Latest / Fadegrad / Auf diesem Bauernhof müssen Tiere nichts leisten
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- 0:00Es ist eigentlich wirklich eine andere Art eines Bauernhofes wie
- 0:04die, wo man hauptsächlich kennt. Es ist vergleichbar mit einem
- 0:08Gnadenhof, also ich nehme Tiere auf, die nichts mehr den
- 0:12Menschen bringen in diesem Sinn, und diese Tiere nehme ich auf,
- 0:17dass sie einfach noch ihr Lebensende verbringen dürfen,
- 0:20und sie müssen nichts leisten. Ich Lara bin für diese Podcast
- 0:28Folge auf Ütliburg das ist in der Gemeinde Gummiswald ihnen,
- 0:32Ricken und eine kurvige Straße, die mit dem Auto eher schwierig
- 0:37wäre, führt zu einem der vielen abgelegenen Bauernhöfe, die es
- 0:41dort gibt. Es ist der Erlebenshof, der
- 0:44Sarah Kaufmann die 27 Jährige hat den Hof von ihren Eltern
- 0:48übernommen und führten jetzt ein bisschen anders, aber mehr dazu
- 0:52später. Vatergrat.
- 1:01Der Podcast, der fragt, warum Menschen tun, was sie tun und
- 1:04wie sie geworden sind, wer sie sind.
- 1:11Ich treffe sie vor Ihrem Zuhause.
- 1:13Dazu gehören ihr Haus, 2 Ställe und ganz viele Wiese und Auslauf
- 1:18für die Tiere von ihrem Hof aussieht man auf den Züricher
- 1:21See und Lindebene beides sieht wunderschön aus, wir sind
- 1:24Überhalb vom Nebeln. Es hat erst geschneit und Sarah
- 1:28hat den warmen Faserpilz an eine Kappe und Gummistiefel.
- 1:32Sie begrüsst mich und nimmt mich mit auf die Führung.
- 1:35Zuerst geht es in den Stall, wo die Schafe und Kühe
- 1:38zusammenleben, wir nehmen euch mit in den Stall.
- 1:45Das sind Schafe und Kühe. Sie sind im gleichen Stall.
- 1:51Ziehen sich aber meistens verteilen, denn sie haben mega
- 1:53viel Platz. Es sind 4 Kühe und 4 Schafe,
- 1:57also man sieht schon alles, es sind nicht so viele und Kühe,
- 2:00die sind jetzt so eineinhalb Jahre etwa da, sie sind aus
- 2:06einer grossen Herde gekommen, ursprünglich, wo es einfach zu
- 2:10wenig Platz gab für alle und ich habe dann diese 4 Dörfer
- 2:14aufnehme, also es ist wie ein Mami und Sohn und nochmal Mami
- 2:18und Sohn, ja sie wären sonst gemetzet worden, weil es eben
- 2:23keinen Platz mehr gehabt hat und das haben die damaligen Besitzer
- 2:27nicht übers Herz gebracht und haben durch das neue Platz
- 2:29gesucht und sind bei mir fündig für die Paar binnen.
- 2:35Und er, der jetzt gerade da ist, das ist der Franco.
- 2:38Das ist so das Baby, sag ich mal.
- 2:41Er trinkt nur Milch für seine Mama.
- 2:43Dabei ist er so grundsätzlich schon so im Teenageralter, er
- 2:47ist. Zweieinhalb, fast 3 schon.
- 2:54Wir gehen um das Haus herum und kommen zu einem ganz, ganz
- 2:57kleinen Haus. Das sind Hühner.
- 3:04Die Kinder. Sind in diesem Wetter halt auch
- 3:12lieber im Stall als draußen. Ja, sie sind auch recht
- 3:18anhänglich. Sie finden schon immer spannend,
- 3:21wenn etwas läuft und gehen selten alleine raus.
- 3:25Wenn dann alle miteinander oder sonst gar keines und wenn ich
- 3:29voraus laufe, dann kommen Sie immer mit.
- 3:30Es ist wirklich ganz lustig. Ja, und die sind alle aus einem
- 3:37grossen Legehennen betrieb, wo sie sozusagen aussortiert worden
- 3:41sind, weil es älter worden sind und weniger Eier gelegt haben.
- 3:47Ja, ich kann sie dann verretten und sie haben sich jetzt
- 3:51wirklich gut eingelebt. Sie waren jetzt auch seit einem
- 3:54halben Jahr, seit dem Sommer sind sie jetzt da.
