Latest / Die Lage international mit Christian Mölling / Iran-Konfrontation: "Wahrscheinlich gehen den USA nach fünf Tagen die Ziele aus"
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- Es ist Donnerstag, der 26. Februar 2026. Hallo und herzlich willkommen zum Stern-Podcast Die Lage International. Mit Christian Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Think Tank European Policy Center. Guten Morgen, Herr Mölling. Hallo, guten Morgen, Herr Gassel. Ich bin wie immer Steffen Gassel, diplomatischer Korrespondent des Stern. Herr Mölling, wenn man die Nachrichten aus dem Nahen Osten verfolgt dieser Tage, dann meint man, die Uhr förmlich ticken zu hören. An diesem Donnerstag treffen sich der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten Jared Kushner und Trumps vertraute Steve Witkoff zum, wie es heißt, vorerst letzten Versuch, eine diplomatische Lösung im aktuellen Konflikt, in der Konfrontation zwischen den USA und dem Iran zu finden. In Genf findet das heute statt unter Vermittlung des Oman. Haben Sie noch Hoffnung, dass diese Hoffnung, die ja Trump auch immer wieder selbst betont, Und dass sich eine diplomatische Lösung hier findet und dass sozusagen ein Krieg, wie auch immer welchem Ausmaß sich noch vermeiden lässt, dass sich die erfüllt? Also, Ich glaube, ich würde als erstes nicht viel darauf geben, dass Trump aufhört zu verhandeln. Er ist ja der ewige Verhandler und eben nicht derjenige, der mit einer großen Strategie reingeht und möglicherweise auch die letzten Konsequenzen zieht in dem Zusammenhang. Es kann sein, dass es Teil seiner Verhandlungen ist, dass es einen symbolischen Schlag gegen den Iran gibt. Aber offensichtlich sind ja die militärischen Möglichkeiten, die die Amerikaner aufgefahren haben, sehr begrenzt. Und das iranische Regime hat in den letzten Monaten auf traurige Art und Weise gezeigt, dass es überlebensfähig ist. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sie daraus erstmal gestärkt hervorgehen und sagen, naja, da warten wir halt erstmal, was denn da jetzt wirklich kommt. Und im Zweifelsfalle machen wir dem Trump nochmal ein Angebot. Er ist derjenige, der ständig umfällt und der, wie heißt es so schön, who chickens out, also der im Grunde genommen dann doch wiederum zurückzieht. Man kann sich ja auch fragen, welche Rolle aus seiner Sicht einerseits die öffentliche Meinung spielt. Die ist ziemlich klar in Amerika. Nur jeder fünfte Bürger sagt in Umfragen, dass er so einen Krieg befürworten würde. Was ich aber auch interessant fand, auch angesichts aktueller Berichte im Wall Street Journal unter anderem, ist die Frage nach der Stimmung unter den Leuten, die dann so einen Befehl letztlich ausführen müssten. Es ist ja da unter anderem jetzt in den letzten Tagen im östlichen Mittelmeer angekommen, der größte Flugzeugträger der USA, die USS Jared R. Ford. Die war jetzt schon sehr lange unterwegs. erst im Nahen Osten, dann vor Venezuela, wo sie ja auch in dem Einsatz gegen das Maduro-Regime teilgenommen hat. Jetzt wieder zurück in den Nahen Osten Das Schiff hätte eigentlich schon lange im Heimathafen zurück sein sollen. Die Mission ist da offenbar zweimal jetzt verlängert worden. Und ich fand das schon bemerkenswert, dass es jetzt also wirklich detaillierte Berichterstattung darüber gibt, wie die Stimmung an Bord, also offenbar spürbar sinkt, kann man ja nachvollziehen. Da sitzen fast 6000 Mann und Frauen drauf, die ja auch noch Familien und andere Verpflichtungen im Leben haben, außer ihren Soldatendienst. Und dann gibt es sogar Details darüber, dass offensichtlich an Bord dieses Riesenschiffs so simple Sachen wie die Toiletten nicht mehr ordentlich funktionieren, was jetzt dazu führt, dass also da jemand, der sich sonst um Flugzeugmaintenance oder womöglich auch als Kampfpilot da an Bord