Latest / ntv Wirtschaft / Studie zu Heizkosten: 90 Prozent der Haushalte können sparen
Transcript
- 0:01Teure Heizsaison, wie sie ihre Kosten trotzdem senken können.
- 0:06Der Chemiekonzern Evonik baut tausende Stellen ab und spricht selbst von einer
- 0:11strukturellen Krise der Industrie.
- 0:14In Essen zeigt die Sicherheitsbranche, wie sehr KI und der Schutz kritischer
- 0:18Infrastruktur an Bedeutung gewinnen.
- 0:22Und zum Schluss schauen wir auf den Immobilienmarkt. In Frankfurt und München
- 0:26ist die Gefahr einer Blase deutlich gesunken.
- 0:30Hallo und herzlich willkommen.
- 0:32In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:37die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:42Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:47Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:51geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:55Das, was fast jeden Haushalt betrifft, das ist die Heizkostenabrechnung.
- 1:00Und die ist im vergangenen Jahr bei vielen Menschen wieder gestiegen.
- 1:04Besonders deutlich beim Heizen mit Erdgas und Holzpellets.
- 1:08Je nach Gebäudeart lagen die Kosten um bis zu 15 bzw. 24 Prozent über dem Vorjahr.
- 1:15Der neue Heizspiegel von CO2 Online, Mieterbund und Bauherrenschutzbund zeigt
- 1:20außerdem, auch langfristig dürfte Heizen mit Öl und Gas teuer bleiben.
- 1:26Laut Prognose der Beratungsgesellschaft könnten sich die Kosten bis 2045 sogar mehr als verdoppeln.
- 1:33Die gute Nachricht? Rund 90 Prozent der Haushalte können ihre Kosten senken.
- 1:38In einer durchschnittlichen Wohnung liegt das Sparpotenzial bei etwa 465 Euro im Jahr.
- 1:45Wie sich das umsetzen lässt? Unsere Moderatorin Verena Fels hat darüber mit
- 1:49unserer Verbraucherexpertin Frauke Holzmeier gesprochen.
- 1:53Machen wir das jetzt nochmal ganz konkret in Euro und Cent.
- 1:56Also wenn ich mir wirklich den dicken Pulli anziehe und die Heizung ein wenig
- 1:59runterregle, was macht das aus unterm Strich?
- 2:02Ein Grad weniger bedeutet eine Ersparnis von ungefähr sechs Prozent.
- 2:07Das ist schon ganz ordentlich. Wenn wir uns einmal überlegen,
- 2:09man hat 2.000 Euro Heizkosten pro Jahr, dann ist es eine Ersparnis von 120 Euro im Jahr.
- 2:16Und klar, je mehr gerade ich einspare, desto höher ist mein Sparpotenzial.
- 2:20Aber Achtung, nicht zu kalt werden lassen, denn dann droht Schimmelgefahr.
- 2:24Was ist nochmal interessant, wer ist zuständig für die Wartung?
- 2:27Ist das der Eigentümer oder der Vermieter? Das werden sicher auch viele fragen bei der Heizung.
- 2:31Absolut, der Vermieter ist zuständig für die Wartung.
- 2:35Allerdings, wer muss es bezahlen? Die Wartung kann umgelegt werden auf die Betriebskosten.
- 2:40Sollte aber tatsächlich etwas kaputt sein, dann ist der Vermieter zuständig
- 2:43und muss die Kosten auch übernehmen in der Regel. Und klar, wenn ich Eigentum
- 2:47selbst habe, eine Eigentumswohnung oder Haus, klar, bin ich selber zuständig.
- 2:51Und was lohnt sich da gerade, je nach Heizungsart beim Anbieter?
- 2:54Ist es die Grundversorgung oder doch der Sondertarif?
- 2:57Es ist der Sondertarif wie so häufig. Wenn wir auf Gas schauen,
- 3:00da liegen die aktuellen Preise pro Kilowattstunde im Schnitt bei etwas über 12 Cent derzeit.
- 3:06In der Grundversorgung ist man bei weit über 13 Cent. Deswegen lohnt es sich
- 3:11hier wirklich mal wieder klassisch zu vergleichen.
- 3:13Vor allem jetzt, wir haben schon darüber berichtet, die Gasspeicher sind nicht ganz so voll.
- 3:17Aber wer es jetzt schafft, sich einen Tarif zu sichern, der vielleicht auch
- 3:20eine gewisse Preisgarantie hat für 12 Monate, da kann es sich schon lohnen.
- 3:24Und Stichwort Öl, das wird potenziell teurer durch den Iran-Krieg.
- 3:28Auch da muss man jetzt zum richtigen Zeitpunkt abpassen, um seinen Vorrat aufzufüllen.
- 3:33Und auch da gilt vergleichen. Es ist immer derselbe Tipp, aber es ist einfach
- 3:37die Arbeit, die sich lohnt.
