Latest / Gin And Talk / Leni Bolt über Queer Eye, Diversität und Sexualität
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- 0:00Speaker 0: Und Veränderung bedeutet eben immer, dass man sich aus seiner eigenen Komfortzone bewegen muss.
- 0:06Speaker 0: Dass man etwas dazu lernt... Ich bin der Meinung da muss man keine Angst vor haben weil wir nehmen ja niemanden etwas weg sondern ich glaube das steckt etwas sehr großartiges dahinter.
- 0:16Speaker 0: Meine nichtbinäre Identität wird ganz oft in Frage gestellt und da habe ich mir mittlerweile aber echt so eine Schutzhülle angeeignet, weil ich weiß das hat immer etwas mit der Person selber zu tun.
- 0:27Speaker 0: Es ist immer eine eigene Unsicherheit auch mit der eigenen Identität und der eigenen Sexualität und das reflektiert diese Person auf mich.
- 0:35Speaker 0: Repräsentanz hilft einfach Diskriminierung und Vorteile abzuschaffen im jedem Bereich und eben auch bei queeren Identitäten.
- 0:44Speaker 1: Herzlich Willkommen, mein Name ist Daniel Fürk und bevor es gleich losgeht möchte ich euch kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:50Speaker 1: Lini Bolt ist Work-Life Coach und Teil der deutschen Version der erfolgreichen Netflix Serie Queer Eye.
- 0:56Speaker 1: In der Sendung berät sie zusammen mit fünf weiteren Queer & Coaches verschiedene Personen in Alltagsfragen zum Mode, Lifestyle und Lebensausrichtung.
- 1:03Speaker 1: Sie selbst kümmert sich dabei vor allem um die großen Fragen des Lebens und das Self Image der Kandidaten und Kandidatinnen.
- 1:10Speaker 1: Leni definiert sich selbst als nonbinär und setzt sich für eine offene, tolerantere Gesellschaft ein.
- 1:16Speaker 1: Sie geht offen mit ihrem zurückliegenden Burnout um und versucht ihre Erfahrungen zu nutzen, um anderen zu helfen.
- 1:23Speaker 1: Ich wollte von Leni wissen wie man eigentlich Coach wird, mit welchen Vorurteilen und Verurteilungen sie bis heute zu kämpfen hat und wie sie es trotz allem geschafft hat zur einer beeindruckenden selbstbewussten Persönlichkeit zu
- 1:34Speaker 1: werden.".
- 1:35Speaker 1: Bevor wir aber gleich in das Gespräch starten, noch ein Hinweis und eine Einladung für euch.
- 1:40Speaker 1: Am fünften und sechsten Juli findet in München nach zwei Jahren Pandemiepause endlich wieder unser Forty-Eight Forward Festival statt.
- 1:47Speaker 1: An zwei Tagen geht es hier um unsere Zukunft – um die großen Themen unserer Zeit!
- 1:52Speaker 1: Und ihr habt die Möglichkeit bei einigen Podcastaufzeichnungen live dabei zu sein.
- 1:56Speaker 1: Darunter unter anderem auch ein Episode Genant Talk mit Jan Weiler am ersten Festivalabend.
- 2:02Speaker 1: Meldet euch an und seid live dabei!
- 2:04Speaker 1: Alle Infos findet ihr unter www.achtundvierzigf.de.
- 2:07Speaker 1: slash festival.
- 2:08Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass Ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:13Speaker 1: Zwei Menschen, eiskalte Drinks
- 2:16Speaker 0: und eine
- 2:17Speaker 1: Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 2:21Speaker 1: Herzlich Willkommen an unseren Bartresen.
- 2:25Speaker 1: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Gin and Talk.
- 2:30Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:31Speaker 0: lehne dich zurück
- 2:34Speaker 1: Die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio Bar.
- 2:46Speaker 1: Leni, ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können und so ein bisschen über dein Leben sprechen können, über Queer Eye, über Diversität, über das Leben.
- 2:57Speaker 1: Herzlich willkommen bei Gen & Talk!
- 2:59Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung, ich freu mich heute dabei zu sein und ich liebe tatsächlich Gen Tonic deswegen sehr lecker.
- 3:08Speaker 1: Ja, sehr gut genau du... hast ein super spannendes Leben aus ganz, ganz vielen Gründen.
- 3:16Speaker 1: Und was ich fange gleich mal mit der mit einer harten Frage an sozusagen wie sehr nervt es dich eigentlich dass bei all den vielen Facetten deines Lebens ist eigentlich trotzdem immer irgendwie um deine Sexualität geht?
- 3:34Speaker 0: ja sehr schön das du damit einsteigst.
- 3:38Speaker 0: Es gab eine Zeit lang, da hat mich das sehr genervt um so auf meine Identität und meine sexuelle Identität reduziert zu werden bzw.
- 3:46Speaker 0: hatte sich immer so angefühlt weil Das ist das Thema worüber ich eben sehr oft spreche weil dass die Menschen interessiert.
- 3:53Speaker 0: aber mittlerweile habe Ich einfach verstanden dass ich so eine Art Bildungsauftrag nun mal habe Und den hab ich mir angenommen und freue mich wenn ich menschen helfen kann wenn ich auch Sichtweisen öffnen kann, deswegen sehe ich das auch so ein bisschen als kleine Lebensaufgabe mittlerweile.
- 4:10Speaker 1: Ich habe vor zwei Wochen eine Episode aufgenommen mit Julia Shaw die gerade dieses Buch über Bisexualität geschrieben hat und wir haben auch ganz viel darüber gesprochen wie es so ist mit Vorurteilen und Stigmatisierung usw.. Was ist denn deine Perspektive darauf?
- 4:28Speaker 1: Warum haben wir in unserer Gesellschaft immer noch diese ganzen Vorurteile, diese Reduzierungen und diese Stigmata wenn es um... nicht heteronormativ lebende menschen geht.
- 4:41Speaker 1: also es ist ja irgendwie immer, immer irgendwie so ein Thema klar.
- 4:45Speaker 1: Es hat sich gebessert würde ich jetzt mal behaupten aber das ist auch nur meine heteronnormative Brille auf des thema.
- 4:52Speaker 1: Ich glaube wir sind da offener geworden in unserer gesellschaft.
- 4:56Speaker 1: Wir sind vielleicht ein bisschen Ja es spielt vielleicht nicht mehr so eine große Rolle Aber ich habe das Gefühl dass es trotzdem immer noch einen Riesenthema Das Menschen die eben nicht heteronormativ leben, immer noch ein riesen Thema mit Vorverurteilungen und Co.
- 5:11Speaker 1: haben.
- 5:12Speaker 1: Kannst du mit all den Erfahrungen, die du gemacht hast inzwischen irgendwie einordnen?
- 5:18Speaker 1: Warum das überhaupt so ist?
