Latest / Die Lage international mit Christian Mölling / „Die Ukraine muss fürchten, unter den Bus geworfen zu werden“
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- 0:07Es ist Donnerstag, der 29. Oktober. Herzlich willkommen zum Stern-Podcast Die
- 0:13Lage International mit Christian Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Think
- 0:18Tank European Policy Center.
- 0:20Guten Morgen, Herr Mölling. Hallo, guten Morgen, Herr Gattmann.
- 0:23Mein Name ist Moritz Gattmann. Ich bin Auslandsreporter für den Stern mit Schwerpunkt Osteuropa.
- 0:28Herr Mölling, in diesem Jahr habe ich auf Empfehlung meines Kollegen Steffen
- 0:32Gassel mit großem Interesse den Bestseller Phantom Orbit gelesen.
- 0:37Darin beschreibt der amerikanische Journalist und Autor David Ignatius sehr
- 0:41überzeugend, wie die Welt sich einem Krieg der Sterne nähern könnte.
- 0:46Konkreter, wie China oder Russland mit verschiedenen Methoden versuchen könnten,
- 0:50westliche Satelliten auszuschalten und damit unser von Satellitenkommunikation
- 0:56abhängiges Leben quasi auszuschalten.
- 0:59Umso aufmerksamer lese ich deshalb in letzter Zeit Meldungen darüber,
- 1:03dass russische Satelliten sozusagen die Verfolgung westlicher Satelliten aufgenommen
- 1:09haben und damit zeigen, wir können die zum Absturz bringen, wenn wir wollen.
- 1:13In diesem Fall war es vor einigen Tagen offenbar ein finnischer Satellit,
- 1:17den ein russischer Satellit verfolgt hat.
- 1:21Der kam dem bis auf 100 Meter nahe.
- 1:24Aber gemeint sind wohl besonders auch die Satelliten von Elon Musk's Starlink,
- 1:29das der Ukraine über lange Zeit Vorteile verschafft hat.
- 1:32Herr Mölling, sind wir einem Krieg der Sterne einen Schritt näher gekommen?
- 1:37Also sicherlich nicht, wenn es darum geht, Satelliten tatsächlich abstürzen
- 1:41zu lassen oder zu zerstören.
- 1:43Das ist, glaube ich, der erste Punkt, den man vorwegnehmen muss.
- 1:45Denn die Weltrauminfrastruktur, wie man so schön sagt, die hat den Vor- oder Nachteil.
- 1:54Wenn sie irgendwas kaputt machen, dann bekommen das nachher alle mit.
- 1:59Erstens, also man sieht es und es sind alle davon betroffen.
- 2:02Das heißt also, wenn sie einen Satelliten zerstören, dann produziert er ja ganz
- 2:06viel Weltraumschrott im Grunde genommen. Kleine Teile, die durch den Orbit fliegen,
- 2:11zumindest in der Umlaufbahn, in der die Zerstörungssatelliten stattgefunden hat.
- 2:17Und das bedeutet, dass alle anderen Satelliten, die da unterwegs sind in der
- 2:21Umlaufbahn, ebenso getroffen werden könnten.
- 2:23Das heißt also, sie müssen schon sehr geschickt sein, um nicht ihre eigenen
- 2:27Satelliten davon zu treffen oder die befreundeter Staaten oder sonst irgendwas.
- 2:32Und es gehört dann auch mit dazu, selbst wenn sie keine Satelliten haben,
- 2:36also es gibt ja große Weltraumnationen, die haben viele Satelliten, andere haben gar keine.
- 2:41Die Schweiz zum Beispiel, heißt das nicht, dass sie nicht davon betroffen sind,
- 2:44weil dann nämlich ihre Dienstleistungen, die über diese Satelliten laufen, ausgeschaltet werden.
- 2:49Das heißt also, in dem Beispiel, was sie bringen, wären quasi auch die Chinesen
- 2:53davon betroffen, ihr Geschäftsmodell, das auf Satelliten irgendwo beruht,
- 2:57also der Teil ihres Geschäftes, der auf Satelliten beruht, der wäre auch davon betroffen.
- 3:01Und das eben nicht nur im militärischen, sondern eben auch im zivilen Bereich.
- 3:05Man muss das noch sehr stark differenzieren danach, nach in welcher Höhe ist
- 3:09der Satellit eigentlich unterwegs.
- 3:11Und ich glaube, man muss sich bei den Russen auch angucken, wie groß ist die
- 3:14Kapazität der Satelliten.