- 3:58Und Sie sehen schon viel fitter aus, als was gekommen sind.
- 4:01Die einen sind immer noch ein bisschen weniger Federn, aber
- 4:05sie haben sich wirklich ganz gut erholt, weil in diesen grossen
- 4:09betrieben ist es halt ganz oft mit hunderten anderen von
- 4:13Hühnern und dann? Ja, geht es dir nicht sehr gut
- 4:17und sie verlieren Federn und sind nicht mehr so fit und
- 4:19gesund. Und dadurch, dass das jetzt
- 4:22wieder in einer kleineren Gruppe sind, geht es dann wieder
- 4:26einiges besser. Und der letzte Stelle gehört.
- 4:31Die Haut, die Rosi und Balou. So, und Balu ist immer ein
- 4:36typischer Balu am schlafen. Ja, genau, das ist sehr gerne
- 4:42gestreichelt. Sie sind eigentlich miteinander
- 4:45aufgewachsen, in diesem Sinn eben der Baloise ist ein
- 4:47Männchen und ein russisches Weibchen, sie sind jetzt
- 4:50mittlerweile ein synch, sie haben Dörfer, als Baby sind sie,
- 4:55sind sie gerettet worden, hatten auch natürlich geschlachtet
- 4:58werden wie die meisten Säulen, und sie haben dann wirklich ganz
- 5:02einen schönen Platz bekommen, wo aber dann aus familiären Gründen
- 5:06haben sie dann keinen Platz mehr dort und dadurch haben sie dann
- 5:09zu mir kommen dürfen und ich habe mega gefreut, weil sie sich
- 5:13ganz herzlich und mit ihnen kannst du wirklich gut kuscheln,
- 5:17sie sind wirklich ganz verschmutzt.
- 5:19Genießen es immer, wenn man sich etwas streichelt und man Zeit
- 5:22für sie hat, wirklich wie Hunde. Sie sind wirklich ganz, ganz
- 5:27tolle. Ja, sie sind riesig.
- 5:30Man kennt halt wirklich selten erwachsene Sauen in dem Sinn,
- 5:35darum staunen alle Leute, die sie sehen, staunen ab ihrer
- 5:38Grösse, aber das ist eben grundsätzlich die normale Grösse
- 5:42für solche, die sie haben. Rossi tut nichts, du machst
- 5:47alles nackig. Ja, die gute Rosi.
- 5:52Sie hat mich von unten bis oben abgeschleppt und meine Hosen
- 5:55sind ziemlich dreckig, aber ja, mit dem habe ich auch bis
- 5:58gerechnet und ist auch herzig, wie man sieht, dass Frauen
- 6:02eigentlich auch ganz gerne kuschelt.
- 6:04Man kannst du aber dann fertig sein mit kuscheln und ich bin
- 6:07mit Sarah Kaufmann hineingegangen in ihr Haus in
- 6:10die warme Stube, sie hat dann selber gemachte Teeserviert und
- 6:15wir haben uns dann darüber ausgetauscht, was mit dem
- 6:18Erlebenshof auf sich hat und wie es überhaupt.
- 6:21So und wie sich ihr Hof von einem normalen Bauernhof
- 6:24unterscheidet. Danke vielmals, dass wir hier
- 6:28auf deinen Erlebenshof auf Besuch kommen und dass du uns da
- 6:32schon ein wenig herumgeführt hast auf diesem Bauernhof.
- 6:34Du hast ein bisschen auf deinem Hof leben sehr viele Tiere, die
- 6:38da auch leben dürfen, es ist ein bisschen anders als andere
- 6:43Bauernhöfe. Inwiefern unterscheidet sich
- 6:46Deinhof von anderen Höfen? Ja, es ist eigentlich wirklich
- 6:50eine andere Art eines Bauernhofs wie die, wo man hauptsächlich
- 6:54kennt, es. Sichtbar mit einem Gnadenhof.
- 6:58Ich nehme Tiere auf, die in dem Sinn nichts mehr.
