Latest / Gin And Talk / Susann Rehlein über Scham, Sexualität und Lust
Transcript
- 0:00Speaker 0: Und ich glaube, wir vergessen ganz oft dass das ja tatsächlich kein Sex ist was im Porno zu sehen ist.
- 0:05Speaker 0: oder diese Riesenplakate haben nicht viel mit wirklichem Sex zu tun.
- 0:13Speaker 0: Im Porno die Leute haben keine Lust sondern sie haben eine Tablette genommen.
- 0:18Speaker 0: es war noch nie soviel Wissen vorhanden wie jetzt so leicht zugänglich Aber es gibt kaum jemanden, der sich damit beschäftigt.
- 0:27Speaker 0: Man tut das eben erst wenn die ersten Probleme auftauchen im Bett.
- 0:32Speaker 0: Es masturbieren Männer wie Frauen viel zu kurz mit angespanntem Körper nicht tief atmend Männer oft noch zu Pornos also zu Bildern.
- 0:43Speaker 0: sie sind nicht bei der Sache sondern im Kopf und Die Fläche die bespielt wird ist halt winzig.
- 0:50Speaker 1: Herzlich willkommen Mein Name ist Daniel Vög und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:59Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Susanne Rehlein.
- 1:02Speaker 1: Die Journalistin und Autorin beschäftigt sich in ihrem aktuellen Buch Ab ins Bett – Sexuelle Späterziehung mit einem Thema das uns alle betrifft über das aber viele lieber schweigen.
- 1:13Speaker 1: Unser Sexleben.
- 1:15Speaker 1: Offen, klug und mit feinem Humor spricht sie über Scham, Lust, Chronographie, partnerschaftliche Intimität.
- 1:21Speaker 1: Und die Frage warum wir nie wirklich gelernt haben über Sexualität zu sprechen geschweige denn sie bewusst zu leben.
- 1:29Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen wie wer alte Muster verlernen nähe neu entdecken und warum es manchmal hilft einfach gemeinsam zu lachen auch dann wenn im Bett mal etwas schief geht.
- 1:40Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Gen & Talk gefällt, folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:49Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du als Video-Podcast auf unserem YouTube Kanal.
- 1:55Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:08Speaker 0: Herzlich willkommen an unserem Bartresen.
- 2:11Speaker 1: Herzlich Willkommen
- 2:13Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin and Talk!
- 2:17Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 2:25Speaker 1: Studio-Bar.
- 2:33Speaker 1: Liebe Susanne ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können um über unser aller Sexleben zu sprechen, um über dein Buch ab ins Bett zu sprechen vielleicht gemeinsam herauszufinden, warum das alles immer noch so ein Tabuthema bei uns allen ist.
- 2:52Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 2:53Speaker 0: Danke dass ich hier sein darf und lass uns das machen.
- 2:56Speaker 1: Ich habe vorhin schon erzählt es ist gar nicht so leicht viele Informationen über dich zu finden weil so arg viel gibt's eigentlich online gar nicht außer deinen vielen Büchern natürlich die du geschrieben hast und die Publikation drum herum.
- 3:09Speaker 1: deshalb mal für alle die dich heute zum ersten Mal quasi in Farbe sehen oder auch nur hören, kannst du vielleicht mal einmal damit anfangen und erklären wie du überhaupt zu diesem Thema gekommen bist.
- 3:23Speaker 0: In Farbe ist gut!
- 3:24Speaker 0: Schwarz.
- 3:26Speaker 0: Sex war für mich immer... Ich war eine traurige junge Frau und Sex war bei mir immer belebend und so eine Möglichkeit, wo er mich ins Leben zu schieben und glücklich zu sein und lebendig zu sein.
- 3:40Speaker 0: Und es hat aber nie besonders gut funktioniert und deshalb habe ich mich irgendwann auf den Weg gemacht, erst mal mein Sexleben zu revolutionieren.
- 3:48Speaker 0: Ich hab dann begriffen das eigentlich bei niemandem der Sex wirklich super funktioniert und habe dann ganz viel gelernt und mich damit beschäftigt.
- 3:59Speaker 0: Über Sexgeschrieben habe ich schon als ganz junge Frau, mich haben immer diese Momente interessiert in denen man kurz zu sich kommt während man es tut Diese absurden Momente, wenn man so merkt hier funktioniert was nicht oder wie sehe ich gerade aus?
- 4:16Speaker 0: Oder was mache ich denn hier um Himmels willen und wer ist dieser Mensch der hier über mir ist.