- 5:20Speaker 0: Da muss man glaube ich eine kleine Zeitreise machen, die nicht mal solange herrscht.
- 5:23Speaker 0: Ich mein überleg mal in den siebziger Jahren durften Frauen offiziell noch nicht mal arbeiten ohne die Erlaubnis ihres Mannes.
- 5:32Speaker 0: Wenn man mal überlegt ist es noch gar nicht so lange her, ich finde das ein bisschen gruselig.
- 5:35Speaker 0: Das heißt wir sind natürlich auf einem langen Weg der ja Diversität und Inklusion in unserer Gesellschaft.
- 5:43Speaker 0: Ich sage immer uns gab es schon immer uns queeren Menschen nur wurden wir halt eine lange Zeit unterdrückt Und jetzt ist es halt endlich soweit dass wir auch dass wir stattfinden in den Medien in der Öffentlichkeit und des menschen und sehen Und was ich ganz oft zu hören bekomme ist dann immer so diese komische Aussage, das ist doch alles nur ein Trend und nicht binäre Menschen gibt es nicht.
- 6:08Speaker 0: Aber wenn man mal geschichtlich schaut gab es uns eigentlich schon immer und auch in den indigen Völkern zum Beispiel gab's auch schon nicht binäre Geschlechter.
- 6:19Speaker 0: Jetzt ist einfach gerade wieder die Zeit wo wir sichtbar werden und ich bin so dankbar dafür nutze jede Chance wie auch jetzt heute in diesem podcast darüber zu sprechen damit Leute das verstehen.
- 6:31Speaker 0: und ich glaube es hat auch viel mit angst zu tun.
- 6:34Speaker 0: wenn du sagst aus der heteronormativen brille, wenn du nicht wirklich viel mit queeren menschen zu tun hast dann hast du vielleicht auch angst vor uns.
- 6:42Speaker 0: aber wir beißt mich alles gut.
- 6:45Speaker 1: Du bist Teil von.
- 6:46Speaker 1: queer i germany ging vor kurzem, vor ein paar Wochen auf Netflix los.
- 6:51Speaker 1: Jetzt kennen vielleicht viele der Hörer die das US-Original zumindest aus den letzten Jahren schon jetzt eben auch die deutsche Version und du bist Teil davon.
- 7:03Speaker 1: wie kam es dazu?
- 7:04Speaker 0: Ich habe tatsächlich vor zweieinhalb Jahren eine Anfrage bekommen von der Produktionsfirma per E-Mail Und da hieß es so ja, wir suchen fünf queere Coaches für ein Format und mir war irgendwie sofort klar okay.
- 7:17Speaker 0: Es ist cool, weil ich mag das US-Format total gerne.
- 7:21Speaker 0: Ich habe das auch vorher immer gern geschaut... ...und die haben sich aber noch sehr bedeckt geheiret am Anfang!
- 7:28Speaker 0: Und dann dachte ich mir, hoffentlich wird das nicht so eine schlechte Kopie wie man das ganz oft leider in Deutschland hat.
- 7:34Speaker 0: Dass die Sachen so nachgemacht werden und als ich aber wusste es ist wirklich das Original.
- 7:39Speaker 0: Es wird mit Netflix produziert ja sehr qualitativ hochwertige Sachen produzieren war für mich klar okay Ich bin dabei ich habe Lust da drauf und dann ging die Reise los
- 7:49Speaker 1: Und jetzt habt ihr in der ersten Staffel eine ganze Menge Leben umgekrempelt.
- 7:54Speaker 1: Wie viel Spaß hast du daran, dich in so einem Menschen mit seinem ganzen Umfeld quasi reinzudenken und dann zu überlegen hey wie kann ich dem jetzt vielleicht helfen?
- 8:05Speaker 0: Ich glaube das liegt in meiner Natur.
- 8:07Speaker 0: Ich bin ja sonst auch Work-Life Coaching.
- 8:09Speaker 0: also ich helfe Menschen dabei eine bessere Balance zwischen beruflichen und privaten Leben zu schaffen.
- 8:15Speaker 0: Und bei Queer Eye war die Thematik natürlich noch offener.
- 8:19Speaker 0: Also da sind Menschen zu mir gekommen mit ganz verschiedenen Problemen und ja, mir macht es einfach Spaß mich mit den Menschen zu unterhalten und Stück für Stück zu verstehen wo sind diese Stellschrauben?
- 8:32Speaker 0: Wo sind die Stolpersteine in ihren Leben und wo kann ich einen Anstoß geben?
- 8:36Speaker 0: Es hat natürlich im Rahmen der Produktion total Spaß gemacht, weil ich viel mehr Möglichkeiten hatte.
- 8:41Speaker 0: Ich bin mit Nils zum Beispiel einen riesigen Turm hochgeklettert... ...ich war auf einer Alpaka-Wanderung mit Eugen und habe sehr schöne Dinge mit unseren Alltagsheldinnen erlebt und für diese Zeit bin ich ausgedankbar.
- 8:55Speaker 1: Gab es bei dir irgendwann so diesen Schlüsselmoment wo du gesagt hast dieses Coach Thema ist was?
- 9:01Speaker 1: für mich wirklich in Frage kommt.
- 9:03Speaker 1: Also oft hat man ja irgendwie so diesen Moment, wo man merkt hey ich glaube oder möchte anderen Menschen helfen.
- 9:11Speaker 1: Gab es dabei dir so einen Schlüsselmoment, wo du gesagt hast okay ich mach das jetzt wirklich?
- 9:15Speaker 0: Ja definitiv gab's zehn.
- 9:17Speaker 0: und zwar habe ich vor ein paar Jahren an einem Burnout gelitten was übrigens auch der Grund war warum ich dann nach Mallorca eine Spanien ausgewandert bin um mich selbst wieder zu heilen Als ich mich besser gefühlt habe und wieder die Energie gesammelt hab, die Kraft gewonnen hat.
- 9:36Speaker 0: Ich möchte etwas verändern!
- 9:38Speaker 0: Ich möchte, dass andere Menschen nicht so weit kommen müssen, dass sie nicht da reinrutschen.
- 9:44Speaker 0: Dadurch ist das ein bisschen entstanden dieser Coachinggedanke.
- 9:46Speaker 0: Dass sich gerne anderen Menschen helfen, weil es mir auch was zurückgibt...
- 9:51Speaker 1: Warum sind wir eigentlich so schlechter in diese Balance zwischen Arbeit und Privatleben quasi zu finden?
- 9:57Speaker 1: Also egal, wie reflektiert man da mit sich selbst umgeht.
- 10:03Speaker 1: Kennt selbst von mir.
- 10:03Speaker 1: Ich habe auch Phasen, wo ich mir denke so im Rückblick oben ist.
- 10:07Speaker 1: die Balance hab' ich jetzt grad mal wieder irgendwie verloren.
