Latest / «Call the Boss» / Gaudenz Looser, vom Journalisten zum Strategie- und Kommunikationsberater
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- 0:00Das Existenzbedrohendste für die Medien ist nicht KI, sondern
- 0:03existenzbedrohend für die Medien sind Marketinggelder, die
- 0:05abwandern. Das ist ein entscheidender
- 0:07Unterschied. KI könnte sogar eine Chance sein
- 0:10für Medien, und zwar weil sie die Unternehmen zwingt zu
- 0:14realisieren, wie wichtig Wahrheit ist.
- 0:18Call the Boss, Ein Format vom Wirtschaftsnewsletter Zahltag,
- 0:23unterstützt von GF und Radio Munot.
- 0:29Call The Boss Gaudenz loser, stellvertretender Chefredaktor,
- 0:3320 Minuten und bald schon selbstständiger Strategie und
- 0:36Kommunikationsberater bei Advisory.
- 0:42Loser. Hier ist die Nina vom
- 0:43Wirtschafts Newsletter Zahltag. Hoi Gaudenz wo erwischen wir
- 0:48dich noch? In Zürich an der Wertstrasse bei
- 0:5020 Minuten oder schon irgendwo unterwegs am Mandat akquirieren
- 0:55für deine Selbstständigkeit? Nein, ich sitze gerade bei mir
- 0:58zu Hause und schaue in meinen Garten in Schaffhausen am Rhein.
- 1:01Unten im Rheinbühl Quartier und erhole mich gerade von meiner
- 1:03Rückfahrt. Von einem Anlass, den du
- 1:06moderiert hast, hast du mir im Vorgespräch.
- 1:08Ja, genau, ja. Ich bin im Bürgenstock gewesen
- 1:10gestern und habe für Einhundertundeins beste Hotels
- 1:14ein ein Podiumsgespräch moderieren, sehr spannend, ein
- 1:17superseller Anlass, aber ich bin sehr erschöpft jetzt.
- 1:22Genau dann, bevor wir auf deine grosse Liebe zu sprechen kommen.
- 1:24So hast du 20 Minuten nämlich in der Medienmitteilung zu deinem
- 1:27Abgang bezeichnet, möchte ich bei deinen journalistischen
- 1:31Anfängen hier in Schaffhausen starten, da verbindet uns
- 1:33nämlich etwas. Wir beide sind in der Kanti zum
- 1:37Edith Schwein im Zeichnungsunterricht.
- 1:39Ich hoffe, du bist talentierter gewesen als ich.
- 1:42Ich bin nämlich irgendwo bei den Kopffüsslern stehen geblieben
- 1:45und der besagte Edith Schwein hat dich, scheint sozusagen in
- 1:49Journalismus reingeredet. Wie ist das gelaufen?
- 1:52Ja, also am inseinerischen Talent hätte es nicht liegen
- 1:56können, weil sonst hat er, hat er das nicht vorgeschlagen,
- 2:00nein, er ist irgendwann ist er mal zu mir gekommen und hat
- 2:02gesagt, ja er habe eine Anfrage von Radio UNO, ob er jemand
- 2:06wisse, wo könnte ich da eine Jugendsendung machen und.
- 2:09Er hat nicht nur mich gefragt, er hat auch die Angst gefragt.
- 2:12Sie ist mit mir da in der Klasse gewesen und wir haben dann
- 2:16miteinander haben wir gefunden, ja klar, machen wir doch, wir
- 2:20haben ein Team zusammengestellt und haben dann die Jugendsendung
- 2:23Tonic auf die Beine gestellt, wo es ja bis vor gar nicht so
- 2:26langer Zeit dann auch noch gegeben hat und ja, in insofern
- 2:30ist der ist der Edith Wein wirklich schuld an meiner, an
- 2:32meiner Karriere, er, er weiss das auch und er freut sich
- 2:35glaube ich immer mal wieder darüber was mehr, wenn man das
- 2:37erzählt. Und ich muss sagen, ich bin ihm
- 2:40dankbar. Ich hätte nicht gedacht, dass
- 2:41dass das so einen Impact hat, aber es hat so manchmal.
- 2:44Nachhaltig, ja. Jetzt ist ein.
- 2:47Bisschen Tonic zu machen, das eine, wann ist dir klar
- 2:50geworden, dass du Journalist schreibender Journalist werden?
