NachrichtenredakteurInnen am gemeinsamen Newsdesk der Berliner Morgenpost und der Funke Zentralredaktion. Wir vertreten heute bei Rambo Zambo die Kolleginnen Julia Emrich und Carlotta Richter. Als News-Junkies sind wir vor allem im Tagesgeschäft unterwegs und saugen auf, was es Neues gibt in der Welt. Und da hat sich ja in den letzten Tagen einiges bewegt. Deswegen werfen wir heute einen Blick auf die Außenpolitik der Bundesregierung. Einsteigen wollen wir aber mit einer ganz anderen Geschichte, nämlich Vivian. Du warst vergangene Woche in Norwegen. Was hast du denn da erlebt? Ja, ich war auf dem größten Flugzeugträger der Welt, dem US-amerikanischen Kriegsschiff USS Gerald R. Ford. Und das war ziemlich beeindruckend, muss ich sagen. Also so ein riesiges Schiff auch zu sehen, so einen Flugzeugträger zu sehen. Ich war da mit mehreren JournalistInnen und etwa einen halben Meter von uns entfernt Und sind da Kampfjets gestartet und gelandet. Und das mal zu erleben, das war einfach beeindruckend. Die Ford, das ist ja auch, das kann man schon so sagen, so eine stehlernde Machtdemonstration von den Amerikanern. Und was man nicht vergessen darf, das ist auch eine der größten Waffen der Welt. Man kann da eine große Menge an Waffenmunition lagern. Und ja, das Schiff war auch ziemlich teuer. Vielleicht muss man das auch nochmal erwähnen. Das hat rund 13 Milliarden US-Dollar gekostet. Fast doppelt so viel wie der Flughafen BER. 13 Mal so viel wie die Elfphilharmonie in Hamburg. Nur um das mal ins Verhältnis zu setzen. Und dieser Flugzeugträger ist auch eine schwimmende Stadt. Die hat Platz für mehr als 4.500 Soldatinnen und Soldaten mit allem, was halt so dazu gehört, einem Café, Friseursalon, Postabend, einer Bücherei, einem Geschäft und fünf Fitnessstudios. Und obendrauf ist dann die Start- und Landebahn für Kampfflugzeuge. Aber insgesamt gibt es Platz für etwa 90 Flugzeuge. Warum warst du dort? Als wir an Bord waren, war der Flugzeugträger im Auftrag der NATO unterwegs. 13 NATO-Nationen haben sich letzte Woche mit 20 Schiffen, mehreren U-Booten, Spezialanheiten und Flugzeugen und insgesamt mehr als 10.000 Soldaten auf den Ernstfall vorbereitet. Es wurde also geschaut, ob sie im Fall eines Angriffs zusammenarbeiten könnten. Das Ganze hier ist Neptune Strike. Und wurde offiziell als NATO-Aktivität deklariert. Das war dem NATO-Sprecher sehr wichtig, das zu betonen, dass das technisch gesehen jetzt keine Übung ist, sondern soll halt suggerieren, wir machen was. Und der größte Flugzeugträger der Welt, der war auch daran beteiligt und lag zu dem Zeitpunkt in der Nordsee. Irgendwo zwischen Norwegen und Dänemark waren wir. Okay, und wie seid ihr da hingekommen? Ja, wir sind geflogen tatsächlich mit einem Militärflugzeug. Das war auch das erste Mal, dass ich an Bord von dieser Art von Flugzeug war. Es war ein aufregender Flug. Also man sitzt da rückwärts drinnen, also entgegen der Flugrichtung, hat eigentlich kein Fenster. Es gibt zwei Fenster, aber da saßen andere Leute. Und das ist ein ganz anderes Gefühl einfach. Und wir sind auf einem Flugzeugträger gelandet. Also wir wurden von diesem Fangseil aufgefangen. und am Ende sind wir dann auch mit diesem Katapult-Start gestartet. Wow, klingt total aufregend. Jetzt war die NATO da beim Üben oder bei einer Aktivität. Hat das denn einen Zusammenhang zu dem, was in der letzten Woche so oder in den letzten Wochen außen- beziehungsweise sicherheitspolitisch in Europa so los war? Ja, also offiziell nicht. Offiziell