Latest / Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch / Also sprach Zarathustra - 1. Theil - Zarathustra's Vorrede - 1-2
Transcript
- 0:00Vorrede Unterkapitel 1 Zarathustras Entschluss die
- 0:05Geschichte beginnt damit, dass Zarathustra 30 Jahre Altistin,
- 0:08diesem Alter verlässt er sein Zuhause und den See seiner
- 0:11Heimat, um in das Gebirge zu gehen.
- 0:13Dort oben in den Bergen lebt er in einer Höhle, er genießt
- 0:17seinen eigenen Geist und die Einsamkeit, er bleibt dort für
- 0:2110 Jahre und wird dieser Lebensweise nicht müde, doch
- 0:24dann verändert sich etwas in seinem Herzen.
- 0:29Eines Morgens steht er sehr früh mit der Morgenröte auf.
- 0:33Er tritt vor die Sonne und spricht zu ihr.
- 0:36Zarathustra nennt die Sonne ein großes Gestirn und fragt sie,
- 0:39was ihr Glück wäre, wenn sie nicht diejenigen hätte, für die
- 0:43sie leuchtet. Er erklärt, dass die Sonne 10
- 0:46Jahre lang zu seiner Höhle heraufgekommen ist, ohne ihn,
- 0:50seinen Adler und seine Schlange, das sind seine beiden tierischen
- 0:54Begleiter, wäre die Sonne ihres eigenen Lichtes.
- 0:57Und ihres Weges müde geworden. Zarathustra und seine Tiere
- 1:01haben jeden Morgen auf die Sonne gewartet, ihr den Überfluss an
- 1:04Licht abgenommen und ihr dafür gedankt.
- 1:07Nun vergleicht sich Zarathustra selbst mit der Sonne, er sagt,
- 1:12Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, das bedeutet, er
- 1:16hat so viel Wissen und Erkenntnis gesammelt, dass es
- 1:18ihm zu viel wird, er fühlt sich wie eine Biene, die zu viel
- 1:22Honig gesammelt hat. Er braucht nun Hände, die sich
- 1:25nach ihm ausstrecken, um diese Weisheit entgegenzunehmen.
- 1:29Zarathustra möchte sein Wissen verschenken und austeilen, er
- 1:33möchte dies so lange tun, bis die weisen Menschen wieder
- 1:36Freude an ihrer Torheit, also an ihrer Einfachheit finden und bis
- 1:40die armen Menschen wieder Freude an ihrem Reichtum haben, um das
- 1:44zu tun, muss Zarathustra in die Tiefe steigen, er vergleicht
- 1:48dies wieder mit der Sonne, die Sonne geht am Abend unter und
- 1:52sinkt hinter das Meer. Um sogar der Unterwelt Licht zu
- 1:55bringen. Zarathustra nennt die Sonne hier
- 1:58überreiches Gestirn, genau wie die Sonne muss auch Zarathustra
- 2:02Ununtergehen dieser Begriff Untergang ist bei Nietzsche sehr
- 2:06wichtig, er meint hier nicht nur den physischen Abstieg vom Berg
- 2:10ins Tal zu den Menschen, es bedeutet auch, dass Zarathustra
- 2:14seine göttliche Einsamkeit verlässt, um sich den Menschen
- 2:16hinzugeben, was eine Art Opfer oder Transformation darstellt.
- 2:21Zarathustra bittet die Sonne um ihren Segen für diesen Weg.
- 2:24Er nennt sie ein ruhiges Auge, das selbst ein allzu großes
- 2:28Glück ohne Neid ansehen kann. Er bittet sie, seinen Becher zu
- 2:33segnen, dieser Becher ist voll und will Überfließen, das Wasser
- 2:38soll golden aus ihm herausfließen und den Glanz der
- 2:40Wonne, also der großen Freude der Sonne überall hin tragen.
- 2:45Zarathustra sagt abschließend, dieser Becher will wieder leer
- 2:48werden und Zarathustra. Will wieder Mensch werden.
- 2:52Damit beginnt Zarathustras Untergang.
- 2:56Vorrede unter Kapitel 2 die Begegnung mit dem Heiligen Im
- 3:00Wald Zarathustra steigt nun allein vom Berg herab.
- 3:06Zunächst begegnet ihm niemand, als er jedoch in die Wälder
- 3:09kommt, steht plötzlich ein alter Mann vor ihm, dieser alte Mann
- 3:13hat seine Heilige Hütte verlassen, um im Wald nach
- 3:16Wurzeln zu suchen. Der alte Mann erkennt
- 3:19Zarathustra wieder und spricht ihn an.
