Latest / Fadegrad / Robina Steyer tanzt Wiborada
Transcript
- 0:04Ich stand für die Glaube. Ja, definitiv.
- 0:08Ähnlich wie dieses Gefühl, worüber wir vorhin gesprochen
- 0:11haben, dass die Borada oder auch Sophie Scholl an etwas Größeres
- 0:13glauben, dass es aus mir selbst herausgekommen als Kind, und ich
- 0:18wollte das unbedingt, ich bin in keiner musischen künstlerischen
- 0:21Familie groß geworden, es war auch am Anfang nicht so einfach.
- 0:25Ich habe auch gemerkt in den Momenten, wo ich tanze oder auch
- 0:28beim Choreographieren. Bin ich mir selbst am nächsten?
- 0:44Vater Grad der Podcast, der fragt, warum Menschen tun, was
- 0:48sie tun und wie sie geworden sind, wer sie sind.
- 0:56Heuzernen heute bin ich bei der Robina Steier im Tanzstudio von
- 1:00der IG Dance in St. Gallen.
- 1:03Sie ist freischaffende Choreografin, Tänzerin und
- 1:07Dozentin und ist vor 2. 1014 bis 2. 1019 Solistin bei der
- 1:11Tanzkompanie St. Gallen ihre neueste Performance
- 1:15heisst Sancta Viborada Reise ins Innere der Rebellion und wird am
- 1:202. Mai in der St.
- 1:21Mangile in St. Gallen uraufgeführt.
- 1:24Herzlich Willkommen. Hallo Gabriele.
- 1:28Viberator von St. Gallen hat bis vor ihrem Tod 926
- 1:32hinter der Kirche St. Mangel als sogenannte Inclusive
- 1:35gelebt. Das bedeutet, dass sie sich
- 1:38Ihnen erzählen, Händler einschliessen lassen, dort ist
- 1:41sie zur Ratgeberin für die Stadt St.
- 1:43Gallen geworden. Auch heute befindet sich an
- 1:46diesem Ort wieder eine Zelle, dort erleben dieses Jahr 5
- 1:50Menschen für je eine Woche. Ich Gabriel Limhoff Podcast Host
- 1:55und Religionspädagogin Ausbildung, bin einer von diesen
- 1:58Inklusion aufzieht. Umso mehr bin ich gespannt auf
- 2:01dieses Gespräch mit Robina. Liebe Rubina, Tanz, Freiheit,
- 2:09Kunst und. EU.
- 2:11Religiöse Frau wo sich vor mehr als 1000 Jahren hat freiwillig
- 2:15in eine Zelle einschliessen lassen.
- 2:17Wie geht das zusammen? Ich denke, da gibt es gar nicht
- 2:22so große Unterschiede, wie es am Anfang vielleicht scheinen mag.
- 2:27Als Tänzerin hat man also als Berufstänzerin zum Beispiel hat
- 2:31man sehr geregelte Tagesabläufe, man braucht sehr viel Disziplin
- 2:35und ich würde sogar behaupten, das geht so weit, dass man sich
- 2:40fast selbst aufgeben muss im Privaten, um diesen Beruf oder
- 2:45diese Berufung nachzugehen. Und ja, ich habe jetzt hier auch
- 2:50gemerkt in den Kreationsprozess, also vor allem, wenn man ein
- 2:54Solo erarbeitet. Ist man auch sehr viel allein
- 2:58mit sich, mit seinen Gedanken. Ja, da seh ich schon viele
- 3:03Brücken zu ibburada. Wie kommst du zu?
- 3:08Hattest du die entschieden hast, zu der Person, zu der Liborata
- 3:14eine eigene Performance zu schreiben?
- 3:18Das war eigentlich nicht meine Idee.
- 3:20Die Idee wurde an mich herangetragen, und zwar habe ich
- 3:24letztes Jahr ein Stück über den weiblichen Zyklus gemacht und
- 3:27Judith Thoma hat eine Vorstellung gesehen und hat mich
- 3:31danach gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, etwas zu
- 3:35machen. Und ja, das fand ich von Anfang
- 3:38an sehr spannend. Und ja, es ist immer noch
- 3:42spannend, jetzt auch im Prozess, weil ich jetzt natürlich noch
- 3:45viel mehr ins Thema komme und mich mit dieser Frau
- 3:48beschäftige. Wie störst du zu Ihrer?
