Latest / Berlin Booth / Günther Krabbenhöft über die Kraft von Techno, das Berghain, Individualismus und Konformität
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- 0:05Ach Günther, ich erfreue mich sehr, ich bin sogar n bisschen
- 0:08aufgeregt. Nein.
- 0:09Bin ich ja. Ich würde jetzt aber heute
- 0:15aufgeregt, weil mir fällt es manchmal wirklich schwer, Themen
- 0:21zu finden, wenn der Pott, wenn die Schale an Themen, wo man
- 0:26sich die Themen rausholen kann, so groß ist, so reichhaltig
- 0:29gefüllt. Ja, und ich würde trotzdem glaub
- 0:34ich so n bisschen mit dem Thema Social Media starten.
- 0:38Aber mit dem Blick von außen auf dich im Sinne von seitdem du auf
- 0:43Social Media präsent bist, seitdem du ne öffentliche Person
- 0:46bist, gibt es ja viele Zuschreibungen zu dir Stil,
- 0:49Ikone technoopa also da ist wirklich ne riesige Bandbreite.
- 0:52Wir werden uns auch später noch n bisschen übers Nachtleben
- 0:55unterhalten, aber was mich interessiert ist was ist denn
- 0:59deine Selbstbezeichnung, wie wie bezeichnest würdest denn du dich
- 1:03oder wie bezeichnest denn du dich selbst?
- 1:05Wir bezeichnen sicherlich nicht so von diesen Bezeichnungen, die
- 1:09du da gerade genannt hast. Ich würde sagen, ich bin einfach
- 1:12nur ein netter, sympathischer älterer Herr, der Bock drauf hat
- 1:16aufs Leben und der gerne. Unter anderem tanzt und dort
- 1:22auch die Momente westlich, was des Glücks und und der
- 1:26Zufriedenheit findet. In in der Musik, nach der ich
- 1:30tanze, ne. Konntest du das immer schon so
- 1:33sagen? Also gerade gerade.
- 1:36Mit Blick auf der Spotlight ging an du warst präsent, dir wurden
- 1:40Sachen zugeschrieben, du wurdest vielleicht auch in gewisse
- 1:42Bereiche gesteckt und und positioniert war das schon immer
- 1:46so, dass du das auch so abstreifen konntest?
- 1:48Dann konntest du ne, das ist. Ja, Na, natürlich nicht.
- 1:50Also. Im Laufe dieser Zeit in der
- 1:54Öffentlichkeit bin ich einfach auch gelassener geworden, darauf
- 1:57zu schauen. Ja, am Anfang hab ich gesagt,
- 1:59Techno, Oper, was, was machen die da eigentlich mit mir?
- 2:04Natürlich bin ich in wirklichen Leben auch n Großvater, aber
- 2:07auch schon alleine dieses Wort Oper haben meine Enkelkinder
- 2:10nicht benutzt, ich war der Großvater, ich finde das
- 2:13richtig, richtig. Also viel perfekter irgendwie
- 2:17und genauer als wie Oper. Opa klingt immer so ein bisschen
- 2:20gebrechlich und bisschen betulich und so, aber ein
- 2:24Großvater, das ist noch alles drin, irgendwie an Aktivität und
- 2:28und an Neugierde und so. Ich bin eben der.
- 2:31Große Vater also, das hätte ich mir gewünscht, aber okay
- 2:34mittlerweile denke ich ja, ich glaube, die Menschen oder die ja
- 2:39Öffentlichkeit braucht irgendwelche Beschreibungen, um
- 2:42das Ganze immer so ein bisschen kurz und kurz.
- 2:45Knapp nachher zu beschreiben und so.
- 2:47Aber ja, ja, es ist in Ordnung mittlerweile.
- 2:50Ich, ich hab das auch n bisschen gefragt, weil Nachtleben,
- 2:54Clubkultur, überhaupt Kunst speziell für mich, aber auch für
- 2:58viele andere ja auch n Ort ist, in dem man sich selbst
- 3:00definieren kann. Ja, also ob man, ob man ganz man
- 3:04selbst sein kann, weiß ich nicht so genau, hab ich keine klare
- 3:07Antwort drauf, aber man kann sich in den Raum nehmen.
- 3:11Ist Klub für dich sowas gewesen oder gab es sowas schon in
- 3:13vielen anderen Bereichen vorher? Nein, eigentlich nicht.
- 3:16Also ich, ich habe auch durch, also diese Zeit in der
- 3:21Öffentlichkeit Dinge von mir erfahren, die ich ja vorher
- 3:25irgendwie überhaupt nicht gekannt hatte, weil man mich
- 3:28manchmal in Situationen geschubst hat, wo ich irgendwie
- 3:32auch, dass das erste Mal gesehen, gemacht oder getan, ja
- 3:35getan habe, und habe festgestellt, dass ich doch mehr
- 3:39bin als wie nur der eine, Günter.
- 3:41Unter denen ich so in meinem Leben immer gesehen habe,
- 3:44sondern dass es da viel mehr Facetten gibt und viel mehr.
- 3:48Ja Teile von Sachen auch wo ich gedacht habe, ey, Alter,
- 3:53irgendwie da was, was ist denn mit dir los und das finde ich
- 3:57spannend da dran, dass ich dadurch noch viel mehr in dieser
- 4:00Zeit über mich erfahren habe, mehr als wie das mit diesem
- 4:03Bild, irgendwie, mit denen ich mal groß geworden bin.
- 4:07Gibt es auch so eine dunkle Ecke von Günther wo du sagst uh?
- 4:11Erstaunlich. Ja, da möchte ich jetzt nicht so
- 4:13drüber reden. Aber natürlich die, die gibt es
- 4:17und so, ich bin gelassener. Geworden.
- 4:19Das ist natürlich jetzt die Frage, ob das, was mit der
- 4:22Öffentlichkeit zu tun hat oder einfach mit dem Alter,
- 4:25letztendlich aber ja, und da gibt es viele Dinge, die mich
- 4:30verändert haben, zum positiven. Ja, aber wenn du sagst, du
- 4:33gelassener warst du denn mal? Würdest du sagen, dass du ne
- 4:35Phase neben dem wo du ne angestrengte Persönlichkeit
- 4:37warst? Ich, na ja, was weiß ich nicht,
- 4:40kommt immer. Drauf, an wem man da gegenüber
- 4:42sitzt oder so, das ist ja, wird man unterschiedlich auch
- 4:45eingeschätzt oder so. Aber ich war schon immer
- 4:47ungeduldig und und war auch n bisschen sauer mit mir, wenn mir
- 4:51nicht sofort was gelungen ist. Was ich so machen wollte und so
- 4:56heute bin ich einfach liebevoller mit mir, auch mit
- 4:58meinen Ecken und Kanten und da das das hat sich verändert und
- 5:04das ist ja eben halt unabhängig von dem, was jetzt in den
- 5:08letzten Jahrzehnt mit mir passiert ist.
- 5:10Sondern das ist so n ganz normale Entwicklung im Leben.
- 5:13So so, so sollte es sein, dass man sich irgendwie immer mal
- 5:17reflektiert, immer mal schaut, irgendwie, wo kann ich mich
- 5:20weiterentwickeln oder gibt es etwas, was ich einfach verändern
- 5:24möchte an mir und Verhaltensweisen und so und ja,
- 5:29das ist passiert und da bin ich auch sehr dankbar darüber, weil
- 5:33manchmal ja im im Alltag, wenn du einfach so vor dich
- 5:37hindümpelst, dann wirst du da nicht unbedingt.
- 5:40So gefordert, irgendwie da mal genauer hinzugucken.
- 5:46Du warst ja sehr lange Koch. Ja, du hast sehr lange gekocht,
- 5:50ich würd so n bisschen gerne Richtung Richtung Genuss gehen,
- 5:54spielt, spielt Essen für dich heutzutage noch ne noch ne große
- 5:58herausgenommene Rolle? Also Essen mag ich sehr gerne
- 6:02und ich bin auch weiterhin neugierig, Neues zu probieren.