- 3:38Hohe Energiekosten treffen aber nicht nur Haushalte. Für Unternehmen sind sie
- 3:42längst Teil eines viel größeren Problems.
- 3:45Und damit sind wir bei Evonik.
- 3:48Der Spezialchemiekonzern streicht 3.200 Stellen. 2.150 davon entfallen auf Deutschland.
- 3:56Evonik steht wie die gesamte Chemiebranche unter Druck.
- 4:00Übergangschef Klaus Rettig spricht
- 4:02sogar von einer strukturellen und ökonomischen Krise der Industrie.
- 4:07Dahinter steckt mehr als nur eine schwache Konjunktur. Hohe Energie- und Standortkosten,
- 4:12wenig Nachfrage, Konkurrenz aus China, Bürokratie und geopolitische Risiken.
- 4:18Belasten viele deutsche Unternehmen gleichzeitig.
- 4:22Evonik will sich deshalb stärker auf profitable Geschäfte konzentrieren.
- 4:26Freiwerdende Stellen sollen zum Teil nicht neu besetzt werden,
- 4:30Beschäftigte früher in den Ruhestand gehen oder freiwillig mit Abfindungen ausscheiden.
- 4:36Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Bei solchen Meldungen
- 4:40stellt sich die größere Frage, ist das nur eine vorübergehende Schwäche oder
- 4:45verschiebt sich Deutschlands industrielle Basis dauerhaft?
- 4:49Unser Börsenmoderator Frank Mayer mit den Einzelheiten. Die Industrie steht
- 4:53unter Druck und das schon seit Monaten.
- 4:55Und wenn diese strukturellen Schwierigkeiten da sind, erfinden Experten auch immer neue Worte.
- 5:01Von Polykrise ist die Rede.
- 5:04Das ist eine Mischung aus unangenehmen Faktoren, die die Industrie zwingt.
- 5:09Sich neu zu strukturieren, sich anzupassen an die Gegebenheiten.
- 5:13Das im Inland oder wenn es im Inland nicht funktioniert, geht man auch ins Ausland.
- 5:17Und diese Flucht ist ja schon seit vielen Monaten unterwegs.
- 5:20Unter Polykrise versteht man die Arbeitskosten, die in Deutschland besonders
- 5:25hoch sind, die hohen Abgaben und Steuern, die Energiepreise oder auch die Bürokratie.
- 5:30Und die Unternehmen haben in den letzten Monaten immer wieder Meldungen herausgebracht,
- 5:35wo nach Personal gestrichen wird.
- 5:37Jetzt Evonik, 3.500 Stellen werden abgebaut, 2.150 allein in Deutschland.
- 5:43Da hat man eben diese Möglichkeit oder die Not auch, sich neu zu erfinden,
- 5:48sich besser aufzustellen
- 5:50und die Börsen reagieren meistens darauf mit freundlichen Kursentwicklungen,
- 5:54weil die Hoffnung eben dann da ist, dass man mit dieser Strukturreform in Unternehmen,
- 5:59wenn es im Startschot nicht klappt, dann die Zukunft sichert.
- 6:02So hat man vor allem auch die Automobilbranche im Blick Evonik Chemieindustrie,
- 6:07Spezialchemieindustrie, aber auch Teile vom Maschinenbau und dem,
- 6:11was nicht so öffentlichkeitswirksam in der Börse gehandelt wird.
- 6:15Die versuchen sich gegen diese Polykrise zu stemmen und stellen sich halt neu
- 6:19auf. Und das sind ja diese Meldungen, die im Laufe der Zeit kommen.
- 6:22Entlassungen, Entlassungen, Entlassungen, was natürlich den Standort in Deutschland schwächt.
- 6:27Die Unternehmen sind ja nun auf Gedeih und Verderb gezwungen,
- 6:30dass sie Umsätze machen, dass sie Gewinne machen.
- 6:32Das fordern ja auch die Aktionäre und letztendlich auch der Börsenkurs.
- 6:36Wenn Unternehmen über Standorte und Zukunftsfähigkeit reden,
- 6:40fällt inzwischen noch ein Begriff immer häufiger. Sicherheit.
- 6:45In Essen ist heute die Security 2026 gestartet.
- 6:49Rund 500 Aussteller aus 40 Ländern zeigen dort, was die Sicherheitsbranche gerade beschäftigt.
- 6:56Und das ist inzwischen deutlich mehr als Alarmanlagen und Einbruchschutz.
- 7:01In diesem Jahr geht es besonders um Verteidigung und um den Schutz kritischer Infrastruktur.
- 7:07Also zum Beispiel Energieanlagen, Verkehrswege oder andere Bereiche,
- 7:11bei denen Ausfälle schnell große Folgen haben können.
- 7:15Dabei spielt künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle.
