Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #14 Folge 10: "Unsere Tochter ist süchtig": Eine unzensierte Antwort an Eltern in Angst
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen hier bei uns.
- 0:01Superschön, dass du dir heute die Zeit nimmst für ein Thema,
- 0:05ja, das wahrscheinlich viele Eltern umtreibt und echt große
- 0:09Sorgen bereiten kann. Wir gehen heute einer Frage
- 0:12nach, die stellt man sich wirklich nicht gerne.
- 0:15Was mache ich, wenn ich das Gefühl habe, meine Tochter,
- 0:19sagen wir mal, sie ist so 16, wenn die vielleicht gerade in
- 0:22eine Sucht abrutscht? Und für diese Wichtige, ja
- 0:25Auseinandersetzung haben wir eine ganz besondere Quelle.
- 0:28Ein. Sehr persönlichen und auch
- 0:30direkten Artikel von Gabriel auf seiner Webseite nielix Berlin.
- 0:35Ah ja, der Titel allein ist schon, na ja, eine Ansage.
- 0:38Unsere Tochter 16 ist süchtig, eine unzensierte Antwort an
- 0:42Eltern in Angst. Unser Ziel heute ist es, dir aus
- 0:44Gabriels Erfahrungen und auch seinen Ratschlägen ja
- 0:48Verständnis zu geben, Klarheit und ganz konkrete
- 0:51Handlungsmöglichkeiten. Also falls du selbst betroffen
- 0:54bist oder jemanden kennst, der in so einer Situation steckt.
- 0:57Genau. Absolut.
- 0:59Dann lass uns mal schauen, was Gabriel uns damit auf den Weg
- 1:03gibt. Ja, gern.
- 1:04Bevor wir aber so richtig in die Tipps und Ratschläge eintauchen,
- 1:07müssen wir was Wichtiges voranstellen.
- 1:09Etwas, das Gabriels Perspektive, finde ich so besonders macht.
- 1:13Er schreibt ja nicht als unbeteiligter Experte von außen.
- 1:17Ganz genau. Gabriel, der Gründer von Nielix
- 1:19Berlin, der ist selbst von sucht und psychischen
- 1:23Herausforderungen betroffen. Er teilt auf seiner Webseite
- 1:26sehr, sehr offen seine eigene, ja über 28 Jahre lange
- 1:31Geschichte. Seine Reise durch Sucht und
- 1:33Recovery. Krass. 28 Jahre.
- 1:35Ja, er spricht über ne schwierige Kindheit, wie Drogen
- 1:38für ihn so n Mittel zur Betäubung wurden.
- 1:41Wie er mit 15 schon auszog und dann abrutschte, weil seine
- 1:44eigenen Nöte damals eben nicht gesehen wurden.
- 1:47Und er ist überzeugt, sagt er, dass ein ehrliches Gespräch
- 1:49damals vielleicht vieles hätte ändern können.
- 1:52Und diese Offenheit, das ist ja nicht nur mutig, finde ich, das
- 1:57schafft doch auch eine ganz andere Basis, oder?
- 1:59Es ist, als würde jemand sprechen, der wirklich, wirklich
- 2:02weiß, wovon er redet. Auch aus der Perspektive des
- 2:04Kindes von damals. Exakt, es soll dir eben zeigen,
- 2:07du bist mit diesen Ängsten und dieser Ohnmacht, die man da
- 2:09fühlt, nicht allein. Und Gabriels Ratschläge kommen
- 2:13eben aus dieser, ja doppelten Erfahrung, dem eigenen Erleben
- 2:17und der intensiven Auseinandersetzung damit.
- 2:19Und das prägt dann sicher auch seine zentrale Botschaft an die
- 2:22Eltern. Absolut.
- 2:23Das prägt die total. Die er ja in einem sehr
- 2:26eindrücklichen Bild verpackt. Er beschreibt die Pubertät als
- 2:29Sturm und eine beginnende Sucht als Tsunami.
- 2:34Und er sagt, eure Aufgabe als Eltern ist nicht, diesen Tsunami
- 2:39aufhalten zu wollen, das ist schlicht unmöglich.