war das schon lange vorher geplant, diese NATO-Aktivität. Also im Jahr 2020 wurde das mal ins Leben gerufen sozusagen und dann immer verschiedene Durchläufe geplant. Man kann aber schon sagen, dass das natürlich jetzt eine besondere Brisanz hatte, diese Aktivität, auch vor allem, was sicherheitspolitisch so los war in den vergangenen Tagen und Wochen. Und das hat man auch gemerkt. Also natürlich hat man sich bemüht an Bord, das nicht zum Thema zu machen, aber allen JournalistInnen, die da waren, war ja natürlich klar, wir müssen darüber sprechen, was halt passiert ist in den vergangenen Wochen. Ja, was ist passiert in den vergangenen Wochen? Wir wissen das wahrscheinlich alle noch. Die russischen Drohnen, die Anfang September in Polen und Rumänien zum Beispiel gesichtet wurden, dann haben Kampfjets den estnischen Luftraum verletzt. Die deutsche Fregatte Hamburg wurde in der Ostsee zweimal von einem russischen Militärflugzeug in niedriger Höhe, also unter 100 Metern, überflogen. Im weiteren Verlauf der letzten Woche sind dann auch noch Drohnen über Schleswig-Holstein geflogen. Also ich könnte da jetzt noch viele weitere Fälle aufzählen. Was viele Menschen direkt betroffen haben dürfte, das sind die Drohnen über den Flughäfen von Kopenhagen und Oslo in der vergangenen Woche. Die gehen sehr wahrscheinlich auch auf Russlands Konto. Und hunderte Flugzeuge konnten deshalb Anfang der Woche gar nicht starten und landen. Und vergangenen Donnerstag war der Flughafen in Kopenhagen dann wieder mehrere Stunden lahmgelegt. Mittlerweile ist sehr wahrscheinlich, dass das von Russland einfach ausgeht. Und wie reagiert die NATO bzw. dann wie reagiert die Bundesregierung und Friedrich Merz auf diese Vorkommnisse? Genau, NATO-Generalsekretär Mark Rütte hatte natürlich dann Russland auch gewarnt, weitere Luftraumverletzungen zu begehen und hat dann immer wieder betont, dass es diesen Willen zur Verteidigung gibt der NATO-Staaten. Es gab dann auch so eine gemeinsame Mitteilung von den NATO-Staaten. Ja, für Russland soll kein Zweifel bestehen. Die NATO und ihre Verbündeten werden im Einklang mit dem Völkerrecht alle notwendigen militärischen und nicht militärischen Mittel einsetzen, um sich zu verteidigen und wollen auch alle Bedrohungen aus allen Richtungen abwehren. Trump hatte ja Anfang vergangener Woche auch gepostet auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social, dass er russische Jets bei Luftraumverletzungen abschießen lassen will. Ganz so einfach ist das jetzt natürlich nicht. Aber dort ist er auch nach unserem Bundeskanzler gefragt. Friedrich Merz hat sich ja in den vergangenen Wochen außenpolitisch eher zurückgehalten. Er hat aber die Ankündigung der NATO bekräftigt, entschlossen gegen weitere russische Luftraumverletzungen über ihrem Gebiet vorzugehen. Er sagte da Zitat, wir werden es nicht zulassen, dass diese Übergriffe weiter stattfinden und man werde Zitat alle Maßnahmen ergreifen, die notwendig sind, wirksame Abschreckung auch gegen diese Luftraumverletzung, gegen diese Übergriffe, so hat er die genannt, durch die russische Armee zu unterbinden. Das sind ja durchaus martialische Worte, die der Kanzler da wählt. Schießen wir jetzt dann russische Drohnen, russische Flugzeuge ab? Ja, ob er damit jetzt einen Abschuss russischer Kampfjets meint, das sagt Merz nicht. Darum geht es jetzt vielleicht auch erstmal nicht und es könnte jetzt auch wieder ein Streit zwischen den Koalitionspartnern vom Zaun brechen. Die CSU hat diese