Latest / Im Bett mit Buch / Familie, Familie
Transcript
- 0:03Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Monique, und auch
- 0:06einen wunderschönen guten Abend, liebe Monique.
- 0:10Wie schön, dass wir beide uns zusammengefunden haben, um über
- 0:15die allerbeste Sache auf der Welt zu sprechen, nämlich über
- 0:18Bücher. Das ist richtig und ich habe das
- 0:20Gefühl, wir haben es schon seit Ewigkeiten nicht gesehen.
- 0:23Ich hatte ein bisschen Entzug, obwohl es gar nicht Ewigkeiten
- 0:26waren, aber ich hatte trotzdem Entzug.
- 0:28Und wie schön, dass wir es jetzt wieder schaffen, uns einmal zu
- 0:31unterhalten über wie du richtig sagst, die schönste Nebensache
- 0:35der Welt lesen. Ja, ich weiß gar nicht, ob lesen
- 0:39jetzt so die schönste Nebensache ist oder nicht einfach sowieso
- 0:42die schönste Sache. Okay streichen wir das neben
- 0:45über die schönste Sache der Welt.
- 0:47Und hast du eigentlich gewusst, dass lesen unheimlich positive
- 0:51Effekte auf den Körper hat? Auf den Körper.
- 0:53Auf den Körper. Okay.
- 0:55Und zwar ist es so, dass lesen tatsächlich lass mich das jetzt
- 0:58noch mal nachlesen, lesen kann. Das Sterberisiko im Alter um ein
- 1:04Fünftel senken. Oje, ja, warum?
- 1:08Also um ein Fünftel senken. Ich habe hier quasi diese
- 1:11Information von Quarks, das ist vom NDR oder vom WDR, vom WDR,
- 1:17also um ein Fünftel senken, Demenz verzögern und die mentale
- 1:20Gesundheit von Kindern verbessern.
- 1:22Mit Lesen kann auch unser Mitgefühl steigern.
- 1:24Also das finde ich, ist offenkundig zu steigern im
- 1:27Training der Spiegelneuronen sozusagen, wenn wir lesen, wenn
- 1:31wir, wenn wir auch was empathisches lesen, vielleicht
- 1:34ne also. Also ich finde eh, also lesen
- 1:36ist Literatur ist wirklich eine Empathiemaschine, das muss ich
- 1:39sagen, aber mit dem fünftel Lebens geil, dann machen wir
- 1:42alles richtig, absolut. Absolut.
- 1:45Das ist ja echt fantastisch. Ich kenne nur immer die etwas,
- 1:48die ist aber auch vielleicht alt.
- 1:49Die Information, dass man nicht auf dem Klo lesen soll.
- 1:52Sollte warum nicht? Weil man dann zu lange sitzen
- 1:54bleibt und dann gibt es Gefahr für Hämorrhoiden.
- 1:58Okay also liebe, liebe Hörerinnen und Hörer, lesen ist
- 2:02enorm wichtig und bitte seid nicht so wie die Hälfte aller EU
- 2:06Bürger, die es nicht mal schaffen, ein Buch im Jahr zu
- 2:09lesen. Das ist krass.
- 2:10Ja, aber wenn ich mir denke, wenn sie da alle Kleinkinder
- 2:13mitgezählt haben und die noch nicht angeben, dass Sie das
- 2:15Bilderbuch auch gelesen haben. Also klar ne, ich kenne jetzt
- 2:19nicht die Details der Statistik und das macht es natürlich ein
- 2:22bisschen schwierig, aber lesen als Schlüsselkompetenz und auch
- 2:26gute Leserinnen haben übrigens bessere Chancen auf einen Job
- 2:29und höhere Stundenlöhne im Vergleich zu Menschen mit
- 2:32geringeren Lesefähigkeiten. Ich vermute mal, das liegt jetzt
- 2:35nicht am lesen, sondern eben an den Umständen, die zur
- 2:38Ausprägung einer Sozialkompetenz beitragen und einer
- 2:42Kulturtechnik, aber in jedem Fall.
- 2:45Liest. Liest.
- 2:47Und es ist natürlich so. Es ist jetzt auch nicht jedem
- 2:50das lesen irgendwie in die Wiege gelegt worden, ich glaube, es
- 2:53hat natürlich viel damit zu tun, ob Eltern einmal als Kind schon
- 2:57vorgelesen haben oder gemeinsam Bücher gelesen haben, und es ist
- 3:00wie mit dem Essen. Also du kannst von deinen
- 3:03Kindern nicht verlangen, dass sie Gemüse essen, während du
- 3:05daneben sitzt und irgendwie deine Pommes und dein Bier
- 3:07reinzimmerst. Das Gleiche ist mit dem Lesen,
- 3:09du kannst natürlich auch nicht verlangen, dass deine Kinder
- 3:11lesen, wenn du es selber gar nicht vorlebst.
- 3:14Und dementsprechend ist es natürlich schon ein riesen
- 3:18Riesen startvorteil, wenn man in eine lesende Familie
- 3:22hineingeboren wurde. Ja, ja, ist also so.
- 3:26Ganz linear ist es ja auch nicht.
- 3:28Also ich meine man kann sich da Mühe geben als Eltern und ich
- 3:33sag mal, also als das Handy in die Welt kam, war es dann
- 3:37erstmal für eine Weile egal, was ich als Elternteil vorgelesen
- 3:41habe oder so, aber tatsächlich hat es ja trotzdem.
- 3:44Spuren hinterlassen und das ist natürlich auch eine
- 3:46Schlüsselkompetenz, auf die man später immer wieder
- 3:48zurückgreifen kann. Aber es geht nicht ohne
- 3:50Training, also man muss tatsächlich auch lesen und lesen
- 3:53am Handy verursacht nicht das Gleiche im Gehirn wie
- 3:57tatsächlich ein Buch zu lesen, also e Books mal ausgenommen,
- 4:00dass die können da mithalten, offensichtlich.
- 4:03Aber E Books lenken dich ja auch nicht ab, indem da hinten
- 4:06irgendwo ne App aufgeht und sagt, du kannst das neue Level
- 4:09farmville spielen oder was weiß ich.
- 4:11Vorausgesetzt, man hat nicht wie ich sämtliche Push Nachrichten
- 4:14ausgestellt, aber es ist also das hatte ich im Rahmen meines
- 4:17Studiums, was ja auch schon einige Jahrhunderte her ist,
- 4:20ging es sehr viel um Kompetenz, lesen auf Papier im Gegensatz zu
- 4:24lesen in elektronischen Medien und natürlich haben die E Books
- 4:28mit ihrem immer papierähnlicheren Look schon
- 4:30aufgeholt. Aber dennoch liest man nicht mit
- 4:34der gleichen Konzentration. Also die Zahlen von 2030 waren
- 4:37immer noch 70% der Konzentration bei elektronischen Lesemedien im
- 4:41Gegensatz zum Papier, und das ist schon echt ein krasser
- 4:44Unterschied, ne, also dass es immer noch nicht erreicht wurde,
- 4:48freut mich natürlich als Buchhändler das und ich finde,
- 4:52beides beides hat ja auch seine seine Berechtigung, also ich
- 4:57muss zugeben, dass ich mittlerweile Nachrichten
- 4:58eigentlich fast nur noch elektronisch lese.
- 5:01Und gar nicht mehr auf Papier. Während ich bei Büchern es, also
- 5:06ich schaffe es gar nicht, also ich hab es mehrfach probiert im
- 5:09E Reader, weil es ja auch so praktisch, also wirklich
- 5:12praktisch ist. Gerade wenn ich irgendwie in
- 5:13Ferien fahre und dann immer n Extraköfferchen für die Bücher
- 5:16mitnehme als guter Buchhändler. Und dann dachte ich mir, super,
- 5:20du lädst hier irgendwie 1020 Bücher auf deinen E Reader.
- 5:23Aber ich muss zugeben, ich habe noch nicht ein einziges Buch
- 5:26beendet im elektronischen Medium, ich weiß nicht, hast du
- 5:29einen E Reader. Ja, ich habe einen E Reader.
- 5:31Ich habe mir den vor einem Jahr gekauft, vor vor einer längeren
- 5:34Reise wo ich dachte, also für für diese Zeit so für Bücher
- 5:38kann ich gar nicht mitnehmen, aber also wenn ich jetzt so ganz
- 5:42normal in Urlaub fahre, habe ich beides dabei.
- 5:44Also ich würde mal sagen 2 Wochen also. 5 Bücher liegen
- 5:48mindestens im Koffer und der E Reader ist so ne Art Sicherheit.
- 5:52Aber ich hab schon mal vor vielen Jahren, da war ne E
- 5:54Reader noch am Anfang hab ich einen geschenkt bekommen und hab
- 5:58ne Zugreise nach Köln gemacht, die dauerte damals noch über 6
- 6:02Stunden, jetzt ist es glaub ich n bisschen schneller so die Bahn
- 6:05will. Und habe einen sehr.
- 6:09Ich habe einen Thriller gelesen, der Schneemann von Joe Nesbö und
- 6:13in der Mitte dieses Buches, also es war wirklich, wirklich
- 6:16spannend, dieser E Reader sich aufgehängt, total total
- 6:21eingefroren und ließ sich überhaupt nicht mehr starten und
- 6:27ich war. Also kannst du dir das
- 6:29vorstellen. Das sind erst 3 Stunden rum,
- 6:30noch 3 Stunden bis Köln und du hast kein Buch mehr dabei zum
- 6:33Lesen, das ist gerade und du denkst so was, was passiert da
- 6:36gerade, was macht der Mann dann mit dem Messer in der Hand?
- 6:40Und das war also also wirklich hart auf Entzug?
- 6:43Kann man nicht anders sein, aber.
- 6:44Ich hätte so viel Wut, so viel ich.
- 6:47Wusste auch wirklich durch diesen Zug tigern um um
- 6:49irgendwie diese Aggression auch los zu werden.
- 6:52Und dann bin ich in in Köln, dachte ich mir so, oh jetzt aber
- 6:55sofort hier zweimal den Na das ist wirklich Kinder es ist sehr
- 6:58sehr lange her. Zweimal den WLAN Code holen,
- 7:00damit ich nicht nur mein mein Handy, sondern eben auch mein E
- 7:04Reader einchecken konnte. Im WLAN um das ganze noch mal
- 7:07runterzuladen und dann kam so eine ganz ganz bescheuerte
- 7:11Meldung, dass das irgendwie Adobe Spezial gesichert wäre und
- 7:16ich das Ganze noch mal herunterladen musste auf dem
- 7:20Rechner auf dem ich es ursprünglich installiert hatte
- 7:22und den hatte ich natürlich nicht dabei.
- 7:24Der Stand in meinem in meinem Arbeitszimmer zu Hause und ich
- 7:27konnte also dieses Buch tatsächlich.
- 7:29Dann brauchtest du das berühmte Adobe DRM.
- 7:32Ja, das ist dieses Digital Rights Management, heißt es
- 7:35glaube ich, wenn man kann tatsächlich auch über den
- 7:37örtlichen Buchhandel E books kaufen, das machen auch 23 sehr
- 7:42tapfere Kunden. Denn also, ich glaube, wir alle
- 7:45im Laden brauchten ne Schulung, die ungefähr 2 Wochen dauerte,
- 7:48weil es so absurd, also da musst du hier was noch ausdrucken, was
- 7:52dann der Kunde unterschreiben soll, wo man denkt, entschuldige
- 7:54wir reden hier von digitalen Medien, was zur Hölle macht die
- 7:58hier unfassbar unpraktisch. Ich könnte mir gut vorstellen,
- 8:02wenn man jetzt irgendwie abends an so einem Buchladen
- 8:04vorbeispaziert, sieht er die neuen Bücher.
- 8:07Im im Schaufenster und denkt sich, Oh mein Gott, n neues Buch
- 8:10von Lily King will ich unbedingt und sofort lesen und dann kann
- 8:14ich quasi vor deinem Buchladen stehen und über ein weiß ich
- 8:18nicht AFID Chip whatever direkt dieses Buch runterladen, das
- 8:23glaube ich. Das würde.
- 8:24Mir total gefallen. Das stimmt.
- 8:26So, dann kann ich es direkt mitnehmen.
