Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Die Wahrheit über Hundeerziehung – Warum das Problem fast immer der Mensch ist
Transcript
- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Deinem Podcast, der inspirierende Gäste inspirierende Geschichten erzählt. Mein heutiger Gast ist Marco. Er arbeitet jeden Tag mit Hunden zusammen. Aber vor allem mit dem Menschen. Dabei hilft er, ihren Besitzern ihre Hunde besser verstehen können, echte Führung übernehmen und mit Tricks und Tipps
- 0:25einen einfacheren Alltag zu gestalten. In diesem Podcast sprechen wir aber nicht nur über Marco, wie er zum Hundetraining gekommen ist, sondern er erzählt auch sehr emotionale Geschichten, die sichtlich ihn berührt haben.
- 0:40Wir sprechen über seine Vergangenheit, wie er ins Unternehmertum gekommen ist. Und wir sprechen, wie er mit Social Media seine Reichweite stetig weiterführen kann. Mir war es eine riesengrosse Ehre. Aber du weisst, wie das läuft. Bevor wir in den Podcast gehen, habe ich eine Intro zu sehen. Da ist das Insult und gebe jetzt eine Zusage. Die meisten, die ich kenne, sagen, wenn mein Hund steht, dann gehe ich erst mal reisen und so.
- 1:04Bullshit. Und wenn die mal hier oben sind, dann sind sie richtig hier oben. Und da musst du halt wirklich jemand sein, der sagt, weisst du was, ich trainiere, ich gehe jetzt in den Kampf mit dir rein. Du bist jetzt da und ich warte mit dir, bis du dich beruhigst und sonst gehen wir da nicht vom Fleck. Und wenn du das nicht machst und dich nicht durchsetzen kannst, dann nervösert er dir das ganze Leben herum. Meine wichtigste Message ist, glaube ich, es ist mir gerade eingefallen, sie sind einfach immer herzlich zu mir.
- 1:26Das ist das Wichtigste. Wenn ihr viel Liebe gebt den Hunden und immer da seid für sie, gutes Essen gebt, schmusst, herzlich seid, positiv seid, gute Ausstrahlung habt, dann verzeiht es euch auch mal einen schlechten Tag. Richtig schlechte Erfahrung. Das ist das Problem. Die Leute denken nicht mehr, was ich machen kann, sondern wer kann ich jetzt dafür verantwortlich machen.
- 1:52So. Jetzt bin ich rum. Bist du rum? Jetzt bin ich voll rum. Ich bin auch rum. Perfekt. Also erstens mal, danke vielmals, dass du dir die Zeit genommen hast, um hierher zu kommen. Sehr, sehr gerne. Ich finde es richtig cool, vor allem, dass du deine Hündin noch mitgenommen hast. Sie heisst? Freya. Freya. Freya. Ganz schöner Name, ganz schöne Hündin. Herrlich. Danke vielmals. Ich weiss, dass du einen mega ausgebuchten Terminkalender hast. Du hast ganz viele Trainings. Aber für die, die dich jetzt noch nicht...
- 2:18kennen, die nicht wissen, wer du bist, was du machst. Ganz kurz die Erklärung von dir. Ja, eben, ich bin Marco, Hundetrainer und ich gebe Hundetrainings seit drei Jahren jetzt. Und es ist so, dass ich vor allem angefangen habe im Problemhundenbereich mit vor allem zufälligen Hunden, weil ich eben auch einen Herdenschutzhund von Rumänien übernommen habe, aber auf das kommen wir ja nachher nochmal zurück. Also ich tue eigentlich jeden Tag einfach
- 2:41sagen wir, vier Lektionen geben. Samstag, Sonntag sechs bis sieben, weil halt dann die Leute mehr Zeit haben und dann auch immer meine Kürs am Wochenende. Und das ist so ein bisschen das, was ich mache. Hunde trainieren, natürlich auch Junghundekürs, die obligatorischen fürs Veterinäramt und Theorieprüfungen, die man machen muss, aber das ist so ein bisschen mein Alltag. Vier Trainings am Tag, das mache ich einfach. Das ist schon viel. Ja, ja, voll, aber für mich ist es halt einfach, weil ich nur vier Stunden arbeite, oder? Aber du hast natürlich noch Content, das du machen musst, administratives und zwischen den Terminen hin und her fahren, aber trotzdem vier Stunden mit den Hunden ist
- 3:11einfacher als 8 Stunden im Büro. Das kann ich mir vorstellen. Und vor allem bist du noch in der Natur, bist noch draussen, das ist auch gut. Du trainierst in Kloten, oder wohnst in Kloten? Ich wohne in Kloten, habe dort eben auch ein Häuschen gemietet, mit einem grossen Garten, und dort gebe ich auch viele Trainings, aber mehrheitlich finde ich die Trainings schon
- 3:31Dort, wo auch Auffälligkeiten sind. In der Stadt oder auf Wiesen, wo es verschiedene Hunde gibt. Im Gladpark gehe ich oft vorbei, weil es dort auch massig Hunde hat. Das ist eigentlich viel wertvoller, als wenn man es nur auf einer einzündeten Wiese macht.
- 3:46Du sprichst Problemhunde, aber was sind so Problemhunde oder was sind so Problemverhaltensmuster, die problematisch sind? Also die grössten Verhaltensmuster, die die Leute zu mir kommen, sind eigentlich Leinaggressionen, wo die Hunde an der Leine eskalieren, wenn sie einen anderen Hund sehen.
- 4:03Klar hat es auch mal einen, der einfach zu jedem Hund hin will, der Spieler ist. Das sind natürlich keine Problemhunde, aber ich habe natürlich viele Herdenschutzhunde. Vom Ausland kommen ja immer mehr Herdenschutzhunde bzw. Mischlinge, die Herdenschutzhunde drin haben. Die fangen dann schnell an, wenn sie Sicherheit bekommen, gegen fremde Menschen und fremde Tiere eine gewisse Abneigung zu zeigen. Sobald sie dann mal angekommen sind und einen mutigen Besitzer im Rücken haben.
- 4:26Und dort gehe ich dann rein und versuche, sie zu unterstützen durch verschiedene Techniken und Methoden. Auch abpassend auf den Hund. Und eigentlich ist es schon das. Also Abneigung gegen Menschen, Abneigung gegen andere Hunde, sehr ängstliche Hunde. Aber die problematischen sind schon die, die eher Menschen oder Hunde anbeissen wollen. Das ist eigentlich das grösste Problem. Und sagst du, jeder Hund ist behandelbar?
- 4:47Ja, ja, auf jeden Fall. Ausser es hat neurologische Probleme, die hinzukommen. Aber meistens wird sehr schnell gesagt, ja, neurologische Probleme, obwohl man mit einem stabilen Menschen im Hintergrund sehr viele erreichen kann. Aber die Leute machen es sich oft einfach. Das ist aber auch wie bei uns Menschen. Wenn man zum Psychologen geht und der Psychologe sagt, ja, du hast das und das Krankheitsbild, musst du Medikamente nehmen, geht nicht, oder? Dabei könnte der Mensch vielleicht auch andere Sachen machen, die unterstützen könnten. Das heisst nicht, dass es das nicht gibt, dass man als Mensch auch Medikamente nehmen muss, aber...
- 5:13Man sagt zu oft, das ist so und da kann man nicht helfen. Das ist bei den Hunden genau das Gleiche. So vielen Hunden könnte man helfen, wenn man einfach über den Tellerrand ausschaut und wenn die Leute nicht immer so viel arbeiten würden. Erstens finde ich es richtig sympathisch und schön, dass du sagst, eigentlich jeder Hund ist behandelbar, aussen ein neurologisches Problem und man sagt zu schnell, es ist ein neurologisches Problem. Heisst eigentlich, diese Aussage finde ich mega schön, dass du sagst, die Hunde sind einfach...
- 5:40Wenn sie ein Problem haben, wollen sie es nicht besser wissen. Keine Ahnung, was könnten noch Ursachen sein? Irgendwelche Erlebnisse, Traumata? Genau, aber meistens sind es wirklich Besitzer, die es zu einfach machen. Sie nehmen den Hund und merken, sie haben diese Ausstrahlung gar nicht. Dort scheitern sie meistens. Wenn du als Mensch nicht extrovertiert bist und nicht selbstbewusst bist als Mensch, wie willst du deinem Hund beibringen, auf Menschen zuzugehen, wenn du das selber nicht machst? Ich meine, es gibt Leute,
- 6:08Die traut sich ja nicht einmal selber eine Pizza zu bestellen und das will ich nicht schlechtreden, oder? Aber diese Art von Menschen, die dann einen sehr introvertierten Hund haben, der sehr ängstlich ist und unsicher ist, und so einen Hund sollten sie auch lernen auf Menschen zuzugehen, aber selber bringen wir das nicht hin. Das ist das grösste Problem eigentlich. Dass die Menschen nicht den nötigen Charakter mitbringen, leider muss ich so sagen.
- 6:26Also eigentlich ist es mehr ein Menschentraining? Ja, es ist nur ein Menschentraining. Das ist das Problem. Ist das das Problem oder ist das deine Erkenntnis und du arbeitest dann effektiv mit dem Menschen und versuchst den Menschen zu korrigieren in seinem Verhalten?
- 6:41Das mache ich genau. Ich gehe immer auf den Menschen. Aber das Problem ist, es gibt dann auch Leute, die vielleicht auch teilweise zu alt sind. Das gibt es oft. Ältere Leute, die einen Tierschutzhund übernehmen. Und bei problematischen Hunden ist das Timing so wichtig. Das heisst, der Hund schaut einen anderen Hund an, du hast dann vielleicht ein Fenster von 0,5 Sekunden. Überruf dich. Ein Fenster von 0,5 Sekunden zum Reagieren.
- 7:04Und jemand, der vielleicht schon 65, 70 ist, heisst nicht, dass die uralt sind oder so, aber die Reflexe sind weniger da. Und sie stellen sich auch etwas anderes vor mit einem Hund. Dort habe ich oft Mühe. Dann gibt es auch viele Leute, die psychische Probleme haben und dann vielleicht ein IV beziehen und darum sehr viel Zeit haben. Und die übernehmen dann auch einen Hund. Und wenn die dann am falschen Hund geraten, dann passiert das auch sehr schnell.
- 7:27dass sie dem Hund keine Sicherheit geben können. Es gibt auch Menschen mit Panikattacken etc. Und wenn die einen Hund haben, ist es sehr schwierig, dort anzusetzen. Und dann muss ich mich als Trainer zurücknehmen und sagen, da habe ich keine Chance, da mache ich nur Zweite. Weil irgendwann kann es auch sein, dass unsere Menschen dann irgendwo versagen, vielleicht kein Sicherheitsgeschirr anlegen und der Hund rennt vor einem Zug oder vor einem Auto. Und wenn ich merke, ich komme beim Menschen nicht hin, dann gibt es für mich eigentlich gar keinen Weg.
- 7:52Ich probiere es, ich gehe drei, vier Lektionen, aber wenn ich merke, ich schaffe nicht, am Menschen anzukommen, dann kann ich einfach nichts machen. Und das passiert immer wieder mal? Selten, aber es kommt vor, ja. Aber die Leute merken dann auch relativ schnell, dass es meiner Meinung nach nicht so viel Sinn macht. Ich biete dann aber auch an, kann ich dir helfen, den Hund vielleicht zu vermitteln? Das ist dann meistens die bessere Lösung. Ist das dann die nächste Schlussfolgerung? Du hast nicht zuerst gesagt, ich habe keinen Bock mehr auf dich, sondern...
- 8:19Wenn der Mensch will, dann bin ich immer dabei. Aber wenn ein Mensch sagt, es ist einfach so und man kann nichts machen und will nicht aus dem Tellerrand aussehen, dann kann ich fast nichts machen. Ich bin dann auch jemand, der sagt, komm, dann kommst du mal gratis mit meinen Hunden laufen. Das ist kein Problem. Einfach, weil ich muss ja eh am Morgen laufen mit meinen Hunden. Wenn ich dann merke, jemand braucht noch ein bisschen psychischen Support, dann sage ich, komm, morgen am Morgen, wenn ich um 9 Uhr laufe, bin ich in Oberhasli, komm mit mit deiner Hündin.
- 8:42Dann hast du noch ein Gratistraining. Es ist einfach ein Spaziergang. So färben meine Hunde auf den Hund ab, weil sie sehr selbstbewusst sind. Und ich hoffentlich auch auf den Hund, weil dann hat sie mal einen fremden Mann kennengelernt. Oder er. Das ist das, was ich anbiete. Aber wenn dann die Leute wirklich immer wieder kurzfristig absagen, ich habe psychische Probleme, es tut mir leid, das geht nicht. Das ist wirklich nicht schlecht zu sagen. Wir haben alle irgendwie psychische Probleme.
- 9:05Aber wenn ich immer wieder merke, ich gebe auf, die ganze Zeit, ich gebe auf, ich schaffe es nicht, ich kann nicht, das regt mich auf, dann geht es einfach nicht. Du bist so ein Motivational Speaker. Ja, ich muss sagen. Mega. Was ich mir auch gerne machen möchte, ist, ich möchte den Menschen, der vor mir sitzt, besser kennenlernen. Und darum spüle ich gerne das Back in time. Und so fragen, wo bist du aufgewachsen? Was hast du für einen Background? Was hast du...
- 9:34gelernt. Wie bist du zu dem gekommen, was du heute machst? Sehr gerne. Ich bin in Klotau aufgewachsen und mein Vater ist ein sehr tüchtiger Mann. Er hat verschiedene Lebensmittel gekauft, sehr viele sogar. Ich glaube, es sind sogar 10 Spare gleichzeitig mit meinem Onkel zusammen auch.
- 9:51Er hatte einen Spar in Kloten, dort war er auf meinem Schulweg. Da sah ich immer, dass mein Vater selbstständig ist und meine Mutter hat auch mit ihm zusammen den Spar aufgebaut. Dort habe ich schon ein Unternehmertum von meinem Vater kennengelernt. Ich war aber dementsprechend dick, weil ich immer im Spar alles gratis nehmen durfte. Ich war sehr dick, bis ich 13 oder 14 war. Teilweise sogar schon mit 14 100 Kilo. Und so war es dann auch, dass ich halt...
- 10:19Teilweise schon in der Schule angeneckt habe. Ich weiss schon, im Bimbo. Sie haben immer gesagt Bimbo und so. Ich hatte auch viel mit Mobbing zu tun. Aber nicht so Mobbing im Sinne von «Ich habe mich verirrt gemacht und war am Brüllen.» Nein, ich habe mich dann immer gewehrt. Das hat dazu geführt, dass ich psychische Probleme bekomme. Aber ich war dann immer in der Abwehrhaltung. Und so habe ich dann immer wieder viele Sachen persönlich genommen.
- 10:43Was ich aber bei den Hunden nie, persönlich nicht konnte. Ich hatte immer sehr viel Nerven für Hunde, wo ich für Menschen teilweise eine kürzere Zündschnur hatte. Wenn ich gemerkt habe, ich werde ungerecht behandelt, oder jemand anderes wird ungerecht behandelt, dann hatte ich immer wieder Backflashes und dachte, nein, da muss ich jetzt Gerechtigkeit walten lassen. Und so habe ich halt früh die Liebe zu den Tieren bemerkt. Meine Tante hatte auch einen Rottweiler.
