Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Christoph Schwennicke: „Merz macht Habecks Politik“
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- Ich bin so, wie ich bin. Das Scholz-Update, der Kanzler-Podcast der Funke Mediengruppe. Herzlich willkommen, ich bin Lars Heider. Das Scholz-Update, dieser wunderschöne Podcast, den es jetzt seit dreieinhalb Jahren gibt, nähert sich dem Ende. Wir sind in der drittletzten Folge und umso mehr freue ich mich, dass ein alter Freund, ein alter Fahrensmann, Er behauptete neulich, wir würden uns seit Jahrzehnten kennen und es kommt so vor, aber es kann nicht sein, weil er noch gar nicht so alt ist. Aber dass heute nochmal Christoph Schwänneke zu Gast ist, Politikchef von T-Online, da auch Mitglied der Chefredaktion, lange früher bei der Süddeutschen, beim Spiegel, das ganze Programm und ich bin ja dein größter Fan, Christoph, das weißt du, wann immer du bei Sandra Maischberger oder in einer anderen Talkshow auftauchst, dann kann ich nicht anders, als diese Talkshow zu sehen und freue mich immer, wenn dein Redeanteil möglichst groß ist und der von anderen möglichst klein, weil du so viele kluge Sachen sagst. Das vorausgeschickt und vorausgeschickt, dass wir beide sprechen, weil wir glauben, uns gut auszukönnen, während die Debatte über diese Rekordschulden im Bundestag noch läuft. Und wir gehen mal davon aus, dass nach der Vorbereitung das alles ganz gut durchgeht. Aber du hast etwas gesagt in der vergangenen Woche, beziehungsweise geschrieben, was mich sehr bewegt hat und was mich interessiert. Du hast geschrieben... Zu Friedrich Merz, wir brauchen keinen Kapitän im Praktikum. Und du hast geschrieben, was ist, wenn er es doch nicht kann? Und das fand ich umso erstaunlicher, weil ich zuletzt den Eindruck bei dir hatte, dass du eigentlich jemand bist, der gedacht hat, jetzt ist Friedrich Merz der richtige Mann zur richtigen Zeit. Und darüber lasst uns mal unterhalten, warum dir jetzt, ich ahne, warum dir jetzt Zweifel bekommen, aber wie groß diese Zweifel sind und ob die sozusagen geheilt sind, wenn das jetzt alles dann doch so durchgeht. Wie es durchzugehen scheint. Ja, also erstmal, hallo Lars, schön, dass es wieder klappt hier mit uns beiden, diesmal in der XXL-Version und nicht in der Kurzversion Ping-Pong am Wochenende. Ja, du kennst mich eben lange und hast mich im Prinzip schon voll durchschaut. Ja, ich hatte gewisse Hoffnungen in Friedrich Merz gesetzt, weil ich tatsächlich der festen Überzeugung war und bin, dass ein tatsächlicher Politikwechsel Not tun würde. Und ich glaube auch, dass die Behauptung stimmt, die ja viele aufstellen, das ist seine Kanzlerschaft, die anstehende oder angehende Kanzlerschaft, ist die letzte Chance, sagen wir mal, der Verantwortungsparteien noch einmal alles zum Besseren zu wenden, bevor die AfD noch größere Wahlerfolge feiert, als sie es schrecklicherweise auch jetzt schon tut. Und wenn ich mir dann anschaue, wie diese Sondierungen verlaufen sind und wie jetzt auch dieses Schuldenpaket in nie dagewesener Dimension geschnürt wird, dann kann ich nur sagen, ich habe Zweifel, dass er wirklich geeignet ist. Denn er tut das Gegenteil dessen, was er im Wahlkampf gesagt hat. Es ist nichts von einem Politikwechsel zu sehen, sondern es ist mehr vom Gleichen, und zwar viel mehr vom Gleichen im Quadrat, vielleicht hoch zehn. Denn das ist Schuldenpolitik, ich würde mal sagen linke Staatsgelderverteilungspolitik im XXL-Format. Also das glatte Gegenteil dessen, was er versprochen hatte. und da kann man wirklich nur staunen und den Kopf schütteln. Es haben eigentlich alle was rausgeschlagen für sich. Die SPD, die Grünen auch, weil er sie braucht für die Grundgesetzänderung. Allein was von seinen Ansätzen übrig geblieben ist oder sein soll, suche ich bislang vergebens. Und da bin ich ganz gespannt, ich habe mir das Wahlprogramm nochmal durchgeguckt, so die großen Punkte, der größte Punkt war immer die Schuldenbremse und dieser Satz, wir müssen mit dem Geld auskommen, was wir haben, 1000 Milliarden Euro, das ist genug, der Staat hat kein Einnahmenproblem, der Staat hat ein Ausgabenproblem, alles geschenkt. Und ich bin jetzt total gespannt auf das zweite große Thema, was die ja mit Werf vertreten haben, auch weil es sich gegen Robert Habeck richtete. Das ist das sogenannte Heizungsgesetz, heißt es im Volksmund Gebäudeenergiegesetz. Im Wahlprogramm der CDU steht ganz dick und fett, wir streichen das Gebäudeenergiegesetz in Klammern und damit streichen wir auch die Förderung. Und man hat jetzt den Eindruck, nee, das wird wahrscheinlich auch noch durchgewunken. Ja, also ich bin auch sehr gespannt darauf übrigens, ob er was von seinen Migrationsankündigungen, also von einer restriktiveren, gestaltenderen Migrationspolitik übrig bleiben wird. Davon ist ja auch sehr, sehr wenig zu hören in jüngster Zeit. Ja, es ist eigentlich die Rückabwicklung des Friedrich Merz von vor der Wahl. Also das ist wirklich sensationell und in dieser Dimension habe ich sowas noch nicht erlebt. Das muss ich ganz ehrlich sagen nach all diesen vielen, vielen Jahren und dann tatsächlich auch Jahrzehnten. Und sag mal aber, warum macht er das jetzt? Weil er tatsächlich das vorher so nicht gesehen hat? Oder weil er eben nicht riskieren wollte vorher, dass er vielleicht doch nicht gewählt wird? Es gibt jetzt immer die Geschichte, dass Wolfgang Schäuble in einer seiner letzten Teilnahmen bei der Fraktionssitzung, ich glaube es war nach dem Erfolg beim Bundesverfassungsgerichtsurteil. Die CDU hat ja damals, das darf man nicht vergessen, gegen diese Verschiebung von Schulden der SPD und der Grünen und der FDP geklagt. Es wird immer abstruser. Und da soll Wolfgang Schäuble gesagt haben, Leute, macht mit denen etwas