Latest / Berlin Booth / C4RLOTTA über sportliche Disziplin, Vinyl Digging und Identität im Nachtleben
Transcript
- 0:08Kalotta Hallo, herzlich willkommen.
- 0:12Diesmal hab ich dich erkannt. Ja danke, das freut mich in
- 0:17deren Termin. Der manchmal ist schräg so im
- 0:21wenn du mal in so einem Club unterwegs bist, seine Stunden in
- 0:24irgendeiner Form schon genossen hat, dann ist manchmal das, was
- 0:27man braucht, um jemanden zuzuordnen oder ohne Situation
- 0:30gut einzuschätzen, hart verzögert.
- 0:35Ne, also für alle die die die jetzt zugucken.
- 0:39Wir haben uns. In der Panorama Bar.
- 0:41Kennengelernt Panorama Bar kennengelernt.
- 0:43Du hast mich angesprochen, hast gesagt, Ey, du bist doch und ich
- 0:45gesagt, ja ja ich bin und dann habe ich versucht die ganze Zeit
- 0:49anhand deines Namens zu verknüpfen, woher wir uns
- 0:52kennen. Ja, und dabei ist es.
- 0:53Also in Personen kennengelernt können uns ja schon online.
- 0:57Die ganze Zeit habe ich versucht zu verknüpfen, hat nicht
- 0:59geklappt und dann habe ich es nach einer Stunde irgendwann
- 1:01rausgehabt. Und dann war ich nicht mehr da.
- 1:03Und dann doch, du warst auf dem, aber wir haben uns nicht mehr
- 1:05gesehen und die Verknüpfungspunkte
- 1:07beziehungsweise die Punkte, die ich interessant finde und
- 1:09deshalb, warum ich dich auch eingeladen habe sind du kommst
- 1:14aus dem Sportbereich, du kommst aus dem Leistungssportbereich.
- 1:20Ja, genau. Jetzt bist du in der Clubwelt
- 1:22unterwegs. Ja, also auch nicht erst jetzt,
- 1:25auch schon länger. Aber ich glaube, dadurch, dass
- 1:28ich hier meine Karriere beendet habe.
- 1:30Es ist für mich persönlich auch einfach super angenehm, das
- 1:34jetzt einfach zu machen und das nicht so zu verstecken, was
- 1:38natürlich vorher schon auch detailbar und natürlich auch
- 1:41deutlich seltener. Was hast du denn gemacht?
- 1:44Ich war Ruderin, also ich bin gerudert im Nationalteam,
- 1:48eigentlich schon seit ich 10 bin beziehungsweise im Nationalteam
- 1:51dann in der Pubertät, aber mit dem Leistungssport eigentlich
- 1:55dann. Als Kind schon angefangen und
- 1:57das auch bis letztes Jahr. Genau da habe ich meine Fähre
- 2:01beendet, also jetzt vor anderthalb Jahren, ja.
- 2:05Und du hast ja bis zu den Olympischen Spielen gebracht.
- 2:07Genau. Also das ist jetzt ja nicht.
- 2:09Erfolgreich. Das ist jetzt ja keine kleine
- 2:11Leistung in irgendeiner Form. Bei mir ist es immer so, wenn
- 2:16ich in Berlin auf dem Gewässer unterwegs bin.
- 2:17Diese Regattastrecke finde ich immer ganz angenehm.
- 2:20Bei bei ich hab ich hab. Auf welchem Gewässer denn?
- 2:24Na, auf der auf der auf der Spree hinten.
- 2:26Wenn du Richtung grünaurost zuckerst.
- 2:28Ah OK, da hast du die Regatta Strecke.
- 2:30Da. Da sieht man ja auch immer die
- 2:32die ganzen Ruder, ja die Ganzen, die ganzen Personen, die sich da
- 2:36mit den schönen Booten abrackern und warum ich das Sage ist ich
- 2:41hab rudern immer so als ne Form von Elitensport wahrgenommen.
- 2:45Ja, ich auch. Nee, also ist es auch
- 2:49eigentlich. Ich würde sagen, es ist schon
- 2:52eine sehr homogene Sportart. Es ist schon so eine sehr
- 2:56einheitliche soziale Gruppe, die daran teilnimmt, und ich glaube,
- 3:00also, ich bin auch eher durch Zufall zum Rudern gekommen und
- 3:03würde auch sagen oder selbst als Kind habe ich mich dort gar
- 3:07nicht gesehen und bin mehr so aus Gruppenzwang mitgegangen und
- 3:10war dann einfach ziemlich schnell ziemlich gut und das war
- 3:13eigentlich das, was mich so daran gebunden hat, weil es halt
- 3:17als Kind natürlich voll die krasse Erfahrung ist und.
- 3:19Trainer zu haben, die dir sagen, ja, mach das richtig gut und dir
- 3:23nicht glauben. Und ja, deswegen bin ich
- 3:26irgendwie dabei geblieben, aber habe mich persönlich jetzt auch
- 3:29immer vielleicht so ein bisschen out of Place gefühlt oder
- 3:34vielleicht gar nicht so wie ich selbst irgendwie auch schon,
- 3:37aber beides vielleicht so ein bisschen.
- 3:41Was heißt also, der Zuspruch ist ja schon ziemlich schnell da
- 3:46gewesen. Dann also zu sagen okay
- 3:48Leistung. Leistung sehen, Leistung
- 3:50anerkennen. Du konntest dich offensichtlich
- 3:52gut rein rein finden in das in das Leistungssportprinzip.
- 3:57Ja, ich glaube, vielleicht ging es da auch um so eine Form von
- 4:00Zugehörigkeit, die ich dann dadurch bekommen habe, weil so
- 4:03ich meine, so für mich als schwarze Person in Deutschland
- 4:05aufzuwachsen, kann man sich vorstellen, mal nichts
- 4:07angenehmste und dann in sozialen Kontext zu kommen, in dem ich
- 4:13nicht erst mal so negativ betrachtet werde.
- 4:16Sondern ganz im Gegenteil, so einen krassen Zuspruch zu
- 4:19bekomme, das als Kind mit 10 Jahren.
- 4:22Also ich glaub da konnte ich es noch gar nicht so, also
- 4:24offensichtlich nicht so zusammenführen, aber jetzt im
- 4:27Nachhinein ist es so sehr nachvollziehbar für mich auf
- 4:30jeden Fall, dass ich dann dadurch so reingezogen wurde,
- 4:33weil wer mag nicht gerne Anerkennung und ja fühlt sich
- 4:38dadurch bestätigt, wenn die Gesellschaft so aufgebaut ist.
- 4:40Ja, es ist. Also bei bei Leistungssport
- 4:43denke ich auch immer so ein bisschen daran ist es ja
- 4:45trotzdem auch ein sehr hierarchisches Prinzip,
- 4:47wahrscheinlich in irgendeiner Form, oder?
- 4:48Ja, auf jeden Fall. Also ich meine, es wird auf
- 4:52jeden Fall immer stärker. Ich meine, am Anfang war das
- 4:54wirklich Training wie jede andere Sportart auch, geht da ab
- 4:58und zu hin, hat da Freundinnen und macht ein bisschen Sport,
- 5:02aber natürlich je leistungsspezifischer je höher
- 5:06die Wettkämpfe. Werden, desto hierarchischer
- 5:10wird es auch eigentlich. Und ich meine, wir haben ja
- 5:14jeden Tag trainiert, auch sonntags.
- 5:16Also ich habe 2 bis 3 Einheiten am Tag gemacht, eigentlich nie
- 5:19frei, außer 3 bis maximal 4 Wochen im Jahr, ab und zu dann
- 5:23in den letzten 2 Jahren mal am Sonntag frei gehabt, aber
- 5:27eigentlich ist alles um das Training und um deinen Körper
- 5:30und dann Performance aufgebaut und.
- 5:33Und unser Trainer hat uns halt gesagt, wollen wir trainieren,
- 5:35wollen wir nicht trainieren und danach wird das ganze Leben
- 5:38gerichtet, ja. Ich kann mir vorstellen, dass
- 5:45es, wenn du sagst, du, du hast, dann du hast dann damit
- 5:47aufgehört, dass sozusagen die Komponente, wenn etwas da ist,
- 5:51was dich so lange einerseits geprägt hat, andererseits ja
- 5:56aber auch dir ne Struktur auferlegt hat.