Abschüsse ja ins Gespräch gebracht, die SPD warnte vor einer Eskalation. Okay, aber russische Drohnen, du sprachst da recht viel darüber oder vermeintlich russische Drohnen, ist das jetzt in Deutschland ein Szenario, mit dem wir rechnen müssen, mit dem die Bundesregierung rechnen muss? Die Frequenz, mit der Putin die NATO-Staaten testet, das ist ja mittlerweile total schwindelerregend, kann man sagen. Und es gibt jetzt eigentlich keine Hinweise darauf, dass das so schnell aufhört. Auch die Innenbehörden sagen, dass das Risiko von Drohnenattacken deutlich zunimmt. Und dafür braucht es eigentlich einen konkreten Plan. Die Frage ist, ob Deutschland den hat. Aber die Frage ist auch, ob Deutschland jetzt ganz oben auf der Liste steht. Wobei wir ja auch gesehen haben, dass russische Drohnen in Schleswig-Holstein kritische Infrastruktur überflogen haben, vergangene Woche. Also müssen wir uns Sorgen machen. Ja, unser Kollege Christian Kerl hat vor ein paar Tagen ein Interview mit dem Außenminister Wadephul geführt und ihn auch gefragt, wie besorgt er ist über diese ganze Situation. Da sagt Wadephul, wenn wir unbesorgt wären, dann wären wir unaufmerksam. Das können wir uns jetzt nicht erlauben. Das heißt jetzt aber alles nicht, dass man sich vor Sorge zerfressen lassen muss, sagt er, sondern Deutschland muss quasi aufmerksam sein und reaktionsfähiger werden. Russland testet die NATO, will Unruhe stiften. Also Putin will ja, dass die Menschen sich Sorgen machen. Und die beste Antwort darauf wäre, sagt Wadephul, ruhig bleiben. War es aber leider auch, dass Deutschland nicht so gut aufgestellt wäre, zum Beispiel jetzt gegen Drohnen, mit denen Putin provozieren könnte. Es braucht da noch rechtliche Sicherheit. Unter anderem, wer in so einem Fall zuständig wäre, also die Bundeswehr oder Landes- oder Bundespolizei und mit welcher Technik man dann zum Beispiel die Drohnen abschießen könnte. Und ja, international macht man sich da jetzt, also reagiert man jetzt schon auf diese neue Situation. Die NATO will jetzt an der Ostflanke reagieren und die Länder, die direkt an Russland und Belarus grenzen, wollen die strengere Einsatzregeln verabschieden, zusätzliche Verteidigungssysteme aufstellen und so eine Art Drohnenwand aufbauen. Drohnenwand, zusätzliche Verteidigungssysteme, Ostflanke, das klingt schon alles irgendwie ein bisschen konkret, vielleicht ein bisschen zu konkret. Stehen wir vor, im Krieg? Ja, das ist eine gute Frage. Merz hat in der vergangenen Woche einen bemerkenswerten Satz gesagt. Er hat selber auch gesagt, dass er vielleicht ein bisschen schockierend klingt auf den ersten Blick. Er hat gesagt, wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir befinden uns auch nicht mehr im Frieden mit Russland. Und Merz sagte, Russland führe einen Krieg gegen unsere Demokratie und unsere Freiheit. Und er hat halt angemahnt, dass sich Europa da jetzt nicht länger in so einer reaktiven Haltung befinden dürfe. Es ist immer wieder auch die Rede von einem Hybridkrieg oder hybriden Bedrohungen, die von Russland ausgehen und die sich erhäufen. Also wir haben ja nicht nur Drohnenüberflüge erlebt oder Kampfjets über deutschen Fregatten, sondern es ist auch zu Cyberangriffen gekommen und Spionage, Sabotageaktionen, da befinden wir uns gerade. Und Wadefuhl hat auch im Interview mit Christian Kerl gesagt, man rechnet schon damit, dass Ende des Jahrzehnts die Möglichkeit von einem russischen Angriff besteht, also auf ein weiteres europäisches Land. Also es