Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / HSV-Frauen begeistern die Stadt: Wohin führt der Hype?
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendglatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Der HSV ist wieder eine ganz große Nummer in Deutschland. Allerdings vorerst nur die Frauen des HSV. Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale wollen wir wissen, was für die Frauen noch drin ist und warum sie 2012 wegen eines Betrags von mutmaßlich 100.000 Euro abgewählt werden mussten. Und mit wem könnten wir darüber besser sprechen, als zum einen mit dem Mann, der sich jetzt einer der Ersten, glaube ich, jetzt eine Karte für das Nordderby, für das Halbfinale gesichert hat, gegen Werder, und zum anderen aber der Mann, der die schwierige Entscheidung damals treffen musste als Vorstand. Die Frauen des HSV nicht für die kommende Saison zu melden, aus finanziellen Gründen. Wir begrüßen ganz herzlich den ehemaligen Vorstand, den ehemaligen Präsidenten und auch den ehemaligen Aufsichtsrat, Das wissen die meisten gar nicht mehr. Ganz herzlich willkommen, Karl Jachow hier bei uns im Abend. Hallo, vielen Dank für die Einladung. Ja, moin Herr Jachow, auch von meiner Seite. Kai hat gerade schon ihre ganzen Funktionen beim HSV aufgezählt. Da wir nun mal jetzt so einen prominenten Gast hier haben, wollen wir natürlich auch über die Männer sprechen und bitten Sie um Ihre Einschätzung über den Vorstand später noch und auch über die aktuelle Entwicklung der Mannschaft und den Rechtsformwechsel, der jetzt kurz vor der Umsetzung steht, mit dem Eintrag ins Handelsregister. Aber Ladies first, wie schon angekündigt, wollen wir erst über die Frauen sprechen. Von daher, Herr Jarchu, haben Sie eigentlich das Viertelfinale im DFB-Pokal der Frauen gegen Borussia Mönchengladbach den 2 zu 0 Sieg gesehen? Habe ich ehrlich gesagt nicht gesehen, weil ich gar nicht da war. Aber ich habe es natürlich verfolgt, im Ticker habe ich es verfolgt und ich habe es im Winter hier gelesen und mich natürlich darüber sehr gefreut. Wenn Sie es im Ticker verfolgt haben, dann muss ja auf jeden Fall ein größeres Interesse da sein. Ich war tatsächlich sogar mit meiner Family im Stadion, waren so gut 16.000 da und war wirklich so eine richtig schöne, eine andere Stimmung. Das ist immer schön beim HSV, aber es war eine familiäre Stimmung. Waren Sie ein bisschen überrascht dann von diesem ganzen Drum und Dran, was sich daraus ergeben hat nach diesem Viertelfinalsieg? Also überrascht war ich in dem Sinne, also positiv überrascht, dass wir einmal eine Runde weitergekommen sind, dass wir dann auch ein Heimspiel haben gegen Werder Bremen. Das ist natürlich eine besondere Konstellation, die nochmal für mehr Interesse sorgen wird. Aber die Entwicklung im Frauenfußball in den letzten Jahren geht ja in diese Richtung. Wir haben ja auch bei Länderspielen diese Kulissen in der Bundesliga noch nicht so ganz. Aber bei den Länderspielen, bei den Turnieren haben wir dieses Interesse. Es wird viel im Fernsehen übertragen. Insofern wundert es mich eigentlich nicht so. Es waren ja wirklich im Nu zehntausende Karten weg jetzt für das Halbfinalspiel. Nach gerade mal 16.000 gegen Gladbach war dann schon ein gewisser Hype zu spüren jetzt auch durch den Einzug in die nächste Runde. Sie selbst haben sich ja auch ein Ticket gesichert. War Ihnen klar, dass Sie schnell zugreifen müssen, wenn Sie Ihren Idealplatz kriegen wollen? Also ehrlich gesagt habe ich ja immer noch das Glück, auch die Karten zu bekommen, wenn ich mich darum bemühe und wenn ich eine haben möchte, dann habe ich doch aufgrund der Funktionen, die Sie erwähnt haben, doch vielleicht eine etwas bessere Ausgangsposition. Okay, und dann sitzen Sie auf Ihrem gewohnten Stammplatz, auf dem Sie auch sitzen, wenn Sie die Männer verfolgen? Nee, das glaube ich nicht. Das weiß ich nicht. Darauf habe ich keinen Einfluss. Also das ist mir auch ziemlich egal. Aber tatsächlich, ich muss gestehen, ich war ein bisschen überrascht über diesen Super-Hype, der entstanden ist. Also 16.000 war eine ordentliche Zahl da im Viertelfinale und mir war schon klar, Halbfinale, da werden viele, viele mehr auch kommen. Beim HSV hat man selbst so gesagt, also alles über 30 wäre schon toll und dann ging es super schnell, dass der Deutschland-Rekord geknackt ist und ich glaube, es ist ausverkauft. Noch nicht, aber sie steuern auf ein ausverkauftes Stadion zu. Also es gab noch nie mehr Zuschauer in Deutschland bei einem Frauenpflichtspiel. Das ist mal eine Aussage. Ja, das ist absolut bemerkenswert. Wir hatten ja, glaube ich, bei dem St. Pauli-Spiel im letzten Jahr war es, glaube ich, da waren 20.000 oder gut 20.000. Genau, knapp 20.000, ja. Ja, dieser Hype ist begrüßenswert. Ich freue mich da für die Frauen, für den Frauenfußball, für den HSV sowieso. Und wie gesagt, wenn dann auch noch Werner Bremen kommt, dann kommen ja noch viele Dinge noch hinzu. Und jetzt muss ich tatsächlich eine Lanze für Sie brechen, weil ich habe Sie letzte Woche angerufen, als dieser ganze Hype da auf dem Höhepunkt, sag ich mal, war und habe gesagt, Herr Jarcho, ich würde gerne mit Ihnen, oder wir würden gerne mit Ihnen ein Gespräch über die HSV-Frauen führen und Sie wussten natürlich genau, was der Hintergrund ist. Sie waren derjenige, der vor 13 Jahren die schwierige Entscheidung treffen musste, die Frauenmannschaft abzumelden, beziehungsweise sie