- 2:55Willst ja, es ist so ein bisschen ein Muster, das sich da
- 2:57manifestiert. Ich habe nämlich zuerst relativ
- 3:00schnell, dann mal rausgefunden, dass das ja schon lässig ist mit
- 3:02dem Journalismus, aber dass ich ganz sicher nicht Journalist
- 3:05werden will. Und zwar ist dann nach dem nach
- 3:09dem Tonic ist dann irgendwann mal noch die Schaffhauser
- 3:12Nachricht dazu gekommen. Ich habe einen Konzertbericht
- 3:14schreiben dürfen, sehr lässig gefunden, weil ich sie ja mir
- 3:17ist. Mir ist gratis an Konzert
- 3:19gekommen, man hat zum Teil dann auch über Sachen geschrieben,
- 3:21die ich nicht so wahnsinnig viel verstanden habe davon und
- 3:24gemerkt, das merkt gar niemand und.
- 3:28Und das hat dann aber relativ relativ trotzdem auch mal ja so
- 3:32ein bisschen zu Grundsatzfragen geführt gegen Journalismus, weil
- 3:36Journalismus ist ja in einer Verarbeitung von der Realität,
- 3:40und weil man den Prozess, wo man die Realität konsumierbar machen
- 3:46muss, auch die Sache weglassen muss, ist Journalismus nie
- 3:50wirklich adäquat, also wird der Realität auch nie zu
- 3:53hundertprozent gerecht. Also es hat mich früh schon
- 3:56gestört und habe dann gefunden. Ich möchte jetzt eigentlich
- 3:59nicht, es hat hat so Spass gemacht, aber sicher wie das
- 4:01Beruf und habe dann gefunden ich will Rechtsanwalt werden, das
- 4:05sei viel wichtiger und bin dann ja durch die Wirrenden
- 4:11irgendwann zum Schluss gekommen. Es ist glaube ich das einzige
- 4:15was du hast da mit dem Journalismus und dann bin ich
- 4:18zurück kann zurück gekommen und und habe dann im im Glarnerland
- 4:22ein Proventariat machen dürfen und.
- 4:24Genau. Glarner da komme ich ja.
- 4:27Gerade schnell ein, weil gerne. Was hätte ich zu den Glarner
- 4:30Nachrichten verschlagen? Ja, es ist.
- 4:32Es ist merkwürdig. Also Glarner haben ja lange so
- 4:35ein bisschen eine Beziehung gehabt zu Schaffhausen, das hat,
- 4:37glaube ich, mit dem Seminar zu tun gehabt und ja, mit anderen
- 4:41so kantonalen Institutionen, also ich glaube, Sie haben
- 4:44Kantonschemiker, haben sie lange geteilt mit Schaffhausen, und
- 4:47eben sie haben ihre Seminarschüler nach Schaffhausen
- 4:49geschickt und. Irgendwie.
- 4:51Ob es ich weiss nicht ob es in diesem Kontext gewesen ist oder
- 4:54ob es meiner Familientradition geschuldet ist, die wir
- 4:59irgendwie haben. Also es ist so, dass mein
- 5:01Grossvater hat seine erste Stelle im Glarnerland gehabt,
- 5:04mein Vater hat seine erste Stelle im Glarnerland gehabt und
- 5:06ich habe auch meine erste Stelle im Glarnerland gehabt und
- 5:08irgendwie. Ich weiss nicht was es ist.
- 5:11Das Glarnerland ist ein spezieller Kanton.
- 5:13Es ist eine so etwas wie eine geschützte Werkstatt, wenn man
- 5:16es ein bisschen ein bisschen herablasst will, sagen man kann
- 5:18es aber auch freundlicher sagen, es ist ein sehr ein
- 5:20Lebensbejahender, aber in sich so ein bisschen isolierter
- 5:24Kanton und darum perfekt zum ersten Schritt zu machen.
- 5:27Und die Glarner freut sich, wenn jemand nach hinten kommt, man
- 5:30wird fast ein bisschen, fast ein bisschen konsumiert, wenn man
- 5:33dort einwandert, einfach weil es ein neues Gesicht ist.
- 5:36Es sind also, es gibt da einen Haufen Möglichkeiten.
- 5:39Natürlich ist es dann auch schnell mal ein bisschen eng,
- 5:42aber es ist, es ist eigentlich ein ein super Ort, um in einen
- 5:45Beruf einzusteigen. Du bist dann nach einem
- 5:47Zwischenstop glaube ich bei der Südostschweiz Zweitausendundfünf
- 5:51als Leiter der Redaktion Sankt Gallen bei 20 Minuten
- 5:54eingestellt worden, hast von dort an den Hauptsitz nach
- 5:57Zürich gewechselt und bist immer weiter aufgestiegen.