Gemeinsames, weil eines Tages regiert ihr wieder und dann habt ihr auch kein Geld. Das heißt, wenn Friedrich Merz sagt, das kommt für mich alles gerade überraschend, es hat sich alles gewendet durch das Treffen von Zelensky und Trump, ist auch das gelogen, oder? Das ist alles Quark. Das ist alles Quark. Und ich würde ihm Folgendes zugutehalten. Er hat am Anfang nur in den hintersten Hintergründen, dann auch zumindest mal in Andeutungen öffentlich, auch vor der Wahl gesagt, ja, es kann schon sein, dass wir an die Schuldenbremse rangehen müssen und auch rangehen werden. Aber erst nachdem wir eine Inventur gemacht haben, bei den von dir vorhin besagten 1000 Milliarden Staatsgelder, die da sind, um mal zu schauen, was kann da eigentlich weg? Was muss da vielleicht sogar weg? Und ich mache es mal an einem Beispiel fest. Der Ökonom Clemens Fust hat darauf jüngst in meinen Augen zu Recht hingewiesen. Das Elterngeld, entschuldige bitte Lars, ich gönne es jedem, der da schön mit seiner Familie dann in die Luxusblockhütte nach Kanada fliegt mit seinem neugeborenen Kind und sich da das Familienglück reinzieht. Aber es ist nicht Aufgabe des Staates, sowas zu subventionieren und zu finanzieren. Und familienpolitisch hat es gar nichts gebracht. Es hat nicht mehr Kinder in diesem Bevölkerungssegment herbeigeführt. Das ist ein Luxus, den wir uns schlicht und ergreifend nicht mehr leisten können. Weißt du, was der kostet im Jahr? Der kostet im Jahr knapp 10 Milliarden Euro. Wenn ich das auf zwölf Jahre hochrechne, sind das 120 Milliarden Euro. Also ein Viertel schon des Infrastrukturfonds, der jetzt mit 500 Milliarden aufgelegt worden ist. Also da würde ich sagen, dieses Instrument oder diese richtige Inventur, die er vorhatte, hat er sich jetzt selbst auf seine Hand geschlagen, denn niemand macht mehr Inventur, wenn der politische Raum erstmal mit so unvorstellbar viel Geld, Schuldengeld, geflutet worden ist und genau das passiert gerade. Aber müsste das nicht die Erwartung sein, dass die jetzt wenigstens beim Haushalt genau das, was du eben ansprichst, rausnehmen oder nehmen wir das Gebäudeenergiegesetz. Da habe ich mich jetzt beschäftigt, weil ich mir eine Wärmepumpe bestellt habe und dachte so, sehr prima, da kriege ich jetzt 16.000 Euro zu meiner Wärmepumpe, also ungefähr die Hälfte vom Staat zurück. Und dann denke ich, da freue ich mich natürlich drüber, gar keine Frage. Aber es hat natürlich jetzt nichts mit einer irgendeiner sozialen Frage zu tun, weil an sich bräuchte ich dieses Geld nicht tatsächlich. Und an sich müsste es doch so sein, dass die Wärmepumpe einen Faktor hat, den es auch gibt. Wenn man so unter der und der Gehaltsgrenze ist, dann kriegt man den und den Zuschuss. Und auch da stecken, wenn mich nicht alles täuscht, 20 Milliarden Euro drin. Und er würde doch seinen letzten Funken an Glaubwürdigkeit aufgeben, wenn er jetzt nicht einen Haushalt präsentieren würde, wo man versucht, 20, 30, 40 Milliarden Euro zu sparen. Abgesehen davon, dass natürlich dieser Haushalt 25, den gibt es ja gar nicht, der ist ja noch gar nicht gedeckt. Genau, also da ist mit Sicherheit ein dreistelliger Milliardenbetrag drin, den man da rausholen kann. Ich würde jetzt im Unterschied zum Elterngeld, was wirklich gar nichts bringt, außer Frohsinn für die frischen Familien, würde ich bei dem Heizungsding noch sagen, okay, es ist immer so, dass neue Technologien nur dann erfolgreich und breit an den Start gebracht werden, wenn man sie subventioniert. Das war übrigens sogar mal bei der Atomkraft so, nur zur Erinnerung. Also da würde ich da sogar noch einigermaßen mildere Umstände gelten machen. Da kann man sich aber auch überlegen, muss man dann, wenn es gut läuft, kriegst du ja 70 Prozent des Geldes vom Staat. Ob das nicht ein Tick eine Nummer zu viel ist. Und ob es sozusagen, es muss ja sozial vernünftig sein und kann doch nicht sein, dass jetzt du und ich davon genauso profitieren wie jemand, der gar nicht arbeitet. Ja, aber weißt du. Wir könnten jetzt diese Punkte so weiter durchgehen. Bürgergeld für Ukrainerinnen und Ukrainer zum Beispiel. Das hat jetzt nicht ganz die Dimension, die beiden Punkte, über die wir jetzt gesprochen haben. Aber auch das ist natürlich barer Unfug. Barer Unfug, der im Affekt, und zwar im nachvollziehbaren Affekt, im Schock dieses Überfalls von Russland auf die Ukraine so beschlossen wurde. Aber er ist kompletter Quatsch. Es ist unsinnig. Es ist ja sogar so, das weiß ich tatsächlich von Betroffenen, dass diese Menschen hierher kommen und selber staunen, dass ihnen dieses Geld da quasi zugesteckt wird und sagen, naja gut, also wehren tue ich mich nicht, aber wundern tue ich mich auch, aber nur ganz leise, damit sich das natürlich nicht ändert. Verstehe ich vollkommen übrigens. Also es geht überhaupt nicht gegen die Leute. Wenn sowas möglich ist, dann macht man davon Gebrauch. Ist doch völlig klar. Aber all das, ob das jetzt noch kommt, da habe ich meinen großen Zweifel. Weil wie gesagt, da ist jetzt wirklich ein Duft- und Schaumbad aus Schuldengeld eingelassen worden in das große politische Becken. Und ob da dann noch jemand Lust hat, solche Unannehmlichkeiten vorzunehmen, da habe ich meine Zweifel. Und ganz furchtbar wird es für mich dann, ich habe zu Friedrich Merz, als wir ein Interview mit ihm hatten, im Nachklapp, also dann als die Mikros aus waren, gesagt, also ich habe zwei Wünsche nur, Herr Merz. Bitte lassen Sie Roderich Kiesewetter niemals Minister werden und bitte beenden Sie das Ministerdasein von Hubertus Heil. Hubertus Heil ist der Virtuose an der staatlichen Bonbonkanone. Es gibt keinen, der so virtuos, übrigens grundsympathisch dabei, nur dass das klar ist, der so virtuos die Bonbonkanone bedient und die Bonbons ins Land schießt. Und