- 2:42Stattdessen, so Gabriel, ist eure Aufgabe einen unglaublich
- 2:47stabilen Leuchtturm zu bauen. Einen, der Orientierung gibt,
- 2:51der Sicherheit ausstrahlt, auch im größten Chaos.
- 2:55Und gleichzeitig ein Rettungsboot bereitzuhalten.
- 2:58OK, Leuchtturm und Rettungsboot. Ja, und ganz wichtig dabei, Ihr
- 3:02sollt nicht selbst ins tosende Wasser springen und versuchen,
- 3:05die Wellen zu bekämpfen. Dabei würdet ihr nur selbst
- 3:08untergehen, sagt er. Diese Metapher vom Leuchtturm,
- 3:11die klingt ja erst mal entlastend, keine Frage.
- 3:15Aber besteht da nicht die Gefahr, dass Eltern sich dann zu
- 3:17passiv fühlen? Also zu sehr auf Distanz gehen,
- 3:21statt aktiv zu handeln. Das ist eine berechtigte Frage,
- 3:24absolut, aber das Bild meint keine Passivität im Sinne von
- 3:28wegschauen, es verschiebt den Fokus.
- 3:30Das ist der Punkt weg von der oft vergeblichen Kontrolle über
- 3:33das Kind hin zur eigenen Stabilität und dem Angebot von
- 3:36Hilfe. Ah OK.
- 3:38Der Leuchtturm steht fest, ja, sendet Licht ist verlässlich da.
- 3:44Das Rettungsboot liegt bereit, aber einsteigen muss das Kind
- 3:49letztlich selbst. Es geht darum, präsent und klar
- 3:53zu sein, ohne sich in der Krise zu verlieren, oder, und das ist
- 3:57ein ganz wichtiger Punkt, den Gabriel immer wieder betont, die
- 4:00Sucht ungewollt noch zu unterstützen, dieses Enabling.
- 4:04OK, diesen Balanceakt also präsent sein und nicht mit
- 4:08untergehen, den schauen wir uns gleich noch genauer an.
- 4:10Definitiv. Aber erst mal.
- 4:13Die Sorgen der Eltern, die Gabriel in seinem Artikel
- 4:15anspricht, die sind ja nicht aus der Luft gegriffen.
- 4:18Er nennt da ja auch zahlen. Richtig, und die verdeutlichen
- 4:21das Problem schon. Laut Bundeszentrale für
- 4:24gesundheitliche Aufklärung, also der BZGA, haben über 70% der 12
- 4:29bis Siebzehnjährigen in Deutschland schon mal Alkohol
- 4:31probiert. Über 70% wow.
- 4:34Ja, das allein ist vielleicht noch, na ja, jugendliches
- 4:39Ausprobieren. Gabriel betont aber, kritisch
- 4:42wird es beim regelmäßigen Konsum und bei illegalen Drogen ist
- 4:46Cannabis die häufigste Substanz bei Jugendlichen, wobei das
- 4:50Einstiegsalter tendenziell sogar sinkt.
- 4:53Und was heißt das dann konkret für das Risiko, abhängig zu
- 4:56werden? Hier wird es halt ernst.
- 4:58Je jünger jemand ist, wenn der regelmäßige Konsum beginnt,
- 5:02desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine
- 5:04lebenslange Abhängigkeit zu entwickeln.
- 5:06OK. Das liegt schlicht daran, dass
- 5:09das Gehirn noch ne riesige Baustelle ist.
- 5:11Sozusagen. Substanzen können in dieser
- 5:14sensiblen Entwicklungsphase wirklich massive und auch
- 5:18bleibende Schäden anrichten. Und dazu kommt noch Kinder aus
- 5:22Familien, in denen sucht, und dazu zählt auch Alkoholismus,
- 5:26ganz klar ne Rolle spielt. Die haben ein bis zu sechsfach
- 5:29höheres Risiko, selbstsüchtig zu werden.
- 5:32Moment mal, das heißt ja im Grunde, das Gehirn ist in dieser
- 5:34Phase wie wieso n Sportwagen mit kaum funktionierenden Bremsen?