- 10:09Speaker 1: zum Glück kann ich es dann irgendwie reflektieren und wieder irgendwie zurück rudern aber Es ist ja eigentlich immer ein dauerthema.
- 10:17Speaker 1: also wir neigen ja schon dazu dass wir uns in Arbeit verlieren Und diese Balance dann auch verlieren.
- 10:28Speaker 1: Hast du eine Idee woran das eigentlich liegt?
- 10:30Speaker 1: Also eigentlich müsste unser Wohlbefinden für uns selber irgendwie an erster Stelle stehen, aber scheinbar sind wir da nicht so gut darin.
- 10:38Speaker 0: Ich glaube, es liegt hauptsächlich an zwei Faktoren.
- 10:41Speaker 0: Auf der einen Seite haben wir das Thema New Work.
- 10:44Speaker 0: Wir haben die Möglichkeit also die meisten von uns haben die möglichkeit von überall aus zu arbeiten auch im Home Office zu arbeiten und da geht's schon los dass wir selber Schwierigkeiten haben uns Grenzen zu setzen und zu sagen okay ich arbeite jetzt trotzdem nur von nine to five Und wenn du dann aber dein Schreibtisch im Wohnzimmer stehen hast und ein Laptop aufgeklappt ist dann verschwimmt das ganz schnell, ja dein Privatleben mit deinem beruflichen Leben.
- 11:09Speaker 0: Und auf der anderen Seite ist es glaube ich auch die Digitalisierung an sich.
- 11:13Speaker 0: wir sind die ganze Zeit auf Abruf.
- 11:15Speaker 0: unsere vorgesetzt können uns vielleicht bei WhatsApp schreiben.
- 11:19Speaker 0: unser e-mail Postfach ist doch auf dem Handy.
- 11:21Speaker 0: Das sind so Dinge die da auch mit einfließen dass du eigentlich twenty for seven erreichbar bist und was ich dann immer versuche weiterzugeben.
- 11:30Speaker 0: Es ist ganz, ganz wichtig dass man selber lernt sich Grenzen zu setzen und auch den anderen Grenzen aufzuzeigen.
- 11:36Speaker 0: Und zu sagen okay von dann und dann bin ich erreichbar aber ab diesem Zeitpunkt habe ich wirklich Feierabend und da kann mich niemand mehr erreichen.
- 11:43Speaker 0: Das müssen wir halt ganz streng selbst durchziehen weil das niemand anders für uns tut.
- 11:48Speaker 1: Du hast gerade erzählt, du hattest einen Burnout.
- 11:51Speaker 1: Was war der Moment wo du gemerkt hast?
- 11:52Speaker 1: Ich hab da jetzt echt ein Problem.
- 11:54Speaker 1: So gab's so'n Moment in diesem Prozess, wo du für dich selbst erkannt hast okay irgendwie...so kannst nicht weitergehen.
- 12:03Speaker 1: ich muss mir vielleicht auch Hilfe
- 12:04Speaker 1: suchen.".
- 12:05Speaker 0: Das hat sich bei mir körperlich gezeigt.
- 12:07Speaker 0: also ich hatte wirklich körperliche Symptome.
- 12:09Speaker 0: Ich hatte total krasse Schlafprobleme.
- 12:12Speaker 0: Ich bin nachts schweißgebadet aufgewacht immer so in einem Schockstatus.
- 12:17Speaker 0: Ich hatte kribbelnde Hände, Konzentrationsschwierigkeiten.
- 12:20Speaker 0: Dauermüdigkeit war auch ganz extrem.
- 12:22Speaker 0: also ich war immer müde und wollte eigentlich am liebsten... ...ich habe mich richtig gefreut wenn wieder abends mal auf die Schlafen gehen konnte Und das war wirklich keine schöne Phase und es hat aber auch eine Zeit lang gedauer zu verstehen dass es ein Burnout ist.
- 12:37Speaker 0: Also ich dachte okay ganz pragmatisch!
- 12:40Speaker 0: Ich bin zur Ärztin gegangen hab gefragt, was ist denn los?
- 12:43Speaker 0: Die haben alle nichts entdecken können.
- 12:46Speaker 0: Irgendwann hat es einen Klick gemacht und ich habe verstanden okay das ist etwas psychosomatisches.
- 12:51Speaker 0: Das ist ein Burnout!
- 12:53Speaker 0: Und da habe ich dann gesagt ok... Ich muss etwas an meinem Lifestyle auch verändern.
- 12:59Speaker 0: Arbeit ist nicht alles.
- 13:00Speaker 0: Ich war immer sehr karrierefokussiert und das hat sich mittlerweile so ein bisschen ausgeglichen.
- 13:06Speaker 0: also für mich ist Karriere ist dieser Begriff neu definiert, also ich mache Karriere für mich selber und muss niemanden anderes etwas beweisen.
- 13:15Speaker 0: Und hier auf Mallorca habe ich auch das Gefühl dass sich eine bessere Balance schaffen kann und ich mach auch privat viel mehr verschiedene Dinge.
- 13:22Speaker 0: Ich mache Yoga total gerne, ich gehe gerne wandern.
- 13:25Speaker 0: Hier kann man natürlich auch schön mal zwischendurch an den Strand!
- 13:28Speaker 0: Das hat mir auf jeden Fall geholfen aus dieser Zeit herauszukommen.
- 13:31Speaker 1: Jetzt wurde ja in den letzten Jahren und ich sage bewusst vor der Pandemie wurden diese Themen Burnout, Depressionen immer noch so ein bisschen von vielen belächelt.
- 13:41Speaker 1: Und mit vielen Vorurteilen belastet.
- 13:44Speaker 1: Ich habe das Gefühl die Pandemie hat uns da auch so'n bisschen bewusster werden lassen als Gesellschaft dass es wirklich ein Thema ist weil wir also auch in dem Prozess der Pandemie, vielleicht auch nicht bedingt durch die Pandemie.
- 13:59Speaker 1: Aber ich finde so gerade die letzten zwei drei Jahre gab es auch viel mehr prominente Persönlichkeiten, die dann auch mal öffentlich rausgegangen sind und gesagt haben Ich hatte einen Burnout, ich hatte eine Depression, die vielleicht sogar Bücher darüber geschrieben haben, die dem ganzen ganz andere Öffentlichkeit gegeben haben.
- 14:15Speaker 1: Und ich habe das Gefühl dass die Leute jetzt auch viel offener darüber reden wenn sie solche Themen haben oder sich auch einfach nicht wohlfühlen, dass sie vielleicht auch eher mal zum Psychologen gehen.
- 14:27Speaker 1: Zum Therapeuten gehen und damals auch selber für sich herausfinden was ist das eigentlich, was ich da hab?
- 14:33Speaker 1: Geht es dir da ähnlich?