- 7:05Den Menschen bringen in diesem Sinn und die Tiere nehme ich
- 7:09auf, dass sie einfach noch ihr Lebensende verbringen dürfen,
- 7:13und sie müssen nichts leisten. Bei den meisten Bauernhöfen sind
- 7:17diese da, um etwas zu nutzen, halt als sogenannte Nutztiere
- 7:21und bei mir ist das dann wie fertig, sie müssen nicht mehr
- 7:24nutzen, sie müssen mir nichts bringen, sondern sie dürfen
- 7:27einfach leben und ihr Leben genießen und mir bringen es in
- 7:31diesem Sinn noch etwas, das ich Freude habe an ihnen und dass
- 7:35ich mit Menschen arbeiten kann und darf, Menschen einladen und
- 7:39diesen Tieren etwas näher bringen.
- 7:41Aber sie sind nicht mit dem Sinn Nutztiere, dass sie Milch
- 7:45produzieren müssen oder Eier oder Fleisch, sondern sie dürfen
- 7:50einfach nur. Hier leben ist es aber einmal
- 7:52ein Bauernhof, so wie man ihn kennt, oder wie ist es
- 7:55entstanden? Ja, es ist früher so ein
- 7:58konventioneller Hof. Ich bin hier aufgewachsen auf
- 8:02dem Hof und mein Papa hat. Einen Milchbetrieb gehabt.
- 8:08Er hat ganz viele Kühe und Milch produziert mit diesen und später
- 8:14irgendwann hat er dann umgestellt auf eine sogenannte
- 8:17Mutterkuhhaltung, dann sind die Kühe einfach für das Fleisch
- 8:21Produzent gewesen und irgendwann ist der Hof leer gestanden.
- 8:28Ja, das habe ich sehr schade gefunden und habe dann wie
- 8:30gefunden. Irgendetwas muss man daraus
- 8:32machen und habe mir aber nicht vorstellen können, den Hof so
- 8:36übernehmen, wie er einmal gewesen ist und habe mir so
- 8:39sagen wann, dann muss ich etwas ändern, weil ich innerdem nicht
- 8:43stehen kann hinter diesen Nutztierhaltung und ja habt ihr
- 8:47das dann den Hof gegründet, den Erlebenshof und den Hof komplett
- 8:52umgestellt? Der Hof war leer und du hast ihn
- 8:55dann wieder mit dir gefühlt. Genau muss ich dir vorstellen.
- 8:57Also er war leer, er ist ein paar Jahre kein Tier.
- 9:02Und sobald ich dann gesagt habe, hey, ich übernehme den Hof und
- 9:05ich will das daraus machen, dass ich so einen Lebenshof, einen
- 9:09Erlebenshof daraus mache, haben sich dann Leute bei mir
- 9:13gemolden? Die Tiere haben keinen Platz
- 9:16mehr und so bin ich an die Tiere gekommen, wo ich jetzt auf dem
- 9:20Hof darf. Wie ist es für deine Eltern
- 9:23gewesen, dass du den Bauernhof der Nutztierhaltung einfach
- 9:27umgestellt hast in so einen Lebenshof?
- 9:30Einerseits schon bisschen schwierig, weil es halt eine
- 9:33grosse Veränderung ist. Andererseits haben sie es auch
- 9:37befürwortet, sonst hätte ich den Schritt wahrscheinlich gar nicht
- 9:40gewagt und einfach gefunden. Hey, wir lassen den Hof einfach
- 9:43leer oder wir geben ihn aus der Familie weiter.
- 9:48Aber mittlerweile findet es wirklich mega cool, was ich
- 9:50mache und sie unterstützen es mega.
- 9:52Also ohne sie könnte ich es eigentlich gar nicht machen,
- 9:54weil sie helfen viel und ja, mein Papa hat so ein bisschen
- 9:58das Know How mit den Tieren, die ich halt erst noch am lernen bin
- 10:01und dadurch bin ich wirklich fest auf sie angewiesen und sie
- 10:06findet es mega cool und sie haben auch Freude an diesem Hof
- 10:09und an den Tieren und ja dadurch es ist wirklich cool es ist
- 10:14zuerst ein bisschen schwierig zu Start gewesen sage ich mal.
- 10:17Es ist halt schon grosse Veränderung.
- 10:19Aber jetzt, wo es etwa eineinhalb Jahre schon den Hof
- 10:22in dieser Art gibt, finden sie es wirklich super.
- 10:27Du selber hast Lehrerin gelernt, also bist du eigentlich so ein
- 10:31bisschen quereingekommen, oder wie?