nicht wieder anzumelden, sich zu melden für die kommende Saison, aufgrund von, ja, am Ende des Tages nicht viel Geld. Wie oft wurden Sie in den letzten zwei, drei Wochen genau auf dieses Thema angesprochen? Ehrlich gesagt kaum. Ich werde immer mal wieder darauf angesprochen auf dieses Thema, immer wenn der Frauenfußball mal wieder im Blickpunkt steht hier in Hamburg, auch mit dem HSV, werde ich natürlich darauf angesprochen. Mein Freund Horst Rubisch spricht mich jedes Mal darauf an, wenn ich ihn sehe und macht mir Vorwürfe. Insofern begleitet mich das schon die ganze Zeit. Horst Rubel ist natürlich ein großer Fan des Frauenfußballs, als ehemaliger Bundestrainer auch. Wir haben nochmal in unsere Berichterstattung von damals geschaut und da ist allgemein geschrieben worden, dass der Etat der HSV Frauen damals knapp 750.000 Euro betragen hat. Und es sollen am Ende angeblich 100.000 Euro gefehlt haben. Also das soll das Minus betragen haben und deswegen sind die Frauen abgemeldet worden. Stimmen denn diese Zahlen? Sie schütteln schon leicht mit dem Kopf. Und vielleicht das zum einen und zum anderen, war es denn wirklich notwendig, auch jetzt rückblickend die Frauen damals abzumelden? Also wir müssen ein bisschen was gerade rücken von der ganzen Geschichte. Ich weiß, dass sich das durchgesetzt hat und das wird immer wieder gleich erzählt und das höre ich immer wieder. Dazu sind es ja hier. Unter anderem natürlich. Ich habe das auch schon bei anderer Gelegenheit versucht deutlich zu machen. Also wir hatten damals 2012, immerhin ja 13 Jahre her, noch eine völlig andere Situation. Wir hatten auch keine AG und keinen EV, sondern wir hatten nur einen EV. Der hatte einmal den Profibereich und hatte auf der anderen Seite den Amateurbereich, die ein bestimmtes Budget jedes Jahr bekamen. Wir hatten auch einen eigenen Amateurvorstand, der das machte. Und der dann auch den ganzen Ochsenzollbetrieb organisierte. Und wir haben jetzt festgestellt, das begann schon in meiner Aufsichtsratszeit, ein paar Jahre vorher, dass wir jedes Jahr das hatten. Nachdem wir das Jahr abgeschlossen hatten, das Budget verglichen hatten, hatten immer die Frauen, Fußballerinnen, gerade die Bundesligamannschaft damals noch, dieses Budget weit überschritten. Das heißt, wir hatten jedes Jahr ausgeglichen das Budget mindestens um ein paar hunderttausend Euro. Und das ging immer so weiter, auch in meine Vorstandstätigkeit. Und wir haben damals, ja 2011, als ich das übernommen habe, hatten wir ja im HSV eine wirklich extrem schwierige finanzielle Situation. Das ist nichts Neues für den HSV. Aber ich bin damals reingekommen als Nachfolger von Bernd Hoffmann und mir hat unsere Finanzabteilung gesagt, wenn wir so weitermachen, sind wir im Sommer insolvent. Insofern mussten wir wirklich streichen und sparen, überall, auch im Profibereich. Und haben dann, als wir das Budget aufgestellt haben für 2012, gesagt zu den Verantwortlichen für den Frauenfußball, das Budget ist das und das. Ich habe das nicht mehr ganz genau, die Zahl nach 13 Jahren. Dieses Budget müsst ihr diesmal aber auch einhalten. Es geht nicht, dass ihr wieder 200.000, 300.000 Euro drüberlegt und wir das ausgleichen müssen. Das ist nicht drin. Das war die Ansage. Und dann hat die Abteilungsleitung Frauenfußball im Amateurvorstand des HSV beschlossen, dass für den Betrag, den wir ihnen zur Verfügung gestellt haben, sie meinten, diese Liga nicht bespielen zu können und haben dann den Entschluss getroffen, sie abzumelden. Das abgemeldet hat nicht der Vorstand des EVs, sondern das haben die selbst gemacht. Das ist die Geschichte. Wenn ich da vielleicht noch einmal kurz nachhaken darf, es liegt natürlich schon 13 Jahre zurück, wissen Sie trotzdem noch in welchem Bereich sich so der Etat der Frauen, in welchem Bereich der gelegen hat und Sie haben gerade ja, anfangs haben Sie gesagt, es fehlten ein paar hunderttausend Euro, dann haben Sie es hinten raus ein bisschen eingegrenzt, so zwischen zwei und dreihunderttausend Euro, ist das so der Bereich oder die Summe, die am Ende gefehlt hat? Also wenn Sie mich jetzt nach dem damaligen Frauenfußballetat der Bundesligamannschaft fragen, dann meine ich, wären das so um die halbe Million gewesen. Wir haben den, Oder etwas weniger sogar. Wir haben dann, wenn ich von einigen hunderttausenden Euro spreche, ist das immer das, was wir in den Jahren vorher jeweils ausgeglichen haben. Um die, die das Budget überstritten worden ist. Insofern ging es, es ging dann immer um hunderttausend in der Presse, was in der Tat einfach eine imaginäre Zahl war. Das weiß man gar nicht, ob es um hunderttausend ging. Wir haben in der Tat den Etat, wie auch in allen anderen Abteilungen, etwas gekürzt für die Budgetverhandlungen. Einfach, weil wir kein Geld hatten. Wir haben auch bei den Profis, wir haben Spieler verkauft. Wir haben kaum Spieler neu gekauft. Wir hatten wirklich keine finanziellen Möglichkeiten mehr. Und dann kommen Leute natürlich und sagen, wenn es nur um 100.000 Euro geht, das verdient ja ein Bundesligaspieler in zwei Monaten. Ich kann ein Zitat von damals, das werden Sie kennen, das hat die Abwehrspielerin Heike Freese gesagt. Bei den Männern kommt ein nicht topfütter Torwart René Adler und erhält 2,7 Millionen Euro Gehalt. Bei uns ging es um ein paar hunderttausend Euro. Der erste Gedanke ist, da hat sie schon einen Punkt, auch wenn das natürlich Äpfel mit Birnen