- 6:06Und es ist ja auch irgendwie in diesen Jahrzehnten, in denen ich
- 6:11lebe, auch essenstechnisch viel Neues entstanden und das sind
- 6:15alles Dinge für mich auch gewesen, wo ich auch dann
- 6:19hingeschaut habe und. Es probiert habe und Genuss ist
- 6:23das für mich und Genuss eben halt nicht nur das, was auf dem
- 6:27Teller ist, sondern auch das ganze Drumherum.
- 6:30Ich finde das ist so, also ist nicht jedes Mal so ein Event,
- 6:33aber ich liebe das wenn wenn wenn nicht nur das gut ist was
- 6:38auf dem Teller ist. Das ist natürlich, wenn du so
- 6:41willst die Hauptsache, aber ich mag auch wenn das Drumherum so
- 6:45stimmt und auch Schönheit ist natürlich.
- 6:48Ist es auch. Also das wie gesagt, das kann
- 6:52elegant sein mit allem, dass das Messer richtig und die Gabel
- 6:55richtig liebt und ne Stoffserviette.
- 6:58Aber und genauso ist es etwas für mich, was wunderschön ist,
- 7:03wenn ich mit Freunden oder mit jemand irgendwie in in so einem
- 7:09Picknickkorb irgendwie am Meer sitze oder und und n Stückchen
- 7:14Brot nur habe und n bisschen. Butter oder Käse und dann, na
- 7:21ja, manchmal auch n kleines Gläschen Rotwein, weil ich sonst
- 7:25eigentlich keinen Alkohol trinke.
- 7:26Aber dann passt das und rundet das Ganze ab.
- 7:28Also das kann elegant sein und kann auch ganz einfach sein.
- 7:32Weil beides sind kraftvolle Situationen.
- 7:35Hast du, hast du große Freude, Anordnung und.
- 7:38Struktur? Ja, weil.
- 7:39Für mich ist das so. Ach, das ist immer, weißt du,
- 7:42das ist ja die Gefahr, immer, wann kippt das oder so wann,
- 7:45wann ist das nervig, aber für. Für mich ist das Struktur.
- 7:48Ich habe dann Platz, also meine Gedanken und das, was ich in mir
- 7:52habe, das braucht Freiraum, das braucht also eine gewisse
- 7:56Ordnung da, das gibt mir irgendwie so ein Rahmen, und
- 8:02dann bin ich nicht abgelenkt durch irgendwelche Dinge, die
- 8:06irgendwie so meinen inneren Fluss mit meinem Gedanken oder
- 8:11so stören, und da ist das ganz hilfreich, also eine Ordnung zu
- 8:15haben, ja. Also ich rücke, ich geh, ich
- 8:17haue nicht. Den Knick in den Kissen oder
- 8:19irgendwie lege den Kugelschreiber irgendwie in eine
- 8:23bestimmte Richtung oder so. Aber aber das tolle dabei ist,
- 8:30das ist mein Alltag ja so, wenn ich so für mich verantwortlich
- 8:34bin, aber wenn ich mit Menschen zusammen bin, wenn ich Besuch
- 8:38habe, auch in meiner Wohnung und Freunde da sind und die
- 8:41nächtigen und so, dann kann ich wirklich entspannt.
- 8:44Fünfe gerade sein lassen, dann interessiert mich das nicht.
- 8:48Dann weiß ich irgendwie, die sind nach einer Woche weg oder?
- 8:50Und dann kann ich das alles wieder so machen, wie ich das
- 8:53will, aber dann würde ich nie nervig sein.
- 8:56So, dann dürfen sie, dann dürfen sie den Wasserstrahl so hart
- 8:59machen, dass das irgendwie gegen den Spiegel spritzt und ich
- 9:02denke meine Güte, was ist das denn jetzt?
- 9:04Nein, das ist das Schöne, das finde ich gut an mir, dass ich
- 9:08mich in diese unterschiedlichen Situationen begebe und nicht
- 9:12zwanghaft das Versuche fortzuführen, was ich.
- 9:14Sonst alleine machen. Da wären wir wieder bei der
- 9:16Gelassenheit. Ja ne, ich hab das auch n
- 9:19bisschen dahingehend gefragt, weil Club ist ja wuselig ne,
- 9:24also wenn du in den Club Reingehst die Menschen machen
- 9:26alle ganz viel. Irgend ganz wuselig das ist.
- 9:28Überall, überall wuselt was rum. Das kannst du aber dann auch
- 9:32genießen. Auf der anderen Seite.
- 9:33Ich, ich laufe da als entspannter älterer Herr durch.
- 9:38Und registriere das letztendlich.
- 9:40Aber es erreicht mich nicht, aber wiederum ist erzeugt es
- 9:44eine Atmosphäre, die ich auch gern habe und die, in die ich
- 9:49dann auch Eintauche mit den Leuten.
- 9:52Ja, und manchmal gibt es so Situationen nicht in in den
- 9:57Berliner Clubs, manchmal auch ja, OK, aber wo die Leute kommen
- 10:00und wollen was wissen und so, und dann sag ich da höflich OK,
- 10:05aber lass uns doch jetzt tanzen, ich bin eigentlich hier um.
- 10:08Mit euch irgendwie diesen Ort und diese Musik zu feiern.
- 10:11Und aber das mach ich sehr, sehr höflich und verspreche ihnen
- 10:19nachher irgendwie das vielleicht noch mal zu thematisieren oder
- 10:23ihre Frage zu beantworten und so, weil ich möchte ich.
- 10:27Weiß, dass ich auffalle, aber ich möchte nicht auffallen.
- 10:30Aber das ist natürlich nur n Wunsch und dass.
- 10:34Ja, ich möchte dann eintauchen. Ich möchte einer von allen sein.
- 10:38Das heißt ja an der Stelle auch, dass du schon so n bisschen auch
- 10:40dann im Club Kontext um deinen Platz n bisschen ringen musst.
- 10:45Ne? Oder nicht unbedingt ringen,
- 10:47nicht mehr ringen, sondern ich nehme mir ihn und ich, ich muss
- 10:51mich dann nicht mehr so anstrengen, ja.
- 10:55Du bist seit 1968 in Berlin. Ja, ja, das heißt, du hast ja
- 11:01so, du hast ja. Gibt es gibt keine nicht
- 11:03spannende Phase in den Ethistern ja, aber warum Clubkultur erst
- 11:10so Mitte der 2000 Zehner und nicht schon vorher?
- 11:14Na ja, ich meine Feiern tut. Man ja immer ganz gerne als
- 11:17junger Mensch, nur in meiner Zeit sah das auch etwas anders
- 11:21aus. Da gab es viele private Feten
- 11:25oder dann kam die Disco, wie sie denn hieß und.
- 11:28Und das waren so Partys. Aber ich hatte ja auch im
- 11:31Berufsleben, und ich habe auch sehr früh geheiratet, ich hab
- 11:34mit 24 geheiratet und dann war Familie dran, trotzdem ich dann
- 11:39in der Familie. Mit meiner Frau nicht so in so n
- 11:43absolutes Familienleben eingetaucht bin, so dass alles
- 11:48was da draußen passierte im im Leben irgendwie uns nicht mehr
- 11:52erreicht hat oder so. Wir haben auch noch weiter Party
- 11:55gemacht, aber auch dann schon wieder auf so einer Ebene.
- 11:59Na ja, die Kinder waren da, dann hat man die Kinder mitgenommen
- 12:02und dann haben alle da auf dem Berg von Mänteln geschlafen, die
- 12:06Kinder da. Da gab es irgendwie noch nicht
- 12:09so die Einstellung. Das war die 8 und 60er, da war
- 12:13irgendwie sowieso alles in Bewegung und auch
- 12:17erziehungsmäßig. Also ich habe auch diese
- 12:21bücherverschuldung Theorie und Praxis der antiautoritären
- 12:25Erziehung Summerhil und weiß ich und wollte, da ich auch in so
- 12:29einem rigiden, irgendwie strengen Elternhaus groß
- 12:32geworden bin, das auch alles ganz anders machen.