- 6:00Zuerst Inland das Nachrichtenchef, später dann
- 6:03Blattmacher, stellvertretender Chefredaktor,
- 6:05Zweitausendundneunzig. Es ist schliesslich
- 6:07Chefredaktor. Du hast in denen nicht 20,
- 6:10sondern sogar 21 Jahre bei 20 Minuten nie gezweifelt, ob du am
- 6:15richtigen Ort bist. Nein, überhaupt nicht.
- 6:18Es war wirklich Liebe und und es ist wirklich ganz, ganz
- 6:21interessant in dem Moment, als ich zu 20 Minuten gekommen bin,
- 6:25habe ich ja auch auch ein bisschen high gefunden, auch in
- 6:28dieser Frage, die wir vorhin thematisiert haben mit dem
- 6:30Journalismus, der eben der Realität nicht gerecht wird,
- 6:34weil 20 Minuten ist anders als andere publizistische
- 6:37Organisationen 20 Minuten hat sehr früh der Journalismus nicht
- 6:42als Führungsinstrument wahrgenommen, sondern als
- 6:44Dienstleistung, also Informationen.
- 6:47Als Service am Leser. Und das hat insofern eine sehr
- 6:53befreiende Komponente, als dass man als Journalist sich selber
- 6:57komplett rausnehmen kann. Es geht nicht mehr um einen
- 6:59selber oder vorher musste ich immer auch darüber nachdenken,
- 7:02ja, also wenn ich jetzt etwas schreibe, wie positioniere ich
- 7:05mich persönlich mit dem, was ich schreibe, was hat das für wie
- 7:10intelligent, wirklich, wie angesagt, wirklich und mit dem
- 7:14Wechsel zu 20 Minuten ist. Diese Komponente ist vollkommen
- 7:18weggefallen, weil das, was 20 Minuten sich auf die Fahne
- 7:23geschrieben hat, ist. Wir machen das nicht für uns und
- 7:25wir als Journalisten sind wirklich alles andere als
- 7:28Geschichte, sondern es geht nur darum, einen möglichst breiten,
- 7:32breiten Anteil vom Publikum zufriedenzustellen.
- 7:36Ich habe das immer sehr geschätzt, es gibt eine
- 7:38unglaubliche Freiheit, die Welt anders anzuschauen, ausserhalb
- 7:41von ausgetretenen Pfad. Ist natürlich, irgendwann ist es
- 7:45auch ein bisschen ein goldener Käfig geworden, oder?
- 7:48Dann dachte ich, ja, könnte ich jetzt vielleicht noch zu einer
- 7:52Zeitung mit einer höheren Reputation NZZ oder, und es ist
- 7:59nie gut genug gewesen, auch nicht anders, um besser zu sein
- 8:02als bei 20 Minuten. Du hast es jetzt positiv
- 8:06formuliert, also den Service am Leser ein Stück weit.
- 8:09Auch das Rausnehmen von den persönlichen Noten.
- 8:12Umgekehrt kann man auch sagen, es ist ein kurzes Futter, es ist
- 8:16reichweitenjournalismus, ich kenne das aus meinen Zeiten vom
- 8:18Blick, es ist Clickbaiting, mit diesen Klischees hast du nie
- 8:22gehadert. Ja, also ich habe mit den mit
- 8:25meinen Berufskollegen gehadert, die nicht müde geworden sind,
- 8:28die Klischees immer und immer wieder zu repetieren.
- 8:34Aber nein, wirklich nicht. Ich meine, es ist Anmassend
- 8:38davon auszugehen, dass der Leser dumm ist, weil das ist er nicht,
- 8:42und wenn man dem Leser ein minderwertiges Medienprodukt
- 8:46anbietet, dann nimmt er es nicht an.
- 8:49Also ich kann es so sagen, wir sind lang, lang, lang vor der
- 8:53zweitletzten Gratiszeitung hat es uns noch gegeben und es sind
- 8:58viele Gratiszeitungen gekommen und wieder gegangen in der
- 9:00Schweiz und wir mussten nicht aufhören Ende letzten Jahr, weil
- 9:04uns die Leser verloren gegangen wären, sondern weil die
- 9:08Inserenten sich kurz kurzsichtigerweise entschieden
- 9:11haben, alles ihr Geld auf Google und auf Facebook auszugeben,
- 9:15statt bei einer Zeitung, wo jeden Tag 1000000 Leser gehabt.
- 9:19Du sprichst da einen wichtigen Punkt an.