sind. Ja, da hat sie einen Punkt, wenn man das so betrachtet. Aber wir alle wissen, Sie wissen als Profis auch, das Gehaltsgefüge in der Fußball-Bundesliga der Männer und der Frauen ist nun mal ein bisschen unterschiedlich. Selbst jetzt, 13 Jahre später, ja noch unterschiedlich, wobei sich das ja schon sehr entwickelt hat. Und das mit den 2,7 Millionen stimmt auch nicht. Also nur nebenbei. Wenn ich jetzt die Zahl sagen würde, was ich nicht tue, dann würde man auch sagen, naja, das macht ja auch nichts aus. Also damals hat das eine große Aufregung gegeben um dieses Thema. Und ich habe immer den Leuten gesagt, auch ihren Kollegen von der Presse. Es wäre toll gewesen, wenn ihr so viel, wie ihr jetzt über den Frauenfußball berichtet, ihr es mal vorher gemacht hättet. Denn unsere Frauen-Bundesliga-Mannschaft hat damals an der Hagenbeekstraße gespielt und ich war des Öfteren dabei. Und da waren ungefähr immer so zwischen 200 und 220 Zuschauer. Und mit bis 220 Zuschauer, von denen 100 auch noch Verwandte waren, der Spielerinnen, können sie nur schwer einen solchen Etat in irgendeiner Form finanzieren, Und zumal es eben damals auch nicht attraktiv war, dieses Trikot besonders zu vermarkten. Das waren die Probleme. Mal unabhängig vom Trikot, wo es heute besser aussieht, was die Zuschauerzahl angeht, da könnte man jetzt auf den ersten Blick sagen, es ist jetzt ganz andere Zeiten angebrochen, weil wir haben jetzt ein ausverkauftes Stadion im Halbfinale. Tatsächlich ist es aber so, dass die HSV Frauen im Liga-Betrieb neben Platz 6 im Volkspark spielen vor meistens eben genau den gleichen paar hundert Zuschauern wie damals. Da hat sich also eigentlich gar nicht so viel geändert. Da hat sich nicht so viel geändert, nein. Wobei ich mir schon vorstellen könnte, dass wenn erstens man den Frauen eine andere Arena bieten könnte, als ein Nebenplatz am Stadion und sie dann wirklich in der ersten Liga wären und da kämen Mannschaften wie Wolfsburg und ähnliches, kann ich mir schon vorstellen, dass wir auch dann mehr Zuschauer hätten. Das ist natürlich das alte Thema der Stadt. Da geht es ja auch um ein Drittligastadion. Da gibt es nicht so richtig Bewegung in der Geschichte. Deswegen hat sich auch der FC Teutola jetzt zurückgezogen aus dem Regionalliga-Betrieb in der vergangenen Woche. Sie schütteln den Kopf, das ist zumindest angegeben worden als Grund. Ja, ja, gut. Ist ja Ihr Bereich. Das ist nicht mehr in meinem Bereich, weil ich nicht mehr im Fußballverband im Präsidium sitze. Insofern ist es nicht mehr in meinem Bereich. Aber ich habe da meine Zweifel, dass das der Hauptgrund war. Okay, wir wollen aber natürlich auch bei den HSV-Frauen jetzt bleiben, wenn Sie nochmal zurückblicken auf die Geschichte von damals, Sie haben es gerade gerade gerückt, dass Sie nicht selbst die Entscheidung getroffen haben, aber natürlich die finanziellen Voraussetzungen so weit abgesteckt haben, dass die Entscheidungsträger dann eben zu diesem Entschluss gekommen sind. Bereuen Sie das im Nachhinein, dass damals die Frauen vom Spielbetrieb oder generell abgemeldet wurden und war das, um es mit Angela Merkels Worten zu sagen, alternativlos oder hätte man damals auch anders zusammenfinden können? Also man kann so eine solche Entscheidung ja nicht aus der heutigen Zeit betrachten. Man muss es ja aus unserer damaligen Situation heraus betrachten. Und da bin ich schon der Meinung, dass wir kaum andere Möglichkeiten hatten. Wir haben wirklich auch durch Versuche mit Sport5 damals und anderen versucht, in der Vermarktung was hinzukriegen. Wir haben auch versucht, das Trikot irgendwie zu vermarkten. Und das war damals für die Firmen nicht attraktiv. Das mag heute anders sein. Ich freue mich über diese Entwicklung, ich sage das ausdrücklich. Aber aus der damaligen Sicht war das, konnten wir bei den Frauenfußball keine Ausnahme gegenüber allen anderen Sportarten im HSV machen. Ich glaube, der Aufschrei damals, wenn ich mich recht erinnere, war auch deswegen so groß, weil 2011 war die Heim-Weltmeisterschaft der Frauen und 2012 dann diese Entscheidung. Also dieser Hype, der so ein bisschen 2011 in Gang kam, wurde dann der Stecker zumindest in Hamburg mit Ach und Krach rausgezogen. So fühlte sich das für viele an zumindest. So fühlte es sich an. Ob es wirklich so war, war nicht mein Eindruck. Denn auch nach der WM 2011 hatte ich nicht den Eindruck, dass an der Hagenbeekstraße wir den Massen gar nicht mehr her wurden. Sondern da hatte sich überhaupt nichts geändert. Und die Kostensituation in der damaligen Bundesliga war natürlich relativ hoch. Die Damen haben Geld verdient, das war relativ bescheiden. Wir hatten aber einen kompletten Staff, wir hatten Reisekosten, das war ja nicht unerheblich, man reiste ja durch die Republik damals. Das heißt, der ganze Aufwand war schon bundesligamäßig relativ teuer. Jetzt haben Sie gerade Sport5 erwähnt. Wir hatten gerade mit Sport5 auf der Spobis-Konferenz einen Podcast aufgenommen, wo es genau um dieses Thema ging, nämlich um Frauenfußball. Jetzt ist es eine ganz andere Situation tatsächlich. Es wurde gesagt, was die Wachstumszahlen betrifft, der Frauenfußball bei weitem den Männerfußball überflügeln würde. Natürlich nicht in totalen Zahlen, ganz und gar nicht. Aber dass es kaum einen Markt gibt im Fußball, der gerade so sehr am Wachsen ist wie der Frauenfußball, ist dann eine schöne Entwicklung. Absolut. Ich begrüße das und freue