- 3:17Also die Russen haben jetzt in der Tat Anfang dieses Jahres,
- 3:20ich glaube, sechs Satelliten hochgeschossen, die möglicherweise so eine Fähigkeit
- 3:24haben, wie sie das gerade beschrieben haben. Also eigentlich Antisatelliten-Satelliten.
- 3:29Es sind aber in Anführungsstrichen erst mal nur sechs. Und die Frage ist dann,
- 3:33wie viel Kapazität haben die, sich an andere Satelliten heranzupirschen.
- 3:37Die andere Möglichkeit ist natürlich, das können wir schwer bewerten,
- 3:40dass man versucht tatsächlich mit diesen Satelliten mitzubekommen,
- 3:44was in dem anderen Satellit passiert.
- 3:46Also kann man Dinge abhören, kann man versuchen Funksignale abzufangen.
- 3:50Das sind Sachen, die können wir von hier aus schwer bewerten.
- 3:53Für Musk ist aus meiner Sicht die Lage nochmal ein bisschen anders.
- 3:57Starlink fliegt ja relativ tief. Das ist eine ganz besondere Art von Satelliten,
- 4:02die in einem sehr tiefen Orbit eigentlich fliegen.
- 4:05Und das heißt, da hat das nicht stattgefunden. Ich glaube, da bin ich aber sehr
- 4:10sozusagen unsicher, das ist nicht mein Terrain.
- 4:13Mein Eindruck ist, dass in dem Orbit, in dem Masks Satelliten operieren,
- 4:18tatsächlich noch nicht so wahnsinnig viele Satelliten da sind,
- 4:21sodass die Gefahr für das Starlink auch nicht da ist.
- 4:24Passiert das, worüber wir reden, im ersten Stock der Weltrauminfrastruktur oder
- 4:28im 30. oder im 50. Stock? Das macht tatsächlich erstmal einen Unterschied.
- 4:33Wie gesagt, dieses Beispiel, von dem ich jetzt gesprochen habe,
- 4:35was in der vergangenen Woche war, das betraf ja einen finnischen Satelliten.
- 4:40Aber Sie haben jetzt auch schon über Elon Musk gesprochen.
- 4:44Der hat sich gerade dieser Tage sehr kritisch gegenüber der Ukraine geäußert.
- 4:50Ich zitiere das mal, was er da auf X, ehemals Twitter, geschrieben hat.
- 4:55Das ukrainische Militär hat gegen die Starlink-Nutzungsbedingungen verstoßen, schrieb er da.
- 5:01Und das ukrainische Militär habe den Dienst für offensive Drohnenangriffe,
- 5:05Zitat, zur Tötung von Menschen genutzt.
- 5:08Das sind schon sehr kritische Töne und das passt ja auch zu der Einschränkung
- 5:13der Möglichkeiten der Ukrainer in letzter Zeit, dieses Starlink- und Starshield-Netzwerk zu nutzen.
- 5:21Und dann, überraschend, wenig später, sagte Putin, der russische Präsident,
- 5:25vor Journalisten, die Russen stünden insbesondere mit Musk in engem Austausch
- 5:30beim Aufbau ihres eigenen satellitengestützten Kommunikationssystems.
- 5:35Also man wolle sich da nicht in die Quere kommen. Die Russen wollen Musk nicht stören.
- 5:41Putin nannte ihn sogar ein Genie und ebenso wenig will Musk die Russen stören.
- 5:45Deswegen unterhalten die sich da.
- 5:48Wie viel steckt da dahinter? Ja,
- 5:50ich glaube, das ist die eigentliche Geschichte, dass man sieht, dass die.
- 5:54Kommunikation sowohl der US-Administration als auch von Leuten von Musk zurzeit
- 5:58ganz stark auf die russische Linie einschwenkt und hier ja im Grunde genommen
- 6:03russische Propaganda wiedergegeben wird.
- 6:04Denn für das, was Musk da den Ukrainern vorwirft, gibt es keinen Beleg.
- 6:10Und ich würde sagen, er lässt sich im Grunde genommen einseifen.
- 6:12Er wiederholt das, was offensichtlich die Russen ihm erzählt haben.
- 6:15Ich schätze, ich kann mir gut vorstellen, dass es solche Gespräche gegeben hat.
- 6:19Einfach, um ihn abzuholen und um zu sagen, wir beide können ja zusammen Geschäfte machen.
- 6:24Und dass man dann im Grunde genommen die Sprache der Russen übernimmt,
- 6:27weil die sich ja als ehrliche Makler oder ganz einfache, sogar kooperative Wettbewerber
- 6:35darstellen und sagen, wir wollen, dass es ja alles friedlich verläuft.