- 3:51Hast du wahrscheinlich in dieser Zeit einen Zugang entwickelt?
- 3:54Wie ist das? Am Anfang war der Zugang schon
- 3:58erstmal holprig, etwas schwierig, es wird aber immer
- 4:02besser. Also vor allem hatte ich sehr
- 4:04viele Gespräche mit der Jude Thoma und.
- 4:07Auch mit anderen Frauen, die mehr Bezug zu ihr haben.
- 4:12Judith Thoma ist zuständig für den kulturellen Teil im Projekt
- 4:17von Viborada. Genau und ist Historikerin und
- 4:20hat sich sehr viel mit. Wie Borada beschäftigt, hat auch
- 4:24so eine neue Studie herausgebracht.
- 4:27Und ja, ist ganz interessant. Also während unserer Gespräche
- 4:31kamen dann zum Beispiel solche. Analogien zur Sophie Scholl auf
- 4:37und mir war der Gedanke erstmal ein bisschen befremdlich und
- 4:42dann haben wir eben gesprochen und sie meinte, Sophie Scholl
- 4:45und auch Viborada haben bei den etwas Höheres geglaubt an etwas
- 4:49Größeres als sie selbst. Das finde ich schon ganz
- 4:53spannend, weil in dem Prozess des Choreografierens oder wenn
- 4:57man etwas Neues erschafft, also wir arbeiten ja nicht mit Noten
- 5:00oder mit etwas, was schon vorgegeben ist.
- 5:04Man gebärt quasi etwas von von aus dem Nichts braucht man diese
- 5:08Hoffnung, auch diesen glauben, dass dass es gut wird am Ende
- 5:11auch, obwohl es sicherlich ja nicht ganz der gleiche Glaube
- 5:15ist. Aber ich fand es noch ganz
- 5:17spannend, so habe ich eigentlich einen sehr guten Zugang
- 5:20bekommen. Wo mir E-Mail Kontakt sind ein
- 5:23stückweit. Hoffentlich starten wir bei der
- 5:26Knieoperation, wo du keine hast. Ist das einfach eine Floskel
- 5:32oder hast du das gemeint? Nein, das hab ich schon gemeint.
- 5:35Ja, ich hab auch lange mit Judith gesprochen über die
- 5:38Operation, was das für eine Tänzerin bedeutet und dann hat
- 5:42sie mir eigentlich an die Seite gestellt und dann habe ich das
- 5:46dankbar angenommen und ja dann schon auch einen Glauben
- 5:50entwickelt, weil in solchen Momenten hilft das schon, also
- 5:54man fühlt sich als Tänzerin dann schon sehr ausgesetzt, man kann
- 5:57es nicht mehr kontrollieren oder man begibt seinen Körper, also
- 6:01sein Heiligstes eigentlich in andere Hände und.
- 6:04Dann hilft es schon, dass da vielleicht noch ein kleines
- 6:06Licht ist. Vielleicht 2 Fragen einerseits.
- 6:11Wie hast du ihre Unterstützung gespürt, wenn man sie gespürt
- 6:15hat? Und wie hast du die Operation
- 6:17abgelaufen und wie ist es gegangen aus dem Ende?
- 6:19Ist es gut gegangen? Es geht mir jetzt wirklich
- 6:23wieder super. Es gibt während diesen
- 6:27Stressmomenten ein bisschen Ruhe.
- 6:31Wenn, ja wenn man das Gefühl hat, es steht vielleicht doch
- 6:34jemand beiseite und hält einem die Hand.
- 6:38Was wird die Burada, die Hütte säge, wenn sie neben dir
- 6:44wirrschte? Ich denke viborada würde einen
- 6:48Leitbrief für ein für Urvertrauen geben oder
- 6:52Selbstsicherheit, da ich das Gefühl hab, in mir ist sehr viel
- 6:56Unruhe sehr oft durch die vielen Einflüsse, die wir heute haben,
- 7:00aber auch Angst, teilweise auch unberechtigt, wenn ich zum
- 7:04Beispiel mit Jute Thoma spreche, mit was die Gesellschaft im
- 7:08Mittelalter, mit welchen Ängsten die konfrontiert waren oder
- 7:11sind, ja heutzutage unsere Ängste.