mich darüber. Nur ich bitte mir doch zu verzeihen, dass ich das vor 13 Jahren nicht in dem Maße vorausgesehen habe, dass ich damals schon gesagt habe, jetzt müssen wir aber richtig Geld in die Hand nehmen. Übrigens Geld, was wir gar nicht hatten. Trotzdem sind die ASV Frauen ja auch nach wie vor noch ein Zuschussgeschäft, zumindest solange sie jetzt in der zweiten Liga spielen. Sie haben es gerade schon angesprochen, dass bei den Sponsoren eine ganz andere Aufmerksamkeit zu beobachten ist, Was der Einstieg in den Frauenbereich betrifft, Kai hat gerade das Wachstumspotenzial genannt. Wenn Sie jetzt versuchen, ein paar Jahre in die Zukunft zu schauen, wann können denn die HSV-Frauen so strukturell aufgestellt werden, dass sie eben auch selbst in der Lage sind, Gewinne zu erwirtschaften? Das wird sicherlich nur dann gelingen, wenn man sich längerfristig in der ersten Bundesliga etabliert hat, denke ich mal. Und wenn man dann auch die Möglichkeiten hat, hier in Hamburg ein vernünftiges Stadion, das alte Thema, zu haben, dann kann ich mir das gut vorstellen, dass das auf einem Level sein wird, wo man das auf jeden Fall ausgeglichen gestalten kann. Natürlich haben sich auch die Zahlen geändert von damals zu heute, Ticketpreise und alles. Und trotzdem haben Sie eine ungefähre Einschätzung, was so ein ausverkauftes Volksparkstadion, Halbfinale mit natürlich sehr reduzierten Preisen, das muss man dazu sagen, was das am Ende für den HSV, wie viel Geld da übrig bleiben könnte. Man muss ja auch bedenken, die Einnahmen im DFB-Pokal werden geteilt, also Werner Bremen kriegt auch die Hälfte. Was schätzen Sie, was bleibt da übrig bei den HSV-Frauen? Wenn wir mal von 50.000 Leuten ausgehen, ich weiß jetzt nicht so genau, wie das mit dem TV ist, wie die TV Gelder da sind, die sind ja auch manchmal nicht ganz unwichtig. Was wird für ein HSV bleiben? Ja, vielleicht bleibt da eine halbe Million Euro nach. Ich kann das nur schätzen jetzt. Also laut Almut Schuld bleiben ja nicht so viele TV-Gelder zumindest übrig. Also die Haupteinnahmequelle kommt dann wahrscheinlich aus den Ticketverkäufen. Sie haben schon vorhin einmal gesagt, damals gab es ja ein Gesamt-EV, da gab es noch nicht die Unterteilung eben so wie jetzt in AG und EV, was die Männer und was die Frauen betrifft. Haben Sie trotzdem Einblicke, wer eigentlich die Einnahmen bekommt? Wenn wir jetzt von einer halben Million vielleicht sprechen, wandern die in die AG oder wandern die in den EV, bei dem ja die Frauen eigentlich angesiedelt sind? Ja, ist eine gute Frage. Eigentlich müssten sie in den EV wandern, ja. Und der EV müsste dann an die AG eine Miete zahlen für das Stadion. Da würde man auch gerne mal in den Vertrag reingucken. Das ist tatsächlich eine interessante Frage. Wie viel muss der EV an die AG für die eigenen Frauen zahlen? An Stadionmiete. Ja, genau. Ja, das würde mich auch interessieren, aber das weiß ich wirklich nicht. Auch, ich würde es sicherlich nicht sagen, wenn ich es wüsste, aber ich weiß es nicht. Meine Rechercheaufgabe, die wir auf jeden Fall versuchen werden, mal da ein bisschen was rauszufinden. Sie haben selber gesagt, Sie haben eine Karte gekauft für sich und Ihre Liebsten. Was glauben Sie denn als Fan, sage ich mal, die HSV-Frauen sind Zweitligist, Werder ist Erstligist, allerdings auch der Erstligist im Pott, der noch war, wo es mutmaßlich die größten Chancen geben könnte. Was erwarten Sie von dem Spiel? Also ich habe, ehrlich gesagt, die Mannschaft von Werder Bremen noch nie gesehen, die Frau-Mannschaft, insofern bin ich, ich bin eben nicht der Experte da, aber ich könnte mir eben vorstellen, dass der mit den Zuschauern im Rücken, dass man im Pokalspiel es auch schaffen kann, Erstligisten, der ja nicht ganz oben ist in der ersten Liga, zu schlagen, das halte ich im Pokal für absolut möglich. Nicht nur die Frauen wollen in die erste Liga, sondern die Männer natürlich auch. Haben gestern einen kleinen Dämpfer nach einer sehr starken Serie hingelegt mit dem 0 zu 2 in Paderborn. Haben die das Spiel verfolgt? Ich habe ehrlich gesagt nur die erste Halbzeit gesehen, weil ich dann weg musste. Aber ich war gestern im Einsatz bei ihren Kollegen in Sachen Wahlkampf. Die habe ich gesehen. Die zweite habe ich dann nachher nur Ausschnitte gesehen von dem Tor und einigen Szenen. Haben Sie zumindest noch die bessere Hälfte des HSV gesehen, wenn gleich auch da schon der 0 zu 1 Rückstand stand? Sie wundern sich jetzt wahrscheinlich, warum das die bessere Hälfte gewesen sein soll, aber es war tatsächlich so. Also aus HSV-Sicht haben Sie eigentlich alles richtig gemacht. Wenn wir jetzt vielleicht mal dieses Spiel ausklammern, man wird immer mal wieder Spiele verlieren, das gehört einfach zum Sport auch dazu, auch mal der Unterlegene zu sein. Wenn Sie so die Gesamtentwicklung unter Merlin Polzin speziell betrachten, der Ende November übernommen hat, insgesamt jetzt zehn Spiele in Folge ungeschlagen war, ein Punkteschnitt von knapp zwei. Ist das im Endeffekt aufstiegstauglich, was da gerade stattfindet? Haben Sie das Gefühl, die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg? Auf jeden Fall ist ein Punkteschnitt von zwei sicherlich die Grundvoraussetzung, um aufzusteigen. Und das eigentlich auch, was ich von dieser Mannschaft auch erwarte. Und insofern ist die Entwicklung, seitdem Mernie Polzines übernommen hat, wie ich finde, positiv. Ich würde das jetzt nicht