- 11:04Ja, voll. Mega schön. Mega. Aber ich hatte schon ein bisschen Angst, mit 10 Jahren so einen riesen Rottweiler. Aber okay, das ist ja fertig. Ich hatte so einen Kopf. Bis heute habe ich noch so einen grossen Rottweiler gelernt. Und sie war auch im Rollstuhl, meine Tante. Okay. Sie lebt auch heute nicht mehr. Und sie hatte mit dem Rottweiler so eine schöne Bindung. Da habe ich schon gemerkt, was ein Hund einem geben kann. Sie hat gar nicht mehr gebraucht. Sie hatte den Rottweiler und fertig.
- 11:24Und dort kam ich zum ersten Mal mit Hunden in Kontakt. Dann hatte auch mein Cousin einen Hund. Dandy, wie er heisst. Mega cool, den habe ich geliebt. Er ist auch sehr alt geworden. Ich wollte ihn immer sehen. Und dann hatte ich auch schon mit 15 eine Freundin, die auch einen Hund hatte. Da habe ich mir gesagt, mitnehmen. Und jede Frau, die ich kennengelernt habe, die einen Hund hatte, hat mir gesagt, mitnehmen, mitnehmen. Aber ich konnte nie einen selber haben, weil ihr wisst, wie es ist, wenn du ein normales Leben hast. Du hast gearbeitet bis 8, bis 5, hast du nicht wirklich einen Hund. Und dann habe ich Fitnesstrainer gelernt.
- 11:54Ich wollte sagen, du siehst ultra sportlich aus. Man sieht ja, dass du hier wirklich trainierst. Darum wollte ich fragen, was hast du mit Sport am Hut? Aber in diesem Fall okay. Genau, ich war im Fitnesstraining mit 16, weil ich mit 14 eine Transformation gemacht habe. Von diesen 100 Kilo habe ich alles abgenommen, weil es nur noch 70 Kilo waren. Ja voll, 30 Kilo abgenommen. Ein Mensch hast du abgenommen?
- 12:13Mein Hund. Dann bin ich in die Fitnesstrainer-Ausbildung. Bis 20 habe ich das auch gemacht. Ich habe gemerkt, dass ich nicht so viel Geld verdiene, wenn ich im Basefit rumlaufe. Dann habe ich das KV nachgeholt. Ich habe ein KV-EFZ. Das hatte ich mit 22. Ich bin dann in die Immobilienbranche. Versicherungen. Ich habe jetzt bei der AXA gearbeitet. 3 Jahre.
- 12:36Während ich bei Axel als Versicherungsfachmann gearbeitet habe, habe ich Leroy übernommen. Es ging alles rundherum. Aber wenn ich weiter ausholen musste, war der erste richtige Hund, den ich hatte, Muffi, mein Husky, der mit zwei Jahren verstorben ist. Er hatte Epilepsie.
- 12:53Genau, ich habe einen Husky geholt, einfach so unüberlegt. Ich hatte damals eine Freundin, und die hat dann... Das ist nicht mal wirklich eine Freundin, das war einfach eine Dame, mit der ich mich sehr gut verstanden habe. Und sie hat gemerkt, dass ich für Hunde... dass mein Herz für Hunde schlägt. Und dann hat sie gesagt, komm, wir gehen nach Deutschland. Haben wir irgendeinen Husky geholt, einen Zuchthund, irgendwo in einem Inserat. Das würde ich heute nie mehr so machen. Aber als naiver Mensch, die meisten, die auch heute sehr viel daraus kommen in den Tierschutz, die haben schon mal einen Zuchthund genommen und gemerkt, was die damit eigentlich für einen Scheiss gemacht haben.
- 13:20Dann habe ich eben Haski geholt, der hat dann mit 6-7 Monaten Epilepsie bekommen. Er hatte einen Anfall, zitterte und machte und machte, schäumte. Also war es wirklich gar nicht schön, das anzuschauen.
- 13:30Was kannst du machen in so einer Situation? Nichts eigentlich. Einfach beruhigen, Licht abstellen, ein wenig streicheln und hoffen, dass der Abfall bald vorbeigeht. Wenn er jetzt zu lange geht, dann hast du die Azepam-Rektal verabreichen können. Das ist also Valium. Und dann hat es teilweise helfen können. Oder auch nicht. Und er hat dann die AVK. Ich habe ihm Medikamente gegeben, dreimal am Tag, um 1 Uhr in der Nacht, um 9 Uhr morgens und um 3 oder 4 Uhr am Nachmittag. Also immer um 8 Stunden.
- 13:56Und die musste ich genau pünktlich geben. Es ist sehr schlimm, sonst versieren, wenn das nicht regelmässig ist. Und ja, nachher ist er aber gestorben, mit zwei Jahren. Er hatte einen Affen, eine halbe Stunde lang ist er nicht rausgekommen. Ich habe den Diazepam gegeben, alles, bin ins Spital gefahren. Er ist genau beim Spital gestorben. Das hat mir das Herz gebrochen, ja. Aber wegen ihm, weil er Epilepsie hatte, ich wusste, ich gebe da schnell ein Knöchel in meiner Mund.
- 14:18Ich finde nämlich sonst das selber, wenn ich wüsste, ich muss etwas machen mit Hunden, weil einen Hund, der epilepsiert, kannst du nicht alleine lassen. Dann habe ich sogar die Immobilienseile, bin dann zu meinem Vater ins Restaurant gearbeitet, hatte dann nachher ein Restaurant übernommen, das grosse, das hat er heute noch mit Hotel. Wenn ich dort kellnere, Gasthof Hecht im Winkel, das ist bei Bülach.
- 14:37Nein, ich kann nicht. Nö, voll. Eine stürb... ...stürb-günstige Gemeinde. Stürb-günstige Gemeinde. Dort läuft es sehr gut. Es gibt viele Schweizer, die zu ihm vorbeigehen. Das ist natürlich eine gute Kundschaft, seien wir ehrlich. Mein Vater ist auch schon in Thurgau geboren. Also wir sind eigentlich... Er ist fast ein Schweizer. Dann habe ich bei ihm gekellnert, weil ich dann am Abend arbeiten konnte bei ihm im Restaurant. Meine Freundin hat dann tagsüber geschaut und zusammen uns ergänzt. Nachdem er gestorben ist, habe ich gesagt, komm, du kannst wieder ins KV.
- 15:05Dann bin ich in einer Bank gearbeitet, einer Corner-Bank. So logamesisch, mit Krediten. Dann war ich in Mikassu. Da habe ich die Leute terrorisiert. Dann habe ich vor der Bank Leroy kennen gelernt, meinen Chef-Vermischling, Herdenschutz und so. Dann habe ich ihn gefragt, ob ich ihn streicheln kann. Dann hat er gesagt, dass er es eigentlich niemandem anlangen kann. Ich konnte natürlich gleich streicheln, das war lustig.
- 15:28Und das war eine 70-jährige Frau, die Pflegestelle hat sie für ihn gemacht. Und er wurde immer schlimmer. Dann hat sie mir geschrieben, weil ich habe die Nummer austauscht, drei Monate nach dem Tod von Muffi. Und dann hat sie gefragt, ob ich am Wochenende auf ihn schauen könnte. Dann habe ich immer am Wochenende auf den Leroy geschaut.
- 15:41Er wurde immer schlimmer und schlimmer. Er war sowieso ein schlimmer Hund. Er hat alle Menschen abgeworfen, Velos, Trottis. Bis ich dann gesagt habe, ich gebe ihn ins Tierheim. Dann habe ich ihn übernommen. Als ich den Hero übernahm, hatte ich einen der schlimmsten Hunde, den ich bis jetzt trainiert habe. Als ich ihn hinbekommen habe, habe ich gesagt, krass, ich bin ein guter Trainer. So habe ich dann auch sehr schnell viel Reichweite bekommen, weil ich auch mit ihm geworben habe. Ich habe viel vorher und nachher Videos gezeigt.
- 16:02Und so ist dann Stück für Stück... Und das war wann genau? Das Leerun habe ich ungefähr vor 3 1 1 halb Jahren übernommen. Vor 3 1 1 halb Jahren? Genau. Und das ist so dein Start ins Hundetrainer-Dasein? Genau. Ja. Weil mein Husky war der einfachste Hund, außer Epilepsie. Aber Huskys sind auch einfache Hunde. Sie sind sehr sozial. Ist das so? Ja, ja. Aber viele sagen, nein, du musst so viel machen. Klar, du musst einfach sportlich auslasten. Aber wenn die mal ausgelastet werden, sie haben keine territoriale Ader. Sie sind sehr sozial. Selbstbewusste Hunde. Sie verzeihen dir vieles. Also Huskys finde ich einer der Nummer 1 Hunde. Ja. Okay
- 16:32Das ist auch wunderschön. Definitiv. Die blauen Augen. Blaue Augen. Ja, das ist so ganz typisch. Oftmals auch verschiedene Augen, oder? Genau. Mein erstes Blaues und ein Bruunskal war mega schön. Ja. Also tätowiert da hinten. Und dann hast du in dieser Zeit die Hundetrainer-Ausbildung gemacht. Genau. Wie kann ich mir das vorstellen?
- 16:51Ich habe es bei der Certo gemacht, das ist in Kleidöttingen, Aargau. Das ist jeden Freitagabend, Samstag und Sonntag. Und ich habe bei der AXA gleichzeitig Versicherungsfachmann gelernt. Und dann habe ich meint, ich habe bis Freitagabend gearbeitet, Schule gemacht, so ein Versicherungsfachmann. Freitagabend, Samstag, Sonntag Hundetrainer-Ausbildung. Der Leroy zusätzlich gleichzeitig übernommen. Ich bin jeden 6 Uhr morgens mit ihm gehen gegangen. Bin am Mittag von Zürich wieder heimgefahren, mit ihm gehen gegangen.
- 17:13und dann Hundesitterin bezahlt, die am Nachmittag geschaut hat. Und dann habe ich so gut bei der AXA verkauft, früher an meine ehemalige Vorgesetzten, dass ich tatsächlich jeden Morgen Homeoffice machen konnte. Die haben mir vertraut. Weil ich so gute Zahlen als Verkäufer geschrieben habe. Und ich habe gesagt, ich muss jetzt am Morgen Homeoffice haben. Und dann konnte ich nach der Einarbeitungsphase, nach sechs, sieben Monaten, jeden Morgen Homeoffice machen.
- 17:36So habe ich dann jonglieren können, das heisst, Montag bis Freitag AXA, Freitag bis Sonntag Hundetrainer-Ausbildung, Leeroy Fulltime-Job. Also ich habe wirklich gröbere vier Jahre hinter mir. Krass. Was ist das, was dir die Versicherung am meisten gegeben hat, wo du heute auch sagst, das ist etwas, was ich in dieser ganzen Bubble von Selbstständigkeit auch mitnehme?
- 17:59Ja, einfach generell, wie wichtig eigentlich auch alle Versicherungen sind. Ich meine, jetzt als Selbstständiger, Unfallversicherung, AHV. Also AHV ist natürlich, ist auch eine Versicherung in dem Sinne. Das sind auch Sachen, die du einzahlen musst, oder? Das ist das Wichtigste, denke ich, was mir mitgeworden ist, dass ich weiss, worauf es ankommt, wenn du selbstständig bist. Eben BVG, Pensionskasse, all die Sachen, die halt elementar sind. Verkauf habe ich immer schon im Blut gehabt von meinem Vater, oder? Also egal, wo ich gearbeitet habe, ich habe auch mal im Callcenter gearbeitet, Werbung verkauft.
- 18:25während ich die KV-Ausbildung gemacht habe, dass ich es immer gut verkaufte. Aber was mir die Versicherung vor allem gab, war die Struktur. Weil ich musste ja dort drinnen durch. Und ich war immer ein junger Bursch, der nur Scheissdreck im Kopf hatte. Hast du schon wie ein Jahr gegangen? 97er. Du?
- 18:42Krass. 90er. 90er, krass, sieben Jahre später. Danke, ja. Sag es noch, weil es noch klarer ist. So alt, das ist unglaublich. Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht gelassen. Richtig cool. Aber wenn wir jetzt in den Ausgang zusammen wären, hätte das gesagt, wir sind gleich alt. Das mit dem Ausgang ist eine Geschichte. Ich bin schon tausend Jahre nicht mehr im Ausgang. Ich glaube, ich habe mit 18, 19 Jahren aufgehört, in den Ausgang zu gehen. Also wirklich sehr, sehr früh. Ich bin...
- 19:11Das ist gut, besser. Ich gehe auch nie in den Ausgang. Aber wenn wir gehen würden, würden die beiden wahrscheinlich gleich alt sein. Wahrscheinlich, ja. Mich hat es da genau mit dem Bart. Du hast von deinem Vater erzählt, er war immer ein Bützer, hat sehr viel gearbeitet und hast die selbstständige Ader von ihm angenommen. Wie war es für ihn, seinen Sohn aufzuwachsen in der Selbstständigkeit?
- 19:34Er war zuerst völlig am Tisch. Er war mein Sohn mit Hunden. Ich habe für andere Antworten erwartet. Mein Sohn mit Hunden. Er hat mich sehr gut gefunden. In der Versicherung ging ich richtig ab. Ich habe sehr gute Zahlen geschrieben. Ich konnte mit denen mitgehen, die 10 Jahre dabei waren. Dort hätte ich auch eine grosse Zukunft gehabt. Die Frage ist, ist das das, was ich will?
- 19:54Die greifst du an, wenn es dich erfüllt. Genau. Mein Vater hat... Ihr wisst, er ist ein italienischer Vater, der einen Saison-Anzug anhat. Das ist so. Wenn du einen Anzug an den Arsch schaffst... Und er fand das halt cool. Er hatte Freude, wenn ich mal eine Agentur übernehme. Dann dachte ich, mit den Hunden. Aber als er sah, dass ich so ausgelastet bin, war das schon sehr stolz. Jetzt ist er mega stolz. Richtig. Er hat einfach am Anfang nicht so daran geglaubt.
- 20:12Aber meine Mutter ist auch Selbstständiger, hat auch ein Restaurant. Mein Bruder ist auch Selbstständiger, ist Spirituosenhändler. Mein Cousin hat eben Garage. Mein Onkel hat eben auch noch einen Spar. Also ich bin in der Selbstständigkeit gross geworden von allen Seiten. Also hast du auch nie... Weil ich glaube, ganz viele Zuschauer sind da immer ein bisschen...
- 20:27haben vielleicht coole Ideen, wollen etwas umsetzen, aber können effektiv dann nicht etwas machen, also gehen nicht in die Umsetzung hinein, weil sie vielleicht Angst haben, Sachen vom Umfeld, die sie hören, hey, mach das nicht, das ist doch ein sicherer Job und das ist doch das, das ist doch das, was würdest du ihnen auf den Weg mitgeben?
- 20:45Was mir vor allem geholfen hat, ist, und das klingt jetzt mega banal und dumm, ich habe einfach sehr viele Motivationsvideos und Sachen mir reingezogen während des Fitness. Und das könnten die verschiedensten Leute sein, ich muss jetzt gar keine Namen nennen, du kennst die meisten Motivational Speakers. Aber da ging es wirklich darum, dass ich mich wie brainwashed habe, mir zu zeigen, dass ich kein normales Leben haben will. Und irgendwann bist du dann einfach nicht mehr zufrieden, einfach immer für jemand anderes arbeiten.
- 21:12Und an diesem Punkt musst du halt hinkommen. Ich hatte natürlich auch Einflüsse durch die Familie, dass, wo ich auch nicht klein rede, das haben andere nicht. Viele haben einfach Umfelder, die sagen, hey, Sicherheit ist das Wichtigste. Aber was ich damit sagen möchte, ist, die Leute gehen ins Fitness, hören viel motivierende Sachen, dann passiert das automatisch. Wenn du diszipliniert bist, dich betätigst, dich heimaufräumst, ins Fitness gehst, Sachen unternimmst, wo du laufen gehst, viel habe ich ja mit den Hunden müssen, dann bist du so auf die Sack.
