Latest / Indiefilmtalk - Der Podcast über das Filmemachen | Produktion | Drehbuch | Regie / #206 | Zukunft erzählen: Haltung in Dramaturgien in Zeiten der Polykrise - Mit Szandra Ehlermann und Leticia Milano
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- 0:00Speaker 0: Erst mal muss man sich natürlich klarmachen, dass es keine Erzählungen ohne Haltung gibt.
- 0:05Speaker 0: Jede Erzählung hat eine Haltung.
- 0:07Speaker 0: Ja also auch wenn sie so tut als ob sie keine hat dann ist das auch eine Haltung.
- 0:11Speaker 1: Also man denkt an die Leute wollen keine Diversität.
- 0:14Speaker 1: Die Leute wollen keinen schlechten Zeltdiversität.
- 0:17Speaker 1: Sie merken?
- 0:18Speaker 1: Irgendwas komisch hier und das kaufe ich nicht ab
- 0:25Speaker 0: In die Film Talk Dein Podcast übers Filmschaffen.
- 0:29Speaker 0: Viel Spaß!
- 0:30Speaker 2: Schön, dass ihr eingeschaltet habt bei Indie Film Talk Podcast und dass ihr wieder dabei seid.
- 0:46Speaker 2: Ich bin Eugene.
- 0:47Speaker 2: in unserer heutigen Folge beschäftigen wir uns mit den Dramaturgien der Gegenwart und welche Herausforderungen wie er uns als Geschichtenerzählerinnen in allen Formen ausgesetzt sind und fragen uns auch vielleicht welche Rolle Filme und Geschichten für eine Welt mit vielen Krisen oder unsere aktuellen Welt vielleicht?
- 1:08Speaker 2: ist es vielleicht einfach die Frage von wie gehen wir mit Krisen um in der Geschichtenerzählung oder in Zeiten von Krisen.
- 1:15Speaker 2: Kommen wir zum einen Gästen, die heute hier mit mir im Studio sitzen.
- 1:19Speaker 2: Das ist zum einen die Sandra Elermann.
- 1:22Speaker 2: Sie ist Vorsitzende von der Vedra seit Februar selber Dramatogen.
- 1:27Speaker 2: was die Vedra genau macht das werden wir gleich noch mal besprechen.
- 1:29Speaker 2: aber du hattest davor nochmal eine Plattform die heißt Script Makers.
- 1:33Speaker 2: Da kann man auch nochmal kurz reinschauen, weil einige von den Zuhörenden haben bestimmt mal zumindest mal vorbeigeschaut bei dir und sind bestimmt super traurig dass es diese Plattform nicht mehr gibt.
- 1:44Speaker 0: Ja, sprechen wir gar darüber!
- 1:46Speaker 2: Dann habe ich neben mir die Autorin und Ramaturg in Legisia Milano.
- 1:51Speaker 2: du bist im Dramatogen auch hast aber auch eine neben dem der Arbeit als Dramaturgen und neben der Arbeit bei der WDRA.
- 1:59Speaker 2: stellvertretende Vorsitzende der WEDRA.
- 2:01Speaker 2: genau
- 2:04Speaker 1: Eigentlich ist das mein Dramaturgie-Job.
- 2:09Speaker 1: Ich mache nicht alleine, sondern ich habe mit Johanna Falkenath, die du auch gut kennst, glaube ich, das Beruf für vielfältige Satzellen gegründete im Jahr zwei Tausendneunzen um quasi ein Spotline auf Diversität in der Dramaturgie zu... zu setzen.
- 2:27Speaker 1: Und genau, das führt ja nicht nur zu etlichen dramaturgischen Arbeiten aller Art und Workshops sondern auch zu einem Buch, dass wir zu dem Thema gestiegen haben.
- 2:39Speaker 2: Wieso braucht man ein Büro für vielfältige Erzählen in der deutschsprachigen Filmlandschaft?
- 2:45Speaker 1: Wow okay!
- 2:46Speaker 1: Das ist ein Thema für einen ganz sofort
- 2:48Speaker 0: Gast!
- 2:51Speaker 2: Vielleicht, da nutze ich einfach so um zu fragen.
- 2:54Speaker 2: Wie kam es dazu dass ihr das gegründet habt?
- 2:58Speaker 1: Das haben wir gegrundert.
- 2:59Speaker 1: eigentlich in dem Moment indem in der Branche die Diskussion um weibliche Figuren sich breiter geworden ist und das Spektrum, das ganze Spektum von Diversität dazugekommen ist hat Johanna die Idee eigentlich gehabt und hat mich eingeladen und gesagt, ich möchte das nicht alleine machen.
- 3:23Speaker 1: Und ich dachte... Ich möchte auch nicht mehr alleine gehen!
- 3:28Speaker 1: Und habe ja quasi zu ihrem Antrag gesagt.
- 3:31Speaker 1: und wir dachten zu der Zeit man macht so zwei drei Workshops im Jahr, singstibilisiert ein bisschen Und nach dem zwei, drei Workshops haben wir gemerkt, wow es braucht so eine krasse Professionalisierung der Branche.
- 3:45Speaker 1: Niemand weiß wie man darüber spricht und deswegen spricht man dann auch nicht.
- 3:52Speaker 1: und das haben wir dann sehr ernst genommen und relativ schnell angefangen in die Damaturgie zu schauen.
- 4:00Speaker 1: also was muss andere sein damit die Geschichten, die Figuren in dieser Geschichte auch gut funktionieren So wie erzieherische Vollkommen.
- 4:12Speaker 2: Also so eine Art Sensitivity-Reading, was ihr macht oder?
- 4:15Speaker 2: Nein!
- 4:17Speaker 2: Das
- 4:18Speaker 1: ist ganz wichtig zu sagen weil das ist dann also wir arbeiten mit quasi den ganzen Spektrum der Vielfalt und schauen dahin was erst der gemeinsame Nähner dramaturgisch gesehen Für die Details, die auch wichtig sind, da können wir in manchen Bereichen auch Vier dazu sagen und durchaus Insensitivity-Reading machen.
- 4:42Speaker 1: Bei anderen empfehlen wir dann andere Personen, die das machen weil es nicht einfach in den Detailen unserer Kompetenz liegt und damit arbeiten wir mit anderen Leuten zusammen.
- 4:54Speaker 2: und bei dir Sandra.
- 4:55Speaker 2: Wir haben eigentlich eine Frage, die wir alle unsere Gäste fragen.
- 4:58Speaker 2: jetzt bin ich direkt bei dir schon eingestiegen aber ich werde dich das gleich trotzdem nochmal fragen die Legitia wie bist du denn zum Film gekommen?
- 5:04Speaker 2: Und was war dann dein vielleicht auch deinen Grund warum du dann Scriptmakers gegründet hattest bevor wir jetzt zum Verband kommen?
- 5:13Speaker 0: Ja, also auch da könnte ich jetzt eine Stunde drüber sprechen.
- 5:16Speaker 0: Aber ich gebe mal ein paar kleine Anekdoten!
- 5:19Speaker 0: Also ich habe letztens festgestellt... Ich arbeite gerade mit einer Produktionshümer zusammen in einem Projekt über Marlene Dietrich und da ist mir tatsächlich eingefallen was mein großer Moment war als ich gedacht habe das will ich auch machen.
- 5:34Speaker 0: Und zwar hab' ich da ... Da war ich wahrscheinlich so fünfzehn.
- 5:37Speaker 0: da lief im Fernsehen dieser Film von Maximilian Schell Über Marlene Dietrich.
- 5:42Speaker 0: Er hat einen ganz tollen Dokumentarfilm über sie gemacht und in dem Dokumentarium geht es vor allen Dingen darum, dass er versucht ein Dokumentatfilm über Marlene Dietrich zu machen und sich eigentlich weigert weil sie nicht mehr gefilmt werden wollte.
- 5:55Speaker 0: und der macht dann nur Tonaufnahmen.
- 5:57Speaker 0: und da habe ich glaube ich zum ersten Mal begriffen das es ja Menschen gibt die diese Bilder herstellen, die ich da im Fernsehen sehe so ganz banal und ich hab gedacht Das ist ja cool!
- 6:11Speaker 0: Und dann gab es noch andere Vorbilder von mir, interessanterweise alles männliche Vorbildern.
- 6:17Speaker 0: Also ich habe dann irgendwann angefangen... Ich hab da irgendwann ein Film von wirklich Bizarre, aber ich habe einen Film von Kenneth Branagh gesehen, Henry The Films.
- 6:24Speaker 0: Wahnsinnig toller Film und dachte oh Gott!
- 6:27Speaker 0: Ich will auch Regisseur werden und dann irgendwann ging das immer weiter.
- 6:34Speaker 0: Das waren tatsächlich am Anfang hauptsächlich männliche vorbilder.
- 6:38Speaker 0: John Cassavetes ist dann während meines Regiestudiums mein nächstes riesengroßes Vorbild geworden und ich wollte quasi der nächste John Cassaavetes werden.
- 6:50Speaker 0: Ich glaube, ich habe eine Weile gebraucht um festzustellen dass ich ja ne Frau bin die vielleicht andere Geschichten erzählen will eine andere Wut hat und woanders ansetzt.
- 7:03Speaker 0: Und ich habe dann festgestellt, wo ich eigentlich ein sehr friedliebender Mensch bin, wenn meine ersten Filme, die ich gemacht hab – Kurzfilme noch in Köln damals und auch während des Regiestudiums in Babelsberg – sehr wütende Filme!
- 7:15Speaker 0: Die handelten immer von einzelnen Frauen wie die einsamen Wölfinnen in einer sehr feindlichen Umwelt gewesen sind und sehr an dieser Umwelt verzweifelt sind, und eigentlich keinen Ausweg hatten.
- 7:33Speaker 0: Ich bin dann glückliche Mutter von drei wunderbaren Töchtern geworden und habe diese Wut tatsächlich verloren.
- 7:40Speaker 0: Und das war so ein Moment wo ich auch aus praktischen Gründen nach dem Regie-Studium Angefangen habe mich eher um die Stoffentwicklung zu kümmern, beruflich in die Dramaturgie zu gehen.
- 7:52Speaker 0: Das war einfach besser zu vereinbaren mit meinem Alltag, obwohl ich einen fantastischen Partner hab und wir uns das wirklich gleichberechtigt teilen.
- 8:00Speaker 0: aber... Und ich wusste auch nicht mehr so ganz genau was ich eigentlich erzählen will.
- 8:06Speaker 0: Also als Filmemacherin wusste ich es nicht mehr.
- 8:09Speaker 0: Aber ich hatte immer das Gefühl, ich kann anderen Leuten helfen herauszufinden was die eigentlich erzählen wollen.
- 8:15Speaker 0: und das ist ja eine der größten Fragen manchmal in der Stoffentwicklung Was will ich eigentlich erzähl Und warum will ich das erzählen?
- 8:23Speaker 0: Da bin ich ziemlich gut drin, das rauszukriegen und Leuten zu helfen dabei.
- 8:28Speaker 0: Das dann auch wirklich zu tun.
- 8:30Speaker 0: Welche
- 8:30Speaker 2: Rolle spielt ihr?
- 8:30Speaker 2: Du warst gerade von der Wut gesprochen die du da irgendwann verloren hast.