- 5:59Das ist wahrscheinlich nicht so easy mit solchen Sachen zu
- 6:01berechnen, dann ne oder und. Nee.
- 6:03Also ich weiß nicht, ob brechen das richtige Wort ist, aber
- 6:07sozusagen da ein Cut zu machen. Voll also.
- 6:09Für mich persönlich hat es eigentlich auch echt 3 Jahre
- 6:12gedauert, weil mein eigentlicher Plan war, es eventuell schon
- 6:16nach 2020 aufzuhören, also nach den Olympischen Spielen in
- 6:20Tokio. Dann wurden die aber verschoben
- 6:22wegen Corona. Dann haben wir leider keine
- 6:24Medaille gewonnen, weil es einer Person einen Fehler unterlaufen
- 6:29ist in unserem Rennen. Und dann war alles so OK.
- 6:32Der ganze Plan ist nicht aufgegangen und es war echt
- 6:34furchtbar und dann war ich so OK, ich muss weitermachen, aber
- 6:37konnte eigentlich gar nicht mehr so richtig, also psychisch, ja
- 6:41vor allem psychisch, aber auch physisch und hab es dann aber
- 6:43irgendwie doch noch versucht, weil ich kannte ja auch nichts
- 6:45anderes, also es ist ja schon ein extrem großer Teil der
- 6:48Identität, auch wenn ich mich davor irgendwie immer so ein
- 6:50bisschen gedacht habe, ist es nicht.
- 6:54Aber oder nicht so sehr, wie es auf jeden Fall war, aber war es
- 6:58schon und ich glaube dann also ich habe die Entscheidung dann
- 7:02getroffen aufzuhören, also so ein bisschen gezwungen durch
- 7:05meinen Körper, weil ich einfach so stark in der Depression war,
- 7:08dass ich nicht mehr weitermachen konnte, aber hätte es eigentlich
- 7:12mir selbst schon früher erlauben können, also ich glaube, es war
- 7:14vielmehr so ein. OK, das ist so meinem Körper das
- 7:18Mittel, das mir zu zeigen, es geht nicht mehr und vorher hatte
- 7:21ich auch schon extrem viele Krankheiten, ständig krank und
- 7:25jetzt seit ich aufgehört habe kein einziges Mal, obwohl ich
- 7:27eigentlich viel ungesünder lebe und viel oder was als so
- 7:31Ungesünder gilt, aber mir geht es halt viel besser so von dem
- 7:34was ich überhaupt mache, ja. Bist du, bist du jemand, der
- 7:40sich. So Reinarbeiten kann in ne Sache
- 7:42also so n so eine Spezialistin oder eher so ne generalistin,
- 7:46dass du sagst, OK, das ist so. Nee, bei mir ist meistens immer
- 7:51eine Sache und dann sehr intensiv, ja.
- 7:55Ja, ich kann mir deshalb halt, also deshalb ist sozusagen
- 7:58Leistungssport, ist für mich überhaupt sowas superkrass
- 8:01abstraktes, weil ich mich, also ich hab da auch ne Weile hin
- 8:03gebraucht, um zu verstehen, wer bin ich denn in irgendeiner Form
- 8:06und ich merke, ich bin so Generalist.
- 8:08Mir machen so Sachen Spaß, mich in neue Sachen reinarbeiten,
- 8:11aber so dieses da, wo andere dann so stundenlang dran sitzen
- 8:14und irgendwas machen und daraus dann so eine Kompetenz in
- 8:17irgendeiner Form entwickeln ist für mich überhaupt nicht.
- 8:21Ja, das wundere ich aber auch, muss ich sagen, weil so dieses
- 8:25also bei mir ist es so, es geht aber auch nur, wenn ich also
- 8:28irgendwas muss die Sache halt haben, also wenn es mich nicht
- 8:30interessiert, dann geht es halt gar nicht, aber dann bin ich
- 8:32auch nicht, dass ich das irgendwie mache, sondern dann
- 8:34mache ich es halt gar nicht. Deswegen habe ich auch zum
- 8:36Beispiel meine Bachelorarbeit 3 Jahre gebraucht, also natürlich
- 8:40noch nebenbei mit Training und dann jetzt noch mit Musik, aber
- 8:46so, ich war, ich bin einfach, es geht dann einfach nicht.
- 8:50Also ich kann mich dann auch hinsetzen und am Schreibtisch,
- 8:52aber meine Gedanken sind überall außer dort, aber vielleicht
- 8:58natürlich auch nach so einer Phase, ja.
- 9:01Wo man eh die ganze Zeit schon nur noch funktioniert hat.
- 9:04Auch wirklich mal. OK, hat sich bei dir hat sich
- 9:06bei dir Leistungssport und Clubleben überschnitten in
- 9:11irgendeiner Form. Schon, ja doch.
- 9:16Also ich würde sagen, ich war schon immer eine sehr intensive
- 9:18Person und irgendwie, ja hat mich so die, also ich kam ja aus
- 9:25Hannover, bin ich aufgewachsen und die Clubkultur in Berlin hat
- 9:28mich aber irgendwie schon sehr früh fasziniert, weil Hannover
- 9:31ist. Ich war also damals war es,
- 9:33glaube ich, auch noch mal ein bisschen anders als jetzt, aber
- 9:35dennoch natürlich kein Vergleich zu hier hat mir immer irgendwas
- 9:39gefehlt so von, aber ich konnte es gar nicht richtig benennen
- 9:42und hab das dann gefühlt hier auch gefunden in der Stadt.
- 9:47Also das lustige ist ja, dass ich wegen des Ruderns nach
- 9:49Berlin ziehen musste. Weil hier das.
- 9:52Nationalteam. Das Nationalteam ist ja.
- 9:54Genau. Bist du da war?
- 9:56Ist immer noch genau das Frauennationalteam trainiert
- 9:58hier. Und 2018 bin ich dann nach
- 10:01Berlin gezogen, im Oktober und oder Ende Oktober genau, und ich
- 10:09weiß noch, also dann waren wir natürlich auch schon viel
- 10:11unterwegs und ich weiß noch, ich hatte einen Wettkampf in
- 10:14Dortmund, war aber krank, zusammen noch mit einer anderen
- 10:17Freundin und keine Ahnung warum. Thema Hierarchie mussten wir
- 10:20trotzdem anreisen und das sogar fast mitfahren, obwohl es
- 10:25eigentlich ein No go ist. Im Leistungssport krank Sport zu
- 10:27machen. Und dann sind wir wirklich nach
- 10:29Dortmund gefahren, um dann dort von dem Arzt gesagt zu bekommen,
- 10:32es macht keinen Sinn und sind dann mit dem Zug wieder
- 10:34zurückgefahren und es war aber schon so am Ende von dem Infekt
- 10:39und ich saß auf jeden Fall mit der Freundin im Zug und dann
- 10:41haben wir so ja dann lass doch jetzt heute ins Berg halten und
- 10:43haben mit einem Freund geschrieben und dann so ja
- 10:46kannst du uns da reinbringen, weil wir waren da noch nie und
- 10:49vorher und ja, dann haben wir es auch gemacht abends und genau
- 10:55und dann war ich. Am Anfang die ersten Monate so
- 11:00einmal im Monat, da aber halt außerhalb der Saison und die
- 11:04Wettkampfsaisons dann im Sommer und da dann halt nicht wirklich
- 11:07gar nicht, weil da war Fokus, aber ich brauchte halt irgendwie
- 11:09auf jeden Fall auch immer einen Ausgleich und ja dann immer
- 11:13wieder so phasenweise, aber was auf jeden Fall mich die ganze
- 11:18Zeit begleitet hat, war die Musik, weil beim Training also
- 11:22sozusagen nicht auf dem Wasser, aber im Kraftraum beim Ergo
- 11:24fahren, beim Laufen. Habe ich immer Musik gehört und
- 11:27es waren immer Sets, also am Anfang eher Techno, aber dann
- 11:30vor einem Haus und mit der Zeit kam dann auch irgendwie viel
- 11:33mehr in Verständnis und es war schon krass, weil dadurch, dass
- 11:36also das, was wir machen, ist so sehr stupide teilweise, wenn man
- 11:3990 Minuten mit einer Pause auf dem Ruderergometer sitzt und
- 11:42sich vorne zurück bewegt und ein Bildschirm anschaut, aber die
- 11:46Sets haben mich irgendwie dann immer so dadurch begleitet und
- 11:49das auf jeden Fall viel erträglicher gemacht, ja.
