Latest / ntv Wirtschaft / Deutsche Post verschwindet und bleibt doch - DHL übernimmt im globalen Geschäft
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- . Ein Pharma-Star schrumpft plötzlich. Biontech streicht tausende Stellen. Ein Traditionsname verschwindet. Aus der Deutschen Post wird endgültig DHL. Und immer mehr Menschen bezahlen bargeldlos und kontaktlos. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen mit einem Unternehmen, das wie kaum ein anderes für den wirtschaftlichen Ausnahmezustand der Corona-Jahre steht. Biontech. Und jetzt zeigt sich, der Boom ist vorbei, die Realität holt das Unternehmen ein. Biontech plant, mehrere Produktionsstandorte zu schließen, in Deutschland und international. Konkret trifft es Werke in Idar-Oberstein, Marburg, Tübingen und auch den Standort in Singapur. Insgesamt stehen bis zu 1.860 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Grund? Die Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen bricht weg. Verluste von mehr als 500 Millionen Euro müssen verkraftet werden. Eigentlich sollte die Zukunft in der Krebsmedizin auf mRNA-Basis liegen. Doch die Biontech-Gründer Ugo Shahin und Özlem Türeci hatten im März bekannt gegeben, Biontech verlassen und eine neue Firma gründen zu wollen, um dort weiter an neuen Medikamenten auf mRNA-Basis zu forschen. Damit scheint fraglich, was davon noch für Biontech bleibt. Und dieser Wandel, weg vom Alten hin zu einer neuen Struktur, zeigt sich nicht nur in der Pharmaindustrie. Auch ein deutscher Traditionskonzern stellt sich gerade grundlegend neu auf. Die Deutsche Post wird künftig DHL heißen. Mehr als 30 Jahre nach der Privatisierung der Bundespost und rund 25 Jahre nach der Übernahme des US-Logistikers DHL zieht der Konzern damit die Konsequenz aus seiner eigenen Entwicklung. Weg vom nationalen Briefgeschäft hin zum globalen Logistikriesen. Und genau dieser Schritt kommt nicht überraschend, sagt auch Markenexperte John Christoph Berndt bei NTV. Ja, das ist ein Schritt, der ist so konsequent wie überfällig. In einer vernetzten Welt muss ja der Player, der maßgeblich dafür steht, diese Welt zu vernetzen, auch das mit dem ureigensten Instrument, das die Marke hat, mit seinem Namen ausstrahlen. Und da ist DHL, Paketlogistik, Expressversand, das sind ja die Leistungen, die zählen, viel cooler und auch viel fantasiereicher und viel versprechender als Deutsche Post. Die steht ja so in der Meinung vieler, erstmal nur für Briefversand, so ein bisschen von gestern. Der Konzern verdient sein Geld längst nicht mehr mit Briefen in Deutschland. Nur noch etwa ein Fünftel des Umsatzes kommt aus dem klassischen Postgeschäft. Der Großteil entsteht international, mit Expressversand, Fracht und komplexen Logistiklösungen. Der Name soll das jetzt widerspiegeln. Das Unternehmen muss das, wofür es wirklich steht, nach vorne stellen. Es ist ein Global Player und es steht für Vernetzung mit dem, was total wesentlich ist, also Waren, Verkehrsdienstleistungen. Expressversand, Logistik. Das ist das, was nach vorne gehört. Und dafür steht DHL in den Köpfen vieler. Für die meisten Kunden in Deutschland wird sich allerdings nichts ändern. Briefe, Pakete, gelbe Kästen. Das bleibt alles, wie es ist. Die Deutsche Post verschwindet nicht komplett, sie rutscht nur eine Ebene tiefer und wird zur Marke für das Inlandsgeschäft. Die Kunden werden erst mal gar nichts merken. Also meine älteren Verwandten, die werden weiterhin zur Post gehen, sofern es die in ihrem Ort überhaupt noch gibt. Die werden weiterhin ihre Briefe in gelbe Kästen einwerfen. Die bleiben ja gelb, wo weiterhin Deutsche Post draufsteht. Der neue Name ist global verständlich, flexibel und passt besser zu einem Konzern, der seine Zukunft längst außerhalb des klassischen Briefgeschäfts sucht. Gleichzeitig bleibt ein Stück Geschichte erhalten. Warum das gut so ist, erklärt uns Markenexperte John Christoph Berndt. Und da ist es schon wichtig, die