überschwänglich sehen, weil ich finde einfach, aber das ist allgemein gut, dass eine Mannschaft, die so aufgestellt ist wie der HSV und drumherum so aufgestellt ist mit all dem, was dazu gehört, die muss so spielen, die muss da oben sein und die muss zwei Punkte im Schnitt machen. Das erwarte ich einfach. Nun werden Sie auch viele HSV-Fans in Ihrem erweiterten Freundeskreis haben. Und ich sage mal, der normale HSV-Fan neigt aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre ein bisschen zum Persimismus. Und oft hört man so, ach, die schaffen es sowieso am Ende nicht. Unser Eindruck ist, dass in diesem Jahr das ein bisschen anders ist, dass die Stimmung zumindest so ist, dass man der Mannschaft nach diesem Trainerwechsel vor ein paar Wochen zutraut, auch mit Rückschlägen, wie jetzt zum Beispiel dem 0-2 gegen Paderborn, umgehen zu können. Was ist Ihr Eindruck? Das ist auch mein Eindruck und das ist auch meine persönliche Meinung, ehrlich gesagt. Ich habe zwar in den letzten... Sechs Jahre waren es ja jetzt schon oder sechs Mal, eigentlich immer darauf getippt, dass wir aufsteigen. Wir sind es denn nie. Aber ich habe jetzt wirklich auch ein besseres Gefühl, weil ich das Gefühl habe, auch jetzt in der Rückrunde, die Mannschaft ist stabiler, sie tritt anders auf und von der Substanz her hat sie alle Möglichkeiten. Und ich finde auch, dass die Konkurrenzsituation jetzt nicht so ist, dass es da ein, zwei Überflieger gibt in der zweiten Liga, wo man sagt, die sind eh nicht zu bekommen. Ganz im Gegenteil, jeder spielt eigentlich meistens für den HSV, was auch nicht so schlecht ist. Bevor Merlin Polzin ja zum Cheftrainer befördert wurde, zumindest mal bis Saisonende, ging dem ganzen Jahr so eine knapp einmonatige Zeit als Interimstrainer voraus. Stefan Kunz hat letztlich die Entscheidung getroffen. Er hat in diesem einen Monat auch Gespräche mit anderen Trainerkandidaten geführt, ist dann letztlich zu der Erkenntnis gekommen, dass er Merlin Polzin das Vertrauen schenkt. Wie bewerten Sie so als Ex-Vorstand die Arbeit des aktuellen Sportvorstands Stefan Kunz, gerade auch im Hinblick auf die Trainersuche im Winter? Ich glaube, er hat da einen guten Job gemacht. Ich hatte den Eindruck, dass man in der Übergangsphase nach der Entlassung von Tim Walter eher dazu tendiert hat, einen neuen von außen zu holen, dass man da schon relativ weit war. Ist mein Eindruck, dass dann Merlin Polzin gute Ergebnisse geliefert hat und auch ein gutes glaube ich Feedback aus der Mannschaft gegeben wurde, man dann gesagt hat, man macht das erstmal mit ihm jetzt. Das fand ich einerseits mutig, auf der anderen Seite auch gerade vor dem Hintergrund der ganzen Trainer, die wir in den letzten Jahren hatten, mit dem wir es nicht geschafft haben, auch mal eine gute alternative Entscheidung. Sieht man jetzt nach der Zeit von Steffen Baumgart, wenn ich das mal einmal kurz Achso, Steffen Baumgart, ja, sorry. Ich war noch mit Tim Walter, der war ja... Der war ein bisschen länger. Steffen Baumgart war ein bisschen kurzer da. Nachdem hat man sich auch für eine externe Lösung entschieden. Ich komme mit dem Trainer manchmal durch den anderen. Geht ihn nicht als einziger so. Aber wie gesagt, der Eindruck war, dass man eigentlich an einer anderen Lösung gearbeitet hat, aber dann sich doch... Für Merlin-Pontzin entschieden hat. Sie sind jetzt zwar schon ein paar Jahre raus sozusagen aus der Verantwortung beim HSV, aber wie ist dann so der Kontakt mit den handelnden Personen? Also kennt man sich, trifft man sich immer wieder auf Veranstaltungen, plaudert man miteinander, kennen Sie Stefan Kunz, also Erik Kuva kennen Sie natürlich, aber Wer habe ich eingestellt damals? Genau. Also den kennen Sie sehr, sehr gut. Ich meine mich zu erinnern, wenn ich jetzt nicht, ja Entschuldigung, ich muss die Geschichte einfach nochmal rausholen. Das führt, so war es 2014 beim Relegationsspiel, erzählen Sie, muss es jetzt einfach nochmal sein, erzählen Sie einfach nochmal ganz kurz, wie das ist. Ja, ich gestehe, als Erik mir diese Geschichte erzählt hat, hatte ich sie schon vergessen. Aber in der Tat hatten wir, vor dem entscheidenden Relegationsrückspiel, war es ja auch noch, nachdem wir in Hamburg ein sensationelles 1 zu 1 erreicht hatten gegen Fürth und das Rückspiel uns allen ja doch sehr auf der Seele brannte. Da haben wir nachmittags einen gesuchten neuen Finanzmann für die Finanzabteilung. Da hatten wir nachmittags sein Vorstellungsgespräch mit ihm im Mannschaftshotel. In Nürnberg oder Fürth? Nee, wir haben in Herzogenaurach gewohnt, im Adidas-Hotel da, vor dem Spiel. Und da ist er hingekommen, da hatten wir unser Gespräch und machte gleich einen guten Eindruck. Das erinnere ich noch und dann hat er bei uns auch angefangen, hat ja diese Entwicklung genommen und freue mich, dass er jetzt Finanzvorstand ist und ich finde, er macht das sehr gut. Das finden viele, also mit ihm, klar, haben sie ein gutes Verhältnis. Wie sieht es mit Stefan Kunz aus? Stefan Kunz kannte ich schon vorher. Als ich Vorstand war beim HSV, war er erst bei Kaiserslautern. Zeitweise jedenfalls. Die spielten damals in der Anfangszeit auch noch in der ersten Liga. Insofern haben wir uns damals schon kennengelernt. Ich habe ihn hier auch schon mal getroffen. Jetzt noch nicht so besonders häufig, aber wir kennen uns schon. Nein, ich drücke ihm alle Daumen. Wir brauchen das. Er hat ja im Sommer auch Wert darauf