- 8:28Aber ansonsten also tatsächlich E Reader, also damals, den habe
- 8:31ich dann verschrottet. Ne das also das war vor Ort,
- 8:36aber. Ich hoffe, mit einer inneren
- 8:37Befriedigung. Mit einer großen inneren
- 8:39Befriedigung. Jetzt habe ich wieder einen und
- 8:41den nutze ich, um mir aus den Bibliotheken über die
- 8:43Onleihebücher auszuleihen. OK, und da habe ich auch schon
- 8:46hin und wieder was zu Ende gelesen, auch ein Buch, das ich
- 8:49heute dabei habe, das habe ich so oft verschenkt, aber.
- 8:54Selber gar nicht für mich gekauft und und niemand hat es
- 8:57mir zurückgeliehen. Ist doch immer das gleiche,
- 9:00oder? Es ist eine Unverschämtheit.
- 9:02Ja, darum. Musst du zugeben.
- 9:03Ich bin total gespannt. Ich bin vollkommen.
- 9:06Also ich habe mich ein bisschen vorbereitet, was mich angeht,
- 9:08aber ich habe nicht die geringste Ahnung, was du uns
- 9:12heute auf den Gabentisch legst. Ich habe nur eine Frage, noch
- 9:16hast du den Jonas Bö jemals zu Ende gesehen, okay aber dann im
- 9:20Print oder im Print, ja. Ich glaube, ich habe mir dann
- 9:23tatsächlich sogar das Buch noch mal gekauft.
- 9:25Also ich hatte es ja auch als ebook gekauft oder habe ich den
- 9:28dann noch zu Hause auf e Books, das weiß ich nicht mehr, aber
- 9:31ich glaube, ich habe zumindest aus der Harry hole Reihe habe
- 9:34ich alles von Jonas Bürgel, weil ich die wirklich grandios fand,
- 9:37aber das ist, das ist nicht unser heutiges Thema.
- 9:40Ist es nicht? Nein, ist es nicht, nein,
- 9:42vielleicht ist irgendwo noch ein klitzekleiner Mord zu finden,
- 9:46ich weiß es gar nicht, ich bin, glaube ich, ziemlich mordfrei.
- 9:50Ich glaube ich auch, ja. Nicht, nicht, nicht frei von
- 9:53Toten, aber Mordfall. Nicht frei von Toten das liegt
- 9:56natürlich in der Natur der Dinge und Gott, Monique, wie kriegen
- 10:01wir jetzt auch nur Ansatz? Sag mal, eine Sache wollen wir
- 10:04vielleicht mal sagen, wie unser Podcast heißt.
- 10:06Hey okay, so willkommen, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, zu
- 10:11einer neuen Folge unseres Podcasts im Bett mit Buch.
- 10:17Und daran seht ihr, dass wir uns wirklich länger nicht gesprochen
- 10:20haben. Also Götz, unser Produzent, muss
- 10:22uns auch schon wirklich hier vor die Mikros prügeln, mit, mit,
- 10:24mit, mit seinem, mit seiner siebenschwänzigen Teufelskatze,
- 10:29weil wir so n Quatsch sind, jetzt kommen wir doch nicht mal
- 10:31dazu zu sagen, wer wir eigentlich sind, aber das können
- 10:34wir euch sagen, denn ich sitze hier mit Monique.
- 10:38Und ich sitze hier mit Kurt. Und wir beide kaufen, verkaufen,
- 10:42lesen, schreiben und sind damit sozusagen eigentlich die
- 10:45stabilste Beziehung, die man haben kann.
- 10:48Den Lieben wir beide Bücher und das Lesen.
- 10:51Ich. Und jetzt haben wir immer noch
- 10:53keinen eleganten Übergang zu unserem heutigen Thema.
- 10:55Eigentlich überlegt ich fange an mit dieser wirklich guten
- 10:58Nachricht, dass lesen im Alter das Sterberisiko um ein Fünftel
- 11:04senkt, denn das Thema, über das wir reden, kann, glaube ich, das
- 11:08Sterberisiko locker um ein Fünftel erhöhen.
- 11:11Ja, oder allerdings auch senken. Ne.
- 11:13Also das ist ja im Gegensatz zur Einsamkeit, ich dachte ja ich
- 11:17mache, aber dann sind wir wieder abgeschweift, diesen kleinen
- 11:19Übergang zu, wenn man Lesekompetenz hat man ja schon
- 11:22Vorteil, wenn die eigenen Eltern natsch natsch keinem Vorlesen
- 11:28und Eltern und Kinder sind etwas, was man üblicherweise hat
- 11:31in einer. Familie.
- 11:34Familie und wie Monique richtig sagte, Es gibt Familien, die
- 11:38verringern deine Lebens nicht nur lebenschance, sondern auch
- 11:41Lebensqualität, gerne mal um mehr als ein Fünftel, aber ich
- 11:45glaube, es gibt auch auch zahlen, das ist tatsächlich
- 11:48natürlich. Familie hilft gegen Einsamkeit,
- 11:50solange es eine gute Familie ist.
- 11:52Und das wiederum ist natürlich einer der größten Treiber für.
- 11:55Längeres Leben. Ja, also im realen Leben, ohne
- 12:00Frage. Ich habe jetzt nur tatsächlich
- 12:01an die Bücher gedacht, die ich dabei habe, und ich sage mal, es
- 12:04gibt ja relativ wenig Bücher über, Oh mein Gott, meine Eltern
- 12:07waren so nice und sie haben mir mal abends vorgelesen und wir
- 12:10sehen uns jetzt immer noch jeden Samstag und trinken Apfel
- 12:14zimttee zusammen, und das ist selten in der Literatur, es geht
- 12:18dann doch meistens ein bisschen mehr um die Dramen, um die
- 12:21Konflikte, die sich innerhalb eines Familienbundes ja so.
- 12:26Aufs Äußerste zeigen können. Also du kannst ja, wenn du es,
- 12:30wenn du es gut machst, kannst du jedes äußere Drama innerhalb
- 12:34einer Familie innerhalb einer Beziehung, in einer Familie
- 12:37finden und das finde ich eigentlich auch so spannend an
- 12:41Familienromanen. Und es gibt doch diesen alten
- 12:44Spruch über glückliche Familien und unglückliche Familien in
- 12:47Büchern. Von Tolstoi, oder?
- 12:49Von Tolstoi genau, bei Anna Karenina findet er statt.
- 12:54Und der Satz ist, alle glücklichen Familien
- 12:57gleicheinander jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene
- 13:01Weise unglücklich. Und natürlich macht es mehr
- 13:04Fahnen, über unglückliche Familien zu schreiben oder
- 13:08zumindest jetzt Familien, in denen nicht durchgehend alles
- 13:10glatt, ich meine, das wäre ja nun wirklich auch langweilig.
- 13:13Ich glaube, diese Familien gibt es auch nicht im realen Leben.
- 13:16Also es gibt ja diesen, diesen, diesen Spruch so unter jedem
- 13:19Dach ein Ach, und ich vermute mal, da ist was dran.
- 13:24Und die Frage ist natürlich, wie weit fasst du Familie?
- 13:27Ja, ich komme aus einer Welt, wo Familie sehr, sehr weit gefasst
- 13:32wird, also im Endeffekt die Hälfte meiner Bekannten und
- 13:36Freunde sind, glaube ich, tatsächlich in irgendeiner Weise
- 13:39verwandt, aber das ist natürlich ein wirklich großes Geschenk,
- 13:43also wenn man auch außerhalb der Kernfamilie mit Eltern und
- 13:46Geschwistern so denn Eltern und Geschwister überhaupt a da sind
- 13:49und b noch da sind und die Eltern.
- 13:52Vielleicht sogar noch zusammen. Sind es die Großeltern dabei?
- 13:55Bei uns war es immer eine Riesen Clan, muss ich schon fast sagen,
- 13:59mit Vettern und Cousinen und Onkels und Tanten und zweiten
- 14:02und dritten Grades und alle kommen irgendwo zusammen und es
- 14:05wurde bei uns immer sehr darauf geachtet, dass man tatsächlich
- 14:09so n familienzusammenhalt beweist, was auch so weit geht,
- 14:13was ich sehr schön finde, gerade in den so polarisierten Zeiten
- 14:17wie heute. Dass es bei uns in der Familie
- 14:19möglich ist, wirklich gegensätzlichste politische
- 14:22Meinungen zu haben und trotzdem eine Familie zu bleiben und sich
- 14:26vielleicht auch herzhaft zu streiten, aber nicht komplett
- 14:30den Kontakt abzubrechen zu anderen Familienmitgliedern.
- 14:33Und ich weiß, dass das ein immenses Glück ist.
- 14:35Ich weiß, dass es nicht jeder Familie möglich ist und nicht
- 14:38jedem Mitglied einer Familie. Manchmal sind Beziehungen
- 14:42innerhalb einer Familie einfach zu kaputt, zu traumatisierend,
- 14:45als dass man da das weiterführen könnte.
- 14:48Und darum auch, liebe Zuhörerschaft, so ihr denn eine
- 14:53halbwegs gut funktionierende Familie habt.
- 14:56Seid dankbar und demütig, denn das ist wirklich jetzt nicht
- 14:59immer die Normalität. Genau.
- 15:01Und wenn ihr die gerade nicht habt, dann kann ich nur sagen,
- 15:04sucht euch eine. Also man kann sich genauso
- 15:07herzhaft mit Freunden, die zur Familie werden, über alle
- 15:10politischen Themen streiten und sich trotzdem immer wieder sehen
- 15:13und. Nach nach 2 Kannen Tee oder
- 15:16wahlweise 2 gläsern Rotwein sagen?
- 15:18Ja, ja, komm, das ist da werden wir beide da werden wir beide
- 15:22nie einer Meinung sein. Aber da kommen wir.
- 15:24Nicht zusammen. Samstag wieder.
- 15:28Und das ist schön, dass du das sagst.
- 15:30Natürlich die berühmte Walfamilie.
- 15:32Also ich weiß nicht bei deinen Büchern.
- 15:34Also ich habe tatsächlich Familie, Familie.
- 15:36Ich hab auch von der. Ich dachte walfamilie ich hatte
- 15:39drüber nachgedacht, aber ich glaube, das ist wirklich noch
- 15:41mal n eigenes Thema. Ne ich.
- 15:42Ich glaub auch Walfamilie heben wir uns auf, das machen wir noch
- 15:45mal. Heute ist wirklich Familie,
- 15:46Familie und es gibt hier auch so viel Familie, Familie.
- 15:50Ja, also Unmengen. Ich bin da noch mal.
- 15:54In in mich gegangen und habe ein uns allen bekannte KI noch mal
- 15:59durch meine Leseliste durchgejagt ich meine wie geil
- 16:02ist das oder hier liest dieses PDF und sagt mir was ist n
- 16:05Familienroman mir ist es zu mühselig und dann kamen
- 16:07irgendwie so 6 Titel und ich so you got a be kidding das kann
- 16:10doch nicht alles sein und ich so jetzt aber noch mal bring mal
- 16:14mehr und dann kam wirklich das ist ja das Schöne an solchen
- 16:17Listen Bücher die man ganz vergessen hat für Bücher bei
- 16:19denen man denkt Oh Mann ja das stimmt.
- 16:22Und ich hatte insbesondere 1 dabei, über das ich gerne heute
- 16:27reden möchte, das schon etwas älter ist.
- 16:29Also ich glaube 25 Jahre oder 23 Jahre alt und da war es jetzt
- 16:33nicht nur durch die KI und meine eigene Leseliste, sondern ich
- 16:35hatte es, glaube ich, in einem unserer vorherigen Folgen schon
- 16:38erwähnt. Dass es eine Wiederauflage gibt
- 16:42und das Buch Middle Sex von Geoffrey Eugenity ist wieder.
- 16:46Neu aufgemacht worden gäbe es. Und das ist ja auch n
- 16:48quintessenzieller Familienroman. Eigentlich in der Welt.
- 16:52Aber wenn man so nachdenkt über Bücher und Familie und ihr kennt
- 16:56uns ja mittlerweile gut genug dafür, dass wir uns jetzt nicht
- 16:59in den verstaubten Gefilden irgendwelcher Klassiker
- 17:02rumtreiben. Aber ich muss es trotzdem noch
- 17:05mal sagen, auch wenn ihr findet, Thomas Mann ist das Inbegriff
- 17:08jeglicher Langeweile. Ich würde euch in großen Teilen
- 17:11Recht geben, aber die Buddenbrocks sind finde ich
- 17:14immer noch eigentlich sozusagen der Familienroman schlechthin,
- 17:19also zumindest der Deutsche. Ich hab mir eigentlich
- 17:21vorgenommen, die bis heute zu lesen, aber ich hab es nicht
- 17:24geschafft, hab sie aber im Gepäck und werd dann vielleicht
- 17:27noch mal n anderen Grund finden, demnächst mal darüber zu reden.