- 7:15Fast lächerlich, aber ich habe trotzdem das Gefühl, es ist so
- 7:18ein ständiges Pulsieren und auch, dass die Menschen nicht
- 7:22mehr sich trauen, zur Ruhe zu kommen oder auch einfach ein
- 7:26Vertrauen zu haben. Ich kann mir jetzt diese Ruhe
- 7:29oder diese Zeit nehmen und muss nicht überall rennen und und
- 7:33machen. Souvenirs wie Brother Fischer
- 7:39ist ihrem Leben zentral. Der glaube, christlich glaube
- 7:44oder christlich, Glaube hat Jesus im Zentrum.
- 7:47Hast du einen Zugang zum Glauben, denn vielleicht tiefer
- 7:52Christentum und dann dementsprechend Jesus?
- 7:55Sagt ihr das etwas? Ja, das sagt mir etwas, wobei
- 7:59ich sagen muss, ich bin in der DDR aufgewachsen, also quasi.
- 8:04Im damals noch Ostteil von Deutschland, als es geteilt war
- 8:07und im Sozialismus wurde Christentum, also ja, war nicht
- 8:11erlaubt beziehungsweise hat keine Rolle gespielt.
- 8:14Ich bin aber dann während meines Studiums nach Köln gegangen und
- 8:18war dort natürlich erstmal durch den wunderschönen Dom mit dem
- 8:23Christentum bin ich natürlich in Berührung gekommen, aber auch
- 8:26war ich dort mit einem Pfarrer befreundet, mit Hans Myrthe, er
- 8:29ist in der Südstadt in der Kirche und schafft dort als
- 8:32Pfarrer inzwischen nicht mehr. Und hat mich eigentlich fast
- 8:36jedes Jahr gefragt, ob ich auf der Ostermesse tanze und mit ihm
- 8:40war ich schon sehr viel im Kontakt auch.
- 8:43Ja, welche, welche Menschen er begleitet hat, was Kirche in der
- 8:48Basis schafft, um Menschen zu helfen, Nächstenliebe, aber auch
- 8:52Notdürftige zu unterstützen, all das und diesen Gedanken finde
- 8:57ich natürlich wahnsinnig schön, weil das, glaube ich, ist auch
- 9:00eine Sache, die in unserer Zeit ein bisschen verloren gegangen
- 9:04ist. Natürlich habe ich aber auch,
- 9:08also jeder, der Nachrichten liest und interessiert ist, über
- 9:11die Missbrauchsfälle erfahren und all das.
- 9:14Und ja, ich finde es so schade, dass.
- 9:17Dass es da keine richtige Aufarbeitung gab und also in
- 9:21Köln zum Beispiel sind sehr viele Menschen aus der Kirche
- 9:23ausgetreten. Darum, und ich find so spannend,
- 9:27also auch wenn die Kirche schafft, sich dem zu stellen,
- 9:30weil ich glaube, die Basis des Glaubens ist wunderschön, also
- 9:35alles, was dazu gehört von, also es ist ein ein moralischer
- 9:39Leitfaden, und ja. Ich tanz für die Glaube.
- 9:44Ja, definitiv. Das war auch ein.
- 9:48Wie soll ich sagen, ähnlich wie dieses Gefühl, worüber wir
- 9:51vorhin gesprochen haben, dass wie Borada oder auch Sophie
- 9:53Scholl an etwas Größeres glauben.
- 9:57Dass es aus mir selbst herausgekommen als Kind und ich
- 9:59wollte das unbedingt, ich bin in keiner musischen künstlerischen
- 10:02Familie groß geworden, es war auch am Anfang nicht so einfach,
- 10:06und ich habe auch gemerkt, in den Momenten, wo ich tanze oder
- 10:10auch beim Choreografieren, bin ich mir selbst am nächsten.
- 10:18In der Vita der Viborada gibt es die Szene, wo sie auf dem Weg in
- 10:23Chile vom Pferd steigt und der Schmuck der Haare isst und die
- 10:28schönen Gewänder. Die Idee ist, dass man sie in
- 10:33der Kirche mit mit einem Mann verkuppelt, quasi.
- 10:37Sie hat sich auch entschieden, sie hat gemerkt, das ist ein Weg
- 10:40und hat sich eigentlich emanzipiert von dem jetzt heute
- 10:45ist. Der grösste und grössere Teil
- 10:48von der von der Frauengesellschaft behaupte ich
- 10:51könnte selber entscheiden mit wem das Event zusammen sein in
- 10:55dem Sinn eigentlich emanzipiert. Und was glaubst du wie sieht
- 10:59Emanzipation Hypnos von der Frau?