- 8:33Speaker 2: Dann bin ich noch ein bisschen hängen geblieben.
- 8:35Speaker 2: D.h.,
- 8:35Speaker 2: die Wut hat dir oder du hast gemerkt, du hast sie an irgendeinem Fall nicht mehr gehabt.
- 8:40Speaker 2: Dementsprechend kamen die Ideen nicht mehr.
- 8:45Speaker 2: Wie sagt man vielleicht die Verbindung zu dem Stoff nicht mehr?
- 8:48Speaker 2: Oder was war
- 8:48Speaker 0: da... Es war der Antrieb, unbedingt jetzt diese Geschichten erzählen zu wollen.
- 8:53Speaker 0: Ging mir verloren.
- 8:54Speaker 0: also ich habe ja nie wirklich Geschichten erzählt sondern eher Fragen gestellt und die so verhandelt und meistens Ergebnis offen.
- 9:02Speaker 0: das finde ich sind auch nach wie vor die interessanteren Filme die einfach wirklich Fragen stellen und einem nicht Ergebnisse präsentieren.
- 9:12Speaker 0: Mir war dann, ich war einfach anderweitig beschäftigt auch ziemlich zufrieden und glücklich plötzlich als Frau.
- 9:21Speaker 0: Aber natürlich nie nur Frauenmutter!
- 9:25Speaker 0: Ich bin ja... und ich habe dann Scriptmakers gegründet.
- 9:32Speaker 2: Und Scriptmakers war ja so eine Art Plattform, wo ihr auch vermittelt habt, Drehbuchortorinnen mit produzierenden oder Produzionshäusern, dass ihr dann geguckt habt wie die da ankommen hat das Gefühl gehabt, dass es da sowas gefehlt hat, weil am Ende ... Wie war der Markt damals aufgebaut?
- 9:49Speaker 2: Dass du gesagt hast, ich brauche das!
- 9:52Speaker 0: Ich hatte als Lektorin Kontakt mit vielen Menschen, die gesagt haben ich weiß nicht.
- 9:56Speaker 0: Ich finde die guten Leute nicht verdient die Stoffe.
- 9:59Speaker 0: Ich habe hier eigentlich könnte, ich suche mich willig und ich hab aber nicht die richtigen.
- 10:04Speaker 0: Und dann auf der anderen Seite kannte ich DrehbuchautorInnen Die Stoffer hatten und Ideen hatten und einen Talent hatten Qualitäten hatten Dinge konnten Und sehr schlecht vielleicht darin waren oder auch gar nicht die Chance hatten herauszufinden wo sie damit mit Geld verdienen können.
- 10:22Speaker 0: Also wer genau sie, mit dem was die können braucht?
- 10:28Speaker 0: Und da hab ich gedacht, da muss man doch irgendwie mal vermitzeln das geht auch so nicht.
- 10:33Speaker 0: und dann habe ich die Idee gehabt, Scriptmakers zu gründen.
- 10:35Speaker 0: Das war eine Plattform, da waren an einem Ende ungefähr sechshundert AutorInnen vertreten.
- 10:40Speaker 0: Die konnte man dort finden unter bestimmten Schlagworten von Sprachen bis hin zu Hobbys also alles Mögliche Und hab aber hauptsächlich eigentlich dann Ausschreibungen gemacht und betreut.
- 10:53Speaker 0: Also von Produktionsfirmen, die für bestimmte Projekte bestimmter AutorInnen suchten... ...und mit denen habe ich dann quasi diese Ausschrei- bungen maßgeschneidert durchgeführt.. ..und die auch betreute und geholfen dann die richtigen Leute rauszusuchen und so.
- 11:12Speaker 2: Wir freuen gleich zu dir, Lichith hier nochmal kommen!
- 11:14Speaker 2: Da ist da doch eine riesen Lücke jetzt wenn du es nicht mehr machst?
- 11:17Speaker 0: Naja, vielleicht ist es auch der Grund, dass ich's nicht mehr mache.
- 11:23Speaker 0: Ich glaub' ich rechtzeitig bevor alles TGPT einem sowieso jeden findet im Internet – also das stimmt natürlich nicht!
- 11:31Speaker 0: Aber das Gefühl ist zumindest so….
- 11:34Speaker 0: Also die Datenbank war wirklich veraltet und ich hätte was Neues machen müssen, da hätt ich nochmal Neu investieren müssen.
- 11:41Speaker 0: Und dann musste ich mir die Frage stellen, mach ich das jetzt oder nicht?
- 11:44Speaker 0: Und dann habe ich entschieden, dass nicht.
- 11:46Speaker 0: Also das sagt auch daran, dass ich selbst ja dann doch auch jemand bin die sehr gerne selber mitmischt und ich wollte lieber wieder weiter Stoffe entwickeln und auch als Producerin die weiter betreuen Weil ich auch gemerkt habe bei Scriptmakers, dass es häufig so war.
- 12:07Speaker 0: Da waren dann meist oft das Aufträge, wo sowieso schon irgendwo der Wurm drin war und dann ging dieser Wurm nicht weg bloß weil eine neue Autorin dazu gekommen ist und viele Projekte was ja auch zur Natur des Entwicklungs-Business dazugehört.
- 12:22Speaker 0: Viele Projekten wurden dann trotzdem nichts und das ist auf Dauer für mich... Ich hab mich immer gefühlt wie so eine Mama die irgendwie dafür sorgen muss, dass alles gut geht.
- 12:33Speaker 0: Ich musste dann halt auch sehen, dass es oft nicht so gut gegangen ist wie alle sich das erhofft hatten und bin wahnsinnig stolz auf die tollen Vermittlungen, die ich gemacht habe.
- 12:42Speaker 0: Hab sicherlich auch vielen Leuten geholfen in so ihrer Karriere eine neue Richtung zu geben.
- 12:47Speaker 0: aber irgendwann war das mir zu anstrengend.
- 12:51Speaker 0: also auch die...ich wollte da lieber selber wieder mitnischen.
- 12:54Speaker 0: Ja, vollständlich.
- 12:55Speaker 0: Genau.
- 12:55Speaker 2: Vollkommen vollständig!
- 12:57Speaker 0: Aber ich freue mich, dass du sagst, du glaubst, dass Leute das vermissen?
- 13:00Speaker 0: ... balsamer für meine See.
- 13:02Speaker 2: Ja, aber ich glaube es wirklich so.
- 13:06Speaker 2: Bei sowas fehlt ja eine Art von... Also auch gibt da noch andere Bereiche wo auch so eine... ... genauer wie du es vorher gesagt hattest diese Frage von.
- 13:14Speaker 2: Ich finde für meine Stoffe keine Abnehmer in die dann irgendwie Lust haben die Stoff umzusetzen.
- 13:19Speaker 2: andersrum gehörst du sich ja von den Produzenten manchmal auch dass sie sagen irgendwie finde ich keinen guten... keine gute Drehbuchperson dafür.
- 13:28Speaker 2: Und wo man sich fragt, naja die gibt's doch.
- 13:30Speaker 2: Wieso gibst du da nicht irgendwie eine Möglichkeit sie zusammenzubringen?
- 13:33Speaker 2: Das heißt ich... Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben dass Du irgendwann wieder Lust hast das Aussehen.
- 13:39Speaker 0: Ja man kann mich ja persönlich fragen.
- 13:41Speaker 0: Stimmt, stimmt.
- 13:41Speaker 0: Ich kenne nach wie vor sehr viele Leute.
- 13:43Speaker 0: Kann ich ja auch buchen als Producerin.
- 13:46Speaker 2: Stimmt!
- 13:47Speaker 2: Da gibt es ja Möglichkeiten erstmal.
- 13:51Speaker 2: Und bevor wir jetzt über die Wederkut sprechen weil den Raum muss ich dir auch noch geben Wie bist du zum Film gekommen?
- 13:57Speaker 2: Nur dass ich da nochmal.
- 13:58Speaker 2: Also lasst die auch Zeit, du musst jetzt nicht rennen.
- 14:01Speaker 1: Ich wollte gerade kurz so der Lange... Was ist hier noch?
- 14:05Speaker 1: Die Lange beginnt mit XIX und mit ganz vielen strukturellen Problemen.
- 14:09Speaker 1: Fangen
- 14:10Speaker 2: wir bei der Langan.
- 14:11Speaker 1: Bei der Langaan?
- 14:12Speaker 1: Okay ja!
- 14:12Speaker 1: Mit XIX war ich schon in der Uni und habe Journalistik studiert im Brasilien und wollte dann zum Film.
- 14:19Speaker 1: Wollte eigentlich Filme studieren was es in meiner Stadt nicht gab Und meine Eltern haben das nicht erlaubt.
- 14:28Speaker 1: Und mit neunzen.
- 14:29Speaker 1: damals habe ich auf sie gehört, aber dem Plan nicht vergessen.
- 14:33Speaker 1: Ich hab dann Theaterwissenschaft studiert und auch in der Off-Szene im Brasilien inszeniert und wahnsinnig viel gelernt und brecht über alles geliebt eine Zeit lang.
- 14:46Speaker 1: Dann hat er mich enttäuscht.
- 14:48Speaker 1: Egal an einer Geschichte!
- 14:51Speaker 1: Aber ja also da ging meine Wege zum Radio, zum Hörspiel.
- 14:58Speaker 1: Das heißt also ich habe wirklich überall Dramaturgie geübt könnte man sagen im non-synxionalen Bereich bis ich nach Deutschland kam und tatsächlich entdeckte dank TATS die ich damals abonniert habe um Deutsch zu lernen und Politik zu lernen habe ich eine Announce gesehen das die der FFP eine neue Drehbuchklasse eröffnet.
- 15:24Speaker 1: Das ist damals Drehbuchakademie, glaube ich.
- 15:28Speaker 1: und das habe ich dann ein Freund vermitteln wollen weil ihr Film machen wollt und der sagt ne, ich will Regie machen.
- 15:35Speaker 1: Da hab' ich gedacht... Ich habe ja eh nichts zu tun keine Ahnung was die Zukunft bringt.
- 15:40Speaker 1: Ich mach das!
- 15:41Speaker 1: Ich bewerbe mich.
- 15:43Speaker 1: Ich dachte natürlich, ich werde nicht genommen Aber ich wurde dann tatsächlich genommen und da habe ich beschlossen ein deutscher Autor zu werden.
- 15:52Speaker 1: Ich schließe hier mit deinem Regisseur, also ich wollte nicht nur ein Drehbuch-Autor zu werden sondern auch ein Deutscher dazu.
- 15:59Speaker 1: Und ich habe mich viele Jahre alle Mühe gegeben haben alles nachgemacht und brav meine ganze Wut nur im Bad gestiegen so nach dem Auto und das hat nichts geholfen.
- 16:15Speaker 1: Also meine Image war von vornherein schon woanders entschieden.
- 16:19Speaker 1: Dann habe ich gedacht, okay dann jetzt erst recht und habe angefangen tatsächlich eine queer feministische Haltung zu entwickeln, anfangs noch sehr intuitiv und weniger jetzt belesen.
- 16:36Speaker 1: Ich hatte keine Zeit für Theorie angefangen, die Dinge so zu machen wie ich es wollte.