- 17:30Sehr schön also es ist wirklich unterhaltsam.
- 17:32Also was man jetzt bei Thomas Mann nicht unbedingt Thema
- 17:35finden kann, aber also darüber werden wir heute nicht reden.
- 17:40Wir haben andere Bücher im Gepäck.
- 17:42Ja, wenn ihr jetzt enttäuscht seid, es tut mir wirklich leid,
- 17:45aber das was kommt kommt auf jeden Fall ran.
- 17:48Also. Ich denke auch, ja.
- 17:50Ich denke auch, womit fangen wir an?
- 17:53Womit fangen wir an? Also ich habe 2 Bücher dabei,
- 17:55die fragst du dabei. Und 23.
- 18:00Ich versuch 5 ich. Versuch den Coach ja immer dazu
- 18:03zu bringen, nur 3 Bücher mitzukriegen, damit ihr nicht so
- 18:06völlig völlig völlig überfahren seid.
- 18:08Mit einer Leseliste von 12 Büchern und seid dafür brauch
- 18:12ich doch n halbes Jahr. Also ich muss zugeben, ich halte
- 18:15es da tatsächlich eine der schönsten Interviewsituationen,
- 18:19die ich mitbekam, von einer sehr kaputten Hamburger Band namens
- 18:22HGIT. Die wurden zum Thema Drogen
- 18:24befragt und da meinte er Drogen. Na ich würde mal sagen, nee, ick
- 18:28würde mal sagen, sagt er natürlich nicht, er ist ja
- 18:29Hamburger, aber er sagt ja, ich würde mal sagen, mehr ist mehr
- 18:32ne und das finde ich bei Büchern ehrlich gesagt auch mehr ist
- 18:36mehr, aber ich ich habe sie ja nur zur Auswahl hier und wir
- 18:39gucken mal wie weit wir kommen und wo ich mir was erspare.
- 18:43Ja, ich dachte schon, du wolltest jetzt quasi diese
- 18:45Analogie auf Familie übertragen, also Drogen und Familie, da kann
- 18:49man ja auch entstanden sein. Ich glaube, meine Familien sind
- 18:55recht drogenbefreit, aber ich, ich nehme mir mal heraus und
- 19:00mache mal einen an, mach mal einen an Freund, weil ich ja
- 19:03schon davon erzählte, dass es eine Neuauflage gibt von Jeffrey
- 19:07Eugenities Middle Sex würde ich gerne kurz über diesen Roman
- 19:12reden, vor allen Dingen, weil ich sehe, neben dir liegt ein
- 19:16Buch von dem damaligen großen Konkurrenten von Eugenities,
- 19:20oder was heißt Konkurrent aber? Beide Autoren, Jeffrey
- 19:23Eugenities und du, hast Jonathan Francen da, betraten die
- 19:27internationale Bühne sehr gleichzeitig mit ihren beiden
- 19:31Büchern Du hast jetzt n anderes von Francen, aber es waren die
- 19:33Korrekturen vom Francen und Middlesex, von Eugenities.
- 19:38Und während Jonathan Francen es geschafft hat, auch weiter
- 19:43wirklich in der Weltliteratur zu bleiben, hat Jeffrey Eugenities.
- 19:47Irgendwie aufgehört. Also ich habe ein bisschen die
- 19:50Hoffnung, dadurch, dass es diese Neuauflage von Middlesex gibt,
- 19:52meistens ist das ein Zeichen dafür, dass irgendein Verlag
- 19:55nicht nur die Backlist gekauft hat, sondern auch noch mal einen
- 19:58neuen Titel herausbringen wird, aber für mich war damals im Jahr
- 20:032002 2003 kam es, glaube ich raus, ich hatte den Laden
- 20:07eröffnet, 2004, es war also wirklich eine der allerersten
- 20:10Bücher, die ich in meiner Funktion als Buchhändler gelesen
- 20:13habe, sowohl francen als auch eugenities.
- 20:16Und ich war Team Eugenities so toller Erzähler Francen, also
- 20:20brauchst du mich gar nicht sozusagen überzeugen, aber ich
- 20:24mochte den Humor von Eugenities mehr und ich mochte die
- 20:28Figurenzeichnung. Ich fand Francen geht sehr viel
- 20:31strenger um mit seinen Figuren und Eugenities, geht liebevoller
- 20:35mit seinen Figuren um in dem Buch Middle Sex, wie der Titel
- 20:39ja schon ein wenig. Insinuiert, geht es nicht nur um
- 20:44Familien und die große Geschichte, sondern es geht
- 20:46tatsächlich auch, und das sehr, sehr früh, um das Thema
- 20:49Intersexualität. Wir haben einen Protagonisten
- 20:52und gleichzeitig auch Erzähler, das ist Cal Cal Stephanides Cal
- 20:58stephanides er beginnt seine Geschichte und erzählt sie aus
- 21:02Berlin heraus, er ist mittlerweile konsularbeamter der
- 21:05amerikanischen Botschaft in Berlin und hat eine ziemlich
- 21:09harte Lebensgeschichte hinter sich und.
- 21:11Von Berlin heraus erzählt er sozusagen seine eigene
- 21:14Vergangenheit. Aber nicht nur seine eigene
- 21:16Vergangenheit, sondern die Vergangenheit seiner Familie.
- 21:18Über 3 Generationen. Und es beginnt mit seinen
- 21:21Großeltern, die aus Smyrna kommen, also das damalige
- 21:27Kleinasien, jetzt heutige Türkei, damals noch
- 21:30Griechenland, und wir müssen jetzt nicht zu tief in die
- 21:33Geschichte gehen, ich denke, alle beteiligten wissen, dass es
- 21:36diese großen griechisch türkischen.
- 21:38Oder es war dieser eine Krieg, aber auf jeden Fall immer große
- 21:42Streitigkeiten, die sich ja auch bislang noch nicht so ganz
- 21:44behoben haben. Auf jeden Fall führte das in den
- 21:4720er Jahren zu einer großen Fluchtbewegung der griechischen
- 21:52Bevölkerung in Kleinasien, also dem türkischen Teil, und so auch
- 21:55die Großeltern von Kerl, die von Smyrna in den 20er Jahren
- 22:00fliehen, nach Detroit, und da beginnt schon die erste
- 22:05tatsächlich spannende Geschichte.
- 22:08Denn die Großeltern, das sind Destimona und Lefti, was jetzt
- 22:13kein besonders griechischer Name ist, aber Destimona und lefti
- 22:16Stephanides sind Geschwister, sie sind Geschwister, sie sind
- 22:21Geschwister, und das ist natürlich etwas, womit jetzt der
- 22:25internationale Hochadel weniger Probleme hätte, aber ansonsten
- 22:29etwas, was man nicht tut und. Sie allerdings nutzen die Chance
- 22:34ihrer tiefen Liebe, weil sie komplett unbekannt und als
- 22:36unbeschriebene Blätter in den USA ankommen und einfach
- 22:39heiraten. Und statt Geschwister sind sie
- 22:41jetzt ein Ehepaar und sie gehen also nach nach Detroit und somit
- 22:47beginnt die Geschichte der Familie Stephanides über mehrere
- 22:49Jahrzehnte, es geht relativ schnell in die nächste
- 22:52Generation rein, der Sohn von den beiden, Milton heiratet
- 22:57seine Cousine zumindest schon mal ein Grad weiter entfernt.
- 23:00Und sie bekommen in den 60er Jahren diesen Sohn Kerl, der
- 23:04aber als Mädchen als Tochter geboren wird.
- 23:07Kalliopi oder Kalliope Kalliope, wie auch immer man diesen
- 23:11Vornamen aussprechen möchte. Das ist also ein wächst als
- 23:15Mädchen auf und irgendwann in der Pubertät wird es klar,
- 23:18dieses Mädchen ist irgendwie anscheinend doch kein Mädchen
- 23:21und Kerl erlebt also natürlich eine brauchen wir uns auch nicht
- 23:25weiter tief vorstellen, eine furchtbare Jugend.
- 23:28Und befreit sich aber selber dadurch, dass er Detroit
- 23:31verlässt oder sie in diesem Falle noch Detroit verlässt.
- 23:34Nach San Francisco geht und ihre eigene Geschichte startet und
- 23:38auch dann, als er auch Frieden mit seiner eigenen Geschichte
- 23:42findet. Und gerade erzählerisch ist es
- 23:44wunderschön, wie Jeffrey Eugenities diese Geschichte
- 23:47zusammenhält, denn wir haben natürlich als Rahmen den Cal
- 23:50Stephanides, der also aus der Jetztzeit oder damaligen
- 23:53Jetztzeit die Geschichte erzählt.
- 23:55Und eigentlich geht er relativ chronologisch in der Geschichte
- 23:58seiner Familie vor. Aber Eugenities wäre jetzt
- 24:01natürlich kein erfahrener Autor, wenn er diese Erzählweise auch n
- 24:05bisschen bricht und ab und an auch in den verschiedenen Ebenen
- 24:09und Zeitebenen andere Zeitebenen mit reinfließen und so das Ganze
- 24:14also nicht nur chronologisch, sondern auch inhaltlich zu einem
- 24:17so geschickt verwobenen Roman wird.
- 24:20Er nimmt sehr viel Zeitgeschichte mit rein, er
- 24:22lässt sich sehr viel Zeit, das ist für uns.
- 24:24Leser und Leserinnen, die jetzt nicht mit dem griechisch
- 24:27türkischen Konflikt bewandert sind, also er geht tatsächlich
- 24:30auch sehr interessant in das Thema dort rein, ohne
- 24:33irgendwelche Anklagen zu erheben.
- 24:35Er erzählt uns sehr viel über die amerikanische Geschichte
- 24:37anhand der Stadt Detroit, also Aufstieg und Fall einer Stadt,
- 24:41einer Industriestadt, also eine die berühmte Autostadt und
- 24:45natürlich dann der langsame Niedergang der Industrie, aber
- 24:48schon vorher auch die. Die Prohibition, die Mafia,
- 24:52Aktivitäten, die natürlich in anderen Städten auch
- 24:54stattfanden. Aber er hat es nun in Detroit,
- 24:57und es ist also sowohl vom erzählerischen chronologisch als
- 25:00auch inhaltlich eine große Freude, durch diese Geschichte
- 25:04zu schwimmen und das Ganze mit dieser Eugenitys, sehr eigenen
- 25:08Liebe und Empathie und auch mit einem humorvollen Blick auf sein
- 25:13Personal. Und für mich wirklich einer der
- 25:16größten und bislang wichtigsten amerikanischen Familienromane
- 25:22des neuen Jahrtausends, wie es so schön heißt.
- 25:26Ein ein, ein, ein fantastisches Buch.
- 25:29Ich hab das so geliebt beim Lesen nicht, nicht so sehr wie
- 25:32das andere von New Genedys, dass ich als allererstes gelesen
- 25:35habe, the marriage Plot, was mich wirklich umgeworfen hat.
- 25:40Aber dieses Buch ist ist einfach ne ist ne Wucht man es ist auch
- 25:46ein ordentlicher Ziegelstein. Jetzt sollte man das ja als
- 25:49Kategorie einführen, aber einer den man unheimlich gerne mit
- 25:51sich rumträgt, mit dem man ein bisschen Zeit verbringen kann,
- 25:54selber auch reisen kann und ich fand es, ich fand es schön mit
- 26:00ihm über so viele Zeiten hinweg unterwegs zu sein und das ist ja
- 26:04wirklich also als ob du im Grunde mehrere Bücher liest, ne,
- 26:06also es sind ja. Es sind ja dann doch nicht nur
- 26:09Jahrzehnte, die im Grunde durchlebt werden durch die durch
- 26:12die ganze Familiengeschichte, die du noch ja auch jetzt nicht
- 26:14so, nicht so ganz kurz mit einfließt.
- 26:17Ne, die bekommt ja schon ihren Raum.
