Latest / ntv Wirtschaft / Deutschland ausgeschieden, Händler unzufrieden: Wie das WM-Aus auch unsere Kauflaune wieder drückt
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- Das frühe Aus der Nationalmannschaft bei der Fußball-WM macht gerade aufkeimende Hoffnungen im Einzelhandel direkt wieder zunichte. WhatsApp ändert was, damit Nutzer künftig nicht mehr sofort ihre Handynummer preisgeben müssen. Und der Goldpreis ist im freien Fall. Aber warum? In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Laune war schlecht heute Morgen bei vielen Fußballfans. Und auch die Konsumlaune könnte jetzt nach dem deutschen Ausscheiden bei der Fußball-WM einen Knick bekommen. Dabei hatten die Einzelhändler in Deutschland im Mai noch ein kleines, aber überraschendes Umsatzplus verbucht. Es war auch die WM, die die Nachfrage ein bisschen ankurbelte und der Branche neue Hoffnung gab. Vor allem Modehändlern, die merkten nach dem Erreichen der K.O.-Runde, dass die Deutschen Trikots und Hosen, Fanhüte und ähnliches kauften. Tja, aber die dürften jetzt schnell zu Hause im Schrank landen. Ist also auch der Schwung im Handel schon wieder weg? Verena Fels hat mit dem Handelsexperten Jörg Funder gesprochen. Jetzt war ja gerade erst die Hoffnung da, dass es ein gutes Geschäft werden könnte und schon ist die Euphorie wieder verflogen. Rechnen Sie auch mit einem Dämpfer für den Einzelhandel nach dem WM aus? Davon muss man ausgehen, dass der Impuls, der von dieser WM ausgehen könnte, jetzt tatsächlich deutlich gedämpft ist oder nicht eintritt. Man muss aber einschränkend dazu sagen, dass die Auswirkungen von Veranstaltungen, die nicht im Heimatland sind, also nicht wie bei der EM oder bei der WM 2006, doch relativ reduziert sind und nicht so groß sind. Der Handelsverband HDE hat beispielsweise auch entgegen seiner Praxis für diese WM keine Eurogrößen ausgegeben, was er erwartet für den Einzelhandel. Vielleicht auch schon ein bisschen voraussehend des frühen Aus. Zuletzt haben sich ja die Fußballfans vor allem für Trikots, Hosen und Hüte interessiert. Ist dann jetzt bei diesen Produkten vielleicht auch mit dicken Rabatten zu rechnen? Ja, tatsächlich muss man davon ausgehen, im Elektronikwarenbereich, also typischerweise. Das haben die letzten Veranstaltungen gezeigt, je weiter und auch je näher man sozusagen dem Finale rückt, desto lieber schauen die Deutschen das auf großen und auch neuen Fernsehern. Das bleibt nun wahrscheinlich definitiv aus. Auswirkungen wird es sicherlich auch auf die Textilbranche haben und insbesondere vielleicht auch so ein bisschen Gastronomie und Lebensmittel, wenn man sich zu Hause das so ein bisschen schön macht, um das WM-Spiel der Deutschen dann weiter zu verfolgen. Da es keins mehr geben wird, wird genau dieser Umsatzimpuls in diesen Branchen ausbleiben. Der Adidas-Chef Gulden hat gesagt, Deutschland war eins der meistverkauften Trikots, auch deutlich mehr verkauft als bei der WM in Katar zum Beispiel. Wie stark trifft dieses WM aus jetzt eigentlich den Sportartikelhersteller Adidas? Wie schätzen Sie das ein? Adidas ist als Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft natürlich eng damit verbunden. Das hat man eben auch gesehen, als in 2006 der Jahresüberschuss deutlich gestiegen ist. Nicht nur bei Adidas, sondern auch Bitburger, dem damaligen Getränkeausrüster bzw. Sponsor. Aber das ist so ein großes Unternehmen, sodass man davon ausgehen kann, es produziert ja auch weitere Ticos, dass die Auswirkungen moderat ausfallen werden. Aber natürlich, sie sind spürbar und vorhanden. Wenn wir nochmal auf