- 4:21Speaker 0: Das fand ich schon immer total witzig und finde es auch noch witzige und manchmal fast witziger als den Sex selbst.
- 4:28Speaker 0: also ich schreibe schon immer über Sex und über Sex zu sprechen und aufzutreten und zu zeigen Was man mit einem Penis machen kann, was man mit einer Vulva machen kann.
- 4:40Speaker 0: Das mache ich noch nicht so lange und freue mich deshalb besonders dass sich heute hier sprechen können.
- 4:46Speaker 1: Ich habe es vorhin schon gesagt das ist irgendwie ein Tabuthema in unserer Gesellschaft.
- 4:50Speaker 1: Also keiner will wirklich offen darüber sprechen Mit wenigen Ausnahmen wie dir.
- 4:55Speaker 1: Dabei ist das ja eigentlich ein Thema das uns schon immer beschäftigt.
- 4:58Speaker 1: logischerweise Es gibt ja kaum ein Thema, das uns länger beschäftigt als genau dieses.
- 5:03Speaker 1: Warum denkst du denn, dass wir uns da immer noch so schwer tun?
- 5:06Speaker 1: Einfach mal offen drüber zu sprechen.
- 5:09Speaker 0: Ich glaube, so seltsam das klingt, zwanzig, fünfundzwanzig... Da wirken ganz alte Strukturen die seit Jahrhunderten überliefert und uns quasi ins Rückenmarkt gefresset sind.
- 5:24Speaker 0: Patriarchal, kirchlich was auch immer Sex ist mit Charme- und Ängstenversagensangst und solchen Sachen verstellt.
- 5:35Speaker 0: Und man muss darüber hinweggehen, um sich frei bewegen zu können, um Freisex machen zu können.
- 5:45Speaker 0: Das ist wirklich ein Riesending für viele Menschen.
- 5:48Speaker 0: Das sollte man nicht meinen.
- 5:50Speaker 1: Gleichzeitig haben wir aber irgendwie so eine Verzerrung in diesem Thema.
- 5:54Speaker 1: Seit es das Internet gibt und seit es natürlich auch Chronographie im Netz gibt und dass für jeden kostenlos verfügbar ist man da gar nicht mehr groß in irgendwelche Videotheken, hinter irgendwelchen Vorhänge in verruchte Räume gehen muss um sich VHS-Kasetten zu suchen.
- 6:11Speaker 1: Sondern man hat das alles online!
- 6:14Speaker 1: Aber trotzdem ist da immer noch dieser Abstand da... Was macht es eigentlich mit uns?
- 6:18Speaker 1: Also dass das Thema auf der einen Seite allgegenwärtig in unserem Medienkonsum ist, dass wir die ganze Zeit Inhalte dazu mitbekommen und auch im Zugriff haben und auf der anderen Seite, aber trotzdem da irgendwie nach außen hin wir selbst ganz individuell so zurückhalten sind.
- 6:36Speaker 0: Dazu fällt mir ein dass kurz nach der Wende es so einen Aufschrei gab unter ostdeutschen Frauen die gesagt haben Die Pornografie ruiniert uns unseren freien Sex.
- 6:48Speaker 0: man sagt ja immer die Ostdeutsche wären freier mit der Sexualität Und ich glaube wir vergessen ganz oft das das hier tatsächlich kein sex ist was im porno zu sehen ist oder Diese Riesenplakate haben nicht viel mit wirklichem Sex zu tun.
- 7:06Speaker 0: Und im Porno, die Leute haben keine Lust sondern sie haben eine Tablette genommen und werden dafür bezahlt dass sie das machen was sie denn machen.
- 7:14Speaker 0: Sex ist im Zweifelsfall unter der Bettdecke und nicht zu sehen.
- 7:18Speaker 0: also wir lernen ganz viele falsche Sachen die uns nicht guttun, die uns taubmachen Ja, die unser Fühlen behindern und was Männer angeht sagt man ja oft.
- 7:32Speaker 0: Die sind visuell Und die Frage ist, ob das wirklich so stimmt oder von Pornos angelernt ist.
- 7:40Speaker 0: Ich will gar nichts gegen Pornus sagen im Zweifelsfall ermöglichen, die glaube ich vielen Leuten, die sonst keinen Zugang, also gar keinen Zugangs zur Sexualität hätten, eine Möglichkeit dahin zu kommen und was zu haben.
