Latest / ntv Wirtschaft / Billig bestellen wird teurer: EU will Temu, Shein & Co. treffen – was das für unser Online-Shopping bedeutet
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- Viele Pakete aus China und anderen Nicht-EU-Ländern werden ab sofort teurer. Denn die EU erhebt jetzt auch auf kleine Sendungen einen Pauschalzoll. Der DAX hat ein bewegtes erstes Halbjahr hinter sich. Und in deutschen Schubladen liegt ein wahrer Rohstoffschatz. In Form alter Handys. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Das hier könnte beim Online-Shopping schmerzen. Wer günstige Waren außerhalb der EU bestellt, zahlt künftig Zoll. Auch dann, wenn die Sendung weniger als 150 Euro wert ist. Diese Freigrenze beim Zoll ist nämlich seit heute Geschichte. Jetzt gilt stattdessen vorerst ein Pauschalzoll von 3 Euro bei solchen Kleinlieferungen an Verbraucher in der EU. Wichtig ist, diese 3 Euro fallen pro Warengruppe in einer Sendung an. 3 T-Shirts in einem Paket lösen also einmal 3 Euro Zoll aus. Kommt z.B. noch ein Kinderspielzeug dazu, werden daraus 6 Euro. Und so können sich die Zusatzkosten schnell summieren, wenn die Verkäufer oder Importeure denn den Zoll auch an die Endkunden weitergeben. Wird's jetzt also teurer? Und worauf gilt es zu achten? Verena Fels hat mit dem Finanztipp-Redakteur Manuel Fonau gesprochen. Was denken Sie denn? Sind die Zeiten der Spottpreise jetzt vorbei? Wird es also wirklich deutlich teurer für die Verbraucher, wenn sie von den besagten Plattformen bestellen? Tatsächlich ist es so, diese neuen Gebühren geben natürlich einen ganz neuen. Anreiz, auch innerhalb der EU etwas zu bestellen. Und da ist natürlich dann der Fall, dass dann die Kosten innerhalb der EU oft mittlerweile günstiger sein können, als wenn man dann beim Online-Shop in Asien bestellt. Also das haben wir jetzt auch gerade im Beitrag gesehen. Da gibt es dann ja teilweise sehr hohe Gebühren, die dann noch oben drauf kommen. Und da lohnt es sich dann sehr genau zu vergleichen, ob man jetzt lieber bei einem EU-Shop oder einem Shop, der aus der EU versendet, etwas bestellt oder ob man aus einem Shop in Asien etwas bestellt. Wie sieht das denn in der Praxis aus? Werden die Mehrkosten in der Regel direkt auf die Produkte aufgeschlagen oder kommen sie erst im Bezahlvorgang dann auf den Kunden zu? Es ist tatsächlich so, dass das ein bisschen darauf ankommt, wie der Online-Shop das gerade handelt. Ob dann die Kosten direkt schon in dem Bestellprozess sichtbar sind oder ob die Kosten dann erst beim Versanddienstleister in Rechnung gestellt werden. Bei der DHL zum Beispiel sind das 7,50 Euro Servicegebühren. Die kommen dann eben noch auf diese 3 Euro Gebühren vom Zoll obendrauf. Aber wichtig ist ja die Frage, werden alle Zusatzkosten immer auch ganz deutlich sichtbar angezeigt oder kann das doch irgendwie versteckt geschehen? Genau, also die zusätzlichen Kosten werden teils in den Online-Shops nicht angezeigt, weil sie eben erst vom Zoll erhoben werden, beziehungsweise erst von den Dienstleistern, die das dann versenden. Das heißt, man kann es teilweise vorher gar nicht sehen, ob ein Produkt dann in einem chinesischen Online-Shop zum Beispiel teurer ist als in einem EU-Online-Shop. Und ist das jetzt der richtige Schritt, um die Paketflut einzudämmen, was ja das erklärte Ziel der EU ist? Da sagen tatsächlich Expertinnen und Experten, dass es noch unklar ist, ob da tatsächlich weniger Pakete dadurch verschickt werden. Drei Euro sind jetzt natürlich auch nicht der höchste Beitrag, den man sich da vorstellen kann. Dementsprechend, was wir wahrscheinlich sehen werden, ist, dass weniger Pakete in einzelne Lieferungen aufgeteilt werden, was früher sehr oft passiert ist, um eben unter diese 150-Euro-Grenze zu kommen. Da wird wahrscheinlich dann eher dazu übergegangen werden, dann Pakete doch in ein Gesamtpaket zu verschicken. Und erstmal soll ja jetzt dieser neue Zoll für zwei Jahre gelten. Dann soll es eine neue digitale Plattform geben, also nochmal eine andere Regelung. Können Sie uns schon sagen, was dann geplant ist, wie es dann weitergeht? Richtig. Also