- 14:34Speaker 1: also würdest du auch sagen, dass die Situation da eine bessere geworden ist?
- 14:38Speaker 0: Auf jeden Fall!
- 14:39Speaker 0: Ich merke das allein schon daran, dass es ja mittlerweile auch viel mehr Apps zum Beispiel im App Store gibt zum Thema mentale Gesundheit Und ich sehe das auch bei Instagram immer wieder.
- 14:48Speaker 0: Es gibt Accounts, die sich nur auf das Thema mentale Gesundheit fokussieren und den Menschen ist es einfach wichtig geworden weil sie gemerkt haben okay wenn ich nur arbeite dann geht's mir irgendwann schlecht Und das kann es irgendwie nicht sein und wir müssen uns selber Tools aneignen, damit es uns besser geht.
- 15:04Speaker 0: Ich spreche auch auf meinem Instagram-Kanal ganz offen über mentale Gesundheitsthemen... ...und versuche auch so Tipps weiterzugeben.
- 15:12Speaker 0: Das ist mir auch irgendwie so wichtig dass ich einen Mehrwert lief, warum nicht nur so ein paar Laber mache über mein Leben!
- 15:18Speaker 0: Über meinen schönes Leben in Mallorca.
- 15:21Speaker 0: Deswegen glaube ich ist da auf jeden Fall eine positive Entwicklung.
- 15:25Speaker 0: Freut mich voll.
- 15:26Speaker 1: Jetzt haben wir ja zwei Jahre irgendwie viele von uns, was schon gesagt im Homeoffice gearbeitet haben auf einmal selbst in Unternehmen die nie dazu bereit waren ihre Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen.
- 15:37Speaker 1: Selbst die mussten irgendwie umdenken.
- 15:39Speaker 1: jetzt habe ich so das Gefühl wo die Pandemie langsam einigermaßen unter Kontrolle ist kommen alle wieder zurück ins Büro, weil sie froh sind mal wieder Menschen zu sehen und es schwankt wieder so ein bisschen die andere Richtung.
- 15:53Speaker 1: Aber irgendwie scheint sich's auch einzupendeln.
- 15:55Speaker 1: also die Leute haben glaube ich auch gemerkt zu viel Homeoffice ist irgendwie auch nicht gut.
- 16:00Speaker 1: Also man braucht irgendwie so eine Balance.
- 16:04Speaker 1: Glaubst du wir sind da in der Lage einen guten Mittelweg zu finden?
- 16:08Speaker 1: Also dass man vielleicht sagt okay drei Tage die Woche im Homeoffice, zwei Tage komme ich ins Büro oder vielleicht auch nur einen Tag.
- 16:16Speaker 1: Also dieses... Ich nenn's mal selbst bestimmte Arbeiten.
- 16:20Speaker 1: sind wir da vielleicht endlich an der Schwelle dorthin zu kommen dass jeder für sich selbst verantwortlich sagt hey heute habe ich die und die Tasks die sind viel besser wenn nicht die von daheim ausmachen.
- 16:31Speaker 1: morgen ist vielleicht dies und das da brauche ich vielleicht die Leute im Büro um mich herum.
- 16:35Speaker 1: Das wäre eigentlich der Idealzustand oder?
- 16:37Speaker 1: Dass wir da irgendwie mal hinkommen.
- 16:38Speaker 1: Voll
- 16:38Speaker 0: gut, dass du das ansprichst.
- 16:39Speaker 0: Ich finde es auf jeden Fall super zukunftsorientiert und ich glaube... ...dass es langfristig auch in die Richtung gehen wird, dass es gar keine Offices mehr im klassischen Sinne gibt sondern eher so co-working spaces mit Präsentationsräumen wo Leute sich wirklich für Meetings treffen Und dass die Menschen einfach zu Hause auch arbeiten können.
- 16:59Speaker 0: Wie du schon gesagt hast, eben diese Selbstbestimmtheit.
- 17:02Speaker 0: Ich glaube das wird der nächsten Generation immer wichtiger sein und da müssen Unternehmer auf jeden Fall mitziehen... ...dass man nicht mehr die Leute an dem Bürostool fesselt sondern sagt ihr dürft arbeiten wo ihr möchtet.
- 17:14Speaker 0: Manchmal ist es halt wirklich schöner.
- 17:16Speaker 0: oder auch, ich finde gerade in so Meeting Situationen finde ich's live oft einfacher und auch kreativer.
- 17:23Speaker 0: Und dafür sind halt dann so Spaces glaube ich total spannend wo man sich wirklich treffen kann wo man zusammenkommt um zu reden.
- 17:31Speaker 1: Jetzt habe ich mir natürlich ein bisschen die Queer Eye Folgen angeschaut Und gerade auch in der ersten Folge zum Beispiel merkt man sehr schnell, dass du wahnsinnig selbstbewusst bist.
- 17:44Speaker 1: Also ich sag jetzt mal das Gegenteil von Schüchtern und du springst einfach in die Situation rein also auch grade bei dem den ihr da gekocht habt.
- 17:55Speaker 1: Ich hab mich an diese Dating-Szene erinnert wo er kichernd vor dir saß und nicht so richtig wusste wie er mit dir umgehen soll.
- 18:05Speaker 1: Ist das was, was schon immer in dir war?
- 18:07Speaker 1: Also diese Selbstbewusstsein?
- 18:09Speaker 1: oder war es ein Prozess den du erst mal für dich selbst finden musstest.
- 18:15Speaker 1: Also warst du früher vielleicht das Gegenteil davon super schüchtern und zurückhalten und hast dann irgendwann für dich gemerkt ne so funktioniert's irgendwie nicht.
- 18:26Speaker 1: und dann den Dreh gefunden.
- 18:27Speaker 1: oder war das schon immer so bei dir?
- 18:30Speaker 0: also das Wort Selbstbewusstein ergibt sich ja eigentlich aus dieser Ja.
- 18:34Speaker 0: Also eigentlich sagt man ja sich selbst bewusst sein.
- 18:36Speaker 0: und ich glaube, dass viele queere Menschen sich selbst bewusst sind weil wir schon im frühen Kindesalter uns so reflektieren müssen.
- 18:45Speaker 0: Weil andere uns als anders wahrnehmen und das kann natürlich auch negativ sein.
- 18:53Speaker 0: voll die krassen Mobbingerfahrung leider machen müssen in der Schule.
- 18:56Speaker 0: Du weißt einfach, also du verstehst in dieser Zeit gar nicht warum.
- 19:00Speaker 0: Du denkst einfach ich bin doch wie alle anderen und die Anderen sehen das aber nicht so.
- 19:04Speaker 0: und deswegen musste ich schon im Kindesalter und dem Jugendlichen Alter ganz viel mich selbst reflektieren und habe deswegen eben so ein Bewusstsein für mich selbst geschaffen aus dieser Queerness heraus Und ich war früher super schüchternes Kind.