- 6:37Und wenn wir unser eigenes Starlink aufbauen, dann wollen wir,
- 6:40dass das nicht mit deinem kollidiert und so weiter und so fort.
- 6:43Das klingt ja erstmal alles total nett.
- 6:45Die Frage ist, ob Musk nicht eigentlich aus einer ökonomischen Sicht ein Interesse
- 6:48daran haben müsste, dass die Russen keinen Starlink haben, weil er seine sein
- 6:51nicht verkaufen müsste. Zurzeit kann er das nicht.
- 6:54Deswegen kann man spekulieren, was sozusagen im Hintergrund noch abläuft,
- 6:58ob er den Russen möglicherweise hilft, die Technologie dafür zu entwickeln,
- 7:02wenn sie es nicht selber schon können.
- 7:03Das ist aber nicht der Weg, den man, glaube ich, lang gehen müsste.
- 7:06Ich glaube, der Punkt ist, Musk war, wir erinnern uns zurück,
- 7:11immer schon kritisch den Ukrainern gegenüber und er hat jetzt offensichtlich.
- 7:18Die Linie der amerikanischen Regierung übernommen, dass man versucht,
- 7:20Druck auf die Ukrainer auszuüben und dafür Starlink bzw.
- 7:25Die militärische Version Star Shield zu schaffen.
- 7:29Wo das Verhältnis zwischen Starlink und Starshield ist, das will ich jetzt nicht weiter aufdröseln.
- 7:34Also die Frage ist halt allerdings auch, ob er wirklich dezidiert das Zivilsystem meint,
- 7:42Oder die militärische Nutzung der zivilen Satelliten, die halt sozusagen nicht
- 7:47in jedem Fall militärisch, also es gibt nicht in jedem Teil eine militärische
- 7:50Hardware oder eine zivile Hardware, sondern es gibt eine militärische Nutzung einer,
- 7:54Dual-Use-Hardware in Grunde genommen. Auch das scheint offensichtlich möglich zu sein.
- 7:58Also alles in allem ist, glaube ich, die technische Variante nicht so wichtig.
- 8:01Wichtig ist, die Ukrainer kommen hier unter Druck, weil die Amerikaner immer
- 8:06stärker auf die russische Seite einschwenken.
- 8:08Wir kommen gleich nochmal auf dieses Dreieck Russland, USA, Ukraine zurück.
- 8:15Schauen wir mal auf eine wichtige politische Veränderung dieser Woche.
- 8:19Eine gewissermaßen sichere Bank für Russland war ja über die letzten Jahre trotz
- 8:23Ukraine-Krieg der Balkanstaat Serbien,
- 8:26dessen langjähriger Präsident Alexander Vucic, der für diese russlandfreundliche
- 8:31Politik stand, hat nun eine krachende Wahlniederlage erlitten.
- 8:35Steht womöglich vor dem politischen Aus.
- 8:37Ist das nach Ungarn, nach der Abwahl Orbans, das zweite
- 8:42äußerst unangenehme politische Ereignis für Wladimir Putin und vielleicht eine
- 8:47sehr große Chance für Europa, auch diesen Staat Serbien eher für sich zu gewinnen
- 8:52und aus der russischen Umklammerung zu lösen?
- 8:55Ja, also wie soll man sagen, Himmel hoch ja auch tief betrübt.
- 9:00Ich meine, wir haben diese Entwicklung in Europa ja nicht als Einzelfall.
- 9:06Also Ungarn ist kein Einzelfall. Wir erinnern uns zu Slowenien.
- 9:10Da haben wir so eine Art von ähnlicher Bewegung gehabt. FICO ist immer noch da in der Slowakei.
- 9:17In Bulgarien haben wir eine Situation, dass wir da eine Regierung haben,
- 9:22die auch eher Putin-freundlich ist.
- 9:24Das heißt, das ist, glaube ich, nichts, was auf einmal mit einer Wahl beendet
- 9:29ist. Ich glaube, wir haben eher so eine Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeiten,
- 9:33dass es immer mal wieder...
- 9:35In den politischen Systemen Veränderungen gibt, die mit der Frustration der
- 9:41Menschen über die handelnde Regierung zu tun haben.
- 9:44Das Gute ist, und ich finde, daraus kann man Hoffnung schaffen,
- 9:47dass es eben tatsächlich immer noch Möglichkeit gibt, politischen Widerstand,
- 9:52tatsächlich aktiv zu haben und dass der Effekte zeitigt.
- 9:55Dass es auch Orban trotz, ich glaube, einer Dekade, die er dran gewesen ist,
- 10:01nicht gelungen ist, die politische Landschaft so einzuebnen oder zu rasieren,
- 10:06dass er quasi als Alleinherrscher weitermachen konnte. Denn das war natürlich sein Plan.