- 26:19Bist du wirklich komplett drin in dieser Welt und wie du es
- 26:22gesagt hast, diese, diese, diese feine Ironie, die er drin hat,
- 26:28diesen diese, diese Distanz und Liebe zugleich zu seinen
- 26:32Figuren. Die macht, die macht, es so
- 26:35angenehm zu lesen. Und gleichzeitig ist eben alles,
- 26:38was daran auch tragisch ist, auch leichter zu ertragen.
- 26:42Also es ist, ich fand es an keiner Stelle, ein wirklich
- 26:44schweres Buch, ja, es ist immer eine Freude, es zu lesen, und
- 26:49ich hatte das Gefühl, ich habe erst nachher gemerkt, was da
- 26:51alles so drin gesteckt hat. Und das ist eine große Kunst,
- 26:54dass man bei Beendigung eines Buches eigentlich erst dann
- 26:57merkt, meine Herren also, was da.
- 27:00Wenn man sich mal die Zeit nimmt und nicht sofort zum nächsten
- 27:02Buch greift, noch mal drüber nachdenkt und denkt, was steckt
- 27:06da alles drin und nicht nur inhaltlich, sondern auch
- 27:09wirklich von schriftstellerischer Qualität.
- 27:12Ich bin, das werde ich noch in die Shownotes reinschreiben,
- 27:15natürlich, ich bin mir gar nicht sicher, ob es jetzt noch mal neu
- 27:18übersetzt wurde oder ob man die alte Übersetzung genommen hat,
- 27:21aber das erfahrt ihr. Wie alle Informationen sowieso
- 27:24immer in den Shownotes und auch den Verlagswechsel.
- 27:27Auf jeden Fall eine große Freude, wenn ein so tolles Buch
- 27:31plötzlich wieder neu im Buchladen liegen darf.
- 27:34Das ist sehr schön. Wunderbar, sehr, sehr schön und
- 27:38falls es irgendwo eine Petition gibt, die Eugenie das dazu
- 27:41zwingen könnte weiterzuschreiben, würde ich
- 27:44sofort unterzeichnen. Ich bin auch bei genau Change.
- 27:47Org go ride. Also, liebe Hörerinnen, liebe
- 27:53Hörer, bringt uns das neue Buch von Jeffrey Eugenides so, so,
- 28:00man kann, aber du hast es jetzt schon verraten, man kann sehr
- 28:03wohl im Team eugenides sein und in der Kirche von Jonathan
- 28:09France. Das stimmt, das stimmt, das will
- 28:10ich nicht verneiden. Ja, ich habe als ersten Gedanken
- 28:15bei Familie natürlich auch die Korrekturen gehabt und dann
- 28:18dachte ich, na ja, also. Die Korrekturen wer hat sie
- 28:21nicht gelesen? Und ich wollte jetzt auch nicht
- 28:242 Bücher von von France mit reinbringen, deshalb habe ich
- 28:27mich für ein, also sein letztes im Grunde entschieden
- 28:30Crossroads, dass der Auftakt für eine dreiteilige Reihe sein soll
- 28:36und wie immer bei solchen großen Machwerken kann ich nur hoffen,
- 28:40dass er das auch im vorgegebenen Zeitplan schafft, denn ich
- 28:44möchte unbedingt dann, ich möchte nicht, ich muss.
- 28:47Alle 3 Teile lesen, also der erste Teil hat mich total
- 28:50gecatcht ich weiß nicht, sind es 1000 Seiten irgendwie.
- 28:54So, es schaut nach mindestens 1000 Seiten.
- 28:57Da hier mal kurz rein. Naja 824.
- 29:00Okay dann sieht es Wumpsiger aus, als es eigentlich ist.
- 29:07Crossroads ja, ich finde der der große Familienroman.
- 29:15Der ganz, ganz neuen Zeit, weil er dem, was er ohnehin schon
- 29:20geschafft hat, wenn er Familien, die er ja so, so genau und genau
- 29:28betrachtet hat und so Ziseliert beschrieben hat, hat er es noch
- 29:32mal geschafft, in Crossroads eine psychologische Ebene
- 29:36reinzubringen, die seine früheren Bücher noch nicht in
- 29:40dieser Tiefe hatten, fand ich. Also das ist wirklich der große
- 29:45Familienpsycho Roman. Das klingt jetzt irgendwie
- 29:47falsch, es ist kein, es ist kein Thriller, aber es ist wirklich
- 29:51so eine tiefgehende psychologische Betrachtung jeder
- 29:56Figur, also nicht nur der Hauptfigur, sondern teilweise
- 30:00bis rein in die Nebenfiguren und nicht nur auf einer
- 30:02oberflächlichen Ebene oder nicht nur auf der Ebene, die dringend
- 30:06gebraucht wird, um diese Kernhandlung voranzutreiben,
- 30:09sondern wirklich aus einer Leidenschaft daran, dass.
- 30:11Zu sehen, was treibt diesen Menschen an?
- 30:14So wie sieht es in seiner Seele aus, was geht in seinem oder
- 30:17ihrem Kopf vor sich, und das hat er mit einer Brillanz gemacht
- 30:22und mit einer, mit einer Genauigkeit, dass es wehtut an
- 30:27vielen Stellen. Also mich hat es echt
- 30:29mitgenommen und ich kann immer, ich kann ein bisschen was zu den
- 30:34Figuren sagen, also Handlung, der Roman spielt im Jahr 1971 in
- 30:39einem Vorort von Chicago. Mittelpunkt ist die Familie
- 30:42Hildebrandt und es spielt ein großer Teil des Buches wirklich
- 30:48am tatsächlich, ich glaube, es ist der 22.
- 30:51Oder 23. Dezember, also es ist ganz, ganz
- 30:53kurz vor Weihnachten, es geht ja noch ein bisschen weiter, aber
- 30:56ein Großteil passiert wirklich auch an einem Tag, wir haben den
- 31:00Vater Ross, der ist Pastor, der ist ja unzufrieden in seiner
- 31:06Ehe, ja, hat so irgendwie so. Man glaubt es nicht von
- 31:10Pastoren, da sehnt sich ein bisschen nach Abenteuern.
- 31:13Maryan, seine Frau, und dann haben die beiden 3 Kinder.
- 31:16Klemm ist der älteste Sohn, Becky die Tochter und Perry der,
- 31:21nee, es sind sogar 4 Kinder, Perry ist der der zweitjüngste
- 31:25und dann gibt es noch einen kleinen Judson, aber der spielt
- 31:27gar nicht so eine große Rolle, den will ich jetzt fast
- 31:28vergessen. Ja, also wir sind auch wieder in
- 31:34Chicago, also du kannst. Ganz nebenan von von von von
- 31:38Detroit. Ross Hildebrandt ist Pastor in
- 31:41einer Vorstadtkirche in der Nähe von Chicago und am Anfang des
- 31:46Buches fährt er quasi durch die Stadt und ist in Gedanken ganz
- 31:50bei einer Frau, in die er ja, auf die er einen Crush hat, oder
- 31:54um es vielleicht zu sagen, Francis.
- 31:57Eine Witwe aus seiner Gemeinde und er findet sie halt einfach.
- 32:00Er findet sie hinreißend, er findet sie klug, er findet sie
- 32:02charmant, er findet sie elegant und also wirklich, da passieren
- 32:06alle Übertragungen, die man sich da nur so vorstellen kann.
- 32:10Klar, er ist, er ist in sie verliebt und er malt sich aus,
- 32:13wie das wäre, wenn Francis vielleicht auch sich für ihn
- 32:18interessieren würde, und er ist Pastor, das heißt, er fühlt sich
- 32:22gleichzeitig unheimlich schuldig, er ist verheiratet,
- 32:24sie haben 4 Kinder. Und das ist eben also in jeder
- 32:27Hinsicht ist es n moralisches Dilemma, in dem er feststeckt,
- 32:30so alleine schon durch die Gefühle, da ist ja noch nicht
- 32:33mal was passiert, ne und Ross ist jetzt nicht nur quasi in
- 32:37eine andere Frau verliebt als seine Frau, sondern er hadert
- 32:39ihm auch noch mit seiner Position in der Kirchengemeinde,
- 32:42der hat nämlich früher ne Jugendgruppe geleitet und diese
- 32:46Jugendgruppe hieß eben auch Crossroads und er hat es sehr
- 32:49geliebt, dass er von allen dann so bewundert wurde und so und
- 32:52dann eben auch so n bisschen der coole.
- 32:55Pastor war aber inzwischen ist ein jüngerer, sehr beliebter
- 33:00Diakon aufgetaucht, Rick und hat diese Gruppe übernommen.
- 33:04Und die Jugendlichen beten ihn an und das Pastor nicht und wir
- 33:11gehen richtig richtig rein in seine Gefühle.
- 33:13Also wir nehmen das alles mit, also all also all die
- 33:17furchtbaren Gedanken, die Menschen dann auch haben.
- 33:20Das ist ein bisschen tröstlich, wenn man dann an sich selber
- 33:23denkt und alles furchtbare, was man auch schon mal gedacht hat
- 33:25oder ohne ein Pastor zu sein. Aber es ist auch echt hart und
- 33:30Ross ist noch nicht die härteste Figur in diesem Buch, das muss
- 33:34man ganz lange, er macht nur, er macht nur den Auftakt, der ist
- 33:37das Familienoberhaupt, ganz klar, er macht den Auftakt in
- 33:39diesem Buch, ja, also wir, wir, wir sind da kurz vor Weihnachten
- 33:44klar, hab noch ne. Sehr große Bedeutung und wir
- 33:46sind bei einem Pastor, der feststeckt in einer
- 33:49unglücklichen Ehe und beruflich, aber da auch feststeckt, der
- 33:54Weiß auch nicht, wie er da rauskommen soll.
- 33:56So viel mehr Aufstiegsmöglichkeiten gibt es
- 33:59dann ja auch nicht an der Stelle und ja, keine Ahnung, wie dieser
- 34:05Konflikt überhaupt gelöst werden soll, sein sein, sein ältester
- 34:11Sohn, der taucht als nächster auf, Klemm, der studiert an der
- 34:13Elite Uni und. Und kommt für die
- 34:15Weihnachtsferien nach Hause. Und der ist in einem anderen
- 34:20moralischen Dilemma gefangen, denn er findet, dass er
- 34:25unheimlich privilegiert ist, dieses Leben zu führen, das er
- 34:28führt, während andere im Vietnamkrieg kämpfen und
- 34:33sterben, und das hält er nicht aus, und er möchte selber in den
- 34:35Vietnamkrieg ziehen, zum Entsetzen seiner Familie.
- 34:38Also, er müsste nicht, er studiert an der Elite Uni, und
- 34:41er will alles hinschmeißen und nach Vietnam gehen.
- 34:45Dann eine Figur, die mir unheimlich ans Herz gewachsen
- 34:48ist. Becky, die Tochter, die ist
- 34:50beliebt, die ist hübsch. Ich glaube, die ist so 16, ich
- 34:53bin mir gar nicht mehr ganz sicher, der Sonnenschein der
- 34:56Familie kann man sich vorstellen, also ein Mädchen
- 34:571971 aus einer pfarrersfamilie, Sonnenschein, beliebt, hübsch,
- 35:06es ist ja klar, dass da irgendwelche Abgründe lauern.
- 35:10Man sollte es annehmen. Man sollte es annehmen, die ist
- 35:12auch in dieser, in dieser in dieser Jugendgruppe Crossroads
- 35:16und macht da eben auch ihre ersten Begegnungen mit Liebe,
- 35:19Lust, verlangen, all das, was interessant ist, mit 16, auch
- 35:24damit, welche Rolle spielt, spielt sie denn eigentlich
- 35:28innerhalb so einer Beziehung, wieviel Macht hat sie dadurch
- 35:31auch durch ihr Auftreten, durch ihr Aussehen und es ist
- 35:35vollkommen klar, dass Becky nicht das Liebe kleine.
- 35:39Mädchen sein möchte die brave Tochter aus aus der
- 35:42Pfarrersfamilie. Das passt hier überhaupt nicht.
- 35:45Der nächste Sohn, der auftaucht, Perry hochintelligent, ich
- 35:49glaube ich glaube, vielen geht es so wie mir, man liest ihn als
- 35:53Autisten, hochintelligent, fies, drogenabhängig, das ist jemand,
- 35:59der der. Mit all dem, was in ihm drin
- 36:04steckt. Diese Familie, der das Potenzial
- 36:06hat, diese Familie Auseinanderzureißen.
- 36:08Wie alt ist er? Also jünger noch als Becky und
- 36:11trotzdem schon Thomas wie? 14.