- 11:53Wobei Techno da wahrscheinlich die die.
- 11:55Die logischere Variante gewesen wäre, oder also sozusagen die
- 11:59die Abfolge der Musik. Ja, schon.
- 12:03Wobei ich glaube beim Ergo fahren war es tatsächlich auch
- 12:05dann meistens eher Techno, wobei nicht nicht mehr nur am Ende,
- 12:10auch nicht mehr, aber es kommt ja über die Zeit, dass man so
- 12:13ein anderes Verständnis für Musik entwickelt und welche ich
- 12:16mein Haus ist ja auch super breit und welche Form dann davon
- 12:20ja. Klingt immer so n bisschen blöd,
- 12:24wenn man das fragt, ob es so n so n Erweckungserlebnis ist.
- 12:28Darum Streich ich die Frage, weil ich ich glaube ist eher so
- 12:32dieses Club als offener Raum sozusagen andere Menschen
- 12:39kennenlernt zu verstehen. Dass man sich auch also, oder
- 12:46mir geht es häufig so, dass man sich in einem Raum bewegt, wo es
- 12:48den meisten Menschen ziemlich gut geht und die meisten
- 12:51Menschen aus so einer, aus so einer sehr positiven Energie
- 12:55heraus aufeinandertreffen, mal was miteinander zu tun haben,
- 12:57mal nicht miteinander zu tun haben.
- 13:00Wenn du aus so einem sehr strikten Alltag kommst, hat es
- 13:03in irgendeiner Form mal so n bisschen geclasht.
- 13:10Ich würd sagen, für mich hat es sich vor allem.
- 13:15Oder, ja nee, vor allem hat es für mich erstmal so geklasht,
- 13:19dass sich erstmal für mich immer etwas ist.
- 13:20Jetzt nicht so ganz erlaubt, weil eigentlich sollte ich jetzt
- 13:23zu Hause mich ausruhen angefühlt hat.
- 13:25Aber wenn du jetzt meinst so mehr von wie die Menschen da auf
- 13:31nahezu gegangen sind, ja doch schon, also vor allem ich glaube
- 13:35mit der Zeit immer mehr, desto häufiger ich dann quasi diesen
- 13:38Raum erlebt habe, weil ich würde sagen so.
- 13:41Rudern ist vielleicht genau einerseits so sehr homogen,
- 13:45andererseits auch sehr normativ. Also, was ist ein Jahr häufig
- 13:49miteinander mit dem anderen bedingt und erstmal in den
- 13:54Clubs, in denen ich war oder auf den Partys, auf denen ich war,
- 13:57hatten Menschen irgendwie so ganz andere Gedanken.
- 14:01Mir war es ganz andere Sachen wichtig, also jetzt auch beim
- 14:04Tanzen in dem Kontext, aber auch außerhalb.
- 14:08Ich glaube, das war für mich irgendwie voll inspirierend,
- 14:10weil wenn ich mein man 24 7 nur mit den gleichen Leuten
- 14:15eigentlich immer wieder abhängt, dann hat das für mich einfach so
- 14:19was extrem erfrischendes und ja, irgendwie was, wo ich mich
- 14:24irgendwie viel mehr nachgesehnt habe auch.
- 14:27Gab es so eine so eine? Mediensituation für dich in
- 14:30irgendeiner Form auch, dass du gemerkt hast, du wandelst jetzt
- 14:32und zwischen 2 Welten. Das eine ist sozusagen der
- 14:35Alltag der Sport Struktur, die Person da und dann ist da
- 14:39sozusagen auf der anderen Seite so ne wachsende Idee davon, dass
- 14:44es n Raum geben könnte, in den Du, in den du in den du hinein
- 14:48möchtest in irgendeiner Form. Schon.
- 14:49Also ich würde es jetzt für mich persönlich gar nicht nur auf auf
- 14:52Clubs übertragen, sondern auch generell.
- 14:54Also weil ich mich in dem Ruderkontext nie so wirklich.
- 14:59Angekommen ich selbst gefühlt habe.
- 15:00Also am Anfang war ich schon, aber so mit der Zeit irgendwie
- 15:05nicht, sondern ich hatte immer so das Gefühl, eigentlich passe
- 15:07ich hier nicht rein, aber ich mag ja die Sportart und
- 15:10irgendwie möchte ich auch noch die und die Sachen erreichen und
- 15:14so. Ich hatte auch so eine Art von,
- 15:16ich muss das machen in meinem Kopf und natürlich war ich auch
- 15:19finanziell davon abhängig, das habe ich auch nicht gar nicht
- 15:21vergessen, ja, aber vielleicht auch dadurch durch die.
- 15:28Feierkultur Clubkultur hat sich das vielleicht dann doch noch
- 15:33mal verstärkt, weil da war natürlich alles erst mal
- 15:35unbeschwert. Ich mein, wenn wenn man so ein
- 15:38Raum betritt, so, so, ich auf jeden Fall, lasse erst mal
- 15:41alles, was sonst so los ist, vor der Tür und sonst?
- 15:47So überall, wo ich unterwegs war, hab ich nur daran gedacht.
- 15:50OK, ist jetzt gut für meine Leistung, ja oder Nein.
- 15:51Ich bin eigentlich schon erschöpft, OK, jetzt bräuchte
- 15:53ich eigentlich n paar energieregel und was essen und
- 15:56eigentlich kann ich auch nicht länger als 15 Minuten laufen
- 15:58weil ich dann so müde bin, dass ich jetzt irgendwie wieder nach
- 16:01Hause möchte und irgendwie sind es bei mir auch so viele
- 16:05Gedanken gewesen, die sich immer wieder um dieses Training, um
- 16:08den Sport, wie kann ich meine Leistung verbessern gekreist
- 16:12haben, dass das so ein extremer Kontrast war.
- 16:17In dem Ort, ich meine, da gibt es einfach, man tanzt, man sieht
- 16:20Leute, man redet, man trinkt an der Bar irgendwie was oder sitzt
- 16:25oder macht was auch immer. Und also so hat mein Leben
- 16:30einfach nicht funktioniert, das war das komplette Gegenteil.
- 16:35Und dann hast du dich ja dafür entschieden, aufzulegen.
- 16:40Es kam eher ich, ich würde sagen, das ist ich, habe mich
- 16:43dazu entschieden, sondern ich. Wurde.
- 16:47Warum? Warum ich das, warum ich das
- 16:48Sage, ist ja sozusagen einerseits sozusagen raves und
- 16:50Clubs zu besuchen und das sozusagen als als Gast
- 16:55wahrzunehmen und daran zu partizipieren, ist ja eine Sache
- 16:59und die andere Sache sei dann auch für für sich zuzugucken,
- 17:02okay wo kannst du jetzt noch in irgendeiner Form hingehen, so
- 17:05ne, also wie nehme ich Musik, war, was mache ich mit der
- 17:08Musik, kann ich dir in irgendeiner Form für mich selber
- 17:11umdeuten, mache ich da was Praktisches draus?
- 17:15Die Entscheidung hast du nicht selber getroffen.
- 17:18Na, ich war halt relativ regelmäßig auf Partys, nachdem
- 17:24ich aufgehört habe, eigentlich immer wieder im selben Kontext
- 17:28und dadurch, dass ich ja jetzt erstmal keine Struktur mehr
- 17:31hatte, außer dass ich diese Arbeit beenden muss, aber keine
- 17:33wirklichen Termine. Also für mich war das erstmal
- 17:35wirklich es kannst du dir das nicht vorstellen, aber ich hatte
- 17:38ja mit, ich war 28 hatte noch nie in meinem Leben, dass ich
- 17:41irgendwann mal dachte, OK jetzt. Ich weiß jetzt gar nicht, was
- 17:46ich so als nächstes mache und das ist irgendwie schon krass,
- 17:48weil einerseits natürlich so, ich hab viel mal reif gehabt und
- 17:51es war irgendwie cool, ja und andererseits oder
- 17:58beziehungsweise dadurch könnte ich dann halt einfach so jedes
- 18:01Wochenende auch weggehen oder fast jedes, und ich glaube, da
- 18:04habe ich ja erst so richtig verstanden, was club Kultur
- 18:07eigentlich ist und sein kann, weil für mich ist es so ein
- 18:09sozialer Raum geworden. Klar zu der Zeit auch war das
- 18:13eine Wochenstruktur was was super Schönes hatte.