wir wissen beide, dass die Union vorgesehen hatte, vorhat, vielleicht immer noch vorhat, ich weiß es nicht, Arbeit und Wirtschaft sinnvollerweise zusammenzulegen und damit dieses Bonbon-Ministerium von Hubertus Heil auseinanderzunehmen und übrigens in Unionshände zu legen. Ich habe inzwischen die Befürchtung, dass ich auch mit einem Hubertus Heil werde weiterleben müssen. Und dann fragt man sich jetzt, wenn wir beide hier schon mal so, Pi mal Daumen, 20, 30, 40 Milliarden Euro einsparen können, also wo man denkt, das könnte leicht gehen. Warum haben sie es nicht einfach erstmal versucht? Also warum haben sie nicht einmal erstmal, also na gut, wahrscheinlich weil dieser Druck durch diese Bundestagsauflösung da war, das ist der einzige Grund. Naja, und weil er natürlich, also ich habe in unserem letzten Ping-Pong ja auf Skat rekurriert. Gut, er hat die Wahl gewonnen, also jetzt auch nicht glorios, aber er hat sie gewonnen. Aber mit einem Ausgang, der ihn nur einen einzigen möglichen Koalitionspartner beschert, nämlich der SPD. Damit ist die SPD natürlich schon mal in einer ungemein starken Verhandlungsposition, obwohl sie ein fürchterliches Wahlergebnis eingefahren hat. Aber nur das geht, also bestimmen die sehr stark Bedingungen. All das aber, Lars, hätte man auch vorher sehen können. Er hat noch am, ich glaube sogar noch am Tag vor der Bundestagswahl, Grüne und SPD als linke Spinner bezeichnet. Und jetzt macht er genau diese Politik der linken Spinner. Entschuldigung, also da ist irgendwas nicht ganz im Lot. Ich hatte bislang immer nur gedacht, naja, es ist halt nicht jeder ein guter Wahlkämpfer. Es kann übrigens jemand ein ausgezeichneter Bundeskanzler sein, ohne ein guter Wahlkämpfer zu sein. Ja, aber jetzt habe ich meine Zweifel, ob diese Konstellation bei ihm gegeben ist. Und man kann ja auch Flöhe und Läuse haben. Also sprich, man kann ein schlechter Wahlkämpfer und ein schlechter Regierungschef gleichzeitig sein. Es ist denkbar, es ist möglich, es ist vorstellbar. Und was ich jetzt höre von Menschen, die auch zugeben, dass sie Friedrich Merz gewählt haben, geht es ihnen genauso, wie du es beschreibst, dass sie sagen, ich habe den gewählt. Und eigentlich habe ich vorher nie die CDU gewählt und wir werden nicht dahin gekommen. Ich dachte, er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Und es ist noch nicht mal ein Monat vergangen und ich bin über mich selber so enttäuscht. Und ich bin von mir selber so enttäuscht und ich habe die falsche Wahl getroffen und ich bin von diesem Mann so enttäuscht. Kriegt er das noch wieder eingefangen? Ja, wahrscheinlich. wenn das jetzt irgendwie tolle Jahre wird, aber erstmal ist die Enttäuschung doch, ich kann mich nicht erinnern, dass nach einer Wahl, Jemand erstens so schnell alle seine Versprechen kassiert hat oder viele seiner Versprechen kassiert hat. Zweitens die Politik macht von dem Mann, den er am meisten kritisiert hat, nämlich von Robert Habeck. Letztendlich ist das, was jetzt gerade läuft, das ist sogar noch mehr, also es ist Habeck-Wagen. Es ist Habeck-Kur, ja. Und drittens ist jetzt die Frage, dass du deine Wähler ja massiv enttäuscht hast. Also es ist schon in so kurzer Zeit, fällt dir da etwas Vergleichbares ein, mir nicht. Nein, nein. Und wie gesagt, 30 Jahre und ein paar mehr schaue ich jetzt durchaus schon auf diesen Betrieb. Das habe ich noch nie so erlebt. Und ich glaube deswegen auch, dass diese Enttäuschung, diese Bestürzung, dieses Gefühl, ich will meine Stimme zurück, sehr stark ist. Er hat plakatiert, du hast es zitiert, der richtige Mann zur richtigen Zeit. Da konnte man sich schon so ein bisschen fragen, naja, ein bisschen aus der Zeit gefallen wirkt er ja irgendwie schon, allein wie er redet und sein Habitus und so weiter. Und jetzt denken vermutlich viele seiner Wählerinnen und Wähler und vielleicht auch unserer Zuhörerinnen und Zuhörer, er ist der falsche Mann mit vor allem der falschen Politik, die er jetzt gerade hier im Ansatz jedenfalls betreibt. Und weißt du, ich glaube ja sogar, dass diese riesigen Schuldenpakete nötig sind. Ganz nebenbei, du weißt um meinen kritischen Blick auf die Kanzlerschaft von Angela Merkel, damit ist auch das letzte bisschen Erbe von Angela Merkel abgeräumt mit dem faktischen Ende der Schuldenbremse. Denn vielleicht war dieses Instrument doch ein bisschen zu primitiv. Also vielleicht muss ein Staat doch etwas flexibler sein in seinen finanziellen Reaktionsmöglichkeiten als die damals als Vorbild gedient habende schwäbische Hausfrau. Vielleicht war dieses Ding ehrlich gesagt zu primitiv. Davon ist gar nichts mehr übrig, aber von dem Vorsitzenden von Herrn Merz eben auch nicht, der eigentlich eine ganz andere Politik als seine CDU-Vorgängerin machen wollte. Und ich habe eben eine Befürchtung, jetzt greife ich den Faden wieder auf, den ich kurz fast verloren hätte. Es kann sein, dass diese Pakete richtig sind. Ich glaube sogar, dass sie richtig und notwendig sind, weil dieses Land wirklich in dieser schwarzen Null- und Schuldenbremsen-Politik marode geworden ist. Das müssen wir, glaube ich, niemandem erklären, der uns hier zuhört. Es kann also sein, dass es ein großes Konjunkturprogramm für das Land ist, aber es kann eben gleichzeitig, Lars, ein ganz, ganz großes Konjunkturprogramm für die AfD sein. Weißt du warum? Weil die Leute gedacht haben, wie wähle ich denn jetzt eigentlich um, sage ich es mal ganz platt, linke Regierungspolitik zu verhindern? Ich wähle CDU. Und ich tue das und bekomme was? Linke Regierungspolitik. Das ist eine fürchterliche Selbsterkenntnis und das kann dazu führen, das wäre meine große Sorge, die ich da dabei habe, dass die Leute dann sagen, ja gut, also dann gibt es tatsächlich nur noch eine Möglichkeit, ein Kreuz