- 3:22Er sagt, dass Zarathustra vor vielen Jahren schon einmal hier
- 3:25vorbeigekommen ist. Damals trug er seine Asche zu
- 3:28Berge, der alte Mann fragt, Ob Zarathustra nun sein Feuer in
- 3:32die Täler tragen will, er warnt ihn scherzhaft, ob er nicht die
- 3:36Strafen für Brandstifter fürchte, dies ist ein Bild
- 3:39dafür, dass Zarathustra früher traurig und schwer beladen war,
- 3:42wie Asche, nun aber voller Energie und neuer Ideen ist wie
- 3:46Feuer. Der alte Mann erkennt, dass
- 3:49Zarathustra sich verwandelt hat. Er sagt, Zarathustra sei wie ein
- 3:53Kind geworden und ein erwachter er fragt ihn, was willst du nun
- 3:58bei den Schlafenden? Damit meint er die normalen
- 4:01Menschen, die noch nicht aufgewacht sind und nichts von
- 4:05zarathustras Weisheit Wissen, der Alte bewundert Zarathustras
- 4:09Leben in der Einsamkeit, die er mit dem Meer vergleicht, er
- 4:13fragt Vorwurfsvoll, warum Zarathustra an Land steigen.
- 4:16Und seinen Körper wieder selbst mühsam schleppen will.
- 4:19Zarathustra antwortet ihm einfach, ich liebe die Menschen,
- 4:24der alte Mann, der ein Heiliger ist, fragt daraufhin, warum bin
- 4:28ich denn in den Wald und die Einöde gegangen, ergibt die
- 4:31Antwort selbst. Er ging in den Wald, weil er die
- 4:34Menschen allzu sehr liebte und von ihnen enttäuscht wurde.
- 4:38Nun liebt er Gott und liebt die Menschen nicht mehr, er sagt,
- 4:42der Mensch ist mir eine zu unvollkommene Sache.
- 4:45Liebe zum Menschen würde mich umbringen.
- 4:48Zarathustra korrigiert sich, er sagt, er bringe den Menschen ein
- 4:52Geschenk. Der Heilige warnt ihn davor, er
- 4:55sagt, Gib ihnen Nichts, errät Zarathustra den Menschen lieber
- 5:00etwas von ihrer Last abzunehmen und es für sie zu tragen, das
- 5:05wäre das Einzige, was ihnen gut tut, und wenn Zarathustra ihnen
- 5:08doch etwas geben will, dann soll er nur Almosen geben.
- 5:12Almosen sind kleine Spenden für Bettler.
- 5:15Und selbst darum sollen die Menschen erst betteln müssen.
- 5:18Zarathustra lehnt das ab, er sagt Nein, ich gebe kein
- 5:23Almosen, dazu bin ich nicht arm genug.
- 5:27Damit meint er, dass sein Geist und seine Weisheit ein großer
- 5:30Reichtum sind, den er großzügig verschenken will, nicht nur
- 5:33häppchenweise, wie an Bettler. Der Heilige lacht über
- 5:36Zarathustra, er sagt, es werde schwer sein, die Menschen dazu
- 5:40zu bringen, diese Schätze anzunehmen.
- 5:43Die Menschen misstrauen den Einsiedlern.
- 5:45Sie glauben nicht, dass jemand kommt, um einfach nur zu
- 5:48schenken, wenn Einsiedler wie Zarathustra durch die Straßen
- 5:52gehen, klingt das für die Menschen zu einsam.
- 5:55Wenn die Menschen nachts im Bett liegen und jemanden gehen hören,
- 5:58fragen sie sich ängstlich, wohin will der Dieb, der Heilige rät
- 6:02Zarathustra erneut, geh nicht zu den Menschen, bleib im Wald, geh
- 6:07lieber zu den Tieren. Er fragt Zarathustra, warum er
- 6:10nicht so sein will wie er selbst.
- 6:13Ein Bär unter Bären oder ein Vogel unter Vögeln?
- 6:16Zarathustra fragt den Heiligen und was macht der Heilige im
- 6:20Walde? Der Heilige antwortet, dass er
- 6:22Lieder macht, und sie singt dabei, lacht, weint und brummt
- 6:27er, so lobt er Gott, dann fragt er Zarathustra, was er denn als
- 6:32Geschenk bringt. Zarathustra hört diese Worte und
- 6:36verneigt sich zum Gruß vor dem Heiligen, er sagt, was hätte ich
- 6:40euch zu geben. Er will schnell weitergehen,
- 6:43damit er dem Heiligen Nichts wegnimmt.
- 6:46Damit meint er wohl, er will dem alten Mann nicht seinen
- 6:49einfachen Glauben nehmen. So trennen sich die beiden, der
- 6:53alte Mann und Zarathustra, sie lachen dabei wie 2 Jungen als
- 6:59Zarathustra aber allein ist, spricht er zu seinem Herzen, er
- 7:02ist sehr erstaunt und sagt, sollte es denn möglich sein,
- 7:06dieser alte Heilige hat in seinem Walde noch nichts davon
- 7:09gehört, dass Gott tot ist. Mit diesem berühmten Satz Gott
- 7:13ist tot meint Nietzsche an dieser Stelle nicht, dass ein
- 7:16physisches Wesen gestorben ist. Er meint, dass der Glaube an den
- 7:20christlichen Gott und die damit verbundenen moralischen Werte in
- 7:23der modernen Welt ihre Kraft und Gültigkeit verloren haben.
- 7:27Der alte Mann im Wald weiß davon noch nichts, aber Zarathustra
- 7:31weiß es und sieht darin den Beginn einer neuen Freiheit und
- 7:34Verantwortung für den Menschen.