- 5:38Ja, das erklärt natürlich einiges, wenn dann Drogen ins
- 5:41Spiel kommen. Das ist eine sehr treffende
- 5:43Analogie, ja. Die beschreibt Gabriel in seinem
- 5:45Artikel auch so ähnlich. Das Belohnungszentrum im Gehirn,
- 5:49das auf Kicks aus ist, auf neue Reize, Anerkennung, intensive
- 5:53Gefühle, das läuft auf Hochtouren, das ist das
- 5:56Gaspedal, das voll durchgedrückt wird.
- 5:58OK. Gleichzeitig ist der Bereich für
- 6:01Vernunft, Impulskontrolle und das Abschätzen von Konsequenzen
- 6:05der präfrontale Cortex noch, na ja, unterentwickelt.
- 6:09Der reift ja erst so Mitte 20 vollständig aus.
- 6:11Wahnsinn. Das ist die Bremse, die eben
- 6:13noch nicht richtig greift. Ein Rennwagen mit schwachen
- 6:16Bremsen. Und Drogen sind dann der
- 6:18verführerische Turboknopf, dessen langfristige Gefahren man
- 6:22in dem Alter einfach nicht realistisch einschätzen kann.
- 6:25Klar, das macht die Pubertät zu so einer, ja vulnerablen Phase.
- 6:30Absolut. Aber genau hier beginnt ja die
- 6:32riesige Herausforderung für Eltern.
- 6:35Dieses Bild vom Leuchtturm ist stark, keine Frage.
- 6:38Aber es wirft natürlich die Frage auf, wie man das im Alltag
- 6:42umsetzt, gerade weil die Grenze zwischen normalem Jugendlichem
- 6:46Ausprobieren und einer beginnenden Sucht oft so, so
- 6:49schwer zu ziehen ist. Gabriel spricht hier von einem
- 6:53echten Drahtseilakt für Eltern. Absolut dem schmalen Grat
- 6:57zwischen Helfen und dem, was er enabling nennt, also dem
- 7:01Ungewollten ermöglichen oder fördern der Sucht.
- 7:04Das ist oft die größte Stolperfalle.
- 7:06Wirklich? OK, helfen heißt laut Gabriel
- 7:09offen reden, Grenzen setzen, Hilfe suchen.
- 7:12Das klingt erst mal nachvollziehbar, aber was genau
- 7:15meint er mit diesem Enabling, wann wird gut gemeinte Hilfe zum
- 7:19Bumerang? Enabling ist quasi die falsche
- 7:23Hilfe, die der sucht Halt in die Karten spielt.
- 7:25Es sind all die Verhaltensweisen, mit denen
- 7:28Eltern oft aus Liebe klar, aber auch aus Angst oder
- 7:31Überforderung dem Kind die negativen Konsequenzen seines
- 7:34Konsums abnehmen. Zum Beispiel?
- 7:36Klassische Beispiele. Das Kind hat einen Kater und man
- 7:40meldet es in der Schule krank oder man gibt ihm Geld, obwohl
- 7:43man eigentlich ahnt, wofür es drauf geht.
- 7:45Man vertuscht den Konsum vor anderen oder entschuldigt das
- 7:49Verhalten immer wieder oder ganz typisch, man weicht die eigenen,
- 7:52eigentlich gesetzten Grenzen immer wieder auf, weil man den
- 7:55Konflikt scheut oder Angst hat, das Kind ganz zu verlieren.
- 7:58Verstehe man will helfen, erreicht aber das Gegenteil.
- 8:02Mist. Im Kern geht es also darum, das
- 8:05betont Gabriel immer wieder, richtige Hilfe, stärkt die
- 8:09Fähigkeit des Kindes, Verantwortung für sich und sein
- 8:13Handeln zu übernehmen, auch wenn der Weg steinig ist und es
- 8:16kurzfristig vielleicht wehtut. Und enabling.
- 8:20Enabling nimmt dem Kind diese Verantwortung ab, schützt die
- 8:24sucht vor den Konsequenzen und verhindert so, dass das Kind die
- 8:27Notwendigkeit einer Veränderung überhaupt erkennt.
- 8:30Es macht es der Sucht zu bequem. Das leuchtet ein, klingt aber in
- 8:34der Praxis unfassbar schwer. Also wenn man als Elternteil
- 8:38mittendrin steckt, total überfordert ist, Angst hat, was
- 8:42rät Gabriel da konkret? Panik hilft nicht, sagt er,
- 8:46stattdessen schlägt er so einen klaren 4 Punkte Ansatz vor und
- 8:50der beginnt überraschenderweise nicht beim Kind, oder?