- 19:20Speaker 0: also ich konnte nicht mal ein Eis irgendwo bestellen, ich habe immer meine Mutter vorgeschickt.
- 19:27Speaker 0: Ich glaube wirklich dass diese Queerness eine große Rolle dabei gespielt hat das sich immer mehr verstanden habe wer ich bin und das gibt natürlich so einen Selbstvertrauen irgendwann.
- 19:36Speaker 1: Wie sah denn dieser Prozess des... dich selbst kennenlernen's aus.
- 19:42Speaker 1: Also ich könnte mir vorstellen, ist es ja jetzt auch nicht so dass man als Kind sofort weiß was da eigentlich mit einem passiert?
- 19:50Speaker 1: Man merkt vielleicht nur irgendwie... Ich ticke nicht ganz so normal in Anfangstrichen wie alle anderen um mich herum.
- 19:58Speaker 1: also irgendwie irgendwie bin ich anders.
- 20:04Speaker 1: Ja, ich pass nicht so in diese Muster der anderen hinein vielleicht.
- 20:09Speaker 1: Also man hat ja dieses ganze Wissen noch gar nicht über Sexualität, über irgendwelche Themen drum herum.
- 20:16Speaker 1: also wie war da bei dir dieser Prozess wo du gemerkt hast?
- 20:20Speaker 1: Ja irgendwie ist da was nicht so wie bei den meisten anderen um mich herum.
- 20:27Speaker 0: Also ich glaube tief in mir drin wusste ich immer dass Eigentlich non binary bin oder nicht wie mehr, weil ich immer diese weibliche Seite auch hatte.
- 20:37Speaker 0: Ich hab sie nun lange Zeit eben unterdrückt, weil das eben nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht.
- 20:43Speaker 0: und als ich dann mit achtzehn Jahren nach Berlin gezogen bin die Stadt der Freiheit und Selbstentdeckung.
- 20:48Speaker 1: Ich habe letztens, ich habe kürzlich gelernt es ist die Regenbogen Hauptstadt echt?
- 20:55Speaker 1: Hat mir jemand erklärt.
- 20:56Speaker 1: Ja, das
- 20:56Speaker 0: stimmt!
- 20:56Speaker 0: Also viele queere Menschen suchen auf jeden Fall Flucht in der Hauptstadt.
- 21:00Speaker 0: Ich habe es auch getan.
- 21:01Speaker 0: zehn Jahre lang hab ich im Berlin gelebt.
- 21:03Speaker 0: Die Stadt hat mir wirklich geholfen weil sie einem so viel Freiraum gibt und soviel Platz sich selbst zu finden und selbst zu entdecken.
- 21:11Speaker 0: Und ja das war auf jeden fall eine Achterbahnfahrt Das kann ich dir sagen Eine achterbahn Fahrt der Gefühle Entdeckung, inklusive Therapie.
- 21:22Speaker 0: Also ich dachte auch lange Zeit dass ich klassisch transsexuell bin und eine Geschlechtsangleichung machen möchte also wirklich von Mann zu Frau und ich habe aber durch die Therapie und während dieser Therapie für mich verstanden das ich in dieser anderen Rolle auch unglücklich werde und deswegen bewege ich mich eben dazwischen und dafür hab' ich diese Begrifflichkeit nicht wie näher non-binary entdeckt.
- 21:46Speaker 0: und es passt eigentlich so am besten zu mir
- 21:48Speaker 1: Wenn uns jetzt Leute zuhören, die noch nie irgendwie mit einer non-binären Person in Kontakt gekommen sind und gar nicht so richtig wissen was es eigentlich ist.
- 21:58Speaker 1: Kannst du vielleicht nochmal kurz erklären wie du das für dich tatsächlich definierst?
- 22:02Speaker 1: Also du hast es ja gerade schon ein bisschen umschrieben.
- 22:04Speaker 1: aber nochmal für die, die davon sogar keine Ahnung haben damit wir eine kleine aufklärerische Mission gleich noch miterfüllen.
- 22:13Speaker 0: Ja also non binary ist eigentlich so das Label fürs Nichtlabeln.
- 22:17Speaker 0: Ich sehe mich halt nicht als Mann, ich sehe mich aber auch nicht wirklich als Frau sondern bewege mich eben auf diesem Spektrum dazwischen.
- 22:24Speaker 0: Ich glaube eh das Geschlecht auf einem Spektrom stattfindet und wir alle irgendwie auch beides ein bisschen in uns haben... ...und bei mir ist es halt ein bisschen extremer ausgeprägt würde ich sagen!
- 22:35Speaker 0: Und deswegen also ich bin eh kein großer Fan von Labels an sich.
- 22:39Speaker 0: aber damit ich mich anderen Menschen erklären kann sage ich halt.. ..ich bin non-binary damit sie Verständnis dafür bekommen wie ich mich selbst identifiziere.
- 22:49Speaker 1: Dieses Thema mit den Labels, das ist ja so ein kulturell gelerntes Ding dass wir sagen hier Mann Frau weil wir auch vieles andere dazwischen und darüber hinaus meistens gar nicht in unserem Umfeld kennenlernen oder erst spät kennenlern.
- 23:07Speaker 1: Wir sind natürlich durch unsere Eltern die meistens klassische binäre Paare sind sozusagen.
- 23:15Speaker 1: Glaubst du denn, dass wir irgendwann mal in eine... Gesellschaft kommen, in der wir gar nicht mehr so sehr über Geschlechter nachdenken.
- 23:22Speaker 1: Sondern einfach nur sagen, ah das ist Leni eigentlich jetzt mir völlig egal ob Mann-Frau binär nonbinär was auch immer weil es ist ja am Ende immer noch Leni.
- 23:33Speaker 1: also du bist ja deshalb nicht Mensch sondern eigentlich bist Du einfach nur Mensch und männlich weiblich oder was auch Immer ist doch eigentlich vollkommen egal oder?
- 23:45Speaker 0: Ja das hast du total schön gesagt und das ist ja auch so ein bisschen meine Mission, dass wir irgendwann an den Punkt kommen.
- 23:51Speaker 0: Dass wir alle gemeinsam als Gesellschaft miteinander auskommen.
- 23:55Speaker 0: Das es keine Pride Demonstration mehr geben muss wo wir queere Menschen für unsere Rechte kämpfen müssen sondern dass wir alle Hand in Hand als Gesellschaft funktionieren.
- 24:06Speaker 0: Und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg!
- 24:07Speaker 0: Ich meine gerade in Deutschland... ...ich sehe das auch in der Unternehmenswelt.
- 24:11Speaker 0: Es gibt mittlerweile den Beruf des Diversity Managers.
- 24:14Speaker 0: Das sind Menschen die sich wirklich täglich damit auseinandersetzen, dass Vielfalt auch im Unternehmen zum Beispiel gelebt wird.