ist. Dreiviertel Stunde lang anstehen muss, wenn er seine Notdurft verrichten will. Solche Umstände, solche widrigen Umstände unter der Truppe, um die es da jetzt letztlich geht, die den Krieg führen müsste, Was kann das für Folgen für so einen Einsatz haben, Herr Mölling? Wie stellen Sie sich diese Situation da vor? Ja, also ich bin noch nie Flugzeugträger gefahren. Aber ich glaube, was eine interessante... Vielleicht ein interessanter Einstiegspunkt ist, dass der Begriff der Meuterei ja, glaube ich, vor allen Dingen aus der Seefahrt kommt. Also wenn Sie Menschen so eng zusammenfärchen, dann ist das ja sozusagen ein soziales Ökosystem, wo Sie ja Recht und Ordnung permanent durchsetzen müssen als Kapitän. Und das wird wahrscheinlich um einiges schwieriger werden, wenn diese soziale Gemengelage durch solche Dinge, wie da beschrieben, dass sozusagen die normalen Dinge des Lebens nicht mehr funktionieren, dann erschwert werden, gar nicht mehr möglich werden und sie gleichzeitig einen Einsatz haben, wo die Leute auch sagen, muss es das jetzt unbedingt sein? Es zeigt auf der militärischen Ebene, das ist glaube ich auch wichtig, dass die Amerikaner eben tatsächlich deutlich weniger Möglichkeiten haben, als sie zurzeit politisch aktiv sein wollen. Die militärische Instrumentenkassen passt nicht zu den Ambitionen, die Donald Trump hat. Was auch wiederum interessant ist, vor dem Hintergrund der ganzen Predigt um die westliche Hemmnesphäre. Das ist ja sozusagen der Versuch, den amerikanischen Geltungsanspruch einzuschränken auf ein sehr kleines Gebiet, so muss man es glaube ich sagen. Und gleichzeitig überdehnt man sich eben dann doch, weil man der Ansicht ist, man müsste hier und da doch nochmal ordnend eingreifen, weil nichts anderes ist das ja, was da jetzt gerade passiert, die Idee von Trump, also seine Idee von Ordnung, die er gerade versucht hat durchzusetzen. Aber mit einem stumpfen Schwert oder mit einem stumpfen Schaft, so rum muss man es glaube ich sagen. Die modernsten Kampfflugzeuge an Bord und Klos aus den 50ern. Und Sie haben es ja gerade vorher schon angedeutet. Es gab dazu auch Informationen aus israelischen Quellen diese Woche. Diese ganze Armada, Trump selber spricht ja von einer Armada. Und das ist ja erheblich, was er da in den Nahen Osten an Truppen und Material beordert hat. Etwa 500 Kampfjets, ein Riesendeployment von der US-Marine, Raketensysteme. Dieses ganze Gerät, was da jetzt ist, was also so grob an Aufwand in etwa dem gleichkommt, was 2003 vor Beginn des Irakkriegs, also von den USA in den Nahen Osten, beordert worden war. Das soll zu nicht mehr reichen als vier oder fünf Tagen Luftkrieg gegen den Iran. Ist das plausibel? Und wenn ja, wie kann das denn sein? Ja, wahrscheinlich gehen den Amerikanern einfach nach vier bis fünf Tagen die Ziele aus, die sie aus der Luft angreifen können. Der Unterschied zum Irak 2003 ist ja, dass man überhaupt keine Bodentruppen, also keine größeren Bodenverbände hier eingeplant hat. Das heißt, eine wirkliche Invasion wird es offensichtlich nicht geben. Das heißt nicht, dass hier und da nicht Spezialkräfte vor Ort sein werden, um die Ziele zu identifizieren, auch zu gucken, ob die kaputt gemacht worden sind oder ob man normal bombardieren muss. Aber alles in allem ist es eine, wie soll man sagen, ein Durchatmen auch deswegen, glaube ich, für den Iran, weil völlig klar ist, das kann man überstehen, was einem da droht. Die Atomanreicherung wird es wahrscheinlich gar nicht großartig beeinflussen, weil man das alles in Sicherheit gebracht hat man hatte ja genug Zeit, das heißt das was da jetzt gerade passiert ist ja seit Wochen oder Monaten im Grunde genommen im Anlauf und es ist auch interessant, dass die Israelis das quasi öffentlich machen was ihre Einschätzung ist, Weil das ist ja auch der