Tradition auch zu bewahren. Zukunft braucht Herkunft. Und da ist das Original Deutsche Post, das wäre ja sträflich schon fast, den Briefversand auch in DHL umzubenennen. Ich sehe schon meine Großtante, ich höre die schon sagen, ich gehe mal kurz zur DHL. Da sagen wir alle, was ist denn mit dir passiert? Nein, nein, das muss schon Deutsche Post heißen und alles andere muss DHL heißen. Das passt schon. Am Ende ist es also ein Spagat. Tradition im Inland, Internationalität nach außen. Oder anders gesagt, die Post bleibt, aber nur noch dort, wo sie hingehört. Bei unserem nächsten Thema geht es ums Bezahlen. Während die Verbraucher immer häufiger bargeldlos und kontaktlos bezahlen, stehen vor allem Handwerker dem noch skeptisch gegenüber. Diese Frage entscheidet sich gerade neu, vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Eine aktuelle Marktstudie zeigt, viele Händler erkennen, dass bargeldloses Bezahlen immer wichtiger wird. Aber gleichzeitig gibt es große Vorbehalte. Mehr als die Hälfte der kleinen Betriebe gehört noch zu den sogenannten Einsteigern. Sie haben oft gar kein Kartenlesegerät. Besonders im Handwerk oder bei mobilen Dienstleistungen dominiert weiterhin Bargeld oder Rechnung. Die Gründe sind interessant und sehr menschlich. Angst vor technischen Ausfällen, Sorge vor komplizierten Verträgen, Misstrauen gegenüber undurchsichtigen Gebühren. Für viele wirkt Kartenzahlung wie eine Blackbox. Und genau hier kommt die zweite Perspektive ins Spiel. Die der Kunden. Da gibt es auch neue Zahlen. Immer mehr Kunden zahlen mit Karte und immer häufiger kontaktlos. Davon wird jede fünfte Zahlung sogar mit dem Handy gemacht. Sibylle Schaar hat darüber mit Frauke Holzmeier gesprochen. Sie ist Leiterin der NTV-Wirtschaft. Ich muss ehrlich zugeben, und ich glaube, das geht vielen so, wenn man an der Kasse steht und vor einem in Bar gezahlt wird, dann ist man ja doch so ein bisschen genervt. Ich bin ehrlich. Wenn man dann das Kleingeld rausholt. Richtig. Was sagen denn die Zahlen? Wie viele zahlen überhaupt noch mit Geld? Also wenn man tatsächlich auf die Anzahl der Transaktionen schaut, dann ist die Mehrheit tatsächlich noch in Bar. Das sind vor allem diese kleinen Beträge. Beim Bäcker zum Beispiel die zwei, drei Brötchen, die man dann kauft, das wird häufiger noch in Bar gezahlt. Aber auch da holt die Karte auf. Und ehrlicherweise, ich bin auch eindeutig Team nicht mehr Bargeld, was nicht heißen soll, dass ich das Bargeld abschaffen möchte. Da muss man ja immer aufpassen. Aber klar, für alle Menschen, die vielleicht ein bisschen älter sind oder dem Technischen noch nicht ganz so vertrauen oder da noch nicht ganz so bewandert sind, die wollen natürlich ihr Bargeld behalten. Und dann müssen wir beide ein bisschen Geduld haben. An der Kasse ist ja auch okay, man entschleunigt. Richtig, du hast vollkommen recht. Das ist einfach auch eine Generationensache. Und man kann das nachvollziehen, wenn man immer mit Bargeld bezahlt. Wobei meine Eltern zahlen kontaktlos mit Uhr. Ja, guck mal, dann sind die schon ganz weit. Und mit Uhr sogar, Respekt. Und dann sind wir direkt beim nächsten Thema, denn es geht nicht nur um die Supermarktkasse, sondern um so viele Transaktionen und Zahlungen, die wir eben mittlerweile über zum Beispiel Paypal machen. Und da warnt jetzt unser Bundesbankpräsident zu Recht deiner Meinung nach? Ja, da ist schon ein bisschen was dran. Wir haben natürlich diese Abhängigkeit gerade von den amerikanischen Zahlungsdienstleistern. Du hast ja alle aufgezählt. Ja, Paypal, Apple Pay, Google, Pay Mastercard, Visa und so weiter. Und es gab da jüngst tatsächlich Anfang des Jahres einen Fall von einem französischen Richter beim Internationalen Strafgerichtshof, der aus Meinung der USA gegen bestimmte Sanktionen verstoßen hat. Und der wurde tatsächlich eine Zeit lang ausgeschlossen vom Bezahlsystem. Also der konnte nicht mehr zugreifen auf eben entsprechende Dienste. Und