die Stimmung insgesamt schauen. Zuletzt hat vor allem der Iran-Krieg die Konsumlaune gedrückt. Wo stehen wir da gerade insgesamt? Geht es zumindest wieder leicht aufwärts, Herr Funder? Ich glaube, davon müssen wir uns verabschieden, von der Hoffnung, dass das kurzfristig besser wird. Das sind gelernte Verhaltensmuster. Die Unsicherheiten sind einfach so hoch. Selbst wenn der Iran-Krieg morgen vorbei wäre und auch der Konflikt beispielsweise Ukraine-Russland vorbei wäre, wird der deutsche Konsument nicht sofort wieder in Ausgabenverhalten verfallen. Es braucht mehr Sicherheit, insbesondere auch binnenpolitische Sicherheit und muss wieder langsam zum Konsum zurückgeführt werden, sodass man eigentlich nicht davon ausgehen kann, selbst wenn alles rosarot wird, dass die Wirtschaftswelt für den Einzelhandel besser wird. Sondern wir gehen eher davon aus, dass wir einen Impuls haben, der die nächsten 2, vielleicht sogar 3 Jahre beibehalten wird. Na, vielleicht kann zumindest diese Meldung hier helfen und hält unsere Konsumlaune ein bisschen auf. Der Preisdruck lässt nämlich nach. Die Inflation in Deutschland ist im Juni überraschend auf 2,3% gefallen. Von noch 2,6% im Mai. Ökonomen hatten eigentlich damit gerechnet, dass die Teuerung stabil bleibt. Geholfen haben vor allem die wieder gesunkenen Ölpreise und auch der Tankrabatt. Energie verteuerte sich im Juni zwar immer noch um 3,4 Prozent zum Vorjahr, das ist aber nur noch etwa halb so stark wie zuletzt. Für die Europäische Zentralbank ist das eine gute Nachricht. Der Druck für eine weitere Zinserhöhung im Juli wird damit kleiner. Nutzt ihr WhatsApp? Dann interessiert euch vielleicht diese Neuerung. Der Messenger führt jetzt Benutzernamen ein. Das heißt, bald müsst ihr nicht mehr eure Handynummer preisgeben, um mit neuen Kontakten zu chatten. Ab sofort kann man einen Wunschnamen reservieren. Die eigentliche Funktion will WhatsApp dann noch in diesem Jahr schrittweise für alle Nutzer freischalten. Andere Messenger wie Signal oder Telegram arbeiten längst mit Benutzernamen. Jetzt zieht auch der weltweit populärste Anbieter nach und spricht von mehr Datenschutz. Was steckt noch dahinter und worauf gilt es zu achten? Antworten jetzt vom Unternehmensberater Thomas Köhler. Das Spannende ist natürlich, wie es begründet wird mit mehr Privatsphäre. Wenn man im Detail hinschaut, kann das natürlich mehr Privatsphäre bedeuten, aber auch mehr Werbeerlöse und mehr Trackbarkeit durch Meta. Inwiefern? Das müssen Sie mir nochmal genauer erklären. Zunächst mal ist es für mich als Nutzer oder für Sie als Nutzerin natürlich schön, dass Sie etwa, wenn Sie bei Kleinanzeigen was verkaufen oder sowas, jetzt nicht mehr die Telefonnummer angeben müssen, und zum Beispiel auch Ihr Instagram-Handle jetzt zum Beispiel bei WhatsApp dann nutzen können. Das ist einfach, komfortabel und zunächst mal Privatsphäre-Ansucht. Auf der anderen Seite ändert sich auch hinter den Kulissen was, weil bisher konnten Unternehmen zum Beispiel im Dialog mit WhatsApp Business, mit Nutzern, diese anhand der Telefonnummer identifizieren und dann darüber tracken. Heute setzt sich quasi WhatsApp dazwischen. Es gibt eine neue Nutzer-ID für die Unternehmenskunden und die sorgt dann dafür, dass man sozusagen nur noch über den Umweg Meter an seinen Kunden kommt. Und das hat eine Menge Nachteile für die Unternehmen, die sozusagen auf Kommunikation, Customer Relationship Management mit WhatsApp Business zum Beispiel setzen. Aus meiner Sicht ist es außerdem der Fall, dass das vermutlich eine Vorbereitung sein wird, dass wir in Zukunft