- 11:03Ich denke, Emanzipation könnte zum Beispiel sein, sich von
- 11:07gängigen Schönheitsbildern zu befreien, auch zum Beispiel zu
- 11:11sagen, ich stehe dazu, älter zu werden, weil also das fänd ich
- 11:16sehr mutig und auch ein Teil an Rebellion, weil ich habe das
- 11:20Gefühl, dass es ein wahnsinniges Konstrukt ist.
- 11:26Dass es ein bestimmtes Ideal gibt, also, welches alle
- 11:29erfüllen müssen. Und ich finde es wahnsinnig
- 11:31mutig, wenn man sagt, Nein, da mache ich nicht mit und ich
- 11:35stehe dazu, wie ich bin, ohne 10 000 Follower zu haben, nur weil
- 11:41ich vielleicht eine bestimmte Frisur trage, die gerade
- 11:43angesagt ist. Und da sehe ich dann schon auch
- 11:46eine Verbindung zu dieser Szene, die finde ich auch sehr
- 11:49spannend, darüber habe ich auch mit der Judith Thoma gesprochen.
- 11:53Ja, auch einerseits ein bisschen Ablehnung von Reichtum, ne, also
- 11:57sich vielleicht auch gegen unser kapitalistisches System zu
- 12:00stellen, dass man sagt, Ich muss kaufen, kaufen, um auch
- 12:03glücklich zu sein, ich da finde ich auch diese diese Verbindung
- 12:07so spannend, dass das in vielen Köpfen so ist.
- 12:10Wenn ich viel besitze, bin ich glücklich und sich dem zu
- 12:14entziehen, also das geht ja fast einher mit eben, ich brauche
- 12:18nicht den neuesten Lippenstift, um glücklich zu sein oder um
- 12:23Frau zu sein. Wir erlebst du dies, Frau sie
- 12:29und fühlst du dich frei und richtig.
- 12:33Also im Gegensatz zu der Zeit von Viborada denke ich
- 12:37natürlich, ist hat eine enorme Entwicklung gegeben, also damals
- 12:42konnte man ja als Frau quasi den Mund gar nicht aufmachen, oder?
- 12:47Geschweige denn in die Schule gehen oder eine Ausbildung zu
- 12:50genießen. Ich finde es wahnsinnig schade,
- 12:53dass es natürlich so lange gedauert hat.
- 12:55Also wenn ich denke, wie lange gibt es Wahlrecht für Frauen
- 12:58auch natürlich in Deutschland. Seit wann darf eine Frau ein
- 13:01eigenes Konto haben oder einer Arbeit nachgehen, ohne den
- 13:05Ehemann zu fragen, und das sind für mich, wenn ich jetzt wieder
- 13:10im Kehrschluss an den Glauben denke, eigentlich Dinge, die
- 13:14sollten gegeben sein, also Gleichberechtigung hat für mich
- 13:18so etwas mit einer tiefen Gerechtigkeit zu tun.
- 13:23Die eigentlich, wenn ich das Christentum so verstehe, als
- 13:27Religion der Liebe und und Nächstenliebe, dann gehört das
- 13:31für mich eigentlich absolut dazu.
- 13:36Dieser Podcast ist ein ökumenisches Projekt und wird
- 13:39präsentiert von den evangelischen und katholischen
- 13:41Kirchen, der Kantone St. Gallen und Appenzell.
- 13:44Danke für eure Unterstützung. Wirst du sagen, gibt es
- 13:50vielleicht noch Punkte wo du findest, da fühle mich als Frau.
- 13:56Nicht so richtig wahrgenommen oder falsch behandelt.
- 14:01Oder würdest du sagen, Nein, wir sind am Ort angekommen?
- 14:05Nein, also angekommen auf gar keinen Fall.
- 14:08Aber wir sind jetzt auf einem guten Weg, hab ich das Gefühl,
- 14:11aber es gibt natürlich Institutionen, vor allem wie die
- 14:14Kirche, wo ich wahnsinnig toll finde, wenn dort auch Frauen
- 14:17mehr vertreten sind, also Frauen bilden die Hälfte der
- 14:20Gesellschaft ab und die Kirche sollte ja wie ein ein Spiegel
- 14:24der Gesellschaft auch darstellen und für mich persönlich
- 14:28natürlich auch in der Theaterwelt zum Beispiel sind
- 14:31Männer absolut in der Mehrheit, also es gibt viel mehr
- 14:35Regisseure, Choreografen. Und auch da kommt jetzt erst so
- 14:39ein bisschen das Rad ins Rollen und verändern sich Dinge.