- 16:44Speaker 1: Also wenn ich sowieso immer mal nein höre dann kann ich wenigstens das machen was ich will.
- 16:49Speaker 1: und da war es Skriptmakers genau am richtigen Moment an der richtige Stelle neben mir.
- 16:57Speaker 1: Ich war Nachbarin von Skripton Makers und habe dann auch Sandel kennengelernt, habe auch viel gemacht durch sie einer meiner produktivsten Partnerschaften gehabt Und war dann aber auch dankbar, als es gibt Makers wieder verschwunden ist.
- 17:16Speaker 1: Weil Sandra dann auch Zeit hatte andere Projekte zu machen und anderen auch mit mir.
- 17:21Speaker 1: Das heißt ich bin eine Person die profitiert von Anstitmen.
- 17:27Speaker 1: Was auch so eine Art irgendwie nicht geklärtne Partnerschaft, die wir in verschiedenen Bereichen in der Medienbranche haben, Dialog, der wirklich schon sehr lange stattfindet.
- 17:41Speaker 1: Und Dialog ist etwas, was ich sehr gern tue mit den Menschen reden und verstehen.
- 17:49Speaker 1: Was sie denken?
- 17:50Speaker 1: Warum Sie so denken, dass es vielleicht mir auch aus meiner Autonenschaft gegeben ist, dieses zuhören ohne große ... Ja also einfach!
- 18:03Speaker 1: Ich möchte so gerne verstehen warum Menschen das tun, was sie tun.
- 18:08Speaker 1: Insofern bin ich ja Gut unterwegs jetzt in alle meine Partnerschaften in der Filmbranche.
- 18:15Speaker 1: Ja,
- 18:16Speaker 2: der Podcast ist dein Ort glaube ich auch.
- 18:18Speaker 1: Wahrscheinlich!
- 18:21Speaker 2: Um gut zuzuhören... Genau und dann seid ihr beide, das ist nämlich sehr spannende, ihr beiden seid ja jetzt dann auch noch gemeinsam im Vorstand von der WEDRA seit diesem Jahr, seit dem Jahr zum Jahr.
- 18:33Speaker 2: für die Leute, die die WEDRE noch nicht kennen nochmal kurz was macht der Verband für Filme- und Fernsehdramaturgie?
- 18:40Speaker 2: Wer möchte?
- 18:41Speaker 0: Wir sind ein Berufsverband für Film und Fernsehdramaturk, die in den unterschiedlichsten Berufsfeldern arbeiten.
- 18:50Speaker 0: Also dramaturgische Beratung und Lektorat sind so die Standardbereiche aber auch Producing, Script Doctoring, Sensitivity Reading... Auch macht kritische Dramaturg-Innen.
- 19:05Speaker 0: Und die CHISA-Ergänze, wen haben wir noch für Berufsfälle?
- 19:09Speaker 0: Genau Leere Leute, die also Drehbuchschreiben und Dramaturgy unterrichten.
- 19:16Speaker 0: Und die Bücher schreiben, die sich mit Dramaturgie auseinandersetzen.
- 19:22Speaker 0: Das sind so die Berufsfelder.
- 19:24Speaker 0: All diese Menschen im deutschsprachigen Raum sind herzlich willkommen bei uns Mitglied zu werden!
- 19:30Speaker 0: Wir sind jetzt bei knapp zweihundert Mitgliedern... Und wir veranstalten verschiedene Weiterbildungen und Seminare.
- 19:40Speaker 0: Wir haben ungefähr alle zwei Jahre eine große Fachtagung, die nennt sich Filmstoffentwicklung Tag der Dramaturgie.
- 19:49Speaker 0: Wir kützen das immer FSE ab, also Filmstoff-Entwicklung.
- 19:54Speaker 0: Die steht jetzt wieder an am vierzehnten November in Berlin.
- 19:58Speaker 2: So kamen wir auch zusammen, genau durch diese Fachthaarung die bald stattfindet.
- 20:03Speaker 2: Und da ist mir direkt beim Lesen das Programm gibt es nicht in dem Sinne sondern die Einladungen habe ich sofort gesehen was sich anspann fand nämlich die Frage wie vereinbar sind Haltung und Unterhaltung?
- 20:15Speaker 2: Was ist denn da euer... Blick genau auf diese Frage.
- 20:20Speaker 2: Wir müssen die Fragen noch nicht beantworten, aber vielleicht mal gemeinsam ein bisschen zu erörtern, wie vereinbar sind denn Haltung und Unterhaltung?
- 20:27Speaker 2: Besonders jetzt aus der Sicht von Dramatogen oder DrehbuchautorInnen.
- 20:32Speaker 0: Erstmal muss man sich natürlich klarmachen dass es keine Erzählung ohne Haltung gibt.
- 20:37Speaker 0: Jede Erzählungen hat eine Haltung ja also auch wenn sie so tut als ob sie keine hat dann ist das auch ne Haltung.
- 20:44Speaker 0: Man bewegt sich ja nicht im Luftlernraum mit seinen Erzählungen.
- 20:49Speaker 0: Man erzählt eine Gesellschaft oder eine Welt und Menschen, die etwas tun und sich dazu verhalten.
- 21:00Speaker 0: Da sind Botschaften drin enthalten über wen erzähle ich was wie?
- 21:07Speaker 0: Das alles ist Haltung!
- 21:09Speaker 0: Also insofern gibt es überhaupt keine Erzählung ohne... Haltung.
- 21:14Speaker 0: So, in dem Zusammenhang ist jetzt natürlich noch mal ein bisschen spezifischer eine politische Haltung gemeint also dass man schon Stellung bezieht zu bestimmten politischen Entwicklungen.
- 21:25Speaker 0: und kann man oder Situationen und kann das machen und dabei gut unterhalten?
- 21:32Speaker 0: Meine Antwort ist ja
- 21:35Speaker 2: muss
- 21:35Speaker 0: man genau so?
- 21:37Speaker 0: Ja aber ich glaube auch dass es viel getan wird.
- 21:41Speaker 2: Ich habe ja auch eine steile Frage dazu, das hatte ich gerade kurz im Vorgespräch gesagt.
- 21:45Speaker 2: Ich hatte mal ein spannendes Gespräch zu dem Thema mit der Frage gibt es überhaupt Filme die, würde ich mal sagen gesellschaftlich relevant sind?
- 21:54Speaker 2: Die keine Haltung hatten?
- 21:56Speaker 2: und da haben wir lange überlegt wie waren so ne Gruppe von fünf Leuten und konnten irgendwie uns nicht... Also ich glaube eine Person hat kurz überlegen dachter ich hab was aber dann war wieder so nee eigentlich kennt man keine.
- 22:08Speaker 2: Und vielleicht hier, was ist denn da dein Take dazu?
- 22:13Speaker 1: Weißt du... Ich nehme deutsche Wörter sehr ernst.
- 22:18Speaker 1: Weil ich habe keine große Vergangenheit mit ihnen.
- 22:21Speaker 1: Also sie sind mir nicht einfach so gegeben bevor ich denken konnte sondern ich hab angefangen Deutsch zu lernen, da war ich neunundzwanzig oder so oder achtundzwannzig weiß ich nicht und dieser Sprache war mir in jedem Sinne fremd.
- 22:39Speaker 1: Und deswegen beschäftigt mich, ich habe gerade als Sandra gesprochen, hab' ich gedacht.
- 22:43Speaker 1: Wenn es eine Unterhaltung gibt, gibt's dann auch eine Oberhaltung... Also solche Gedanken habe ich dann!
- 22:49Speaker 1: Ich war und dann aber denke ich so... Also Sandra sagt, es gibt kein Film, keine Geschichten erzählen ohne Halt.
- 22:59Speaker 1: Das teile ich auch.
- 23:02Speaker 1: Aber für mich ist das auch so, dass es keine gute Geschichten gibt die nicht Unterhaltung sind, weil ich finde es also jedenfalls... Ich weiß es nicht.
- 23:14Speaker 1: In meiner Profession denke ich, es ist eine Oberpflicht von mir unterhaltsam zu sein wenn ich Geschichten erzähle.
- 23:26Speaker 1: und Und ich glaube, wenn man beginnt das dieses Wort ein bisschen auseinanderzunehmen und ein bisschen genauer hinzuschauen bei der Perspektive.
- 23:35Speaker 1: Es gibt immer eine Haltung.
- 23:37Speaker 1: da ist die Frage Ist es erhalten bewusst oder kopierst du etwas was schon tausendmal gemacht worden ist weil so funktioniert?
- 23:49Speaker 1: Das weiß ich dir Fernsehen Du glaubst, dass es genauso gewollt wird und das ist ja wirtschaftlich gesehen wird.
- 23:58Speaker 1: Werden gerade in Zeiten von Krisen das Gebot macht mehr vom Gleichen.
- 24:04Speaker 1: Mach's unterhaltsam und so.
- 24:09Speaker 1: Man kann sich bewusst machen was man da erzählt und dann bewusst entscheiden will ich so machen oder anders.
- 24:16Speaker 1: Und diese Arbeit ist super spannend und führt dazu, dass man möglicherweise noch bessere Unterhaltung macht.
- 24:25Speaker 2: Woran liegt es denn?
- 24:28Speaker 2: Ich habe das Gefühl – es ist jetzt eher Gefühlaussage -, dass es einen Diskurs immer wieder gibt zwischen Kunst soll eigentlich nur Kunst sein und gleichzeitig aber auch Kunst.
- 24:42Speaker 2: Die einen sagen, wie ihr beide schon gut aufgeführt habt.
- 24:46Speaker 2: Ist das immer politisch oder eine Haltung mit drin?
- 24:49Speaker 2: Und die anderen sagen, wir wollen einfach nur Kunst machen!
- 24:52Speaker 2: Besonders auch wenn man so ein bisschen in die Vergangenheit geht... ...die alten großen Stars, egal ob es jetzt in der Regie ist, sich oft echauffieren, dass alles so politisch wird.
- 25:05Speaker 2: Obwohl wenn man sich ihre Filme anguckt, finde ich das immer so spannend, dass du genau bei diesen Menschen nicht Keine Namen, es gibt einige.
- 25:13Speaker 2: Bei der Berlinale dieses Jahr war ja auch wieder ein großes Thema was das angeht.
- 25:17Speaker 2: Wenn man sich anschaut würde man sagen da merkt man doch eine Haltung drin.
- 25:21Speaker 2: also worüber beklagt sich die Person dann in dem Moment?
- 25:25Speaker 0: Also die Regieperson macht den Film ja nicht allein sondern da sind ganz viele Menschen daran beteiligt die vor allem sehr viel Geld dafür aufbringen müssen um diesen film zu machen und da wird sowieso reingeretet denn die Entscheidung zu fällen, den einen oder den anderen Film zu machen ist ja schon eine Entscheidung auch für verschiedene Botschaften oder verschiedene Künstlerinnen.
- 25:54Speaker 0: Also ich glaube es geht gar nicht darum jemandem reinzureden sondern das muss erlaubt sein ein Werk zu betrachten und zu kritisieren, zu analysieren und herauszuarbeiten welche Haltung in diesem Werk vielleicht unbewusst, vielleicht bewusst nach außen getragen wird und ob man diese Haltung unterstützenswert findet oder fragwürdig.