- 21:37dass du gar nicht mehr gerne hinhochst und nichts machst. Und das ist bei mir das, was mir am meisten geholfen hat. Einfach sagen, geil, ich übernehme jetzt Verantwortung, ich gehe rein, ich mache, und mich inspirieren lassen von anderen Leuten. Und das ist das, was viele falsch machen. Die meisten sind eifersüchtig und niedisch und ich bin einer, der immer zu den Leuten reingegangen ist, die breiter sind als ich, die mehr Geld haben als ich, die mehr erreicht haben. Und von denen musst du einfach Sachen rausnehmen und dich inspirieren lassen wie Hunde.
- 22:00die sehr ängstlich sind, wenn du selbstbewusste Hunde ab und zu herantust. Sie gehen so schnell auf. So sollten wir Menschen uns auch beeinflussen lassen. Was ist der Mensch, der dich am meisten beeinflusst hat? Wahrscheinlich schon mein Vater. Dein Vater? Wie heisst er? Giuseppe.
- 22:15Aber ich konnte nie wie mein Vater sein. Mein Vater hat 17-18 Stunden am Tag gearbeitet. Er war immer nur im Geschäft. Er konnte überall hinschlafen. Am wenigsten bis in die Nacht, dann direkt weg. Wie er kann ich niemanden, der so arbeitet. Und nur schon als ich die Hälfte von ihm übernahm, wusste ich, dass ich das kann.
- 22:32Ja, megaschön. Schön, dass du so von deinem Vater redest. Ja, das denke ich auch. Hoffentlich hat er Freude. Sie haben ein sehr enges und gutes Familienverhältnis. Definitiv, wir sind alle sehr eng. Das ist ja die engste Wurzel. Das hast du vorhin auch erzählt. Fou, wir haben es ja im Vorgespräch schnell mitbekommen, wir sind beides Nordafrikaner. Genau, das sage ich auch immer. Fast Afrika. Fast Afrika, genau. Calabria und...
- 22:57Benevento Napoli, sage ich immer. Aber du gehst nicht mehr viel runter? Nie. Aber das Problem ist wegen den Hunden. Ich habe meine zwei Hunde und bin ein eingeschassener Typ. Ich habe immer Angst. Ich bin so paranoid, dass seit mein Hund gestorben ist, habe ich Angst, wenn ich nach Italien gehe mit den Hunden, dann kommt irgendjemand Italiener, passt nicht auf, nachher finde ich keinen guten Tierarzt, wenn so etwas ist. Da bin ich ein wenig gefangen in meinem Trauma, das ich habe von meinem Husky. Okay.
- 23:23Ich glaube, das muss schon sehr einschneidend sein, wenn man ein Familienmitglied verliert. Egal, ob es ein menschlicher oder ein tierischer Familienmitglied ist. Ich glaube, das ist etwas, was sehr einprägt. Und so etwas... Du hast übrigens nicht irgendeinen, falls du mehr suchst. Das ist gut, dass ich das nicht kundige. So ein unanständiger Mann.
- 23:46Ich glaube, das sind Sachen, die einen einfach prägen. Und ja, also vor allem...
- 23:55Wie gehst du mit dem um? Wenn jemand stirbt, egal ob menschlich oder tierisch, wie bist du mit dem umgegangen, um das wieder zu lösen? Du hast nachher innerhalb von drei Monaten einen Hund auf dich zugekommen in deinem Leben. Was würdest du anderen empfehlen? Wie sollte das sein? Wenn jemand einen Hund verliert, kann ich immer nur empfehlen, zu warten, bis man bereit ist, und dann nochmal einen neuen Hund. Weil das Problem ist, wenn ein Mensch...
- 24:18verlierst, dann verlierst du den Menschen und er ist weg. Aber wenn du einen Hund verlierst, verlierst du alles, was mit dem zusammenhängt. Also die Routine, den Paziergang, die Füße, die er dir gibt und alles. Das hast du natürlich bei einer Tante nicht. Eine Tante liebst du über alles,
- 24:33Du siehst sie vielleicht einmal in der Woche, wenn du essen gehst bei der Familie oder so, aber du hast nicht Verbundenheit anknüpft an deinen Alltag. Und beim Hund vermisst du nicht nur den Hund, du vermisst alles, was rundherum kommt. Auch dass du mit dem Hund erkannt wirst, dass du deine Hundekollegen siehst und alles. Und darum, den Hund wirst du immer vermissen. Auch heute noch, wenn ich ein Video anschaue von Muffi, könnte ich locker weinen. Aber hätte ich nicht den Leeroy übernommen, dann hätte ich noch ein Jahr lang weitergeweint. Ja. Hundepro.
- 24:58Also lieber wieder reingehen, einen neuen Hund holen. Wenn du ein Hundemensch bist. Ja. Die meisten sind es halt und geben es nicht zu. Die meisten, die ich kenne, sagen, wenn mein Hund steht, dann kann ich erstmal reisen und so. Bullshit. Die meisten holen sich sofort wieder einen Hund.
- 25:13So herzig. Rein von den Hunderassen, du hast vorhin angesprochen Züchthunde oder Tierschutz. Zuchthunde oder Tierschutz. Weil Zuchthunde sind ja die, die man extra züchtet, um zu verkaufen. Und Tierschutz sind halt Hunde, die man rettet.
- 25:29Es gibt eigentlich nur diese zwei Kategorien. Was findest du einfacher, schwieriger zu handeln? Das kannst du gar nicht so sagen, weil Freya ist ein Tierschutzhund. Sie ist einer der einfachsten, die ich je gekannt habe. Freya ist wirklich so einfach. Ich bin einfach da hingeguckt und sie ist jetzt da am pennen. In einem fremden Gebäude, das ich nicht kannte. So einen Hund findest du nicht so schnell wieder. Und bei einem Zuchthund ist halt immer der Charakter noch
- 25:52Weiss niemand, wie er rauskommt. Also der Charakter ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Hundes. Wie bei uns Menschen. Man hat einfach einen Charakter. Und den kannst du nicht verändern. Und darum sage ich, mir ist eigentlich egal, was einfacher ist. Ich denke immer, was moralisch korrekt ist. Und ein Zuchthund ist immer die Frage. Wenn du einen Zuchthund nimmst, musst du immer davon ausgehen, ein Zuchthund kommt nie allein. Der kommt immer in einen Wurf von vier bis sechs oder sieben Welpen. Oder drei, was auch immer. Das heisst, du züchtest da sechs, sieben Hunde. Das sind eigentlich sechs, sieben Plätze von Hunden, die auf der Strasse sterben. Weisst du, was ich meine?
- 26:22Und viele dieser Zuchthunde gehen dann wieder zurück und gehen auch ins Tierheim oder gehen irgendwo zum Züchten zurück, werden dann auch nicht vermittelt, gehen dann auch zu diesem Tierschutzhund. Das heisst, mit Zuchten belastest du den Tierschutz noch mehr, nimmst Platz weg und das ist nicht ein Vorwurf. Ich sage, ich habe jetzt auch zwei Tierschutzhunde von Rumänien, ich würde sicher auch mal einen Zuchthund nehmen. Aber wenn jeder zwei Tierschutzhunde und einen Zuchthund nehmen würde, dann hätten wir kein Problem. Aber in der Regel nehmen die meisten Pudel, Multipool, Cockapoo, Husky, Golden Retriever, Labrador,
- 26:52Und ja, dann sind sie auch wieder schnell überfordert. Der Labrador frisst alles zusammen, Unterhose, Alufolie. Und dann geben sie ihn auch wieder ab. In dieser Reihe vollgehen. Genau, in dieser Reihe. Und darum einfacher, wahrscheinlich in der Regel, kannst du es eben nicht sagen. Weil ein Zuchthund kann mega einfach sein, aber auch ein Tierschutzhund kann mega einfach sein. Du kannst einen 3-4-jährigen Zuchthund, einen Tierschutzhund oder einen 8-jährigen, der sehr alt ist und der einfach nur noch schläft und rumchillt, ist sehr sozial, weil er schon an Hunden gewohnt ist. Du kannst es nicht pauschal sagen.
- 27:17Du musst bei beiden Glück haben. Weil auch ein Tierschutzhund, der sich im Heim sehr unauffällig verhält, kann nachher zu Hause mit dir als starker Rucke auf einmal sehr auffällig werden. So weisst du es nie. Ich glaube nicht, dass man das prozentual immer in den Mogel packt. Und hast du das Gefühl, die Scale von mehr Hunden, die eine Familie suchen, wird immer grösser? Gibt es immer mehr Hunde, die auf dem Markt sind? Das glaube ich nicht. Ich glaube, es wird mittlerweile besser. Das Schlimmste ist Corona.
- 27:47Corona-Zeit war am schlimmsten. Denn es gab dort generell Schwierigkeiten. Und die Leute haben sich dort auch viel mehr Hunde zutaten. Weil die Leute sagten, jetzt sind wir Homeoffice, holen wir unseren Hund. Da habe ich auch in Corona-Zeit einen Hund geholt. Aber dort trennen sich die Spreuen vom Weizen, ob dann der Hund bald ist oder nicht. Viele geben nach drei Jahren Corona-Zeit den Hund wieder ab.
- 28:07Und jetzt ist langsam immer mehr Awareness da, sagen wir mal. Actually. Actually Awareness, aus ein paar englischen Wörtern auch. Und dass die Leute sagen, gut, man sieht aber jetzt auch immer mehr in TikTok und Instagram, immer mehr bekannte Leute gehen in den Tierschutz, gehen auf Rumänien, immer mehr grosse Organisationen und man wird auch immer mehr fertig gemacht, wenn man einen Zuchthund hat. Die Leute sagen immer, adopt on job und machen einen fertig. Und das finde ich nicht so schlecht. Also man hat mittlerweile heute mehr schlechtes Gewissen, wenn man Zuchthunde holt. Und ich glaube, es wird besser. Glaube ich.
- 28:37Auch im Ausland gibt es immer mehr Regeln. Auch wenn die meistens sehr radikal sind und ich sie gut heisse, aber in 10-15 Jahren... Beispiel? In der Türkei haben sie ja massig Hunde umgebracht. Massenweise. In Rumänien? Ja, ja. In der Türkei hat Erdogan, glaube ich, es gibt jetzt...
- 28:53Verabschiedet. Ja, wohl. Verabschiedet ist, wenn es etwas... Gut, Verabschiedet klingt für mich als Tschüss. Es ist nicht mehr da. Aber ich wollte auch Verabschiedet sagen. Auf jeden Fall gab es eine Gesetz, die heisst, du kannst die Hunde im Prinzip umbringen. Sie haben jetzt Lastwagen gefüllt mit Strassenhunden und sie wollten die Strassen sauberen. Das war ein riesen Skandal bei uns Hündlern. Alle haben es in der Story getan, ich auch. In Türkei gibt es sowieso sehr viele Hunde. Dort haben sie nie...
- 29:21die Hunde einfangen und kastrieren. Jetzt sagen sie einfach alle umbringen. Aber eigentlich, wenn du alle Hunde kastrierst, hast du in 10-15 Jahren keine Strassenhunde mehr. Weil die leben ja nur 10-15 Jahre. Das heisst, wenn du wirklich alle kastrierst, hast du das Problem mit 10-15 Jahren behoben. Und wenn du alle umbringst, kannst du gar nicht, weil alle kannst du nicht umbringen, die Paar verstecken sich immer, dann bist du einfach nicht auf der besseren Seite. Und haben sie es wirklich gemacht? Ja, das ist auch mitbekommen. Ja, das ist wirklich so.
- 29:49Die haben dort Häufe gemacht mit toten Hunden. Wow, mega schlimm. Mega schlimm, ja. Und Rumänien auch, die haben sehr viel Steuergelder bekommen, mehrere Millionen von Deutschland. Wo es auch... Weisst du, dort... Du musst dir das so vorstellen, in Rumänien... Jeder Hund, der es eigentlich einfangen und einschläfern will, bekommt das Geld vom Staat, um zu sagen, Population zu senken. Oder auch zum Verkaufen. Das heisst, die fangen dort extra noch Hunde ein, oder teilweise züchten sie noch Hunde. Nice, sorry. Ja, um sie dann umzuringen, um Geld vom Staat zu bekommen. Das ist wahre krank, was die machen. Nice, sorry. Genau.
- 30:18Aber in jedem Land gibt es jetzt immer mehr Strategien, die eigentlich nicht gut sind, aber irgendwo siehst du einfach, in 10, 15 Jahren muss es fast besser sein. Aber eben, es sollte eigentlich ganz anders laufen. Die beste Art und Weise ist, alle Hunde kastrieren, einen Ohr-Tag hin, du weisst, der ist kastriert, und dann die, die keinen Tag haben, gerade anfangen, kastrieren, fertig. Und dann kannst du sie wieder auf die Strasse tun und dann irgendwann sterben sie und dann auf natürliche Art und Weise, oder werden überfahren, was weiss ich, aber so ist das Leben. Und dann hast du irgendwann keine Strassenhunde mehr. Aber das ist das Teuerste.
- 30:47Umbringen hast du schnell. Hast du erschossen, hast du sie genommen, täck, täck. Umgebracht hast du sie schnell, aber kastriert musst du halt den Tierarzt zahlen, einfangen. Wie lange geht es, einen Hund kastrieren? Pfff. Die machen das. Vor allem in diesen Zuständen dort, die machen das in 10-15 Minuten. Auf, täck, täck, rausnehmen, rein, fertig. Ja. Vor allem, wenn du es massenweise machst, die machen das so schnell. Ein Schmerzmittel verabreichen, desinfizieren und dann kannst du sie eigentlich schon wieder entlassen. Ja, voll. Ui.
- 31:14Okay, ich habe gerade irgendwie tausend Fragen, gerade wegen dieser ganzen Türkei-Geschichte. Ich finde das gerade sehr krass. Wie ist so in der Schweiz die Regelung von... Ich habe gesagt, meine Verlobte ist jetzt gerade am... Nicht am schauen, sie hat sich eigentlich schon entschieden. Sie ist schon voll in diesem Game und sie möchte jetzt unbedingt das Hündchen holen.
- 31:34Das Gute ist, wie du vorhin gesehen hast, dass wir alle Hunde mitnehmen können. Das Geschäft ist super. Sie hat ein Pilotenstudio in Valisela. Sie hat ihre Stunden. Wenn sie zwischen den Stunden gehen möchte, möchte sie das machen. Jedenfalls hat sie jetzt einen gesehen in Kreta. Mega herzig, mega super. Wie ist das? Der Hund kommt hierher.
- 32:01Auf was muss ich mich jetzt achten? Ja, auf was du achten musst, ist natürlich schwierig zu sagen, weil das einzige, was du achten musst, ist das... Du siehst es ja gerade, weisst du. Darum achte natürlich, wie ist der Hund zu Wegen und alles. Aber das tust du eh auf natürliche Art und Weise. Aber weisst du, auch mehr gesetzlich muss ich...