- 18:16Ich habe so viele neue Leute kennengelernt, aber auch
- 18:21Verbindungen die wirklich so tief und intensiver geworden
- 18:24sind und richtig schöne Verbindungen und viel mehr als
- 18:27ich das so oder vielleicht für diese Lebensphase auf jeden Fall
- 18:30viel passender und ja, genau dadurch, dass ich dann jede
- 18:35Woche eben unterwegs war, habe ich die Musik noch viel mehr
- 18:38lieben gelernt, weil jetzt natürlich viel mehr Verbindungen
- 18:40mit Menschen mit. Tanzmomenten und in einem ganz
- 18:44anderen Mindset waren. Und weil es eben eh so eine
- 18:47Phase war von OK, ich weiß jetzt gerade gar nicht so, was ich so
- 18:51richtig mache, aber ist auch ganz gut so, habe ich halt voll
- 18:53viele Sachen ausprobiert, hatte so verschiedene hyperfuchs
- 18:56Phasen, so über Töpfern, malen und habe auch so dann nach einer
- 19:02Zeit gesagt, so aus Spaß OK, wenn weil ich habe dann immer
- 19:05gemalt und nebenbei Musik gehört und dann irgendwann Tracks und
- 19:08dann und ich irgendwie dabei so. Tracks gesammelt und war so AH,
- 19:11die kenne ich doch von da und den von da und habe das erst mal
- 19:14so ein Verständnis dafür bekommen, wie überhaupt man zum
- 19:16Beispiel dann so ein Set aufbauen könnte, weil ich habe
- 19:19da vorhin nicht drüber nachgedacht, einfach weil es
- 19:21nicht notwendig war. So, und dann hat mir eine
- 19:24Freundin einen Link geschickt zu einem DJ Workshop von Stella von
- 19:27Body Language und habe ich weiß noch voll die weil es war ganz
- 19:31wenig Platz, ich habe voll die krasse Bewerbung geschrieben,
- 19:34habe mir so also nicht Bewerbung, aber man sollte es
- 19:36schreiben warum man Lust darauf hat.
- 19:39Voll Mühe gegeben und dann hat es geklappt und.
- 19:42Erinnerst dich noch an so n Kernsatz?
- 19:44Ja, genau. Ich fand diesen Workshop nämlich
- 19:46so cool, weil OK, ich war gerade schon wieder dabei aufzurufen,
- 19:53aber genau Kernsatz war auf jeden Fall, dass Stella so
- 19:56meinte. Ganz ehrlich, wenn ihr Musik
- 19:59machen wollt, macht es einfach so, wie ihr das wollt und Scheiß
- 20:02darauf, also jetzt übersetzt in meiner oder?
- 20:06Paraphrasiert Scheiß einfach darauf, was andere machen und
- 20:11macht einfach euer eigenes Ding. Vor allem in der Branche.
- 20:14Es gibt so viele, insbesondere Männer, die euch sagen, so muss
- 20:18man DJ so nicht und einfach so Fakten und ich war so geil, weil
- 20:24das war glaube ich das was mich so dahin getrieben hat, einfach
- 20:27so dieses ein Weg zu haben. Der nicht vorgegeben ist.
- 20:31Also ist halt wirklich genau das Gegenteil und einfach so dieser
- 20:34Zuspruch einfach das zu machen was ich denke, was richtig ist.
- 20:39Ja und deswegen bin ich dann dabei geblieben.
- 20:42Warst du auch qua deiner Geschichte so ein bisschen müde?
- 20:45Diesbezüglich klingt jetzt vielleicht ein bisschen
- 20:47oberflächlich, aber dieses also. Taktung kann ja gut sein und
- 20:53wichtig sein, weil man Leistung hat und Erfolge und einen Weg
- 20:57beschreitet in irgendeiner Form. Taktung kann aber auch dazu
- 21:00führen, dass man nicht so viel Auseinandersetzung mit sich
- 21:03selbst in irgendeiner Form hat, Haue ich das richtig zusammen?
- 21:07Ja, doch schon. Und dass es halt nur diesen
- 21:09einen richtigen Weg gibt und quasi, ich glaube es kommt dann
- 21:12auch immer so ein bisschen auf die Persönlichkeitsstruktur an,
- 21:14wie man selbst, so worauf man selbst ganz gut anspringt und
- 21:18worauf auch nicht und? Für mich natürlich war das
- 21:21irgendwie einerseits angenehm, so ne Art Guideline zu haben,
- 21:24das und das musst du machen und dann wirst du wird es
- 21:27funktionieren und dann hat es auch funktioniert, aber
- 21:30gleichzeitig glaub ich hatte ich auch schon vorher ganz schön
- 21:32viel mir selber, was dadurch echt extrem kaputt gemacht
- 21:35wurde, weil dass ich überhaupt erst in verschiedene
- 21:37Trainingsgruppen gekommen bin dann.
- 21:39Oder dass Leute mir dann von Anfang angesagt haben.
- 21:41Ja, du bist voll gut, du bist das Macht voll Sinn, dass du
- 21:43jetzt leistungsquote machst. Du bist talentiert, das kam ja
- 21:45erstmal von mir und dann dieser Antrieb und dieser Ehrgeiz kam
- 21:48auch von mir und dann gesagt zu bekommen, Nein, das ist falsch,
- 21:51nein, so ist es nicht, nee, du bist hier aber zu frapsig oder
- 21:54du bist hier viel zu unfokussiert, hat meiner Meinung
- 21:58auch sehr dazu beigetragen, dass ich da mich dann so sehr drauf
- 22:03versteift habe, was ich einfach alles falsch mache.
- 22:05Und auch dazu beigetragen, dass ich es einfach gar nicht mehr
- 22:07genießen konnte und mich auch als Person einfach so n bisschen
- 22:11kaputt gemacht und als Sportpersönlichkeit auch.
- 22:15Und ich mein, es gibt natürlich auch andere Methoden, aber die
- 22:19hatte ich leider nicht. Ja und dann war das natürlich
- 22:24irgendwie ganz cool, weil ich wusste, so, die Musik liebe ich
- 22:27seit Jahren und die Leidenschaft und das ist alles, was ich, was
- 22:32mich irgendwie gerade so antreibt.
- 22:35Und das dann einfach so zu machen, wie ich das möchte, war
- 22:39irgendwie echt voll, was ich glaube ich in dem Moment
- 22:42gebraucht habe. Und ja.
- 22:44Und dann hast du da einen Plattenteiler gestanden oder
- 22:46digital. Nee, digital.
- 22:48Ach, kann ich tatsächlich gar nicht, aber ich habe letztens
- 22:51einmal 2 Tricks von. Anderen Personen
- 22:55zusammengemischt zuerst mal. Aber nee, das war ein Vinyl
- 22:58Workshop. Wusste auch tatsächlich vorher
- 23:00gar nicht was das ist beziehungsweise Schallplatten
- 23:03schon, aber ich habe es gar nicht gesehen, dass da drauf
- 23:05stand. Weine Workshop und ich erinnere
- 23:08mich auch noch, weil Julian, mit dem ich auch zusammen spiele,
- 23:13also ich spiele nicht mehr alleine, sondern auch als Duo
- 23:15Undefined Destructions und Julian, den hatte ich auch, wie
- 23:20wir uns ja auch in der Panorama Bar kennengelernt in dem Jahr.
- 23:24Und wir haben so richtig über Musik, Connected und also
- 23:27eigentlich vorher connected und dann über Musik so sehr
- 23:29komplementär, was irgendwie auch krass war.
- 23:31Und ich weiß noch, dass der mir damals geschrieben hatte, ja,
- 23:35voll schön, das ist ja auch ein Vinyl Workshop, weil der auch in
- 23:38dem Jahr vorher angefangen hat, und ich war so Vinyl Workshop,
- 23:41was soll das sein, ne also ich weiß echt noch wie ich das
- 23:43gedacht habe und dann stehe ich da und hab das in diese
- 23:46Querverbindung gezogen und find es irgendwie auch so passend zu
- 23:49dem macht doch was ihr wollt, weil ich find gerade so es gibt
- 23:52schon auch so ne Richtung von. Leuten, die so sind.