- 26:22Speaker 0: Also dieser Diskussion muss sich jede Person die etwas in die Welt setzt was viele Menschen sehen sollen natürlich stellen.
- 26:32Speaker 0: Und auch diejenigen die Film finanzieren müssen sich im Vorhinein diese Frage stellen Denn jeder Entscheidung für Ein Werk ist auch eine Entscheidung gegen ein anderes.
- 26:45Speaker 0: Und da ist dann jetzt die Frage, also dieses... Wie widersprechen sich Haltung und Unterhaltung?
- 26:52Speaker 0: Das läuft natürlich provokant ein bisschen darauf hinaus, dass man sagt, das ist ne Anspielung auf den sogenannten Eskapismus.
- 27:01Speaker 0: Also können wir in Zeiten wo es ganz viele Menschen sich sehr aufregen über Dinge unter Krisenleiden und Ängste haben, ausgegrenzt werden oder sich ausgegrenzt fühlen.
- 27:21Speaker 0: Es ist besser in solchen Zeiten diese heiße Eisen nicht anzufassen, sondern lieber die nächste heiße Romance zu
- 27:32Speaker 0: produzieren.".
- 27:34Speaker 0: Wobei ich habe eine ganze Menge heiße ... Ich schaue dir sehr gerne, heiße Romances gesehen.
- 27:38Speaker 0: Letzte Zeit die haben auch alle Botschaften.
- 27:41Speaker 0: Also manche davon haben auch Botschaftendicht durchaus gut finde.
- 27:44Speaker 0: Ja aber auch nicht, auch manche auch nicht so.
- 27:48Speaker 0: Aber ja also es wird von vielen Leuten wahrgenommen das munkelt man so ne?
- 27:55Speaker 0: Also eben der Flurfunk sagt wenn wir im Moment zu viel zu politisch sind zu sehr auf Dinge achten, die wir uns jetzt hart erkämpft haben in den letzten Jahren.
- 28:07Speaker 0: Dann haben wir weniger Chancen unser Projekt durchzukriegen.
- 28:11Speaker 0: Ob das stimmt weiß ich nicht.
- 28:12Speaker 0: aber da finden gerade auch Erhebungen statt.
- 28:16Speaker 0: Da passiert gerade viel in der Branche worauf man gespannt sein kann.
- 28:20Speaker 2: Aber um dann nochmal trotzdem darauf einzugehen weil Die Frage, also immer noch die Frage woher kommt diese... Also wenn das stimmt bleiben wir mal dabei weil wir keine Erhöhung dafür haben jetzt gerade aktuell.
- 28:31Speaker 2: Aber ich höre das auch hier und da auch immer wieder ne?
- 28:33Speaker 2: Das ist auch so genau wie du sagst.
- 28:35Speaker 2: Die Themen die man hat erkämpft hat in den letzten Jahren hatte natürlich aber auch mit den Möglichkeiten die die Branche selber hatte in dieser Zeit Serienboom etc.
- 28:44Speaker 2: Pp.
- 28:45Speaker 2: Das heißt da war einfach nochmal mehr eine Aufbruchsstimmung was neue Stoffe irgendwie angeht.
- 28:50Speaker 2: Und jetzt dass man so ein bisschen aufpassen vielleicht was man mit dem geld macht.
- 28:55Speaker 2: und da fragen wir trotzdem also wenn das stimmt dass dann die leute weniger zu politische geschichten sehen.
- 29:02Speaker 2: warum geht es also?
- 29:02Speaker 2: geht es darum dass man angst hat, dass die zuschauerinnen ein problem damit haben und deswegen nicht mehr reinschauen.
- 29:07Speaker 2: können, wollen wir auch immer.
- 29:09Speaker 2: Es gab es ja beim Film immer, dass du halt immer so eine Gegenbewegung hattest.
- 29:13Speaker 2: Dann hast du ein Heimatfilm in der Zeit wo's vielleicht den Leuten nicht so gut geht oder andersrum.
- 29:17Speaker 2: Das ist halt immer wieder so ein bisschen gegenspielt irgendwie schon.
- 29:20Speaker 2: also das Kino ist ja auch manchmal für einige wirklich einen Fluchtort, wo man halt von seinen Stress dem man sonst hat vielleicht wegkommt und dementsprechend denkt man da vielleicht okay man will jetzt die Leute nicht nochmal in diese Noch mehr Probleme irgendwie aufbürden, weiß ich nicht.
- 29:42Speaker 1: Ich möchte eine andere Perspektive reinbringen als für eine Instrukturelle.
- 29:46Speaker 1: Also ursprünglich kam diese Idee von Kunst eigentlich aus dem Handwerk.
- 29:54Speaker 1: Im Deutschen mit dem Wort Kunst spürt man das nicht so doll.
- 29:58Speaker 1: aber wenn ich dann an Art zu denken, also in meiner Sprache Arzt im Englischen, dann spürte man mehr finde ich.
- 30:10Speaker 1: Und Handwerk ist ein großes Stichwort für uns bei FEDER, weil genau das machen wir und kompliziert wird im Grunde als dieser Mythologie des Genies aufgetaute ist.
- 30:25Speaker 1: Ich finde wirklich wichtig dahin zu gucken, wer war Ingenie?
- 30:30Speaker 1: Wer hat definiert, wer Ingenien isst?
- 30:36Speaker 1: schon seit jeher privilegierte Menschen, die Zeit und die Hressourcen haben über ihre eigenen Fragen nachzudenken und daraus etwas zu machen.
- 30:50Speaker 1: Nun ist aber Film so teuer, dass man hat Sander schon gesagt es gibt nicht eine Person, die das macht sondern in der Regel eben mehrere, die hinter dieser einen Namen stehen Und dann ist es nicht möglich, nur daran zu denken.
- 31:13Speaker 1: Ja und da denkt er über sich selbst und malt ein Bild sondern macht einen ganzen Film der dann erwirtschaften muss.
- 31:21Speaker 1: Das heißt film ist auch ein Produkt und in diesem Stitt finde ich können wir uns am Bissen von der Idee von Jennifer abschiedeln das hier sein kann eine positiver Wirkung.
- 31:34Speaker 1: Und die negative ist aber, man denkt zu viel in das Publikum und leider Gottes denkt man heutzutage auch mit dem ganzen Algorithmen und Internet
- 31:43Speaker 1: usw.,
- 31:43Speaker 1: auch oft auf einer Art Negativ über das Publikum also im Sinne von Nichts Zutrauen.
- 31:52Speaker 1: Ich habe hier eben gerade über deinen Satz gedacht, Kin als Rückzugsort um das Leben zu vergessen, das habe ich erlebt.
- 32:00Speaker 1: so kann mich.
- 32:01Speaker 1: So ist meine Liebe zum Kino geboren, ich bin dahin gegangen und war zwei Stunden in diesem Saal um mein Leben zu vergessen.
- 32:09Speaker 1: Und mein Leben ist es zu vergessen dass mit einem weiblichen gelesenen Körper ich Sexismus ausgesetzt bin im hohen Massen und bis zur Gewalt als ein Queerkörper umso mehr und später in Deutschland als eine Migrantin Ebenfalls.
- 32:27Speaker 1: Also das Kino war ein guter Ort für mich, aber nicht weil ich Cicero Romcoms sah.
- 32:35Speaker 1: Sie haben mich nicht getröstet, nicht wirklich und deswegen ist auch interessant zu gucken was tröstet die Menschen wenn die Krise groß ist?
- 32:47Speaker 1: Und ich glaube dass es nicht unbedingt das ist.
- 32:54Speaker 1: nebenbei beim Bügel oder was weiß ich, weil sie so... Bügel sagt man eigentlich gar nicht, wer bügelt noch.
- 33:01Speaker 1: Aber vielleicht noch währenddessen Instagram-Skollen oder TikTok-Videospatalysieren?
- 33:09Speaker 2: Ja es ist gestimmt.
- 33:10Speaker 2: also das ist ja nochmal ein Komplex der sogar noch dazukommt.
- 33:13Speaker 2: ne dass du Durch jetzt vielleicht auch durch Social Media etc.
- 33:17Speaker 2: Dass man diese Second Screen Thematik, dass man halt auch schon zum Teil überlegt besonders natürlich bei den Streamern wie man Geschichten erzählt die so seicht sind das die Leute wirklich nebenbei andere Sachen machen können.
- 33:32Speaker 2: ich frage mich gerade Wie kann man also vielleicht hilft es ja auch einigen auch wenn man darüber nachdenkt wie können dann halt auch wenn Man versucht das damals zuzulassen kann so etwas der Geschichte helfen oder auch dem Zugang zu der Geschichte.
- 33:47Speaker 0: Was zuzulassen?
- 33:48Speaker 2: Haltung!
- 33:52Speaker 0: Ich denke ja schon, dass die meisten Menschen die Geschichten schreiben oder verfilmen gar nicht unbedingt mit einer Haltung anfangen sondern sie fangen erst mal mit einer Fragestellung an und mit einer Welt oder mit einer Figurenkonstellation und indem Sie die Geschichte schreiben entdecken Sie erst was... wirklich das innere Thema ist und was die großen Fragenstellungen sind, was der Wertekonflikt ist, der verhandelt wird.
- 34:22Speaker 0: Und welche Antworten angeboten werden innerhalb der Erzählung?
- 34:30Speaker 0: Ich glaube nicht dass viele gute Geschichten entstehen indem man sagt ich mache jetzt mal ein Film über Ja, keine Ahnung.
- 34:41Speaker 0: Rassismus!
- 34:44Speaker 0: Nein also du erzählst eine Geschichte über Menschen die Rassismiserfahrungen haben weil du diese Geschichten erzählen willst über diese Menschen und du hast dann eine eigene Perspektive auf die Erzählung und dabei es passiert was in diesem Entwicklungsprozess wo du deine Haltung findest, scherzt die dann hoffentlich auch vom Publikum entdeckt werden kann.
- 35:16Speaker 2: Gibt es manche Filme, wo man das Gefühl hat oder manche Geschichten?
- 35:18Speaker 2: Wo man das Gefühle hat, dass doch die Haltung im Vordergrund stand?
- 35:22Speaker 2: Also diese Thematik, die man eigentlich besprechen will...
- 35:27Speaker 0: Wenn du jetzt von der politischen Botschaft redest, gibt es das auf jeden Fall.
- 35:32Speaker 0: Ja klar!
- 35:33Speaker 0: finde das aber eher bei, wenn ich so eine Alternatie-Zeit Unterhaltungsfilme sehe.
- 35:37Speaker 0: Da steht für mich die politische Botschaft total im Vordergrund.
- 35:41Speaker 0: Don't think!
- 35:45Speaker 0: So ne?
- 35:47Speaker 0: Genau... Ich habe das selten, dass sich ein Film guckt und sagt Boah ey der hat jetzt aber wirklich versucht mich in eine Richtung zu drängen, die nicht gedrängt werden will.
- 35:58Speaker 2: Das hört man ja auch manchmal, das ist halt das glaube ich von vielen die Sorge.
- 36:02Speaker 2: In der Diskussion fragt man sich auch immer wie macht man das ohne mit dem Fingerzeig?
- 36:07Speaker 2: Es sagt man ja in deutschen Filmen manchmal sogar nach, dass deutscher Film oft dann doch mit dem erhobenen Zeigefinger.