- 9:21Wir haben uns auch im Vorgespräch über ein viel
- 9:24diskutiertes Interview unterhalten von Marc Wader in
- 9:28der NZZ am Sonntag, wo er unter anderem sagt, es werde in der
- 9:32Schweiz nur noch 3 Medienmarken längerfristig überleben, nämlich
- 9:35der Blick 20 Minuten und die NZZ für dich tönt das ja jetzt aus,
- 9:40warten 20 Minuten gut, teilst du die Meinung.
- 9:44Ich bin ehrlich gesagt, ich bin unglücklich über die Diskussion
- 9:49über das Votum vom Mark Walder, weil ich bin nicht immer einig
- 9:54mit dem Mark Walder, aber ich finde es extrem wichtig, dass er
- 9:56einmal darauf aufmerksam gemacht hat.
- 9:59Wie akut bedroht die Schweizer Medienlandschaft ist?
- 10:03Ich bin mit seiner Prognose überhaupt nicht einverstanden.
- 10:06Welche Titel werden überleben, aber ich bin absolut
- 10:09einverstanden damit, das gesamte Mediensystem Akutestens bedroht
- 10:14ist und dass wir viel zu wenig darüber reden und insofern bin
- 10:17ich ein bisschen unglücklich darüber, wie nachher ganz einen
- 10:22Haufen lokale Medienvertreter welche Aufgeschrien haben und
- 10:27gesagt haben, ja, aber wir sind doch alle Liebe und wir.
- 10:29Wir haben doch auch die Zukunft und böser Mark Walder und damit
- 10:33die Diskussion komplett am wichtigen vorbeigeführt, haben
- 10:38nämlich wie gesagt, dass unsere. Die Medienlandschaft akut
- 10:42bedroht ist damit unsere Demokratie akut bedroht ist und
- 10:45damit unser wirtschaftlicher Wohlstand akut bedroht ist, weil
- 10:49die diesen Drehsprung den machen, den machen sich die
- 10:53Schweizer leider leider viel zu wenig bewusst.
- 10:55Die Schweiz wäre ohne die direkte Demokratie einfach eine
- 11:00Hundskommune, einen ziemlich unattraktiven Standort und die
- 11:04direkte Demokratie, die sorgt dafür, dass wir ideale
- 11:08Voraussetzungen haben für eine gesunde, Stabile.
- 11:11Wirtschaft und das funktioniert aber nur, wenn wir eine
- 11:14Bevölkerung haben, die viermal im Jahr auf der Basis eines
- 11:18gesund geführten Dialogs sachentscheidungen treffen kann
- 11:23und den gesund führenden Dialog kann man nicht auf Basis von
- 11:26Social Media und auf Basis von Marketing Interessen, dafür
- 11:29braucht es ein Mediasystem. Welche aus mehreren Medien
- 11:33besteht, welche sich gegenseitig zur Wahrheit zwingen.
- 11:36Die Verantwortung, die sind, der sind sich die
- 11:39Marketingabteilungen in diesem Land von ganz klein bis ganz
- 11:42gross überhaupt nicht bewusst. Ich teile deine Meinung darüber
- 11:46möchte. Ich teile deine Meinung,
- 11:47insofern muss man Klartext sprechen und deutlich machen,
- 11:51dass das Geschäftsmodell Medien, so wie es über Jahre
- 11:53funktioniert hat, mit einem Werbe und einem Abo Markt nicht
- 11:56mehr funktioniert, auch weil immer mehr Werbung zu Tech
- 11:59Giganten wie Google oder Meta abwandert.
- 12:02Aber ich glaube nicht, dass. Das künstliche Intelligenz, und
- 12:06das ist auch eine Aussage gewesen, so schnell wird der
- 12:08Journalismus in den Regionen ersetzen.
- 12:11Das braucht noch ein bis die weiss was in Beckingen passiert,
- 12:16dort bin ich nicht ganz anderer Meinung.
- 12:18Du bist bei 20 Minuten auch in der Funktion als KI
- 12:22verantwortlicher immer noch was glaubst du punkto ki?
- 12:27Ich glaube auch, dass das Quatsch ist, also
- 12:30existenzbedrohend für die Medien ist nicht KI, sondern
- 12:33existenzbedrohend für die Medien sind Marketinggelder, die
- 12:36abwandern. Das ist ein entscheidender
- 12:38Unterschied. KI könnte sogar eine Chance sein
- 12:40für Medien, und zwar weil sie Unternehmen zwingt zu
- 12:44realisieren, wie wichtig Wahrheit ist.
