Latest / Automobil Branchen Cockpit / Automobil Branchen Cockpit vom 03.02.2026: Januar-Marktdaten Italien, Nachfrage-Signale & Zulassungsmonitor
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- 0:00Willkommen zurück beim automobilbranchen Cockpit.
- 0:03Guten Morgen, wir schreiben heute, Dienstag, 3.2. 2026.
- 0:08Und es ist auffällig ruhig an der Nachrichtenfront, oder?
- 0:13Normalerweise haben wir ja n Tsunami Anmeldungen.
- 0:15Absolut kaum harte Fakten, kaum große Ankündigungen, genau, aber
- 0:20wir glauben. Genau diese Stille, das ist das
- 0:24Eigentliche, das wichtige Signal des Tages.
- 0:26Es fühlt sich an, als würde die Branche kollektiv den Atem
- 0:29anhalten. Das ist eine perfekte
- 0:31Beobachtung statt Aktionismus und großen Pressemitteilungen
- 0:35dominieren eben die ersten harten Daten aus dem Januar das
- 0:38Bild. Es ist also die Realität, die
- 0:40jetzt spricht, nicht mehr die Vision.
- 0:42Ganz genau die Zeit der powerpoint Präsentationen ist
- 0:45vorbei. Jetzt zählen die Zahlen.
- 0:47OK, dann lass uns mal auf die einzigen wirklich harten Zahlen
- 0:52schauen, die wir in den letzten 24 Stunden bekommen haben.
- 0:56Die kommen aus Italien und die sehen auf den ersten Blick
- 0:59erstaunlich gut aus. Ein Plus von rund 6,2% im
- 1:03Januar. Ja, das sind ungefähr 142000
- 1:06Neuzulassungen. Das ist in der aktuellen
- 1:08Stimmung schon bemerkenswert. Bemerkenswert ist fast
- 1:11untertrieben. Ich mein, Wir erwarten für
- 1:13Deutschland oder Frankreich eher ja eine kalte Dusche und dann
- 1:18kommt Italien mit so einem Plus. Wie kann das sein?
- 1:20Das ist der Punkt. Italien wird da plötzlich zum
- 1:23Fels in der Brandung und der Grund ist eigentlich ziemlich
- 1:26technisch. Es hat mit der sogenannten
- 1:28Fördervolatilität zu tun. OK, das musst du erklären.
- 1:32Also in Deutschland gab es dieses ständige Hin und her bei
- 1:34den E Auto Prämien. Mal gab es Geld, dann plötzlich
- 1:37wieder nicht. Das verunsichert den Markt
- 1:39total. Es reißt den Markt erst
- 1:41künstlich nach oben und lässt ihn dann fallen.
- 1:43Exakt. Und in Italien?
- 1:45Da war die Förderpolitik viel stetiger, viel berechenbarer,
- 1:49keine abrupten Stopps, keine Kurswechsel.
- 1:51Und diese, ja diese Langeweile zahlt sich jetzt aus.
- 1:55Genau, die Kunden sind nicht verunsichert, die Händler können
- 1:58planen, der Markt ist organisch gewachsen und das ist eine
- 2:02wichtige Lektion, ein berechenbarer Markt ist auf
- 2:05lange Sicht mehr wert als kurzfristige Subventionen.
- 2:09Verstehe und in diesem stabilen Markt gibt es einen ganz klaren
- 2:13Gewinner. Stellantis.
- 2:16Die Stechen absolut heraus. Ein Wachstum von 11%, das ist ja
- 2:20fast doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.
- 2:22Eine echte Ansage. Da stellt sich mir die Frage,
- 2:26ist das jetzt der Beweis, sind die klassischen Volumenmarken
- 2:30mit einem starken Portfolio, ansagen wir mal Verbrennern und
- 2:34Hybriden, sind die grati Gewinner der Stunde.
- 2:37Das ist genau der Kern der Sache.
- 2:39Das könnte der entscheidende Trend für das ganze erste
- 2:41Halbjahr werden. Wirklich?
- 2:43Ja, wir spüren europaweit eine massive Kaufzurückhaltung bei
- 2:47reinen e Autos, also bei den BEVS.
- 2:50Und ein Konzern wie Stellantis, der kann hier aus dem Vollen
- 2:54schöpfen. Das heißt, während die ganze
- 2:56Welt auf die reine E Mobilität schaut, macht es der Lantes
- 3:00Kasse mit einem Fiat Panda Hybrid oder einem Peugeot 208.
- 3:04So unaufgeregt es klingt, ja, das sind im Moment die
- 3:07sogenannten Cashcows. Die melkenden Kühe.
- 3:10Genau die spülen verlässlich Geld in die Kasse.
- 3:13Und dieses Geld, das ist gerade überlebenswichtig.
- 3:16Es verschafft Ihnen Zeit, Stabilität.
- 3:18Zeit, um die teure Entwicklung der e Autos quer zu finanzieren,
- 3:22ohne bei jeder Marktschwankung gleich in Panik zu geraten.
- 3:25Exakt. Wer jetzt nur auf die eine Karte
- 3:28Elektro gesetzt hat und keine profitablen Verbrenner mehr im
- 3:31Programm hat. Ah.
- 3:32Der bekommt jetzt ein massives Cashflow Problem.
- 3:35So ist es. Die Spreu trennt sich da gerade
- 3:38vom Weizen, ziemlich brutal sogar.
- 3:40OK, also Europa hält den Ball flach und setzt auf das, was
- 3:45funktioniert. Aber während Europa noch die
- 3:47Wunden der Förderstopps leckt, kommt ein interessantes
- 3:50Wirtschaftssignal aus den USA. Ja, ein vorsichtiges, aber sehr
- 3:54wichtiges Signal. Wir sprechen vom ISM
- 3:57Manufacturing Index. Dem Einkaufsmanager Index.