- 36:13Alter. Oh, ich bin mir gerade nicht so
- 36:15sicher, also seht es mir nach, wenn er vielleicht schon
- 36:17irgendwie dann doch, aber er ist auf jeden Fall jünger als Becky.
- 36:21Und eigentlich zu jung, um hart auf Droge zu sein.
- 36:24Eigentlich zu jung, um hart auf Droge zu sein, aber an der
- 36:30Schilderung, wie er dahin kommt, ist nichts.
- 36:32Unrealistisch also auch da. Das ist hart, da mit
- 36:36reinzugehen, also mit mit eben genau dieser
- 36:40Detailversessenheit, mit diesen Psychologisieren, mit dem
- 36:43Francen, das Macht, und dann gibt es noch die Mutter Maryan,
- 36:48die sich eigentlich erst später mit ihrer Innenwelt öffnet, die
- 36:52ist vorher als Figur immer da und ist so ein bisschen bisschen
- 36:55entfernt, und dann kracht das aber rein wirklich, also die.
- 37:02Man kann sich ja vorstellen. Also wenn der Mann jetzt durch
- 37:04die Gegend fährt und die ganze Zeit an eine Francis denkt,
- 37:07vielleicht geht's der Frau auch nicht so wahnsinnig gut.
- 37:10Ich sehe eher und es geht ihr nicht so wahnsinnig gut und sie
- 37:13wirkt halt genauso, wie man das erwartet von der Frau des
- 37:17Pastors, ruhig, treu, ganz wunderbar, übernimmt all diese
- 37:21freiwilligen Aufgaben, aber es ist ihr auch anzusehen, dass sie
- 37:29mit etwas kämpft und die. Er macht das also nicht er, das
- 37:34kann man sogar nicht sagen, sondern Marilyn selber auch,
- 37:37also in ihrer intrinsischen Sicht macht es auch an ihrem
- 37:39Äußeren ganz stark fester, sie struggelt total hart mit ihrem
- 37:43äußeren, sie ist übergewichtig und macht es zu einem
- 37:45riesengroßen Problem an jeder Stelle, also alles, was
- 37:48passiert, hängt sie da dran und jeder, jeder Keks, der irgendwo
- 37:54liegt, ist eine Herausforderung für sie, sie kann nicht nicht
- 37:57daran denken, sie kann nicht alles, was an dem Tag passiert.
- 38:00Daran festmachen, ob sie diesen Keks gegessen hat oder nicht
- 38:02gegessen hat. Es ist barbarisch, dabei zu sein
- 38:05und gleichzeitig, also es gibt dann natürlich noch eine große
- 38:08Geschichte, die dahinter steckt, durch die wir alle durch müssen,
- 38:11wie sie an diesen Punkt gekommen ist.
- 38:13Und ja, also in wirklich ja sehr, sehr vibrierendes,
- 38:20vielseitiges Familienbild. Von außen, man sieht es ganz
- 38:24genau von außen, sehen die wunderbar aus und innerhalb
- 38:28dieser 823 Seiten geht es dann aber rein rasant in den Verfall.
- 38:35Wahnsinn. Und wir gucken nicht nur zu, wir
- 38:37sind wirklich dabei. Und der Fransen geht Fransen,
- 38:40vor allem der Fransen geht in den Kopf jeder seiner
- 38:45Protagonisten rein. Also wir kriegen die
- 38:46psychologische Welt jeden einzelnen Menschen dort.
- 38:49Wow. Das heißt, wir sehen manche
- 38:52Ereignisse auch aus verschiedenen Blickwinkeln, das
- 38:55ist großartig, ich liebe das ne, ja, was kann ich jetzt noch
- 39:00sagen, ohne jetzt noch irgendwas von der Handlung zu spoilern
- 39:03oder so, das will ich ja auch nicht, vielleicht nicht
- 39:05verwunderlich, also ich hab extrem mitgefühlt mit der
- 39:08Tochter Becky, auch mit dem was ihr sozusagen innerhalb.
- 39:11Dieses Romans passiert, hat mich auch mit Freunden schon darüber
- 39:14gestritten, die gar nicht finden, dass das jetzt so das
- 39:17große Ding ist. Was passiert, aber für mich war
- 39:19das wirklich so. Oh nein, und irgendwie sehr,
- 39:23sehr klar, dass bei Entscheidungen, die getroffen
- 39:27werden müssen, 1971 innerhalb einer Familie, in der es 3 Söhne
- 39:33gibt und einer auffälliger ist als der andere, mit seinen
- 39:35Handlungen keine Entscheidungen zugunsten der Tochter getroffen
- 39:38werden, die doch so brav ist und mitläuft und.
- 39:41Sich einfach ja nur. Also sie muss sich ja nur weiter
- 39:43zusammenreißen oder so ne das das hat mich, das hat mich
- 39:48ordentlich getroffen, ja, aber ich will euch gar nicht sagen
- 39:51was genau da passiert ist, denn ihr wollt das lesen.
- 39:54Und dann wahrscheinlich nicht nur das, sondern genauso wie
- 39:57Monique sehnsüchtig darauf warten, dass vielleicht Jonathan
- 40:00Francen sich mal in niedere Gefilde herabgibt und das tut,
- 40:05was seine Leser und Leserinnen wollen, nämlich den zweiten
- 40:08Teil. Dieser angekündigten Trilogie zu
- 40:11schreiben oder vielleicht ist sie schon geschrieben und wir
- 40:13warten nur auf die Veröffentlichung.
- 40:14Ich glaube, wir müssen noch ein Weilchen darauf warten.
- 40:17Ich habe da neulich, neulich habe ich es mal gegoogelt, und
- 40:19es war noch so weit weg, dass ich es vor Schreck vergessen
- 40:21habe. Das ist furchtbar, das ist
- 40:24furchtbar, Wahnsinn. Also das ist natürlich wieder
- 40:27wirklich ein ein Jonathan Francen, wie er im Buch steht.
- 40:34Unglaublich. Es ist ein, es ist ein
- 40:36faszinierender Autor, ich hab Crossroads nicht gelesen
- 40:39tatsächlich, aber ich meine, wieso viele Bücher einem
- 40:42natürlich leider an einem vorbeigehen, weil einfach in der
- 40:44schieren Menge man sich entscheiden muss, aber es klingt
- 40:48genau danach, was francen eigentlich so unglaublich gut
- 40:52kann, ne? Und ich bin richtig gehen
- 40:55beeindruckt, auch wenn man das vergleicht mit, es gibt ja so
- 40:58viele große amerikanische Familienromane, also jetzt hab
- 41:01ich nur an Tyler genannt, die ja wirklich eigentlich ihre gesamte
- 41:04Karriere als Autorin auf Familienromanen basiert und.
- 41:08Auch dort sind es diese augenscheinlich sehr happy
- 41:11Golucky perfekte amerikanische Vorstadtfamilie und dann kratzt
- 41:16du nur so 34 mal an der Oberfläche und dann tun sich
- 41:19wirklich nicht schöne Sachen auf.
- 41:21Aber davon lebt natürlich auch ein Familienroman, das muss man
- 41:24natürlich ganz klar sagen. Schön, vielen Dank für diesen
- 41:28francen Liebe Monique, Ich nutze mal gerade die Gelegenheit, um
- 41:33darauf hinzuweisen. Dass ihr, liebe Leser, Leser,
- 41:38vor allen Dingen, liebe Hörer und Hörerinnen, alle
- 41:40Informationen wie immer in den Shownotes findet.
- 41:42Dort findet ihr natürlich nicht nur die Information zu den
- 41:45Büchern und den Übersetzern und Übersetzerinnen, sondern auch
- 41:47darüber, wie ihr uns unterstützen könnt, so ihr denn
- 41:51wollt. Und das nehme ich zum Anlass, um
- 41:54dass wir uns bedanken, bei 2 unserer Unterstützerinnen.
- 41:57Nehme ich einmal vielen Dank an Stina und vielen Dank an Susan
- 42:03und ich hoffe es ist Susan, denn ich habe es nur lesen dürfen und
- 42:05vielleicht ist es Susan. Also bitte verzeih uns, aber du
- 42:08weißt wer gemeint ist. Vielen Dank für eure großartige
- 42:11Unterstützung. Wir sind sehr begeistert und
- 42:14Lesezeichen gehen auch an euch raus.
- 42:17Genau, ich wollte es gerade sagen.
- 42:18Vielen Dank auch von mir und wir haben heute, wir haben euch
- 42:22heute Karten geschrieben und Lesezeichen dazu gepackt und.
- 42:25Und ich muss fairerweise sagen, Monika hat die Karten
- 42:28geschrieben, ich musste nur meinen Namen drunter setzen, das
- 42:30war wirklich, das ist Service toll.
- 42:36Ich würde gerne jetzt mal aus Amerika weg und in das
- 42:41europäische Kernland gehen. Es ist ein Buch herausgekommen
- 42:46dieses Jahr, was wie lange schon vorher nicht mehr schon vor
- 42:52erscheinen so viel Bohai gemacht hat in 20 Sprachen, direkt
- 42:56verkauft, gleichzeitig in 20 Sprachen übersetzt.
- 43:00Es ist der große Familienroman. Daniel Kehmann kippt hinten über
- 43:04vor lauter Freude vor diesem Buch, und es ist, und das ist
- 43:08wirklich die gröbste Unverschämtheit, an diesem Buch
- 43:10121 oder mittlerweile 22 jähriger junger Mann, der dieses
- 43:13Buch geschrieben hat, und wer mich kennt, der weiß, dass ich
- 43:17dann in so einem Buch Reingucke mit dem absoluten Willen ist, so
- 43:20richtig Scheiße zu finden, denn wenn jeder es gut findet, dann
- 43:24kann es doch nicht gut sein. Und ich muss euch sagen, liebe
- 43:28Leute, das Buch Lazar Fornelio Biedermann ist ein Meisterwerk,
- 43:35also so was Unglaubliches also, selbst wenn er 50 gewesen wäre
- 43:41und dieses Buch schreibt, würde man immer noch sagen, wie kann
- 43:44man bitte mit so einem Buch überhaupt die Bühne der
- 43:47Literatur betreten? Was heißt, es ist nicht ganz
- 43:49richtig, denn Biedermann hat 34 Jahre vorher schon als noch sehr
- 43:53viel jüngerer Mann, so n Benedikt Welz halt irgendwie mit
- 43:5617 schon mal ein Buch geschrieben, was in einem
- 43:58kleinen Schweizer Verlag erschienen ist und naturgemäß
- 44:00nicht so viel. Resonanz bekommen hat und
- 44:04nichtsdestoweniger jetzt Lazar. Und er hält sich ein bisschen an
- 44:08die Familiengeschichte seiner eigenen Familie.
- 44:11Es ist zum Glück kein autofiktionales Oh meine
- 44:14Großeltern, wer mich kennt weiß, dann hätt ich es nie gelesen, es
- 44:17ist ein rein fiktiver Roman, aber er hält sich n bisschen an
- 44:21die Familiengeschichte, denn der Biedermann hat über die
- 44:24väterliche Seite eine große ungarische Adelsfamilie in
- 44:28seiner Ahnenschaft. Und genauso eine Familie nimmt
- 44:33er sich um, damit im Endeffekt nicht nur eine Familie zu
- 44:37beschreiben, sondern ähnlich wie Eugenitys auch über Generationen
- 44:41hinweg natürlich Geschichte zu schreiben.
- 44:44Und er nimmt einen sehr schönen Anlass.
- 44:46Es ist das Jahr 1900, was ich toll finde, um in der also die
- 44:49Geburt eines Sohnes der Familie Lajos von Lazar.
- 44:52Der, wie wir schon auf der ersten Seite erfahren, gar nicht
- 44:55der Sohn seines Vaters ist. Aber meine Güte, das kann ja mal
- 44:58passieren. Ich glaube, sowohl der Sohn als
- 45:00auch der Vater wissen es auch ihr gesamtes Leben lang nicht,
- 45:04dass sie eigentlich gar nicht verwandt sind.
- 45:06Das Geheimnis nimmt die Mutter mit ins Grab und es beginnt also
- 45:10im Jahre 1900 in einem Waldschloss, was zu der Familie
- 45:14von Lazar gehört, irgendwo in der ungarischen Provinz, damals
- 45:18noch K. Und K.
- 45:20Monarchie, also Österreich, Ungarn.