- 12:47Also ich meine nicht absolute Wahrheit, aber ich meine
- 12:49relative Wahrheit, weil die KI ist ja darauf angewiesen.
- 12:54Qualitativ möglichst gute Antworten zu liefern und Kai
- 12:57Weiss mittlerweile oder weiss natürlich in Anführungszeichen,
- 13:02dass Marketingaussagen, welche die Firmen in ihren Kampagnen
- 13:06postulieren, auf ihrer eigenen Website oder auf den Social
- 13:09Media, dass diese nur bedingt vertrauenswürdig sind.
- 13:12Das heisst? Quellen, die auf echtem
- 13:15Journalismus basieren, haben in der Berücksichtigung eine höhere
- 13:19Schränkung, also haben einen höheren Wert für die KI.
- 13:22Das heisst für die, die es noch nicht begriffen haben, wenn ein
- 13:25Unternehmen stattfinden will. In der KI suche, dann sind sie
- 13:29darauf angewiesen, dass echte Medien von echten Menschen über
- 13:33sie schreiben, weil die KI weiss, die Qualität dieser
- 13:37Inhalte hat tendenziell eine höhere Verlässlichkeit als das,
- 13:41was sie selber. Produzieren oder das, was
- 13:44irgendeine andere KI zusammen analysiert hat.
- 13:47Und darum glaube ich nicht, dass die KI die Medien so stark
- 13:50bedroht wie die Bequemlichkeit, welche aus dem Netzwerkeffekt,
- 13:56aus der absoluten Marktdominanz von Google, Tik Tok und meta
- 14:01sich ergibt für unsere Geldflüsst.
- 14:04Jetzt arbeitest du künftig als Berater und Stratege.
- 14:08Bei Advisory. Sind das auch Themen, die du
- 14:11dort betreuen wirst und wo du Unternehmen beraten wirst, wie
- 14:15sie sich in diesem Umfeld bewegen sollen?
- 14:18Auf jeden Fall, auf jeden Fall. Also ich muss das vielleicht ein
- 14:22bisschen auseinandernehmen, ich habe mir ausbedungen, oder ich
- 14:25habe mit meiner noch immer Chefin desirée Pomper.
- 14:29Ein Agreement gefunden, dass ich weiterhin ein bisschen
- 14:32Journalist sein darf, weil ich es halt doch sehr gerne bin.
- 14:35Und das sind dann 3 Felder. Das eine sind ist so ein
- 14:38bisschen Hospitality. Das zweite ist ist die KI und
- 14:43das Dritte sind ganz generell grosse Interviews, die man mal
- 14:46so ein bisschen als Kontrast zu dem Kurzfutter, das du vorher
- 14:49erwähnt hast, auch immer mal wieder demonstrieren können,
- 14:52dass man auch ja, dass man auch grössere Themen mal umfassend
- 14:56durchleuchten kann und, und das sind dann ja so
- 14:58Sonntagsvormittagsstücke, die man die man sich dann geben
- 15:01kann, wenn man, wenn man dann Lust hat.
- 15:03Und in der Kai wollte ich bleiben, weil ich es wichtig
- 15:06finde, dass man über das Thema berichtet.
- 15:09Wir haben viel zu wenig Journalismus in der Schweiz, wo
- 15:11wo sich mit dem Thema, mit dem wahnsinnig schnell sich
- 15:13entwickelnden Thema beschäftigt, wir sind ja immer das einzige
- 15:17Medium, wo uns Kai Ressorts haben, und gleichzeitig macht
- 15:21die Technologie mit unserer Gesellschaft, ich habe.
- 15:24So schnell, so wahnsinnig viel, dass dass kaum irgendjemand sich
- 15:28vernünftigerweise kann, Orientierung zu aneignen, die
- 15:31länger haltbar ist als eine Woche.
- 15:34Oder geht es dir anders? Nein, das ist tatsächlich so.
- 15:38Eben. Also es gibt, wir haben eine
- 15:39riesige Servicelücke im Bereich gehabt in, wir haben jetzt wie
- 15:42ein Ressort, wovor allem praktische Tipps gibt, so
- 15:46wirklich versucht, Hilfeleistung zu geben bei den technischen
- 15:49Entwicklungen, bei den Anwendungsbeispielen, in
- 15:51konkreten. Es gibt aber sehr wenige, wo ein
- 15:54bisschen auf der Metaebene das Thema beleuchten, versuchen,
- 15:57Antworten zu finden, was macht das mit unserer Gesellschaft,
- 16:00wohin führt das, was ist Nachhaltigkeit im Kontext von
- 16:04KI, über was macht das mit unseren Berufsbildern.