- 12:35Ja, also wir haben durchaus dann Liebe.
- 12:37Voll neben unserer Tochter gestanden, wenn sie ihren
- 12:40Wutanfall auf der auf der Straße gekriegt hatten und haben
- 12:43gewartet, bis das vorbei war. Ja, ohne irgendwie dann drauf zu
- 12:47gucken, wenn Leute sagen, was ist denn da für ein Kind und wer
- 12:50könnte da nicht mehr eingreifen so.
- 12:53Aber OK, also das war schon auch ne ne wilde Zeit.
- 12:58Aber wie gesagt, dieses Feiern in den Clubs, das war eher so n
- 13:02bisschen nebenbei ja und war nicht so das.
- 13:06Ist erst alles spät gekommen und heute weiß ich alles, hat seine
- 13:10Zeit und es waren andere Dinge dran.
- 13:12Und ja, ich meine besser zu spät als nie oder keine Ahnung, es
- 13:17war ist alles wunderbar, vielleicht wäre ich auch viel
- 13:20kaputter. Heute, wenn ich so viel gefeiert
- 13:22hätte. Ja, kannst du gut Stopp sagen.
- 13:26Ja, das sag ich immer, auch vor allen Dingen immer ganz gerne,
- 13:29wenn ich richtig in so einem in so einem Highlight bin.
- 13:32Wenn ich in so einem hoch bin, dann hab ich auch das Gefühl,
- 13:35ich tu mir einen gefallen, wenn ich jetzt aufhöre, wenn ich
- 13:39jetzt aufhöre, genau in in dem Moment, wo es fast explodiert in
- 13:44mir, also nicht abrupt, aber durchaus nicht so, oh, das ist
- 13:48so schön, mach ich noch 2 Stunden länger oder keine
- 13:50Ahnung, sondern ich denke, hey, das war jetzt so klassisch.
- 13:53Mit diesem Gefühl kannst du wunderbar nach Hause segeln.
- 13:57Ne gibt es, dann produzierst du Hangover dann wenn du so akkurat
- 14:00bist an der Stelle, also produzierst du Hangover oder
- 14:04hast du Hangover oder kommst du mit dieser dieser Taktik
- 14:08sozusagen? Das läuft ganz gut, weil genau
- 14:10das im Vordergrund steht, weil ich auch erfahren habe, dass das
- 14:14eigentlich der Schönste nicht so rausreißen.
- 14:17Aber wenn, wenn das vorbei ist, nicht noch mal denken, Oh, jetzt
- 14:21machen wir noch mal von vorne und jetzt geht es noch mal.
- 14:23War so toll und so denk ich nein, das ist jetzt schön, du
- 14:26warst schon irgendwie etliche Stunden hier und du hast dein
- 14:30Depot aufgefüllt und hast die anderen ausgesaugt mit weil ich
- 14:37ja immer mit viel Energie nach Hause gehe, ne, weil ich glaube
- 14:40meistens ist es umgekehrt, ich wollt.
- 14:42Gerade sagen also bei der Jungfrau ist es umgekehrt.
- 14:44Ich komme mit viel Energie. Und lasse aber auch die Energie.
- 14:47Aber gleichzeitig lädt sie sich wieder auf.
- 14:49Also das ist. Irgendwie.
- 14:50Es läuft so alles ineinander, ja.
- 14:53Verstehe du hattest im Vorfeld erzählt, dass du bei einem
- 14:56Festival warst. Ja, Kitzbühel ja war das, das
- 15:01ist ja dann noch mal anderes Setting, elektronische Musik.
- 15:04Aber ja, aber das ist nicht der harte, aber das ist so n
- 15:08bisschen hausig. Ne.
- 15:09Und das ist sowieso das, was mir also mehr liegt, also diese
- 15:14hausige Musik, ja, als wie dieses, dieses harte Techno.
- 15:19Das geht manchmal auch, weil manchmal, wenn mehrere Danceflos
- 15:21sind, gibt es auch mal da, wo ich sonst immer bin, irgendwie.
- 15:24Ach na ja, ist es nicht so meins und dann tauche ich den auch
- 15:27schon mal ab und mache mal ne kleine Session irgendwie
- 15:30hardcore und dann ist es aber nicht so wirklich wie das
- 15:36andere, was mich so erfüllt, weil es ne Geschichte erzählt,
- 15:40weil es sich aufbaut und irgendwie ekstatischer wird.
- 15:44Das ist dann mir lieber dies hausige und deshalb war die.
- 15:49Diese Musik irgendwie dort, jetzt in den Bergen in
- 15:53Kitzbühel, irgendwie genau richtig, das war, war ja
- 15:57manchmal, hab ich auch gedacht, ja, da gab es auch mal so n
- 16:00Moment, wo ich gedacht hab, wo bin ich denn jetzt hier oder
- 16:03sowas, ja, das ist ja was für ältere Leute oder so irgendwie
- 16:06für n Tanztee aber wirklich nur so ansatzweise.
- 16:09Und dann gucke ich mich aber immer um und denke, hey, die
- 16:11haben alle Spaß, die sind irgendwie voll dabei.
- 16:14Nur weil du jetzt nicht den Zugang findest, musst du nicht
- 16:17glauben irgendwie, dass das. Es nicht gut ist oder so was.
- 16:20Ja, ich bin da immer großzügig, weil ich ich bin zwar mein
- 16:24Maßstab, mein eigener, aber nicht der Maßstab aller ja oder
- 16:28aller Dinge und deshalb ja ist das alles OK.
- 16:33Aber bei einem Tanztee könntest du dich auch.
- 16:35Vergnügen. Ich kann ja, das ist immer das
- 16:38Schöne. Die Zeiten, weil ich bin ja
- 16:41irgendwie gereift in den Jahren wie als Jugendlicher, dann ist
- 16:45dir ja vieles so peinlich. Und nee, das ist überhaupt
- 16:48nichts, ich weiß nur immer, wenn ich eingeschlossen bin, in, mit,
- 16:52mit, in in. In so einer Situation, da mache
- 16:55ich sie mit. Verstehst du, da breche ich mir
- 16:56überhaupt nichts ab. Und egal, ob ich zum hart, zum
- 17:00Rockkonzert gehe und weil ich da mitgenommen werde, und dann
- 17:05finde ich das so wunderbar. Den inneren Widerstand
- 17:09aufzugeben oder so und dann einzutauchen.
- 17:13Und dann entdecke ich auch in dieser Musik, die man sonst
- 17:16nicht liebt, etwas, was mich berührt.
- 17:19Ja, und das finde ich auch spannend, auch da neue Dinge zu
- 17:23entdecken oder zum Jazzkonzert oder in in die Oper und dieses
- 17:27Techno und Haus ist ja eigentlich nur für mich so im
- 17:31Alltag, wenn ich also tanzen gehe, also ich kann nicht
- 17:34woanders so frei und ekstatisch nach.
- 17:38Tanzen wie beim Weil. Wie beim Hausmusik und Techno,
- 17:41weil alle anderen tanzt, die da haben so Schrittfolgen, die die
- 17:45haben ein Gerüst, und das ist beim Techno und beim Hausmusik
- 17:50nicht so OK, das finde ich angenehm.
- 17:52Also so so Standards wären jetzt, waren jetzt dann
- 17:55entsprechend noch nie so dein Interesse, also so
- 17:57standardtänzer. Nein, nicht.