in zwei Jahren sollen auf jedes einzelne Produkt, wie es auch bei Produkten für über 150 Euro der Fall ist, eine einzelne Zollgebühr erhoben werden. Die kann dann auch weniger hoch ausfallen als diese drei Euro oder auch höher. Das kommt total auf das Produkt drauf an. Wie genau das ausgestaltet wird, das steht jetzt tatsächlich noch nicht fest. Genau dafür sind diese zwei Jahre Zeitraum auch gedacht, dass die EU sich jetzt erstmal hinsetzen kann und darüber nachdenken kann, wie genau dann diese Verzollung stattfinden soll. Und erstmal heißt es jetzt konkret für alle Verbraucherinnen und Verbraucher genau hinzuschauen, wenn sie online etwas außerhalb der EU bestellen. Ich sage ganz herzlichen Dank für das Gespräch, Manuel Fonau, Redakteur bei Finanzdip. Sehr gerne. Europäische Kunden bestellen massenhaft Billigprodukte im Ausland. Vergangenes Jahr kamen 5,9 Milliarden Sendungen mit einem Wert von jeweils unter 150 Euro in der EU an. Das sind 16 Millionen solche Pakete pro Tag, die bisher zollfrei durchgingen. Und mehr als 90 Prozent davon kamen laut einem EU-Beamten aus China. Aber nach diesen ganzen Handelsfragen schauen wir jetzt mal an die Börse oder genauer auf den DAX. Das 1. Halbjahr ist rum. Und die Bilanz beim Deutschen Leitindex? Naja, also viel Bewegung, aber kaum Ertrag, kann man sagen. Gerade mal 1,5% beträgt das Plus seit Jahresbeginn. Kommt da noch was? Corinna Wohlfeil im Gespräch mit dem Analysten Jochen Stanzel. Wir müssen wissen, was wir mit dem Geld im 2. Halbjahr machen. Aus den letzten Jahren sind wir verwöhnt vom Aktienmarkt. Sind die fetten Jahre jetzt vorbei? DAX hat ja in den letzten zwei Jahren jeweils plus 20 Prozent gemacht. Ist jetzt seit einem Jahr irgendwo in so einer Seitwärtsbewegung. Man muss halt gucken, dass das halt doch eine ziemlich spezialisierte Geschichte ist, wenn man in die 40 deutschen Unternehmen, die größten Marktkapitalisierten, investiert. Wenn man wirklich ganz breit gestreut investiert hat, hat man seit Jahresbeginn auch 10, 12 Prozent in den ganz großen Indizes. Was meinen Sie mit breit gestreut und die ganz großen Indizes? Wo genau? Also das ist dann der MSCI World zum Beispiel. Dann gibt es auch andere FUZI, Allshare-Index und so weiter. Also die ganz groß, breit gestreuten Indizes, die weltweit dann tausende Aktien unter Umständen enthalten. Das sind aber auch die, die viel Technologie enthalten. Ist das weiter das Zugpferd? Das ist genau der Schlüssel. Technologie, KI, Chips und Halbleiter, Speicherchips auch. Das ist genau das, was eben profitiert, während alles andere vielleicht eher gelitten hat unter Straße von Hormuz, dass die geschlossen waren, hohen Ölpreisen. Aber man wüsste ja gerne die nächste Welle. Ich sage mal, am Anfang waren es so die KI-Unternehmen, jetzt sind es die ganzen Halbleiter, all das, was man braucht zur Umsetzung der KI. Was ist dann die nächste Welle? Das ist das, was die Anleger, glaube ich, jetzt über die Sommerpause vielleicht auch vergeben suchen werden. Vielleicht ist es auch das alte Thema. Also ist vielleicht wirklich KI, weil das so eine allgemein taugliche Technologie ist. Und die Unternehmen nutzen ja KI, um bessere Unternehmen draus zu machen. Die Verbraucher, wir alle nutzen die Chats, um vielleicht uns selbst aufzuschlauen. Also die Nachfrage, die einfach da ist nach KI, ist viel größer als das, was dann über die Datenzentren an Kapazität abgebildet werden kann. Und das wird eben, diese Investitionen werden noch weitergehen, werden im nächsten Jahr vielleicht sogar noch höher sein. Also dieses Thema ist wahrscheinlich noch nicht durch an der Börse. Aber dann bin ich weiterhin in Deutschland nicht gut aufgehoben, Europa vielleicht auch nicht so, sondern eher USA. Und wir haben ja jetzt gesehen, Japan und Südkorea sind natürlich wahnsinnig gut gelaufen. Aufgrund der Technologie bin ich dann nach wie vor da besser aufgehoben? Ja, da ist natürlich auch ein Risiko, weil es sehr gut gelaufen ist. Südkorea hat es in der ersten Jahreshälfte plus 65 Prozent. Und die Anleger haben ja seit dem Tieffpunkt, seitdem das so