- 45:22Und sie leben natürlich mit all Ihren Privilegien, die sie
- 45:25haben. Es ist alles wunderschön, man
- 45:26hat unglaublich viele Bedienstete, das Waldschloss ist
- 45:30auch schön so von außen, von innen merkt man schon auf den
- 45:34ersten Seiten, hier rottet es viele Mitglieder dieser Familie
- 45:40gehen in den Freitod, viele verschwinden, einige werden
- 45:44verrückt, irgendwas ist komisches in diesem Wald da
- 45:47draußen, und man weiß nie. Ob Biedermann jetzt wirklich
- 45:51insinuiert, dass es hier irgendeine Übersinnliche Macht
- 45:54in dem Wald gibt? Ich glaube eher, dass der Wald
- 45:57für die große weite Welt da draußen steht, die sozusagen
- 46:00natürlich im 20. Jahrhundert in das Leben dieser
- 46:03Familie bricht, und wir gehen über mehrere Generationen bis in
- 46:07die 50er Jahre in Ungarn, das endet mit der Flucht zweier
- 46:12Geschwister, Lazar aus Ungarn, dann in den Westen, also in die
- 46:16Schweiz. Und so haben wir also mehr als
- 46:1950 Jahre ungarische Geschichte. Und wie der Biedermann es
- 46:24schafft, Teile dieser Geschichte sehr nah an der Familie zu
- 46:30erzählen. Teile der großen Geschichte, die
- 46:33sie gar nicht richtig mitbekommen, weil sie sind so in
- 46:37ihrem Waldschloss einfach so weit ab, dass auch der der
- 46:41Zweite Weltkrieg sogar nicht so richtig bis zu seinem Ende
- 46:44eigentlich in ihrem Bewusstsein stattfindet.
- 46:47Er findet statt in dem Leben von besagten Lajos, denn er befleckt
- 46:52sich nicht nur mit ein wenig Schuld, sondern eigentlich mit
- 46:55einem gerüttelten Eimer voll schuld und so auch andere
- 46:59Familienmitglieder. Ich finde das herrliche oder was
- 47:01herrliches n blödes Wort, das wirklich besonders interessante
- 47:04ist. Auch die Variationen der Schuld,
- 47:07die in dieser Familie erzählt werden.
- 47:10Einige probieren Gutes, erreichen Schlechtes, andere
- 47:13sind einfach schlicht und ergreifend feige, sind sich aber
- 47:16ihrer Feigheit bewusst. Andere sind noch nicht mal
- 47:20irgendwie der Meinung, dass sie Gutes tun, sondern sie wollen
- 47:22einfach nur ihr Recht des Stärkeren durchsetzen.
- 47:24Es geht teilweise weg von dem Waldschloss in eine Kleinstadt,
- 47:28die in der Nähe ist. Es geht dann natürlich auch nach
- 47:30Budapest und das ganze, schreibt Biedermann in einer Mischung
- 47:34zwischen Hyperrealismus und Traum, und das ist unglaublich,
- 47:39wie er das Macht. Es gibt Szenen, in die er
- 47:41wirklich rein zoomt, mit einer gnadenlosen Kamera.
- 47:46Um dann plötzlich wieder über Jahre hinweg zu gehen, die
- 47:49einfach an einem Vorbeischweben, wie es natürlich die Geschichte
- 47:52in Menschen auch macht, ne, also jetzt nicht die
- 47:54Geschichtsschreibung, aber ich glaube, wir alle kennen das aus
- 47:57unserem eigenen Leben, dass einige Jahre verschwimmen und
- 48:01andere Momente sind sehr, sehr, sehr klar da und immer vor Augen
- 48:06geführt, dass wir hier einen einundzwanzigjährigen Erzähler
- 48:09haben. Es gab eine Stelle in diesem
- 48:12Buch, die hätte ich ihm als Lektor nicht durchgehen lassen.
- 48:15Ich habe es dir jetzt ja mitgebracht, Monique, ich würde
- 48:18mich auch gerne, wenn du es gelesen hast, mich darüber mit
- 48:20dir unterhalten, das finde ich, ich kann verstehen, dass man das
- 48:23als Spielerei macht, aber mich hat es, das war das einzige Mal
- 48:27über ein paar Seiten, dass es mich aus dem Buch herausgeworfen
- 48:30hat, weil ich dachte, warum. Aber abgesehen davon und selbst
- 48:35dieses diese unnötige Nummer ist eine hervorragend erzählte Sache
- 48:38darauf. Darum geht es gar nicht.
- 48:39Ich finde nur, dass sie den Fluss der Geschichte nicht so
- 48:42weiterbringt, wie sie es sollte, aber wie sich jemand mit so
- 48:46einem Buch in die deutsche Literatur einfach ins Herz
- 48:50reinsetzt und ihr habt es wahrscheinlich auch schon
- 48:52mitbekommen. Dass viele Feuilletons drüber
- 48:55schreiben und viele Veranstaltungen, viele
- 48:57Interviews, also der arme Junge wird gerade wirklich ziemlich
- 49:01durch den Zirkus der Medienlandschaft durchgejagt,
- 49:04wenn man Interviews hört, dann denkt man immer noch, ah, das
- 49:06ist wirklich schön, also so ein versierter Autor, und wenn man
- 49:08seine Antworten auf Fragen hört, die naturgemäß auch manchmal
- 49:11echt dämlich sind, diese Antworten kommen so.
- 49:14Natürlich und noch so unverstellt rüber, dass man
- 49:18denkt, wie toll, denn ich wette 10 Jahre später wird auch er
- 49:21seine Antworten vorsichtiger gehen, als er es jetzt tut.
- 49:25Also ein unglaublich sympathischer Mann, Autor,
- 49:29Literat und ein Buch, das ich für dieses Jahr 2025 wirklich
- 49:33jedem ans Herz legen möchte, denn das ist gelinde gesagt,
- 49:39eine Sensation. Wahnsinn.
- 49:41Ich bin. Ich bin so gespannt und ich
- 49:43erinnere mich noch an unser Gespräch über dieses Buch, bevor
- 49:46du es gelesen hast. Und ich hatte schon eine große
- 49:49Rezension gelesen und war total neugierig und das bin ich ja
- 49:53immer noch, weil ich hab es ja noch nicht gelesen, ich fang
- 49:55quasi erst nachher damit an und wie das das ist.
- 49:59Irre das zu sehen, ne wie wie wie angezündet du bist.
- 50:02Wie begeistert du von diesem Buch bist.
- 50:04Von von einem Jungen, der auch ich habe das Foto gesehen.
- 50:07Ich dachte, das könnte auch ein italienischer Rennfahrer sein,
- 50:09der gerade irgendwie. Startet ja das, das stimmt, das
- 50:12stimmt. Es hilft natürlich immer noch,
- 50:14wenn man auch noch dann funky aussieht oder sowas, was auch
- 50:18sagen, toll und ich finde man kann ihn wirklich in eine Reihe
- 50:22setzen mit unter anderem Daniel Kehlmann, der es sich auch nicht
- 50:26nehmen hat lassen, einen unfassbaren Blurb hinten auf auf
- 50:30das Buch aufzuschreiben. Und ich bin nicht immer einer
- 50:33Meinung mit Daniel Kehlmann, aber da muss man einfach sagen,
- 50:36ja, also kann ich alles unterschreiben, wo du gerade
- 50:39deinen Namen drunter gesetzt hast.
- 50:40Also Freunde, wenn ihr zu den 50% der Europäischen oder
- 50:45Weltbevölkerung gehört, die tatsächlich ein Buch im Jahr
- 50:48lesen, Nehmt vielleicht das. Nehmt vielleicht das ja schön,
- 50:54ich habe es auch schon verschenkt.
- 50:56Sehr gut, da bin ich mal gespannt, was die Beschenkte
- 50:58Person dazu sagt. Und du wirst jetzt auch als
- 51:01nächstes oder hast du, du hast gerade auch schon was auf dem
- 51:03Stapel, nehme ich an, was du eigentlich liest.
- 51:05Ja, ich habe ein paar Bücher auf dem Stapel, aber ich habe jetzt,
- 51:08glaube ich, auch ein bisschen Zeit zum Lesen, und da habe ich
- 51:11wirklich, da warte ich ja drauf, also ich, ich glaube, der ist
- 51:14jetzt auch dran, den muss ich jetzt nicht mehr mitreden
- 51:16können. Sehr cool.
- 51:18So. Und wohin führst du uns denn
- 51:20jetzt? Ja, wir, wir bleiben in in der
- 51:25Mitte Europas. Wir bleiben im deutschsprachigen
- 51:27Raum und wir bleiben bei einer. Jungen Autorin aber in dem Fall
- 51:33nicht ganz so jung wie Nelio Biedermann, aber auch eine, die,
- 51:37und das ist, glaube ich, wirklich ihr erster Roman
- 51:39gewesen, damit wirklich durchgestartet ist und absolut
- 51:43zu recht nicht so groß wie Nelio Biedermann, aber aber eben auch
- 51:49für, ich sag mal, für für für einen Debyroman war das wirklich
- 51:52großer Zauber, was darum losging und wie gesagt.
- 51:55Absolut berechtigt. Ganz, ganz tolles Buch, ganz
- 51:58tolle Autorin. Ich rede von Fatma Aimir und
- 52:01ihrem Buch ginz, ich habe sie auf einer Lesung gesehen und war
- 52:06völlig hin und weg von dem Text, den sie gelesen hat, von von ihr
- 52:10selber, von von ihrer Ausstrahlung und auch davon, wie
- 52:13sie liest. Sie macht es wirklich, wirklich
- 52:16großartig und hat so eine unverschämt charmante Rotzigkeit
- 52:21dabei. Eine ganz, ganz große Freude.
- 52:25Und dann finde ich auch noch ein genialer Titel für einen
- 52:29Familienroman Toll. Also ja, also das Buch ist von
- 52:341922 oh mein Gott, 2022 ist also fast noch druckfrisch und es ist
- 52:43die Geschichte einer einer türkischen Familie, die in
- 52:47Deutschland lebt, und wir beginnen diese Geschichte aber.
- 52:52In Istanbul und der Vater der Familie Hussein hat sich eine,
- 52:58hat sich ein Traum erfüllt und hat sich eine Eigentumswohnung
- 53:01in Istanbul gekauft. So, dann kommt eigentlich, es
- 53:06wird natürlich also dieser dieser ganze Epos, der der
- 53:09Familie erzählt, aber er ist eingefasst sozusagen von von
- 53:13dieser Eigentumswohnung und auch von dieser tragischen Geschichte
- 53:16dieser Eigentumswohnung, denn Hussein hat sie gekauft, freut
- 53:20sich daran. Geht er durch, stellt sich vor,
- 53:23was seine Familie sagen wird, dass er ihnen diese fantastische
- 53:28Wohnung gekauft hat und eingerichtet hat.
- 53:30Und man ist mittendrin in Istanbul.
- 53:32Da draußen laufen die Touristen vorbei und dann hat er einen
- 53:35Herzinfarkt und stirbt so, und dann kommen wir sozusagen mit
- 53:40der restlichen Familie in Kontakt, mit jedem Einzelnen,
- 53:43das scheint auch gerade sehr Entwurf zu sein.
- 53:45Fantastischer Staat, ja. Wow.
- 53:47Ja. Seine Familie, das sind also
- 53:49seine Ehefrau Imine. Und die 4 Kinder, also ich decke
- 53:54jetzt gerade die Parallelen zu crosswords und die kommen in
- 53:57Istanbul zusammen, die waren vorher gar nicht in Deutschland
- 54:00zusammen und wir reisen quasi mit fast jedem sozusagen nach
- 54:05nach Istanbul. Und ja, jedes Kapitel hat eine
- 54:09andere Perspektive und die Geschichte wird als Mosaik
- 54:14erzählt und fügt sich dann am Ende zusammen und auch.
- 54:18Mit einem gehörigen Überraschungsmoment würde ich
- 54:22nichts sagen, das wirklich, wirklich und ja, also es geht
- 54:27natürlich um darum, wie eine Familie eines Mannes, der als
- 54:34Gastarbeiter nach Deutschland kam, der seine Frau und seine
- 54:37Kinder, so sie dann schon da waren, hierher geholt hat, was
- 54:43für ein Leben haben die hier gehabt, wie haben die sich
- 54:44gefühlt in diesem. Fremden in diesem kalten Land
- 54:47auch ganz einfach. Das ist was, was sehr, sehr
- 54:49deutlich rauskommt, dass es sowohl klimatisch kalt ist als
- 54:56eben auch zwischenmenschlich ein vollkommen anderes Leben ist und
- 55:02jeder von von jeder aus dieser Familie geht ganz, ganz anders
- 55:06mit diesen Herausforderungen um. Also für die Mutter ist es mit
- 55:12Sicherheit mit am mit am härtesten und.