- 36:14Speaker 2: so soll etwas sein, vielleicht so soll man rausgehen aus dem Film und das hat vielleicht nicht mit dem Anfang zu tun also mit dem Start wo die Geschichte entstanden ist aber vielleicht irgendwie denn doch mit der Erzählform dass das dann am Ende dazu führt.
- 36:30Speaker 0: Ja, das sind die sogenannten Themenfilme.
- 36:33Speaker 0: im Fernsehen gibt es das viel da wird es dann ja auch ganz bewusst so entwickelt
- 36:37Speaker 2: und dafür kühlst gerade dahin.
- 36:39Speaker 2: braucht man vielleicht andere Erzählformen für Filme oder muss man neue Erzählenmodelle sich überlegen um auch vielleicht auch hier wieder Leute zu erreichen damit ohne dass man jetzt sagt okay erst ist jetzt ein Film über das und das
- 36:53Speaker 1: definitiv
- 36:54Speaker 2: Punkt.
- 36:56Speaker 0: Ja, also wenn man ein Thema... Wenn man gleich schon die Antworten hat dann braucht man ja gar nicht erst einzusteigen in die Entwicklung.
- 37:06Speaker 2: Du brauchst ja auch Versuche gehen.
- 37:07Speaker 2: Das ist
- 37:08Speaker 0: so das nicht auch so?
- 37:09Speaker 0: Also wenn ein Thema wirft Fragen auf und wenn man die Antwort schon weiß bevor man überhaupt angefangen hat dann weiß ich nicht Ich rufe das mal irgendwo in den Raum, aber ich muss kein Film da drüber
- 37:24Speaker 2: machen.
- 37:25Speaker 2: Aber manche Autorinnen gehen ja vielleicht trotzdem mit dieser Haltung erst einmal ran.
- 37:30Speaker 2: Dass man halt sagt okay, ich hab schon ein Gefühl von was es heißt und gar nicht so auf diese Suche.
- 37:35Speaker 2: Ich habe rausgehört so ein bisschen und das finde ich auch eigentlich ganz spannend.
- 37:38Speaker 2: Auch aus einer anderen Diskussion die ich mal hiermit reinbringe weil ich finde ... Das hast du glaube ich ganz am Anfang einmal kurz gesagt also dass... Ein guter Film für dich ist ein Film, der Fragen stellt aber keine Antworten gibt.
- 37:51Speaker 0: Ja oder keine eindeutigen?
- 37:53Speaker 0: Also der natürlich klar es gibt auch Antworten.
- 37:55Speaker 0: also.
- 37:56Speaker 0: Aber Der einen Prozess beschreibt eine antwort zu suchen.
- 38:02Speaker 0: so
- 38:03Speaker 2: gibt
- 38:03Speaker 0: es da unterschiedliche möglichkeiten die antwort auch zu geben oder eben nicht.
- 38:08Speaker 0: Das ist ja alles verschiedene sind abschattierungen im prinzip.
- 38:13Speaker 0: Also ich mag es lieber aus dem Film rauszugehen, der noch in mir weiterarbeitet.
- 38:17Speaker 0: Wo ich zum Beispiel gar nicht genau weiß wie ich das jetzt... was ich selber denke.
- 38:22Speaker 0: Das sind meine Lieblingsfilme die in mir selber weiterarbeiten.
- 38:27Speaker 2: Und wie bekomme ich sowas hin im Prozess des Drehbucherschreibens?
- 38:30Speaker 2: Jetzt baue ich eure Expertise!
- 38:34Speaker 1: Auf jeden Fall eine... Person aus der Dramaturgy zur Seite.
- 38:41Speaker 1: Ja, das ist wichtig also diese Idee dass man da alleine sieht.
- 38:44Speaker 1: Ich steibe ja auch und ich merke das jedes mal.
- 38:48Speaker 1: aber in bestimmten Punkt will ich mit einer Dramaturgen sprechen weil ich nicht mehr weiter weiß.
- 38:56Speaker 1: und dann gibt es dieses Gespräch diese andere Augen die drauf schauen Und die Dinge entdecken, die ich noch gar nicht gesehen habe, die in dem Stoff schlummern.
- 39:07Speaker 1: Ich weiß nicht wie viele Jahre ich gebraucht hätte um das zu entdecknen wenn überhaupt.
- 39:13Speaker 1: und dann kommt dieser Blick... Dann kommen diese Fragen, die vielleicht auch nicht sofort antworten kann.
- 39:19Speaker 1: Die aber meinen Prozess nochmal ein Stück verändern.
- 39:24Speaker 1: Ich finde wirklich nicht allein da zu sitzen eine ganz wichtige Sache und dann eben in diese Handwerk zu gehen.
- 39:36Speaker 1: Also Filme ist Handwerk, und Steiben ist Handwerke.
- 39:40Speaker 1: Und das heißt aber nicht dass dieser Handwerk per se jetzt schon existiert und packt einer Heldenreise darauf und dann ist alles gut sondern es geht auch darum die Form selbst zu finden, die Dramaturgie selbst zu findet braucht, um diese Figuren in dieser Situation zu erzählen.
- 40:03Speaker 1: Also auch herauszufinden was genau ist das, was dich anzieht?
- 40:08Speaker 1: Warum hast du diese Idee und kannst die nicht loslassen?
- 40:13Speaker 1: also wirklich in diesen Kern zu dringen wo übrigens auch die Haltung schlummert meiner Meinung nach Und gar nicht in dieser Idee, ist diese Haltung politisch oder so.
- 40:23Speaker 1: Also ich sehe das eher als gesellschaftliche Aspekt wurde ich... also was ist der gesellschaftlichen Aspekt deine Erzählung?
- 40:32Speaker 1: Für mich gibt es immer eine.
- 40:34Speaker 1: So intim die Geschichte auch sein mag, so persönlich sie auch sein Mag, gibt's einen gesellschaftlichem Aspekt, was ist das und wie sehen wir das?
- 40:45Speaker 1: Das ist quasi der Weg den ich jedenfalls mit meiner Autorinnen mitgehen und mit Reflektieren oder auch wiedergeben.
- 40:54Speaker 1: Und frage, so ich lese, ist das was du auch erzählen willst?
- 41:00Speaker 1: Oder ist dir das jetzt aus den Handen geglitten?
- 41:06Speaker 1: Kannst du dir vorstellen diese Richtungen zu gehen oder musst du dein Netz zurückziehen und nochmal woanders ansetzen?
- 41:15Speaker 1: diese Entdeckungsreise nicht allein zu machen, finde ich wäre meine absolute Empfehlung.
- 41:23Speaker 2: Ist ein Dramaturg oder einen Dramaturkin?
- 41:29Speaker 2: Also wenn man jetzt im Team arbeitet zum Beispiel eh mit zweit schreibt zb.
- 41:33Speaker 2: welche Rolle spielt dann da einen Dlamaturkin in dem Fall?
- 41:37Speaker 2: oder ist das denn noch nötig?
- 41:38Speaker 2: weil es ist eine steile Frage, wenn ich mit zwei Dramatorkinen hier sitze.
- 41:44Speaker 2: Aber genau deswegen frage ich, weil um so ein bisschen da hinzukommen was eure Arbeit ist und wie ihr auch euren Prozess gestaltet wenn ihr mit Menschen arbeitet an Filmen oder an Geschichten.
- 41:56Speaker 0: Also ich arbeite gerne mit Schreibtheams Unter anderem auch bei einem an einem Serienprojekt mit Lichisia und einer anderen Autorin.
- 42:04Speaker 0: Also das ist eine andere Rolle, Autorinn zu sein oder Co-Autorin zu sein ist eine anderer Rolle als Dramaturkinn zu sein Und es gibt ja natürlich auch noch innerhalb des Entwicklungsproduktions Und Produktionsprozesse ist unterschiedliche Rollen, die auch Dramaturg innen einnehmen.
- 42:24Speaker 0: Es kommt auch darauf an wer es der Auftraggeber ist.
- 42:26Speaker 0: das jetzt die Produktionsfirma oder haben mich die Autorinnen herangezogen zur Beratung?
- 42:34Speaker 0: Oder bin ich Producerin und versuche dann gemeinsam mit den AutorInnen den Stoff bei einer Produktions Firma unterzubringen?
- 42:42Speaker 0: Das sind einfach unterschiedliche rollen.
- 42:44Speaker 0: die müssen vorher sehr klar definiert werden.
- 42:47Speaker 0: Es entstehen manchmal – ich hab das schon erlebt, da habe ich für eine Produktionsfirma gearbeitet.
- 42:51Speaker 0: Da entstehen dann so schwierige Stilpost-Situationen.
- 42:56Speaker 0: also der Produzent spricht mit der Redakteurin und sagt mir dann als seiner Chefdramaturgin was ich dem Autor verklickern soll.
- 43:06Speaker 0: Also da hast du wirklich – ja, das ist aber eine ganz normale Situation.
- 43:09Speaker 0: Da werden viele Leute wissen und das führt selten zu etwas Gutes.
- 43:14Speaker 0: So eine Situation.
- 43:15Speaker 0: Ich würde immer versuchen, alle an einen Tisch zu holen.
- 43:19Speaker 0: Das ist manchmal in den heutigen Zeiten der keiner hat Zeit... Es ist manchmal schwierig aber es ist schon eigentlich sehr wichtig.
- 43:29Speaker 0: Also du bist auch so eine Art Moderat- Du machst auch Moderation zwischen dem unterschiedlichen Beteiligten an dem Prozess.
- 43:37Speaker 0: Ja
- 43:38Speaker 2: und genau wieso geht der Produzent über?
- 43:41Speaker 2: die Dramatur gehen, nur zum Verständnis.
- 43:43Speaker 0: Weil er keine Zeit
- 43:45Speaker 2: hat und
- 43:47Speaker 0: auch nicht die Expertise um wirklich in diesen intensiven Austausch.
- 43:51Speaker 0: In dem Fall waren das jetzt alles mehr dann mit dem Autor zu gehen.
- 43:56Speaker 0: Das war dann meine Aufgabe ja genau.
- 43:58Speaker 2: Und wie geht denn so ein Prozess ran wenn ihr jetzt jemand meldet sich bei euch?
- 44:02Speaker 2: Zum Beispiel im Drehbuchautor eine Drehbuch-Autorin und sagt hey ich brauche euren Support Schaut mal drüber.
- 44:13Speaker 2: Und wie gibt man Feedback, ohne Werten zu sein?
- 44:16Speaker 2: Man gibt ja sehr viel raus in den Moment an eine weinere Person und vielleicht auch sogar die erste Person, die das Ganze nochmal noch einmal liest.
- 44:24Speaker 2: Da ist glaube ich auch schon ein bisschen Vertrauen nötig um das Gefühl zu haben okay da wird sich richtig mit dem Stoff beschäftigt.
- 44:32Speaker 1: Jetzt sind zwei Fragen aber im einen.
- 44:34Speaker 2: Ist eins dazu entstanden, wenn wir weiter reden?
- 44:36Speaker 1: Ja weil halt.
- 44:37Speaker 1: na.
- 44:38Speaker 1: also wenn jemand uns schreibt dann klären wir erstmal das Geschäftliche.