gelegt, den Kader vor allem in der Breite zu verstärken. Er hat auch immer wieder von frischem Blut gesprochen, dass die Mannschaft nach schon jahrelangem Misserfolg auch braucht, um da neue Charaktere, auch neue Führungsspieler zu etablieren, weil er auch selbst ein Führungsvakuum ausgemacht hat. Mit Davy Selke und Daniel Fadli sind jetzt auch zwei neue Spieler im Mannschaftsrat. Gerade Selke geht natürlich von seiner Mentalität her voran und ist gleichzeitig auch ein gutes Beispiel dafür, dass diese Kaderbreite auch jetzt aufgestellt wurde, weil er eben auch den monatelangen Ausfall von Robert Latzel kompensiert. Hat Stefan Kunz, was die Kaderplanung betrifft, aus ihrer Sicht dann auch die richtigen Entscheidungen getroffen? Ich finde schon. Also ich finde, dass die Tendenz absolut richtig ist. Denn wir haben ja in den ersten Jahren nach dem Bundesliga-Abstieg hat man ja versucht, übrigens entgegen den Versprechungen, die wir gemacht haben, den Mitgliedern, haben wir ja auch durchaus ehemalige, ältere Spieler aus der ersten Liga geholt. Da gab es ja einige Beispiele. Das hat ja nie geklappt. Das hat auch intern in der Mannschaft ja immer nur zu Problemen geführt. Und insofern glaube ich, ist das jetzt die richtige Konsequenz zu sagen, wir müssen in der Breite gut sein, wir müssen sehen, dass die Mannschaft auch in sich gut zueinander passt, dass die Typen zueinander passen, dass wir auch Alternativen auf den Positionen haben. Dadurch den Ausfall von Glatzel können wir natürlich hervorragend kompensieren durch Davy Selke jetzt und da gibt es andere Beispiele. Insofern finde ich, ist das der absolut richtige Weg. Im Winter sind ja dann nochmal zwei Perspektiv-Transfers geholt worden mit Abu Bakr Sumahoro und Alexander Rössing-Lelle. Die werden wahrscheinlich beide jetzt nicht so die ganz große Rolle in der Rückrunde spielen. Es ist aber vor allem auf die kommenden Jahre ausgelegt. Die beiden haben allerdings auch etwas weniger als 5 Millionen gekostet, also man ist da durchaus auch in ein Risikoinvestment gegangen und will damit auch eine neue Strategie vorgeben, nämlich entwicklungsfähige Spieler zu holen, wenn die Gesamtführungsaktie funktioniert, um dann eben auch mal Transfergewünne zu erwirtschaften. Und davon hat es nicht allzu viele gegeben in den vergangenen Jahren hier in Hamburg. Ist das für Sie, klar, gibt es auch Gegenbeispiele mit Amadou und Anna, aber wenn man es so mit anderen Vereinen vergleicht, gerade was Nürnberg jetzt im Winter verkauft hat, da gibt es schon noch Nachholbedarf aus Hamburger Sicht. Ist das für Sie auch die richtige Strategie, jetzt auch mal ein bisschen davon wegzukommen, die älteren, erfahrenen, nur noch die älteren, erfahrenen Spieler zu holen, sondern wirklich auch mal auf Entwicklung zu setzen? Absolut richtig, finde ich das. Ich kann die beiden Spieler jetzt überhaupt nicht beurteilen. Ich habe die noch nie spielen sehen. Wir auch nicht, ehrlicherweise. Nee, hatte vorher noch nichts von denen gehört, aber das heißt nichts. Also insofern, ich finde diese Entwicklung absolut richtig, denn das ist die einzige Chance, eine Mannschaft zusammenzustellen, in dem auch immer wieder junge Leute nachrücken. Sie brauchen natürlich auch ein paar erfahrene, aber die hat man ja auch. Man braucht so eine Achse innerhalb der Mannschaft, glaube ich. Am besten Torwart, Abwehr oder Mittelfeld, irgend sowas braucht man schon, aber die hat man ja beim HZ, da haben wir ja durchaus ein paar erfahrene Spieler. Alles kostet Geld. Davy Selkes Vertrag läuft aus. Der möchte gerne hierbleiben, aber möchte natürlich auch nicht für ein paar rostige Knöpfe spielen. Unbedingt verlängern oder was sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende? Nicht unbedingt verlängern, nein. Das kann man ja gar nicht. Also das hängt ja so sehr von seinen Forderungen ab. Aber man kann ja nicht sagen, egal was der haben will, wir verlängern. Wir sind nicht Bayern München. Man sollte ihm ein vernünftiges Angebot machen, was in den Rahmen des HSV passt und entweder er nimmt es oder nimmt es nicht. Und wenn er es nicht nimmt, halte ich ihn für durchaus ersetzbar. Wir haben ja gerade schon ein bisschen über die Transferstrategie gesprochen, die natürlich dann auch bei einem möglichen Sägeabgang wieder zum Greifen käme. Allerdings gehen alle davon aus, dass er dann auch hier verlängert und bleibt. Aber wenn wir jetzt mal so darauf blicken, dass in Zukunft auch mehr entwicklungsfähige Spieler verpflichtet werden sollen, das soll natürlich auch gelingen mit den frischen 30 Millionen Euro, die im Zuge des Rechtsformwechsels jetzt von fremden Eigenkapital umgewandelt werden. Die sollen natürlich nicht komplett in Beine investiert werden, sondern auch in die weitere Infrastrukturprojekte am Stadion, aber eben auch in entwicklungsfähige Spieler. Wenn man sich jetzt so dieses Gesamtkonstrukt der neuen Rechtsform der KGAA auch anschaut, wie blicken Sie darauf? Ist das der richtige Weg, um den HSV auch zukunftsfähig zu gestalten? Ich bin da relativ emotionslos, ehrlich gesagt, weil ich habe noch nie daran geglaubt, dass, ich war immer dafür, für die Trennung von Profisport und Amateursport, Gemeinnützigkeit, Nicht-Gemeinnützigkeit, mit der Möglichkeit auch Anteilseigner aufzunehmen, dafür habe ich damals sehr gekämpft, das hat ja auch geklappt. Aber ich war nie so, dass ich gesagt habe, die Rechtsform alleine ist jetzt das Entscheidende. Das glaube ich nicht. Ich bin auch kein Jurist und kann das nicht bis in die letzten Einzelheiten beurteilen. Für mich ist ganz wichtig, dass der HSV, ich bin ein Verfechter des 50 plus 1 Modells, ich möchte das gerne behalten und ich bin dafür, dass der HSV in den nächsten Jahren auch gut aufgestellt ist, was den Gesellschafterkreis angeht. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass man versucht hat, strategische Partner zu finden, die sich da engagieren. Bei diesem Modell jetzt sehe ich das noch nicht so richtig. Es gibt immer unglaubliche Schwierigkeiten, nur um einen Vertreter von Hansen Merkur in den Aufsichtsrat zu bekommen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, ehrlich gesagt. Das ist eine Firma, kommt aus Hamburg, ist eine Versicherung, die einen guten Ruf hat. Also solche Leute haben wir eigentlich immer gesucht, als dass sie sich beim HSV beteiligen. Und dem stand meistens Herr Kühne im Wege. Jetzt ist es so, dass damals, 2013 und dann 2014, am Ende durchgezogen, sich für eine AG entschieden worden ist. Gab es eigentlich da eine, ich kann mich ehrlich weiß gar nicht mehr genau daran erinnern, gab es da eine größere Diskussion darüber und hätte es auch eine KGAA sein können? Und wenn Sie sagen ja, was war dann der Hauptgrund, warum nicht schon damals auf eine KGA? Also das haben wir ja mit Juristen besprochen und haben uns angeguckt, was es alles gibt auf dem Markt schon. Das gab es ja auch damals, gab es ja schon KGs. Wir haben uns ja dann sehr stark angelehnt an das Bayern München Modell, an die AG und haben gesagt, das nehmen wir jetzt als halten wir für das im Moment am besten für den HSV. Genau, ich kann das nicht beurteilen, da bin ich nicht Jurist genug, um das letztendlich beurteilen zu können. Wie gesagt, der Schritt als solcher ist richtig, die Rechtsform ist am Ende des Tages glaube ich nicht das ganz Entscheidende. Sie haben ja gerade auch schon erwähnt, dass das eigentliche Ziel ja auch beim HSV ist, strategische Partner zu gewinnen. Das war damals ja auch das große Versprechen mit der Ausgliederung in die AG. Und Sie sagten jetzt gerade über die Hanse-Merko, das ist eigentlich genau dieser Partner, den wir uns immer gewünscht haben beim HSV, bei Herr Kühne stand möglicherweise im Weg. So der Vorwurf jetzt auch an die Hanse-Merko und auch im Zuge des Streits um den Aufsichtsratsposten von Erik Bussert ist ja, dass sie damals einfach viel zu günstig an ihre Anteile beim HSV herangekommen sind, weil Thomas Wüstefeld mit seiner Carrejo verkaufen musste. Und nach unseren Informationen hat er ja seine Anteile zu 49 Euro pro Aktie verkauft. Der HSV hat sie vorher mal zu 64 Euro verkauft. Das heißt, die Merkur hat, Hansi Merkur hat automatisch erstmal praktisch einen Gewinn erwirtschaftet, nur um günstig reinzukommen. Das ist so ein bisschen der Vorwurf. Ich will nicht sagen, dass das ausreicht, um deswegen einen Streit über Erik Busser zu brennen. Aber das ist zumindest der Vorwurf, dass die Hansi-Merkow da möglicherweise sehr auch auf Investitionsgewinne aus ist. Und deswegen gibt es Diskussionen um Erik Bussard. Ist das ein Vorwurf, den Sie nachvollziehen können oder bleibt für Sie die Hansi-Merkow der wichtige strategische Part? Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Sie haben ja die Umstände geschildert, warum es damals zu diesen Preisen kam. Und Thomas Wüstelfeld ist ja ein besonderes Thema im HSV. Der war ja Vorstand, der war Aussichtsrat oder sonst was. Da lag nicht so viel Segen drauf, auf dessen Tätigkeit. Dass nun die Hanse Merkur das damals von ihm zu dem Preis gekauft hat, das denen nun zum Vorwurf zu machen, das finde ich absurd, ehrlich gesagt. Das ist ein wirtschaftliches Unternehmen, wenn die ein Angebot kriegen, soll der dann sagen, das ist uns zu wenig, wir zahlen gerne mehr. Kann man nicht ernsthaft verlangen. Nein, ich finde es wichtig, dass wir in der Struktur auch der Anteilseigner auswählen. Strategische Partner finden. Sie haben vollkommen recht, das haben wir damals versprochen. Wir haben damals drei Dinge versprochen, Entschuldung, junge Mannschaft und strategische Partner. Unsere Nachfolger haben das dann nicht ganz so ernst genommen, sondern haben das Gegenteil getan. Und mit den bekannten Folgen, die wir dann in den Abstieg mündeten und seitdem bemühen wir uns da wieder raus zu kommen. Und ich glaube, dass strategische Partner, gerade so in der Hamburger Firma, wir haben damals, ich auch persönlich mit verschiedenen Hamburger größeren Unternehmen Gespräche geführt, die ich gerne gehabt hätte. Das hat leider nicht geklappt damals. Sie sind ja auch immer noch natürlich Mitglied. Im Sommer gibt es dann die nächste Mitgliederversammlung. Da geht es auch darum, mit einer Neuabstimmung den Weg freizumachen für weitere Anteilsverkäufe. Wie werden Sie abstimmen? Für weitere Anteils, das würde ich sehr davon abhängig machen, erstens wie viel und zweitens an wen. Das wird natürlich genau das Problem sein, weil in dem Moment, wenn die Mitglieder davon überzeugt werden sollen, wird wahrscheinlich noch nicht der neue strategische Partner parat stehen oder es wird noch nicht präsentiert werden können, dass die Hanse-Merco jetzt ihre Anteile um den prozentualen Anteil XY aufstocken wird. Ist das für Sie aber essenziell? Also sagen Sie, wenn der HSV wirklich jetzt nochmal alle Register zieht und die Abstimmung wiederholt, dann