- 8:53Richtig, der allererste und wichtigste Schritt richtet sich
- 8:57an die Eltern selbst. Punkt 1 lautet
- 9:00unmissverständlich. Holt euch zuerst Selbsthilfe.
- 9:04Aha, also nicht erst versuchen, das Kind zu retten, sondern erst
- 9:09mal die eigene Sauerstoffmaske aufsetzen sozusagen.
- 9:12Genau das ist das Prinzip dahinter.
- 9:14Gabriel legt Eltern wirklich dringend ans Herz, als Paar oder
- 9:17auch allein zu einer Suchtberatungsstelle speziell
- 9:20für Angehörige zu gehen, man braucht diesen neutralen Blick
- 9:23von außen, um die eigene Situation zu sortieren, die Flut
- 9:27an Gefühlen, an ist Wut, Schuld, Hilflosigkeit zu verstehen und
- 9:31vor allem. Einen gemeinsamen klaren Kurs zu
- 9:34finden. Das stelle ich mir schwierig
- 9:36vor, diesen Schritt zu gehen. Das ist ja auch ein
- 9:38Eingeständnis der eigenen Überforderung.
- 9:41Irgendwie. Absolut.
- 9:42Es ist oft der schwerste Schritt, aber Gabriel betont, Es
- 9:46ist die Basis für alles weitere. Nur wenn ihr als Eltern stabiler
- 9:51seid, wenn ihr informiert seid und wisst, wie ihr vorgehen
- 9:53wollt, nur dann könnt ihr dieser Leuchtturm sein, den euer Kind
- 9:57braucht. Sonst wird man vom Sturm selbst
- 10:00umgeworfen. Klar.
- 10:01Genau ok. Schritt 1 eigene Unterstützung
- 10:04suchen. Was kommt dann?
- 10:06Schritt 2 sucht das Gespräch aber richtig, das heißt in einem
- 10:11ruhigen Moment ja nicht zwischen Tür und Angel oder im Streit und
- 10:15ganz wichtig mit ich Botschaften.
- 10:18Also nicht anklagend. Genau, nicht.
- 10:20Du bist dauernd weg, du lügst mich an, sondern die eigene
- 10:23Sorge formulieren. Wir machen uns Sorgen, weil wir
- 10:26beobachten das oder wir. Angst um dich, weil es geht
- 10:30darum zuzuhören, verstehen zu wollen, was hinter dem Verhalten
- 10:33steckt, ohne sofort zu verurteilen.
- 10:36Eine Tür öffnen, nicht zuschlagen.
- 10:40Schritt 3 knüpft direkt daran, annehme ich an.
- 10:43Ja, setzt klare gemeinsame Grenzen.
- 10:47Der Knackpunkt hier, ihr müsst euch als Eltern absolut einig
- 10:52sein, unterschiedliche Regeln oder wenn einer heimlich
- 10:55nachgibt, das untergräbt alles. Formuliert eine klare Regel zum
- 11:00Beispiel. Wir dulden keinen Konsum von
- 11:02Alkohol oder Drogen in unserem Zuhause und koppelt diese Regel
- 11:06an eine klare Konsequenz. Und damit sind wir bei Punkt 4,
- 11:10dem wahrscheinlich schwierigsten Teil des Ganzen.
- 11:13Seid konsequent. Ja, das ist der Härtetest.
- 11:16Wenn eine Grenze überschritten und eine Konsequenz angekündigt
- 11:20wurde, dann muss diese zu 100% umgesetzt werden.
- 11:24Jedes Wanken, jedes nur dieses eine Mal, jede Ausnahme
- 11:28signalisiert dem Kind, die Regeln sind verhandelbar, Mama
- 11:32und Papa sind nicht verlässlich. Und das schwächt die Eltern und
- 11:35stärkt die Sucht. Genau das.
- 11:37Okay das klingt nach einem klaren Plan, aber gerade Punkt 4
- 11:40die Konsequenz. Huh.