- 14:42Aber ich merke auch, es braucht wahnsinnig lange, um langfristig
- 14:47auch Sachen dann wirklich zu etablieren.
- 14:49Und ja, zum Beispiel auch Kindererziehung finde ich
- 14:53einfach wahnsinnig toll, wenn das gleichwertig aufgeteilt
- 14:57werden würde, also nur um einen Aspekt.
- 15:01Da ist im Interview auf youtube mit 24 Milan, dass du die
- 15:06Inspiration aus der Musik nimmst.
- 15:08Bin der Liberaler geht es ja keine Musik, sie hat ja aus der
- 15:12Stille gelebt und der neue Karkeit wie gehst du bei ihr
- 15:16vor, wo bekommst du die Inspiration?
- 15:19Also choreografisch bin ich jetzt eher strukturell
- 15:22vorgegangen. Zum Beispiel habe ich das Thema
- 15:26des Rituals, was in der Kirche natürlich eine große Rolle
- 15:29spielt. Vorgeholt wie betet man mit
- 15:32welcher Hand, was hat das für einen Rhythmus?
- 15:35Das Beten kann ich diesen Rhythmus aufbrechen, und jetzt
- 15:39ist es tatsächlich so, dass wir dieses Mal sehr konkret erst die
- 15:43Bewegung setzen und dann kommt die Musik, was sonst eher
- 15:48umgekehrt ist. Also je nachdem auch was ich
- 15:50choreografiere, wenn ich zum Beispiel ein Musical
- 15:52Choreografiere ist klar, oder es steht schon die Musik und ich
- 15:56habe mit Maximilian Nescher, der das Sounddesign macht, mich
- 15:59zusammengesetzt und wir haben. Recherche betrieben, wie die
- 16:03Musik im Mittelalter war. Ne, es gab keine großen
- 16:06Tonsprünge und er hat jetzt schon auch eine erste Melodie.
- 16:11Quasi etabliert, erschaffen und diese Musik wollen wir natürlich
- 16:17schon auch nach und nach Aufbrechen im Stück, um wie
- 16:20Burada auch in die Neuzeit zu holen.
- 16:22Also es es wird nicht nur mittelaltermusik sein und auch
- 16:28die Geschichte von Fiborada möchte ich schon auch kurz
- 16:30erzählen oder beginnen damit, aber es wird keine Nacherzählung
- 16:35ihres Lebens sein, also wir übersetzen.
- 16:39Ihr, ihr Dasein oder ihr Wesen oder auch dieses von außen nach
- 16:43innen sich kehren in eine neue Sprache um und die Stille wird
- 16:48natürlich während der Performance auch eine wahnsinnig
- 16:50große Rolle spielen und auch die Ruhe finde ich auch noch
- 16:54spannend, weil ich bin sonst eine Choreografin oder ein eher
- 16:56so schnell und viel und auch das zuzulassen, auch für sich selbst
- 17:02auf der Bühne zuzulassen, nur Präsenz zu sein, ohne etwas zu
- 17:07tun, hat auch schon eine wahnsinnige Stärke und ja, das.
- 17:11Das ist einfach eine gute Herausforderung, so für mich
- 17:15auch und finde es natürlich auch spannend, was für Gefühle in der
- 17:18Ruhe und im Stillsein auch entstehen können.
- 17:22Kennst du da aus dem Leben und pflegst du das oder hast du das
- 17:25auch entdeckt? Die Ruhe auch in deinem eigenen
- 17:28Alltag? Ja, ich hab zum Beispiel so
- 17:31eine, ein auch ein Ritual. Also morgens gehe ich immer in
- 17:34den Wald, also da ist es natürlich nicht ganz ruhig, aber
- 17:37das ist für mich so meine Morgenmeditation.
- 17:40Ich mag auch wahnsinnig gerne in der Natur zu sein, und das sind
- 17:44auch so Momente, wo ich sehr nah bei mir bin, also beim Tanz oder
- 17:49in der Natur, also das finde ich wahnsinnig spannend hier auch in
- 17:52die Berge zu gehen und so ist wunderschön und das.