stark angefangen hat zu steigen, ja erstmal kaufen und später stellen wir irgendwann mal Fragen. Aber wir kommen jetzt, glaube ich, schon in so eine Situation. Wo die Anleger angefangen haben, Fragen zu stellen. So ein bisschen auch das Haar in der Suppe suchen. Da kann auch die Entwicklung weitergehen, positiv sein. Kurse können trotzdem irgendwo ein bisschen ins Stottern kommen, deswegen. Das heißt, wenn wir uns beim Aktienmarkt nicht ganz sicher sind, aber auch trotzdem dabei sein sollten, macht eine Absicherung über Anleihen vielleicht Sinn? Wie sieht es denn von der Zinsseite ein? Heute schauen alle nach Portugal, nach Sintra. Dort treffen sich die prominenten Notenbänker der Welt. Was glauben Sie, wie geht es an der Zinsfront weiter? Ja, das ist ein großes Thema Zinsen, weil natürlich Wachstumsaktien sehr stark davon profitieren, dass die Zinsen niedrig bleiben sollen, die jetzt die Leitzinsen wirklich anheben. US-Notbank rechnet der Markt ja, dass es im Juli eine Zinsanhebung geben wird. Da achtet man jetzt natürlich genau drauf, was Kevin Walsch hier sagen wird und auch Christine Lagarde. Wir rechnen unsere Volkswerte eher damit, dass es keine Zinsanhebung mehr geben wird von der EZB oder von der Federal Reserve, sodass das, was da im Markt ist, eher eine positive Überraschung geben könnte. Weil ja auch der Inflationsdruck allmählich so ein bisschen rausgeht. Ich meine, die Ölpreise haben sich entspannt. Genau, das ist der Punkt. Also das Inflationsspitze, ob die jetzt hinter uns liegt oder bald bevorsteht, das ist eigentlich die Frage. Dass da jetzt nochmal so ein richtiger Inflationsschub kommen wird, damit rechnen wir eigentlich nicht. Viele Anleger sind heimatverliebt. Deswegen noch kurz zum Schluss die Frage, wenn ich jetzt doch in Deutschland investieren möchte. Der DAX hängt ja an großen Unternehmen. Die machen auch im Ausland ihre Umsätze. Der MDAX, also die kleineren Unternehmen, haben es schwierig momentan in Deutschland. Sollte ich, wenn eher, in die großen oder in die kleinen, mittleren gehen? Es ist immer eine gute Idee, breit gestreut zu investieren. Also man nimmt lieber alles als nur eines, weil eines kann eher schiefgehen. Wenn ich breit gestreut habe, dann habe ich vielleicht 99, die gut gehen, dann kann auch einer mal schiefgehen. Das Gute ist am DAX, da muss ich das wirklich in den Chart anschauen, wir sind ja zwei Jahre lang sehr stark gestiegen und seitdem haben wir so eine Seitwärtsbewegung. Das ist eigentlich eine bullische Konsolidierung, wenn man da mit der Charttechnik spricht. Also die Anleger, die bleiben da drin und warten geduldig. Und wir haben eine hohe Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Unternehmen. Also man wartet einfach nur auf so diesen Schub, der uns über die 25.000 im DAX bringt. Und da muss man wahrscheinlich weiterhin ein bisschen Geduld mitbringen. Ja, wäre schön, wenn dieser Schub mag geben. Vielen Dank, Jochen Stanzel, für das Gespräch an der Frankfurter Börse. Also Aktien bleiben weiter interessant mit Absicherungen und die Bäume wachsen wahrscheinlich nicht mehr in den Himmel. Das nehme ich so mit. Und jetzt schauen wir noch in eure Schubladen. Ja, ganz genau. Liegen da vielleicht noch irgendwo alte Handys rum? Sieht zumindest ganz so aus. 167 Millionen Althandys haben wir insgesamt noch zu Hause. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Rohstoffagentur. Und die enthalten zusammen rund eine Tonne Gold. Und außerdem ganze 1800 Tonnen Kupfer, 3700 Tonnen Aluminium, ach ja, und dazu noch unter anderem Silber und seltene Erden. In Smartphones seien sogar mehr als 50 Metalle enthalten. Der reine Metallwert liege zwar im Schnitt nur bei 1,25 Euro pro Handy, trotzdem sehen die Experten gewaltiges Potenzial in der Rückgewinnung der Rohstoffe. Auch wenn die ziemlich aufwendig ist. Vielleicht also kein Wunder, dass weltweit nur 5 bis 10 Prozent der Altgeräte recycelt werden. Auch hier bei uns in Deutschland dürfte also der Großteil dieses Rohstoffschatzes weiter ungenutzt liegen bleiben. Und das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.