- 11:42Sich vorzustellen, das knallhart durchzuziehen, wenn das eigene
- 11:46Kind leidet oder rebelliert, das erfordert sich ja immense Kraft,
- 11:50oder? Ohne Frage, das erfordert enorme
- 11:53Kraft, Einigkeit und oft eben auch professionelle Begleitung,
- 11:57wie in Schritt 1 empfohlen. Wichtig ist dabei aber das
- 12:00Verständnis, das Gabriel vermittelt, die Konsequenz ist
- 12:03keine Strafe im Sinne von Rache oder Demütigung.
- 12:06Sondern. Sie ist das klare Signal.
- 12:09Dein Verhalten hat Folgen und wir meinen unsere Grenzen ernst.
- 12:13Sie soll die Komfortzone der Sucht stören.
- 12:16Idealerweise ist die Konsequenz, wie in Gabriels Beispiel, kein
- 12:20Taschengeld, bis wir gemeinsam bei der Beratung waren, auch
- 12:23direkt an einen Schritt Richtung Lösung geknüpft.
- 12:25Konsequenz als Wegweiser, nicht als Strafe, das ist ein
- 12:28wichtiger Unterschied. Gabriel geht in seinem Artikel
- 12:31ja auch auf sehr konkrete Fragen ein, die Eltern ihm offenbar oft
- 12:34stellen. Fast.
- 12:36Wieso NFAQ Bereich, aber eben sehr persönlich beantwortet.
- 12:39Lass uns da mal genauer reinhören, das ist sicher für
- 12:41viele sehr sehr hilfreich. Die erste Frage, die du schon
- 12:44angesprochen hast, meine Tochter leugnet alles, obwohl ich
- 12:47Beweise habe was tun, man will ja zur Rede stellen, der Impuls
- 12:51ist ja da. Ja, total verständlich, dieser
- 12:54Impuls. Aber Gabriel rät dringend davon
- 12:57ab, in einer Art Gerichtsverhandlung zu verfallen
- 13:00und zu versuchen, das Kind mit Beweisen zu überführen.
- 13:04Er sagt klar. Das Leugnen ist oft Teil der
- 13:07Suchterkrankung. Ein Schutzmechanismus.
- 13:10Aha, OK. Eben.
- 13:11Und wie bei Punkt 2 besprochen, die eigene Sorge zu
- 13:15kommunizieren, basierend auf dem, was man objektiv beobachtet
- 13:19oder gefunden hat. Also wieder die ich Botschaft.
- 13:22Genau, also ich hab das hier gefunden und ich mache mir
- 13:25deshalb große Sorgen um dich. Ich möchte verstehen was los
- 13:29ist. Bitte lass uns gemeinsam Hilfe
- 13:31suchen. Der Fokus liegt auf deiner Sorge
- 13:34und dem Hilfsangebot, nicht auf dem Vorwurf, du lügst.
- 13:38Es geht darum, die Tür offenzuhalten, auch wenn es
- 13:41schwer fällt. OK, deeskalieren und den Fokus
- 13:44auf die eigene Sorge lenken. Verstanden.
- 13:48Die zweite häufige Frage soll ich meiner Tochter den
- 13:51Drogenkonsum strikt verbieten und sie bestrafen, also klare
- 13:55Kante zeigen. Hier differenziert Gabriel ja
- 13:58klare Regeln und Grenzen sind essentiell, wie bei Punkt 3
- 14:02besprochen, zum Beispiel kein Konsum im Haus, aber reine
- 14:07Strafen, die oft aus der eigenen Hilflosigkeit heraus verhängt
- 14:10werden, wochenlanger Hausarrest, Handyverbot und so weiter führen
- 14:15selten zum Ziel. Warum nicht?
- 14:17Sie erhöhen oft nur die Heimlichkeit, das Misstrauen und
- 14:21den Groll. Sie bieten ja keine Lösung an.
- 14:24Besser sind, wie eben besprochen, logische
- 14:27Konsequenzen, die an eine Handlung geknüpft sind, die in
- 14:30Richtung Lösung weist. Die Konsequenz soll das Kind
- 14:34nicht nur bestrafen, sondern idealerweise motivieren, einen
- 14:37Schritt zur Veränderung zu tun. Also wieder Konsequenz, die zum
- 14:42Handeln auffordert, statt Strafe, die nur passiv erduldet
- 14:46wird. Eine dritte Sache, die Gabriel
- 14:50anspricht, sind die sogenannten 3 KS der Co Abhängigkeit.