- 23:55Ja, Ach du kennst das jetzt nicht oder so.
- 23:58Ja Entschuldigung, ich bin einfach nicht so privilegiert
- 24:00aufgewachsen, also wir hatten einfach andere Probleme als
- 24:04jetzt so, keine Ahnung, jede, jedes einzelne Teil was es gibt
- 24:12können. So ja, also da ist muss ich ja
- 24:16sagen, manchmal die Szene auch n bisschen ausgrenzend.
- 24:19Einerseits gibt es Leute, die sehr den.
- 24:24Akkurates auflegen oder Akkurates musizieren in der Form
- 24:27extrem wichtig sind, was auch in einer gewisser Form ja auch
- 24:30immer eine spezifische Form des der Technik oder was auch immer
- 24:35aufgegangen ist. Auf der anderen Seite wird einem
- 24:38ja auch, glaube ich gesagt, wenn du sowas machst, mach dein Ding,
- 24:43hast du ja dann trotzdem gut zu dir gefunden in irgendeiner
- 24:46Form. Voll, aber ich glaube halt
- 24:47wirklich, also, dass ich das gehört habe von einer Person,
- 24:49die. Das Lustige war auch, dass ich
- 24:52sie tatsächlich vorher an dem Wochenende auf der Multisex
- 24:55gesehen hatte, bei einem Opening und das Set richtig gut fand.
- 25:00Und kannte es ja davor auch gar nicht.
- 25:01Und dann hat es ja da einfach diesen Workshop gemacht, das war
- 25:04eigentlich voll die coole Verbindung, also erstmal war ich
- 25:06dann so musikalisch schon voll beeindruckt, dann das von einer
- 25:10Person zu hören, die ja die das selbst so macht und so weit
- 25:15gekommen ist, war glaube ich irgendwie.
- 25:19Weil ich glaub, das war auch so n bisschen was mich ehrlich
- 25:20gesagt vorher davon abgehalten hätte.
- 25:22Also erstmal so, ich glaub digital wär auf jeden Fall an
- 25:27der Stelle nicht für mich gewesen, weil ich denk mir so
- 25:29ich bin eh schon genug vor einem Bildschirm an meinem Handy, also
- 25:32wirklich und ich hab es das ich verbinde das noch so damit weil
- 25:35ich ja noch keine Ahnung davon hab wie das funktioniert und
- 25:40obwohl es ja was ganz anderes auch ist.
- 25:41Aber mein Gehirn funktioniert halt einfach so auch und.
- 25:45Erstmal genau diese Sache und ich glaub was mich genau
- 25:48abgeschreckt hat, vor allem auch war einfach so zu wissen.
- 25:51OK dann muss ich wieder ganz spezifisch irgendwas wissen.
- 25:54Ich möchte doch einfach nur Musik hören, gute Musik und es
- 25:58reicht mir dann anstatt dann so viel da reinzugeben und dann kam
- 26:01es automatisch. Das ich, das finde ich ein
- 26:03bisschen lustig, weil am meisten ist es ja irgendwie die
- 26:06Argumentation, ja andersrum das sozusagen.
- 26:10Ältere Generationen sagen, Vinyl ist sozusagen das Ding.
- 26:14So, da ist sozusagen, da steckt die Qualität drin, weil der
- 26:19Zugang durch digitale Medien so leicht ist, dass man quasi gar
- 26:23keine Qualitäten aufbauen muss, weil einem die Technik so
- 26:27zuspielt. Sync Button überhaupt die ganzen
- 26:32Player ermöglichen einem das ohne großartige, in
- 26:35Anführungsstrichen Skills Sets zu bauen.
- 26:38Weil. Ja, ich glaub also ich seh das
- 26:42so. Also ich hab bei digital jetzt
- 26:43noch nicht ganz durch, noch nicht ganz verstanden wie das
- 26:48alles funktioniert, aber was ich jetzt von den paar malen die ich
- 26:52da mal daneben stand oder auch dann mal ich mein gemerkt hab
- 26:55ist man kann halt glaub ich einfach ne ganz andere Form noch
- 26:58mal von Musik machen und das. Und jetzt über diesen Ansatz
- 27:01denk ich mir so hm, vielleicht wäre das doch für für irgendwann
- 27:04mal ganz cool, oder? Ich stand auch mal da, weil
- 27:06letztens hatte ich irgendwie so n bisschen keine kreative Krise,
- 27:09weil ich recht viel irgendwie Sachen hatte und dadurch, dass
- 27:12das alles noch nicht so mache, das ist alles echt noch so n
- 27:14großes Ding für mich irgendwie sets vorzubereiten oder die
- 27:17Selection und so weiter was ich spiele und natürlich auch
- 27:20Aufregung und so und hatte dann so n bisschen, dass ich dachte
- 27:24OK. Ich weiß irgendwie gar nicht
- 27:26mehr. Ich hab gar keinen Bezug mehr zu
- 27:27meinem Platten. Es ist dann hört sich auch immer
- 27:29alles so sehr extrem an, vielleicht muss übertrieben aber
- 27:31und dann fand ich es irgendwie, da hab ich es gemacht, mal so oh
- 27:34wie schön, ich hab ja noch voll lange Zeit, dann kann ich mich
- 27:38ja irgendwie mal wieder viel mehr auf die Musik konzentrieren
- 27:41anstatt jetzt zu überlegen welche welche passt jetzt noch
- 27:43mal am besten dazu, weil es alles so viel schneller geht und
- 27:46das hat mich in dem Moment entspannt genau, aber ich würd
- 27:51ja. Sozusagen sind halt 2
- 27:53unterschiedliche Sachen. Aber heutzutage spielen ja die
- 27:55meisten Leute digital und sind eher so.
- 27:57Ach krass, du spielst phenyl, wobei es ja auch mehr wird, aber
- 28:02ich hab das Gefühl, dass es schon auch so gewertschätzt ist.
- 28:05So also leider nicht finanziell, weil Zahlung ist trotzdem das
- 28:09gleiche, warum eigentlich, aber ja sonst schon.
- 28:15Thema Hyperfokus angesprochen hat.
- 28:18Wie heißt. Kommt also ist sozusagen dieses.
- 28:23Also Vinyl auflegen hat ja auch echt viel mit Erfahrung zu tun,
- 28:27so ne, also dieses Beatmatching, so was dauert ja auch ne ganze
- 28:31Weile, da steckt man ja wirklich viel Training rein, also das
- 28:34kann man sozusagen in alle Bereiche machen.
- 28:36Im digitalen finde ich das insofern n bisschen einfacher,
- 28:40weil man wie gesagt Sachen durch technische Voraussetzungen.
- 28:45Sehen kann. Sehen kann und wirklich sie
- 28:47einfacher auch bauen kann. Und dann steckt vielleicht die
- 28:49Qualität auf einer anderen Ebene drin, aber gerade analog
- 28:54analoges Arbeiten setzt ja auch viel Training voraus.
- 28:58Ja, vielleicht wäre das so ein bisschen meine Stärke, weil ich
- 29:01habe, ich habe ja wirklich, das war ja vor einem Jahr dieser
- 29:05Workshop, und dann habe ich mir das Setup geholt beziehungsweise
- 29:09Julian hat mir das auch geholt. Also ich habe es bezahlt, aber
- 29:12quasi weil ich alles so mir gesagt was ich brauche und dann
- 29:19habe ich ein paar Platten bestellt und ich hatte
- 29:21natürlich, wie ich ja auch gerade schon gesagt hatte, ich
- 29:23hatte Zeit und ich hatte auch Geld ein bisschen übrig,
- 29:25deswegen konnte ich auch, weil es ist ja wirklich auch alles
- 29:27recht teuer, muss man noch dazu sagen, auch wenn es irgendwie
- 29:32günstig mal was gibt, aber man braucht ja schon ein paar
- 29:34Grundlagen erstmal und dann habe ich mich. 3 Monate eingesperrt
- 29:41und so geübt also, aber ja, hyperfokus einfach, weil ich war
- 29:47wirklich sowieso ein bisschen besessen und konnte nichts
- 29:49anderes machen als üben und wollte dann auch nicht
- 29:52rausgehen, was irgendwie auch was Schönes war, weil ich musste
- 29:54ja jeden Tag aus dem Haus und dann irgendwie in meinem Zuhause
- 29:58zu sein, war so Cosy, ohne irgendeinen Zwang und dann das
- 30:03so zu üben, habe mich irgendwie richtig erfüllt und ja, dann
- 30:08habe ich das Halt beigebracht. Und zwischendurch ab und zu dann
- 30:12auch mal zusammengespielt und auch viel alleine.