zu machen auf diesem Wahlzettel, wenn ich keine linke Politik haben möchte. Und das ist dann horrible Diktou bei der AfD. Und das ist das Interessante und damit macht Friedrich Merz genau das, was die AfD Alice Weidel vorausgesagt hat im Bundestag, die immer gesagt hat, sie machen doch linke Politik weiter mit den Linken, bin ich voll bei dir. Dazu stellt sich mehr die Frage, jemand, der im Kanzleramt sitzt, das muss ja irgendjemand sein, der die Dinge, Helmut Kuhl hat das gesagt, Angela Merkel hat das gesagt, Olaf Scholz hat das getan, vom Ende her denkt. Und da muss man ja sagen, irgendwie hat Friedrich Merz Sachen gemacht, die er nicht zu Ende gedacht hat. Denn hätte er damals diese AfD-Geschichte im Bundestag nicht gemacht, mit der Gesetzesinitiative, der die AfD am Ende zwar nicht zugestimmt hat, aber wo sie ja bei diesem, wie hieß das damals, du weißt es besser als ich. Strombegrenzungsgesetz. Genau, das aber das erste war so, und das wäre keine Gesetzesinitiative, sondern ein Schließungsantrag. Hätte er das nicht gemacht, wäre höchstwahrscheinlich, widersprich mir bitte immer, die Linke nicht so stark geworden, wie sie geworden ist. Na definitiv. Man hätte das Problem mit der Zweidrittelmehrheit nämlich nicht gehabt, hätte ganz normal in den nächsten Bundestag gehen können. Theoretisch hätte es auch sozusagen zu mehr CDU gereicht. Also da hat er ja etwas gemacht aus einem Impuls heraus, womit er sich am Ende ja massiv geschadet hat. Genauso hat er sich gestartet mit seiner totalen Beschimpfung und Konfrontation mit den Grünen. Anscheinend macht er Friedrich Merz Dinge, ähnlich wie Donald Trump, obwohl das weiß ich bei Donald Trump, weiß ich gar nicht, ob Donald Trump das nicht doch so macht, weil er sich da was denkt, wahrscheinlich nicht und denkt das gar nicht zu Ende. Also, was jetzt die Linke anlangt, hätte ich zwei Einreden. Erstens, es ist am Ende relativ wurscht. Also, ja, die können sich freuen, dürfen sich auch freuen, sei ihnen gegönnt, Frau Reichenig und den, wie haben sie sich genannt, den Silberrücken oder wie hieß sie da, diese Operation für die Männer. Aber in Wahrheit war es nur sozusagen. Nicht nur mittelbar Friedrich Merz, der ihnen diesen unerhofften Wahlerfolg verschafft hat, sondern der Umstand, dass auch die Grünen, auch Robert Habeck und andere der Grünen, nicht gerade Katrin Göring-Eckardt, aber viele namhafte Grüne gesagt haben, ja, im Prinzip müssen wir die Schotten schon mehr dicht machen, was die Migration anlangt, als sie im Moment gut und damit haben diejenigen, die sagen, nein, ich finde es eigentlich gut so, ich finde offene Grenzen super und eine Millionen Flüchtlinge oder Migranten im Jahr vertragen wir locker. Die hatten eigentlich nur noch eine Wahlmöglichkeit und das war die Linke. Das war insofern nicht nur mittelbar sozusagen auf März zurückzuführen, weil er mit dem Starkmachen des Themas Migration die Grünen auch zu einem Offenbarungseid und auch die SPD, du erinnerst dich, dein Lieblings-Scholz hat ja auch gesagt, wir müssen jetzt meinen großen Stil abschieben und so, weil er sie zu Offenbarungseiden gezwungen hat, die dann eben für die Gegner dieser restriktiveren Politik in Sachen Migration nur noch eine Partei letztlich möglich gemacht haben und das war die Linke. Aber ja, aber hat er nicht trotzdem auch Mitschuld daran und hätte er sich sozusagen dieses überstürzte Handeln, zu dem er jetzt gezwungen war, hätte er sich doch ersparen können, wenn er diesen Move nicht gemacht hätte. Also er hätte ganz einfach, er hätte einmal zustimmen können schon vorher zu einer Reform der Schuldenbremse, weil er ahnte ja, dass die Ampel nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil, haben wir alle gewusst, diese Ampel wird nicht wiedergewählt. Olaf Scholz wird nicht nochmal Kanzler. Das war relativ sicher und er hätte sich ja gar keinen Zacken aus der Krone gebrochen. Das Einzige ist, die Ampel wäre vielleicht nicht vor dem Ablauf der Legislaturperiode auseinandergegangen. Und dann wäre vielleicht auch die Chance da gewesen, nochmal wie Phoenix aufzusteigen. Also so gesehen jetzt mal ganz machtbrutalistisch betrachtet, war es für ihn vielleicht sogar so notwendig, so schäbig es letztlich auch ist. Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst an die Zeit, als Helmut Kohl noch Kanzler war und Theo Weigel, sein Finanzminister, sich bemüht hat, eine notwendige, riesige Steuerreform ins Werk zu setzen. Und Oskar Lafontaine, damals Ministerpräsident im Saarland und SPD-Chef, hat alles daran gesetzt, diese Steuerreform nicht zustande kommen zu lassen. Er hat immer gesagt, ja, ja, schon. Und im letzten Moment hat er wieder gesagt, nee, so doch widerlich. Warum? Weil er wusste, es ist die Voraussetzung für den Wahlsieg. Und so war es am Ende auch. Mal unabhängig darauf, was dann später oder kurz darauf mit Oskar Lachenthin passiert ist. Aber das war so eine ähnliche Situation in etwas kleiner. Trotzdem finde ich auch, sowohl bei dem Punkt, den du gemacht hast in Sachen Migration nach den schrecklichen Vorgängen in Aschaffenburg und anderswo, der Impuls war richtig, Aber er ist übers Ziel hinausgeschossen und es hat ihm am Ende auf jeden Fall nicht mehr gebracht als geschadet. Eher mehr geschadet als gebracht. Wie gesagt, den Impuls fand ich richtig und ich finde auch immer richtig zu sagen, man muss die Themen auch dann benennen, wenn sie von anderen besetzt sind, vielleicht sogar gerade dann. Weil sie in den Händen der AfD nicht am besten aufgehoben sind, diese Themen. Und sie haben eigentlich nur eins, das ist Migration. Aber es ist eben genau wie vorher diese Beschimpfungen von Rot und Grün. Verstehst du, es war doch völlig klar, es war doch absehbar, dass er, wenn man sich die Meinungsumfragen