- 7:54Speaker 0: aber man sollte das wirklich prüfen und sich immer bewusst machen dass es kein Sex ist und es auf keinen Fall als Handlungsanweisung nehmen.
- 8:03Speaker 1: Sorgt es aber vielleicht nicht auch gerade bei Menschen, die vielleicht ein bisschen schüchtern?
- 8:08Speaker 1: Da sind sie zurückhaltender.
- 8:09Speaker 1: Sind die vielleicht auch so ein Thema mit ihrem eigenen Selbstwert haben?
- 8:13Speaker 1: Sorgt das bei denen nicht vielleicht auch dazu dass sie vollkommen falsche auch Erwartungshaltungen an sich selbst haben und vielleicht dann auch an die jeweilige Partnerin oder den jeweiligen Partner, weil man irgendwie das so sieht.
- 8:27Speaker 1: Dass die anderen das ja anscheinend zu machen und dass dann aber in der Realität so irgendwie anders aussieht.
- 8:34Speaker 0: Davon würde ich ausgehen?
- 8:35Speaker 0: Das ist sehr gefährlich glaube ich gerade für junge Menschen.
- 8:39Speaker 0: Man sagt ja im Alter von ich glaube ich weiß jetzt nicht ob sieben oder elf das erste Mal mit harte Pornografie konfrontiert sind Und es wird nicht groß darüber geredet und das wird nicht von den Eltern mit den Kindern gesprochen.
- 8:54Speaker 0: Also natürlich in Ausnahmefällen schon, ich glaube dass das wirklich wirklich gefährlich ist.
- 9:00Speaker 1: Dein aktuelles Buch ab ins Bett hat den Untertitel Sexuelle Späterziehung.
- 9:06Speaker 1: Das klingt so ein bisschen wie eine Einladung, vielleicht sogar amtliche Einladungen zum Nachsitzen.
- 9:15Speaker 1: Vielleicht auch so ein bisschen das Problem, dass du sagst es gerade und mit den Eltern spricht man normalerweise da nicht mit Ausnahmen.
- 9:22Speaker 1: Aber es ist ja da auch so schwierig.
- 9:25Speaker 1: Also müssten wir uns eigentlich mal wirklich nochmal auf die Bank setzen sozusagen und nachsitzen und im besten Fall dein Buch lesen oder auch andere Medien dazu konsumieren, die das Ganze mal sachlich beleuchten?
- 9:38Speaker 0: Ich glaube, man sollte alle Medien konsumiert, die es dazu gibt!
- 9:43Speaker 0: Und im Zweifelsfall auch mal ein Porno, aber es gibt alles möglich.
- 9:47Speaker 0: Es gibt Lehrfilme auf YouTube, man kann Kurse besuchen entweder mit Holz und Plüschgenitalien oder mit den Echten.
- 9:53Speaker 0: Man kann alle möglichen Bücher lesen unter anderem Mainz weil wir haben es einfach nicht gelernt.
- 10:00Speaker 0: Wir haben es in der Schule nicht gelernt, wir haben das von den Eltern nicht gelernt.
- 10:03Speaker 0: Wir haben diesen Porno-Einfluss und den Rest haben wir uns selber zusammen gestümpert, hat ja auch Spaß gemacht.
- 10:10Speaker 0: Und war ja auch lustvoll – ganz viel kriegt man ja auch über Trial and Error heraus!
- 10:16Speaker 0: Aber ich glaube es wäre sinnvoll gewisse Dinge sich anzueignen.
- 10:23Speaker 0: Es macht nur keiner.
- 10:25Speaker 0: Es waren noch nie so viele Wissen vorhanden wie jetzt, so leicht zugänglich... Aber es gibt kaum jemanden, der sich damit beschäftigt.
- 10:34Speaker 0: Man tut das eben erst wenn die ersten Probleme auftauchen im Bett und es wäre doch viel schöner wenn diese Dinge schon viel eher benutzt werden oder genutzt werden könnten und einfach helfen könnten.
- 10:49Speaker 1: Wo finde ich denn da die richtige Balance zwischen Vorwissen, Vorbereitung lesen mich mit dem Thema Beschäftigen und dem ausprobieren?
- 10:58Speaker 1: Weil das ausprobieren ist ja manchmal oder dass selbst herausfinden und weil das ja eigentlich schon auch der Aspekt ist, der durchaus auch Spaß macht.
- 11:06Speaker 1: Wenn man mit einem Partner oder einer Partnerin dann Dinge erst mal herausfindet miteinander auch
- 11:12Speaker 0: Ja ich sehe da gar kein Problem.