- 24:22Speaker 0: und das sind so kleine Lichtblicke für mich wo ich sehe.
- 24:25Speaker 0: okay es geht in eine richtige Richtung
- 24:29Speaker 1: Weil du es gerade ansprichst, diese ganzen also so gut wie jedes große Unternehmen hat jetzt neuerdings in ihre schönen kleinen Büchlein mit den Werten auch das Thema Diversität mit aufgenommen.
- 24:42Speaker 1: Wenn man dann aber mal hinter die Kulissen schaut merkt man schnell ganz so sehr ist es da ganz so gut ist es um die Diversitet vielleicht gar nicht einmal bestellt.
- 24:53Speaker 1: Also glaubst du diesen diesen?
- 24:56Speaker 1: Ja erst mal Marketing Parolen.
- 24:58Speaker 1: glaubst du das da wirklich was hinter den Kulissen passiert oder ist es eigentlich nur so ein bisschen.
- 25:03Speaker 1: So ein schönes schöner zusätzlicher Wert, den man irgendwo neben Nachhaltigkeit und irgendwie faires Handeln und was man da Transparenz was man also alles schön gerne in diese Marketing Broschönen reinschreibt.
- 25:20Speaker 1: Glaubst du, dass wir die Unternehmen da wirklich so ein bisschen beim Wort nehmen können und sich wirklich was verändert oder fällt man dann doch irgendwie gerade in Krisenzeiten wie jetzt.
- 25:29Speaker 1: In die alten bewährten Strukturen zurück und traut sich dann doch nicht mehr mal neu zu denken?
- 25:36Speaker 0: das ist ein super wichtiger Punkt den Du ansprichst.
- 25:39Speaker 0: leider gerade zum Pride month im Juni gibt es ganz viele Unternehmen Die nur im juni etwas mit queeren Influencerinnen machen und sich die Pride Flag irgendwo auf ihr Facebook Logo klatschen.
- 25:52Speaker 0: Und das ist ganz klassisches Pinkwashing.
- 25:55Speaker 0: also wirklich, dass nur als Marketing Kanal für sich zu nutzen weil es gerade irgendwie... Trendy ist und hip und der Regenbogen irgendwie so schön bunt zum Sommer passt, da muss man einfach ein bisschen tiefer reinschauen.
- 26:06Speaker 0: Und sich mit dem Unternehmen befasst und schauen okay was tun diese Menschen wirklich für unsere Community?
- 26:12Speaker 0: Wird vielleicht auch einen Teil gespendet?
- 26:14Speaker 0: bei einem Modeunternehmen zB wenn die eine Pride-Kollektion rausbringen wird ein Teil an einer Organisation gespendelt oder nicht?
- 26:20Speaker 0: Werden die creator vergütet für diese promotion oder werden sie ausgenutzt?
- 26:26Speaker 0: also ich erinnere mich auch vor ein paar jahren gab es auch.
- 26:30Speaker 0: das war wirklich das paradebeispiel des waren automobil konzern.
- 26:33Speaker 0: Die haben in deutschland dann auf ihrer instagram page ihr logo mit der prideflagge hinterlegt, aber nicht und da merkst du dann auch okay dass funktioniert anscheinbar nur in einigen ländern und nicht wirklich Und es wird nicht wirklich komplett durchgezogen, wofür dieses Unternehmen steht.
- 26:51Speaker 0: und da ist es wirklich wichtig dass man mal dahinter schaut.
- 26:54Speaker 0: Und guckt macht dieses Unternehmen auch wirklich langfristig und das ganze Jahr über etwas für die queere Community?
- 27:01Speaker 0: oder es ist eigentlich nur ein Marketing Trick
- 27:04Speaker 1: was ich oft immer so ein bisschen komisch finde.
- 27:06Speaker 1: wenn ich mir Veranstaltungen rund um Diversität anschaue dann sehe ganz oft Frauenveranstaltungen sage ich jetzt mal also ein frauen dinner frauen lunch gab es jetzt gerade letzte woche hier in münchen im rahmen von der großen veranstaltung, wo dann wieder nur frauen da saßen.
- 27:25Speaker 1: wenn ich mir auch queer events anschaue.
- 27:28Speaker 1: Dann sind da meistens queere menschen da aber sehr wenige hetero normative menschen.
- 27:35Speaker 1: eigentlich werden wir wirklich diversität ernst nehmen müssen wir es doch hinbekommen dass wir alle Einmal durchmischen und alle zusammenbringen.
- 27:43Speaker 1: Und mal einmal ordentlich umrühren und sagen, hey lernt euch mal kennen und kommt mal zusammen!
- 27:48Speaker 1: Also warum sind diese ganzen Diversitiveranstaltungen immer so für eine Schubblade in Anfangsstrichen?
- 27:57Speaker 1: Warum schaffen wir es nicht mal wirklich alles
- 27:59Speaker 1: zusammenzubringen?!
- 28:00Speaker 0: Also ich muss sagen, auf den Panel Talks... Du hast recht.
- 28:04Speaker 0: Teilweise ist es so, dass das oft ein Frauenthema ist.
- 28:09Speaker 0: Lied vielleicht auch leider daran, dass viele Männer denken, dass es nicht so wichtig ist und vielleicht auch deswegen nicht gerne zu einer Veranstaltung kommen.
- 28:16Speaker 0: Aber ich bin da total deiner Meinung.
- 28:18Speaker 0: also wenn wir etwas verändern wollen und etwas schaffen wollen dann müssen wir ja einen Abbild der Gesellschaft irgendwie zum Beispiel in so ner Panelrunde schaffen und auch wirklich eine Spokesperson für eine Community sozusagen da sitzen haben.
- 28:31Speaker 0: ja das heißt, da muss ein heteroman sitzen.
- 28:35Speaker 0: Da muss eine queere Person sitzen.
- 28:36Speaker 0: Dann muss vielleicht auch ne schwarze Transfrau sitzen die von Diskriminierung betroffen ist damit wir eben in der Gesprächsrunde schaffen und eine Basis schaffen wo wir Veränderungen erreichen können.
- 28:47Speaker 1: was glaubst du denn woran das scheitert?
- 28:49Speaker 1: also es ist vielleicht auch so dass wir inzwischen Also wir haben ja schon drüber geredet, Labels sind eigentlich so ein bisschen nervig.
- 28:55Speaker 1: Aber wir haben inzwischen so wahnsinnig viele Labels.
- 28:58Speaker 1: also die Vielfalt ist ja riesig!
- 29:00Speaker 1: Ist ja auch gut so... Aber mit diesen fünf Millionen Labels, man kommt ja kaum noch hinterher sage ich jetzt mal auch dann diese Leute alle mal zusammenzufinden.