- 16:08Was für eine Auswirkung hat auf die ja Kollektive, nicht
- 16:12wahnsinnig gute Gesundheitssituation im Bereich
- 16:15Mental Health unserer Jugend führt das zu einer noch
- 16:18stärkeren Überforderung, oder das führt dazu, dass wir durch
- 16:22die Beschleunigung durch alle Sachen, die uns keine Jahre
- 16:24abnehmen kann, Raum bekommen, um uns besser zu schauen, um
- 16:29weisere entscheide, Zufällen, weil wir weniger fliessarbeit
- 16:32machen müssen. Ich weiss es nicht, aber ich
- 16:34drücke mich extrem wichtig, dass man über diese Fragen nachdenkt
- 16:37und da werde ich weiterhin als Journalist machen und jetzt zu
- 16:40deiner Frage, ja ich werde ich, ich gehe selbstverständlich auch
- 16:44ein Unternehmen beraten im Bereich der KI Transformation,
- 16:48aber da ist es immer noch meine wichtigste Botschaft, die wird
- 16:52weiterhin sein, Macht nicht irgendeinen Zeichen damit er es
- 16:55gemacht hat, weil wir sind so wie in vielen Unternehmen immer
- 16:58noch an dieser Stelle, wo wo wo Chefs die selber nicht draus
- 17:03kommen. Das Gefühl haben, Sie möchten
- 17:04jetzt unbedingt einmal etwas machen mit dieser KI.
- 17:07Und dann stellen Sie irgendwelche Consultants an und
- 17:11die machen dann irgendetwas und das kostet viel und bringt die
- 17:14Regelung, das wäre wie mein allererster Ratschlag an jeden,
- 17:17der sich mit dem Thema anfängt zu beschäftigen, und darum finde
- 17:21ich es ehrlich gesagt, ich finde es gar nicht so spannend.
- 17:26Wichtig ist, dass, dass sich die individuellen damit
- 17:28beschäftigen, dass dass die Mitarbeiter ermutigt werden,
- 17:30sich sich als Gesellschaftsteilnehmer vertraut
- 17:34zu machen mit dieser Technologie, dass sie ihren
- 17:36Alltag lernen, managen, mit dieser Technologie.
- 17:40Und dann kommt der Transfer in die Berufswelt, der kommt dann
- 17:44nämlich ganz automatisch. Das hast du vorher erwähnt.
- 17:48Du bleibst noch ein bisschen Journalist.
- 17:49Neben deiner neuen Beratungsfunktion 2023 hast du
- 17:54einen relativ ungewöhnlichen, aber wie ich finde
- 17:57bewundernswerten Schritt gemacht.
- 17:58Du hast mit deiner Stellvertreterin Desiree Pomper,
- 18:02die du vorher erwähnt hast, als neu deine Chefin ist, den Job
- 18:06gewechselt mal ehrlich, wie schwierig oder wie einfach ist
- 18:09das gewesen? Ja, sehr schwierig, sehr
- 18:12schwierig und gleichzeitig aber auch völlig klar, weil
- 18:16offensichtlich notwendig. Wir haben dort in dieser Zeit,
- 18:21das ist, das ist so Ende covid Phase gewesen, es ist 20 Minuten
- 18:26nicht wahnsinnig gut gegangen, wirtschaftlich, und wir haben
- 18:31auch bei den Leserzahlen so ein bisschen eine BSR gehabt.
- 18:36In die Post gekommen weil das ist wirklich aus, aus einer sehr
- 18:38entzündten Atmosphäre sind wir rausgekommen und in dem Moment
- 18:44ist mir das Desiree, wo ich, wo ich vorher ja wirklich ewige
- 18:48Zeiten da zusammengearbeitet habe.
- 18:50Sie ist ein sehr attraktives Angebot bekommen, zum einen
- 18:53neuen Job anzutreten und ich hätte das absolut verstanden,
- 18:57wenn sie das Angebot angenommen hätte und.