- 17:59Und ich ich. Ich habe auch in der Musik
- 18:05früher immer etwas. Anderes, wie, wie, wie, wie die
- 18:11Masse, der ich fand mich immer draußen vor, vor irgendwelchen
- 18:15Gruppen, und das ist heute noch so, dass ich irgendwie es nicht
- 18:19mag, wenn wenn man so in einer Blase eintaucht, wenn man so
- 18:23unter sich ist und wo irgendwie alles gleich ist oder sowas, und
- 18:29das mag ich nicht so sehr und aber oder massenveranstaltung,
- 18:35aber beim Techno? Mach ich ne Ausnahme bei der
- 18:38Musik? Also da weiß ich aber bis auf
- 18:42wenige Ausnahmen bin ich immer n bisschen am Rand ich aber wenn
- 18:47wenn ich merke, da gibt es so Lücken oder so, dann traurig
- 18:50dann nicht traurig, sondern dann gehe ich hinein, weil ich möchte
- 18:54nicht irgendwie so. So eingezwängt, dass ich mich
- 18:58nicht bewegen kann. Ich brauche also auch Platz, um
- 19:01irgendwie meine die Musik in Bewegung umzusetzen, ja.
- 19:06Ich mag jetzt mal ne steile These, aber das große
- 19:09Versprechen von Techno und Clubkultur ist ja, du kannst in
- 19:13Gemeinschaft sein. Aber du bist, du drückst dich
- 19:15individuell aus. Ja, das ist auch etwas, was ich
- 19:19wirklich sehr schnell begriffen habe.
- 19:22Ich bin auch mit diesem Gedanken in die Szene gegangen und hab.
- 19:25Gesagt, da sind sie ganz irgendwie introvertiert und in
- 19:28sich, und keiner nimmt den anderen wahr, weil sie dann in
- 19:31Trance ihr Ding machen und so. Es war ganz anders.
- 19:35Also ich erstmal. So wurde ich begrüßt, ohne dass
- 19:39mich da am Anfang Leute kannten. Und die haben ich habe auch
- 19:43gedacht. Ich hätte diese Schere im Kopf,
- 19:46dass wenn ich da auftauche, dass die Leute dann sagen und dann
- 19:50merk ich immer dieses, was die Leute sagen, dass das so n
- 19:53Relikt so n Überbleibsel aus der Kindheit ist, ja, wo die Eltern
- 19:57mich mit immer diszipliniert haben.
- 20:01Und dann hab ich aber gedacht, ja, wenn ich da auftauche, dann
- 20:04sagen die, was will denn der alte hier, der kriegt gleich n
- 20:06herzkasper und dann ist unsere Party zu Ende.
- 20:10Aber das hat keiner gesagt und dann hat nur irgendwie hörte
- 20:15ich, dass man gesagt hat. Schön, dass du da bist und mit
- 20:18uns. Feierst?
- 20:19Ja, und? Dann hab ich ganz schnell.
- 20:22Ich habe Verwunderung immer, das ist auch so so so ne Beobachtung
- 20:27die ich immer wieder gemacht habe, dass denn der eine oder
- 20:30andere mal zu mir kam und sagte, ich weiß, das ist unhöflich.
- 20:34Aber wie alt? Bist du denn?
- 20:36Und dann habe ich so meinen Alter genannt und das war mir
- 20:41das. Das war immer so ne besonders
- 20:43lustige Situation und dann habe ich noch diesen Moment auch
- 20:47beobachtet weiterhin, wenn er zu seinen Freunden.
- 20:49Gegangen ist zu der Gruppe und dann haben die.
- 20:52Die ihn wollen ne irgendwie wahrscheinlich haben sich schon
- 20:55drüber unterhalten wie alt er soll sein mag und dann haben hat
- 20:59der denn mein Alter genannt und dann ging so die Köpfe rum und
- 21:03das fand ich irgendwie total heiß.
- 21:06Ja irgendwie dieses erstaunte irgendwie Gesicht ja das das
- 21:12fand ich schon. Bist du jemand, der auch.
- 21:15So so feine Sensoren hat für die Umgebung die.
- 21:19Die ich sehe alles im Leben immer ich bin.
- 21:22Ich hab immer alle Antennen ausgefahren und deshalb kommen
- 21:25auch so viele Dinge zu mir. Ja ich also ich hab manchmal das
- 21:30Gefühl, dass die Menschen es verlernt haben, detailliert zu
- 21:34sehen oder in in die Tiefe zu gehen beim sehen.
- 21:38Und also ich bin, daher hole ich auch meine ganzen Anregungen für
- 21:43die Gedanken, die ich so mitteile und worüber ich
- 21:47schreibe bei Instagram. Und das ist etwas, was mich
- 21:54speist und was mich auch lebendig hält, also das zu
- 21:57beobachten und. Nicht nur zu beobachten, sondern
- 22:00es auch zu fühlen. Also das ist für mich immer das.
- 22:05Intensivste, wenn ich Sachen nicht nur sehe, sondern sie auch
- 22:09fühle. Wieviel Stunden verbringst du
- 22:11mit Social Media am Tag? Zu viel.
- 22:14Ja, weil das ist ja auch finde ich ne ne spannende Schere die,
- 22:18die wir mittlerweile als Gesellschaft lernen
- 22:20wahrzunehmen. Es ist n extrem kreatives Feld
- 22:23oder es kann n extrem kreatives Feld sein, aber gleichzeitig ist
- 22:27es auch. Kann es auch n extrem
- 22:29einschränkendes Feld sein, ja. Ja, aber ich bin auch so, wie
- 22:34ich da vorhin gesagt habe, wenn ich in einer Situation auf der
- 22:37Tanzfläche bin und sage Schluss, ich geh nach Hause und ich
- 22:40beobachte, ich sehe ja, was ich da mache, ja und sage.
- 22:44Hey, Alter. Du bist jetzt n bisschen über
- 22:47der Zeit, leg es weg und mit dem, wo ich das sage, tue ich
- 22:50das auch ne letztendlich. Also ich beobachte mich auch da
- 22:54und denke das ist too much und wenn das blöde Facebook oder so
- 22:57mir immer mitteilt irgendwie was ich und.
- 23:00Wo wie lange ich war oder mir sagt, du hast diese Woche oder
- 23:05weniger als sonst in den denk ich, das will ich jetzt nicht
- 23:09sagen. Was ich dann sage so aber.
- 23:11Das beobachte ich an mir, ne. Ja, und reagiere auch davon und
- 23:18mache das ohne Schwierigkeiten. Ich sage so morgen irgendwie
- 23:22nicht oder irgendwie eingeschränkt oder so, aber ich
- 23:25hab ja auch immer so viele Ideen, auch Gedanken, weil ich
- 23:29ich, wenn ich was poste oder so, dann poste ich ja nicht nur n
- 23:33Bild guck mal ich bin hier oder keine Ahnung und weiß ich was
- 23:37sondern ich habe einen Gedanken, ich habe etwas wo ich drüber mit
- 23:43den Leuten reden möchte, ja. Ja und?
- 23:46Ausführlichkeit ja, also das ist so das, was man, was man
- 23:49ziemlich schnell wahrnimmt, dass du dich gerne auch mal einem
- 23:52Thema widmest und dann ne gewisse Ausführlichkeit mit sich
- 23:55bringst. So ne, also auch dieses Form von
- 23:57Zufriedenheit, die Art der Kommunikation, die Art
- 23:59miteinander zusammen zu sein, das sind ja Themen, die bei dir
- 24:01auch immer wieder auftauchen. Ne ja, aber weil das meine
- 24:03eigenen Themen sind, weil ich das im Alltag merke.
- 24:06Ich rede nur über diese Dinge. Die ich selber lebe, erlebe und
- 24:11die mich beschäftigen. Ich nehme nicht irgendein Thema
- 24:15auf, was gerade so ist. Das einzige, wo ich mich auch
- 24:19mal so geäußert habe, so diese, diese ganze Hyperventilation der
- 24:23Leute bei bestimmten Themen und so um denen.