- 10:34Genau. Also ich arbeite sonst als
- 10:37Primarlehrerin und habe aber kurz schon nach dem Abschluss
- 10:42von der Ausbildung als Lehrerin habe ich dann die
- 10:45Bäuerinnenschule angefangen und eigentlich dann gleichzeitig
- 10:48fast anfangen zu arbeiten auf dem Hof, eben als Bäuerin und
- 10:51als Lehrerin nebenbei, und ich habe jetzt auch beide Berufe
- 10:56parallel aus und finde es auch sehr schön, die Abwechslung.
- 11:01Mal habe ich strenger auf dem Hof, mal habe ich strenger in
- 11:03der Schule und es gleicht sich ein bisschen aus.
- 11:05Es ist, wieso ein bisschen Ausgleich zueinander.
- 11:09Und wann hast du das erste Mal von diesem Prinzip, vom Erlebnis
- 11:13des Lebens aufgehört? Oder wie bist du mit dem
- 11:16konfrontiert worden? Das erste Mal.
- 11:19Es ist schon länger her, also ich habe ein Zeitli in Freiburg
- 11:23gewohnt, weiter weg und habe dadurch auch viel so ein
- 11:26bisschen Leute kennengelernt. Wo halt eben gegen die
- 11:30Nutztierhaltung sind und so. Und wie du das ein bisschen, ja,
- 11:35ich sage jetzt mal in die vegane Schiene hineingeraten und habe
- 11:39viele Leute kennengelernt, die ja wo halt wie ein bisschen
- 11:42gefunden haben, ah, die sind eigentlich gar nicht nur für uns
- 11:45da, sondern sie haben auch ein eigenes Leben verdient und
- 11:49dadurch kommt man dann sehr schnell auch auf ebenso
- 11:52Lebenshöhe der Gnadenhilfe und dann bin ich spezifisch auf
- 11:58einen Hof gekommen und. Bin dann ein paar Mal
- 12:01vorbeigegangen, so einen Lebenshof und habe dann auch
- 12:05Lager organisiert und geleitet und in diesem Gespräch mit
- 12:10dieser Besitzerin von diesem Hof.
- 12:11Eigentlich ist dann die Idee gekommen, dass ich ja auch einen
- 12:14Hof hatte, wo ich ja auch so etwas daraus machen könnte und
- 12:20ja, für mich ist dann der Fall eigentlich mega schnell klar
- 12:22gewesen, weil es mir so gefallen hat und ich habe gefunden, warum
- 12:25eigentlich nicht. Ja, es ist wirklich so ein
- 12:29bisschen. Der Zufall.
- 12:30Eigentlich bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte sie auch
- 12:32machen. Und wo du bist ja selber auf dem
- 12:36Bauernhof aufgewachsen, hast du hier schon Mühe mit der
- 12:40Nutztierhaltung. Ja, schon relativ früh habe ich
- 12:45Mühe damit, weil halt einfach die Kühe, also wir haben
- 12:47hauptsächlich Kühe, es sind halt wirklich meine Freunde, ich habe
- 12:51mega viel Zeit mit ihnen verbracht und habe schon immer
- 12:54gerne dir gehabt und bin immer mitgeholfen und habe eigentlich
- 12:59nie oder so, solange ich mich erinnere, habe ich nie das
- 13:03Fleisch gegessen auf unseren eigenen Kühen, weil ich einfach
- 13:06gefunden habe, das sind. Auch Mitbewohner sozusagen von
- 13:11uns. Und das ist nicht okay, dass ich
- 13:13jetzt denen ihr leben nehme und dass sie wegen mir sterben und
- 13:17darum, das hat wirklich eigentlich schon recht früh
- 13:19angefangen, also schon als Kind habe ich gefunden, das wollte
- 13:21ich nicht und bin dann auch relativ schnell mal weggeworden,
- 13:25weil ich gefunden habe, das sind ja nicht nur die Tiere, die da
- 13:28sind, sondern es sind ja alle Tiere, die dann wie ihr das
- 13:31Leben lassen, nur dass ich sie essen kann, und es geht ja auch
- 13:35gut ohne und ja, dadurch ist wirklich so ein bisschen als
- 13:40Kind schon. Klar, dass dass die Haltung der
- 13:43Tieren, das entspricht mir einfach nicht.
- 13:46Aber es hat nicht so irgendein dramatisches Erlebnis gegeben,
- 13:49wo du gedacht hast. Nein, nein, das hat es nicht ge.
- 13:51Es ist wirklich so ein bisschen das allgemeine, ich kann halt
- 13:54wirklich reinsehen, wie das Ganze ist.