- 32:16Schulungen machen. Ja genau, wenn du einen Hund übernimmst, vor allem im Kanton Zürich, musst du gerade eine Theorieprüfung machen. Also du hast einen Monat Zeit für dich. Ja. Und dann hast du ein Jahr Zeit, ab dem sechsten Monat vom Hund, also wenn dein Hund sechs Monate alt ist, hast du ein Jahr Zeit, um die Praxisprüfung, äh, um die praktische Stunde zu nehmen, keine Prüfung. Ja. Du musst sechs praktische Lektionen machen, plus eine Theorieprüfung. Die Theorieprüfung musst du aber nur machen, wenn du in den letzten zehn Jahren keinen eigenen Hund hattest. Das heisst, diese Sachen musst du machen. Und wenn der Hund älter als sechs Monate ist?
- 32:43Wenn du älter als eineinhalb bist, musst du es trotzdem machen. Aber wenn du älter als acht bist, musst du es trotzdem machen. Darum ist es nicht wirklich ein Junghundekurs wie früher. Vor dem 1. Juni war es ein Walpenkurs, ein Junghundekurs. Das heisst, du musstest vierzehn Lektionen machen. Aber nur grosse Hunderassen. Jetzt muss jeder Hund... Was heisst grosse Hunderasse? Ab 20 Kilo, glaube ich. Ab 20 Kilo. Und jetzt muss jeder Hund, auch ein Chihuahua, diese sechs Lektionen machen. Finde ich fair. Ja, finde ich auch gut. Finde ich super. 100 Prozent. Logisch, findest du gut.
- 33:10Aber gut, vorher musste ich vier Selektionen geben, jetzt sind es nur noch sechs. Also weisst du, für einen Hundetrainer ist nicht unbedingt mehr Geld drin. Okay. Und das ist das Gesetzliche, das du achten musst. Und was man sonst achten kann, sind die Sachen, die einem eh gerade auffallen. Ist der Hund mega verängstigt? Isst der Hund?
- 33:26macht er eine Gacke und so, das merkst du eh gerade. Auch wenn man nicht so draus kommt mit Hunden, was ich dir natürlich nicht unterstelle, ich glaube, du kommst gut draus mit Hunden, aber auch jemand, der nicht draus kommt, der merkt natürlich, ey, der Hund scheisst nicht. Weisst du, was ich meine? Dann stimmt etwas nicht. Der Hund isst nicht, stimmt etwas nicht. Der Hund hat die Rute immer zwischen den Beinen.
- 33:41Der Schwanz eingeklemmt, oder? Heisst nicht, dass etwas nicht stimmt. Kann auch sie eben. Greta, kann sie das jetzt Videos kennen vom Hund. Er ist mega happy in Greta. Dann packt sie ihn in eine Box, fliegt dann hier hin. Das ist eben meine Angst. Ja, und nachher ist er voll verängstigt. Und das kann nachher zwei, drei Monate gehen. Und bei dir würde ich sagen, geht es sehr schnell, dass er auftaucht. Aber wenn so ein Hund nachher eben zu einer Person kommt, die vielleicht psychisch nicht so stabil ist. Wenn ich selbst vertraue. Genau, kein sozialer Kontakt. Vielleicht hat die Person noch selber einen ängstlichen Hund. Dann ist es so schwierig, das wieder zu regeln.
- 34:12Aber würdest du sagen, so in der Schweiz ist der ganze Tierschutz und die Gesetze, die wir haben, sind valid und gut? Oder gibt es Sachen, wo du sagst, wir müssen das überarbeiten, das ist wichtig, dass wir das tun?
- 34:25verändern, dass es da mal eine Veränderung gibt? Was ich wichtig finde, Veränderung braucht es auf jeden Fall. Ich sehe einfach das Problem... Wie war es dann zum Beispiel? Das ist eben das. Ich finde momentan, die Schweiz ist einer der besten Länder, was die alten Gesetze sagen. Die Schweiz ist wirklich top, muss man sagen. Wo ich einfach nicht so zufrieden bin, ist eben, jetzt hat man den Rottweiler verboten.
- 34:44Das ist eine Frage, die ich noch hatte, mit dem Rottweiler. Wieso hat man einen Rottweiler verboten? Ich, klar, der Hund ist riesig, ist gross und ich finde ihn mega schön. Aber so wie ich gehört habe, ist es einer der liebsten Familienhunde. Das ist eben, dass wir zu oft ein bisschen unterscheiden mit den Rottweilern. Rottweiler, die meisten, die ich kenne, haben Menschen mega gerne.
- 35:06Also Rottweiler sind meistens bekannt, weil sie mit Menschen mega gut sind. Aber alle Rottweiler, die ich trainiert habe, und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, und das ist eben etwas, wo vielen die eigene Erfahrung mit Rottweilern fehlt, ich habe sicher aktuell sogar 8-10 Rottweiler im Training. Aktuell? Ja, aktuell. Alle 1-2 müssen trainieren. Und dort ist es halt wirklich so, auch in jungen Grad aktuell, dort ist es wirklich so, dass die meisten von denen,
- 35:29Also wirklich die meisten von denen schauen kleine Kinder, die vorbeirennen, sehr stark an. Also wirklich, sie schauen, sie fixieren sehr. Das heisst nicht, dass sie auf das Kind zurennen und verbeissen. Aber sie haben ein sehr starkes Interesse an kleinen, beweglichen Objekten. Das ist mir aufgefallen. Auch Böllen, kleine Kinder, kleine Hunde. Und wenn sie das nicht früh kennenlernen, sind das schon gefährliche Pisten.
- 35:50Aber, ich sage es jetzt extra so, weil ich liebe Rottweiler. Aber was ich damit meine ist, die haben da ein Prädationsverhalten. Das heisst, Beutefangverhalten, eine gewisse jagdliche Ambition. Und sie sind schon auch dafür gezüchtet worden, die Objekte zu holen.
- 36:06und daher auch Ressourcenverteidigung aktiv auszuüben. Das heisst, sie haben Fleischberge zum Teil bewacht. Sie sind dann draufgestanden und haben gewartet und mussten Ressourcenverteidigung aufweisen. Das heisst, viele Rottweiler sind sehr schnell mal nicht so froh, wenn du ihnen etwas wegnimmst.
- 36:22Das musste ich sehr oft bemerken. Es gibt viele Leute, die auf das, was ich jetzt sage, sagen, ich habe immer Rottweiler gehabt, ich kenne so viele Rottweiler. Ja, ich trainiere sie, aber aktiv. Ich weiss, ich habe es selber gesehen, mich haben schon mehrere Rottweiler gebissen. Aber das waren nur Schnappige. Zum Beispiel, wenn ich mal sage, sehr schnell dreht sich so ein Moment, ich bisse. Also sie sind sehr selbstbewusste Hunde, sehr robuste Hunde, die sich nicht schnell einschüchtern lassen vom Menschen. Und dann auch zuerst sagen, so nicht. Und auch den Menschen dann zurück korrigieren.
- 36:51Und das ist einfach etwas, das nicht gut ist in der Hand eines 20-Jährigen, der jetzt einfach am Bahnhof hängt. Und das ist das Problem. Die meisten Kunden, die ich habe, mit dem Rottweiler, sind super Leute. Schaut euch alle an, die ich genannt habe, vor. Ihr seid super Menschen. Und ihr wisst auch, was ihr an der Leine habt. Aber ich musste auch schon einen absagen mit seinem Rottweiler. Weil ich habe ihn abgeholt, so richtig ich das jetzt erzähle, zum Hundentraining gemacht und er stand ohne Leine an der Bushaltestelle mit 60kg.
- 37:18Aber du musst auch immer in ein Dorf. Und nachher habe ich gesagt, nein, ich kann nicht, weil ich Angst hatte. Ich habe das Gefühl, wenn ich nicht trainiere, dann heisst es, er war bei mir in der Schule. Und dann sehe ich ein Jahr später in der Zeitung, der Rottweiler greift keinen Hund an. Das war genau dieser Herr. Nicht böses gegen dich, aber das sind eben so Leute, die dazu führen, dass der Rottweiler verboten wird. Und den Rottweiler finde ich nicht gut, dass er verboten worden ist, aber ein Rottweiler, ein Pitbull,
- 37:42Und andere Hunderassen, ich mache mich da so schrider unsympathisch, sollten einfach strenger kontrolliert werden. Wer bist du überhaupt, dass du einen Rottweiler musst haben? Das finde ich nicht gut. Ich als Hundetrainer sollte die Freiheit haben, einen Rottweiler zu nehmen. Weil ich würde ihn von klein auf richtig sozialisieren. Ich würde ihn gerade nach hinten führen. Ich würde schauen, dass die Ressourcenverteidigung nicht zu fest überhand gewinnt. Und ich würde schauen, wo kann ich da angreifen, um das Ganze zu verhindern. Aber andere Leute, die keine Erfahrung haben und als erstes einen Hund nehmen,
- 38:11der dann halt Jagdverhalten aufzeigt, gezüchtet ist, um wirklich Objekte auch zu verteidigen, z.T. zerstörerische Eigenschaften hat. So etwas nachher einfach zu sagen, das ist ein mega lieber Familienhund, das ist dann nicht das Richtige.
- 38:26Das ist wie wenn ein 18-jähriger Junge oder Mädchen sich gerade irgendwie ein RS6 als erstes Auto holt. Das ist einfach schwierig. Das ist einfach schwierig, genau. Das ist händengeschwierig. Und da ist eben das, dass man einfach sagt, komm, du musst minimum irgendeinen Kurs besucht haben. Sowieso wichtig. Auch ein Kangal. Du kannst in Zürich einfach einen Kangal holen.
- 38:44Siebenzig Löner. Deutsche Dogen. Aber Deutsche Dogen sind auch viel zahmer als Rotweiner. Das ist halt einfach so. Jetzt auch wieder, ich kenne viele Deutsche Dogen. Kangal hast du angesprochen und Deutsche Dogen. Das sind zwei verschiedene. Die Kangal ist ja ein riesiges Pärchen. Deutsche Dogen sind ähnlich gross wie Kangale. Kangale sind einfach noch ein bisschen massiger meistens. Nicht so athletisch. Sind aber auch athletische Hunde. Aber du siehst sie einfach an. Sie sind ein bisschen bulliger und sie sind auch territorialer. Und Deutsche Dogen, die weisst du, wo ich kenne...
- 39:14sind eigentlich sehr liebe Hunde. Aber es gibt auch sehr viele territoriale deutsche Dogen. Aber ich getraue mich mehr zu einer deutschen Dogen, die mich abhält, weil ich weiss, es ist oft aus Unsicherheit, sehr viel Geblöffe auch, als zu einer Rottweiler, die mich voll abhält. Dann gehe ich lieber zu der deutschen Dogen. Aber wenn mich beide warnen. Und so dein Traumhund im Kopf, wäre was? Wahrscheinlich schon ein Kangal oder ein Kanekorsum.
- 39:36Okay, gerne gehört. Sehr schön. Mega schön. Sie haben oftmals das Problem mit den Augen, mit dem Hängelein. Ja, genau. Also generell alle Hunderassen, die halt so ein bisschen faltige Sachen haben. Aber das habe ich wirklich in der Praxis noch nie erlebt. Ah, schon. Ich finde so Tobermänner...
- 39:51Die Dobermänner sind die schlimmsten Hunde. Wirklich? Ja, ich habe auch viele Dobermänner im Training. Verzehrt? Das tut mir leid, wieder für Dobermops zu erzählen. Die Dobermänner sind auch durch eine Art Qualzucht. Sie sind sehr enge Schädeldecken. Das heisst, das Kieren hat dort wirklich viel Platz. Dementsprechend haben sie ein sehr schlechtes Nervenkostüm. Sie haben eine sehr schlechte Impulskontrolle. Klar, du kannst trainieren. Das Gute bei den Dobermännern ist, sie sind in hohen Reizsituationen oft ansprechbar. Aber dafür musst du auch in hohen Reizsituationen trainieren.
- 40:17Aber sie sind wirklich sehr heibelige Hunde. Sehr heibelige Hunde. Krass! Schau mal, ich finde das mega spannend. Ich habe immer gedacht, dass so ein Dobermann ein Nonplusultra-Hund ist. Ich habe mal einen Dogo gesehen auf Kaedeo. Und dann haben die so Dobermänner ausgebildet für ihn. Keine Ahnung, schlag mich tot. 15 Millionen oder so. Und dann hattest du so eine Kampfmaschine, die auf dich geprägt war. Und meistens waren es Menschen, die
- 40:46gerade irgendwie einer anderen Bedrohung ausgesetzt worden sind. Ein Ex-Mann, der sie dort bedroht.
- 40:53Meistens zeigen sie, welches Sexualdelikt passiert. Und dann haben sie so einen Hund bekommen, der halt brutal auf sie wie geprägt worden ist. Und ich dachte, das ist ja nonplusultra. Aber du musst dir vorstellen, was steckt da für Training drin? Und Dobermänner kannst du brutal trainieren. Dobermänner sind auch eine der Hunde, die am liebsten mit dem Menschen zusammenarbeiten. Ich kenne sehr viele Dobermänner, du leihst sie ab, die sind gerade bei dir, die warten gerade, dass du einen Böller rührst oder dass du irgendwas machst mit ihnen. Also so ein Spieltreib. Genau, also einfach kooperativ.
- 41:21Aber wenn du die nicht trainierst, die drehen voll am Rad. Ich kenne vier, fünfjährige Dobermänner, die sind immer da oben. Immer. Und Dobermänner, auch wenn sie top trainiert sind, die musst du dann eben immer noch weiter trainieren. Du kannst jetzt jemanden nehmen, der trainiert für 15'000 in der Obermacht, bringt ihn dir zurück, der ist nach drei Monaten voll versaut, wenn du ihn nicht auch so auslastest wie der andere vorher. Also es sind sehr geile Hunde, Dobermänner sind sehr geile Hunde. Aber weisst du, ich arbeite mit alltagstauglichen Hunden, oder? Und die meisten Dobermänner sind nicht...
- 41:47Alltagstaglich, in dem Sinne. Da werden mich auch wieder viele angreifen. Sie können es sein, aber dafür musst du so viel machen. Musst du so viel machen. Am besten machst du ein bisschen Hundesport mit ihnen oder du musst dich sonst mental auslasten. Was ist Hundesport? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Du kannst zum Beispiel Schutzhundetraining machen oder du kannst halt in andere Bereiche gehen. Agility ist jetzt nicht für einen Obermass richten.
- 42:06Schutzhundesport ist cool für sie, aber auch dort musst du es richtig durchziehen. Wenn du einfach ein bisschen Schutzhundesport machst. Viele trainieren ihren Dobermann dann an, dass er baut oder irgendwo reinpackt. Und dann machen sie das so zum Spiel. Aber wenn du das ihnen beibringst und dann nicht kanalisierst, kann sich dein Dobermann einfach abbaut, damit er ein Leckchen bekommt.
- 42:25Aber das Grosse und Ganze, ich möchte sagen, über den Obermast, sehr freundliche Hunde mit Menschen, wenn du sie eben gut sozialisierst, können auch territorial sein, auch abneigende Menschen, aber die meisten, die ich kenne, wenn nicht alle, haben Menschen sehr gerne, aber sie sind wirklich sehr hebelige Hunde. In Leinenbegegnungen auch oft, nicht so souverän mit anderen Hunden.
- 42:44Und wenn die mal hier oben sind, dann sind sie richtig hier oben. Und dort musst du halt wirklich jemand sein, der sagt, weisst du was, ich trainiere, ich gehe jetzt in den Kampf mit dir rein. Du bist jetzt da und ich warte mit dir, bis du dich beruhigst. Und sonst gehen wir da nicht vom Fleck. Und wenn du das nicht machst und dich nicht durchsetzen kannst, dann nervöselt er dir das ganze Leben herum. Klar gibt es immer Ausnahmen, aber die meisten Doberwänner, die ich kenne, haben nicht so ein stabiles Nervenkonstrukt.