- 10:11Bei Vucic, glaube ich, hat der Plan ein bisschen anders ausgesehen,
- 10:13weil die politischen Verhältnisse ein bisschen anders sind. Aber er hat natürlich
- 10:15auch gehofft, an der Macht zu bleiben.
- 10:17Was jetzt sozusagen daraus folgt, ob jetzt eine stabile Regierung in Serbien
- 10:23an die Macht kommt und ob das besser wird, das hoffen wir alle.
- 10:28Ich glaube, das ist noch ein bisschen zu früh zu sagen, was wird denn daraus
- 10:32jetzt eigentlich passieren. Das ist ja erst mal, so würde ich es einschätzen,
- 10:35ohne Serbien-Experte zu sein, auch eine Protestwahl, wo man Vucic abgewählt hat.
- 10:40Und nicht dezidiert ein Regierungsprogramm einer Studentenliste gewählt hat.
- 10:46Für viel Aufregung hat dieser Tage insbesondere in Europa der Anruf des finnischen
- 10:52Präsidenten Alexander Stupp und des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gar
- 10:57Störe bei Wladimir Putin gesorgt.
- 11:01Aus Brüssel und aus einigen EU-Staaten kommt zum Teil sehr harsche Kritik.
- 11:07Aber Selensky selbst hat sich durchaus positiv geäußert über diesen Anruf und die Initiative.
- 11:13Von außen betrachtet sieht das nach ziemlichem Chaos in Europa aus.
- 11:18Ja, das stimmt. Und das bringt mich, vielleicht bin ich da mittlerweile schon
- 11:21paranoid, muss man sagen, das ist für die Russen besonders gut gelaufen.
- 11:25Also jetzt redet keiner mehr darüber, dass Putin eigentlich in dem Gespräch
- 11:29offensichtlich gesagt hat, das war ja keiner von uns mit dabei,
- 11:32dass der Krieg weiterlaufen wird, sondern alle reden darüber,
- 11:35ob es in Ordnung gewesen ist und mit welchem Mandat die beiden Staatschefs mit
- 11:40Putin gesprochen haben.
- 11:41Das ist sozusagen, da steht es gerade im Aufmerksamkeitsfenster und damit auch,
- 11:46die mögliche Zerrissenheit der Europäer.
- 11:48Dass es in der Sache ist.
- 11:52Ich will eine Sache noch vorweg schicken. Es ist interessant,
- 11:54dass aus einem solchen Gespräch, bei dem naturgemäß nicht wahnsinnig viele Leute
- 11:58dabei sind, tatsächlich diese Details rauskommen.
- 12:02Das heißt also, die Gruppe derjenigen, die das hat leaken können,
- 12:07zumindest auf westlicher Seite, ist relativ klein.
- 12:10Also entweder rollen da bald Köpfe, oder aber es kommt eben nochmal von einer
- 12:14ganz anderen Seite, die das bewusst geleakt haben und damit auch nochmal die
- 12:17Desinformation genutzt haben und dann im Grunde genommen auch sehr,
- 12:22wie soll man sagen, teilweise sehr.
- 12:25Solide Presse mit guter Reputation wie die Financial Times möglicherweise sich
- 12:31in das Licht der Propagandatransporteure stellen würden.
- 12:34Das wäre natürlich eine ziemlich kritische Geschichte.
- 12:37So, das heißt, was abgelaufen ist, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht oder
- 12:42nur aus dem, was dort berichtet ist. Die Quelle selber ist nicht öffentlich oder ist geheim.
- 12:48Man muss zum Vorgang selber sagen, also Sie haben es ja schon gesagt,
- 12:52Selenskyi hat darum gebeten, weil die Verhandlungen mit den Amerikanern so schlecht
- 12:57gelaufen sind, dass man irgendwo versucht hat, einen neuen Weg aufzumachen und
- 13:01die Europäer mit im Boot zu halten.
- 13:04Das ist ja jetzt nicht das einzige Gespräch, wo man sich bemüht,
- 13:07um mit den Russen zu reden, mit den Ukrainern zu reden.
- 13:12Dabei werden nicht alle 27 oder 31 mit informiert oder nicht gleichmäßig.
- 13:18Also, dass sich die dänische Ministerpräsidentin darüber beschwert,
- 13:23das wäre nicht abgestimmt gewesen.
- 13:25Da muss man dann leider sagen, kann sein, dass es mit ihr nicht abgestimmt gewesen ist.