- 13:56Und ich habe die Mega gerne gehabt und einfach gefunden, das
- 13:59passt für mich nicht, dass die Tiere jetzt für mich sterben.
- 14:04Kannst du auch nachvollziehen, dass andere Bauern das machen,
- 14:08oder? Ja, ich kann es nachvollziehen
- 14:11im Sinne von. Man kennt es einfach so und man
- 14:16hat es so mitbekommen und die Sachen, die einem vorgelebt
- 14:21werden, die hinterfragt man weniger oder selten und dadurch,
- 14:26ich kann es eigentlich recht gut nachvollziehen, dass die Leute
- 14:29das machen, habe aber das Gefühl, wenn sich die Leute
- 14:31wirklich auch hinterfragen würden, was mache ich da, ist
- 14:35das sinnvoll, dass vielleicht dann ein Paar von ihnen doch
- 14:38auch finden an, eigentlich ist das.
- 14:41Auch nicht so das wahre und ich könnte es ja auch anders machen,
- 14:44habe ich das Gefühl, ich weiß es natürlich nicht, aber ich kann
- 14:48es schon nachvollziehen, weil es einfach so in der Gesellschaft
- 14:51verankert ist, dass es einfach normal ist in diesem Sinne.
- 14:55Wir sind da auch eher im ländlichen Umfeld in einer
- 14:58ländlichen Umgebung. Wie ist es so, das Umfeld, wie
- 15:02hat das so reagiert, dass dass, dass es jetzt hier eine
- 15:06Lebenshaft gibt, haben sie es schon kennt da in der Gegend?
- 15:09Nein, das haben Sie nicht gekannt.
- 15:11Also sie haben wirklich ein bisschen ja unterschiedlich
- 15:15reagiert, sage ich mal. Gewisse Leute haben es mega toll
- 15:17gefunden und gefunden, es ist mega spannend, aber halt die
- 15:23Bauernhöfe, die gerade in der Nähe sind, also es hat ein paar
- 15:26Höfe, wo wirklich gerade nebendran sind und die haben
- 15:30schon ein bisschen komisch reagiert in dem Sinne von wegen
- 15:33was ist das und das funktioniert doch nicht und.
- 15:38Jetzt, jetzt macht die etwas ganz komisches da.
- 15:40Und was ist das? Aber ja, wir leben eigentlich
- 15:45recht gut aneinander vorbei, also es ist wie nicht so mega
- 15:48ein Miteinander, sondern mehr so ein wir lassen einander in Ruhe
- 15:53in dem Sinne es ist so okay was sie machen und es ist okay was
- 15:56ich machen und so passt. Aber ich glaube nicht, dass es
- 16:00irgendwann wirklich auf eine Zusammenarbeit oder ein
- 16:03Austausch herauslaufen wird, weil es einfach wirklich sehr.
- 16:08Das ist, sag ich mal, für die Gegend um halt so einen
- 16:11Lebenshof. Zu haben.
- 16:13Und wie kommen die Tiere zu dir? Wie hat es angefangen, wie ist
- 16:17es weitergegangen? Also meistens kommen wirklich
- 16:21die Besitzer auf mich zu und schreiben mir Mails oder Leute
- 16:25an und sagen, dass Sie einen Platz suchen für ihr Tier.
- 16:29Aus verschiedenen Gründen kommen auch jetzt noch jede Woche
- 16:32mehrere Anfragen über gewisse Tiere aufnehmen kann aber im
- 16:38Moment. Zeitlich und finanziell nicht
- 16:41Ressourcen zum Nomen Tier aufzunehmen und dementsprechend
- 16:45muss ich leider allen Absagen, aber es ist auch mega spannend
- 16:48um zu sehen, dass so viel Platz gesucht werden, also dass so
- 16:51viele Leute halt auch den Gedanken eines Lebens schön
- 16:54finden und dass sie halt eben Tiere haben, die sie gerne an so
- 16:58einen Ort geben. Du hast auch gesprochen, das
- 17:02Finanzielle bei Bauernhöfen weiß man ja, bei den finanzieren sich
- 17:05durch Milch durch Fleisch. Wie ist das bei dir, wie
- 17:09finanziert du dich oder der Hof? Also.