anschaute, auf die wieder zugehen muss. Und jetzt flöten die sich da eins und der Söder erzählt was davon, was die SPD schon immer um ihre staatspolitische Verantwortung wusste und bla bla bla. Und was waren das vorher für Themen, für Töne, Entschuldigung. Und da kommt eben der Punkt, und das meinte ich mit diesem Kapitän im Praktikum, du bist eben als Bundeskanzler und auch als angehender Bundeskanzler in einer anderen Situation, denn als Konzernchef, als CEO, da kannst du vielleicht durchregieren. Aber als Kanzler kannst du nicht durchregieren. Das war das Erste, was Angela Merkel wieder einkassiert hat als Formulierung, nachdem sie selbst die Erfahrung als Kanzlerin gemacht hat. Sie hatte vorher nämlich auch, sie hatte sogar wörtlich gesagt, wir werden dann durchregieren. Und da hat sie gesagt, das geht gar nicht. Geht gar nicht. Das geht nicht. Und da zeigt sich vielleicht, dass Olaf Scholz, um mal wieder was Nettes über Olaf Scholz zu sagen in diesem Podcast, der seinen Namen trägt und deshalb leider auch zu Ende geht, dass Olaf Scholz vielleicht doch recht hatte mit seiner Kritik daran, dass Friedrich Merz eben noch nie regiert hat. Ich will ein Beispiel nennen. Anscheinend ist es ja so gewesen, dass die SPD, als sie wusste, jetzt gibt es Sondierungsverhandlungen mit der CDU, was gemacht hat? Eine Klausurtagung mit allen, die beteiligt sind und sich genau überlegt hat, das sind unsere Forderungen, das sind die Forderungen der CDU, was können wir wo rauskriegen? Und dann sind die halt sehr gut vorbereitet in diese Gespräche gegangen mit Leuten, die das nicht zum ersten Mal gemacht haben, sondern im Zweifel zum dritten oder vierten Mal Hubertus Heil, also die mit allen Wassern gewaschen sind. Und was hat Friedrich Merz gemacht, das ist sicherlich auch wichtig gewesen, der hat sich mit dem Staatschef aus der ganzen Welt, also aus Europa erstmal getroffen, aber offensichtlich ist die CDU da, ich will nicht sagen unvorbereitet, reingestäubert, aber nicht so gut vorbereitet und dazu noch mit Leuten, das muss man ja einfach mal sagen, die das noch nie gemacht haben. Oder? Ja, also ich hätte gehofft, dass man das auch kann, ohne vorher mal Minister mindestens gewesen zu sein oder Ministerpräsident. Das ist ja immer so die Rede, dass man sagt, entweder man war mal Minister wenigstens in einem wichtigen Ministerium oder Regierungschef in einem Bundesland. Offensichtlich ist es eben doch, Etwas komplexer und schwieriger und vom Mindset, wie man neu in Deutsch so sagt, eben ein anderer Angang als vielleicht als Aufsichtsrat bei BlackRock oder anderswo. Und dann ist ja jetzt interessant, wieder zu beobachten sein, was bedeutet das für die Ministerien, für die Besetzung der Ministerien? Wie läuft sowas eigentlich? Also klar, die CDU hat den Kanzler, das heißt, die nächste Position darf sich die SPD aussuchen, dann kommt die CSU, dann wird die CDU oder wie geht sowas? Ja, also ich nenne das immer Reißverschlussverfahren, aber du hast es im Prinzip genau so gerade auch beschrieben. Auch da ist es im Moment so, dass eine meiner Hoffnungen zerbröselt. Ich hatte nämlich tatsächlich, da habe ich bestimmt auch bei dir in unserem Ping-Pong, Mail-Ping-Pong mal gesagt, ich hatte immer die Hoffnung, dass wir eine Regierung bekommen aus. Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius in Personalunion mit der Vizekanzlerschaft. Was bedeuten würde, dass der Heißverschluss dieses Mal anders funktioniert? Weil gängigerweise ist der erste Zahn der Kanzler und der zweite Zahn das Außenministerium. Wobei, auch das Finanzministerium. Das Finanzministerium, genau. Bei der Ampel wollten die Grünen ja eigentlich auch das Finanzministerium haben, aber die FDP hat so darauf bestanden, dass sie gesagt haben, dann nehmen wir das Wirtschaftsministerium. Genau, du hast recht. Also der zweite denkbare Zweitzahn ist das Finanzministerium. Und ich hätte große Sympathie. Sowohl was die Person Boris Pistovius anlangt, als auch was die Bedeutungsanhebung des Verteidigungsministeriums in diesen Zeiten an Land, wenn es so gekommen wäre, wie ich es gerade beschreibe. Aber wenn ich jetzt immer Fernsehen kuppel und Bilder anschaue und sehe da in erster Linie einen Friedrich Merz und einen Lars Klingbeil, die Köpfe zusammenstecken, da sehe ich schon ab, dass da nichts draus wird, sondern dass sich Klingbeil eben nicht, vermutlich nicht den Fraktionschef zurückzieht, sondern ins Kabinett möchte und Vizekanzler werden möchte, Und dann rechne ich hier damit, dass er eines dieser beiden Ministerien, die wir beide gerade benannt haben, also Außen- oder Finanzen beanspruchen wird. Aber er wird nicht Verteilungsminister werden wollen, weil er hat ja sozusagen… Nein, das glaube ich nicht. Also dieser sozusagen der neue Reiszuschluss würde in meinen Augen auch nur Sinn machen, wenn er mit Boris Pistorius sich da verzahnen würde in der Regierung. Ich fand es ja auch bemerkenswert, die Kollegen vom Tagesspiegel haben die letzten vier oder vier der letzten Wehrbeauftragten ja abgeklappert und alle vier haben gesagt, der muss es bleiben, der muss Verteidigungsminister bleiben, was ja passiert. Vielleicht dann sein kann, wenn Klingbeil, jetzt sind wir wieder oben am Reichsverschluss, Finanzen macht, dann wäre Verteidigung für Pistorius ja immer noch möglich. Aber mir wäre ganz offen gesprochen eine Paarung an der Spitze aus Merz und Pistorius lieber. Die eine Frage ist natürlich, ob Merz da ein Interesse hat, dass dann Pistorius der starke Mann neben ihm ist, weil theoretisch dann in vier Jahren auch ein starker Konkurrent ist. Und die zweite Frage, und damit kommen wir jetzt allmählich zur SPD, ich hörte jetzt Saskia Esken ankündigen, dass es auf der SPD, einer SPD-Führung Veränderungen geben wird. Also