- 24:26Zu sagen, Hallo Leute, kommt mal ein bisschen runter, ja und
- 24:31lasst es erst mal sacken, denkt erst mal darüber nach, bevor ihr
- 24:35gleich alles raus. Spuckt und irgendwie den Leuten
- 24:40vor, die vor die Füße haut und so und eben halt auch irgendwie
- 24:45den Leuten. Also wenn wenn ich zu einem
- 24:48Thema was. Was ich ja auch auch mal zum Mal
- 24:51zum Thema mache, dieses. Wie man sich angiftet, wie man
- 24:55sich wirklich, wie man unter die Gürtellinie haut, wie man, wie
- 24:59geht, man mit Menschen im Netz um und so, das ist für mich auch
- 25:02immer ein Thema, das auch zu thematisieren, was man im
- 25:06wirklichen Leben von Angesicht zu Angesicht wahrscheinlich nie
- 25:10den Leuten so sagen würde. Und wenn ich meine, wenn ich
- 25:13nichts Gutes zu sagen habe oder etwas, was auch eine Diskussion
- 25:18vielleicht. Irgendwie erweitert oder
- 25:20befruchtet. Dann halt ich lieber meinen
- 25:22Mund, als wenn ich den anderen in irgendeiner Weise weiß ich,
- 25:26was irgendwie niedermache und ihm irgendwelche Kompetenzen
- 25:30abspreche oder dass er blöd ist oder keine Ahnung, nur.
- 25:34Weil ich es anders sehe. Und das ist auch etwas, was die
- 25:38Leute verdammt lernen müssen, auszuhalten, dass der andere
- 25:41einen anderen Blick hat und dass man auch darüber sprechen kann
- 25:45und man sich auch verabschieden kann ohne.
- 25:48Irgendwie den. Dann auf meine Sichtweise zu
- 25:51bringen und so, weil es gibt viele Blickachsen, viele
- 25:54Sichtweisen und so und die müssen mir überhaupt nicht
- 25:58gefallen. Aber ich kann sagen, das ist
- 26:01nicht so meins, das kann ich nicht jedenfalls, aber ich
- 26:03verstehe dich, oder es ich, ich möchte es wissen, warum es so.
- 26:07Ist bist du, dann siehst du dich in der Form auch so ein bisschen
- 26:10als jemand, der. Erfahrung oder dir ein bisschen
- 26:13Erziehung mitgibt, wenn du, wenn du wenn das.
- 26:15Ist keine Erziehung, ich, ich. Ich versuche immer genau das zu
- 26:18machen, nicht den erhobenen Zeigefinger, weil das ist etwas,
- 26:22was ich auch selber nicht nicht mag und so und nein, aber sie
- 26:27Leute mal darauf hinweisen, was passiert da eigentlich, was
- 26:31machen wir eigentlich miteinander, ja letztendlich und
- 26:34ich gebe nicht irgendwie vor, wie wie man zu sein hat oder so
- 26:38was, aber einfach auch das. Anzuerkennen, wo wir doch alle
- 26:42über Vielfalt und vielen Möglichkeiten reden, dann hat
- 26:47das zum Donnerwetter auch in allen Bereichen stattzufinden,
- 26:50nicht nur das, was ich mag. Ja, wobei auf der anderen Seite
- 26:55ja, die finde ich auch ziemlich in der Presse, dass so ein oder
- 27:00auch gesellschaftlich so ein Standard auch so ein bisschen
- 27:02ist. Man ist eine öffentliche Person
- 27:04und damit muss man zum Beispiel aushalten, dass man eine
- 27:06Angriffsfläche bietet. Wobei das eine ja nicht
- 27:09zwangsläufig mit dem anderen zu sagen.
- 27:10Nee, man kann den kritisieren, aber den muss ich ja nicht, nur
- 27:13weil er in der Öffentlichkeit ist.
- 27:14Beschimpfen oder irgendwie zu sagen, weißt du, du laberst nur
- 27:18das, das ist eben halt meine, also das ist die Sicht vom
- 27:21anderen, wenn der denkt der labert irgendwie n anderer würde
- 27:24bestimmt sagen, nein, ich finde das total richtig und den
- 27:27anderen wirklich auch mal aus seinem, Aus seiner Sicht fällt
- 27:30und sagt, vielleicht hat redet der andere auch n Stückchen von
- 27:34mir irgendwie von meinen Gedanken was ich einfach nur n
- 27:37bisschen. Bisschen vergessen habe oder so
- 27:39oder was mir auch näher eigentlich kommt oder so.
- 27:43Und das das ist etwas, was die Menschen jedenfalls im Netz oft
- 27:49vergessen. Aber musstest du lernen, damit
- 27:50auch umzugehen, also auch zu sehen, dass wenn du Sachen
- 27:53präsentierst, du Sachen zeigst, du für ne gewisse Sache stehst,
- 27:57dass da in der Art der Formulierung und in der Art des
- 28:00Antwortens oder Reagierens auf dich n Ton angeschlagen wird,
- 28:04der inakzeptabel ist. Also es passiert schon mal, aber
- 28:08ganz, ganz selten. Deshalb kann ich das noch nicht
- 28:10mal thematisieren als Problem ich, ich beobachte nur eben halt
- 28:14auch andere Themen und deshalb ist da so die Feststellung und
- 28:19es lässt mich dann mal dieses Thema aufnehmen und dann erfahre
- 28:23ich auch. Sehr viel Zustimmung, aber ich
- 28:26mache das nicht, um Zustimmung zu erfahren.
- 28:28Sondern ich erzähle eben halt von mir und und sage, dass das
- 28:32auch, dass das meine Sicht der Dinge ist, aber eben halt nicht
- 28:36allgemeingültig. Das ist nicht für die anderen
- 28:39so, aber jeder. Hat ja seinen eigenen Blick und
- 28:41ich möchte auch verdammt noch mal nicht mit Leuten, nur mich
- 28:46irgendwie umgeben, die mich bestätigen und die irgendwie
- 28:50genauso ticken und es genauso sehen.
- 28:52Da kann ich nicht wachsen. Mhm.
- 28:55Und es würden dann viele Menschen wie du aussehen, was
- 28:58deine fantastische Stilistik betrifft.
- 29:01Ja, ich. Aber ich bin auch immer so
- 29:04gewesen, auch als jüngerer Mensch.
- 29:06Ja, Gott sei Dank gab es noch nicht irgendwie diese, dass man
- 29:11alles fotografieren konnte. Also ich hab manchmal sicherlich
- 29:14auch daneben gelegen mit meinem Outfit und so, aber ich habe
- 29:18immer auch Kleidung für mich schon als junger Mensch.
- 29:21Ich wusste, ich bin nicht so wie die anderen, also das hab ich so
- 29:24gemerkt. Ich habe andere Gedanken
- 29:26irgendwie und weiß ich was und ich kann ja auch nicht so
- 29:30angezogen sein, also wenn ich irgendwie nur.
- 29:34Ich davon lebe irgendwie, wenn der was an hat.
- 29:36Ach, das ist auch was für mich, das weiß ich ja gar nicht.
- 29:39Ja, ich kann mich inspirieren lassen und denken, aber ich muss
- 29:42irgendwie auch bei Kleidung etwas finden, wo ich denke, das
- 29:45ist stimmig für mich und Kleidung war für mich auch immer
- 29:48so der Rahmen meiner Persönlichkeit.
- 29:51Ja, Mode hat mich nicht interessiert, aber Kleidung als
- 29:54Ausdruck, wer bin ich so und wenn Leute sagen, es
- 29:57interessiert mich überhaupt nicht, dann sag ich doch, das
- 30:00interessiert dich schon, weil das was du anhast, da sendest du
- 30:03ja auch. Auch eine Botschaft nehmen, ob
- 30:05du das willst oder nicht. Ja, und deshalb glaube ich da
- 30:10nicht dran, wenn einer sagt, irgendwie ist mir egal.
- 30:12Spannend. Du machst einen Unterschied
- 30:14zwischen Kleidung und Mode. Ja, weil Kleidung ist das, was
- 30:18mich kleidet, also was, was meine Hülle ist.
- 30:21Ja, das ist meine Hülle und Mode wechselt immer, aber wenn du
- 30:24irgendwie Kleidung gefunden hast, dann begleitet dich das
- 30:28irgendwie so durchs Leben in kleinen Abwandlungen, dann kann
- 30:30da draußen was propagiert werden, was dich überhaupt nicht
- 30:35irgendwie erreicht und aber du trotzdem einen Style hast und
- 30:40einen Stil, der irgendwie. Zeitlos ist und der irgendwie
- 30:44alles überdauert oder so ziemlich alles überdauert.