Geheimdienst, der das gesagt hat. Das ist ja auch eine Nachricht an alle Beteiligten im Grunde genommen, was man einschätzt, was hierbei im Grunde genommen rauskommen wird in dem Zusammenhang. Also im Grunde genommen ist Donald Trump, also er ist ja immer super nativ unterwegs, wahrscheinlich irgendwie die größte Amala der Welt und das droht allerdings wahrscheinlich auch der kleinste Impact zu werden, den er damit möglicherweise haben wird auf die Entwicklung im nahen und mittleren Osten. Es zeigt sich, glaube ich, einfach, dass Jahrhunderte und Jahrtausende von Geschichte und Konflikt halt eben auch nicht durch diesen Präsidenten einfach mal neutralisiert werden können und sozusagen an seiner Größe und Genialität die Welt sozusagen zum Frieden gehen wird. Ich glaube, das wird einfach eine kurze Episode und dann ist es durch. Was man schon merkt, ohne dass im Nahen Osten irgendeine Rakete gezündet worden ist oder eine Bombe abgeworfen, ist, dass dieses Manöver dort unmittelbare Auswirkungen auf uns in Europa ja hat. Nicht nur, weil wir die Logistikdrehscheibe hier sind, wo das viel davon drüber läuft, sondern auch, weil die Amerikaner jetzt im NATO-Zusammenhang Manöver absagen, weil sie woanders beschäftigt sind, nämlich da in der Region rund um Iran. Im März soll in Norwegen ein Manöver starten, Cold Response. Das findet jedes Jahr statt. NATO-Manöver und die Amerikaner waren da eingeplant, unter anderem mit F-35-Kampfflugzeugen und anderen Luftwaffegerät. Und die haben jetzt mal abgesagt und gesagt, tut uns leid, wir kommen nicht, wir sind anderswo beschäftigt. Sendet das A für ein Signal an Putin, glauben Sie, Herr Mölling? Und ist das jetzt schon ein Grund zur Sorge für die Europäer oder ist das nicht so schlimm? Ich glaube, es ist eigentlich ein wunderbarer Testfall. Also wenn wir jetzt nochmal zurückspulen auf die Entwicklung der letzten Wochen in den USA mit der amerikanischen Verteidigungsstrategie. Und der Ansage der Amerikaner, dass sie ohnehin ab 2027 nur noch die Hälfte der relevanten militärischen Fähigkeiten in der NATO stellen werden, ist das ein wunderbarer Testfall, einfach mal zu gucken, wie weit man denn ohne die Amerikaner kommt. Denn es spiegelt, glaube ich, in härtester Art und Weise die Realität wieder. Also nicht in härtester Art und Weise, die härteste wäre, wir haben Krieg und die Amerikaner kommen nicht. Aber es ist eine gute Situation, um zu testen, wie man ohne die Amerikaner zurechtkommt und man ist gezwungen, sich zu organisieren. Denn die NATO kann das Manöver jetzt nicht absagen. Also ja, kann sie schon. Aber das wäre, glaube ich, das falsche Signal. Das ist die Möglichkeit für die Europäer, ein Signal Richtung Putin zu senden und zu sagen, naja, im Zweifelsfall machen wir es halt auch ohne die Amerikaner. So wie wir es jetzt halt in diesem Manöver im März halt auch machen müssen. Also ich finde es eher, ich will nicht sagen Glücksfall. Aber es ist eine wunderbare, realistische Übung, wo man sich nicht nur militärisch, sondern auch politisch damit auseinandersetzen muss, was machen wir denn, wenn die Amerikaner nicht kommen. Und der Kreml wird wahrscheinlich genau zuschauen und seine Lehren daraus ziehen, wie die NATO dann ohne die Amerikaner zurechtkommt, auch anhand eines solchen Manövers. Absolut, weil Manöver dann immer so ein Status Quo-Ding sind. Also wir haben ja jetzt auch in den letzten Wochen irgendwie Schlagzeilen aus Manövern gehabt, wo man sagen muss, naja, das ist das Zwischenergebnis des Manövers. Das, was nach dem Manöver kommt, ist ja viel wichtiger. Nämlich, was lerne ich denn daraus, was ich falsch gemacht habe? Also wir erinnern uns irgendwie an diese Schlagzeile, irgendwie zehn ukrainische Drohnenpiloten oder machen irgendwie zwei Bataillone platt und die Zitat, wir sind am Arsch. Und man