das, finde ich, ist schon ein ziemlich krasses Beispiel, dass wir uns eben in einer Abhängigkeit befinden. Und deswegen gibt es auch die Bemühungen, Alternativen anzubieten in Europa. Zum Beispiel Vero, da stecken verschiedene Banken und auch die Sparkasse dahinter, eben eine Alternative zu Paypal zu bieten. Aber Paypal ist ganz klar der Platzhirsch. Ja, über 30 Millionen Menschen nutzen das. Und Vero hat noch einen ganz kleinen Marktanteil, weil es eben noch unbekannt ist im Vergleich. Aber da muss eben so viel passieren. Du hast es gerade angesprochen, um diese Abhängigkeit zu den amerikanischen Systemen zu reduzieren. Du hast Vero angesprochen. Was hat die deutsche Politik da insgesamt geplant, was das digitale Bezahlen angeht? Das sind verschiedene Aspekte. Einmal steht im Koalitionsvertrag. Manche erinnern sich noch, den gab es auch mal, auch wenn noch nicht alles davon natürlich umgesetzt ist, die Bemühungen, dass man sagt, hey, wir wollen gerne, dass mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit auch angeboten werden muss. Denn das ist neben der Abhängigkeit für viele auch ein Ärgernis, dass sie eben in ein Geschäft gehen, haben vielleicht so wie wir beide kein Bargeld dabei. Und dann stehen sie da, kann ich jetzt hier doch nicht einkaufen, weil hier ist eben nur Bargeld erlaubt. Und deswegen war die Idee im Koalitionsvertrag zu sagen, okay, mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit muss man anbieten. Und ich muss auch sagen, bei mir zum Beispiel in der Gegend tut sich ein bisschen was. Auch der Kiosk hat inzwischen EC-Kartenzahlung häufig dann noch ab einer bestimmten Grenze 10 Euro oder 15 Euro. Aber da will man sich zumindest ein bisschen verbreitern. Stichwort Abhängigkeit. Da ist das Thema digitaler Euro dann vielleicht auch nochmal spannend. Und ja, wenn es gut läuft, können wir damit so 2029 rechnen. Das soll ja so ein bisschen das digitale Bargeld dann sein. Ich musste jetzt am Wochenende lachen, da war ich hier in Köln auf dem Flohmarkt. Auch da ist man ja in der digitalen Welt unterwegs. Da kann man denn digital bezahlen. So, jetzt sprechen wir aber unbedingt auch noch über den digitalen Euro. Vielleicht kannst du auch nochmal genauer erklären, was genau steckt dahinter und was würde er für uns alle bedeuten? Also der digitale Euro soll wirklich das Bargeld, das, was wir bei dem Portemonnaie haben, ins Digitale übertragen. Das ist dann sogenanntes Zentralbankgeld, das eben von der Zentralbank ausgegeben wird. Jetzt kann man sich natürlich fragen ... Warum brauche ich das eigentlich? Weil ich bezahle ja nun auch mit meiner normalen Karte, mit der Uhr digital. Und für mich persönlich macht es keinen Unterschied. Aber man muss auch sehen, wir stehen auch hier in einem internationalen Wettbewerb. Also auch andere Länder, andere Staaten experimentieren bereits damit, haben schon digitalisiertes Zentralbankgeld. Und der Vorteil ist auch so ein bisschen, dass es ohne Internet funktioniert. Also wenn alles ausfällt, ja, mit dem digitalen Euro, kann man immer noch bezahlen. Und es soll in Sekunden schneller gehen. Wahrscheinlich wird es am Anfang ein bisschen begrenzt sein, dass nicht jeder irgendwie ganz viele Tausende Euro digitales Zentralbankgeld haben kann. Aber am Ende geht es darum, eine Erweiterung zu haben am digitalen Angebot. Und aber auch nicht verwunderlich, dass andere Banken sagen, so dringend brauchen wir das gar nicht. Wir haben hier unsere anderen Möglichkeiten. Also das ist dann wirklich die staatliche Initiative, um zu zeigen, wir gehen mit der Zeit, wir wollen Transaktionen schneller machen und eben halt Bargeld ins Digitale überführen. Es wird aber nicht abgeschafft, das Physische. Keine Sorge, muss man immer wieder dazu sagen. Ich glaube auch, das werden wir niemals loswerden. Ganz lieben Dank dir, Frauke, für das Gespräch, diesen Überblick und all die Hintergründe. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.