- 17:56Ja, also es hat finde ich für mich zum Beispiel so eine enorme
- 17:59Kraft, dass in wirklich sehr traurigen Momenten ich rausgehen
- 18:03kann und Kraft schöpfen kann aus dieser aus der Natur.
- 18:08Könntest du dir vorstellen, auch eine Woche in einer so
- 18:12ideenzelle Hineinzugehen? Ja, ich habe mit Judith Thomas,
- 18:15Ich habe sie mir natürlich gezeigt und sie hat dann auch
- 18:18gesagt, du kannst dich bewerben, es war jetzt halt natürlich ein
- 18:20bisschen schade, weil ich jetzt gerade angefragt wurde, und die
- 18:23Zelle wird quasi geöffnet, wenn Viburada die Performance ist,
- 18:27oder ja, ich könnte es mir super gut vorstellen, ich hätte auch,
- 18:31also ich muss mal schauen, ob ich noch Texte, ich finde zum
- 18:34Beispiel Texte, die Menschen in der Zelle.
- 18:38Auch interessant in so ein Bipuradaprojekt mit
- 18:41reinzubringen, das muss jetzt nicht unbedingt bei meinem sein,
- 18:44aber ich fände noch ganz interessant, eine Verbindung zu
- 18:47schaffen von den Menschen in der Zelle und der Performance, die
- 18:50die das quasi eröffnet zu machen.
- 18:55Ja, also fern von Elektronik. Also ich merke auch, wie gut es
- 19:00mir tut oder ein Tag mal ohne soziale Medien und wieviel Zeit
- 19:04man noch hat auf einmal um nicht ständig.
- 19:08Ich finde es auch als Künstlerin noch spannend, weil das war auch
- 19:11ein Ansatz ganz am Anfang mit Fiborada, dass wir als Künstler
- 19:15jetzt natürlich auch, wie soll ich sagen, gestresst sind,
- 19:18Content auf Instagram zu stellen und Werbung und immer aktiv zu
- 19:23sein. Und diese eigentliche Arbeit,
- 19:25also für mich bedeutet kreativ sein, schon aus der Stille zu
- 19:29schöpfen. Und ich merke, mein
- 19:31Kreativprozess kann gar nicht stattfinden, weil man oft damit
- 19:35zu tun hat, irgendwie ja, aber jetzt musst du noch schnell
- 19:38Werbung machen und das und das und ein kurzes Video und ja, das
- 19:42finde ich noch schade und merke auch, wie das dem Künstlerdasein
- 19:45so ein bisschen entgegenspricht. Jetzt als Tänzerin ist man ja
- 19:54wahnsinnig stark Kritik ausgesetzt.
- 19:57Man braucht seinen Körper. Wie gehst du mit dir respektvoll
- 20:02um und hast du das gelernt oder hast du schon immer einen guten
- 20:07Zugang zu dir selber? Nein, das hatte ich tatsächlich
- 20:10nicht und musste ich jetzt auch erst so mit dem Alter lernen,
- 20:16weil als junger Tänzer oder junge Tänzerin ist man natürlich
- 20:20immer Vollgas unterwegs und. Man muss auch abliefern, also
- 20:25egal wie es einem geht, man muss seine 3 Pioretten drehen und
- 20:29oder die die Aufführung machen mit 120%.
- 20:35Und ich hab das Gefühl, wenn man jung ist, macht man das einfach,
- 20:39egal was ist. Aber es kommen dann irgendwann
- 20:42schon ein Punkt, wo man denkt, ah, ich glaube, ich möchte auch
- 20:46nicht mehr unter. Also wenn ich irgendwie nicht
- 20:49genug geschlafen hab, eine Aufführung machen, weil es macht
- 20:52einfach keinen Spaß mehr irgendwann, also man merkt es
- 20:55zerrt und ja, dann gibt es schon diesen Moment, wo man schauen
- 20:59muss, ah, wie gehe ich wirklich mit mir um und ich habe auch das
- 21:04Gefühl, weil du vorhin gefragt hast, wie sich das Frauenbild
- 21:07gewandelt hat. Ich habe auch das Gefühl, da
- 21:09gibt es gerade in der Tanzwelt auch einen Wahnsinnigen.