dass natürlich auch die SPD-Führung beim nächsten Parteitag da ihre Konsequenzen draus ziehen wird. Und da frage ich mich, machen die das, weil sie dann wissen, naja, wir haben dann beide Ministerposten? Also bei Frau Esten muss ich ja einfach sagen, da staune ich immer so, wie das so bei ihr immer so weitergeht. Das ist wirklich bemerkenswert. Also es gab schon SPD-Leute, die gesagt haben, kann man da nicht mal eine Quarantäne verhängen, dass die nicht in Talkshows auftaucht, weil jedes Mal, wenn sie es tut, ist es für uns für 5% minus gut oder so in der Dimension. Sie bleibt da unverdrossen, da muss man schon wieder Respekt haben davor. Ich würde mal annehmen, dass sie was Ministerielles bekommt und dann auch vom Vorsitz lassen kann. Wie das bei Klingbeil sein wird, der übrigens, weil du vorhin sagtest, in Pistorius würde Merz, dann der nächste Konkurrent erwachsen, auch der nächste Konkurrent für Klingbeil dann sein würde, wenn es Pistorius sozusagen beiseite zu schieben. Dann würde er auch wieder einiges dafür sprechen, dass Klingbeil eher Finanzen als Außenmacht, weil das hat noch nie gut funktioniert, Außenminister zu sein und Parteichef bleiben zu wollen. Es hat bei Herrn Kinkel nicht funktioniert und es hat bei Guido Westerwelle nicht richtig funktioniert. Du bist zu viel weg, um in der Partei ordentlich da zu sein. Und man muss ja, glaube ich, sich auch klar machen, dass auch Lars Klingbeil sich vorstellen kann, eines Tages mal Kanzler zu werden. Ich erinnere mich da an eine schöne Szene, die Markus Lanz mal beschrieben hat, dass er, also Markus Lanz macht ja nach den Sendungen, weißt du ja auch, immer lädt die Leute in die Karte ein und manchmal fotografiert er sie. Und bei Lars Klingbeil, der hat so ein bisschen rumgezickt, also warum muss das sein? Und dann hat Markus Lanz wohl zu ihm gesagt, naja, ich muss doch den nächsten Bundeskanzler fotografieren. Und dann hat sich offensichtlich Lars Klingbeil, wenn die Geschichte von Marius Lanz stimmt, davon gehen wir mal aus, tatsächlich dann auch fotografieren lassen, da sieht man also auch, welche Ambitionen der hat, wo ich mich auch immer frage, boah, ist das nicht auch für Lars Klingbeil eine Nummer zu groß? Ja, also die Frage, lassen wir es mal so richtig schön hier im Raum stehen, zu der sage ich mal weiter nichts, aber bestätige natürlich, es gibt nur ein Ziel bei Lars Klingbeil, Und das ist das Kanzleramt, das ist völlig klar. Ist ja irgendwie auch in Ordnung, weißt du, also wer dahin will, muss es unbedingt wollen. Ich habe ja meine Präferenzen bei den zwei denkbaren künftigen Konkurrenten eines Kanzlers Merz, habe ich ja glaube ich hinreichend deutlich gemacht. Das hast du. Ich würde gerne mit dir nochmal sprechen, als jemand, der den Politikbetrieb so lange verfolgt, über diese Gnadenlosigkeit, die mir nochmal klar geworden ist, ich weiß nicht, wie es dir ging, bei diesem auch für ihn unverhofften letzten Auftritt von Christian Lindner im Parlament. Vermeintlich der spricht dieser Christian Lindner zum ersten Mal eine Rede, wo ich merkte, der verhaspelt sich auch so ein bisschen. Man hatte den Eindruck, die anderen, als ob er gar nicht da ist. Die anderen hörten gar nicht mehr zu. Der bepöbelte natürlich dann auch Merz in einer Art und Weise. Ja, aber die vielleicht vielen Leuten aus der Seele sprach, Aber da sieht man halt auch, wie brutal schnell dieses Geschäft ist. Von Olaf Scholz mal gar nicht zu reden. Ja, der saß heute übrigens auch sehr betröppelt auf der Regierungsbank, als Boris Pistorius gesprochen hat. Das konnte man sehen. Naja, ja, also Macht ist wie ein Elektromagnet. Um diesen Elektromagneten scharen sich die Späne und richten sich an ihm aus. Aber in dem Moment, wo der Stecker gezogen ist und der Elektromagnet nicht mehr funktioniert oder nicht mehr agiert, ist das alles weg. Und im Moment ist ja auch die Ausrichtung der Späne weg. Und das ist genau das, was du beobachtet hast, als Lindner da seine letzte Rede im Bundestag gehalten hat. Auch die Ausstrahlung ist interessant. Ausstrahlung ist ein guter Punkt. In Europa heißt es jetzt, Deutschland ist zurück und erstmal bezieht sich das nur auf diese unglaublichen Summen, die da sind. Das heißt ja erstmal noch gar nichts. Ich musste einmal dran denken, als Olaf Scholz die Zeitenwende-Rede hielt, da ist glaube ich für die Bundeswehr im Jahr, frage ich mich nicht, 30, 35, 40 Milliarden Euro ausgegeben worden in Deutschland. Zuletzt haben wir nach, im letzten Jahr haben wir nach Brüssel, das muss man wohl da melden, gemeldet irgendwas über 90 Milliarden. Und man denkt sich so, aber offensichtlich hat sich jetzt noch nichts Wesentliches verändert. Also vielleicht ist das alles noch nicht geliefert oder so. Die Frage ist ja, das eine ist ja, dass man viel Geld ausgibt. Die Frage ist ja, gibt man dieses Geld auch vernünftig aus und wird man das überhaupt spüren? Da werden wir noch viel zu berichten, zu schreiben und vielleicht auch zu besprechen haben, dann in einem Podcast, dessen Namen du dann noch finden musst bis dahin. Denn in der Tat, also es ist das eine riesige Summen von Schuldengeld erstmal aufzurufen und das andere ist, sie dann sinnvoll einzusetzen. Wir erinnern uns alle noch, die ein bisschen Politik beobachtet haben, dass es schon zu normalen Zeiten, so war das in dem zuständigen Ausschuss, die sogenannten Küstenmafia, da saßen also parteiübergreifend drei, vier Herren von der Wartekant drin und diese Küstenmafia hat immer dafür gesorgt, dass so besonders viel Fregatten und sonst irgendwas für die Marine bestellt wurden. Obwohl alle wussten, die Marine ist nun nicht sozusagen das Rückgrat der deutschen Bundeswehr. Da sind andere europäischen Armeen logischerweise durch mehr Küsten und so weiter eher sozusagen