- 7:19Moderne Systeme werten etwa Kamerabilder oder Sensordaten automatisch aus und
- 7:25sollen Gefahren schneller erkennen.
- 7:27Die Branche rückt damit näher an Themen heran, die früher vor allem Sache von
- 7:32Polizei, Behörden oder Militär waren.
- 7:35Unser Reporter Frederik Trien hat mit Cornelia Okpara gesprochen,
- 7:40der Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft.
- 7:44Und zwar nicht nur über diese Messe. Jetzt ist das heute nicht die einzige Messe
- 7:48hier. Wir haben jetzt eben auch schon gehört, zeitgleich findet auch die Euro-Defense-Expo
- 7:52statt. Das ist eine Verteidigungsmesse, eine reine Verteidigungsmesse,
- 7:55zeitgleich zu einer Sicherheitsmesse. Da ist sicherlich eine gewisse Überschneidungsmenge.
- 7:59Wo genau ist diese Überschneidungsmenge und warum ist es so eine gute Idee,
- 8:02jetzt beides gleichzeitig stattfinden zu lassen?
- 8:04Ja, die geopolitische Sicherheitslage zeigt, dass die Sicherheitsbehörden mit
- 8:10den Sicherheitsdienstleistern enger zusammenarbeiten müssen.
- 8:13Wir kriegen das nur gemeinsam hin, Sicherheit in Deutschland zu gewährleisten.
- 8:17Und deshalb ist es eine super Idee von der Messe gewesen, diese beiden Themen
- 8:21parallel zu präsentieren und zusammenzubringen.
- 8:24Eine Sache, um die man hier nicht herumkommt, auf sämtlichen Plakaten steht,
- 8:27ist auch das Thema künstliche Intelligenz. Sie haben es eben auch schon mal
- 8:30kurz angesprochen, hält Einzug auch in der Sicherheitsbranche.
- 8:33Wo genau hält das denn Einzug? Und wie sieht so ein ganz modernes Sicherheitssystem
- 8:37aus? Was kann das schon? Wie smart denkt das schon mit?
- 8:40Also es hält überall Einzug. Man sieht es zum Beispiel am Bereich der Ausbildung.
- 8:43Wir haben heute unseren Tag der Aus- und Weiterbildung.
- 8:47Thema KI. Also wir bilden heute schon Mitarbeitende mit KI aus und auch Auszubildende.
- 8:53Es hält in allen Bereichen Einzug. Es unterstützt die Mitarbeitenden.
- 8:57Am Ende muss aber immer der Mensch stehen, um noch eine Entscheidung zu treffen.
- 9:01Aber die Unterstützung und Entlastung der Mitarbeitenden ist in allen Bereichen
- 9:06der Sicherheitswirtschaft möglich.
- 9:08Von der Sicherheit kritischer Infrastruktur zur finanziellen Sicherheit beim
- 9:12vielleicht größten Kauf im Leben, einer Wohnung oder einem Haus.
- 9:18Frankfurt und München galten lange als Kandidaten für eine Immobilienblase.
- 9:23Also für den Fall, dass Kaufpreise deutlich stärker steigen als Einkommen und tatsächliche Werte.
- 9:30Eine neue Studie der UBS sieht die Lage inzwischen deutlich entspannter.
- 9:35Das Risiko ist in beiden Städten nur noch moderat.
- 9:39Unsere Moderatorin Verena Fels hat darüber mit Maximilian Kunkel gesprochen,
- 9:44dem Chef-Anlagestrategen Deutschland der UBS.
- 9:47Warum schneiden denn München und Frankfurt inzwischen vergleichsweise gut ab?
- 9:51Die Gefahr einer Immobilienblase ist ja hier wirklich deutlich zurückgegangen.
- 9:56Ja, wir hatten diese Phase über zehn Jahre hinweg, wo die Immobilienpreise in
- 10:00München und in Frankfurt massiv gestiegen sind, teilweise über 100 Prozent.
- 10:04Und dann von dem Höchststand 2021 haben Sie gesehen, dass die Preise wieder
- 10:08um über 20 Prozent gefallen sind.
- 10:10Und gleichbleibend sind die Mieten stabil geblieben und auch die Einkommen stabil geblieben.
- 10:16Jetzt darf man eine Sache aber nicht vergessen, nur weil die Blase entwichen
- 10:19ist, sind Wohnungen noch nicht günstig.
- 10:21Die UBS analysierte die Immobilienpreise in 23 Metropolen weltweit.
- 10:27Demnach gibt es in drei Metropolen große Gefahren, dass sich die Preisentwicklung
- 10:32von den tatsächlichen Immobilienwerten entkoppelt hat.
- 10:35Zürich, Tokio und Miami.
- 10:38Die geringste Gefahr für eine Immobilienblase sieht die UBS derzeit dagegen
- 10:43in Sao Paulo, San Francisco und New York.
- 10:47Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 10:51Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.