auch Werbung auf der Plattform sehen. Und dann wäre es ja zusätzlich auch noch denkbar, dass sich ein anderer Nutzer, sagen wir mal, einen kleinen Scherz erlaubt und sich jetzt einfach meinen Namen sichert. Ja und dann? Genau, wir haben im Prinzip das Gleiche, was wir vor gut 30 Jahren mit den Domains hatten. Wir haben so eine Art Wettlauf. Deswegen kann ich jeden, der WhatsApp nutzt, und die meisten Zuschauer werden es wohl machen, auch empfehlen, schauen Sie rein, legen Sie sich sozusagen einen Namen fest. Und weil letztendlich kann jeder, wenn das kein Unternehmensname ist, die sind besonders geschützt, jeder jeden Namen zunächst mal sich letztendlich schnappen. Und damit gibt es so eine Art Windhundrennen. Und nachdem das sukzessive ausgerollt wird, ist es für viele möglicherweise schon zu spät. Also mein Ad Thomas Köhler, den gibt es schon nicht mehr. Ich bin jetzt Ad Thomas Köhler Official. Also das Gleiche wie bei Instagram. Und das werden viele, die es jetzt gerade, diese Aufforderung bekommen haben, das einzustellen, dann in ähnlicher Art und Weise erleben. Trotzdem ist es natürlich so, sollte ich das machen oder nicht, das ist auch immer eine individuelle Frage. Weil darüber bin ich natürlich auch wieder exponiert. Weil dann jemand, der letztendlich mich ausspähen will, und das muss gar nicht Meta sein, sondern irgendein Marketer oder jemand, der versucht, das Konto zu attackieren per Phishing-Attacke, natürlich davon ausgehen kann, dass die Handles über die Plattformen gemeinsam gleich sind. Also hier merken wir sozusagen zwei Dinge. Einerseits ist es ein Vorteil für Einzelnutzer, mittelfristig ist es aber eher ein Nachteil. Zum Schluss geht es noch an die Rohstoffmärkte. Da sehen wir nämlich durchaus Überraschendes. Trotz der anhaltenden globalen Unsicherheiten sind die sicheren Häfen Gold und Silber mächtig unter Druck. Der Goldpreis steuert auf einen Monatsverlust von mehr als 10 Prozent zu. Und auch im gesamten vergangenen Quartal ging es deutlich nach unten. Die Gründe und Details jetzt kurz und knapp von unserer Börsenreporterin Corinna Wohlfeil. Gold und Silber haben im letzten Quartal ordentlich an Glanz verloren. Silber minus 22 Prozent, Gold minus 15 Prozent. Das waren die größten prozentualen Rückschläge seit Aufzeichnungsbeginn. Allerdings haben sich die Edelmetalle davor ja auch deutlich nach oben entwickelt. Insbesondere mit Ausbruch des Irankrieges gingen Anleger verstärkt in diese vermeintlich sicheren Häfen. Aber jetzt hat sich die Lage etwas verändert. Das sieht man an drei Punkten. Die Zinsen sind gestiegen und damit werden Anleihen, insbesondere in den USA, interessanter als zinsloses Gold oder Silber. Der US-Dollar zog an, Gold wird in den US-Dollar gehandelt und damit, wenn dieser teurer wird, unattraktiver für Investoren außerhalb der USA. Und Anleger sind wieder risikofreudiger geworden, haben Technologieaktien gekauft und dafür vielleicht auch die ein oder andere Silber- und Goldanlage verkauft. Noch bleiben Analysten optimistisch. JP Morgan sieht den Goldpreis zum Ende des Jahres immer noch bei 6.000 US-Dollar je Feinunze. Aktuell liegen wir bei gut 4.000. Und bei dem Silberpreis sieht JP Morgan 81 US-Dollar. Aktuell liegt der Preis bei knapp 60 US-Dollar. Aber erste Analystenhäuser werden auch schon vorsichtiger und reduzieren ihre Kursziele. Händlerpreisen aktuell übrigens noch drei Zinserhöhungen der US-Notenbank in diesem Jahr ein. Zumindest in der Hinsicht dürften die Edelmetalle also noch unter Druck bleiben. Und das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.