- 44:42Speaker 1: Also wie viel Geld steht zur Verfügung und was kann man mit dem Geld bekommen?
- 44:47Speaker 1: Wir machen eher so dass wir versuchen nicht die Ersten zu sein, die ein Preis nennt sondern wir hören gibt's ein Budget Wie hoch ist dieses Budget?
- 44:57Speaker 1: Und dann, sozusagen welches Haus wir bauen können mit dem Budget.
- 45:00Speaker 1: Also was können wir anbieten?
- 45:04Speaker 1: und wer fragt ist natürlich für uns auch eine... also wir arbeiten eben machtkritisch und Machtkritik beginnt schon mit der Frage nach den zugängenden Ressourcen.
- 45:16Speaker 1: das heißt wenn einer Autorin uns fragt die noch keine Produktionsfirma hat noch keiner fordern bekommen hat Dann versuchen wir trotzdem etwas zu machen, was sie bezahlen kann.
- 45:29Speaker 1: Auch mit der Hoffnung dass wir später im Projekt mit mehr Budget einsteigen können während wenn das eine große Produktionsfirma ist dann können wir unser Preise abrufen wie wir quasi auch für gerecht halten.
- 45:44Speaker 1: also wir klären immer das Geschäftliche zuerst.
- 45:47Speaker 1: wir lesen nichts vorher.
- 45:50Speaker 1: Lesen ist unsere Arbeit, das Teil unserer Arbeit.
- 45:54Speaker 1: Und wir interessieren uns, dass wir quasi die Antwort auf zweite Frage nicht werden zu sein interessiert.
- 46:01Speaker 1: Normalerweise wer uns fragt weiß es macht kritisch arbeiten.
- 46:07Speaker 1: eben Diversität und Ramaturgie kombinieren.
- 46:11Speaker 1: Und deswegen sind meistens Leute, die genau das machen wollen.
- 46:15Speaker 1: Genau mit uns.
- 46:16Speaker 1: Das ist meistens sehr klar.
- 46:18Speaker 1: Manchmal verirren sich ein paar, wir haben gehört, wer sollt es euch kommen?
- 46:23Speaker 1: Aber eigentlich wollen wir weiter sexistisch sein!
- 46:26Speaker 1: Das gibt's auch.
- 46:28Speaker 1: Es passiert mal so wo wir sagen müssen nein es gibt keinen... kein Mord aus Leidenschaft.
- 46:35Speaker 1: Das gibt's nicht, nein?
- 46:37Speaker 1: Egal... Aber dann ist schon interessant für uns zu wissen wie die Genese des Stoffes ist.
- 46:44Speaker 1: Ich finde verstehen was Autoren machen wollen hilft uns ihnen zu helfen.
- 46:51Speaker 1: das geht nicht darum welcher Film ich sehen möchte welche ich steiben wurde sondern auch kennens andere sondern auch wirklich zu sagen okay wie kann ich dir helfen Das, was im Kopf hast du wirklich transportieren zu können auf eine Drehbuch-Ebene.
- 47:10Speaker 2: Wie findet ihr das raus?
- 47:13Speaker 0: Lesen, renken,
- 47:15Speaker 1: sprechen!
- 47:18Speaker 2: Ja aber was fragt ihr?
- 47:19Speaker 2: Was ist da die...
- 47:23Speaker 0: Die Fragen ergeben sich ja aus dem, was ich gelesen habe.
- 47:26Speaker 1: Ich mag sehr gern die Frage Was gibt's in deinem Stoff, was wirklich nicht verhandelbar ist?
- 47:33Speaker 1: Also das, was du wirklich auf gar keinen Fall verändern möchtest.
- 47:37Speaker 1: Das finde ich eine total spannende Frage.
- 47:41Speaker 1: Es gefällt mir oft sehr gut und das heißt nicht dass die Leute da sofort wissen.
- 47:47Speaker 1: aber die Art dieser Frage beantwortet wird es superinteressant so als Hinweis.
- 47:55Speaker 0: Eine meiner Lieblingsfragen ist tatsächlich Glaubst du oder was, dass das Publikum an dieser Stelle fühlt?
- 48:05Speaker 0: Und versteht.
- 48:07Speaker 0: An welcher Stelle in diesen neunzig Minuten oder hundertzwanzig Minuten oder einer ganzen Serie versteht des Publikums war es?
- 48:17Speaker 0: Soll es schon etwas wissen oder noch nicht wissen und was soll es fühlen?
- 48:22Speaker 0: oder was glaubst du wird es füheln?
- 48:26Speaker 0: Also die Reise des Publikums...
- 48:29Speaker 2: Beim
- 48:31Speaker 0: Schauen des Films, der hoffentlich entsteht aus diesem Ebruch.
- 48:35Speaker 2: Und wenn da jetzt was Konteres rauskommt dann ist ja genau... Da wollte ich ja glaube ich hin in meiner
- 48:40Speaker 0: Frage.
- 48:41Speaker 0: Ja manchmal gibt es da Widersprüche die aufgedeckt werden müssen und mit denen man dann arbeiten kann.
- 48:50Speaker 0: Also manchmal versuchen Leute zum Beispiel spannend zu sein indem sie ganz viele Informationen erst mal nicht liefern.
- 48:56Speaker 0: Weil sie wollen, dass das Publikum sich pausenlos fragen stellt.
- 49:01Speaker 0: Manchmal ist es aber viel besser gewisse Informationen zu haben über die Figuren damit ich wirklich mit denen mitfühlen kann weil wenn ich die ganze Zeit damit beschäftigt bin mich zu fragen warum die Figur so und so handelt dann kann ich ihr nicht emotional folgen.
- 49:18Speaker 0: Und manchmal ist es wichtig darüber zu sprechen.
- 49:21Speaker 0: was jetzt wichtiger Also dieses Aufschlüsseln, dieses rätselhafte Ausschlüsseln.
- 49:26Speaker 0: Eine Geschichte wo ich das Publikum in manchen Aspekten im Ohren klaren lasse um Spannung zu erteugen oder ist es wichtiger dass hier das Gefühl da sich mitfühlen kann Empathie empfinden kann mit den Figuren und ihren Problemen?
- 49:46Speaker 0: Das sind so Fragen die ich tatsächlich sehr gerne diskutiere bei Stoffen.
- 49:52Speaker 0: zu wenig Information gegeben werden inzwischen.
- 49:57Speaker 0: Ich glaube, dass Leute sich gerne sehr kryptisch verhalten und glauben das sei spannend.
- 50:01Speaker 0: Aber das ist so meine Seilensteckenpferd von mir.
- 50:06Speaker 2: War spannend!
- 50:07Speaker 2: Das kann man sich gut mitnehmen.
- 50:10Speaker 2: Meine haben sich zumindest zu hinterfragen.
- 50:14Speaker 2: Wie fährt man da beim Schreiben?
- 50:17Speaker 2: vielleicht so kryptisch ist oder eben vielleicht genug Informationen gibt.
- 50:20Speaker 2: Natürlich, das was du sagst ergibt Sinn.
- 50:22Speaker 2: Verstehe aber auch dass man manchmal im Schreibprozess das vielleicht ein bisschen untergeht oder verschwindet ne?
- 50:27Speaker 0: Manchmal muss man erst mal schreiben und dann sich das anschauen, was man geschrieben hat und dann nochmal überlegen ob das was man ändern muss.
- 50:35Speaker 0: also ich Ich bin zum Beispiel ein großer Fan davon vom Exposé gleichsehend zu schreiben.
- 50:40Speaker 0: Vielleicht noch nicht das ganze Drehbuch, aber ich halte das Treatment für einen sehr verkopften Prozess der wirklich nur im Gehirn stattfindet hauptsächlich und richtig ans Fühlen.
- 50:52Speaker 0: und dass die Figuren einmal die entstehen ja, die nehmen einen an der Hand und tun Dinge denn die wissen nicht, dass sie in einem Film sind.
- 51:02Speaker 0: Das passiert für mich intuitiver besser, wenn man tatsächlich erst mal Szenen schreibt.
- 51:08Speaker 0: Das ist so ein Prozess, den ich gerne so gehe mit AutorInnen.
- 51:13Speaker 0: Ja also besonders, wenn die ja noch am Anfang stehen in ihrer Entwicklung.
- 51:19Speaker 2: Also das heißt du nimmst eine einzelne Szene raus und schreibst es oder einfach von vorne nach hinten?
- 51:23Speaker 2: Der
- 51:23Speaker 0: Schlüsselmomente sind gut um Figuren einfach mal...
- 51:28Speaker 2: entstehen
- 51:28Speaker 0: zu lassen, weil so ein Treatment ist eine verdammt verkopfte Sache.
- 51:33Speaker 2: Wir sind hier bei unserer Arbeit gelandet und es war nicht ganz aus Versehen.
- 51:40Speaker 2: Weil ich glaube auch viele Leute wissen nicht genau wie Dramatogen arbeiten.
- 51:44Speaker 2: Ich finde einfach das noch mal schön nochmal zu hören.
- 51:47Speaker 2: Gabs in Momente wo ihr zum Beispiel auch in der Arbeit die Dramaturgyarbeit gesagt habt Könnt ihr gar nicht helfen so wirklich?
- 51:55Speaker 2: Weil vielleicht auch in der Zusammenarbeit mit der Person ist schwierig war oder mit der Produktion, mit dem Drehbuchautor oder Autorin.
- 52:03Speaker 2: Gab es das schon mal bei euch und was war da der Grund?
- 52:06Speaker 0: Ja!
- 52:09Speaker 0: Unterschiedliche Gründe.
- 52:12Speaker 0: vor allen Dingen weil die Klärung der gemeinsamen Visionen nicht funktioniert hat.
- 52:18Speaker 0: Wichtig ist das vorher dahin zu kriegen aber manchmal merkt man das erst beim Arbeiten Dass man dachte, man hätte eine gemeinsame Vision.
- 52:25Speaker 0: Aber man hat sie eigentlich gar nicht.
- 52:27Speaker 2: Wäre die gemeinsame vision nicht einfach dass es eine gute Geschichte
- 52:31Speaker 0: ist?
- 52:31Speaker 0: Nein!
- 52:32Speaker 0: Das ist zu banal.
- 52:33Speaker 0: natürlich das ist sozusagen ja definitiv soll eine gute geschichte werden.
- 52:39Speaker 0: Aber in der Vision ist schon, was will ich erzählen?
- 52:41Speaker 0: Warum will ich es erzählen.
- 52:42Speaker 0: Wer ist meine Hauptfigur?
- 52:44Speaker 0: Gibt es eine Hauptfigure oder mehrere?
- 52:46Speaker 0: Was ist die Perspektive?
- 52:47Speaker 0: Also es gibt einfach bestimmte Dinge, die kann man vorher schon sehr gut klären.
- 52:51Speaker 0: Wie lang soll die Geschichte werden?
- 52:53Speaker 0: Soll das eine Serie oder ein Film werden?
- 52:55Speaker 0: Es gibt natürlich ganz viele Dinge, wie man vorherklären sollte.
- 53:00Speaker 0: und wo ist das Herzblut?
- 53:04Speaker 0: Wo ist dein Funken?
- 53:06Speaker 0: Was is unverhandelbar?
- 53:12Speaker 0: Wo blutet das Herz?