sollte er auch direkt präsentieren, wie sieht es danach aus, wenn ihr mit Ja stimmt. Also wer wird jetzt einsteigen, wer erhält welche Anteile? Das wäre natürlich schön, würde sicherlich auch helfen. Es wäre ja auch schön, wenn man vielleicht erreichen könnte, dass Herr Kühne seine Anteile ein bisschen weiter reduziert. Das ist ja auch immer das Ziel, oder zumindest öffentlich formuliert er es so, von Herrn Kühne selbst. Warum klappt das nicht? Warum ist das in Hamburg nicht möglich, anders als in München, wo ja mit Adidas, Audi und, wen haben wir noch? Allianz, genau, drei große strategische Partner. Und Audi. Genau, Audi nannte ich Adidas, Audi und Allianz, eben drei große strategische Partner vor der Haustür stehen. Warum klappt das in Hamburg nicht? Liegt das wirklich nur an Herrn Kühne selbst? Ich will jetzt hier gar nicht zu sehr auf Herrn Kühne rumreiten, der hat ja seine Verdienste für den HSV, das ist gar keine Frage. Auf der anderen Seite hat er natürlich durch sein Wirken und die Art und Weise, wie er wirkt, schon für Irritationen gesorgt, gerade in wirtschaftlichen Betrieben. Das heißt, eine größere Firma wie Sanse Mercur ist, wie es Adidas, Puma, was weiß ich, Nike, wer auch immer, wir haben ja diverse Kontakte da gehabt, die wollen natürlich nicht unbedingt, dass ihre Mitgesellschafter permanent in der Presse irgendwelche sportlichen Dinge besprechen oder den Rausschmiss des Trainers fordern oder ähnliches, die sehen das ein bisschen anders. Das ist schon ein Problem, ja, das war ein Problem. Sind Sie noch so tief drin, dass Sie dann, gehen Sie zur Mitgliederversammlung, werden Sie da abstimmen und sich das alles anhören? Also grundsätzlich gehe ich zur Mitgliederversammlung, ja. Ja klar, werde dann auch mit abstimmen. Rechnen Sie damit, dass im Juni schon über weitere Anteilsverkäufe abgestimmt wird? Das ist ja bisher noch nicht offiziell. Eher nicht. Eher nicht. Es gibt übrigens noch einen anderen Antrag, den es geben wird bei der Mitgliederversammlung. Da schließt sich sozusagen der Kreis von unserem gesamten Podcast-Gespräch, nämlich ... Und die Beteiligung, die Priorität von Frauen in Gremien beim HSV, wie denken Sie darüber? Werden Sie da auch mit einem Ja stimmen oder finden Sie es schwierig? Nee, da werde ich nicht mit einem Ja stimmen, weil ich was dagegen habe, dass da Frauen in den Gremien sitzen. Sie können auch von mir aus gerne die Mehrheit haben. Ich bin immer gerne gegen solche Quotenregelungen und solche Geschichten. Da bin ich einfach grundsätzlich dagegen. Und ich kenne viele Frauen, die sind da genauso dagegen, weil sie sagen, wir wollen es anders durchsetzen als durch irgendwelche Bestimmungen, die es da gibt. Insofern würde ich immer dagegen stimmen. Entscheidend wird natürlich auch sein, wie sich das neue Präsidium dann auch positioniert und Werbung für diesen Antrag macht. Und wenn sie direkt sagen, guckt mal, Leute, Wir gehen mit positiven Beispielen voran und haben hier eine fähige Frau, die wir direkt ins Präsidium nehmen würden. Dann wird es sicherlich auch eher gelingen, die Mitglieder von diesem Weg zu überzeugen, könnte ich mir vorstellen. Also wir haben damals im Aussichtsrat, lange her, Herr Schiller sagte das schon, wir waren die Ersten, die eine Frau in den Vorstand berufen haben mit Katja Kraus damals. Da war ich dabei. Das stimmt, ist aber seitdem nicht mehr so ganz viel auf der Ebene passiert. Natürlich gibt es jetzt zum Beispiel Frau Schrum im Aufsichtsrat, aber ganz viele mehr Frauen hat es dann in den Gremien ehrlicherweise nicht gegeben. Es wäre schön, wenn sich das ändert. Ich würde das unterstützen. Jetzt haben wir am Anfang über die Frauen gesprochen. Jetzt reden wir am Ende wieder ein bisschen über die Frauen. Am Wochenende spielen die Frauen, übrigens gegen Bayern, aber gegen die Zweite von Bayern noch. Die Männer spielen gegen Fortuna Düsseldorf. Das ist das Topspiel am Sonntabend. Die Frauen spielen am Sonntag gegen Bayern um 14 Uhr auf dem Platz 6 dann doch wieder. Eins von beiden Spielen sind sie sind Sie dabei? Gegen Düsseldorf, ja. Gegen Düsseldorf im Stadion? Und, Ihr Tipp? Ich bin davon überzeugt, dass wir das gewinnen werden. Ich glaube, dass erstens die Heimstärke, zweitens sehe ich Düsseldorf nach einer sehr guten Anfangsphase in dieser Saison jetzt doch relativ wackelig. Ich habe da ein paar Spiele gesehen, in der Konferenz meistens, und ich denke, dass wir das gewinnen werden. Das wäre dann die erhoffte Reaktion auf das 0-2 in Paderborn und tatsächlich hat der Stefan Kunz auch als Ziel ausgegeben, zu Hause keine Punkte mehr abzugeben. Von daher muss das Spiel auch gewonnen werden, um den Vorstand glücklich zu machen. Herr Jarcho, vielen Dank. Wir sind tatsächlich am Ende heute unseres Podcasts. War sehr interessant und vielen Dank für Ihre Zeit. Ja, genau. Besten Dank, dass Sie am Tag nach dem 0-2 in Paderborn und auch die FDP hat nicht so performt, wie sie es vielleicht erhofft haben. Ich hörte davon. Sie hörten davon, genau. Also auf jeden Fall vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Wer übrigens auch noch Lust hat, das Spiel gegen Düsseldorf der Männer, das wird ausverkauft sein. Das Spiel der Frauen, da wird es sicherlich noch ein paar Karten geben, Sonntag um 14 Uhr. Und über all das werden wir nächste Woche sprechen, schlage ich vor. Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss. Bei uns heißt das, auf Wiederhören.