- 17:12Mein Ziel ist eigentlich, dass sich Tiere in diesem Sinn selber
- 17:15finanzieren durch Patenschaften. Also ich biete Patenschaften an,
- 17:20von den Tieren. Ja, das ist so der eine Teil,
- 17:24sag ich mal, also dass Leute etwas zahlen an Hof in diesem
- 17:28Sinn, dass sie das unterstützen, weil sie, weil sie einfach die
- 17:32Idee gut finden, und die Leute dürfen dann auch jederzeit auf
- 17:35Besuch kommen und ja, aktiv eigentlich teilnehmen am Leben
- 17:40von diesen Tieren, das andere sind Veranstaltungen.
- 17:45Die ich am aufbauen bin. Also zum Beispiel habe ich
- 17:48letzten Sommer ein Ferienlager für Kinder, ich würde gerne noch
- 17:52weitere Angebote machen, ich würde auch sehr gerne mit
- 17:56Schulen zusammenarbeiten, weil ich ja auch schon Lehrerin bin,
- 18:00ist es recht naheliegend, dass ich ja Schulklasse da
- 18:05regelmässig empfange und ihnen halt auch ein bisschen die Natur
- 18:08und Tiere näher bringen kann und dass sie dadurch etwas an Hof
- 18:12zahlen und sich das so finanzieren finanzieren.
- 18:15Ein Teil ist natürlich auch noch vom Bund, der gezahlt wird an
- 18:19die Landschaftspflege. Das ist auch noch ein gewisser
- 18:24Betrag. Aber ja, Finanzierung in dem
- 18:27Sinn ist nicht so Game im Sinn von.
- 18:29Ich produziere etwas und komme etwas dafür über, sondern es ist
- 18:32wirklich fest auf Menschen basiert.
- 18:35Und wie groß schätztest du das Potenzial von so Lebenshilfe?
- 18:39Ist es realistisch, dass immer mehr Bauernhöfe sich umwandeln
- 18:45in Lebenshöfe? Ich denke es schon.
- 18:50Die Gründe einerseits eben. Viele Leute sehen immer mehr
- 18:54dahinter, dass die ganze Nutztierhaltung nicht so das
- 18:58Idealbild ist, in dem Sinn und dadurch oder auch andere Leute
- 19:04finden, da muss sich etwas ändern.
- 19:07Viel hat auch mit der Ressource zu tun, zum Beispiel Halt.
- 19:11Die Nutztierhaltung braucht sehr viel Wasser oder auch sehr viel
- 19:15Platz, also sehr viel Land, dass die Tiere können, ernährt werden
- 19:21und. Halte deine Ganze wirklich
- 19:24Massentierhaltung geben ist das ein grosses Problem und aus dem
- 19:28Platz sage ich mal wo man für die vielen Tiere braucht, könnte
- 19:31auch relativ schnell flächig gemacht werden, wo halt eben zum
- 19:35Beispiel Getreide produziert wird oder so wo direkt für die
- 19:38Menschen in diesem Sinn gemacht ist.
- 19:41Und darum habe ich schon das Gefühl, dass es Zukunft hat,
- 19:45einfach weil die Ressourcen besser genutzt werden können,
- 19:48wenn es nicht immer mehr Nutztiere gibt, sondern wenn man
- 19:51direkt für die Menschen Sachen produzieren kann und darum, dass
- 19:54eben halt die Milchproduktion und die Fleischproduktion
- 19:58weniger wird. Und man eben mehr auf einen
- 20:02Lebenshof geht, dass man wie die Fläche, die man sonst für Tiere
- 20:06genutzt hat, mehr halt für anderes nutzt.
- 20:11Bei dem muss ich wahrscheinlich auch die Einstellung von den
- 20:13Leuten bezüglich Fleisch Konsum. Und so ändern genau.
- 20:16Ich denke das ist eine grosse Schwelle wo nicht mega einfach
- 20:22überschritten wird. Aber das Gefühl, es wird schon
- 20:25irgendwann ein wenig mehr, sag ich mal, passieren.
- 20:28Und ich habe wirklich das Gefühl, dass das so ein
- 20:31bisschen. Ja, das nachhaltigste ist, dass
- 20:35wirklich ein bisschen mehr auf die direkte
- 20:37Nahrungsmittelproduktion für die Menschen gesetzt wird, anstatt
- 20:40wieso über Tiere als dritt drittverbraucher in diesem Sinn,
- 20:45und darum habe ich das Gefühl, vor allem aus dem Grund, dass es
- 20:48schon eher mehr Lebenshilfe geben wird, wo halt weniger mit
- 20:52den Tieren arbeitet, sondern mehr halt direkt mit den
- 20:55Nahrungsmitteln für die Menschen.