- 19:00Und ich habe aber nicht gesehen, dass ich aus dieser, aus diesem
- 19:04dummen Rank, in dem wir drin waren, rauskomme ohne sie und
- 19:10fand dann die Gefahr, dass wenn ich sie ziehen lasse und jetzt
- 19:13einfach einen auf den Machterhalt mache, dass das
- 19:16nicht gut kommt. Und dann fand ich, nein, es ist
- 19:20besser für das Unternehmen, wenn die desirée bleibt, weil die
- 19:22desirée war voll Ersatz und es wäre schlecht gewesen, wenn es
- 19:27nicht gegangen wäre für das Unternehmen, es wäre schlecht
- 19:29gewesen für mich. Und dann habe ich gesagt, dass
- 19:32du dazu sagst, wie wäre es, wenn man die Rollen tauschen würde
- 19:36und sie ist komplett verblüfft gewesen und hat dann ja ein paar
- 19:41Nächte darüber geschlafen und hat dann gefunden, doch sie
- 19:45etwas machen. Und ich habe gewusst, dass das
- 19:48gut kommt. Wir haben dann nochmals, es ist
- 19:50wirklich nicht einfach gewesen für mich, es ist nicht, es ist
- 19:52nicht so, dass ich so eine, so eine Position, wo ich wirklich
- 19:57habe, die lange angestrebt, und ich habe sie auch, habe sie auch
- 20:00geliebt, ich habe sie gerne gemacht und da einfach so einen
- 20:04runter zu geben, ist das, das kostet innere Überwindung, hat
- 20:08mir aber. Ganz einen Haufen Chancen
- 20:11eröffnet hat. Mir hat mir Luft gegeben in
- 20:14einer sehr guten Position weiter Einfluss nehmen können, mir Zeit
- 20:19nehmen, um mir zu überlegen, wie es weitergehen könnte mit mir
- 20:21und das habe ich 3 Jahre lang gemacht und jetzt habe ich es
- 20:25rausgefunden und es ist ein unglaubliches Privileg, dass ich
- 20:27das machen konnte, bin auch extrem dankbar, dass ich das
- 20:30machen konnte und freue mich jetzt total, in einer guten Art
- 20:34und Weise das Unternehmen zu verlassen, ohne dass es so.
- 20:40Eine Zäsur ist genau eine Zäsur ist, sondern ein organischer
- 20:46Schritt und ist in besten Händen es es atmet, es atmet leben
- 20:52unter den Desiree und und es ist eine Freude zum Zuschauen.
- 20:55Dein Chef ist als Geschäftsführer von 20 Minuten
- 20:58langen Jahren der Marcel Kohler gewesen, seines Zeichens auch
- 21:01Verwaltungsratspräsident in unserem Haus und auch ein
- 21:04Schaffhauser respektive Uewyser hat dir die Schaffhauser
- 21:08Connection geholfen. Ja, was soll ich jetzt da sagen?
- 21:14Ich habe, ich habe immer sehr gerne mit dem Marcel zusammen
- 21:16gearbeitet und natürlich so einen Dialekt verbindet.
- 21:21Also ich würde sagen ja und nein, wenn man den gleichen
- 21:24Dialekt redet, dann versteht man vielleicht mehr Zwischentöne und
- 21:28das kann dann in Zürich ist es schon fast ein bisschen
- 21:31Geheimsprache sein manchmal. Und andererseits ist es auch
- 21:34wirklich schön, wenn man in dem Zürich nicht einfach so
- 21:37überfahren wird. Ich weiss nicht wie du bist auch
- 21:39in Zürich gewesen, Schaffhausen hat nicht ein wahnsinnig hohes
- 21:44Ansehen, wenn wir da mit unserem mit unserem breiten Dialekt
- 21:47daher kommen, dann wird man gerne mal ein bisschen
- 21:49verspottet und wenn man dann noch einen hat, der ja der einem
- 21:53so ein bisschen den Rücken stärkt diesbezüglich.
- 21:55Dann ist das schön. Aber ganz abgesehen von der von
- 21:58der Schaffhauser Herkunft habe ich mich immer sehr gut
- 22:01verstanden mit dem Marcel. Er ist ein Profi und er ist ein
- 22:04wahnsinnig aufrechter Medienmanager, also ich will
- 22:08keinen Tag missen. Du hast ja auch überall diese
- 22:12Zeit immer in Schaffhausen gewollt.
- 22:14Du hast es vorher gesagt, an der an der Weinhalde parallel dazu
- 22:18aber glaube ich auch eine Dependance in Zürich gehabt.
- 22:20Wie machst du das jetzt künftig als Berater?
- 22:24Ich denke, ich werde mehr in Schaffhausen sein.