sagen muss, naja, unter den Bedingungen, die da gemacht worden sind. Und was jetzt kommt ist, okay, was haben wir alles falsch gemacht und das machen wir das nächste Mal besser. Die wesentliche Frage, die sich Moskau stellen wird, ist, wo sind strukturelle Mängel innerhalb der NATO, die sich eben nicht einfach nur durch eine bessere Operationsplanung oder kurzfristig beheben lassen. Das ist das, worüber man dann, ich sag's bewusst, spekulieren wird, weil sie natürlich nie wissen, wie die NATO insgesamt darauf reagieren wird. Es ist auch eine wichtige Lehre für die USA, wie weit sie die Europäer alleine lassen kann und wo sie tatsächlich dann noch wiederum Assets bereitstellen muss oder aber eben tatsächlich auch einen Schlüssel hat, den die Europäer nicht kompensieren können. Das ist so ein Moment oder es kann ein Moment der Wahrheit sein in unterschiedliche Richtungen, je nachdem wie viel man davon sichtbar machen will. Das gehört ja auch mit dazu. Man kann natürlich das Manöver so verändern, dass große Schwächen nicht sichtbar werden. Harter Cut an dieser Stelle, aber ich glaube es ist wichtig, dass wir bei aller medialen Aufmerksamkeit Richtung Nahost und Iran auch noch einmal die Ukraine in den Blick rücken. Wir sind jetzt am Beginn des fünften Kriegsjahres, es gab viel Berichterstattung, jetzt vor wenigen Tagen zum Jahrestag des Kriegsbeginns. Was ein bisschen untergegangen ist, aus meiner Sicht, war ein Bericht unter anderem im Podcast von Bildkollegen Paul Ronsheimer. Der hatte den Wall Street Journal-Korrespondenten Bojan Panczewski eingeladen, der gut im Zelensky-Umfeld verdrahtet ist. Und der berichtete, dass sozusagen auch im Vorfeld der Sicherheitskonferenz. Zelensky den eigenen Leuten, also seinem Planungsstab, gesagt hat, dass er nicht mehr davon ausgeht, dass die Verhandlungen, die die Amerikaner mit Putin führen, zu einem Ergebnis führen werden, was mit Waffenstillstand in greifbare Nähe rückt. Und das ist bemerkenswert, weil dieses Team um Zelensky bis dahin, also bis vor kurzem, offensichtlich von was anderem ausging und auch dabei war, Wahlen vorzubereiten, die für später dieses Jahr eigentlich wohl geplant waren. Selenskyj hat den eigenen Leuten nach diesem Bericht gesagt, wir müssen uns jetzt auf weitere drei Jahre Krieg einstellen und fangt bitte an, dafür eine Strategie zu entwickeln. Herr Mülling, wie sollen die Menschen in der Ukraine, ob sie jetzt an der Front sind und kämpfen oder im Hinterland als Zivilisten leben, wie können die so eine Botschaft jetzt nach über vier Jahren Krieg noch verkraften, Und wie sollten wir in Europa damit umgehen? Es ist gut, erstmal bei uns anzufangen. Ich glaube, für uns klingt das total anders als für die Ukrainer. Weil für die dieses Schwarz-Weiß, da bricht jetzt gleich der Frieden aus. Das haben ja die wenigsten wirklich geglaubt. Und ich glaube, das bestätigt sich eher, dass Zelenskyj, eine gute Miene zum bösen Spiel in den letzten Wochen gemacht hat und natürlich sozusagen ernsthaft diese Wahlen vorbereiten musste, damit er glaubhaft gegenüber Trump auftreten kann. Und jetzt man dramaturgisch einfach sagen kann, naja, ich glaube halt nicht mehr daran und jetzt schwenke ich um. Auch das ist a, verantwortungsvoll und b, natürlich einfach auch eine Nachricht, die er sendet Richtung Trump nach dem Motto, guck mal, wir haben ja alles versucht, aber es ist natürlich total, wäre verantwortungslos, wenn wir ohne Hoffnung, Jetzt einfach nur davon ausgehen würden, der Friede käme irgendwie schon, in Klammern Donald Trump, du bist zuständig, das hast du ja versprochen. Also müssen wir uns darauf einstellen, diesen Krieg weiter zu planen. Ich glaube für die Ukrainerinnen und Ukrainer ist das weniger problematisch, als das glaube ich für uns ist. Ich glaube wir haben uns da an vielen Punkten in