- 29:11Speaker 1: Also wenn ich da anfange also wir machen ja auch Veranstaltungen.
- 29:14Speaker 1: Das heißt, wenn ich jetzt anfangen eine Panel zu besetzen, dann brauche ich ja fast schon irgendwie zwanzig Stühle in diesem Panel um überhaupt mal wirklich die Vielfalt abzubilden?
- 29:25Speaker 0: Ja!
- 29:26Speaker 0: Dann musst du das glaube ich so machen.
- 29:27Speaker 0: Da musst du zwanzige Stühlen dahin stellen.
- 29:33Speaker 1: Wenn man es wirklich ernst nimmt, dann müsste man's eigentlich mal tun.
- 29:36Speaker 1: Aber habe ich so aber noch nirgendwo gesehen dass das mal jemand gemacht hätte?
- 29:41Speaker 0: Ja also voll klar unsere Gesellschaft ist mega vielfältig und divers und wenn du es richtig machen willst dann musst du eben eine Person aus jedem Bereich irgendwie da sitzen haben.
- 29:52Speaker 0: Und klar gibt ja manchmal auch so Nischen Themen wo man sich vielleicht auf zwei drei Personen fokussieren kann.
- 30:01Speaker 0: Aber im Grunde genommen hast du recht.
- 30:04Speaker 0: Und ich glaube, das ist auch das Problem, weshalb so viele Leute so müde davon sind und Angst vor diversitätsthemen haben weil es eben Veränderungen bedeutet.
- 30:14Speaker 0: Und Veränderung bedeutet immer dass man sich aus seiner eigenen Comfort Zone bewegen muss, dass man etwas dazu lernt... In der Meinung da muss man keine Angst vorhaben, weil wir nehmen ja niemanden etwas weg.
- 30:27Speaker 0: Sondern ich glaube das steckt etwas sehr Großartiges dahinter wenn wir es zulassen dass wir jetzt auch noch mal zurück auf das Arbeitsthema zu kommen, dass wir eine diverse Arbeitsgruppe haben.
- 30:36Speaker 0: Ich glaub da kommt viel bessere Ergebnisse und viel kreativere Ansätze bei herum als wenn das nur aus einer Gruppe kommt.
- 30:45Speaker 1: Was hast du in deiner... Laufbahn, auch in deiner beruflichen Laufbahnen immer wieder mit Vorurteilen und Anfeindungen usw.
- 30:54Speaker 1: zu kämpfen gehabt?
- 30:55Speaker 1: Wie gehst du denn heute mit Menschen um bei denen du merkst der ist jetzt einfach voller Vorurteilung oder feindet dich vielleicht sogar an?
- 31:07Speaker 1: wie gehst Du heute mit solchen Situationen um?
- 31:13Speaker 0: Meine nichtbinäre Identität wird ganz oft in Frage gestellt und da habe ich mir mittlerweile aber echt so eine Schutzhülle angeeignet, weil ich weiß das hat immer etwas mit der Person selber zu tun.
- 31:24Speaker 0: Es ist immer eine eigene Unsicherheit auch mit der eigenen Identität und der eigenen Sexualität Und das reflektiert diese Person auf mich.
- 31:31Speaker 0: und da sage ich aber halt stopp!
- 31:33Speaker 0: It's not my job!
- 31:34Speaker 0: Du musst die Arbeit irgendwie selber machen und dich selbst entdecken.
- 31:40Speaker 0: Ja, das hängt immer so ein bisschen davon ab.
- 31:42Speaker 0: Wenn eine Person Respekt vor mir gegenüber ist und wirklich interessiert Fragen stellt dann bin ich da auch gerne da und liefere die Antworten.
- 31:50Speaker 0: wenn ich aber merke dass geht in so einen Angriffsdiskurs dann bin nicht mehr bereit mit der Person darüber zu sprechen weil es dann glaube ich nichts bringt.
- 32:00Speaker 1: Jetzt hast du es gerade gesagt oft wirst du nicht ernst genommen oder infrage.
- 32:05Speaker 1: Es wird infrage deine sexualität wird oder deine identität wird in frage gestellt.
- 32:10Speaker 1: Kannst du verstehen oder nachvollziehen woher das kommt?
- 32:14Speaker 1: also ist das einfach vielleicht auch weil Man so selten mit nonbinären personen in kontakt kommt und man das Ganze vielleicht gar nicht gar nicht versteht, dass die leute da einfach auch eine Ja, auch so eine Bildungslücke im Endeffekt haben.
- 32:30Speaker 1: das die man vielleicht erstmal angehen sollte.
- 32:32Speaker 1: Also dass mal hier noch ein Fass auf auch in Richtung Schulbildung, dass man da vielleicht mal auch den Leuten mehr beibringen müsste also ist es vielleicht einfach auch ein Stück weit unwissen gepaart mit Ignoranz und dann irgendwelchen Einfachen denken muss dann indem man vielleicht da rein verfällt mit vielleicht dann auch noch ein bisschen Bösewilligkeit und Angst.
- 32:53Speaker 1: und wie immer aber Vielleicht kurz zusammengefasst ist es ein Bildungsthema, dass wir da einfach immer noch den Menschen zu wenig beigebracht haben.
- 33:08Speaker 0: Es ist natürlich auch die untere Präsentanz von uns nicht binären Menschen.
- 33:12Speaker 0: Also ich bin deswegen auch so dankbar, dass sich diese Reichweite bei Netflix bekommen habe und mich dahin stellen kann als nicht-binäre Person um eben auch anderen Kids ein Vorbild zu sein und zu sagen guck mal es ist okay wie du bist Ich lebe auch noch Und dieses Thema Bildungslücke ist auch so ein Ding.
- 33:33Speaker 0: Ich glaube, die Menschen haben jetzt gerade erst mal verstanden was es bedeutet trans zu sein oder was eine Trans Identität ist.
- 33:40Speaker 0: und non-binary trans ist ja nur eine Unterkategorie vom trans sein, die ein bisschen abweicht von diesem klassischen Mann zur Frau oder Frau zum Mann Weg sondern sich eben so ein bisschen undefinierter dazwischen bewegt.
- 33:54Speaker 0: und ich sage immer die Bildung fängt im Kindesalter an.
- 33:59Speaker 0: Auch diese Toleranz und Akzeptanz kann man Kindern so toll beibringen, auch mit Lehrbüchern oder Kinderbücher.
- 34:05Speaker 0: Und da können wir auf jeden Fall noch viel mehr machen.
- 34:09Speaker 1: Gerade nonbinäre Personen – ich habe mit Julia Shaw darüber im Kontext von Bisexualität gesprochen.
- 34:16Speaker 1: jetzt ist es die Wahrscheinlichkeit dass man bisexuelle Menschen trifft vielleicht noch ein bisschen höher als nonbinärere Menschen weil es vielleicht noch mehr davon gibt?