- 55:16Und auch eine Frau, die gar nicht die, die die im Grunde so
- 55:22viele Enttäuschungen erlebt hat, dass sie selber darüber ja
- 55:27enttäuscht, also sich selber und andere enttäuscht, pragmatisch
- 55:34pflichtgetrieben aus so einer Pflicht heraus eben auch super
- 55:40streng mit ihren Kindern, und die hat gar nicht so viel Raum.
- 55:45Den Kindern Raum zu geben, also Distanz und Strenge, also sie
- 55:49sie, sie will denen irgendwas mitgeben, damit die es schaffen,
- 55:51in dieser kalten Welt ist jetzt auch wieder sehr pathetisch,
- 55:55dass ich das formuliere und und sie sieht keine andere
- 55:58Möglichkeit, als es eben durch diese, durch diese Strenge auch
- 56:01zu machen, ne, weil weil diese Welt ja anderen Regeln nachgeht,
- 56:04nach anderen Regeln funktioniert als die Welt, in der sie groß
- 56:07geworden ist und dann sozusagen Kinder großzuziehen und sie in
- 56:10die Welt zuschicken ist natürlich ne extreme
- 56:12Herausforderung. Und sie hat dabei ja auch keine
- 56:16Unterstützung. Dann ihr Mann, der ist arbeiten,
- 56:18der ist nicht da. Sie muss das alleine.
- 56:19Machen genau, sie muss das alleine machen.
- 56:21Die 4 Kinder. Also wir haben ja einmal Peri,
- 56:22die älteste Tochter, die schon selber Kinder hat, die führt im
- 56:27Grunde und die versucht ein sehr angepasstes Leben zu führen, man
- 56:30würde quasi aus aus einer deutschen Perspektive heraus
- 56:33sagen, ein sehr erfolgreiches Leben, die hat sich da wirklich,
- 56:36wirklich durchgekämpft, dann gibt es die zweitälteste Tochter
- 56:41Hülya. Die ist rebellischer, sehr, sehr
- 56:45selbstbestimmt. Die nimmt sich, was sie will,
- 56:49und ja, hat mit anderen, hat mit anderen Themen zu tun als ihre
- 56:55große Schwester, die große Schwester, sehr auch von dieser
- 56:58Abgrenzung der Mutter getrieben und in diesem ganz tiefen Wunsch
- 57:04nicht wie die Mutter zu werden, wird sie in bestimmter Hinsicht
- 57:07genau wie die Mutter das ist. Oh, es ist ein Schmerz beim
- 57:12Lesen. Es ist ein Schmerz beim Lesen.
- 57:14Genau dann haben wir Hakan, den ältesten Sohn, ja weiß nicht,
- 57:21also bösartig kann man auch sagen, hängt eher so ab, Loser
- 57:28schlägt sich immer, hat eine bescheuerte Idee nach der
- 57:31anderen, schlägt sich damit durch und versucht es trotzdem
- 57:34irgendwie zu schaffen und auch da gibt es ja eine Geschichte
- 57:36wie. Wie ist denn der dahin gekommen?
- 57:38Was ist sein Umfeld, was sucht er sich was, wo sucht er, wo
- 57:42sucht er Selbstbestimmung, wo sucht er Unterstützung?
- 57:46Auch interessant finde ich die Beziehung, die er führt, völlig
- 57:50unerwartet und da gibt es noch den jüngsten Sohn Ümit, sehr
- 57:54sensibel, offenkundig homosexuell, mit keiner
- 57:57Möglichkeit das innerhalb dieser Familie irgendwie zu äußern oder
- 58:00zumindest nicht den Eltern gegenüber.
- 58:03Und der, der noch in der Phase ist, wo er versucht, sein wahres
- 58:06Ich, seine Identität irgendwie zu verheimlichen, nicht, nicht
- 58:10sichtbar werden zu lassen und darüber in so eine
- 58:12Schweigsamkeit verfällt. Und ja, ich glaube, das können
- 58:17wir uns alle gut vorstellen und vor allen Dingen kann man es bei
- 58:19ihr wirklich gut lesen, das ist toll, wie sie, wie sie das
- 58:23geschrieben hat, und alle kommen quasi erst nach, nach vielen.
- 58:30Es ist nicht so einfach, dass alle nach Istanbul kommen und
- 58:32sie kommen auf sehr unterschiedlichen überraschenden
- 58:35Wegen dahin. Und sie kommen wirklich erst in
- 58:37dieser Wohnung wieder zusammen und dann ist quasi das äußere
- 58:43Ereignis, das einen einen Bruch hervorruft, noch mal sehr
- 58:50unerwartet, sehr unerwartet und sehr.
- 58:53Determinierend so also ein großer Familienroman, der ist
- 58:57nicht so wahnsinnig lang, hat man ihr vielleicht auch als für
- 59:02den Diplomroman nicht so durfte vielleicht auch so auf den Punkt
- 59:06sein, eine unfassbar gute Rahmenhandlung, ganz toll
- 59:09eingerahmt, gut, richtig gut konstruiert, macht Spaß beim
- 59:13Lesen und das macht einfach wirklich super viel Spaß, diese
- 59:16tolle, tolle, tolle Autorin zu entdecken.
- 59:19Toll. Also ich kann aus aus Buchladen
- 59:22Erfahrung sagen. Dieses Buch läuft immer noch bei
- 59:24uns wie geschnitten Brot nach 3 Jahren.
- 59:27Ich kriegte Fatma Aidimir das erste Mal mit, glaube ich über
- 59:30den Sammelband Eure Heimat ist unser Alptraum, also sie
- 59:34arbeitete schon sehr immer auch mit den migrantischen Themen
- 59:37natürlich und ist damit eigentlich jetzt nicht die
- 59:41Speerspitze, aber auf jeden Fall eine bedeutende Autorin in
- 59:45dieser in dieser Richtung der Literatur.
- 59:48Und wenn euch daneben noch, es gibt sehr viele deutsche
- 59:53deutschsprachige Autoren und Autorinnen im Moment, die sich
- 59:56mit migrantischen Familiengeschichten befassen,
- 59:59auf sehr lustige und anarchische Art und Weise, wie zum Beispiel
- 1:00:03Chimedy Sahin mit Kommando Ajax eine vollkommen durchgeknallte
- 1:00:06Räuberpistole, die allerdings nicht in Deutschland spielt,
- 1:00:09sondern in in Rotterdam. Für mich sehr wichtig und
- 1:00:12vergleichbar mit der Fatma Aydemir ist vielleicht der
- 1:00:15Nechati Öziri mit dem Vater mal. Reden wir ein andermal.
- 1:00:18Drüber müssen wir ein andermal drüber reden und auch 1, worüber
- 1:00:20ich jetzt auch nicht reden möchte, obwohl ich ihn mir
- 1:00:22draufgeschrieben habe, aber uns rennt die Zeit schon wieder,
- 1:00:25davon ist der großartige Dimitri Kapitelmann mit eine Formalie in
- 1:00:29Kiew eine. Eine eigentlich eine Anklage an
- 1:00:33die eigenen Eltern, aber gleichzeitig mit so viel Liebe
- 1:00:35und Witz geschrieben. Und da ist es natürlich die
- 1:00:38ukrainische Migrationsgeschichte, die
- 1:00:41allerdings nichts mit dem Krieg zu tun hat, sondern das ist
- 1:00:43schon vorher gewesen, aber damit wir doch noch, ich muss noch ein
- 1:00:49Buch unterbringen. Gut, ich will nur an der Stelle
- 1:00:51mal sagen, ich glaube in der Zeit, in der wir hier über
- 1:00:53familienromane reden, es ist so viel Zeit vergangen, da wurden
- 1:00:57schon Familien gegründet. Ja.
- 1:01:01Das stimmt, das kriegt man sehr viel schneller hin.
- 1:01:05Es gibt einen Roman, der dieses Jahr auch, also im Jahre 2025,
- 1:01:10befinden wir uns auch erschienen ist, und das ist jetzt mal eine
- 1:01:13sehr, sehr deutsche Geschichte, also nicht nur ein
- 1:01:15deutschsprachiger Autor, sondern eine extrem deutsche
- 1:01:18Familiengeschichte. Der Autor ist Christian
- 1:01:21Schünemann, ein sehr versierter Autor bei Diogenes also.
- 1:01:25Schon einige Bücher hat er uns vorgelegt, und keine, war aber
- 1:01:29bislang so persönlich wie das, was er jetzt erzählt hat.
- 1:01:33Ich hatte gerade in einem Gespräch mit ihm letzte Woche
- 1:01:35erfahren, dass er an einer Fortsetzung schreibt, was mich
- 1:01:37natürlich sehr freut, und es war sehr interessant zu erfahren,
- 1:01:41dass er dieses Buch eigentlich erst schreiben konnte, nachdem
- 1:01:43seine Eltern gestorben sind, denn es ist eigentlich eine
- 1:01:46schambesetzte Geschichte, es ist die Geschichte.
- 1:01:49Des finanziellen finanziellen Ruins seiner Eltern.
- 1:01:53Er ist der jüngste von 4 Geschwistern, er ist, wir sind
- 1:01:57hier in den, ich würde mal sagen, Anfang 80er Jahre in der
- 1:02:01nordwestdeutschen Provinz in der Nähe von Bremen, und unser Held
- 1:02:05Christian freut sich auf seine Konfirmation, denn Konfirmation
- 1:02:09bedeutet, er kriegt einen neuen Anzug, und das ist ihm sehr,
- 1:02:12sehr wichtig. Das ist überraschend.
- 1:02:14Und ja, erstaunlich, sehr wichtig.
- 1:02:16Und es gibt natürlich viel Geld und viele Geschenke.
- 1:02:20Irgendwann kommt im Verlauf dieser Rahmenhandlung, nenne ich
- 1:02:23sie mal, also heraus, dass leider die Eltern sich
- 1:02:26vollkommen überschätzt haben mit ihren eigenen finanziellen
- 1:02:28Möglichkeiten und aber so geil verantwortungslos sind, dass sie
- 1:02:33es einfach wegdrängen, und zwar bis zum Ende hin.
- 1:02:36Das Buch nennt sich, bis die Sonne scheint, und genau das ist
- 1:02:40dann auch ein ein Rahmen am Ende, dass die Familie einfach
- 1:02:43sozusagen vor den eigenen Problemen wegfährt in den in die
- 1:02:45Sonne, bis die Sonne scheint, dann wird schon alles wieder
- 1:02:47gut. Und das Tolle, was diese
- 1:02:50Familiengeschichte ausmacht, ist jetzt nicht nur dieser
- 1:02:53eigentlich furchtbare Gang in den finanziellen Ruin einer
- 1:02:57Familie, die aber auch mit einer gehörigen Portion Humor erzählt
- 1:03:01wird, sondern was Schünemann Spannendes Macht, ist, er nimmt
- 1:03:05die beiden Mütter seiner Eltern, und er erzählt also die
- 1:03:08Geschichte seiner beiden Großmütter, und Deutscher könnte
- 1:03:13Geschichte nicht sein. Es ist unglaublich in all seinen
- 1:03:16Facetten. Es ist natürlich die große Zeit,
- 1:03:1930er Jahre also es ist natürlich die Nazizeit, und wie seine
- 1:03:24Großmütter und Großväter auf verschiedenste Art und Weise
- 1:03:27damit umgehen, einige also im Widerstand ist keiner, aber
- 1:03:30einige gehen irgendwie innere Migration sozusagen, andere sind
- 1:03:34sehr, sehr, sehr dabei und finden das ne ganz großartige
- 1:03:38Idee, was hier geschieht, dann das weiterführen über die
- 1:03:41Nachkriegszeit, die 50er Jahre, die Härte, es ist natürlich n
- 1:03:45wirtschaftlicher Aufschwung. Aber es ist natürlich trotzdem
- 1:03:48eine Härte in der Erziehung, insbesondere für die Generation
- 1:03:52von den Eltern, von unserem Erzähler Christian, und die
- 1:03:56Bandbreite, in der hier deutsche Geschichte erzählt wird, anhand
- 1:04:00einfach einer Familie, finde ich so beeindruckend und so
- 1:04:05lehrreich und nie langweilig. Unglaublich fein komponiert, wie
- 1:04:11auch wirklich diese Geschichte der Großmütter und der
- 1:04:14eigentlichen Familie immer näher kommen an die Geschichte des
- 1:04:17Pleitegehens seiner Eltern, bis wir sozusagen an dem Nullpunkt,
- 1:04:20an dem das Buch beginnt, auch wieder enden.