dran, was die Marine anlangt. Und solche Mafias wird es nun auch wieder geben und da wird ein großer Streit darüber entwenden, wohin das Geld dann geht und wie das auch funktioniert. Weil das sind ja wirklich Dimensionen, mit denen sich schon lange kein Verteidigungsminister und damit auch keine Bundesregierung auseinandersetzen musste. Da werden riesige Verteidigungskämpfe losgehen. Ja, umso wichtiger ist doch, wenn man jetzt weiß, man hat diese zusätzlichen Ausgaben und weiß, man weiß ja gar nicht, was im Bereich Verteidigung auf einen zukommt, weil das ist ja jetzt nicht mehr gedeckelt nach oben hin. Theoretisch kann man auch 10, 20 Prozent des Saatprodukts ausgeben. Aber ist dann nicht nochmal, da komme ich nochmal auf das, ist nicht sozusagen dieses einmal zu zeigen, wir haben es verstanden, wir machen strukturelle Reformen. Du hast das Elterngeld angesprochen, es geht um die Zahl der Ministerien, es geht um die Zahl der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Das Beauftragtenwesen übrigens. Eine der unsinnigsten Einrichtungen, die es überhaupt gibt, sind diese Beauftragten, die keine Handhabe haben, aber einen Stab von zwölf Leuten und immer nur lobbyistisch für ihre Aufgabe irgendwas verblasen, ohne Prokura, also operative Prokura zu machen. Das kann eigentlich alles weg. Genau, aber kann man einen Koalitionsvertrag machen, wo nicht mindestens zehn, zwölf Punkte drin sind, wo die Leute sehen, okay, da stoßen die wirklich eine Reform an. Die so ein bisschen durchschlagend ist, wie damals das Deutschland-Ticket, wo man denkt, es geht, es geht auf einmal. Ein anderes Beispiel, das ich gerne erzähle. Was glaubst du, wenn man eine Förderung für die Wärmepumpe bei der KfW beantragt? Wie lange ist die Bearbeitungszeit dieses Förderantrag? Also wann bekommst du die Nachricht, wie viel Geld du bekommst? Was schätzt du? Elf Wochen. Fast. Zwei Minuten. Oh, wow. Also, ich habe diesen Antrag abgeschickt und gehe nur kurz in die Küche, um mir einen Tee zu holen. Und plötzlich macht es Pling und ich denke, ich kriege von der KfW eine Bestätigung. Und dann denke ich an, bestätig, sehr gerne, 16.000 Euro. Und da muss ich sagen, sowohl beim deutschen Ticket, also bei solchen Dingen, funktioniert das ja. Man muss jetzt, das sagte mir eine Kollegin, jetzt noch eine Meldebescheinigung sich besorgen, wenn man so eine Wärmepumpe hat, damit klar ist, dass man da wohnt. Die wiederum ist natürlich nicht elektronisch und da hat es zu ganz gehen. Aber was ich damit sagen will, es scheint ja zu gehen und mir kann keiner mehr erzählen, dass selbst komplexe Strukturen nicht aufgelöst werden können, weil bei diesem Tarifsystem ist es ja auch gegangen. Aber ich glaube, du verwechselst jetzt zwei Dinge, Lars. Das, was du gerade beschreibst, was ich natürlich herzlichen Glückwunsch zu deinem, 16.000 Euro, die da bewilligt wurden, aber das sind ja dann die Leute, die operativ an der von mir vorhin sogenannten Bombenkanone sitzen. Also wenn sowas politisch, nichts ist doch schöner, übrigens auch beim. Jobcenter, nichts ist schöner, als jemanden in eine Maßnahme zu schieben. Ja, das ist wunderbar, dann habe ich ihn aus der Arbeitslosenstatistik raus, ob die Maßnahme Sinn macht oder nicht, ist völlig wurscht, die kostet wahnsinnig viel Geld. Eine ganze Industrie hat sich auf diese Maßnahmen gestürzt, aber klick, Haken dran, Maßnahme aus der Statistik. Nächster bitte, klick, Haken dran, Maßnahme. Das ist relativ einfach. Viel schwerer ist es, das zu machen, was ich vorhin Inventur genannt habe. Nämlich zu sagen, hey, es geht jetzt nicht darum, wo können wir den Leuten noch das Geld entschuldige bitte hinterher schmeißen, wie du und deiner Wärmepumpe. Nochmal Glückwunsch. Sondern wo machen wir das nicht mehr? Und da, glaube ich, ist eben jetzt der Druck vom System genommen worden, weil sowas nur unter Druck funktionieren kann. Ich lasse mich gerne eines anderen belehren. Also wenn ich in den nächsten Monaten erlebe, dass dieses Elterngeld abgeschafft wird oder mindestens mal, halbiert, sage ich mal grob. Ich würde sagen, abgeschafft, weil es hat einfach nichts gebracht in dem eigentlichen Ziel. Dann will ich gerne hier Abbitte leisten. Hier am liebsten bei dir. Aber ich glaube, es wird nicht dazu kommen. Aber wird es nicht normaler Menschen verstanden? Also, man baut ein Haus und sagt sowas auf. Also, ihr habt gerade Freunde, die haben sich gerade ein Haus gebaut. Und dann mussten sie sich natürlich verschulden. Keine Ahnung, verschuldest du dich mit 400.000 Euro? Das Erste, was sie gemacht haben, die haben so eine Art Inventur gemacht haben und gesagt, und in diesem Jahr, jetzt haben wir das schöne neue Haus und in diesem Jahr machen wir keinen Urlaub, weil wir haben jetzt keinen Urlaub, um woanders Geld und da sparen wir Geld und da sparen wir Geld und das muss man doch jetzt auch, Leute, es geht ja nicht um irgendwas, die müssen doch jetzt versuchen, dieses Geld, was sie, das geben wir beide zu, sowohl für die Verteidigung als auch für die Infrastruktur dringend brauchen, da muss man aber jetzt gucken. Damit wir uns nicht zu sehr verschulden, wo können wir jetzt diese Schulden reduzieren? Das ist eigentlich schon der persönliche Anspruch von wäre das von mir, zu sagen so, und jetzt hier versuchen wir so viel wie möglich davon wieder reinzukriegen. Und du hast ja gesagt, wenn man jetzt, selbst wenn es nur 50 Milliarden Euro im Jahr sind, und nach dem, was Friedrich Merz vorher gesagt hat, ist das ja ein leichtes, sind es in 10 Jahren 500 Milliarden Euro und damit hat man schon mal die Hälfte wieder raus. Ja, das ist gleich, die Rechnung habe ich ja pass pro toto auch am Elterngeld festgehalten. Nur nochmal, wenn du jetzt so in Geld schwimmst, dann kommt es vielleicht