- 34:25Speaker 1: Oder ist das ticken akzeptierter?
- 34:28Speaker 1: vielleicht in der gesellschaft ist.
- 34:30Speaker 1: aber wenn ich jetzt mir serien anschaue wenn nicht mehr bücher durchlesen wenn ich theaterstücke sehe wenn ich filme schaue auch Geschichtsbücher übrigens, also es ist ja nicht so dass du hast das vorhin ganz eingangs schon angesprochen.
- 34:46Speaker 1: Das ist jetzt kein neues Phänomen oder keine neue Identität sondern gab's ja sogar schon irgendwie vor vor hunderten von Jahren gab's nonbinäre Menschen wahrscheinlich sogar vor tausenden von Jahren aber es findet halt nicht statt.
- 34:59Speaker 1: Also es gibt kaum irgendwelche Filme wo mal eine Hauptrolle in der nonbinärere Person ist.
- 35:06Speaker 1: Es gibt kaum Bücher es gibt keine Serien und so weiter müssten wir nicht da auch mal ansetzen.
- 35:13Speaker 1: Also, dass diese Vielfalt der Identitäten geschlechter und sexuellen Ausrichtungen... ...dass wir die auch wirklich in der Kultur stärker verankern können?
- 35:25Speaker 0: Auf jeden Fall!
- 35:25Speaker 0: Und ich habe jetzt vor ein paar Tagen gesehen das ZDF eine neue Serie rausgebracht hat.
- 35:29Speaker 0: Becoming Charlie heißt sie und da geht es wirklich.
- 35:33Speaker 0: also ist die Hauptperson der Hauptcharakter eine nicht binäre Person Und da geht es auch um diese Reise der Selbstentdeckung und ich finde das total forward und mega cool vom ZDF, dass die sowas produziert haben.
- 35:45Speaker 0: Und davon darf es wirklich gerne mehr geben, auch mehr in Büchern, Theater im Kino also überall.
- 35:52Speaker 0: Repräsentanz hilft einfach Diskriminierung und Vorurteile abzuschaffen in jedem Bereich und so eben auch bei queeren Identitäten.
- 36:01Speaker 0: ja
- 36:01Speaker 1: jetzt wird ja dieses ganze Thema auch immer gerne so auf auf Sexualität heruntergebrochen, also es geht ja immer nur irgendwie in den Köpfen der Menschen.
- 36:11Speaker 1: Scheint's ja immer... Ich hab das jetzt auch, wo ich vor zwei Wochen da ein bisschen stärker in das Thema reingegangen bin.
- 36:17Speaker 1: Ich habe festgestellt, dass wenn man mit Menschen spricht, mit v.a.
- 36:20Speaker 1: auch heteronormativen Menschen, es dauert ungefähr so fünf Sekunden und dann gehts eigentlich nur noch darum, mit wem denn die Person jetzt irgendwie ins Bett geht.
- 36:31Speaker 1: Also Julia Shaw hat es so schön gesagt sie hat gemeint naja Zeit in meinem Leben habe ich ja keinen Sex und bin Mensch.
- 36:40Speaker 1: Und erlebe ganz viele Dinge, wie sehr geht dir das dann auf die Nerven?
- 36:45Speaker 1: Dass alles immer so sexualisiert wird wenn es um Queer sein geht.
- 36:53Speaker 1: Ich hab mich da echt teilweise aufgeregt, wo ich Gespräche mit anderen Menschen geführt habe.
- 36:57Speaker 1: Es geht immer nur darum und es ist doch eigentlich völlig egal.
- 37:01Speaker 1: Man kann ja auch gar kein Sexleben haben und trotzdem queer sein zum Beispiel!
- 37:06Speaker 0: Ja, es gibt ja auch asexuelle Menschen.
- 37:08Speaker 0: Die darf man ja auch nicht vergessen die wirklich keinen Sex haben und bei mir ist das ich finde das immer total interessant dadurch dass ich... Manche Leute glaube ich so ein bisschen verwirre mit meinem Dasein sag' ich mal.
- 37:24Speaker 0: Wissen die Leute können die Leute meine Sexualität nicht einschätzen?
- 37:28Speaker 0: Und fragen mich auch ganz oft direkt stehst du jetzt auf Männer oder Frauen?
- 37:33Speaker 0: Und ich muss sagen, ich leg mich da nicht fest.
- 37:35Speaker 0: Ich würde mich als Pansexuell einordnen.
- 37:39Speaker 0: Also... ...ich sehe den Menschen eben im Vordergrund und verliebt mich in meinen Menschen und finde einen Menschen attraktiv.
- 37:46Speaker 0: Es ist auch mega wichtig zu verstehen dass es eben das Identität geschlechtliche Identität und Sexualität getrennt voneinander betrachtet werden muss.
- 37:57Speaker 0: Eine Transfrau die homosexuell ist steht auf andere Frauen oder Transfrauen Und eine Transfrau, die heterosexuell ist steht auf Männer.
- 38:07Speaker 0: Das müssen wir eben echt verstehen und ich glaube das ist in der deutschen Sprache so ein bisschen schwierig weil wir einen Begriff eben nur dafür haben und im Englischen gibt es aber Sex and Gender was eben bedeutet dein Geschlecht und dein gelebtes Geschlechts.
- 38:23Speaker 0: und Ich glaube dass das auch noch mal so ne Sache die oft Verwirrung Stiftet die aber eigentlich ganz einfach ist.
- 38:28Speaker 0: man muss sie nur voneinander trennen
- 38:31Speaker 1: Muss sie genau muss die vor allem einmal einfach verstehen, dass es zwei unterschiedliche dinge sind und ich glaube vielleicht konnten wir da heute so ein bisschen licht ins dunkel mancher hörer bringen.
- 38:42Speaker 1: das werde auch auf jeden fall mal schön.
- 38:45Speaker 1: Wenn wenn vielleicht der eine oder andere nach dieser episode irgendwie rausgeht und der der sleep timer bei spotify dann los geht und Malen ins bett geht uns sagt okay aber jetzt habe ich irgendwie zumindest mal ein bisschen mehr verstanden.
- 39:00Speaker 1: Deshalb danke dir für die Offenheit, für die Einblicke und die Erklärungen, die vielleicht der eine oder andere als wertvoll erachtet.
- 39:11Speaker 0: Ich danke dir!
- 39:12Speaker 0: Und jetzt bin ich dafür, dass wir noch mal mit einem Genatonic anstoßen... ...und den Abend ausklingen lassen!
- 39:22Speaker 0: Cheers!
- 39:23Speaker 1: Danke dir!
- 39:25Speaker 1: Das war's leider schon.
- 39:27Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 39:29Speaker 1: das Gespräch zu Ende.
- 39:31Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 39:33Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die
- 39:37Speaker 0: Bar verlässt!
- 39:38Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.