- 20:58So wie es herausgehört, bist du auch vegan in diesem Fall und
- 21:00ja. Genau.
- 21:02Kannst du nachvollziehen, wenn Leute Milchprodukte und Fleisch
- 21:05essen? Das ist ähnlich wie Du gefragt
- 21:08hast wegen der Höfe, dass es noch so konventionelle Höfe
- 21:12gibt. Ich kann es nachvollziehen, weil
- 21:14es einfach immer so gewesen ist und man sich das gewöhnt ist.
- 21:17Und es ist wie das normale, darum ich kann es
- 21:20nachvollziehen, habe aber auch dort das Gefühl, wenn man sich
- 21:23mehr hinterfragen würde. Wird dann vielleicht doch noch
- 21:27ein paar mehr Leute darauf gekommen, dass es vielleicht
- 21:29doch nicht so das Richtige ist oder doch nicht so?
- 21:33Die einzige Lösung ist, sondern dass doch auch noch anders
- 21:36geben? Würde wie kann man sich denn
- 21:38jetzt so mit einem guten Gewissen vielleicht noch Fleisch
- 21:41essen oder sich so ein bisschen daran Tasse zum nachhaltigen
- 21:45Leben? Ja, ich denke eben, je mehr man
- 21:48sich bewusst ist, was für Auswirkungen es hat, dass man
- 21:51Fleisch isst, desto mehr kann man vielleicht auch mal sagen,
- 21:54ja, dann muss es vielleicht nicht jeden Tag mehr Fleisch
- 21:56sein, sondern mal jeder zweite. Sie ist ja dann nur schon die
- 21:59Hälfte, wo man noch isst und irgendwann halt vielleicht nur
- 22:02noch jede Woche und nur schon, wenn das alle Menschen machen.
- 22:06Sehr viel weniger. Massentierhaltung brauchen und
- 22:11wer schon einiges nachhaltiger und ich denke, es ist mehr so
- 22:15ein bisschen. Der Aussatzpunkt, wo es Hyzudax
- 22:18braucht, dass man einfach sagt, man tut es reduzieren.
- 22:21Ich bin nicht der Meinung, dass alle Leute vegan oder Veggie
- 22:25oder was auch immer sein müssen, sondern es ist einfach momentan
- 22:28der Massenkonsum, der einfach. Ja, für alle in dem Sinn nicht
- 22:32gut ist das wirklich, wenn man es sehr stark reduziert auf ein
- 22:372 Mal pro Woche ist wie schon der grosse Schritt gemacht aus
- 22:41meiner Sicht und ich denke dort wäre wie ein Anfang zu sehen um
- 22:47es wirklich stark zu reduzieren und man sieht es geht so auch
- 22:50ganz gut. In der Schweiz hat man immer das
- 22:52Gefühl, da ist alles auch relativ tierkonform oder
- 22:55tierfreundlich. Tierwohl steht auch im Zentrum
- 22:59bei den Betrieben. Wo Milchwirtschaft betreiben,
- 23:02steht einfach nicht immer so. Oder wie beurteilst du das?
- 23:07Es ist nicht immer so. Also es gibt sicher Betriebe, wo
- 23:12das Tier mega schön haben, aber grundsätzlich.
- 23:16Wird ja Milch produziert, indem das Kühe käälchen, die innen
- 23:21weggenommen werden und ich denke da können viele Menschen
- 23:26nacherfühlen, wenn man ihnen ihr Kind wegnimmt, dann geht es
- 23:30einem auch nicht gut. Dementsprechend vermute ich
- 23:33auch, dass es all diesen Kühen, die ihr Baby direkt nach der
- 23:37Geburt weggenommen wurde, dann wird es auch nicht gut gehen,
- 23:40ich vermisse das und nur dadurch ist es überhaupt möglich Milch
- 23:45zu produzieren, oder? Milch der Kühe wegnehmen, indem
- 23:49wir ihnen auch das Kind wegnimmt, die dann in vielen
- 23:53Fällen einfach auch geschlachtet wird.