- 22:28Ich bin kein Fan von Home Office eigentlich, weil für mich ist
- 22:32ist die Anwesenheit im Büro eigentlich immer etwas Gutes
- 22:34aktuell, wir haben die Büroräumer, aber die sind
- 22:37wahnsinnig weit weg von mir, darum würde ich wahrscheinlich
- 22:39eher mehr in Schaffhausen sein, mehr zu Hause arbeiten und sonst
- 22:43bin ich aber auch sehr gerne einfach mal irgendwo in einem
- 22:45Kaffee mit dem Laptop. Also ich würde vielleicht ein
- 22:48bisschen agiler sein, ein bisschen mobiler als sonst, aber
- 22:51in der Tendenz eher mehr in Schaffhausen sein.
- 22:54Jetzt hast du dich mal vor 23 Jahren in einem Interview mit
- 22:57der AZ geoutet, dass du keine Bücher liest, weil dir Geduld
- 23:00dazu fehle. Bist du eigentlich viel darauf
- 23:02angesprochen worden ist? Noch ein bisschen länger her.
- 23:05Ja, ja, also ich meine, es ist ja schon verrückt, wie
- 23:09wahnsinnig fest sich Journalisten für andere
- 23:12Journalisten interessieren. Stell dir mal vor, irgendein.
- 23:17Ein Geschäftsführer von einem von einem KMU, der Schrauben
- 23:20herstellt, darüber sprechen, ob er jetzt was weiss ich.
- 23:26Heimwerkert zu Hause oder nicht? Ob er heimwerkert oder nicht,
- 23:29ich glaube das wäre doch das wäre doch der ganzen Welt nur zu
- 23:32piep egal. Aber aber wenn ich
- 23:35wahrscheinlich als einziger von ganz vielen ehrlich bin und
- 23:38sage, ich habe, ich habe Geduld nicht mehr zum Bücher lesen.
- 23:41Und ganz viele andere haben irgendeinen auf dem auf dem
- 23:44Nachtessen zu liegen, wo sie, wo sie mal die erste Seite
- 23:47angefangen haben zu lesen und behaupten, dann sie, sie sagen
- 23:51ja, es ist tatsächlich so, und ich meine, jetzt kann es auch
- 23:55noch weiterführen unsere ich versuche, ich versuche sehr in
- 23:58unserer Gesellschaft unterwegs zu sein, und zwar auch im
- 24:01Rhythmus unserer Gesellschaft und was ich beobachte ist, ich
- 24:05bin längstens vom 30 Kunden Takt von tiktok absorbiert.
- 24:09Finde ich das nur gut? Nein, aber ich finde es auch
- 24:12nicht nur schlecht, ich finde das Tempo von von von unserem
- 24:15Medienkonsum hat einen Grund und das ist, weil die
- 24:18Contenterstellung so wahnsinnig gut geworden ist, dass es
- 24:22einfach faszinierend ist, Social Media Konsum in A Goodway heisst
- 24:28auch die Welt entdecken in einer Art und Weise, wie es früher nie
- 24:31möglich gewesen wäre. Mein Leben ist unglaublich
- 24:34reichhaltig und selbstverständlich muss ich
- 24:36dafür sorgen, dass ich, dass ich ausserhalb vom Social Media
- 24:39Konsum. Auch die Welt selber, also die
- 24:41richtige Welt wahrnehmen zum Ausgleich.
- 24:45Mein Garten ist da das beste Mittel dazu, der ist sowas von
- 24:49analog und er ist sowas von langsam, dass ich keinen
- 24:53schöneren Ort wüsste. Also du tust gärtnern in deiner
- 24:56Freizeit. Ja, Gärtnern ist ein grosses
- 24:59Wort. Ich habe einen pro Natura
- 25:00zertifizierten Naturgarten mit maximaler Biodiversität, das
- 25:07sieht man dem Garten auch an und und ich behaupte, nicht alle
- 25:11Nachbarn finden das toll, aber im Garten gibt es Eidechsen und
- 25:16es gibt Insektenarten, die man sonst nicht sieht und das das
- 25:20reicht mir. Gaudenz Wir haben die auch mir
- 25:23auferlegt, 20 Minuten Sendezeit leider schon bei weitem
- 25:26überschritten. Ich wünsche dir in deinem
- 25:30nächsten beruflichen Abschnitt in deinem nächsten Gärtchen
- 25:33ebenso viel Leidenschaft und Innovationsgeist wie bei 20
- 25:37Minuten. Und ich bin ganz sicher, wir
- 25:38werden von dir hören. Danke vielmals für das Gespräch.
- 25:41Danke vielmals. Nina hat mich sehr gefreut.
- 25:46Call the Boss, Ein Format vom Wirtschaftsnewsletter Zahltag,
- 25:50unterstützt von GF und Radio Munot.