- 4:01Genau der fragt im Grunde die Stimmung in den US Fabriken ab.
- 4:04Kauft ihr mir ein, stellt ihr mir Leute ein?
- 4:07Und so weiter. Und da ist der Wert jetzt wieder
- 4:10über die Expansionsschwelle von 50 Punkten geklettert.
- 4:13Richtig, nach einer langen Durststrecke.
- 4:16Das ist ein sehr zuverlässiger Frühindikator.
- 4:19Er deutet auf eine mögliche Stabilisierung der US Industrie
- 4:22hin. Und damit auch der Nachfrage.
- 4:24Genau. Es ist das erste zarte
- 4:26Anzeichen, dass der größte Automarkt der Welt vielleicht
- 4:29wieder Anfahrt gewinnt. Verstehe.
- 4:32Aber jetzt mal ganz konkret. Was hat die gute Laune eines
- 4:35Einkaufsmanagers in Ohio mit einem Zulieferer in Schweinfurt
- 4:39zu tun, was ist da die Relevanz für uns?
- 4:41Die Relevanz ist immens, vor allem für die großen
- 4:44europäischen Zulieferer. Bosch, Continental, ZF.
- 4:48Genau die, die machen einen riesigen Teil ihres Umsatzes in
- 4:51den USA. Wir nennen das ihr US Exposure.
- 4:55OK, wenn du dir jetzt vorstellst in Europa wackeln vielleicht die
- 4:58Bestellungen der Autohersteller. Dann kann ein starkes US
- 5:02Geschäft diese Delle ausgleichen.
- 5:04Es ist ein Puffer, ein Sicherheitsnetz für 10 Tausende
- 5:08Arbeitsplätze hier in Deutschland ist das eine Art
- 5:10Lebensversicherung? Also fassen wir mal kurz
- 5:13zusammen, wir haben stabile Zahlen aus Italien, einen
- 5:17Hoffnungsschimmer aus den USA, aber ansonsten gähnende Lehre,
- 5:22ja keine neuen Produktpremieren, keine Managemententscheidungen,
- 5:26nichts aus der Politik. Was ist da los?
- 5:30Das ist kein Zufall, das ist eine strategische Pause, ein
- 5:34kollektives Innehalten der gesamten Branche.
- 5:37Also eine kollektive Schockstarre.
- 5:40Ich würde es nicht Schockstarre nennen.
- 5:42Das klingt zu passiv, zu panisch.
- 5:44Sondern. Eher ein tiefes Luftholen vor
- 5:48dem Tauchgang. Die OIMS, also die Autobauer.
- 5:52Die Warten auf die echten Effekte der Förderstopps.
- 5:55Wie reagiert der Kunde wirklich, wenn der Staat nicht mehr
- 5:58mitzahlt? Ganz genau bricht der Markt um
- 6:0120 oder um 50% ein. Niemand will jetzt eine
- 6:04voreilige strategische Entscheidung treffen.
- 6:07Klar, und die Zulieferer halten sich natürlich auch mit großen
- 6:11Investitionen zurück. Logisch, sie halten Ihr Geld
- 6:13zusammen, bis die Abrufzahlen der OEMS wieder verlässlich
- 6:17planbar sind und die. Politik.
- 6:19Die vermeidet ebenfalls neue Festlegungen um die.
- 6:22Verunsichertenmärkte nicht noch weiter zu belasten.
- 6:24Es ist wirklich, wie du anfangs sagtest, ein kollektives
- 6:28Atemanhalten. Es ist also wirklich wie beim
- 6:30Poker. Keiner will seine Karten zeigen.
- 6:33Perfekte Analogie die nächsten entscheidenden Impulse kommen
- 6:37nicht mehr aus Hochglanzpräsentationen, sondern
- 6:40aus den knallharten Zahlen der Auftragsbücher und der Cashflow
- 6:44Statements im Februar und März. Das ist dann der Moment der
- 6:46Wahrheit. Absolut.
- 6:48Dann wird sich zeigen, wessen Geschäftsmodell wirklich trägt.
- 6:52OK, dann lass uns mal konkret auf die nächsten Tage schauen.
- 6:55Was ist da zu erwarten? Der Ausblick ist sehr fokussiert
- 6:59auf die nächsten 48 Stunden. Heute könnten noch weitere
- 7:03nationale Zulassungsdaten kommen, vielleicht aus Spanien.
- 7:06Die das Bild weiter schärfen. Genau die werden das Bild aus
- 7:09Italien entweder bestätigen oder ein wenig relativieren, aber der
- 7:14eigentlich spannende Tag ist morgen der Mittwoch.
- 7:17Morgen. Genau.
- 7:18Dann werden die ersten konsolidierten EU Daten
- 7:21erwartet. Also der erste Gesamtüberblick.
- 7:23Richtig und viel wichtiger die Aufschlüsselung nach Marken und
- 7:27Konzernen. Dann liegt es schwarz auf weiß
- 7:30auf dem Tisch. Wer sind die Gewinner und
- 7:32Verlierer des Januars auf europäischer Ebene und dann ist
- 7:36die Zeit der Spekulationen vorbei, dann liegen die Fakten
- 7:39auf dem Tisch. Und auf Basis dieser Fakten
- 7:41werden dann die strategischen Diskussionen in den
- 7:43Konzernzentralen für das restliche Jahr beginnen.
- 7:46Morgen fällt der Startschuss. Die Botschaft des Tages ist also
- 7:49klar, die Ruhe ist trügerisch, es ist die Stille vor den
- 7:53Zahlen, die in den nächsten Tagen die neue Realität auf dem
- 7:56europäischen Automarkt definieren werden.
- 7:58Absolut. Wir bleiben dran.
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