- 14:54Das ist ja ein Begriff, der oft fällt, wenn es um Angehörige
- 14:57geht. Was verbirgt sich dahinter?
- 14:59Das ist eine ganz wichtige Eselsbrücke.
- 15:02Ja, die gibt Gabriel Angehörigen mit, um sich selbst zu schützen
- 15:05und eine gesündere Haltung zu finden, die.
- 15:08Die 3 KS stehen für erstens Krankheit.
- 15:12Krankheit. Mach dir immer wieder bewusst,
- 15:15du hast die Sucht deines Kindes nicht verursacht.
- 15:18Sucht ist eine Krankheit, keine Frage von Willensschwäche oder
- 15:21schlechte Erziehung deinerseits, das entlastet von diesen
- 15:25lähmenden Schuldgefühlen. OK, das ist wichtig.
- 15:27Zweitens, Kontrolle akzeptiere die schmerzhafte Wahrheit.
- 15:32Du kannst die Sucht deines Kindes nicht kontrollieren.
- 15:35Du kannst nicht bestimmen, ob, wann oder wieviel es konsumiert.
- 15:39Jeder versucht die Kontrolle zu erzwingen, führt meist nur zu
- 15:42Machtkämpfen und Frustration auf beiden Seiten.
- 15:45Und das dritte K. Drittens Kurieren, also heilen.
- 15:50Erkenne an, du kannst die Sucht deines Kindes nicht heilen, das
- 15:56kann nur die betroffene Person selbst und meistens auch nur mit
- 16:00professioneller Hilfe. Deine Aufgabe ist nicht die
- 16:04Heilung, sondern die Unterstützung und eben das
- 16:07Setzen von Grenzen. Krankheit, Kontrolle, kurieren
- 16:13nicht verursacht, nicht kontrollierbar, nicht heilbar.
- 16:16Durch mich als Angehörigen. Puh, das ist eine harte
- 16:20Erkenntnis, stell ich mir vor, aber vielleicht auch irgendwie
- 16:22befreiend. Genau das ist der.es ist hart,
- 16:25diese Machtlosigkeit anzuerkennen, keine Frage, aber.
- 16:29Aber es ist auch befreiend, weil es den Fokus von dieser
- 16:32unmöglichen Aufgabe, nämlich das Kind zu ändern, wegnimmt und auf
- 16:37das lenkt, was du tatsächlich tun kannst.
- 16:40Dein eigenes Verhalten ändern, klare Grenzen ziehen, für dich
- 16:44selbst sorgen und eben dieser stabile Leuchtturm sein.
- 16:47Verstehe. Für alle, die nach diesem
- 16:49Gespräch jetzt sagen, Sie möchten noch tiefer einsteigen,
- 16:52hat Gabriel auch einen konkreten Buchtipp in seinem Artikel
- 16:54richtig. Ja, genau, er empfiehlt, das
- 16:57Buch außer Kontrolle, unsere Kinder, ihre Süchte und was wir
- 17:01dagegen tun können. Von der Journalistin Sonja
- 17:03Wukovic Gabriel beschreibt es als ja, schonungslos, aber
- 17:08notwendig. Klingt intensiv.
- 17:10Ist es wohl auch. Es ist keine trockene Theorie,
- 17:13sondern eher eine tief recherchierte Reportage.
- 17:16Sie gibt Einblicke, zeigt aber eben auch die Elternperspektive
- 17:20und ganz konkrete Lösungswege auf.
- 17:22Es hilft zu verstehen, was passiert, warum es passiert und
- 17:26was man eben doch tun kann. Gut zu wissen.
- 17:28Er hat im Artikel auch sogenannte Affiliate Links dazu.
- 17:31Nur zur Info, Wer darüber kauft, unterstützt seine Arbeit bei
- 17:35Nielix Berlin ein kleines bisschen mit, ohne dass es mehr
- 17:38kostet natürlich. Ein wichtiger Hinweis Gabriel
- 17:41schließt seinen Artikel dann mit einer sehr, sehr eindringlichen
- 17:44Botschaft, finde ich. Die fasst noch mal alles
- 17:47zusammen, oder? Ja, absolut.