- 21:12Umschwung also früher so immer gegen den Körper und Hauptsache
- 21:17liefern, liefern. Und ich habe das Gefühl, jetzt
- 21:19ist wirklich so eine Zeit gekommen, wo man sich auch
- 21:22besinnt. Eigentlich ein besseres Ergebnis
- 21:26liefern, wenn man vielleicht nicht immer unter Vollgas fährt,
- 21:31sondern auch eine Regenerationszeit hat.
- 21:34Jetzt n Maler malte Bild das ist denn das Produkt und man kann es
- 21:39aufhängen und fassen. Einer wo Skulpturen bildet mit
- 21:43dem Bildhauer. Ebenso das gleiche mit der Musik
- 21:48und der Tanz. Klar, man kann es aufnehmen,
- 21:51aber er lebt sehr fest vom Moment.
- 21:54Und manchmal leidet vielleicht auch quasi die Kraft von der
- 21:59Kunst darunter, dass sie so momentan ist.
- 22:05Wie siehst du da? Ist noch eine spannende Frage,
- 22:08weil gerade darüber hatte ich auch mit Judith Thomas
- 22:10gesprochen. Sie hat eben gefragt, warum der
- 22:12Tanz immer so ein. Ja, das letzte Rad am Wagen ist
- 22:15oder in in der Kunstwelt und ich hab gesagt, ja, also einmal ist
- 22:20diese Flüchtigkeit oder man kann es nicht festmachen wie ein
- 22:23Gemälde, was dann so und so einen Wert hat.
- 22:27Und der andere Punkt glaub ich noch, wo sehr viel Einfluss hat
- 22:30ist, dass es ein ein Sport ist. Auch ich glaube, das ist immer
- 22:34so ein bisschen so ein Kampf dieses Kunst und und, aber auch
- 22:37Sport und aber ganz klar muss ich zum Beispiel sagen.
- 22:41Was es dann unterscheidet, ist, dass man mit Hans einfach
- 22:44Geschichten erzählen kann, und das kann man mit Sport so nicht.
- 22:49Aber ich glaube, dass das immer so ein kleines Handicap, was dem
- 22:51Tanz so anhaftet. Wie gehst du mit dem um?
- 22:55Du, wo du ja vom Tanz lebst, ist das etwas, wo die noch
- 22:58zusätzlich unter Druck stellt und du bist ja, ich sag jetzt
- 23:02mal für Tänzerinnen vom Alter her schon am Ende von der
- 23:05Karriere wahrscheinlich wie, was macht das mit dir?
- 23:09Das ist nicht einfach, also speziell so.
- 23:13Im Theater sind sehr oft wirklich junge Tänzerinnen
- 23:17gefragt, die man dann auch schon so sehr viel einfach fordert.
- 23:23Auch zum Beispiel so. Familienplanung ist eigentlich
- 23:26so, ich würd sagen fast ein no go, also wenn sich ein eine
- 23:29Tänzerin entscheidet ein ein Familie zu gründen ist wirklich
- 23:33ja ein Wahnsinn, oder? Also es ist ein Berg, also auch
- 23:37ich, ich habe keine Familie, auch aus diesem Grund, weil es
- 23:40war für mich einfach immer ganz klar der Tanz ist mein Kind
- 23:44sozusagen und es ist nicht einfach auf der anderen Seite
- 23:48merke ich, dass der Tanz ein wahnsinniger Jungbrunnen ist.
- 23:52Also er hält mich jung, er hält wach, ich.
- 23:55Ja, auch mit sehr vielen älteren Menschen, wo ich merke, was dort
- 23:59noch für Entwicklungen stattfinden Progress, also
- 24:02körperlich und geistig. Ja, das find ich wahnsinnig
- 24:06spannend, dass es immer leider so ein Feld, was noch so n
- 24:08bisschen auch ausgeklammert ist, oder junge agile Tänzerin und
- 24:13ja, so Frauen ab dem mittleren Alter oder auch ältere Frauen
- 24:17sieht man seltener auf der Bühne, finde ich sehr schade.