- 30:14Dann unter der Woche und ja. Und das ist ja Vinyl.
- 30:22Ist ja auch so ein Open End Ding.
- 30:24Die Voraussetzung ist ja nicht so eine kleine digitale Datei,
- 30:26die du für 0,99€ oder je nachdem was du für ein Format irgendwo
- 30:29kaufst, sondern du rennst ja auch in Plattenläden und
- 30:34schaffst du dein Archiv und in irgendeiner Form an ne.
- 30:37Ja, also du musst leider sagen, du.
- 30:40Ich bin wirklich sehr ne online diggerin, aber was einfach damit
- 30:45zu tun hat, dass ich einfach wirklich viel zu Hause war im
- 30:47letzten Jahr, weil jetzt ich möchte eigentlich auch mehr in
- 30:49Plattenläden gehen. Jetzt habe ich wieder ein
- 30:51bisschen weniger Zeit, aber ich, weil ich glaube da sind wirklich
- 30:53die Schätze vergraben, aber wobei ich auch schon online
- 30:56wirklich sehr viel gefunden habe, aber eigentlich ja auch
- 31:00ganz schön, weil dann habe ich es alles noch vor mir so richtig
- 31:04also ich habe es ein paar Mal gemacht, aber noch nicht so
- 31:06richtig. Oft im Vergleich zu online.
- 31:08Also da bleib ich wirklich einfach hängen, weil man da auch
- 31:12echt in so gute, in so gute ja suchen teilweise kommt und die
- 31:18dauern dann auch, aber am Ende ist auch voll schön, wenn es
- 31:22dann so klingelt und dann kommt Paket, das habe ich vergessen,
- 31:24aber ich war wirklich schon viel Geld verloren, vor allem auf
- 31:26Discox. Ja das ist wirklich schlimm.
- 31:30Hast du Lampenfieber, wenn du spielst?
- 31:32Ja, ja, schon. Also.
- 31:37Ich frage jetzt auch schon wieder in in dieser, in dieser
- 31:40Klammer sozusagen, wenn man in einem Team arbeitet, verteilt
- 31:44sich der Fokus womöglich. Ja, ja, doch, es ist schon
- 31:49anders. Ich meine da also, wir haben ja
- 31:50auch, also zu zweit hatten wir jetzt bisher 2 Gigs, weil es ist
- 31:54echt, also einfacher irgendwie vielleicht am Anfang, vor allem
- 31:57wenn man noch nicht so etabliert ist.
- 32:00Ist schwieriger, zusammen Gigs zu bekommen, weil ich hab das
- 32:03Gefühl, Leute haben das gar nicht so auf dem Schirm mit dem
- 32:05Duo und dass wir auch wirklich ein Duo sind und wollten auch
- 32:08eigentlich so anfangen, aber dann haben wir eher so 1
- 32:11vereinzelt immer Anfragen bekommen und dann ist ja auch
- 32:14irgendwie und wir wollen ja auch beide beides machen und haben ja
- 32:16auch, aber beide eigentlich gleichzeitig angefangen und ich
- 32:21würd sagen dadurch also dass aber beide Personen so ihre
- 32:24Qualität mit reinbringen und wir uns da irgendwie voll gut
- 32:27ergänzen. Kann man dann, wenn eine Person
- 32:29aufgeregter ist. Also bei mir sind so zum
- 32:30Beispiel vor unserem Duo Debüt, hatte ich halt schon ein paar
- 32:34Gigs gehabt in letzter Zeit und dadurch konnte ich dann
- 32:37irgendwie so ein bisschen entspannter sein und dann das
- 32:39vielleicht so ein bisschen auffangen, aber als dann Julian
- 32:41sich entspannt hat, dann wurde ich wieder aufgeregter oder auch
- 32:44vor allem in der Vorbereitung war ich halt viel, viel
- 32:47aufgeregter, war ich irgendwie dann so, und das kommt halt
- 32:49wirklich auch noch im Sport bei mir, dass ich dann irgendwie so
- 32:51zu akribisch werde oder so sehr. Ja, so extrem hohe Ansprüche an
- 32:59mich hab und eigentlich wollte ich das doch jetzt bei der Musik
- 33:01anders haben, weil ich das genießen möchte.
- 33:03Und ich finde es ist auch was ganz anderes, aber braucht
- 33:05natürlich so n bisschen ja aber ich glaub.
- 33:10Was auf jeden Fall schön ist, also was richtig cool ist, ist,
- 33:12dass wenn wir sozusagen spielen, uns echt immer gegenseitig so
- 33:15zusprechen und das echt noch mal so ne Art Teamwork ist oder zu
- 33:19überlegen, was meinst du wenn ich gerade zum Beispiel nicht
- 33:21genau weiß, welchen Track ich als nächstes spielen sollte, was
- 33:24selten vorkommt, aber dann oder wenn ich den Raufmache, dann
- 33:27frag ich so ja, was denkst du dazu, passt der und dann ist für
- 33:31ihn so ja oder nee was ist denn mit dem und dem aus deiner
- 33:34Selection, weil wir die irgendwie auch so ganz gut
- 33:36kennen also. Das ist echt was richtig,
- 33:38richtig cooles und besonderes, glaube ich auch.
- 33:41Fällt dir das leicht zu connecten?
- 33:43Ja, ja, doch, schon. Ich glaube also kommt auf drauf
- 33:48an, aber wenn der Vibe sozusagen da ist, schon, ja.
- 33:53Weil ich, ich, ich kann mir mal vorstellen, wenn man in einen
- 33:57sich sozusagen in einen, in ein neues Gebiet reinarbeitet.
- 34:02Einerseits mit den eigenen Ansprüchen hadert oder arbeitet
- 34:06und auf der anderen Seite aber auch noch total viele Fragen
- 34:09hat, auf die es keine klaren Antworten gibt, weil man einfach
- 34:12nicht weiß, in welchem Umfeld man sich so bewegt.
- 34:15Es ist ja auch so, dass man so ja das vielleicht manchmal ein
- 34:21bisschen schwierig ist. Und die Frage ist, wie, wie, wie
- 34:23findet man denn Antworten auf irgendwelche Fragen?
- 34:26So und gerade so in der Clubwelt finde ich manchmal, wenn man von
- 34:29außen kommt, ist es nicht so ganz klar, welche Wege man
- 34:32beschreiten kann, um zum Ziel zu kommen.
- 34:35Voll. Nee, das stimmt und ich würde
- 34:37sagen, auch gerade am Anfang war das so echt, so ein bisschen
- 34:41schwierig, dann aber auch, also für mich, aber für uns beide
- 34:45auch so als du und dann ich würde sagen, wenn wirklich
- 34:48einfach alles mögliche probiert. E Mails geschrieben, auf Leute
- 34:53zugegangen, aber gleichzeitig dadurch, dass ich ja auch schon
- 34:56vorher viel unterwegs war, kannte ich auch einfach schon
- 34:58ein paar Leute und es ist wirklich so, können das eine und
- 35:02Connections ist das andere, weil es sind im Endeffekt dann Leute,
- 35:06die einen Fragen, die selbst irgendwie in Kollektiven sind
- 35:10oder da Partys veranstalten oder Partys, auf denen man vielleicht
- 35:13selbst schon war und Freundliches organisieren und
- 35:16die dann das. Auch Fragen, was irgendwie voll
- 35:19schön ist, weil das war mir dann gar nicht so klar vorher, weil
- 35:23ich dachte, so okay ich muss es jetzt irgendwie machen und ich
- 35:27meine im Endeffekt so, wir haben halt einfach Lust zu spielen.
- 35:32Und ja, aber ich denke keine Ahnung kennt man vielleicht auch
- 35:38noch die ganzen Orte die es gibt oder alle Möglichkeiten und ich
- 35:42hatte auch auf jeden Fall sehr viel Unterstützung, muss ich
- 35:46auch sagen durch Freundinnen und ich.