- 43:08Und das hat hauptsächlich mit einer Schaddeldecke zu tun? Ja, aber auch Zuchtziele. Es ist beides ein bisschen. Zuchtziele sind ja, dass sie hochtreibige Maschinen sind, damit man mit ihnen sehr viele Sachen machen kann. Hart mit der Optik, die sie wollten, mit engen Schaddeldecken und alles. Das hast du halt jetzt so kreiert. Aber da sind Superhunde eben für Polizisten, Security, für Schutzhundesport und alles. Superhunde, aber sie wollen gewördert werden. Und wenn du es nicht machst, dann nimmt er dich auch raus.
- 43:36Du sprichst Polizei an, da gibt es ja die Kategorie von K9, K9-Hunden. Ist das eine spezielle Hunderasse oder sind das allgemein einfach so Polizeihunde, die K9 heissen? K9 heisst eigentlich, ist wirklich lustig, K9. Weisst du, wie es aussieht? Kanine. Geh weiter. Ah. Kanine. Kanine. Kommt aus K9. Ah ja, klar. K9. Das heisst nur das. Darum schreibt man K9, weil eigentlich das englische Wort für Hund ist ja K9. Kanine.
- 44:04Krass, aber es sind Schäfer, Malis, Dobermänner, Rotweiler, polnische Schäferhunde, eben auch Rotweiler, die wir sehr oft benutzen. Und diese Hunde müssen wirklich gefördert werden. Ich glaube, die Hunde, an denen ich am meisten Angst habe,
- 44:23Angst zu einem sehr stark ausgeprägten Respekt sind Schäferhunde. Schon. Ich glaube, ich habe das Gefühl, die ticken einfach gerne aus. Ja, Schäferhunde sind eben explosiver als andere Hunde. Wenn man sieht, dass er immer ein bisschen hinliegt, dann ist er da noch ein bisschen hinliegend. Und Schäferhunde können sehr ruhig sein und wegen einem Reiz dann halt sehr schnell auftreten. Das ist ganz klar. Und Schäfer sind, kenne ich auch sehr viele Schäfer, die nicht so gut sind mit fremden Menschen.
- 44:46Das kenne ich viele. Schäfer sind sehr oft skeptisch Fremden gegenüber. Aber eben alle Territorialen Hunderassen können das aufzeigen. Ich kenne auch sehr soziale Schäfer. Da kannst du nie alle einen Topf rühren. Es gibt Schäfer, die verhalten sich wie Labradoren schlussendlich. Aber in der Regel sind Schäfer nicht zu unterschätzen. Und vor allem sind sie am liebsten mit ihrem Pfitz. Schäfer sind wirklich sehr loyale.
- 45:09Was würdest du sagen, ist so ein Hund, der sehr gut ist zum Starten? Also jetzt eine Familie, die sagt, hey, um unsere Familie wirklich auch zu komplementieren, würden wir gerne einen Hund uns anschaffen. Was ist so ein Hund, den du empfehlen würdest?
- 45:22immer einen Tierschutzhund in erster Linie. Sagen, komm, gehen wir zusammen ins Tierheim, suchen wir einen aus. Aber sonst sind das die typischen. Und das sind zum Beispiel Golden Retriever, wo du sehr schnell viele erreichst. Die werden aber auch recht gross, gell? Goldis sind gross und du kannst auch gewisse Rüden verwitschen, die sehr dominant werden können. Aber in der Regel hast du dir mit Goldis nicht so etwas Schwieriges angeschafft. Goldis kannst du sehr schnell gut erziehen.
- 45:45Labis auch, bei den Labis bin ich nicht so Fan, weil sie sind in der Pubertät recht drüber. Sie wollen alles vom Boden fressen, sind sehr distanzlos im Hundekontakt. Sie kumpeln einfach überall rein, wenn sie etwas essen. Amig ist ein bisschen respektlos in den Hunden. Aber mega lieb, sie meinen es gar nicht böse. Und sie können halt auch Enten jagen und alles, das ist ihre Leidenschaft, oder? Retriever.
- 46:04Sie bringen ja Enten zurück und alles. Auf einmal kommt ein Labi mit einer Ente im Mund. Aber Labis kannst du nicht vergleichen mit... Die chinesischen Enten daheim. Ja, klar. Japanische im Gladbach. Und dann haben wir... Kannst du aber nicht vergleichen mit Schäfern, Kangas und alles. Die sind wirklich schwierig, weil sie fressen und viel Energie haben. Und das ist nur in der Pubertät. Also Labis, Golden Retriever, Huskies sind vielleicht sehr oft als erste Hunde. Aber ich sage immer, einen Husky weisst du nie, ob du ihn mal ableinen kannst.
- 46:32Das steht immer in den Sternen geschrieben. Die kann ich zum Beispiel nicht ableinen. Die ist mir schon aus dem Fenster gekumpelt. Was? Ja, ja. Weil sie auch zwei Jahre auf der Strasse gelebt hat. Ich kenne nicht. Ja, plus Huskys. Huskys sind wirklich, wenn ich jetzt JGBT würde fragen, welchen Hund kannst du am schlechtesten ableinen, dann sagt er fix Huskys. Huskys und Herdenschutzhunde. Ja. Aber Herdenschutzhunde, die rennen nur schnell auf etwas zu, weil sie wollen kontrollieren und dann kommen sie wieder. Ein Husky kann auch zwei, drei Tage verschwinden. Nordische Hunde generell. Und finden dann den Heimweg aber auch wieder.
- 46:58Sie findet wieder, aber in dieser Zeit habe ich schon lange ein Auto, das den Hund überfahren hat. Darum ist es für mich nicht gut, wenn ich jetzt... Es ist zu riskant. Und eben, sie ist aus dem Fenster gekommen, dann ist sie bei mir beim Haus auf der Wiese rumgerannt, dann konnte ich sie nicht einfangen, weil sie gewiss... Dann habe ich meinen Kollegen angerufen, dann kam der Kollege und sagte, ey... Und jetzt weisst du, jeder fremde Mensch, der sie würde gehen, ist involviert mit mir, weisst du, was ich meine?
- 47:19Wahrscheinlich könnte ich sie mittlerweile schon ableinen, weil ich habe sie ein Jahr nicht mehr abgelehnt, aber das Risiko ist mir zu hoch. Sie weiss, wie man sich selber versorgt und sie ist ein Husky und sie hat auch ein schönes Leben alleine. Und da muss ich dann sagen, nein. Auch wenn ich jetzt eine falsche Sicherheit habe mit ihr, weil sie ein halbes Jahr auf den Rückruf hört und sie hört auf jeden Rückruf. Ich könnte jetzt dem Rückruf sagen, sie würde gerade aufstand zu mir kommen, aber ich lasse sie jetzt schlafen. Aber das gibt ihr eben falsche Sicherheit. Und nach sechs Monaten setzt sie mal ein Reh, rennt zu und nachher findest du sie stundenlang nicht mehr.
- 47:46Und nachher in dieser Zeit, vielleicht fehlt jemand ein Baum. Aber würde sie auch angreifen oder würde sie einfach gehen kontrollieren? Sie würde einfach gehen und schauen. Sie ist gar nicht eine, die angreift. Und darauf, was sie findet. Ich glaube, dass sie Hühner schon zerfetzen würde. Weil Huskies haben das einfach drin. Ich kenne zu viele Huskies, die Hühner zerfetzen haben. Aber so ein Reh und so, keine Chance. Keine Chance. Ich sage ein Reh.
- 48:07Das ist schon eine sehr spannende Welt der Tiere, der Haustiere, Hunde vor allem. Katzenliebhaber? Ich mag Katzen, weil ich alle Tiere mag. Aber ich bin nicht so erfahren mit Katzen. Aber ich mag sie. Ich liebe sie nicht. Nicht? Nein, tut mir leid. Das ist nicht der Grund.
- 48:27Das sieht doch nicht aus. Das ist meine Meinung. Meine Meinung ist meine Meinung. Nein, ich habe... Ich bin immer auch allergisch auf Katzen. Ah, klar. Und die Familie meiner Freundin, die hat Nacktkatzen. Die ist ein bisschen besser. Beim Haar und so, aber...
- 48:43Es ist nicht so mein Tier. Ich mag auch alle Tiere. Ich finde es mega herzig. Ich war immer ein Tierliebhaber. Mit Kindern kann ich etwas anfangen, mit Katzen kann ich nicht anfangen. Vielleicht sind sie mir zu arrogant. Ich interessiere sie null. Wenn ich dich nicht interessiere, interessierst du mich auch nicht. Ich weiss genau, was du meinst. Ich finde es immer schade bei Katzen. Ich habe auch zwei Nachbarskatzen. Ich kann immer so was machen. Du hast etwas am Handgelenk. Genau, das habe ich mitgenommen, um euch zu zeigen.
- 49:15Jetzt hat sie gerade die Augen aufgemacht. Das ist der Klicker, den ich angekonditioniert habe. Das ist, um ein bisschen zu erzählen, auch von meinem Trainingsprozess.
- 49:21Das ist ein Klicker? Genau. Ich arbeite viel mit Klickern. Das meine ich mir aus. Jetzt nicht, bei der Freya sowieso nicht, weil sie hat ja null, gar kein Problem mit gar nichts. Sie ist ja wirklich ein Engel. Aber bei sehr vielen Hunden, die Probleme haben mit Leinenbegegnungen, kann ich den Klicker ankonditionieren. Das ist ein Markersignal, sagt man dem. Das ist wie wenn du sagst, fein. Das heisst, ich gebe meinen Hunden immer einen Klicker. Ich muss sie dann sieben Tage das ankonditionieren. Und dann gehen wir raus und wenn sie einen Hund sehen, klickt man. Das heisst, man polt eigentlich den Hund um. Weil wenn er einen Hund anschaut, dann meistens fängt die Spannung dann an.
- 49:51Und die meisten Trainer sagen, wenn er wieder weggeschaut vom Hund, dann klickst du, weil dann belohnst du das Abwenden des Hundes. Und da denke ich eben weiter und bin auch auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, dass ich klicke, wenn er den Hund anschaut. Aber wenn du das so machst, musst du sofort klicken. Also er setzt an, um den Hund zu anschauen. Sobald er kurz vor dem Hund ist, musst du schon klicken. Weil in den ersten 0,5 Sekunden ist der Blick zum Hund etwas Neutrales.
- 50:15Und erst danach fängt es an. Was ist das für einer? Geruch. Und steigert sich hinein. Und mit dem Klicker kannst du halt diese Brücke machen, er schaut Klickbelohnung. Das heisst, nachher fangen die Hunde irgendwann an, er schaut den Hund an, ah, dann bekomme ich etwas. Und dann ist der Kontext ganz anders. Dann fangen die Hunde an zu schauen, damit sie ein Leckerl bekommen. Und wenn du mal die Brücke gebildet hast, dann kannst du nachher anfangen zu klicken, wenn er sich abwendet. Aber ein paar Hunde kommen gar nicht zum Abwenden. Es gibt Hunde, die schauen und nachher bist du fertig. Und darum, wenn du schon da anfängst zu klicken,
- 50:43Dann kommst du schon drüber. Und sie ist jetzt nicht mal akkonditioniert und sie ist trotzdem aufgestanden, beziehungsweise hat sie raufgeschaut. Im Leeroy, wenn ich das mache, weil ich habe bei ihm das gemacht, sieben Tage lang einfach Pullen geklickt, Pullen geklickt, damit er einen Reflex aufbaut. Und jetzt, wenn ich klicke, dann ist er gerade weg. Okay, also es ist ein Trainingssystem. Genau. Ein Konditionierungssystem. Genau. Was gibt es für andere Konditionierungssysteme? Eigentlich konditionieren ist immer das Gleiche. Du musst eigentlich am 100 bis...
- 51:10zeigen oder machen und das musst du verknüpfen mit einer anderen Aktivität. Das heisst eben, alles ist konditionierend beim Hund. Er weiss, wenn du Sitz hast, hat er es verbunden mit einer Bewegung, wo er abhuckt und teilweise noch mit einem Leckerli. Alles ist konditionierend. Das gesamte Lernsystem eines Hundes ist konditionierend.
- 51:28Kommt es darauf an, ob ein Hund mehr Spieltreib oder Astreib hat, wie man ihn trainieren kann? Es gibt selten Hunde, die wirklich gerne spielen als Belohnung. Also verstehe mich nicht falsch, sehr viele Hunde spielen gerne als Belohnung, aber dann reden wir mehr von Böllen, von Stecken. Das ist dann fast mehr eine Suchtmitte. Aber es gibt dann wenige Hunde, wo du sagst, ich belohne dich jetzt, wenn du einen Hund anschaust, indem ich dich streichle oder mit dir herumhüpfe. Meistens ist das dann für den Hund...
- 51:55nicht gleich viel wert, wie jetzt den Hund anzuschauen. Und darum, Belohnung, ja, kann teilweise eine Belohnung sein, vor allem wenn du Böllen rührst oder steckst, ist eine riesen Belohnung, aber du hast halt nicht die Quantität. Du kannst nicht klicken, Böllen rühren, erholst klicken, dann hast du vielleicht in einer Minute dreimal geklickt. Aber wenn ich jetzt Kassen gebe, klicke, dann habe ich so viel Reiz gesetzt und so viel Verknüpft, dass ich den Reflex viel schneller gebildet habe. Okay, okay. Spannend.
- 52:19Hast du das schon in der Hundeschule gelernt? Oder hast du es dir selbst angeeignet? Das habe ich mir selbst angeeignet. In der Hundeschule haben wir auch angefangen mit dem Klicken zu reden. Dann habe ich viele Videos auf YouTube geschaut und ich habe den Ansatz gefunden. Ich weiss nicht mehr wer es ist. Dann habe ich das mal beim Leeroy versucht und dann ging es einfach sehr gut. Er hat den Hund angeguckt, ich habe geklickt
- 52:37Er hat einfach nicht mehr gebellt. Aber nachher hat er gleich nochmal geklickt. Nachher hast du gemerkt, Timing muss perfekt sein. Weil oftmals bellt der Hund schon vom Geruch. Das heisst, er läuft. Das hat dir die Ruhe viel gemacht. Gerade anfangen zu knurren. Das heisst, irgendwo ist ein Hund. Und dort kannst du aber auch klicken. Das heisst, er schmeckt, klickt, bam, fein. Du hast den Hund geschmückt. Ich belohne dann, dass er den Hund geschmückt hat und übernehme dann die Situation.
- 52:59Und ja, das ist ein sehr krasses System, wo ich auch sehr vielen Leuten helfen konnte, die es nie gedacht hätten. Viele haben immer gesagt, ich kaufe den. Den Clicker gab es vor 100 Jahren auch nicht. Weisst du, was ich meine? Aber meistens. Weisst du, das Clicker ist eigentlich nur, weil es fein ist. Du kannst es auch eigentlich so machen. Es ist schon... Der Griff in die Tüte, weiss ich schon. Ich könnte es jetzt auch so machen. Einfach so. Ich sehe es gerade, fein, es ist so...
- 53:29So kurz und knackig, damit sie es gut verknüpfen. Ist das wie schon ihr... Das ist eigentlich eine Konditionierung, die du jetzt machst. Genau, das sage ich fein. Nochmal, ich gebe einfach nur raus und sage fein. So, fein. Und nachher, wenn du das genug viermal machst, dann hat der Hund einen Reflex. Das heisst, wenn du nachher einfach fein sagst, dann reagiert der Hund sofort.