- 30:47Ja, vielleicht auch mal so ne und oder wenn oder Frage, Club
- 30:56oder Festival wo? Würdest du sagen, nein, ich
- 30:59würde das nicht aussagen? Beides.
- 31:01OK, ja gibt es n Unterschied gibt gibt es n Unterschied in
- 31:04der Art und Weise wo du sagen würdest da ist was.
- 31:06Bei einem Festival gibt es Sachen die die berühren dich
- 31:11anders. Ja, da da, da sind die Leute
- 31:14anders gemischt bei so einem Festival und in so einem Club,
- 31:18egal in welchem Club Duck ist, hat alles irgendwie sein
- 31:21Publikum. Ja und ich merke das auch.
- 31:23Ja, wer? Wo ist es n bisschen Hippie,
- 31:25mäßiger, wo n bisschen alternativer, wo n bisschen
- 31:28schräger und irgendwie hardcore oder weiß ich was oder sehr viel
- 31:35bunte? Andere Leute, die ich sonst
- 31:38woanders nicht sehe, ja, weil das ist schon zu spüren.
- 31:43Und beim Festival gehe ich immer davon aus, dass es draußen ist
- 31:46eigentlich, es hat ne andere Atmosphäre, es hat ne andere
- 31:49Stimmung und ich mag das und ich mag das auch, wie jetzt das
- 31:52Festival, wo ich war. Und wo ich auch immer hingehe,
- 31:55und das ist im im Mai wieder dran, da ist das das
- 32:00Springfestival in Graz. Ja, es klingt erstmal sehr
- 32:03gemütlich. Ja und aber?
- 32:06Genau wie hier bei dem Festival in Kitzbühel.
- 32:09Das findet in der Stadt statt, man findet in Clubs statt, aber
- 32:13auch es ist irgendwie sichtbar in in der Stadt, sodass die
- 32:17Bevölkerung irgendwie das sieht, was da so passiert, das ist eine
- 32:21ganz andere Atmosphäre, da sind ganz andere Leute, die
- 32:24vielleicht so in einen Club nicht reingehen würden oder
- 32:27reinkämen oder keine Ahnung, ja die haben i Ticket gekauft,
- 32:32quasi für dieses Festival und können da sein und das finde ich
- 32:35auch spannend. In Graz diese das Ausgehviertel
- 32:40nennt man ja auch Bermudadreieck.
- 32:42Ja, das ist im Lendviertel da ne im.
- 32:45Ja genau. Genau du so n, also so n
- 32:47Festival in der Stadt lädt ja auch immer so schön dazu ein.
- 32:49Man hat, man nimmt leben wahr, also man nimmt sozusagen Teil
- 32:54der der des Alltages in der Stadt wahr und gleichzeitig aber
- 32:57auch dieses spezielle Gefühl was da ist, wenn ne Veranstaltung da
- 33:02ist. Ja, es ist schön, also ich, ich
- 33:05mag das und und diese Location, wo es dann stattfindet, sind
- 33:09auch irgendwie so anders, als wieso in Berlin, so weiß ich
- 33:14nicht aufgeräumter, aber nicht weniger, ja Feier nicht weniger
- 33:20feierwütige und. Menschen sind da, und das ist
- 33:24das Tolle. Und das sag ich manchmal auch
- 33:26wenn die Berliner da, ah, das ist überhaupt alles nur geil
- 33:28hier in der Stadt und denk ich immer, nein, die Leute können
- 33:31überall feiern, ob das denn deins ist, ist das was anderes,
- 33:35aber schau in die Augen, schau, schau zu den Menschen und die
- 33:39siehst du, die haben einfach Spaß und Freude.
- 33:41Ja, das ist vielleicht nicht deine Freude, aber das zählt.
- 33:45Und da muss ich eher sagen, was ist mit mir eigentlich, dass ich
- 33:48nicht diesen Zugang irgendwie schaffe, da einzutauchen, oder?
- 33:53Es genauso gut finde, weil sie tanzen auch nach toller Musik.
- 33:58Bist du gerne am Reisen oder reist du gerne reisen?
- 34:01Ja, ich, also ich bin gerne zu Hause und ich reise gerne, aber
- 34:07das Reisen ist doch auch so schön.
- 34:08Man lernt andere Orte kennen, man lernt andere Menschen
- 34:12kennen, man lernt irgendwie andere Gepflogenheiten kennen
- 34:16und so weiter ich finde, dass. Das bringt einen weiter auch und
- 34:20es er weitet den Horizont. Es ist einfach egal in welcher
- 34:25Richtung. Ich, ich frag das auch n
- 34:26bisschen, weil Berlin hat ja. Aus meiner Sicht auch die
- 34:29Schönheit, dass es so dezentral ist.
- 34:31Man kann ja auch in der Stadt reisen und man sieht ja sehr
- 34:34viele andere Dinge. Das mach ich gerne auch.
- 34:36In der Stadt ja ne. Also ich bin ich bin ich möchte
- 34:40mich gerne würde ich mich mit den Leuten in meinem Alter oder
- 34:43jünger unterhalten, die so sehr neugierig sind, dass sie die
- 34:46anderen Bezirke auch erkunden und sowas.
- 34:49Ja und das mach ich gerne, weil und ich ja ich ich ich
- 34:54interesse, ich will nicht irgendwie schmoren, ich will
- 34:57wissen. Wie es in Neukölln in
- 35:00irgendeiner Ecke aussieht oder in Spandau oder in Frohnau oder
- 35:05weiß ich was und die Stadt ist ja eh so vielfältig und ist
- 35:08alles etwas, wo ich wieder mit mit Dingen zurückkomme, wo ich
- 35:14denke, wow, das hab ich ja überhaupt nicht gewusst und das
- 35:16hab ich ja nicht gekannt, das ist überhaupt das Schönste, wenn
- 35:19man neugierig bleibt, wenn man auch neugierig ist.
- 35:23Ja, und auch das war früher. Wie Negativbesetzt da hieß es
- 35:28immer, wenn du als Kind sei nicht so neugierig, kümmer dich
- 35:31nicht dadrum ja doch, Neugierde muss man mit durchs Leben
- 35:34nehmen, das ist so ein Ansporn. Und diese Form der Generation
- 35:38ist noch nicht so lange her. Ne.
- 35:39Ja, diese Art und Weise des Umgangs mit wie entdecken wir
- 35:43die Welt? Nein, wir machen es erst mal
- 35:44begrenzt. Und wieviel man davon mitnimmt,
- 35:47da staune ich selbst. Ach ich im Alter ja, und denke
- 35:50verdammt noch mal, was sich das an eingeklebt hat, irgendwie, wo
- 35:55man dann manchmal denkt, Hallo, wo kommt das denn jetzt her, ja,
- 36:01und da muss man aufpassen, ja. Erinnerst du dich noch an
- 36:05deinen, sozusagen an den ersten Moment im Club, wo du gemerkt
- 36:09hast, OK, hier ist ne, hier passiert etwas mit mir selbst.
- 36:12Was ich vorher noch nicht kannte, so beim also beim
- 36:15Tanzen. Elektronische Musik, die Art des
- 36:17Clubs. Erinnerst du dich noch an diesen
- 36:18Moment? Also das im im es war das ist,
- 36:23deshalb muss ich das immer erwähnen, das war dieses
- 36:25magische Bergheim ja als wirklich auch dieser Moment und
- 36:29das. Passt auch in meine ganzen
- 36:31Überlegungen im Leben, weil alles ist zu mir gekommen, was
- 36:35zu mir kommen sollte, anscheinend und.