- 35:48Gerade so. Ich habe das Gefühl, so in der
- 35:50Vinyl Community gibt es auch echt viele richtig richtig liebe
- 35:54korrekte Leute die so voll supportiv sind, richtig
- 35:58unterstützen und irgendwie hatte ich da voll Glück, dass ich da
- 36:01auf die Leute getroffen bin und es ist voll schön.
- 36:05Also es sind auch echt viele neue Freundinnenschaften
- 36:07entstanden und ja der Support und was ich irgendwie finde was
- 36:12man auch so weiterleben sollte oder was?
- 36:14Ja, ich irgendwie auch gerne so machen würde es.
- 36:17Gibt so negative Sachen wo du sagst, manchmal stresst sich das
- 36:21in irgendeiner Form oder ist es unangenehm in der Szene, oder?
- 36:26Ja, schon. Ich finde, es gibt auch viel
- 36:28Oberflächlichkeit, viel Unfreundlichkeit, irgendwie
- 36:32Respektlosigkeit. Es kommt immer so ein bisschen
- 36:34darauf an, wo man hingeht, an welchen Orten, aber ich finde
- 36:37schon, dass es irgendwie mehr wird, und wenn ich mich so als
- 36:41queere Flinterperson auf dem Schwarze.
- 36:44Von Dance von ich wohl fühle, aus einer Kultur, die von meiner
- 36:49Community kommt, stimmt halt einfach irgendwas nicht.
- 36:52Und weil die also diese Kultur ist da, weil wir diese Orte
- 36:56brauchen und dann, wenn Leute sich das einfach so nehmen und
- 37:02fast dann so oder wirklich ein Einnehmen ist, ist.
- 37:08Ist das was, was dir in Berlin so ein bisschen aufgefallen ist?
- 37:10Oder ist es auch sozusagen? In anderen städtischen Kontexten
- 37:14oder irgendwas, wo du sagst, ist vielleicht so was allgemeines.
- 37:18Ich würde sagen, es ist schon was allgemeines, auch was
- 37:20globales. Also es ist ja nicht nur jetzt
- 37:22an der Clubkultur, sondern so ein grundsätzliches soziales
- 37:25Phänomen, kulturelle Aneignung, aber in Berlin fällt mir das
- 37:31natürlich auf, weil ich jetzt, was Clubkultur angeht, hier vor
- 37:33allem unterwegs bin und ja, und was auch ein Grund ist, warum
- 37:38zum Beispiel viele meiner. So vor allem queeren, Schwarzen
- 37:42oder Bypo Friends. So sind nee da und da und ich
- 37:44auch so, an die die Orte gehen wir nicht, oder da gehen wir
- 37:47auch nicht, gehen wir auch nicht mehr hin, weil es einfach nicht
- 37:49so angenehm ist für uns, also gibt einfach sehr wenig Orte ja
- 37:53eh schon und dann halt so in der Clubkultur oder in der Clubszene
- 37:58und Partyszene das auch nicht zu haben, obwohl das der Space für
- 38:01uns sind. Also natürlich können wir auch
- 38:03unsere eigenen Sachen machen und so weiter aber die.
- 38:09Mehrheit die Mittel so, wer hat Geld, wer hat die Möglichkeit
- 38:12erstmal sowas zu machen in der entweder freien Zeit oder als
- 38:15Beruf und so weiter also sind dann eher die weniger
- 38:20marginalisierten Personen, ja. Ja, also ich ich.
- 38:26Ich finde bei bei mir doch immer wieder ein zwiespältiges
- 38:28Verhältnis, weil ich tatsächlich auch sagen muss.
- 38:34Mein mein Ausgehen und mein Feiern gehen ist quasi, hat
- 38:38sozusagen gar keine Grenzen in irgendeiner Form.
- 38:42So ne do this white so, das sind wahrscheinlich die Marker, die
- 38:47es dann in irgendeiner Form ausmachen.
- 38:49Insofern wenn ich jetzt kritisch auf mich gucke, werde ich gar
- 38:53nicht auch häufig so rein, also im Feiern jetzt mal jetzt nicht
- 38:56so meinen beruflichen Weg, sondern wirklich mal im Feiern
- 38:58werde ich häufig, wenn ich gerade in irgendeiner Form
- 39:00irgendwas passiert. Werde ich auch gar nicht so
- 39:04daran an so einer auf so eine Ebene geführt, sensibel zu sein,
- 39:08weil ich es ganz häufig auch nicht muss, wenn ich es jetzt
- 39:10mal ganz drastisch formuliere. Ja, ja.
- 39:15Ich glaube, die Wertschätzung, das klingt immer ein bisschen
- 39:18komisch, wenn man sagt, Clubräume sind soziokulturelle
- 39:21Räume, sind Schutzräume. Klingt von von von meiner
- 39:26Perspektive, so ein bisschen aufgesetzt sind sie aber.
- 39:29Sind Sie. Weil sie so Räume sind, in denen
- 39:31man. Voll und ich finde, es reicht ja
- 39:34schon, einfach zu überlegen, so wie bin ich, wie bewege ich also
- 39:37das heißt es reicht, aber es könnte ja vielleicht mein Anfang
- 39:39sein oder ich finde, das ist eine Grundvoraussetzung, die ich
- 39:42grundsätzlich so an Individuen stelle, so wie bewege ich mich
- 39:45in einem Raum, wieviel nehme ich gerade ein, wie fühlen sich
- 39:51andere und so, ich meine, es sind doch so viele Menschen
- 39:54gebildet auch, und das hat ja nicht mal was mit Bildung zu
- 39:58tun, aber unterhalten sich über die.
- 40:01Schwierig? Ja, Ex oder keine Ahnung, wenn
- 40:05Leute dann ankommen und mir erzählen.
- 40:07So und so muss man DJ irgend machen und dann nicht mal
- 40:10merken, dass irgendwie schon wieder sie nur den Redner ein
- 40:13teilhaben, dann denke ich mir so what the fuck also ich habe da
- 40:17auch kein Interesse da mehr dran, aber ich bin also fast
- 40:22trotzdem schockiert, obwohl ich gar nicht schockiert bin über
- 40:25viele Situationen, aber genau vielleicht einfach.
- 40:30Aber auch schade, dass viele Menschen gar nicht wissen, so
- 40:33woher kommen eigentlich Dance Floors, wie sind die entstanden,
- 40:36obwohl sie so sehr Teil das auch als Teil ihres Lebens haben?
- 40:40So, also es ist ja vielleicht auch eine Frage von Interesse,
- 40:45denke ich mir. Ja, die harte Antwort wäre,
- 40:51Feierkultur kann es manchmal auch egal sein.
- 40:54Fragezeichen. Nee, weil so.
- 40:59Die Hierarchien also, da sind wir wieder bei Hierarchien, dann
- 41:03eigentlich auch, sind ja dann sehr existent, also weil wir
- 41:07sind ja nicht alle gleich, sondern wir sind alle in
- 41:10unterschiedlichen Positionen im Raum, und wenn wir irgendwie
- 41:12sehr viel macht haben und Privilegien und dadurch andere
- 41:16unterdrücken, dann kann es nicht egal sein.
- 41:21Ja, ein krasses Beispiel ist auch so, ich stand.
- 41:25Mit einer Person, die selbst in einem sehr bekannten Club
- 41:28gespielt hat, in dem Club und auf der Tanzfläche.
- 41:34Und selbst da wieder die Männerschultern rechts, links
- 41:37und ich denk mir so mein Gott, die hat vor 2 Wochen hier
- 41:39gespielt, also selbst wenn es nicht so wäre aber also ich will
- 41:44jetzt auch gar nicht so die Person, die spielt irgendwie so
- 41:46sehr hierarchisch hochheben, aber es ist ja natürlich dennoch
- 41:51so, dass irgendwie. Zur heutigen Zeit DJ S teilweise
- 41:55anders behandelt werden, zumindest in kommerzielleren
- 41:58Veranstaltungen. Und ja, also das ist ja einfach
- 42:04was sehr zwiespältiges und ja. Also Clubräume sind sensible
- 42:16Räume, Clubräume bringen eine gewisse Wertschätzung für die.
- 42:20Für die unterschiedlichsten Personen und die
- 42:22unterschiedlichsten Gruppen mit, die sich dort die, die dort
- 42:26aufeinandertreffen, wenn Clubkultur, wie es jetzt ist, so
- 42:29n bisschen bedroht ist insofern, dass sich auch das
- 42:32Ausgehverhalten der Person verändert.