ist einiges los, vor allem in Europa. Trotzdem haben wir jetzt erlebt, dass Friedrich Merz in der letzten Woche außenpolitisch nicht aufgetreten ist. Er ist nicht nur in New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen. Da hat er seinen Außenminister hingeschickt. Was ist denn da los? Ja, Merz war ja anfangs als der Außenkanzler so ein bisschen verschrien. Mittlerweile setzt er vor allem in politische Akzente, hast du ja schon gesagt. Die Außenpolitik macht jetzt vor allem der Außenminister. Oder, ja, dass er sich da so auf die Innenpolitik konzentriert, das ist jetzt auch nicht so verwunderlich. Er hat ja auch einiges vor. Er hat monatelang den Herbst der Reform angekündigt und muss jetzt auch liefern. Und ja, dass da jetzt im großen Stil konkrete Ergebnisse im Herbst vorlegbar sind, das könnte gar nicht so einfach werden. Das hat Merz ja auch schon gemerkt und in seiner Rede in der vorletzten Generaldebatte, da hat er gesagt, es wird sich ein Winter, ein Frühling und ein weiterer Herbst der Reform anschließen. Damit will er jetzt so ein bisschen Druck rausnehmen. Aber er setzt natürlich klar das Signal, dass er ein Kanzler nach innen sein will. Er hatte einiges versprochen. Den Sozialstaat will er umbauen, Bürokratie abbauen, Wirtschaft ankurbeln. Wahrscheinlich hat er auch erkannt, dass es mit seinem beruflichen Hintergrund in der Privatwirtschaft auch glaubwürdiger ist, wenn er sich in diesen Themen profiliert, statt sich jetzt so als der internationale Krisendiplomat zu stilisieren. Jetzt überlässt er die Außenpolitik eher dem Außenminister Johann Wadephul. Wie du ja schon gesagt hast, ist er dann auch zur UN-Vollversammlung nach New York gereist. Merz hat gesagt, dass er sich um den Haushalt kümmern müsse. Er war dann auch bei der Haushaltsdebatte und da war dann total auffällig, dass er in seiner Rede auch kein Wort zur Außenpolitik verloren hat. Netter Nebeneffekt ist auch, er kann außenpolitische Fallstricke vielleicht auch vermeiden, auch kommunikativ. Er hat ja manchmal in der Vergangenheit, bevor er vor allem Kanzler wurde, ein bisschen unüberlegte Aussagen manchmal getroffen. Jetzt macht er dann eher so ein markiges Statement, wie zum Beispiel den Satz, man sei nicht im Krieg mit Russland, aber eben auch nicht im Frieden. Das kommt auch außenpolitisch an und ist vielleicht aus kommunikationsstrategischer Sicht auch ziemlich klug. Und ein netter Nebeneffekt dürfte vielleicht auch sein, je weniger er sich zum Beispiel auch zu einer Ostpolitik äußert, desto weniger muss er sich da auch international rechtfertigen. Er lehnt ja zum jetzigen Zeitpunkt die Anerkennung Palästinas ab und hat da jetzt eher so eine Außenseiterposition. Damit sind wir jetzt bei einem anderen total wichtigen außenpolitischen Thema gelandet, vor allem aus der vergangenen Woche. Und das ist die Situation in Gaza. Donald Trump hat ja am Montag einen Friedensplan für Gaza aufgestellt. Der israelische Präsident Benjamin Netanyahu hat diesem 20-Punkte-Plan auch zugestimmt. Philipp, du hast dich damit in der vergangenen Woche befasst, deshalb tauschen wir jetzt mal die Rollen. Was steht da denn jetzt eigentlich drin? Ja, also im Kern geht es darum, dass der Gazastreifen eine deradikalisierte Zone werden soll, eine terrorfreie Zone, die für ihre Nachbarn nicht mehr gefährlich ist. Dieser Plan umfasst, das hast du gesagt, 20 Punkte, darunter sind ganz wichtig, zum Beispiel, dass die verbliebenen Geiseln, 48 sind es noch, von denen sollen noch 20 