- 17:49Und sie knüpft wieder an seine eigene Geschichte an.
- 17:52Er sagt sinngemäß, ihr als Eltern könnt die Hand nur
- 17:55ausstrecken, ergreifen muss sie euer Kind selbst.
- 17:58Aber, und das ist das Entscheidende, wenn der Moment
- 18:01kommt, wo das Kind vielleicht doch nach einer Hand sucht, dann
- 18:04muss eure da sein. Stark und verlässlich.
- 18:07Genau, stark, verlässlich, ausgestreckt Eure.
- 18:11Eure Sorge, eure Einmischung, eure Grenzen, auch wenn sie
- 18:14Streit verursachen, und das werden sie wahrscheinlich, sind
- 18:17Zeichen der Liebe. Sie sind das Geländer, das Sie
- 18:20anbietet. Er spricht da wirklich aus der
- 18:22Seele des Kindes, das dieses Geländer damals vielleicht
- 18:25vermisst hat. Genau.
- 18:27Und deshalb ist ja ne Kernbotschaft an dich als
- 18:29Elternteil, sei nicht perfekt, das gibt es nicht und das
- 18:33erwartet auch niemand, sei stabil, sei ein Fels, ein
- 18:37Leuchtturm sei präsent. Auch wenn es weh tut,
- 18:41hinzuschauen und unbequem ist, Grenzen zu setzen.
- 18:44Das ist die größte Chance. Ja, das ist die größte Chance.
- 18:47Die größte Liebe, die du deinem Kind in dieser echt schwierigen
- 18:50Situation geben kannst. Das ist eine sehr kraftvolle und
- 18:53ja, auch hoffnungsvolle Botschaft am Ende eines wirklich
- 18:56schweren Themas. Wenn dir dieser Beitrag jetzt
- 18:58gefallen hat, wenn du sagst, das war wertvoll für dich und du
- 19:02findest die Arbeit von Needix Berlin gut.
- 19:04Genau dann würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung
- 19:07freuen. Genau, du kannst Gabriel helfen,
- 19:10indem du diesen Beitrag vielleicht auf Social Media
- 19:12teilst oder indem Du diesen Kanal hier auf Plattformen wie
- 19:16Spotify oder Apple Podcasts bewertest und Likest.
- 19:19Das hilft einfach ungemein bei der Sichtbarkeit.
- 19:22Und man muss ja auch wissen. Ja, das Projekt Nelix Berlin
- 19:25wird komplett allein von Gabriel finanziert und auch erstellt.
- 19:30Jede Form der Unterstützung hilft Gabriel dabei, mit diesem
- 19:33Projekt sich selbst, das ist ja Teil seiner eigenen Recovery und
- 19:36gleichzeitig anderen Betroffenen, zu helfen.
- 19:38Sein persönliches Motto ist ja auch stark.
- 19:40Total sein persönliches Motto, das ihn antreibt, lautet, aus
- 19:43allem schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 19:46Ein tolles Motto. Ja, vielen dank dir, dass du dir
- 19:50die Zeit genommen und zugehört hast.
- 19:51Das war intensiv. Aber hoffentlich auch hilfreich
- 19:55und vielleicht n bisschen stärkend.
- 19:56Pass gut auf dich auf und bis zum nächsten Mal hier bei uns.
- 19:59Und vielleicht begleitet dich ja diese Frage noch ein wenig durch
- 20:02den Tag oder die Woche, welchen einen vielleicht auch nur ganz
- 20:07kleinen Schritt könntest Du, inspiriert durch Gabriels
- 20:10Gedanken, heute noch gehen, einen Schritt für deine eigene
- 20:14Stabilität vielleicht? Oder einen Schritt, um auf eine
- 20:18neue, vielleicht klarere Weise mit deinem Kind oder einer
- 20:21anderen betroffenen Person in Kontakt zu treten.
- 20:24Auch und gerade dann, wenn dieser Schritt sich erst mal
- 20:27schwierig anfühlt.