- 42:34Also es war jetzt öfter auch schon Thema bei uns im im im
- 42:38Podcast, aber auch grundsätzlich so, dass dass Clubräume an sich
- 42:42so n bisschen verblassen und die Menschen wegen Kollektiven zum
- 42:46Beispiel hingehen, also dass sozusagen dieses.
- 42:50Warum gibt es einen spezifischen Club?
- 42:51Wie ist der ausgerichtet, von wem wird der gemacht, was gibt
- 42:54es für n Profil dahinter, mit welchem Engagement, vielleicht
- 42:57auch also soziokulturell, aber vielleicht auch politisch in
- 43:02irgendeiner Form würdest du sagen, dass sozusagen das
- 43:08Clubwelt oder die Veränderung in der Clubwelt da so n bisschen
- 43:13abträglich ist, sozusagen um Räumlichkeiten zu schaffen für
- 43:16Menschen. Die wenig Berührungspunkte sonst
- 43:20miteinander haben. Du meinst, dass es so
- 43:24zurückgeht? Gute Frage, Ja, kann schon, kann
- 43:30schon sein, weil ich meine so Kollektive sind ja schon auch,
- 43:36also natürlich auch Musik, aber ich finde in meinem Verständnis
- 43:39auch immer viel so personenspezifische
- 43:42Personengruppen die das anspricht und andere Leute die
- 43:47das so. Gar nicht anspricht.
- 43:48Ich meine ja doch, kann schon sein, ich meine, wenn jetzt
- 43:57wieder Artists, die zum Beispiel sehr beliebt sind oder die viele
- 44:02Menschen kennen, Teil in einem Kollektiv während da spielen
- 44:05würden, würden das vielleicht noch mal mehr andere Leute mit
- 44:08anziehen und es werden ja auch immer wieder gästeartists
- 44:11gebucht von kollektiven. So darüber.
- 44:15Aber ich find eigentlich war das oder hat es ja auch was sehr
- 44:17Schönes, so dass also gerade jetzt Clubs wirklich, das ist
- 44:21der Clubs bekannt und man weiß einfach, man hat da ne gute Zeit
- 44:24und dann kommen Leute aus allen verschiedenen Teilen der
- 44:27Gesellschaft und das ist ja irgendwie auch das Schöne, also
- 44:29wenn sich halt alle irgendwie benehmen und respektvoll
- 44:32miteinander umgehen, dass man echt auch Leute trifft.
- 44:35Mit denen hätte ich sonst gar keine Berührungspunkte jemals
- 44:37gehabt. Und selbst wenn es nur ist, dass
- 44:39man irgendwie das gleiche Gesicht so alle 2 Wochen wieder
- 44:41sieht oder dann mal 23 Worte wechselt, hat er auch was voll
- 44:44schönes und was voll Verbindendes und das geht dann
- 44:47dadurch ja würde ich sagen, schon ein bisschen weg und
- 44:51andererseits schafft es vielleicht wieder mehr Raum,
- 44:53Räume auch, wo Menschen sich dann wohler fühlen in dieser
- 44:57Entwicklung. Und ja, ich meine am Ende.
- 45:01Wird es eh wieder alles Eingriff und jetzt so negativ zu wirken.
- 45:04Aber nein, ich glaube es hat vielleicht auch was ein bisschen
- 45:06Natürliches, dass sich alles wieder irgendwie erneuert und
- 45:09irgendwie verändert und dann in die eine Richtung und dann
- 45:12vielleicht wieder ein bisschen zurück und was irgendwie auch
- 45:14was Gutes ist in Form von Flexibilität, also es ist der
- 45:19Perspektive zu betrachten und irgendwie auch was so sehr
- 45:22soziales einfach ist. Und ich bin auch gespannt, also
- 45:26wie es sich. In den nächsten Jahren
- 45:27entwickelt entwickeln wird, weil dieses ganze Kollektivthema ist
- 45:30für mich persönlich oder Thema, weil so Partys gehen nach
- 45:35Kollektiven für mich persönlich voll neu, weil das echt jetzt
- 45:39erst dadurch, dass ich selbst Musik mache, ich es noch mal
- 45:42mehr verstanden hab, weil ich jetzt noch mal viel mehr drin
- 45:45bin, weil für mich gab es jetzt so OK, ich gehe nicht in einen
- 45:47Club und da gucke ich mir das Line an und das ist
- 45:50wahrscheinlich gut und ich werde eine gute Zeit haben und dann
- 45:53das. Ist es halt fertig und es war
- 45:56auch was voll Angenehmes. Ja, aber es verändert sich halt
- 46:00und aber ist auch was Schönes. Wie sieht denn die nächste Zeit
- 46:04aus? Was gibt es so für Marker, wo du
- 46:06sagst, OK, da geht es hin, musikalisch.
- 46:12Musikalisch. Also dieser Monat war jetzt
- 46:18etwas ruhiger, was ganz schön war, aber auch und nächsten
- 46:22Monat spiele ich aber 3 Sachen. Das eine ist zum Beispiel die
- 46:27Nestparty Anfang des Monats, You und ich spielen auch Ende des
- 46:31Monats wahrscheinlich in Tunesien und dann ich glaube bis
- 46:36Dezember wieder etwas ruhiger und jetzt gerade noch nichts
- 46:40geplant, aber ich mache jetzt auch wieder ein bisschen mehr
- 46:43Uni nebenbei. Und war jetzt auch kurzzeitig so
- 46:47ein bisschen dankbar, weil mich das dann sehr eingenommen habe,
- 46:49weil in der Zwischenzeit ich habe, wenn ich jetzt keine Gigs
- 46:52habe, habe ich das Gefühl, verbinden kommt wieder mehr
- 46:55Verbindung zu Musik für mich, anstatt dass ich in so einem
- 46:59inneren Stress bin. Okay ich muss das vorbereiten,
- 47:01obwohl ich mich total freue und obwohl ich super gerne spiele
- 47:04und meistens kommen auch viele Sachen dann so spontan, aber ja,
- 47:10ich fände es okay, wenn es jetzt bis Ende des Jahres auch ein
- 47:13bisschen ruhiger bleibt. Aber falls noch irgendwer was
- 47:17mit mir machen möchte oder mit undefined Destructions natürlich
- 47:20auch kein Problem. Genau und dann ist es ja im
- 47:26nächsten Jahr noch mal. Zum Club kommen, in dem du
- 47:28landen möchtest als DJ. Ja, also natürlich Panorama,
- 47:33aber das kann ich nicht anders sagen, aber natürlich auch
- 47:38außerhalb von Berlin irgendwie was.
- 47:42Ja, ich würde sagen, es gibt so viele Orte, die ich selbst auch
- 47:45noch gar nicht kenne und die irgendwie nach Detroit würde ich
- 47:50gerne musikalisch. Und ja, ich glaube, für mich ist
- 47:56es aktuell noch so ein bisschen schwierig zu merken, weil was
- 47:59mir jetzt auf jeden Fall am meisten Spaß macht, sind
- 48:01eigentlich zu spielen mit Leuten, die eine ähnlich oder
- 48:05bei Leuten, die so eine ähnliche Verbindung zur Musik haben wie
- 48:07ich. Auch vielleicht, mit denen ich
- 48:10mich Community Rise irgendwie mehr oder am besten
- 48:12identifiziere. Und dann natürlich gibt es dann
- 48:18auch manchmal Gigs in Clubs, wo man vielleicht nicht diese
- 48:20ganzen Sachen hat, aber vielleicht gibt es auch wieder
- 48:23neue, also daraus lerne ich auch wieder neue Sachen, aber es gibt
- 48:25natürlich Partys, die machen mehr Spaß zu spielen und weniger
- 48:27Spaß und wenn es dann so ja einen Job wird, dann hat man
- 48:32natürlich auch wieder. Wird's mehr und dann ist der
- 48:36Reiz wieder weg. Aber ja, ich glaube trotzdem,
- 48:38dass ich auf jeden Fall erstmal dabei bleiben werde, weil ich es
- 48:41einfach zu sehr liebe und ich glaube auch so Höhen und Tiefen
- 48:45gehören auch immer mit dazu, auch von Anfang an.
- 48:49Danke, dass du da warst. Danke dir für die Einladung.
- 48:54Tschau tschau.