leben, dass die freigelassen werden und zwar auf einen Schlag, Nicht wie in der Vergangenheit in so Tranchen oder Chargen, sondern eben alle sollen jetzt freikommen. Genau im Gegenzug sollen die Israelis sich aus dem Gaza-Streifen zurückziehen. Die haben, was soll ihre Waffen abgeben. Die sollen dafür, also diejenigen, die die Waffen abgeben, sollen Amnestie erhalten und dürfen auch den Gaza-Streifen verlassen, wenn sie das wollen. Der Gaza-Streifen selbst soll unter die Verwaltung eines Technokratenrates gestellt werden. Der wiederum ist unpolitisch, das ist so die Vorstellung, die Trump da formuliert hat und wird seinerseits von einem internationalen Gremium überwacht, das unter anderem von Donald Trump angeführt wird. Also es ist ein bisschen viel Trump, viel Kontrolle von außen. Das Ziel der ganzen Sache soll sein, dass der Gazastreifen zur Ruhe kommt, dass da ein Wiederaufbau stattfinden kann und dass der eben in einer Art und Weise stattfindet, der. Für die Nachbarn nicht mehr gefährlich ist. Also kein Terror mehr, keine Hamas. Das ist ganz, ganz wichtig. Netanyahu hat dem ja zugestimmt. Das ist ja wahrscheinlich schon mal ein wichtiger Punkt. Wie schätzt du jetzt diesen Friedensplan von Trump in Gaza ein? Also nach allem, was man so hört, was man so liest, ist es schon so, dass wir mit diesem Plan relativ nah an dem dran sind, was man einen Frieden für Gaza nennen kann und auch einen Frieden natürlich für Israel nennen kann. Du hast es angesprochen. Von Netanyahu unterstützt es. Trump natürlich sowieso. Von dem kommt es ja. Es hat auch die Unterstützung aus großen Teilen der arabischen Welt, aus großen Teilen der muslimischen Welt. Also die Türkei zum Beispiel hat zugestimmt oder möchte, dass das eben umgesetzt wird. Katar hat zugestimmt. Katar ist da ganz, ganz wichtig als Vermittlerin zwischen Israel und der Hamas, aber auch als Geldgeberin der Hamas. Also da ist so ein bisschen die Hoffnung, dass jetzt da einfach von den Verbündeten Druck, massiv sogar Druck ausgeübt wird. Auf die Hamas, dass die am Ende dann auch zustimmt. Und ja, das sieht auch der Kanzler so. Der sagt, das ist die bislang beste Chance auf ein Ende des Krieges. Und er sagt, ja, die Hamas hat jetzt die Chance, den Weg zum Frieden freizumachen. Zitat Ende. Also wenn ich es richtig verstehe, liegt der Ball jetzt im Feld von Hamas? Man kann darüber sicher noch ein bisschen streiten, aber im Endeffekt ja. Also es kann noch scheitern irgendwie an den Israelis. Premierminister Netanyahu koaliert mit Rechtsextremen, er koaliert mit Siedlern. Diese beiden Parteien haben überhaupt kein Interesse daran, dass es friedlich zu Ende geht und haben immer wieder damit gedroht in der Vergangenheit, sie würden diese Koalition, in der er sich befindet, also in der Netanyahu sich befindet, einfach platzen lassen. Das möchte Netanyahu nicht. Auf der anderen Seite hat aber die israelische Opposition zumindest angekündigt, in so einem Fall würden sie Netanyahu unterstützen im Parlament, damit zumindest dieser Friedensplan durchgeht und ja, also es sieht zumindest von israelischer Seite so aus, als wäre da viel Interesse dahinter. Dann haben wir die palästinensische Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlandes verwaltet und die sprechen sogar davon, dass dieser Plan ein Weg zur Zwei-Staaten-Lösung ist oder sein kann. Das ist relativ bemerkenswert, wie ich finde. Ist auch immer wieder das Ziel natürlich, da sollen zwei Staaten entstehen. Das ist das erklärte Ziel der Bundesregierung. Genau und wie könnte jetzt so eine Antwort aussehen? Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Bisher gab es nur wenige Einlassungen aus den Kreisen der Hamas. Man möchte das sorgfältig prüfen. Es gibt wohl auch schon ein paar Änderungswünsche, die da formuliert worden sind. Also zum Beispiel soll es internationale Garantien dafür geben, dass dieser Friedensplan auch umgesetzt wird. Man hat sich ein bisschen Zeit erbeten, das zu prüfen. Der Präsident Trump hat gestern, also zum Zeitpunkt Aufnahme, heute ist Mittwoch, gestern, also am Dienstag gesagt, die Hamas hat jetzt drei oder vier Tage Zeit. So viel Zeit wird es wohl dann auch im Ende geben und dann muss da eine Entscheidung her, wie die aussehen wird. Man weiß es nicht. Da werden sicher noch ein paar Nachforderungen kommen. Vielleicht möchte man irgendwie einen genaueren Zeitplan, eine Roadmap, was dann genauer abbildet, was wann in diesem Prozess so geschehen hat. Also wann zum Beispiel die Israelis oder die israelischen Streitkräfte sich zurückziehen, bis wohin ziehen sie sich zurück. Auch das ist noch nicht so ganz klar. Ein Knackpunkt ist ja auch das Thema Waffen. Ja, das ist ein ganz massiver Knackpunkt sogar. Die Hamas hat in der Vergangenheit immer wieder Wert drauf gelegt, nein, sie wollen ihre Waffen nicht abgeben. Das ist jetzt aber hier zentrale Bedingung in diesem Plan. Also ohne eine Entwaffnung der Hamas wird es das nicht geben. Und ja, wenn sie sich dem widersetzen sollten, dann wird es weitergehen. So wie wir das in der Vergangenheit erlebt haben. Dann wird es weiter Tote geben und keinen schnellen Frieden. Merz hat ja auch angekündigt, dass Deutschland einen konkreten Beitrag zur Umsetzung leisten möchte. Was könnte das deiner Einschätzung nach bedeuten? Ja genau, also das hat er gesagt am Rande oder nach einem Treffen mit Angehörigen deutscher Hamas-Geiseln. Und da hat er gesagt, dieses Unterstützungsangebot, das gilt politisch, das gilt humanitär und das gilt selbstverständlich auch beim Wiederaufbau der Region. Politisch, da wird man sehen, wie die Bundesregierung sich dann noch verhalten kann. Da ist viel Vertrauen verspielt worden auf beiden Seiten. Also einmal hat man sich in Europa zum Beispiel immer wieder gegen Sanktionen gewehrt, gegenüber der israelischen Regierung. Dann hat man aber auf der anderen Seite, oder hat vor allem Friedrich Merz auf der anderen Seite, dann relativ überraschend Teilexportstopp für Waffenlieferungen verhängt. Also... Man weiß nicht so ganz genau, wo er steht, also beziehungsweise man weiß schon, wo er steht. Er steht natürlich auf der Seite der Israels, aber er hat halt auch gemerkt, in Deutschland gibt es da sehr viel Widerstand dazwischen und dem hat er irgendwie auch ein bisschen nachgegeben, hat dafür auch ziemlich viel Ärger bekommen aus seiner Fraktion, vor allem auch aus den Reihen der CSU. Und ja, also wird man sehen, politisch. Es wird auf der anderen Seite aber auch, er spricht ja von humanitärer Hilfe beziehungsweise vom Wiederaufbau. Da hat sich Deutschland in der Vergangenheit ja immer wieder mit Geld, mit Know-how eingebracht und das wird sicher auch dann in einem neuen Friedensplan, in einem neuen Friedensprozess so weitergehen. Ich wollte gerne nochmal auf das Stichwort Staatsräson kommen. Okay, also Staatsräson heißt, man fühlt sich oder man ist der israelischen Regierung, dem Staat Israel in besonderer Weise verpflichtet. Man setzt sich für den Schutz Israels, für den Schutz jüdischen