- 53:48Das ist eben das Malche-Signal. Wieso der Klicker aber besser ist? Weil der Klicker deine Emotionen nicht überträgt. Ein Fine überträgt immer deine Emotionen. Einmal hast du einen zitterigeren Stimm, einmal bist du sehr nervös. Das heisst, dein Fine ist immer behaftet von dem, was du gerade fühlst. Ein Klicker ist immer neutral, ist immer das Geniechen. Und du bist auch schneller mit dem Klicker. Mit dem Klicker kannst du auch mal mit jemandem schnurren, dann siehst du einen Hund im Ecken, du siehst deinen Hund, du siehst den Klicker, bam. Du musst jetzt sagen, hey warte, ich muss schnell Fine sagen. Weisst du, dass ich bei...
- 54:13Das kannst du auch so schauen. Genau. Das ist schon ähnlich wie bei dir. Ja, eigentlich nicht mehr. Du brauchst ihn gar nicht mehr. Ich habe ihn jetzt mitgenommen, um euch zu zeigen. Darf ich schauen, wie er... Ja, sicher. Verwirren wir ihn dir.
- 54:25Darf ich klicken? Ja, aber sie hat jetzt eh Essen vor sich. Das merkt man schon, dass sie einen Reflex hat. «Schau, ob du etwas Besseres hast.» «Nein, der nicht.» Genau, das finde ich ein super System und es funktioniert auch bei 80% der Hunde. Aber es gibt Hunde, die draussen kein Futter nehmen, weil sie sehr nervös sind. Und da musst du halt ganz anders ansetzen. Aber oftmals ist ein Klicker etwas, das in zwei Lektionen sehr viel erreichen kann.
- 54:51Okay, weil du jetzt zwei, drei Mal Futter angesprochen hast, natürlich sind sie lecker, aber ich möchte wirklich auf das Thema Futter, Futter für die Hunde eingehen. Du als Hundetrainer empfiehlst du gewisse spezielle Futter für Hunde oder sagst du, hey, hauptsächlich roh und was die Natur hergibt?
- 55:10Also ich habe mit dem Hund, wo ich Epilepsie hatte... BARF heisst das, glaube ich. Genau, BARF. Biologisch artgerechte Rohfütterung heisst das. Darum BARF. Was? Was nochmal? Biologisch artgerechte Rohfütterung. BARF.
- 55:22Ja. Und das ist super. Ich habe es bei meinem ersten Hund gemacht, bei meinem Husky. Und er hat das super verträgt. Freya würde es sicher auch super vertragen. Aber Leeroy hat sich angefangen zu schlecken. Weil er hat wahrscheinlich nie die Enzyme aufgebaut im Magen, um das rohe Fleisch überhaupt zu verarbeiten. Weil er wahrscheinlich nur Brot gegessen hat und alles. Wie die rumänischen Hunde das oft machen. Und er hat halt auch durch ein bisschen... Sagen wir mal, er ist schnell gereizt von der Umwelt.
- 55:49Und die Frage könnte ich nicht vertragen, aber ich habe am Leeroy jetzt ein sehr spezielles Nassfutter von Vetconcept. Das ist so eine Firma, die fast ein bisschen medizinisches Futter herstellt. Und das bekommen wir jetzt beide und dann geht es super. Aber ich bin schon Fan vom Barf. Aber beim Barf ist es halt mega wichtig, dass du es perfekt machst.
- 56:05Und da neigst du halt sehr schnell dazu, jetzt nehme ich mal ein bisschen so Fleisch, dann so viel Gemüse. Und dann hast du halt keine Struktur und Routine. Wenn du aber so vorgefertigte Barfeuer stellst, oder es gibt Firmen, die jetzt auch so einen Sack bereit machen, du musst nur am Abend in den Kühlschrank tun, bis am nächsten Tag ist es aufgetaucht, dann ist es gut. Aber Barfeuer musst du extrem schauen, dass es immer gleich ist. Ja, oder einfach, dass du einen Plan befolgst.
- 56:28Zusatz, wir nehmen auch gewisse Vitamine zusätzlich, Ernährungs-, Ergänzungsmittel. Gibt es das auch für Hunde und ist das notwendig? Ja, für ein paar Hunde auf jeden Fall, aber wenn du ein ganzheitliches Futter nimmst, das gut ist, hast du eigentlich die meisten Zusätze schon drin. Aber oftmals hat Futter, wenn jetzt genug Omega 3 drin ist, dann gebe ich auch noch viel Hanföl, Lachsöl. Oh, ich bin müde. Einfach umher schauen.
- 56:55Ein bisschen Hanföl, Lachsöl. Aber ich gebe jetzt auch, es gibt so eine neue Firma, Trady Dog heisst die. Da bin ich mega Fan. Die machen so ein Pulver. Da kannst du es so übersästeln. Es hat so viele Zusätze drin. Hammer. Also ich finde das gut. Ich gebe das jetzt am Leroy seit einem Jahr. Und wir machen schon das. Das ist gut. Ja, ja. Was sind so Anzeichen, wenn man jetzt für Hundebesitzer sagt, hey, vielleicht muss ich das Futter von meinem Hund anpassen oder ändern. Was sind so für Anzeichen beim Hund?
- 57:19Ja, ganz klar, weicher Stuhlgang, Juckreiz ist eigentlich das grösste Anzeichen, am Ohr haben sie oftmals Ausschläge, eigentlich so dermatologische Probleme und eben ganz klar weiche Kot oder viel Schmatzen, das kann auch oft auf Magenprobleme hinweisen. Ihr kennt sie ja auch, nach dem Ausgang. Bevor Kotze ist oftmals das Schmatzen, oder? Und das ist wegen der Speichelproduktion, wenn es im Magen nicht gut geht. Und oftmals ist es bei den Hunden ähnlich, oder? Gale zu viel, viele Hunde haben Probleme auch mit der Gale, das heisst, wenn sie
- 57:49nicht so optimales Futter haben, teilweise unregelmässig Futter bekommen, ist der Magen viel am Gallen bilden. Und teilweise müssen die Gallen morgen auskotzen, und dann ist es entweder, dass man später auch noch Essen geben sollte, oder das Futter ist nicht passend. Und das sind eigentlich die Hauptmerkmale. Dermatologische Probleme, Unruhe, Schmerzen oder ganz klar eben der weiche Stuhlgang. Also eigentlich, wenn der Hund einen guten Stuhlgang hat, ist es meistens okay.
- 58:17Ein Fall, der dir mega festgeblieben ist? Ein Trainingsfall von einem Hund? Nicht von deinem eigenen, von Leroy, weil er war ein Trilligerer. Das war dein Start, aber von einem Hund? Ja, es sind viele. Das prägendste Ereignis war sicher das Schlimmste, das je passiert ist, als ich ein Hundentraining hatte mit einer
- 58:41Eine junge Cane Corso Hündin. Und die hatte dann keine Sicherheitsgestalt bei Freya. Das Training fing gleich an, ich lief gleich hin. Irgendwie ist das dann passiert. Sie war sowieso eine sehr ängstliche Hündin. Sie ist dann aus dem Gestalt raus und ist vor dem Zug gestorben. Der Zug war überfahren. Das war das Schlimmste, was mir je passiert ist. Das habe ich mir lange nicht verzeiht. Als Hundetrainer hatte ich das Gefühl, ich hätte das gleich sehen müssen. Aber ich war eine Sekunde dort.
- 59:09Der Hund ist... Aber jetzt, das erste was ich mache, wenn ich irgendwo hinlaufe, ist zu sagen, ey, was ist das für eine Gestalt? Weisst du, was ich meine? Vor allem bei einem ängstlichen Hund. Und das ist halt... etwas, wo man am meisten weh tun hat. Genau. Man merkt es aber auch. Ja, voll. Dass ihr das mega nahe habt. Mega. Das ist das Schlimmste, weil ich habe diese Hündin so gerne gehabt.
- 59:27So gerne. Gerne Gorso ist das. Gerne Gorso, ja. Ich habe sie kennengelernt und dann wollte ich den Besitzer vermitteln, weil er es nicht geschafft hat mit allem. Dann haben wir ein gutes Plätzchen gefunden und dann wollte ich das erste Training geben. Dann bin ich hergerufen. Dann ist es schon passiert. Sie hatte Angst, aus dem Gestaltchen rausgezogen vor den Zug. Also wie kann man aus einem Hals gestaltet werden? Nein, so ein Gestaltchen, einfach nur mit einem Zug. Mit einem Gurt, weisst du. Und wenn es noch zu gross ist, dann macht der Hund nur so. Und dann ist er draussen. Wirklich?
- 59:58Dann wurde ich zugekommen und dann starb ich. Und aufs Zweim, ich kenne dich jetzt nicht aus.
- 1:00:02Und sie würden auch nicht so blind rennen. Freya meint, das ist ein Bahnhof, da muss ich aufpassen. Angsthunde rennen einfach. Sie rennen einfach und rennen und rennen. Und hoffen, vielleicht finden sie jemanden. Vielleicht rennen sie auch in die richtige Richtung. Weil sie können ja so weit einschätzen, geografisch. Aber oftmals rennen sie einfach ins Blinde und schauen gar nicht, was ist links und rechts. Und Freya schaut, da ist laut, da muss ich aufpassen. Sie rennen weg zum Spass. Aber andere Hunde rennen dann teilweise ängstlich davon. Und das ist dann viel gefährlicher, oder? Du hast ja recht lange mit dem zu kämpfen gehabt. Wie lange ist das jetzt?
- 1:00:32Das Gute war, dass ich mir nicht viel Schuld geben konnte. Ich habe weder das Gestaltchen angelegt, noch sonst etwas. Ich bin nur hin und dann ist es schon passiert.
- 1:00:42Aber ich hatte schon drei Wochen lang mega Mühe. Ich dachte fast, ich kann noch 100 Training machen, ohne dass ich zuerst daran denke. Aber danach habe ich auch eine Story darüber gemacht. Viele Leute haben mich dann natürlich auch abgeholt und beruhigt und gesagt, du hättest gar nichts anderes machen können. Und wir brauchen dich vertraut. Und dann habe ich einfach meine Lektion rausgezogen. Und jetzt tue ich einfach die Leute immer behandeln als «Hier hat es keine Ahnung», weil oftmals haben sie auch keine Ahnung.
- 1:01:05Und jetzt, als ich mache, ah, die Stärke ist viel zu gross, sonst trainiere ich gar nicht. Aber dort habe ich 6 Monate Hundetraining gegeben und du denkst nicht gerade an das als erstes. Bis es dir mal selber passiert. Hast du schon mal gezweifelt? Zweifelt, ob das alles richtig ist, was du machst?
- 1:01:20Ja, voll, weil halt oftmals, wenn du zum Beispiel einem Hund nicht helfen kannst, ich hatte mal eine Kundin, die habe ich sogar im Veterinäramt gemeldet, die hat ein Training gemacht mit mir, abgemacht, und dann bin ich hochgegangen und der Hund stand nur vor der Wohnungstür.
- 1:01:37Und dann habe ich gesagt, ja, aber seit wann hast du den Hund? Sie sagt, sie seit drei Jahren. Das heisst, der Hund hat sich drei Jahre lang nicht getraut, dort irgendwo wegzulaufen, oder? Das heisst, sie war drei Jahre lang nur vor dieser Wohnungstür. Und dann habe ich gesagt, gut, egal, dann machen wir ein Training nächste Woche, ich komme mit dem Leroy und schauen, ob sie sich mehr in der Wohnung bewegt. Wenn wir mit dem Leroy zuerst laufen gehen, dann gehen wir alle in die Stube und dann schauen wir einfach dort, ob sich der Hund... Weil das ist kein Zustand. Es ist nicht möglich, drei Jahre lang einen Hund... Und du traust dich noch nicht zu deinem Besitzer zu laufen, wenn er in der Stube den Fernseher schaut.
- 1:02:05Dann hat sie mir das Training abgesehen eine Stunde vorher und dann habe ich dann bei Traineron gesprochen. Weil ich habe gesagt, es kann nicht sein, dass du einen Hund seit drei Jahren hast und er muss essen bei der Wohnungstür, alles bei der Wohnungstür machen. Das ist nicht rumgelaufen. Das war eine 4,5 Zimmer Wohnung und es steht nur vor der Wohnungstür. Wir mussten Essen geben und dann habe ich gesagt, ja. Und das war effektiv auch ein Problem? Nein, was Traineron nachher sagt, das weiss nur Gott. Das erfährst du als Trainer gar nicht. Aber in solchen Momenten denke ich, scheit.
- 1:02:29Bei ein paar Hunden, bei ein paar Leuten, das ist das, was ich gesagt habe, da kommst du gar nicht hin. Egal, was du machst. Und da denkst du, lohnt sich das überhaupt? Weil du siehst ja nur einfach gut, die Leute, die leben einfach so weiter, oder? Wahrscheinlich, wer weiss, wahrscheinlich eine zweite Ernährung gar nicht machen können. Weil der Hund ist ja dort zu Hause, es geht ihm gut, er ist gut ernährt. Weisst du, was ich meine?
- 1:02:46Was sind so viele Fälle, wo es Veterinäramt effektiv führt, einen Strang zu ziehen? Wenn der Hund zum Beispiel geschlagen wird, das ist auch richtig, unterernährt ist, sehr uriniert, alles in der Wohnung, dann wird es auch aktiv, kein Wasser rum hat, Elektrohalsband zum Beispiel, oder sehr lange alleine zu Hause ist. Elektrohalsband? Ja klar, wenn jemand einen Elektrohalsband benutzt. Wie in Amerika, mit Stromschlägen.
- 1:03:12Das macht man. Das habe ich zum Glück nie erlebt, aber ich habe schon viel gehört. Es gibt schon ein paar komische Leute, vor allem in anderen Kantonen, die dann so Zeug bestellen und machen. Und in so Fällen ist das Veterinäramt sehr schnell. Wenn du illegale Sachen machst mit deinem Hund, aber wenn der Hund einfach Angst hat, dann lässt er ihn drei Jahre lang in der Wohnung mit Angst. Er isst ja und geht ja laufen. Das ist eben das Problem. Aber wie willst du dem Hund sonst helfen? Ich verstehe es ja auch.
- 1:03:34Aber das finde ich auch nicht richtig. Dann sollte man sagen, du musst mir vorweisen, dass du 10 Lektionen gemacht hast. So Auflagen geben. Oder einen Verhaltenstherapeut hinzuziehen.
- 1:03:45Das war etwas erdrückend, darum möchte ich auf ein anderes Thema zurückkommen, und zwar Social Media. Du bist sehr aktiv, du machst sehr viel, du zeigst deine Trainings, du zeigst, wie du rausgehst, du zeigst Strategien, du gibst sehr viel Wissen raus. Wie hast du mit dem angefangen, was war der Grund, weshalb du mit Social Media angefangen hast und was ist das Ziel?
- 1:04:09Also, der Grund war folgendes. Ich wusste, dass ich, wenn ich selbstständig werden möchte, vor allem im Bereich Hundetraining, etwas zeigen muss. Du kannst nicht einfach sagen, Mund-zu-Mund-Propaganda ist super, aber wie bekommst du überhaupt deinen ersten Hund? Und dann habe ich einfach ein Video gedreht, habe einen Kollegen gerufen, der sehr erfahren ist mit Videografie. Und dann habe ich ihm gesagt, komm wir machen ein Video. Ich schaue einfach hin und sage Marco, sobald ich die Hundetrainer-Ausbildung fertig habe, dann schaue ich hin und sage, ich bin der Marco, lizenzierter Hundetrainer.