- 36:39Ich habe nie gesucht im Leben, sondern ich habe immer gefunden
- 36:44und ich stehe da auch wieder am am U Bahnhof glaub ich und da
- 36:50kommen 2 junge Mädchen an und sagen zu mir irgendwie hey du
- 36:53siehst ja cool aus, wo willst du denn hin ich wieder ich treff
- 36:56mich. Auf dem RRW Gelände, es war mal
- 36:58so ne Zeit von 1012 Jahren wo da das anfing irgendwie so die
- 37:03Szene da so n bisschen lockerer zu werden und.
- 37:07Ja, wir gehen jetzt ins Berghain.
- 37:09Willst du nicht mit? Und.
- 37:11Dann hab ich gesagt, Ey, da fragen die beiden jungen Mädchen
- 37:13mich älteren Herren, ob ich mit ins Berghain komme und habe
- 37:17sofort gesagt, ich wusste, ich kannte das Berghain, aber nur
- 37:20vom Hörensagen. Ich kannte den Tresor und all
- 37:22diese ganzen Läden, aber wie gesagt, ich hatte die Schere im
- 37:25Kopf, kannst du nicht hingehen irgendwie, dann bist du da
- 37:29auffällig. So, und dann bin ich
- 37:32mitgegangen. Und das war irgendwie eine
- 37:35Erweckung, irgendwie das unglaubliche.
- 37:37Ich hatte nie vergessen, das Gefühl im Bauch, bevor man da
- 37:40hoch geht und die, wo man den Bässe hört und dann wirklich,
- 37:43das ging wirklich so in meinem Bauch und dann hoch und dann
- 37:50einzutauchen und die beiden jungen Mädchen haben mich ihren
- 37:53Freunden vorgestellt und haben gesagt, hier, das ist der
- 37:55Günther, den haben wir gerade aufgelesen auf der Straße und.
- 38:00Ja, wirklich, die waren so liebevoll, die haben mir alles
- 38:03gezeigt, die Orte und weiß ich was und ja, und dann bin ich da
- 38:078 Stunden geblieben und habe mir die Seele aus dem Leib getanzt
- 38:11und habe gedacht, wie geil ist das denn und habe als ich dann.
- 38:17Nach Hause gehen, gedacht, ich wäre so wie ein Luftkissenboot
- 38:20schweben 10 Zentimeter über der Erde und habe gedacht, das will
- 38:24ich jetzt öfters haben, ich war total angefixt.
- 38:27Ich, ich wollt es gerade sagen, das ist so n da du beschreibst
- 38:30so n Moment der für mich auch so n klares Beispiel ist, wo ich
- 38:33nie ganz zusammen kriege, wie das zusammenpasst, dass du auf
- 38:36der einen Seite so n super individuelles Gefühl hast, aber
- 38:40auf der anderen Seite die die Menschen die ähnliche Situation
- 38:44so erzählen, wo? Und am Ende Gemeinschaft und
- 38:47Individualität Verschwelzen zu so einer wunderschönen Harmonie
- 38:51verschmelzen. Ja, weil in in dieser großen
- 38:53Masse gibt es ja auch immer 234 Hände voll, die genau deine
- 39:00verstehst du auch, die tanzen auch, aber die haben ne andere
- 39:02Schwingung auch und die erreicht dich ja und du bist dann
- 39:07irgendwie hast du auch ne Verbundenheit.
- 39:09Mit den Leuten. Ja, und dann hab ich gemerkt,
- 39:12wieviel Blicke rübergehen zu und wieviel Lächeln rübergeht und.
- 39:16Wieviel Interesse irgendwie auch so in in all diesen Begegnungen,
- 39:21diese Augenblicke ist. Und das hat mich auch gewundert
- 39:25und hat eigentlich alles weggefegt, was ich vorher immer
- 39:27gedacht hatte, wie es ablaufen würde oder wie es aussehen
- 39:31würde. Kennst du Räumer oder kannst du
- 39:34Räumer nennen, die für dich n ähnliches n ähnlichen Weib an
- 39:39Zufriedenheit herstellen können? Räume, das wäre Räume.
- 39:47Ein Naturraum würde das noch machen.
- 39:50Also wenn ich draußen bin, ich bin auch mal 2 Jahre ganz
- 39:52alleine in einem Häuschen am See gewesen, wo ich die Woche über
- 39:58keine Menschen gesehen hab irgendwie, ich hatte nur n
- 40:01Fahrrad, keinen Fernseher, ich war 2 Jahre dort so ziemlich
- 40:04alleine und habe das als. Als als starker Raum, als
- 40:10Gegenstück. Wenn ich das so sehe.
- 40:11Jetzt zu diesen Bereichen in den Clubs mit den ganzen Menschen
- 40:15und so, das war eine Stille, das war eine Reise, ein zu mir, ich
- 40:20habe mich nie oder genauso intensiv gefühlt wie in der
- 40:25Masse dort alleine und. Das ist auch, ja, das ist auch
- 40:30so n Raum, der ganz viele Gefühle und ganz viel Glück und
- 40:35Dankbarkeit und und und. Ja, auch Ekstase in der Stille
- 40:40bringt ja. Kannst du Sachen gut
- 40:41zurücklassen, ablegen und sagen, das hab ich erlebt, genossen,
- 40:45das war in Ordnung so. Loslassen das große Thema, das
- 40:48das Thema, das. Thema, was immer da ist, in in
- 40:53jedem, in jeder Lebensphase. Und manchmal gelingt es, aber
- 40:57ich bin immer dran, ob das Beziehungen sind, ob das Momente
- 41:01sind und weiß ich was alles ich finde, loslassen ist die Übung
- 41:05des Lebens, ne. Auch im Bezug zu Menschen.
- 41:08Auch zu Menschen. Wenn manchmal ist man eine
- 41:10Weile, es ist ja nichts weniger wert, wenn es für eine Zeit
- 41:15gewesen ist. Ja, es ist ja genauso intensiv,
- 41:18es bedeutet ja nicht nur immer, dass es wertvoll und gut ist,
- 41:22wenn es eine lange Zeit gedauert hat oder sowas, ja, dass es
- 41:25irgendwie sich so nur so zeigt, sondern selbst wenn Beziehungen
- 41:30eine intensive Beziehung, die nach irgendwie einem Jahr oder
- 41:34so es geht doch darum. Dass man es erlebt hat, dass man
- 41:38es gefühlt hat. Und dann spielt das überhaupt
- 41:41keine Rolle, dass es einen Wert hat, nur weil es kurz war.
- 41:46Also, aber das ist so etwas was, was auch ne ganz wichtige Lehre
- 41:53und n wichtiges Thema immer ist für mich ja auch in dieser
- 41:57Situation nicht von dem Festival zu sagen, schade, dass das zu
- 42:02Ende ist und. Dann aber eher zu sagen, Wow,
- 42:06was hab ich erlebt, wirklich dieses Gefühl, das ist das
- 42:10wichtige und nicht wie lange das ist.
- 42:13Ja und das ist auch ganz wichtig, dieses Loslassen, weil
- 42:18es dich wieder frei macht, deinen Kopf und deine Hände,
- 42:22damit du was Neues. Empfangen kannst.
- 42:25Mal so ne Gedanke, der mir gerade gekommen ist.
- 42:29Passt das auch so? N bisschen zu Berlin also, weil
- 42:31Berlin sich ja in den letzten Jahrzehnten andauernd gewandelt,
- 42:34umgewandelt hat. Irgendwie so dieses, dass man,
- 42:37wenn man hier lange wohnt, auch lernen muss, Sachen loszulassen,
- 42:42Vergänglichkeit zu akzeptieren. Weiß ich nicht ob es jetzt ne
- 42:47Frage ne gute Frage ist, aber es ist.
- 42:48So, Berlin ist natürlich immer in Bewegung und bevor man sich
- 42:51an Berlin an irgendwas gewöhnt hat, ist schon wieder weg oder
- 42:55so und da werde ich nächstes mal hab ich n Termin mal darüber
- 43:00sprechen über über verschwundene Orte in Berlin oder die und oder
- 43:05Kultkneipen und Orte die es auch so nicht mehr gibt oder so und
- 43:10ich meine von meinem Alter her kann ich ja einiges dazu.