- 53:13Speaker 0: Wo ist der Schmerz?
- 53:15Speaker 0: Das sollte man schon vorher mal besprochen haben.
- 53:19Speaker 0: Da sollte man sich einig sein, ansonsten macht das Zusammenarbeit nicht viel Sinn.
- 53:23Speaker 0: Wie viel
- 53:23Speaker 2: Zeit habt ihr bei so einem Projekt, wenn ihr dazu geholt werdet?
- 53:26Speaker 2: Ich würde sagen von der Produktion in dem Fall.
- 53:27Speaker 2: also ich meine jetzt nicht Zu wenig oder ihr beide fangen an, ihr Kopf zu stellen.
- 53:34Speaker 2: Es
- 53:35Speaker 1: gibt verschiedene Modelle.
- 53:37Speaker 1: also zum Teil Schauen oder lesen Johanna und ich einmal ein Drehbuch Und dann wollen die Leute einfach wissen diversitätstechnisch Gibt nicht meine.
- 53:52Speaker 1: Bei diesem Thema gibt es ganz viel angst.
- 53:54Speaker 1: Die leute wollen alles richtig machen als gäbe sind richtig und sie haben total Gute Absichten sind nerventötend, weil wer gute Absichten hat und alles richtig machen will.
- 54:08Speaker 1: Sie ist immer noch mit sich selbst beschäftigt und nicht mehr der Geschichte.
- 54:12Speaker 1: Und das ist toll aber es ist problematisch für die Geschichte.
- 54:16Speaker 1: also sie gibt ganz viele Sachen wie einmal lesen einen Art Analyse darlegen und dann ist das vorbei.
- 54:27Speaker 1: Und es gibt aber Begleitungen.
- 54:29Speaker 1: So richtig und das ist immer ein bisschen abhängig davon, wie viel Budget für Dramaturgie da ist und was die Menschen wollen.
- 54:39Speaker 1: Da habe ich gedacht.
- 54:40Speaker 1: also für mich wenn es eine Begleitung ist die Grunde warum ich vielleicht kündige ist wirklich Haltung.
- 54:48Speaker 1: Also wenn ich das Gefühl habe Das geht darum nur dass wir sagen Es ist schon okay wie er macht oder halt wenn Autoren, das habe ich eigentlich nur in diese Genderform erlebt.
- 55:03Speaker 1: Also quasi uns holen für eine Begleitung um die ganze Zeit selber reden um zu zeigen dass sie eigentlich schon alles wissen dann kann ich auch wieder geben.
- 55:16Speaker 1: Aber ja es kommt immer darauf an.
- 55:17Speaker 1: also wenn es eine einmalige Sache ist Das finde ich, sind diese Fragen nicht so relevant.
- 55:24Speaker 1: Aber wenn es eine Begleitung ist muss die Chemie irgendwie auch stimmen?
- 55:29Speaker 0: Ja und bei einer Auftragsituation von dem Projekt was produziert werden soll und wo es schon eine Redaktion gibt, die involviert ist und im Zweifelsfall vielleicht auch schon eine Idee eines Endeplatzes dann ist der Zeitdruck natürlich ein ganz anderer.
- 55:45Speaker 0: Dann ärgert man sich höchstens dass man zu spät gefragt wurde.
- 55:51Speaker 0: Deichseln kann, wenn man merkt da liegt wirklich irgendwas im Argen.
- 55:55Speaker 0: Das ist sehr interessant.
- 55:56Speaker 0: also ganz viele Stoffe werden über Jahre, Jahre entwickelt und andere müssen so jetzt sofort... Und dann plötzlich muss es jetzt sofort gehen und dann plötzlich zerren ganz viele Leute in verschiedene Richtungen und dann wird das entstellt und dann kommt irgendjemand und solls retten.
- 56:14Speaker 0: als es gibt die Abenteuerlistengeschichte.
- 56:16Speaker 2: Auch eine Frage, weil ihr ja nochmal den Fokus auf Diversität habt.
- 56:27Speaker 2: Auf die Haltung natürlich allgemein.
- 56:28Speaker 2: da geht es ja nicht nur um ob die Geschichte funktioniert also als Geschichte funktioniert oder inwieweit ist das Ganze verschränkt?
- 56:38Speaker 2: Oder hängt das zusammen?
- 56:39Speaker 1: Genau!
- 56:40Speaker 1: Also im unserem Fokus funktioniert eine Geschichte nicht wenn die Diversitätshakt.
- 56:49Speaker 1: Also da ist viel auch die Frage, wie was für ein Publikum wird das gemacht?
- 56:53Speaker 1: Wer soll sich das anschauen?
- 56:58Speaker 1: Weil es natürlich einen Unterschied macht ob ich selber von Diskriminierung betroffen bin und mir diesen Film anschaue oder nicht.
- 57:07Speaker 1: Das ist schon eine nicht relevante Frage, seien wir mal so... Unsere Meinung nach funktionieren Geschichten mit einer zentrale Figur, die Diskriminierung erfährt.
- 57:22Speaker 1: Ganz egal ob das im Film vorkommt oder nicht, funktioniert nicht mit einer Heldengreise.
- 57:28Speaker 1: Mit so einer Dramaturgie, die allein auf eine persönliche Verletzung geht und die Gesellschaft, diese Struktur in der dieser Figur handelt, nicht miteinbezieht ist immer ein schiffes bild da und das ist für mich auch die erklärung warum publikum oft meckert.
- 57:51Speaker 1: also man denkt an die leute wollen keine diversität die leuter wollen keine.
- 57:55Speaker 1: schlechter zählte diversität.
- 57:57Speaker 1: sie haben das wortschatz nicht dafür müssen sie ja auch nichts in pubi.
- 58:02Speaker 1: aber sie merken er irgendwas komisch hier.
- 58:06Speaker 1: und dass kauf ich nicht ab.
- 58:08Speaker 1: und deswegen finde ich schon dass es verbunden ist.
- 58:13Speaker 1: und wenn da Diversität schlecht ist, dann wird die Geschichte auch nicht gut.
- 58:18Speaker 0: Was ist denn schlechter Diversitet?
- 58:20Speaker 1: Schlechter Diverzität!
- 58:23Speaker 1: Schlechter Diversitiet ist für mich eine, die aus einer partiaschale Perspektive erzählt wird.
- 58:30Speaker 1: Das heißt Menschen mit Diskriminierung erfahren sind Opfer, Menschen mit Behinderung... wollen gar nicht mehr leben, weil sie denken, wozu soll ich das tun?
- 58:44Speaker 1: Diese Art von Geschichten sind für mich schlechte Diversität.
- 58:51Speaker 1: Sexismusreproduktionen bei Frauen passiert dann ganz oft unabsichtlich, weil wir so gewohnt sind... Wir erleben eine Gesellschaft, die Frauen permanent Gewalt antut.
- 59:02Speaker 1: Also wenn das reproduziert wird in den Fernsehen merken wir es gar nicht.
- 59:05Speaker 1: Wir schreiben das!
- 59:06Speaker 1: Ich steibe das!
- 59:08Speaker 1: Es ist Arbeit sich das abzugeführen.
- 59:11Speaker 1: aber das ist für mich dann auch schlechte Diversität.
- 59:14Speaker 1: alles was quasi unbewusst Städotypen produziert, die nicht genutzt werden.
- 59:19Speaker 1: ich habe nichts gegen Städatypen bewusst genutzt werden.
- 59:24Speaker 1: Das ist typisch ein dramaturgisches Instrument, da kann man dann auch nutzen.
- 59:30Speaker 1: aber wenn sie dir passieren, dann finde ich das schon problematisch.
- 59:37Speaker 0: Ich finde ja das Stichwort Empowerment auch noch ein schönes Stichwort.
- 59:41Speaker 0: also ich habe immer sehr feministischen Blick auf viele Filme interessiere mich eigentlich auch immer sehr für die Frauenfiguren in Filmen und Serien, auch in Büchern.
- 59:56Speaker 0: Und die Frage ist ja mit welchem Rassist sie Botschaft?
- 1:00:00Speaker 0: Also erzähle ich ... Die Welt ist schlecht und am Ende verzweifel' ich an ihr und gehe kaputt daran oder erzähle nicht kann etwas tun.
- 1:00:14Speaker 0: Ich kann mir Hilfe holen.
- 1:00:15Speaker 0: es gibt Solidarität Erzähl ich Geschichten von Solidarität oder von verzweifelten Einzelkämpferinnen.
- 1:00:24Speaker 0: Und ich finde gar nicht so wichtig, ob wir am Ende jetzt mal ganz banal gesagt gut- oder schlechtende ... denn auch ein schlechtes Ende kann ja auf einen Missstand aufmerksam machen den zu lösen man sich dann aufgefordert fühlen kann.
- 1:00:38Speaker 0: Also das positive Ende kann nach dem Film kommen bei einem Publikum.
- 1:00:45Speaker 0: Dennoch Ich hatte zum Beispiel mal mit einer sehr renommierten Autorin, die ich angefragt hatte für einen Stoff.
- 1:00:51Speaker 0: Ein Gespräch, das ging um eine Verfilmung einer Biografie von zwei Schwestern aus dem neunzehnten Jahrhundert und sie hat mir abgesagt weil sie gesagt hat weißt du Sandra?
- 1:01:05Speaker 0: Das ist so eine verzweifelte Geschichte!
- 1:01:09Speaker 0: Und ich habe keine Lust mehr diese verzweifellten Geschichten zu erzählen.
- 1:01:13Speaker 0: Also die war an einem Punkt, wo sie gesagt hat ich will das ist eine Wut Erzählung.
- 1:01:18Speaker 0: Das ist Verzweiflung da am Ende es nicht wirklich gut.
- 1:01:22Speaker 0: Die eigentlich zerbricht einer der Schwestern in der Welt.
- 1:01:26Speaker 0: und das ist jetzt nicht das was ich in diesem Moment schreiben möchte.
- 1:01:31Speaker 0: damit muss ich mich ja dann jahrelang miteinander setzen.
- 1:01:35Speaker 0: Das war eine super Absage von ihr.
- 1:01:37Speaker 0: Und ich musste dann noch mal nachdenken, warum will ich das eigentlich unbedingt?
- 1:01:41Speaker 0: Und was ist denn daran jetzt?
- 1:01:42Speaker 0: das Interessante für mich und für mich war das Interesse ja waren die Momente dazwischen wo diese Figuren es schaffen sich zu wehren gegen ein System was sie einfach nicht haben will in der Positionen in der Sie da sind.
- 1:01:58Speaker 0: Und das war für mich auch in Form von Empowerment.
- 1:02:02Speaker 0: Also ich muss jetzt nicht lügen und sagen, am Ende geht alles gut aus.
- 1:02:05Speaker 0: Aber ich kann erzählen da sind echt zwei coole Schwestern die haben sich wirklich gewährt gegen ein System und sie haben das mit einer Stuhrheit getan, die wirklich beachtlich ist und die überall diskutiert wurde damals in den Medien, in den Zeitungen
- 1:02:19Speaker 0: usw.,
- 1:02:20Speaker 0: wo Romale drüber geschrieben worden sind!
- 1:02:22Speaker 0: Und das ist für mich das Spannende.