- 1:04:35Das ist so dein Market-Liker. Da habe ich mich angeschaut und das gemacht. Ich habe das dann beworben und 300-400 Franken in die Werbung investiert. Und habe gesagt, die erste Lektion gratis. Dann habe ich 30-40 gratis Lektionen gegeben. Dann hat es den Leuten gefallen und ich habe auch viel mehr Erfahrung gesammelt. Weil du daraus erst 30-40 verschiedene Hunde hast. Es war eine Win-Win-Situation. Dann hat das so angefangen und ich habe gedacht, die Videos funktionieren gut. Das erste Video hatte schon über 600-700 Likes. Und ich hatte dort noch 0 Follower.
- 1:05:02Und dann ist es so, ich beginne jede Woche ein Video zu drehen. Und ich habe gemerkt, die meisten Trainer zeigen gar nichts. Die meisten Trainer erzählen viel über Werbung. Bei mir bekommst du das, bei mir machst du das. Aber wo ist mal etwas, das du zeigst? Wo ist mal ein bisschen Theorie? Dann habe ich angefangen, ich muss jetzt ein bisschen Wissen verteilen, um authentisch zu wirken.
- 1:05:23Und dann fand ich einen Videografen, einen anderen, der auch mittlerweile ein sehr guter Kollege ist, und jetzt machen wir fast wöchentlich ab. Und ich bewerbe meine Videos immer, ich zahle etwa 800 Franken im Monat für Werbung, einfach, wenn ich das in Zürich streue. Und so konnte ich mir mit Social Media etwas aufbauen und ich muss auch sagen, ich hätte nie gedacht, dass es so schnell geht. Ich meine, innerhalb einer halben Jahre, ich habe jetzt 4'600 Follower,
- 1:05:45Ich habe über 300'000 bis 400'000 monatliche Impressionen. Und da kommt die Haupthundschaft zusammen. Und danach war die Mund-zu-Mund-Propaganda sowieso voll am Laufen. Mit dem Clicker konnte ich viele Leute in einer 2-Lektion das Ballen abtrainieren. Viele Hunde. Und wenn Sie das weiter erzählen, dann funktioniert das natürlich. Ich muss meine Schwester und ihren Hund bringen. Sie hat einen kleinen Yorkshire Chihuahua.
- 1:06:17Der ist krass. Er ist mega ein Herzlicher, mega ein Lieber, so ein kleiner Chewbacca. Aber sobald du Leute hast oder beim «Tschau» sagen umarmst, so «Tschau» voll eifersüchtig. Oh, der dreht durch. Am Rad. Ja, das sind oft eifersüchtige Charaktere, die den Menschen beanspruchen wollen. Und sehr gerne in der Zeit kommen.
- 1:06:41Crazy. Auf jeden Fall auf Social Media ein grosses Kompliment. Du machst einen mega coolen Job. Und vor allem, dass du so viel Wissen vermittelt hast. Das ist sehr, sehr, sehr wichtig. Vor allem in dieser Zeit, wo immer mehr Leute sich aneignen und sich holen. Von daher, danke vielmals für das. Sehr gerne.
- 1:07:04Wir sind schon 1h10 am Reden. Was ich sage? Krass, wir hatten recht. Du hast alles, was man denkt. Aber bevor wir zu den Schnellfragen runterkommen, ich habe noch ein paar Fragen, die das Netz gestellt hat. Sehr gerne. Und zwar eine Frage ist, gibt es Fälle in deinen Augen, die nicht machbar sind? Und welches war der schwierigste bis jetzt?
- 1:07:32Eben, meiner Meinung nach ist es jeden Fall machbar. Ausserdem hat man wirklich gesundheitlich schwere Probleme, neurologische, psychische Probleme oder zu starke Traumata. Aber auch zu starke Traumata kann man meistens aufarbeiten. Also es ist nie der Hund, der nicht machbar ist, immer der Mensch. Und den schwierigsten Fall hat sie noch gefragt. Der schwierigste Fall, dass so viele schwierige Fälle gaben.
- 1:07:52Das schwierigste Fall ist meistens, mit den Menschen zu tun, die sie haben. Aber nicht zum Beispiel... So hast du gewusst, dass es sie ist? Ich habe zum Beispiel eine gute Kundin, die mittlerweile ein bisschen kollegimord ist, und sie hat einen 60 Kilo Hund. Und bei diesem Hund ist das Problem, er würde sehr schnell lernen und er würde es eigentlich gut machen, aber sie kann nicht so viel mit ihm in die Praxis. Und das kannst du ihr nicht vorwerfen. Sie macht es so gut,
- 1:08:16Aber sie kann halt nicht wie ich mit einem 60-Kilo-Hund vor den Lidl stehen oder gehen und einfach jeden Menschen positiv verknüpfen, der vorbeiläuft. Weil sie kann wirklich durch ihn verschoben werden. Sie kann wirklich mitgezogen werden. Ja logisch, mit einem 60-Kilo-Hund. Und darum, die schwierigsten Fälle sind die, die den Hund krafttechnisch nicht gut halten können, weil sie nicht viele Situationen hineingehen können, um auszureizen.
- 1:08:37Man sollte aber auch nicht zu fest ausreizen und in Frustration reingehen. Aber man sollte schon einmal sagen, gut, ich gehe jetzt in die Stadt, ich probiere es heute. Ich mache jetzt. Aber wenn sie das macht, kann es sein, dass der 60-Kilo-Hund sie über den Trottel herumschleicht. Sie muss viel anders trainieren. Das sind eigentlich die schwierigen Fälle. Machbar ist es immer, wenn der Mensch mitmacht und auch vielleicht die nötige Kraft mitbringt oder das nötige Geld, damit ich zwei-, dreimal in der Woche trainieren kann. Aber bei mir kostet es eine Stunde 120. Dann machst du drei Stunden, hast 360 in der Woche, dann zahlst du im Monat über 1'400.
- 1:09:05Das kannst du dir auch nicht immer leisten. Und darum, meistens liegt es daran, dass die Leute eben zu wenig Kraft haben, zu wenig Zeit, zu wenig psychische Ausstrahlung. Okay. Danke für das. Sehr gerne. Eine weitere Frage ist, was soll ich machen, wenn zum Beispiel ein Pitbull meinen Chihuahua angreift?
- 1:09:24Ah, ganz gute Frage. Also das Beste, was du machen kannst, ist einfach entweder selber den Pitbull choken, also würgen, 100%. Das Beste, was du machen kannst, ist die Luft abschneiden, damit der Hund bewusstlos wird und nachher deinen Hund sichern. Das ist das Beste, was du machen kannst. Du kannst entweder mit einer Leine würgen, mit der Hand, wenn du es schaffst, aber Piddies sind natürlich auch robuste Hunde, aber sie sind kleiner, als man denkt, oder?
- 1:09:44Das heisst, wichtig ist einfach Luft abschnüren, wie bei einem Menschen. Dann geht man schnell Knockout und der Hund stirbt nicht wegen dem. Der steht meistens in einer Sekunde wieder auf. Darum musst du dich nachher gleich sichern. Aber wenn ein Hund sich verbissen hat, und wir sprechen vom Verbissen, wenn ein Hund sonst angreift, dann am besten kickst du den Hund. Ganz ehrlich. Wenn jemand meinen Hund angreift, vor allem Chihuahua, dann kicke ich den Hund so dermassen, aber nicht durchgewaltig. Ja, ja, aber nicht... Nicht böswillig. Nein, nein, einfach zack, damit er verschreckt und geht. Aber bevor ich den Hund ginken würde, auch wenn ich ihm zuerst einen Schlüssel anrühre,
- 1:10:12100%. Oder wenn du einen Hund hast, der überlegen ist am anderen Hund, dann lass ihn. Also wenn ich jetzt einen Chihuahua oder sagen wir, es kommt ein Freya zu meinem Leroy, der jetzt 15 Kilo schwerer ist, dann lasse ich den Leroy das regeln.
- 1:10:25100%. Weil er wird das souverän machen und wahrscheinlich wird sich der andere Hund vielleicht sogar unterwerfen. Oder dann wird er halt von meinem Hund zurechtbissen. Aber das geht nur, wenn du weisst, dein Hund ist souverän, er ist stark, selbstbewusst und er macht das gut. Sonst würde ich immer in erster Linie etwas anrühren. Aber wenn jetzt ein kleines Weibchen kommt, 15kg zu meinem Hund, dann lasse ich ihn machen. Meistens passiert eh nichts. Aber wenn wir von einem Angriff sprechen, kannst du schon die Schlüssel anrühren,
- 1:10:48Verscheuchen mit lauter Stimme. Und wenn er nachher unmittelbar kommt, nimmst du deinen Hund am besten hoch. Also wenn du einen Chihuahua hast. Und die Leute sagen immer, nimm den Hund nicht hoch. Du musst ihn schützen am Boden, dann kommt er viel schneller zu ihm an. Nimmst ihn hoch, legst den anderen Hund weg. Am besten. Aber Piddits sind schon bekannt dafür, dass sie sich verbeissen.
- 1:11:04Und dann gehst du halt wirklich... Sie bleiben dann einfach dran. Genau. Viele sagen nachher, ja, es sperrt irgendwie etwas. Aber es sperrt nicht. Sie machen das einfach psychisch. Sie fühlen sich verbiessen, weil sie auch an das... Weil es ein Zuchtziel war. Und dann musst du am besten die Luft abschneiden. Weil oftmals bringt es nichts. Viele sagen, Finger in den Arsch stecken und so.
- 1:11:22Aber... Das Finger anstecken. Ja, sicher. Einem Hund, der verpisst, wenn er irgendetwas in den Arsch steckt, dann verschrickt er und lässt es los. Ich kann sogar teilen, wie es funktioniert. Hätte ich jetzt aber nie versucht. Wirklich. Du musst mal lesen, im Internet steht das überall. Wirklich. Es gibt viele, die das sagen. Aber ich würde das jetzt nie machen. Ich würde vorher die Luft vom Hund abschnüren.
- 1:11:40Aber das ist, wenn er sich vorverbisst, du bringst ihn nicht mehr weg. Aber das ist das Problem, wenn er sich verbisst und du ziehst weg, dann verletzt du den Hund, der gebissen wird, so fest. Und den Hund, der zubisst und sich verbisst, auf den nehme ich keine Rücksicht. Klar versuche ich ihn nicht umzubringen, aber in erster Linie ist es wichtig, dass der andere Hund wegkommt. Okay.
- 1:11:58Dann machen wir noch eine, und zwar, was kann man machen, dass der Hund alleine zu Hause sein kann? Das ist ein sehr komplexes Thema. Das ist etwas vom Schwierigsten zum Trainieren. Es gibt viele gute Möglichkeiten, aber das musst du kleinschrittig aufbauen. Die beste, sagen wir mal, die Standardversion ist, der Hund kann nicht alleine bleiben. Du gehst einfach mal zum Beispiel, das Problem ist, viele Leute gehen nicht mal in ein Büro. Ich habe ein Büro zu Hause, ich mache zu und meine Hunde sind draussen.
- 1:12:21Das heisst, der Hund muss erst einmal lernen, ohne dich auch mal, wenn du in einem anderen Zimmer bist. Das heisst, vielleicht gehst du mal aufs WC und schon dort hängt der Hund immer vor der Tür. Dann musst du ihm erst einmal ein Plätzchenkommando beibringen, dass er im Plätzchen bleibt. Dann gehst du erst einmal eine Sekunde raus. Dann gehst du mal fünf Sekunden raus, zehn Sekunden. Und du merkst, der Hund versteht langsam, ich gehe nur raus und ich komme wieder rein. Und so nimmt eigentlich der Hund Wichtigkeit weg. Plus zusätzlich, meistens, wenn du die Jacke anlegst, dann ist der Hund schon auf 180, weil er weiss, jetzt gehst du raus. Das heisst, ich sage dann vielen Leuten, tu die Jacke gar nicht anlegen, gehst einfach so raus
- 1:12:51und kommst dann gleich wieder rein. Man kann aber auch eine Schlägematte geben. Jedes Mal, wenn man die Jacke anlegt, verbindet der Hund die Schlägematte mit der Jacke. Aber das Problem ist, wenn du die Schlägematte essen gibst und du verlässt das Zimmer, kann es sein, dass der Hund das Essen nur noch runterwirkt, weil er das Gefühl hat, ich muss jetzt schnell essen, weil der andere ist gegangen. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Da braucht es sehr viel individuelles Training. Man muss genau wissen, was macht der Hund, wie reagiert er, wenn du weg bist, ist er sonst anhänglich, hat er andere Probleme? Also das ist etwas, das sehr lange dauert.
- 1:13:20Ich habe auf Social Media gesehen, du hast auch Kameras beworben, so Runde, die rumflitzen zu Hause. Wie gesagt. Die nutzt man voll, die sind gut. Jetzt habe ich gerade vorgesucht, was Leroy macht. War das mit dieser Kamera? Ich kann ihn auch verfolgen, wenn er mal in einem Sofa ist. Dann fahre ich ihm nach und schaue, was er macht. Er findet das lustig? Ja, er kennt die Kamera voll, er steht nicht mal mehr auf. Er macht nur die Augen schnell auf. Vielleicht zeige ich es dir nachher.
- 1:13:44Okay, herzig. Sehr gut. Du kannst auch gerne noch eine vorstellen. Aber die ihr wollt, gell?
- 1:13:51Alles gut, alles gut. Ich habe noch ein paar Schnellfragen unten. Also? Also es sind so ein paar Fragen. Versuche, schnell beantworten. Ganz ehrlich, meistens klappt das nicht. Meistens macht das Tor für weitere Fragen auf. Ich gebe Pass. Aber wir versuchen es einmal. Perfekt. So, Marco, bist du ready? Ready. Ready. Geboren? Ja, ready geboren. Eine Frage haben wir am Schluss sogar beantwortet. Und zwar Rasse oder Strassenhund? Strassenhund.
- 1:14:22Welcher Hundetyp ist am schwierigsten zu trainieren?
- 1:14:30Herderschutzhunde? Gobermann. Wunderbrot. Meiner Meinung nach. Und Herderschutzhunde sind alles Hunde wie Schäfer... Schäfer sind Hütenhunde. Ich weiss das nicht. Genau, Hütenhunde sind mehr zum Herden treiben. Das sind Border Collies, Schäferhunde. Die halten die Herden zusammen. Und ein Herderschutzhund bewacht nur. Der bewacht die ganze Herde, bewacht das Land. Kangal. Genau, Kangal, Anatolische Herdenhunde, Scharplaninaz. Dann gibt es verschiedenste Herderschutzhunderassen.
- 1:14:58Chihuahuas. Was ist ein Chihuahua? Chihuahua ist eigentlich nicht so in der Kategorie. Ein Taschenhund? Genau, Taschenhund. Der häufigste Fehler von Hundehaltern? Ich würde sagen, zu viel reden und Anspannung.
- 1:15:19Viele Reden, wie es immer wieder auf den Hunden geht, dreimal sie zeigen, eigentlich sagst du das Kommando nur einmal. Wenn er es nicht macht, wartest du oder du hast Druck aufgebaut, bis er es macht oder suchst eine andere Strategie. Aber die Leute sagen die Sache vier, fünfmal. Und der Hund merkt, dass du nicht konsequent das und eben, wenn es auf einen Hund zugeht, die Leine anziehen. Immer die Leine anziehen, immer die Unsicherheit und Angst übertragen. Das sind die grössten zwei Fälle.