auf 50 Milliarden hin oder her auch gar nicht mehr so an. Das ist meine Befürchtung, die ich habe. Wie gesagt, ich lasse mich gerne eines anderen belehren. Und niemand ist glücklicher, dann nicht recht zu behalten als ich, wenn es so sein sollte. Aber der Ursprungsgedanke von Merz, der war richtig. Erst Inventur und dann gegebenenfalls Lockern der Schuldenbremse. Er hat das aber nicht so machen können, weil er sich in einer Situation wiederfand, wo er sich den Bedingungen seines angehenden Koalitionspartners quasi ergeben musste. Nur nochmal, das hätte man auch vorher sehen können. Und du hast natürlich komplett recht, dass all die Menschen, die gesagt haben, ich möchte, dass Schluss ist mit dieser linken Politik. Sie werden entweder AfD gewählt haben oder sie werden die CDU gewählt haben. Wenn sie jetzt das Gefühl haben, mit der CDU... Man muss ja fast sagen, man kann ja gar nicht sagen, geht diese linke Politik weiter? Sie ist ja sozusagen auf den spitzigen Team. Sie ist potenziert, sie ist hoch 10. Viel linker, also zu sagen, wenn man sagen würde, Friedrich Merz wollte die CDU nach rechts rücken, der hat die nicht in die Mitte gerückt, der hat sie nach links gerückt. Eigentlich müssen die, die sitzen ja ganz dicht an der SPD dran. Wir werden das alles verfolgen. Auch interessant wird sein, wer am Ende die Ministerposten besetzt. Karl Lauterbach verteidigt schon den neuen Kanzler Friedrich Merz, genauso bei Markus Lanz, wie er den alten verteidigt hat. Weiß er noch gar nicht, dass er wahrscheinlich nicht Gesundheitsminister bereit ist? Ich weiß, dass jetzt alle Ärzte und Ärztinnen, die uns zuhören, hier über mich herfallen werden, weil sie ihn natürlich alle auch fürchterlich finden. Ich habe selber einen Freund, der Arzt ist ja auch, den schimpfte und ich dann zu ihm sagte, du Waffi, pass mal auf, aber gibt es überhaupt je einen Gesundheitsminister, den du oder hier mal toll fandet und dann musste er selber sagen, nee, wir fanden es ja alle fürchterlich. Ich finde, dass Karl Lauterbachs Bilanz sich wirklich blicken lassen kann. Das finde ich auch. Ich glaube nur nicht, dass der weiter, Gesundheitsminister bleibt, weil die SPD halt andere Posten braucht und weil irgendwie sonst dieses, weil die Leute, er ist ja nicht mal in dieser in den Koalitionsgesprächen, in dieser Arbeitsgruppe Gesundheit ist er nicht mehr der führende Kopf, sondern da ist jemand von der SPD aus Ostdeutschland. Also das meine ich nicht. Ich finde auch. Das sind Riesenbrocken, das sind ganz, ganz dicke Bretter, die er da gebohrt hat. Das muss man ihm wirklich zugutehalten, finde ich. Trotzdem fand ich es seltsam, wie er dann Friedrich Merz verteidigt hat, als sei er sozusagen immer davon überzeugt gewesen. Naja, weißt du, die Hoffnung stirbt wahrscheinlich zuletzt. Also nur weil da jetzt eine andere Arbeitsgruppenvorsitzende ist, glaubt Karl Lauterbach wahrscheinlich noch nicht, dass seine Fälle endgültig davon gesprochen sind. So würde ich das mal interpretieren. Lieber Christoph, vielen Dank. Nächste Woche in diesem Podcast, wie gesagt, wir nähern uns dem Ende. Der große Bumm ist dann am 9. April, da wird es einen neuen Podcast geben, mit einem neuen Namen, neuen Kolleginnen, also es wird ganz spannend. Nächste Woche ist nochmal ganz kurzfristig Julia Jekyll da. Das ist sehr interessant, kennen wir natürlich beide als Vorstandsvorsitzende von Gunner und Jahr. Und ist ja in der Zwischenzeit in dieser Kommission mit Peer Steinbrück, Thomas de Maizière und Herrn Voskuhle. Da sind wir bei dem Thema Staatsreform. Und dann kann ich nächste Woche Sie mal fragen, wenn wir dann schon vielleicht ein bisschen mehr wissen über die Koalitionsverträge, ob das eigentlich die Reformen sind, die diese Kommission, weil diese Kommission will ja tatsächlich das Ganze vom Kopf auf die Beine stellen, wie man so sagt. Aber ich habe jetzt auch noch eine Frage, Lars. Na bitte. Einen Teil der Fragen hast du ja schon beantwortet, denn eine Welt ohne Podcast von Lars Heider ist natürlich denkbar, aber völlig sinnlos. Also es geht weiter. Und jetzt kann ich dich aber hier nicht entlassen sozusagen, jetzt drehe ich es mal um, ohne dir die Frage zu stellen, wie wird er denn heißen, denn in Wahrheit weißt du natürlich längst. Und es wird auch tatsächlich so sein, natürlich, ich habe ja diesen Podcast gemacht, um das ehrlich zu sagen, weil ich ja von mir glaubte, sagen zu können, dass ich Olaf Scholz ganz gut kenne. Das wiederum gilt für Friedrich Merz ja überhaupt nicht. Und deshalb wird das eine Kollegin machen, mit einem Kollegen zusammen und die ihn sehr gut kennt, Friedrich Merz. Und was glaubst du, wie könnte man so einen Podcast nennen vielleicht? Was würde dir jetzt aktuell einfallen? Ich finde, wenn man an Friedrich Merz denkt, hat man ja sofort eine einzige Idee. Sag. Er könnte zum Beispiel Rambo-Zambo heißen. Das. Zum Beispiel. Das ist nur eine Idee. Das ist jedenfalls der markanteste Begriff, den man mit ihm in Verwendung bringt. Das ist so ein bisschen schade, dass man mit Olaf Scholz dann bei Olaf Scholz, wenn du fragst, dann denkst du, da ist sozusagen der Wumms, der Doppelwumms und die Bazooka und bei Friedrich Merz wird wahrscheinlich auch nach vier Jahren wird man sagen Rambo-Zambo. Wobei, weißt du eigentlich, also er wusste nicht, dass es Ramba-Zamba heißt oder hat er das bewusst gemacht? Weil ich ja immer von guten Menschen ausgehe, hätte ich das für Ironie gehalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand nicht weiß, in Deutschland, was Ramba-Zamba ist und dass Rambo der mit der dicken Maschinengewehr war. Vielleicht meint er, wie wird es? Rambo-Zambo. Lieber Christoph, vielen Dank. Bis nächste Woche an alle anderen. Tschüss. Ich danke dir, Lars. Alles Gute. Bis dahin.