- 23:54Dementsprechend hängt Milch und Fleischproduktion sehr, sehr
- 23:57nahe zusammen und das ist vielen Menschen auch nicht so bewusst,
- 24:02dass wirklich der Zusammenhang so viel zu stehen ist, sondern
- 24:05für mich in diesem Sinne also was offensichtlich ist, stirbt
- 24:09ja kein Tier, aber man nimmt wieder Kühe das Kalb weg und das
- 24:13wird in den meisten Fällen geschlachtet, das heisst,
- 24:16gleichzeitig wird ja das Fleisch auch irgendwie produziert, also
- 24:19es geht wie gar nicht, dass man Milch produziert.
- 24:22Zu produzieren. Dementsprechend habe ich das
- 24:26Gefühl, so ja diese wirklich super Haltung, die es den Tieren
- 24:31mega gut geht. Führe jetzt zum Beispiel
- 24:33Milchproduktion, die gibt es eigentlich gar nicht.
- 24:37Sind denn wie auch der Bauernhof, wenn es vielleicht
- 24:40zum Teil wollen. Für Milchwirtschaft der
- 24:44Fleischproduktion dass sie gar nicht können, weil es halt die
- 24:48Nachfrage da ist. Und weil es halt irgendwie
- 24:49überleben müssen. Ist sehr gut möglich.
- 24:52Ja, also eben das gibt es die meisten oder viele von den
- 24:56Bauern, die haben einfach die eine Ausbildung, die müssen
- 25:00durch das Geld. Und eine Umstellung ist
- 25:05schwierig und man kann nicht einfach so von Milchproduktion
- 25:08zu, sagen wir haferproduktion Umswitchen.
- 25:12Man braucht mega viel Ressourcen, man muss halt
- 25:14investieren und das können viele nicht, das ist ganz klar.
- 25:21Seh ich auch bei vielen denke ich, dass es so wie Hemmschwelle
- 25:24wo man findet. Ja es wäre schon schön oder?
- 25:27Eigentlich finde ich es interessant, aber es geht gar
- 25:30nicht finanziell. Oder eben von der Ressource oder
- 25:33von der Lage. Ich meine, da wo ich jetzt
- 25:36wohne, kann man nicht im grossen Maß Hafer oder Weizen oder was
- 25:41auch immer produzieren, weil es halt einfach Hanglage ist und
- 25:45dadurch ist man schon ein bisschen mehr gebunden an eben
- 25:47die Additierhaltung und das wird sicher vielen Leuten schwer
- 25:52fallen und da ich jetzt halt eben noch einen anderen Beruf
- 25:55habe und nicht finanziell so fest auf dem Hof angewiesen bin,
- 25:59ist es für mich möglich so als Lebenshof zu machen und.
- 26:04Bekommen aber ja, das könnte sicher nicht alle.
- 26:07Und vielleicht noch abschliessend.
- 26:08Was wünschst du dir für deinen Erlebenshof?
- 26:11Weisst du das Ziel in Zukunft oder deinen Traum?
- 26:16Mein Traum ist es, mit dem Hof an vielen Leuten zeigen zu
- 26:19können, dass es auch anders geht.
- 26:22Dass wirklich so ein Lebenshof auch etwas Gutes ist, dass es
- 26:27dir schön hat und dass es möglich ist, zum so mit den
- 26:33Tieren zusammenleben und dass es nicht ein Tierleben für uns ist,
- 26:38sondern dass wir miteinander leben und dass ich das möglichst
- 26:41vielen Menschen aufzeigen kann, das ist so mein Ziel mit dem
- 26:45Erlebenshof. Jetzt, wenn sicher viele von
- 26:50euch wissen, wie es denn auf dem Erlebenshof der Sarah Kaufmann
- 26:53aussieht. Natürlich habe ich bei diesem
- 26:56Besuch auch gefilmt und gefüttert und Sarah hat mir auch
- 26:59ganz viele Video und Fotomaterial zur Verfügung
- 27:01gestellt. Eine Auswahl davon findet auf
- 27:04unserem Instagram Kanal auf at Fadengrat Podcast.
- 27:08Dort verlinken wir euch auch gleich den Erlebenshof und auch
- 27:12hier in den Podcast Shownotes findet ihr den Link zum
- 27:16Erlebenshof. Falls ihr den Hof unterstützt
- 27:19habt einfach mehr Informationen über den Hof.
- 27:21Würde mir doch gerade via Instagram oder einen Kommentar
- 27:24senden. Schön seid ihr bis zum Schluss
- 27:26dran geblieben, bis zum nächsten Mal.
- 27:33Vater Graz. Mhm.