- 1:15:39Keine Konsequenz. Wie baust du Druck auf? Das ist ein Druck aufbauen. Nach dem ersten Kommando warten, Druck aufbauen. In welchem Sinn? Ich kann dir das zeigen. Ja? Komm mal. Wenn sie es jetzt nicht gemacht hätten, dann könnte ich zum Beispiel lachen.
- 1:16:14Ich lasse jetzt nicht von dir los. Und das ist eigentlich Druck aufbauen. Verstehe. Wenn Sie es jetzt so wollen, dann können Sie sagen, hopp, hopp, hopp, das ist auch Druck aufbauen.
- 1:16:22Und so merkt man, er will etwas von mir. Aber wenn ich einfach vor allem sage, Platz, Platz, dann sagt er, zeig mir erst mal dein Leckerli. Aber ich mache hopp, hopp, hopp. Dann wird der Zeitdruck aufgebaut. Zeig mal Leckerli. Das ist jetzt auch schon etwas, was viele Trainer mich kritisieren könnten, weil ich körpersprachlich auf sie zu bin. Ich habe das Gefühl, das wäre richtig und wichtig. Es ist auch wichtig, meiner Meinung nach, dass man körpersprachlich am Hund sagt, jetzt musst du sitzen.
- 1:16:46Ich möchte ja nicht einfach, dass der Hund als Hund sitzt. Ich möchte, dass er auch mal sitzen kann, wenn eine hohe Reitsituation ist, der Hund ist völlig zerzauzelt. Ich möchte, dass er sich jetzt konzentriert und zusammenreisst, auch für sein Wohl oder für ihres Wohl. Damit der Hund einfach eher im Parasympathikus ist. Parasympathikus ist eigentlich die Ruhe des Hundes, beziehungsweise die Zuständigung für Ruhe. Und Sympathikus ist der Hund schnell, explosiv, weniger lernfähig. Und wenn du den Hund in Sitz tun kannst, und zwar eben auch durch ein bisschen Druck, und er das schneller macht, dann ist er schneller wieder ansprechbar.
- 1:17:14Und darum, wenn der Hund sonst schon einen Sitz macht, wenn du das leckerlich zeigst, und nachher sieht er einen Hund, wie willst du ihm dann einen Sitz tun? Weisst du nicht, oder im Restaurant. Und darum muss man manchmal ein bisschen Druck aufbauen, aber alles noch im Rahmen. Es gibt dann Leute, die sagen, Sitz, wenn er gerade Sitz ist, dann drücken sie den Hund den Arsch runter. Das wäre mir viel zu viel. Ich mache lieber Körpersprache. Ja, okay. Beschreibe deine Worte führig.
- 1:17:42Das ist das, was ich vorhin meinte. Sehr selbstbewusst selber auftreten. Das ist das Wichtigste. Es hängt alles zusammen mit der Art, wie ich meine Füße habe. Die Hunde sehen oft, was die Füße machen. Sie sind ja so tief unten. Wenn ich die Füße so habe und ich blockiere den Hund immer ein bisschen und ich bin immer so eingetragen zum Hund, dann blockiere ich ihn und das macht psychisch nicht wirklich etwas Gutes mit dem Hund.
- 1:18:03Führung heisst, ich habe die Füsse nach vorne, Brust raus, ich bin gut drauf, grüezi miteinander, zack zack zack. Aber wenn ich so bin, dann kann ich niemandem Hoi sagen und ich blockiere den Hund, weil er könnte an jedem Moment kumpeln. Die Leine ist immer angespannt, das ist nichts. Wenn du Führung schauen willst, solltest du selbstbewusst sein, positiv auftreten, die Leute begrüssen, konsequent sein. Das ist Führung. Und natürlich viel Liebe geben. Weil all das, was ich mache mit Druckaufbau, kann ich nur machen, weil ich auch dreimal so viel Liebe gebe.
- 1:18:33Meine Hunde dürfen bei mir schlafen, dürfen alles machen. Und darum nehmen sie das auch nicht persönlich, wenn ich sage «hopp, hopp, hopp». Aber wenn du den ganzen Tag den Hund zusammenfassst, sagst du «jetzt musst du auf den Sofa gehen, jetzt musst du hier.» Und das finde ich schade, weil es gibt viele Trainer, die sagen «ich würde nie einen Hund drauf bauen, aber du lässt deinen Hund nicht dort hin.» «Wenn du am Essen bist, darf er nicht an den Tisch kommen.» Er hat hundert Regeln, aber ich bin dann der Negative, weil ich sage «hopp, hopp, hopp, sitz jetzt hin.» Also wenn ich mal ein Kind habe,
- 1:18:57und er will einen anderen Jungen abschlagen, dann sage ich ihm auch, ey, kannst du jetzt nicht einfach dem seine Mutter beleidigen, weisst du, was ich meine? Und so ist es auch bei den Hunden. Ich sage ihm, das ist jetzt nicht richtig, weisst du? Und die anderen sagen, nein, nein, du hast nichts zu sagen, aber dabei haben sie selber unterbewusst schon 100 Regeln aufgebaut, die gar nichts mit Positivität zu tun haben. Sorry. Nein, nein, nein, ist gut. Hast du gesehen? Ich finde das mega gut, weil es gibt einfach so nochmal so einen Spannungstraum, der sich aufbaut und weitere Themen, die auf einmal vorankommen. Sehr gut. Gut.
- 1:19:32Danke vielmals. Super. Herrlich. Gut, und zwar nächste ist «Bella Hund überrascht dich immer wieder aufs Neue». Meine. Deine? Ja, der Leeroy. Weil wenn ich ihn übernehme, dann musst du nicht zu ihr gehen. Sonst nicht.
- 1:19:53Sie hat nur auf das gewartet. Und Leroy, er war wirklich einer, der alles und jeden abhielt, jedes Tier, jeden Menschen, jede Flüge, die vorbeigeflogen ist. Er hat wirklich auf alles reagiert, sehr reaktiv. Und jetzt war ich mit ihm am Zürichsee am Sonntag. Und er hat sich einfach streiken lassen von 4-5 Leuten. Und er war einfach so gut, die Leute sind aus Versehen in ihn reingelaufen. Er hat einfach auf nichts reagiert und ich glaube, der eigene Hund kann dich immer am meisten überraschen, weil du unterschätzt so viel, was du mit Training erreichen kannst.
- 1:20:23«Issi!» Das ist der Rückruf. Ist das der Rückruf? Ist das das Kommando? Genau, das ist eigentlich der Rückruf. Und... Hast du gesehen, wie sie auch gerade schaltet? Ja, mega. Und das ist nur, weil sie es aber mit Futter verknüpft hat. Und das habe ich auch einfach hundertmal «Issi» gesagt und sie belohnt. Hier hat das schon gelungen. Und «Sisi» oder «Issi»? Das ist Französisch für «hier». Genau. Sehr voll. Und Französisch ist eben einfacher, weil «Issi» hat auch wieder ein «Äh, issi!»
- 1:20:53Ich habe sie jetzt angehauen und gesagt, dass es auch schon eine korrekte Vorwürfe war für viele. Hast du sie zuerst gefunden? Nein. Super. Und äh, ich glaube, sie muss nachher aufs Bett. Sie ist gerade fertig. Ja voll. Nein, nein, alles gut, locker. Wo sind wir? Ah, IC hat auch S drin und Sitzplatz IC. Da kommen sie einfach zum Verknüpfen.
- 1:21:20Gut. Was sagt ein Hund über seinen Besitzer aus? Meistens, wie ruhig er wirklich ist. Wenn der Hund mega hebelig ist, weisst du meistens, dass es vom Besitzer kommt. Aber das ist nicht immer so. Er ist sehr ruhig und ich bin trotzdem in gewissen Situationen ein hebeliger, ich bin ein sehr aufgestellter, aktiver Mensch. Aber das habe ich auch mit darüber. Den Leroy merkst du mehr, dass er explosiver ist. Und ich habe ihn auch seit er jünger ist. Also eigentlich, über den Hund kannst du sehr gut lesen, ist ein Mensch eher...
- 1:21:49sehr aktiv oder eher sehr ruhig. Meistens sehr ruhige Menschen, die sehr langsam reden und du denkst, jetzt schlafe ich nicht ein. Ja, meistens auch die ruhigsten Hunde. Okay. Wir machen nicht mehr viel, wir haben noch 1, 2 und zwar die nächste wäre schlafen die Hunde im Bett oder in ihrem... Mini? Im Bett, wenn sie wollen. Je nachdem, ob eine Frau zu Hause oder...
- 1:22:12Ja, weil wenn es keinen Platz hat im Bett, dann ist es für sie auch nicht gut. Hunde wollen mega Platz haben. Und wenn du sie immer berührst mit den Füssen, dann haben sie gar keinen Platz. Jetzt kommen Fragen, kannst du viel im Bett schlafen? Ja, sie können. Auf jeden Fall haben sie die Möglichkeit, wenn sie wollen. Okay, schön.
- 1:22:28Welches Verhalten nervt dich bei Hundebesitzern am meisten? Bei Hundebesitzern? Ja, das Aufgeben eigentlich. Dass sie immer sagen, ich kann das nicht, er kann das nicht und ich kann das nicht und jenes. Und du limitierst dich so selber. Das ist das grösste Problem. Dass die Leute sagen, was hätte ich machen sollen? Oder dass die Leute anfangen mit anderen Leuten zu streiten, weil jetzt sind sie mit dem Hund zu nahe gelaufen. Da habe ich mich früher auch viel verwischt.
- 1:22:47Und das ist eben das Problem. In dieser Situation kannst du die Welt nicht steuern. Du kannst die Menschheit nicht belehren und externe Einflüsse nicht vorausgesehen. Und darum, wenn ein Mensch etwas falsch macht, dann musst du dir gerade überlegen, was kann ich jetzt besser machen, damit es meinem Hund gut geht. Okay, ein Mensch läuft hier an euch an. Was kann ich jetzt machen? Soll ich gerade fein sagen, klicken und Leckerli geben? Oder soll ich sagen, lauf doch nicht so nah hier an und nachher wird mein Hund wütend?
- 1:23:10richtig schlechte Erfahrung. Das ist das Problem. Die Leute denken nicht mehr, was kann ich machen, sondern wer kann ich jetzt dafür verantwortlich machen. Wenn jetzt auf meinem Weg kommen zwei Hundebesitzer, beide mit dem Hund alleine, auf
- 1:23:25kommt es darauf an, wo der Mensch ist. Ist der Hund eher im Weg, das heisst, die Hunde... Ich weiss es mal, auf welcher Seite. Ich sage immer, besser auf der Seite des anderen Hundes. Weil, du musst dir das so vorstellen, jetzt laufe ich so, und ich habe den Hund da, und da ist der andere Hund. Wenn ich den Hund da habe, und ich probiere ihn in den Fuss zu haben,
- 1:23:44dann schaut der Hund ja zu mir. Das heisst, er sieht den Hund da gar nicht. Wenn ich ihn aber hier habe und er schaut zu mir, dann schaut er voll zu dem Hund. Das heisst, obwohl er auf der Seite des Hundes ist, schaut er ihn weniger an. Plus, er hat nicht das Gefühl, es ist etwas komisch. Vielleicht signalisiere ich ihn ja nicht extra auf die andere Seite. So signalisiere ich auch, dass etwas nicht gut ist, wenn ich auf die andere Seite komme. Aber es kommt immer darauf an. Wenn ich einen sehr alten Hund habe,
- 1:24:06Die Besitzerin hat schon Angst, nämlich der Leeroy, auf der anderen Seite damit zu beruhigen. Aber wenn wir jetzt davon reden, der Hund hat Mühe mit dem, dann lässt du ihn lieber auf dieser Seite, wenn du ihn halten kannst. Etwas, was diese Dame mit dem 60 Kilo Hund nicht machen kann. Sie muss in den Wald reinrennen. Genau. Dann die letzte Frage ist, der Podcast heisst Momentum. Was heisst für dich Momentum?
- 1:24:31Das ist eine gute Frage. Ich benutze das Wort Momentum sehr oft. Momentum ist für mich eine Kraftgewirkung von zwei Kraftpunkten. Wie kann ich Momentum erzielen, um maximale Wirkung zu erreichen? Das heisst, wie kann ich das jetzt gut zeigen im Training, ohne dass ich das falsch stelle?
- 1:24:50Also ich habe jetzt am meisten Momentum, wenn ich eben schon voll drin bin und dann einfach weiter gehe. Und so ist es auch beim Hund. Das heisst, Momentum brauche ich, wenn der Hund jetzt zum Beispiel irgendwo drauf kommen will. Er hat Angst, ich nehme ihn aber aus der Situation heraus, renne mit ihm und dann aus dem Tempo heraus pumpe ich dann auf das Kissen hoch. Und so habe ich auch Momentum in meiner Ausbildung. Ich habe schon Motivation für Taxa, Motivation für Rundetraining, Motivation für Leeroy und das Ganze hat das Momentum erzeugt, das mich dann hochgespiegelt hat.
- 1:25:17Schön, schön gesagt. Danke vielmals. Wunderbar. Hey, Markus, es ist mir eine riesen Freude, dass du da warst. Mir auch, danke vielmals. Die Kamera ist dir. Und wenn du jetzt noch etwas in der Community sagen willst, eine Message raushauen für sonst irgendwer. It's your time.
- 1:25:32Also, eine Message für sonst irgendwer. Meine wichtigste Message ist, glaube ich, ist mir gerade eingefallen, seid einfach immer herzlich zu euren Hunden. Das ist das Wichtigste. Weil wenn ihr viel Liebe gebt den Hunden und immer da seid für sie, gutes Essen gebt, schmuset, herzlich seid, positiv seid, gute Ausstrahlung habt, dann verzeiht es euch auch mal einen schlechten Tag.
- 1:25:52Dann verzeiht euch auch mal die Korrektur. Weil das finde ich auch schlimm. Viele sagen immer, ja, der Hund, dann zeigst du mal am Hund du Mungo. Kann halt passieren, weisst du was ich meine. Bist halt mal hässlich, jetzt hast du zum 500. Mal den anderen wieder abgebaut. Aber egal, er verzeiht dir das. Wenn du sonst 95% der Zeit einfach Herz reinsteckst. Und das ist das Wichtigste. Seht einfach eure Hunde, liebt und respektiert sie wie Familienmitglieder. Und liebt sie fest. Und gebt ihnen Küsschen und lasst euch abschlecken.
- 1:26:15Das war wunderschön. Jetzt steht sie auf, weil es schon zu gehen ist. Aber bevor wir gehen, möchte ich auch dir, die eingeschaltet hat, herzlich bedanken, dass du bis zum Schluss gehört hast. Schön, dass du heute mit einem wieder inspirierenden Gast gehen konntest. Mit einem riesenherzen Herz für Tiere, aber v.a. für Hunde.
- 1:26:37Und checkt unbedingt eure Sachen ab. In der Caption ist alles verlinkt. Und wenn du schon dran bist, Caption mal anschauen, dann findest du hier ein paar Knöpfchen. Der eine heisst «Abonnieren».
- 1:26:49Ich liebe Menschen mit inspirierenden Geschichten. Und dass wir noch weitere Menschen einladen können mit inspirierenden Geschichten, nützt uns dieser Abonnieren-Button so, so fest. Darum klickt ganz kurz drauf. Wenn du schon da bist, dann kannst du gleich noch ein Like hinterlassen oder sogar einen Kommentar. Frag mich oder Marco, was dir wichtig ist. Wir beantworten sehr gerne. Ich wünsche dir alles Gute. Danke und bis bald.