- 13:29Die Deutschen haben gesagt, es ist mit ihnen abgestimmt gewesen.
- 13:32Es gibt halt einige, die die Verhandlungen sehr aktiv betreiben,
- 13:35weil sie ein politisches Gewicht haben, das größer ist als das anderer Staaten.
- 13:40Das ist halt einfach mal eine Realität.
- 13:42Und ich glaube nicht, dass Europa vorankommt, wenn alle 27 mit am Tisch sitzen.
- 13:47Das ist ein klassisches Dilemma, das Europa eigentlich immer in solchen Verhandlungssituationen
- 13:52gehabt hat, dass man entweder ganz langsam ist oder nicht sprechfähig ist,
- 13:56wenn man alle mitnehmen muss in dem Zusammenhang.
- 13:59Und schlecht ist aber in der Tat, dass man das jetzt öffentlich macht.
- 14:02Und öffentlich, also öffentliche Kritik kann man ja äußern, wenn aber hier nicht
- 14:07klar ist, was ist eigentlich der Fall.
- 14:10Dann diskutieren wir jetzt erstmal zwei Tage lang darüber, was ist denn eigentlich genau passiert.
- 14:14Und bringen sogar Staatschefs, die hier das Gespräch geführt haben,
- 14:19in die Situation, dass sie sich persönlich öffentlich dafür nochmal erklären müssen.
- 14:23Also Sie bewerten das grundsätzlich positiv, dass es diesen Anruf gab, Diese Initiative gab.
- 14:29Dennoch werden die Europäer bei den nun anstehenden Verhandlungen wieder nicht
- 14:36mit am Tisch sitzen. Die sind anberaumt, man weiß es nicht genau,
- 14:39ab dem 4. November in Abu Dhabi.
- 14:43Dort wollen die USA, die Ukraine und Russland erstmals wieder direkt verhandeln.
- 14:50Seit Februar diesen Jahres sind das die ersten Verhandlungen.
- 14:55Was erwarten Sie sich von diesen Verhandlungen?
- 14:59Naja, das ist schon, also selbst wenn es nächste Woche ist, kann dann auch relativ
- 15:05viel passieren. Denn wir hatten
- 15:08es ja eben schon gesagt, die Ukrainer sind gerade sehr stark unter Druck.
- 15:11Das heißt, ein Gespräch, dieses Dreiergespräch kann zu einem 2-gegen-1-Gespräch werden.
- 15:18Die amerikanischen Verhandler, also Wittkopf und Kushner, versuchen vor allen
- 15:24Dingen, ihre ökonomischen Interessen zum jetzigen Zeitpunkt durchzubringen.
- 15:27Sie möchten wahrscheinlich auch noch ein positives Signal vor den Midterms haben.
- 15:31Das kommt ja auch dazu, dass die Amerikaner am 5. dann wählen.
- 15:34Das heißt, man möchte hier, glaube ich, nochmal versuchen, ein positives Zeichen
- 15:38zu bringen, das zu vermischen mit, es ist ökonomisch was drin für uns.
- 15:42Und die Ukrainer müssen fürchten, dass sie unter den Bus geschmissen werden
- 15:45in dem Zusammenhang. Die Europäer sind nicht mit dabei, das heißt,
- 15:49sie können nicht mithelfen.
- 15:51Das ist eine sehr schwierige Situation, wo man nicht weiß, wie die Ukrainer
- 15:55aus der ganzen Situation rauskommen, weil in solchen Verhandlungsgeschichten,
- 15:59das weiß jeder, der schon mal mit drin gesessen hat, gerade wenn sie stillschweigend
- 16:03sind, dann kann da eine ganze Menge an Dynamik passieren, die ihnen tatsächlich
- 16:07nachher die Beine weghaut.
- 16:10Herr Möhrling, wir bleiben dran. Wir werden sehen, was bei diesen Gesprächen
- 16:14rauskommt und beobachten auch ansonsten die Weltlage.
- 16:17Vielen Dank erstmal für das Gespräch. Ich danke Ihnen. Das war Die Lage International.
- 16:22Wir sind ausdrücklich interessiert an Ihrer Meinung zu dem, worüber wir hier sprechen.
- 16:27Schreiben Sie gerne Kommentare, Fragen, Anregungen und Kritik auf Spotify oder
- 16:33direkt an dielageinternational.de.
- 16:38Wir sind gespannt.
- 16:40Die nächste Folge gibt es wie gewohnt am kommenden Donnerstag auf RTL Plus und
- 16:44überall sonst, wo Sie gern Podcasts hören.
- 16:47Danke für Ihr Interesse und bis bald. Bis bald.