- 1:02:24Speaker 0: also da werden auch Frauen einfach... gezeigt, die sich nicht geschlagen geben und sie dann vielleicht mit einem gewissen Stolz nicht immer nur Siegen aber dennoch auch gewisse Formen von Siegen erringen.
- 1:02:38Speaker 0: Und da war dann für mich klar okay ich wusste dann was für eine Autorin ich finden muss für diesen Stoff.
- 1:02:44Speaker 0: Ja das war interessant, ja interessante Erfahrungen.
- 1:02:47Speaker 2: Auf jeden Fall Jesus, dass du es gerade bringst weil auch einer meiner letzten Fragen war nämlich das Thema wie ihr was ihr von Happy End haltet Und wie Happy End aussehen kann und sollte, oder ich sollte falsche Wort.
- 1:02:59Speaker 2: Aber wie es aussehen können... Du hast ja theoretisch so ein bisschen in diese Richtung angesprochen gehabt, dass ein Happy End nicht immer ein Happy-End ist aber vielleicht durch die ganze Geschichte im Nachhinein nachhaltend dann zum Happy End wird.
- 1:03:14Speaker 2: Das fand ihr eigentlich ganz schön gesagt Von dir nicht von mir.
- 1:03:22Speaker 1: Ich liebe Happy End.
- 1:03:26Speaker 0: Ich
- 1:03:27Speaker 1: will Happy Ends haben, bei dem richtigen Figuren Happy Endes haben.
- 1:03:32Speaker 1: also ich habe jetzt das gehört und hab gedacht ja aber man muss nicht lügen es gibt etwas was feministisches Peculation heißt oder feministisches Fabulieren Das auch bedeutet, wir nehmen diese Geschichte und von da aus imaginieren wir einen anderen Verlauf.
- 1:03:53Speaker 1: Und eroffenen damit Handlungsmöglichkeiten.
- 1:03:56Speaker 1: Wir leben... Du hattest vorhin über Krisen gesprochen?
- 1:04:00Speaker 1: Wir wollten noch diskutieren ob es eine oder mehrere gibt, egal wie man das auflegt.
- 1:04:05Speaker 1: Es ist eine schwierige Zeit!
- 1:04:09Speaker 1: Wer heute dystopiensteibt, ist sehr privilegiert.
- 1:04:13Speaker 1: I don't know.
- 1:04:14Speaker 1: Ich brauche Hoffnung, ich brauche Handlungsmöglichkeiten.
- 1:04:18Speaker 1: Ich freue mich wenn es Autoren gibt die sich dem stellen und es muss auch nicht alles prima laufen und das kann ein Happy End ist sondern man kann in manchen Bereichen einen happy end haben oder anderen.
- 1:04:34Speaker 1: aber ich bin sehr interessiert momentan in Happy Ends.
- 1:04:39Speaker 1: Ich habe auch voll Lust auf Happy End
- 1:04:43Speaker 2: Weil das ist ja theoretisch ein bisschen, was wir auch am Anfang genau wie du sagst angesprochen hatten.
- 1:04:47Speaker 2: Also auch so ein bisschen als Kontra zu dem, was man sieht ohne zu sagen, weil Happy End gar auf wie du sagt, Happy End heißt nicht nur alles ist toll gelaufen oder eben die Geschichte so seicht dass alles toll laufen konnte.
- 1:05:03Speaker 2: So gewisserweise.
- 1:05:04Speaker 2: Du hast ja trotzdem diesen Ride durch diese Geschichte hoch und runter und wie auch immer und am Ende Kommst du an den Punkt, wo vielleicht trotzdem alle schief geht.
- 1:05:14Speaker 2: Aber du vielleicht so viel mitgenommen hast und sagst okay das ist dein Happy End.
- 1:05:18Speaker 2: Du bist wie deine Geschichte erzählt hast?
- 1:05:20Speaker 0: Also eines der berühmtesten Happy Ends ist ja das Ende von Selma & Louise.
- 1:05:25Speaker 0: Sie sind sich treu geblieben und dass jetzt das Happy End gemeinsam.
- 1:05:30Speaker 0: aber natürlich fahren sie auch in diesen Canyon und werden dort sterben.
- 1:05:34Speaker 0: Ja also ähm... Das ist ganz tolle Storytelling.
- 1:05:40Speaker 2: Kommen wir zum Schluss, kommen wir jetzt erstmal zu euren Event.
- 1:05:46Speaker 2: Ich bin nicht selber durcheinander.
- 1:05:53Speaker 2: Wann findet ihr nochmal statt?
- 1:05:54Speaker 2: und könnt ihr noch mal sagen was geht es da?
- 1:05:56Speaker 2: oder habt ihr da Panels?
- 1:05:57Speaker 2: Oder erzähl mal kurz, worauf können wir uns freuen?
- 1:06:03Speaker 2: Wir dürfen beide!
- 1:06:05Speaker 0: Wer tagt der Filmstoffentwicklung FSE Filmstoffentwicklung Tag der Dramaturgie.
- 1:06:12Speaker 0: Wir kürzen das FSE ab, findet ungefähr alle zwei Jahre statt und ist ein ganzer Tag mit Diskussionen, mit Panels, mit Case Studies, wo wir die Branche einladen gemeinsam über Dramaturgy und alle möglichen verschiedenen Aspekte der Dlamaturgy zu diskutieren.
- 1:06:35Speaker 0: Und wir haben dieses Jahr eine Veränderung gemacht in dem Konzept.
- 1:06:41Speaker 0: Wir machen weniger Frontalbeschallungen, wir haben mehr interaktive Formate und wir haben so eine ganz fette Mittagsschiene von drei Stunden wo wir Räume anbieten – wir nennen die Orange Tables weil orange ist unsere Verbandsfarbe -, wo Menschen aus unserem Verband ihre Arbeit präsentieren, Fragen aufwerfen und in die Diskussion gehen für also ungefähr eine Stunde jeweils.
- 1:07:10Speaker 0: Da haben wir insgesamt drei Schienen von jeweils sechs verschiedenen Orange Tables, man kann sich dann einen davon aussuchen und da featuren wer wirklich unsere Mitglieder und deren Arbeit und wollen miteinander ins Gespräch kommen.
- 1:07:27Speaker 0: das soll auch ein Networking Opportunity für alle sein die da kommen dass man sich auch gegenseitig kennen lernt.
- 1:07:34Speaker 0: Wir haben relativ viele schöne Kaffeepausen und Mittagessenspausen für Networking.
- 1:07:40Speaker 0: Es wird auch sehr stark darum gehen, dass man miteinander ins Gespräch kommt in der Branche.
- 1:07:46Speaker 2: Ist es hauptsächlich für Dramaturginnen oder wie ist das alles?
- 1:07:52Speaker 0: Das ist für DrehbuchautorInnen, Dramaturginnen alle Menschen die mit Filmstoffentwicklung zu tun haben.
- 1:08:00Speaker 0: redaktiert TürInnen,
- 1:08:03Speaker 1: FörderreferentInnen
- 1:08:05Speaker 0: kommen einige weil wir haben Förderung vom Medienbord Berlin-Brandenburg und von der FFA.
- 1:08:10Speaker 0: Da kommen relativ viele aus den die Fördereferent Innen aus den Stoffentwicklungsabteilungen.
- 1:08:17Speaker 0: Genau ProduzentInnen natürlich also alle die mit StoffEntwicklung zu tun
- 1:08:24Speaker 2: haben.
- 1:08:25Speaker 2: Dann brauchen wir jetzt nur noch das Datum nochmal
- 1:08:28Speaker 0: Der vierzehnte
- 1:08:30Speaker 2: November, den ganzen Tag
- 1:08:31Speaker 0: in Berlin und das findet man auf unserer Webseite.
- 1:08:34Speaker 2: Wir werden es auf jeden Fall in den Schulnutz verlinken.
- 1:08:37Speaker 2: Ich habe noch eine letzte Frage die ich vorher nämlich vergessen hab, die ich jetzt nochmal mit einbaue bevor ich jetzt gleich ganz zum Abschluss gehe.
- 1:08:44Speaker 2: Jetzt haben wir so viel Überhaltung gesprochen über Möglichkeiten auch vielleicht für verschiedene Arten von Geschichten.
- 1:08:52Speaker 2: was wir entstehen euch denn oder was zu Eierappell vielleicht auch an die Branche Wenn es darum geht, Haltung in Filmen oder in Geschichten irgendwie zu leben.
- 1:09:07Speaker 2: Ihr dürft auch nachdenken, ihr müsst nicht sofort.
- 1:09:11Speaker 1: Ich glaube dieser Tag der Dramaturgie Beherberg schon ein bisschen der Gedanke den Diahamas findet Dialog statt.
- 1:09:23Speaker 1: Dialog ist wichtig, bevor man die Regel des Spiels festlegt.
- 1:09:29Speaker 1: Die Branche hat jetzt ganz lange davon gelebt, dass da wo sich die Macht konzentriert auch die Spielregeln gemacht werden.
- 1:09:39Speaker 1: Ich fürchte das funktioniert nicht mehr.
- 1:09:42Speaker 1: Jedenfalls nicht mehr so gut und wir bitten diesen Tag an und wir bieten jede Menge Tische, an dem man sich setzen kann oder du besprechen kannst.
- 1:09:54Speaker 1: Wie macht man Verticals?
- 1:09:57Speaker 1: Was bedeutet kritische Dramaturgie?
- 1:09:59Speaker 1: Wie machen wir immer noch über alles Lachen, wie funktioniert Humor in Zeiten der Krise.
- 1:10:06Speaker 1: Was bedeutet postmigrantisches Kino?
- 1:10:09Speaker 1: Das ist ein riesiges Angebot von Themen dieser Dramaturgy die genau das beleuchten.
- 1:10:18Speaker 1: Was können wir als Branche machen was sie so uns auch rollen in der politischen Situation, in der wir leben.
- 1:10:28Speaker 1: Das wäre in meinem Augen nicht nur ein Appell sondern durchaus eine Handlung für wir dramaturgenden Handeln gerade.
- 1:10:38Speaker 0: Ja und wir laden auch Leute ein durchaus auch Entscheidungsträgerinnen ein mit uns dort über diese Dinge zu sprechen auf.
- 1:10:47Speaker 0: uns Streamern und Sendern und Produktionsfirmen diskutieren dort Werke, die aktuell in Fernsehen und Kino besprochen werden.
- 1:10:59Speaker 0: Die interessant sind und schauen uns an wie die das machen?
- 1:11:05Speaker 0: Wie die Haltung zeigen, welche Haltung sie zeigen und was dort besprochen wird und was vermittelt wird.
- 1:11:14Speaker 0: Genau,
- 1:11:14Speaker 2: ja.
- 1:11:14Speaker 2: Dann sind wir gespannt auf das Event und bedanke mich bei euch für das Gespräch, dafür auch wieder Einblicke in eurer Arbeit und würde wie immer sagen wenn ihr den Podcast gut findet dann abonniert ihn gerne bei allen Podcast-Plattformen die ihr so kennt und die ihr nutzt!
- 1:11:32Speaker 2: Und ich wünsche euch einen guten Tag oder guten Abend oder gute Nacht und ich würde sagen wir hören uns beim nächsten Mal wieder.
- 1:11:39Speaker 2: Ciao.