- 1:04:23Auch die eigenen Einblicke eines unverkennbar schwulen
- 1:04:28Jugendlichen in den 80er Jahren in in der westdeutschen Provinz
- 1:04:32könnten tragisch sein, wenn sie nicht so ehrlich, lustig auch
- 1:04:35wären. Also das ist also, weil man das
- 1:04:38gerne über die so so unglaublich spannenden Geschichten, die wir
- 1:04:42im Moment erzählt bekommen von deutschsprachigen Autoren und
- 1:04:44Autorinnen, insbesondere migrantischen Familien, ist das
- 1:04:48tatsächlich mal eine sehr, sehr spannende, und man könnte
- 1:04:50irgendwie denken, das hat sich doch alles schon auserzählt,
- 1:04:53aber so wie der Schünemann macht es macht, muss man sagen, Nein,
- 1:04:56es hat sich nicht auserzählt, also das ist ein Buch.
- 1:04:59Was man wirklich empfehlen kann. Vielen Leuten, die vielleicht
- 1:05:02doch einfach noch ein bisschen mehr über die Feinheiten der
- 1:05:06deutschen Geschichte und auch gar nicht anklägerisch, sondern
- 1:05:09jeder geht halt mit seiner Lebensrealität und seinen
- 1:05:11eigenen Zeiten so um, wie er oder sie meint, dass das richtig
- 1:05:15ist. Und natürlich kann man im
- 1:05:16Nachhinein immer sagen, Oh Alter, das war aber echt
- 1:05:18scheiße, aber er erzählt es. Ohne anklagenden Ton, und das
- 1:05:24finde ich sehr, sehr angenehm, denn unsere Generation, die
- 1:05:27Glücklichen, die wir jetzt leben und kein keine Zeit wie den das
- 1:05:31Dritte Reich mitmachen mussten, können natürlich immer von so
- 1:05:34einem leicht erhabenen oder erhobenen Ross einfach
- 1:05:36herabsprechen und sagen, also ich wäre im Widerstand gewesen.
- 1:05:39Und ich möchte mir diese Meinung gar nicht selber bilden.
- 1:05:42Und unser Autor Schünemann möchte das zum Glück auch nicht,
- 1:05:46sondern er beschreibt einfach seine Familie mit den
- 1:05:49Liebenswürdigkeiten, aber auch mit einem knallharten Blick auf
- 1:05:52die Fehler, die gemacht wurden. Spannende Geschichte bis die
- 1:05:56Sonne scheint. Ich bin jetzt ich bin.
- 1:05:59Sprachlos, weil ich eigentlich sofort loslaufen möchte und
- 1:06:03lesen möchte. Du leid, Kurt, Du findest
- 1:06:06alleine raus, oder? Ich bin alleine raus.
- 1:06:08Auch Biedermann muss jetzt leider noch mal kurz warten.
- 1:06:11Aber wir sind natürlich noch nicht am Ende.
- 1:06:13Also uns fehlt ja noch was. Uns fehlt noch, was eine
- 1:06:18berühmte Rubrik. Eine berühmte Rubrik, nämlich
- 1:06:21das Buch fürs Bett und das darfst heute wieder du
- 1:06:27beisteuern, lieber Kurt. Sehr gerne.
- 1:06:30Und ich glaube, es wird wieder was kurzes, oder?
- 1:06:34Es wird, was relativ gar nicht mal so kurzes, denn mittlerweile
- 1:06:37hat dieses Buch fürs Bett glaub ich schon den vierten oder
- 1:06:39fünften Teil hinter sich gebracht.
- 1:06:41Es ist aber was sehr, sehr kurz. Weiliges und weil ja das innere
- 1:06:46Kind in uns und auch die Kinder von uns und unserer lieben
- 1:06:50Hörerschaft manchmal zu kurz kommen, gibt es eines der
- 1:06:54lustigsten Kinderbücher, die ich je in meinem Leben gelesen habe.
- 1:06:57Und passend zum Thema, es heißt Crazy Family von Markus Ortz,
- 1:07:03den ich gar nicht so als Kinderbuchschreiber auf dem
- 1:07:06Bildschirm hatte. Ob diese Crazy Family.
- 1:07:10Also der Titel ist wirklich dermaßen untertrieben.
- 1:07:14Diese Familie ist nicht nur Crazy, die ist einfach wirklich
- 1:07:16kreuzknüppelbekloppt und das ist so großartig.
- 1:07:20Es gibt in dieser Familie, bestehend aus 2 Eltern, einem
- 1:07:23Großvater und 4 oder 5 Kinder, ich glaube 5 Kinder.
- 1:07:28Es gibt nur eine Tochter, die eigentlich vernünftig ist.
- 1:07:32An der muss man auch sagen, also die klassische älteste Tochter
- 1:07:35an der hängt ehrlich gesagt ehrlich gesagt ziemlich viel,
- 1:07:37weil sie ist die einzige, die überhaupt ansatzweise zum
- 1:07:41normalen Denken. Befähigt ist, wobei die anderen
- 1:07:44jetzt nicht alle irgendwie dumm sind, sondern sie sind einfach
- 1:07:47sehr speziell, sehr, sehr, sehr, sehr lustig.
- 1:07:50Wir haben also eine Familie bestehend aus einer Mutter, die
- 1:07:53ist gleichzeitig Spediteur, also Lastwagenfahrerin als auch
- 1:07:58kroatische Meisterpianistin und kann beides wunderbar unter
- 1:08:02einen Hut bringen. Einen wirklich so dermaßen
- 1:08:05durchgeknallten Vater und dessen Vater, der Großvater, der noch
- 1:08:08bescheute ist. Wir haben als Kinder einen
- 1:08:11unglaublich begnadeten Künstler, der mit seinen 7 oder 8 Jahren
- 1:08:15einfach die Kunstwelt schon in die Tasche steckt.
- 1:08:17Wir haben ein, Na ja, es ist n Gamer, ne, der also eigentlich
- 1:08:21nicht viel macht, außer vor sich hinzu stinken und zu gamen und
- 1:08:25andere Kinder, ich möchte gar nicht so tief reingehen, denn
- 1:08:27ihr müsst euch überraschen lassen, auf jeden Fall der Plot
- 1:08:29des ersten Buches. Ist der, dass alle in dieser
- 1:08:32Familie wirklich dringend Geld brauchen für die verschiedensten
- 1:08:37Zwecke? Jeder hat da so seine Sachen,
- 1:08:38die er oder sie benötigt und was macht man, wenn man Geld
- 1:08:42benötigt? Man geht zum Familienspezial von
- 1:08:46Wer wird Millionär mit Günther Jauch und in diesem Buch möchte
- 1:08:50man ein Mensch nicht sein und das ist Günther Jauch, es ist
- 1:08:54unglaublich großartig, was dort alles passiert.
- 1:08:58Es geht natürlich mit einem Wums und Bums für alle großartig aus.
- 1:09:02Und wer gedacht hätte, na ja, OK, das war jetzt ne herrliche
- 1:09:05Schrulle. Schön, dass Markus Ortsers
- 1:09:06geschenkt hat, der hat noch nicht die anderen Teile gelesen,
- 1:09:10denn es ist wirklich ein Feuerwerk der Fantasie und der
- 1:09:13Einfalls des Einfallsreichtums, was Markus Orts hier auf uns
- 1:09:16wieder wirft, auf jeden Fall, das ist mein Buch fürs Bett,
- 1:09:19nicht nur für die Kinder, sondern auch für das Kind in
- 1:09:21uns. Denn es ist genau das, womit man
- 1:09:24sich eigentlich beschwingt und gutlaunig in einen wirklich
- 1:09:26sehr, sehr lustigen Traum hinüber schunkeln kann.
- 1:09:29Es ist natürlich dünn, es ist ein Kinderbuch ab 10 Jahren,
- 1:09:32glaube ich, also es lässt sich leicht lesen, das tut aber der
- 1:09:35literarischen Qualität überhaupt kein Abspruch, denn ich kann es
- 1:09:39wirklich nur jedem fürs Bett wärmstens ans Herz legen.
- 1:09:44Das klingt nach einem großartigen Tipp, vor allen
- 1:09:45Dingen, weil wir jetzt auch mit den Familienromanen ja, doch.
- 1:09:48Ganz schöne also ganz schön crazy, aber ganz schön schwere
- 1:09:52Kost hat. Richtig, so.
- 1:09:53Richtig lustig war da bislang kein ne darum, als fröhlicher,
- 1:09:58vergnüglicher Abschluss das Buch fürs Bett.
- 1:10:02Ja, also vielleicht, ich hab grad das Bedürfnis, noch mal was
- 1:10:06zusammenzufassen. So, ja für.
- 1:10:10Für. Für die, die bislang nicht
- 1:10:11zugehört. Hat genau also wenn euch
- 1:10:15irgendjemand sagt, dieser Nelio Biedermann ist ja nicht
- 1:10:18überbewertet. Kurz sagt Nein.
- 1:10:22Den kann man gar nicht überbewerten.
- 1:10:24Und wenn jemand fragt, wart mal wer sagt ihr Aydemir und holt
- 1:10:30das Buch Gins aus der Tasche und habt es dann hoffentlich auch
- 1:10:33schon gelesen und ihr verschenkt es halt.
- 1:10:35Und. Alle, die Francen jetzt immer
- 1:10:38noch kennen, können jetzt sagen, ja, damals war Eugenedes genauso
- 1:10:41groß. Und vielleicht mit ein bisschen
- 1:10:44Glück für uns alle wird Eugenedes auch es auch wieder.
- 1:10:48Das wäre zauberhaft. Und, lieber Herr Francen, wenn
- 1:10:51Sie das hören, bitte beeilen Sie sich mit Banz.
- 1:10:53Wirklich? Also irgendwann ist auch mal
- 1:10:55Schluss. Ich möchte mich zum Abschluss
- 1:10:57noch entschuldigen für meine etwas belegte Stimme und die
- 1:11:00schniefige Nase, aber. Es ist Herbst.
- 1:11:03Ich glaube, ich glaube, es klingt einfach unheimlich sexy,
- 1:11:06ja. Und was bleibt uns damit anderes
- 1:11:11übrig, als uns auf unsere altbekannte, sexy Art und Weise
- 1:11:15zu verabschieden. Und ich sage vielen Dank
- 1:11:18Monique, dass ich endlich wieder mit dir über Bücher quatschen
- 1:11:20durfte. Es war viel zu lange her.
- 1:11:22Vielen dank Kurt, ihr wenn wenn es einen Tag her ist, ist es
- 1:11:25eigentlich zu lange her, weil tatsächlich.
- 1:11:28Ich glaube, ich könnte jeden Tag mit Hilfebüchern.
- 1:11:30Ja, das sollten wir wirklich. Also wir machen mal, wir machen
- 1:11:35das jetzt aber erstmal, liebe Zuhörer und liebe Zuhörerinnen,
- 1:11:40vielen Dank, dass ihr so lange dabei geblieben seid.
- 1:11:42Ich glaube, diesmal haben wir es wirklich.
- 1:11:44Gnadenlos übertrieben unsere eigene Zeit eingrenzt
- 1:11:48Vorrichtung. Einfach nicht dran denken.
- 1:11:50Nicht dran denken, wenn es euch gelangweilt habt, seid ihr
- 1:11:54sowieso nicht mehr dabei und alle anderen, die bis zum Ende
- 1:11:56durchgehalten haben, vielen Dank und wir freuen uns auf das
- 1:11:59nächste Mal in 2 Wochen. Dankeschön.
- 1:12:01Bis bald ciao. Im Batman Buch ist eine
- 1:12:07Produktion von was ist immer Konzept und Produktion.
- 1:12:11Götz Gring Modalma Redaktion und Hosts Monique Lukas und kurz von
- 1:12:16Hammerstein.