- 43:13Sagen aber das ist ja auch das stetige.
- 43:16Kriege im Leben, dieser Wandel und irgendwie, deshalb mach ich
- 43:20mir doch nicht noch noch mehr Stress oder zusätzlich Stress,
- 43:24indem ich mich an etwas klammere.
- 43:27Ja, und wenn ich in mir dieses Fundament habe und diese Ruhe
- 43:31und diesen Punkt, das ist immer bei mir das das, da kann ich
- 43:35mich immer wieder drauf berufen, das was in mir ist, weil das
- 43:39bleibt immer bei mir und deshalb ist das der Ort, wo ich.
- 43:44Etwas so wie ein Zuhause habe, wo ich mich sicher fühle, wo ich
- 43:48mich stark fühle und wo ich mich immer wieder zurückziehen kann.
- 43:53Bist du oder gibt es ne Jahreszeit, die du schätzt in
- 43:56der Stadt? Frühling.
- 43:58Frühling. Warum?
- 44:00Frühling, weil das wieder der Neubeginn ist, wieder alles
- 44:04entsteht. Und das zeigt mir ganz besonders
- 44:06dieser ewige Wandel, dieser ewige Wandel.
- 44:09Und wenn ich dann meine Augen zu mache, dann denke ich. 80 8
- 44:14Jahrzehnte und 80 Jahre, das ist wirklich so viel in Bewegung
- 44:22gewesen und ich ja bin froh. Dass ich das alles, was mich hat
- 44:30wachsen lassen, was mich geprägt hat, dass das alles in mein
- 44:34Leben irgendwie auch stattgefunden hat und mich.
- 44:38Zu dem gemacht hat, was ich jetzt bin.
- 44:40Und da gehört alles dazu. Meine Erfahrungen, leichte wie
- 44:43schwere, meine Begegnungen und diese Stadt und und und.
- 44:48Weiß ich was das ist? Ein ein Gesamtpaket an
- 44:51Veränderungen und ich in mir, das ist alles in mir, diese
- 44:55Veränderungen und ergeben ein Fundament.
- 44:59Spiegelt sich, spiegelt sich Jahreszeit in deinem
- 45:01Kleidungsstil, in deiner Farbgebung?
- 45:03Vielleicht ja. Ja, also nee, eigentlich nicht
- 45:07irgendwie. Nein, also natürlich, ich habe
- 45:11kein Schwarz mehr irgendwie so, weil das hab ich mal in den
- 45:16Achtzigern getragen, als ich nach Kreuzberg gekommen bin und
- 45:19so, dann hab ich gedacht, ich müsste das Anarcho schwarz auch
- 45:22tragen, aber immer so mit meinem eigenen Ding, ich habe nur in
- 45:25Secondhand Läden gekauft, aber zu der Zeit hießen sie
- 45:28trödlerläden ja und es es gab so ne Handvoll, heute ist das ja
- 45:34irgendwie. Eher schlimmer als wie oder
- 45:36genau nur mal nachhaltig. Aber auch da habe ich
- 45:40Schwierigkeit mit der Nachhaltigkeit, was heute
- 45:42verkauft wird und dann denke ich immer meine Sachen, die ich habe
- 45:45sind nachhaltig, die habe ich 1015 20 Jahre letztendlich weil
- 45:49ich Kleidung habe und keine Mode und das ist also auch noch
- 45:56etwas, was ich dann heute. Die, wenn ich mir das überlege,
- 46:03was da als Wandel alles stattgefunden hat, ja, ich, ich
- 46:09hab mich auch gewandelt, aber wie gesagt, das Fundament trägt
- 46:12mich auch meinen Wandel ja gibt. Es ein Lieblingsschub in der
- 46:16Stadt oder würdest du sagen? Ja, ja, es ist.
- 46:19Aber wir können ja noch piepen. Nein, so.
- 46:21Speziell ich weiß nicht, ob ein Lieblingsschub jeder da, wo ich
- 46:24hingehe ist dann in dem Moment. Und was ich vorher noch sagte,
- 46:29jeder Club hat eine bestimmte Klientel und das finde ich auch
- 46:32toll. Ob ich in Sisyphos gehe und dort
- 46:35den Frühling und den Sommer mag, weil er mich nicht in einen
- 46:40dunklen irgendwie Club zwängt, sondern.
- 46:43Auch Open Air draußen irgendwie ich dem Gefühl und der Musik
- 46:48frönen kann. Und ja.
- 46:51Berghain ist eben halt noch mal besonders so und aber es gibt so
- 46:55viele andere tolle Clubs, ja, die ich irgendwie alle, die ich
- 46:59jetzt nicht genannt hab, bitte entschuldigt.
- 47:01Ich bin gerne da und es hat auch was damit zu tun irgendwie, ich
- 47:06will mich nicht so festlegen, also ich bin gerne in
- 47:09unterschiedliche Situationen und Orte tauche ich auch gerne aus
- 47:14das kommt passt alles zu meiner Einstellung irgendwie nicht
- 47:19irgendwie in. Nur so kann das sein.
- 47:22Nur so macht das Spaß und weiß ich was das mag ich nicht.
- 47:26Hast du mal drüber nachgedacht, wie viele Menschen du getroffen
- 47:29Schrägstrich kennengelernt hast? Und manchmal denk ich das auch
- 47:36sie. Sie tauchen aber alle irgendwie
- 47:37immer wieder auf, irgendwann in bestimmten Situationen.
- 47:41Es ist unglaublich viel und ich bin sehr sehr dankbar, wenn man
- 47:45jetzt sagen würde, diese Szene oder in dieser Umgebung ist
- 47:48alles so. Oberflächlich oder so, dann kann
- 47:53ich sagen, meine Erfahrung nicht.
- 47:56Natürlich kenne ich nicht die ganze Menge der Leute, aber die.
- 47:59Ich wie Sie. Die sind heute Freunde von mir.
- 48:02Mit denen treffe ich mich privat, mit denen erlebe ich
- 48:05Sachen und dann, wenn ich sage, und das habe ich alles in den
- 48:08Clubs, sind mir die Leute begegnet, ja, letztendlich, und
- 48:12ich als Älterer mit Jüngeren und die mich nicht einladen, weil
- 48:15sie denken, der alte ist vielleicht irgendwie sehr einsam
- 48:18und alleine, sondern. Wir haben ein ähnliches Mindset
- 48:22und dann denk ich immer nur, das zählt ja letztendlich und dann
- 48:26ist es egal. Alt und jung letztendlich und
- 48:31ich stelle fest, eigentlich begeistere ich jetzt auch auf
- 48:34dem auf dem Festival wieder und das berührt mich, auch wenn so
- 48:39viele junge Leute zu mir kommen und sagen, ich möchte mal so
- 48:43werden wie du, ja, weil man hat wahrscheinlich dann diese
- 48:46Vorstellung, diese jungen Leute, dass die glauben.
- 48:50Ich muss jetzt alles Party machen und es hört dann auf und
- 48:53dann ist Schluss und dann geht nichts mehr mit mir.
- 48:56Sehen Sie was, dass es, dass man das Alter nicht vor Coolness
- 49:01schützt und dass man vielleicht, ohne peinlich zu sein, einer von
- 49:07den anderen ist und dass man, dass das nie aufhört, wenn man
- 49:13es. Will.
- 49:14Günther, Damit schmeiß ich dich raus.
- 49:17Danke, dass du für deine Worte. Ich für deine Offenheit, ich hab
- 49:22dich schon mehrfach auf der Tanzfläche gesehen, ich hab dich
- 49:24nie angequatscht, weil ich ja auch nicht so der Quatscher bin,
- 49:26der die ganze Zeit, aber wir sehen uns.
- 49:28Ist ja auch immer schwierig in den Clubs.
- 49:30Das ist Unterhaltung, ist immer. Aber wir sehen uns ja
- 49:33Dankeschön, dass du da warst. Danke, dass ich hier sein
- 49:36durfte. Vielen Dank.
- 49:37Tschau.