Lebens in Israel und darüber hinaus in besonderer Weise ein. Das bedeutet natürlich, dass man auf der Seite Israels, auf der Seite jüdischer Israelis steht. Was daraus aber auch folgt ist für die Bundesregierung, es soll einen Staat Israel geben, es soll aber auch einen Staat Palästina geben, also diese zwei Staatenlösung. Du hast es angesprochen vorhin, man hat jetzt erstmal darauf verzichtet Palästina als Staat anzuerkennen, sondern hat gesagt und das auch immer wieder betont, eine Anerkennung eines solchen Staates steht am Ende eines Friedensprozesses. Der kann jetzt natürlich losgehen. Und da ist dann natürlich... Auch für die Bundesregierung die Möglichkeit zur Vermittlung da, auch zum Unterstützen da. Genau, also was Friedrich Merz nicht tun kann auf der anderen Seite ist das, was der US-Präsident Donald Trump getan hat. Er kann nicht so massiv Druck auf Israel aufbauen, alleine schon, er hat den Hebel nicht. Der größte Hebel, den er wohl hat, das sind die Waffenlieferungen. Da hat er sich ja schon bewegt in großen Teilen und wie gesagt auch Ärger dafür bekommen. Da lässt sich nicht mehr viel machen. Außenminister Wadepuhl hatte sich im Interview mit unserem Kollegen Christian Kerl ja auch nochmal zu diesem Konflikt geäußert. Vielleicht kannst du nochmal darauf eingehen, was er gesagt hat. Genau, der Außenminister hat auf die Frage geantwortet, die Bundesregierung möchte eine vermittelnde, eine unterstützende Position einnehmen. Das wird sich wohl dann in diesem Fall auf operative Fragen beziehen. Also wie konkret kann so eine Umsetzung aussehen? Und in dieser Umsetzung, in diesen Feldern, da ist halt dann vor allem humanitäre Hilfe, an humanitäre Hilfe zu denken, bei der sich dort schon engagieren kann, auch natürlich beim Wiederaufbau, da ist eine ganze Reihe von Dingen möglich. Also logistisch kann vielleicht die Bundeswehr unterstützen oder man kann natürlich mit ganz viel Geld auch ganz viele Dinge in Bewegung bringen. Warte voll hat in diesem Interview auch gesagt, wir müssen nochmal im Haushalt über die Höhe der Entwicklungshilfe reden, also dass man mehr Geld eben ausgibt, um zu unterstützen. Genau, du hast jetzt schon mehrmals diese Hilfslieferung oder diese humanitäre Hilfe angesprochen, die die Bundesregierung leisten könnte. Wie könnte das konkret aussehen? Also einerseits kann man natürlich Lebensmittel bereitstellen. Oder Hygieneartikel einkaufen und dann liefern. Das ist der eine Weg. Der andere Weg ist, das hat die Bundesregierung Anfang der Woche als Antwort auf eine kleine Anfrage im Bundestag aus der Linksfraktion gesagt, dass man in Zusammenarbeit mit der UN die Hilfslieferungen auf dem Landweg nach Gaza wieder aufnehmen bzw. ausbauen möchte. Das ist im Moment sehr schwierig. Das geht zumindest fast nur entweder über den Luftweg, wie das hat die Bundeswehr auch gemacht, beziehungsweise eben dann nur bislang mit israelischer Genehmigung über die Grenzübergänge. Das soll wohl in Zukunft anders werden, zumindest wenn es nach diesem Friedensplan geht. Keine leichte Situation in diesem ganzen Konflikt, in diesem ganzen Krieg. Die Hamas ist jetzt am Zug und wir werden sehen, wie es weitergeht. Und danke Philipp für deine Einschätzung und danke euch, dass ihr zugehört habt. Wenn ihr Themenanregungen oder Wünsche habt, dann schreibt gerne an rambuzambo at funkemedien.de und es gibt auch einen Instagram-Kanal funkenews oder TikTok, da könnt ihr uns auch erreichen. Tschüss Philipp. Tschüss Vivian. Ein Podcast von Funke.