- 24:20Erst neulich kam eine Kollegin zu mir, mit ihr stand ich beim
- 24:22Musical hier auf der Bühne und. Sie hat mir gesagt, sie ist
- 24:27schon über 60 und sie hat gesagt, Rubina, ich möchte so
- 24:29gern Ballett tanzen, aber es gibt keinen Kurs für für Frauen
- 24:33in meinem Alter und ich fand es noch so schade und sie traut
- 24:37sich halt irgendwie auch nicht, in Kurse zu gehen, wo nur
- 24:39jüngere Frauen sind und. Ja, es ist schon ein ein
- 24:43trauriges Thema, weil eben also eine Reihe Frau gehört, ist
- 24:49genauso wunderschön und es ist so schade, dass es so
- 24:53ausgeklammert wird dieses Thema. Hätte auch wieder mit ideal zu
- 24:56tun, oder? Nach der Diktatur von der
- 25:00Schönheit. Absolut.
- 25:02Es war noch ganz spannend, der Jacques Erlanger, also unser
- 25:04Produktionsleiter, hat dann noch eine KI gefragt, ein Bild zu
- 25:08generieren von Viburada, also einer heiligen oder, und dann
- 25:13gibt es entweder Bilder mit ganz jungen Frauen, also so ganz
- 25:16jungen Mädchen, oder wenn man dann eingibt, alte Frau, dann
- 25:21gibt es nur so wirklich ganz alte Frauen, so wirklich so kurz
- 25:26vorm Sterben, und der Rest ist wie nicht existent, oder?
- 25:31Ja. So ist schwierig oder schade.
- 25:53Viborada heißt Weiber Rat weißt du, was rubina heißt?
- 26:00Nein, also ich habe damals, wo fang ich da jetzt an, also der
- 26:04Name kommt eigentlich aus einem Fantasy Roman, Meine Mutter, die
- 26:08Fantasy Romane und das war ein Fantasy Roman, der hieß Rupina
- 26:12Crux, fliegt ins Weltall, glaube ich.
- 26:16Und dann habe ich aber natürlich schon noch mal nachgeforscht, wo
- 26:20kommt der Name her und man findet aber nur weibliche Form
- 26:23von Robin. Also bei dem nachgegangen und
- 26:26Robert ist der Ursprung wie du es eigentlich gesagt hast und es
- 26:31kommt von der strahlende Ruhm oder ruhmreiche Rom genau schön
- 26:37sowie zudem so als letzte Frage auf was freust du dich speziell?
- 26:43Bei der Uraufführung am 2. Mai in der Sankt Mengen.
- 26:50Und sehr viele Sachen. Also ich finde es erstmal
- 26:52wahnsinnig spannend, Ort des Geschehens etwas zu machen und
- 26:57das also zu. Zu erschaffen und natürlich auch
- 27:00darzustellen finde ich ja hab ich glaub ich so noch nie
- 27:03gemacht in meiner ganzen Laufbahn.
- 27:07Ich fühl mich wahnsinnig geehrt, natürlich auch etwas über sie
- 27:10machen zu können, auch sie, wo jetzt zum Beispiel viele Frauen
- 27:15an mich ran tragen, dass dieses Thema so wichtig ist und so
- 27:19wertvoll, das schafft natürlich auch ein bisschen Druck und das
- 27:24würde ich mir einfach für das ganze Team, also für mich und
- 27:27das ganze Team wünschen, dass wir einen Zugang schaffen, dem
- 27:31Publikum einen Zugang schaffen und schaffen zu berühren und
- 27:36dann natürlich mit unserer Tournee auch danach außen zu
- 27:40tragen, in die Welt. Genau.
- 27:44Wir gehen auf Tournee, wo Anna könnt ihr mit dem Programm?
- 27:47Also wir gehen nach Rheineck, nach Triesen, Liechtenstein und
- 27:51nach Chur, Graubünden. Super geht's zu Episode ist gern
- 27:55noch möglich, mitteilen Robina. Nein, für den Dank für das
- 27:59Interview, für das Interview. Danke dir.
- 28:01Mal und viel Freud, viel Erfolg und eine gute erste
- 28:06Anrufführung. Danke vielmals.
- 28:12Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
- 28:15Wenn ihr mehr über die Rubina erfahren wollt, dann besucht
- 28:18doch ihre Internetseite www.robinna Steyr mit y.ch auf
- 28:25Viborada SG findet ihr zudem mehr Infos über unsere Stadt,
- 28:29Heilige und die aktuelle inclusive.
- 28:32Teilt uns mit wieeuchdasgespraechgefallenhatviafeedback@vadergradpodcast.ch
- 28:38oder über unsere Social Media Kanäle wie Instagram, Facebook
- 28:42und Tik tok. Bis bald.
- 28:46Ciao zäme. Vater Graz.