der Öffentlichkeit irgendwie was vormachen lassen, während die Ukrainerinnen und Ukrainer da relativ klar gewesen sind, dass das ein Theaterspiel im Grunde genommen ist auf einer großen Bühne. Interessant, diese Divergenz in der Wahrnehmung, vielleicht auch in der Autosuggestion. Interessant fand ich auch ein Stück, was jetzt in der New York Times dann erschien von der Analystin Hannah Notte, die letztlich auch sehr plausibel nachzeichnete, wie für Putin die Hoffnungen, die er in Trump gesetzt hat, sich eine nach der anderen zerschlagen haben. Und diese Erwartung, dieser neue US-Präsident wird mir letztlich helfen, den Ukraine-Krieg zu einem erfolgreichen Ende zu führen, wie sich die eben für Putin nachweislich nicht erfüllt. Bevor wir zum Schluss kommen, noch eine interessante Meldung aus dem Ukraine-Krieg aus den letzten Tagen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat Zelensky auf Nachfrage meines Kollegen Moritz Gartmann nach den Flamingo-Mittelstreckenraketen, die die Ukraine seit geraumer Zeit entwickelt, noch gesagt, Ja, die Fabrik sei leider von Russland entdeckt und bombardiert worden. Deswegen hätte man die Produktion neu aufbauen müssen woanders und das dauerte jetzt alles länger als geplant. Jetzt kam aber vor wenigen Tagen eine interessante Nachricht von einem Schlag, der der Ukraine, der ukrainischen Armee offen war, gelungen ist. Mit genau diesen Raketen aus eigener Herstellung, 1400 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt im Hinterland. Dort soll eine russische Fabrik getroffen worden sein, die die modernsten ballistischen Raketen im russischen Arsenal herstellt. Also Iskander, Oreschnik, solche Waffen, die auch der Ukraine, wenn sie eingesetzt werden, immer wieder sehr zusetzen. Man kann ja nun den Eindruck kriegen, das war sozusagen eine symbolische Aktion zum vierten Jahrestag, um die eigene Wehrhaftigkeit nochmal unter Beweis zu stellen. Ist das mehr als ein Achtungserfolg, Herr Mölling? Wie ordnen Sie diese Aktion, diesen Angriff ein? Die vorgesehenen Produktionskapazitäten der Flamingos war ja schon beeindruckend. Von daher auch völlig klar, dass die Russen versuchen, das so weit es geht zu unterdrücken. Und jetzt beginnt auf beiden Seiten dann das gleiche Spiel. Wenn man versucht. Die Produktionsanlage zu zerstören, das haben jetzt die Ukrainer auf der russischen Seite gemacht, deswegen ist es nicht vorbei. Es wird ein bisschen dauern, bis die Russen das wieder hergestellt haben. Und dann wird es im Grunde genommen weitergehen, vielleicht auch an einem anderen Ort. Aber es ist eigentlich ein klassischer Wettbewerb, aber es zeigt, dass die Ukrainer eben ihren Aktionsradius erheblich erweitert haben, denn es muss einem klar sein, die Drohnenangriffe, die nutzen nur in einer bestimmten Art und Weise was, weil die Drohnen nicht so viel Sprengstoff tragen können. Die klassischen ballistischen Raketen oder auch Mittelstrecken oder Marschflugkörper, die können halt einfach deutlich mehr Zerstörungskraft mit sich tragen. Und das setzen die Ukrainer jetzt in einem größeren Radius ein, wenn sie denn die Flamingos in einer entsprechenden Zahl und Konstanz eigentlich herstellen können. Das ist das Ziel und das wird für die Russen, glaube ich, wenn das gelingt, so wie das geplant war, schon unangenehm werden. Vielen Dank für das Gespräch heute, Herr Mölling. Das war die Lage international. In der nächsten Woche ist meine Kollegin Miriam Holstein wieder hier mit Christian Mölling am Mikrofon. Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, Hinweise, Fragen oder andere Anregungen haben, schreiben Sie mir gerne eine Mail an steffen.gassel.de. Die nächste Folge gibt es, wie gewohnt, am kommenden Donnerstag auf RTL Plus und überall sonst, wo Sie gern Podcasts hören. Danke für Ihr Interesse und bis bald.