- 11:16Speaker 0: Es macht ja auch Spaß sich so ein YouTube Video anzuschauen wie man jetzt den den G-Punkt findet oder was man mit dem Penis machen kann Und es dann auszuprobieren, nach Hause zu gehen und das Auszug probieren ist doch wirklich lustvoll.
- 11:29Speaker 0: Und der Partner die Partnerin wird sich freuen.
- 11:33Speaker 1: Würdest du eigentlich sagen dass man sowas im besten Fall zusammen macht?
- 11:36Speaker 1: Also sich gemeinsam mit dem Thema beschäftigt oder sollte es jeder so für sich machen?
- 11:43Speaker 0: Je nachdem wie... die Beziehung funktioniert.
- 11:46Speaker 0: Ich darf natürlich meinen Partner, meine Partnerin nicht stressen und sollte vielleicht das was ich lernen möchte erstmal selbst lernen.
- 11:55Speaker 0: aber klar das kann also wie zusammen tanzen gehen.
- 11:59Speaker 0: wie alle anderen Aktivitäten bringt es natürlich ein paar auch voran.
- 12:04Speaker 1: Was würdest du eigentlich sagen sind die größten Missverständnisse an dem Körper des jeweils anderen Geschlechts?
- 12:12Speaker 1: Also aus deinem Buch auch so ein bisschen rausgelesen, müssen da ja auch sozusagen physisch anatomisch noch ganz viel nachlernen um irgendwie besser miteinander umzugehen.
- 12:23Speaker 0: Ja ich glaube der größte Denkfehler ist dass man an der anderen Person das macht was einem selbst gefallen würde und das es irgendwie berührend aber bringt.
- 12:37Speaker 0: nicht soviel weil wenn wir jetzt mal von Männern und Frauen ausgehen die doch sehr unterschiedlich sind, unterschiedliche Zeit brauchen um warm zu werden und unterschiedliche Dinge einfach brauchen.
- 12:50Speaker 0: Das fängt beim Initieren von Sex an.
- 12:53Speaker 0: während ich mich wahrscheinlich jede Minute an einen Mann ranruppen könnte im Bett morgens.
- 13:01Speaker 0: Schatz wollen wir Sex machen würde das andersrum eher nicht funktionieren.
- 13:06Speaker 0: also müsste sich mein Partner was überlegen sich mehr Zeit neben solche Dinge.
- 13:13Speaker 1: Du nimmst dich und deine eigenen Erfahrungen ja auch gern als Beispiele, und bist da sehr offen?
- 13:19Speaker 1: Gibt es dafür Dich eigentlich sogar keine Hürde oder ist das für Dich eine Überwindung gewesen, da auch so offen reinzugehen – auch öffentlich!
- 13:27Speaker 1: So offen rein zu
- 13:28Speaker 1: gehen?!
- 13:29Speaker 0: Ich bin ja keine Lehrerin die... quasi ihre Klienten als Fileware-Spiele benutzen kann.
- 13:36Speaker 0: Und ich glaube oder hoffe, das macht den Charme meines Buches aus, dass ich zeige... Jeder hat Probleme mit Sex!
- 13:44Speaker 0: Ich habe auch Probleme mit sex und ich sage euch wie ich hier aus der Nummer rauskomme und ich ermutige sich nicht so ernst zu nehmen und über pleiten Pech und Pannen wirklich auch mit Humor hinwegzugehen oder dadurch zu gehen um es irgendwie zu lösen.
- 14:02Speaker 1: Ist das vielleicht auch so ein wichtiger Punkt, dass man vielleicht auch gemeinsam darüber lachen kann wenn Dinge mal schief gehen und nicht irgendwie versucht da in so einen Topf voller Scham hineinzuspringen?
- 14:12Speaker 1: Und sich dann aus der Situation herausziehen.
- 14:16Speaker 0: Das ist das schwerste überhaupt weil in dem Moment... Wenn zum Beispiel die Erektion nicht da ist, ist es ganz oft mit Schamen verbunden.
- 14:24Speaker 0: oder wenn ich wieder nicht für mich sorgen konnte und sich da jemand auf mir zum Orgasmus ruckelt kann ich das in dem Moment oft nicht lösen.
- 14:32Speaker 0: Aber wenn man dann hinterher Humor versagen kann, da hast du mal wieder mich auf dich aufgepasst oder er sagt, oh, ich war so gestresst und ich war völlig woanders mit meinen Gedanken können wir noch mal?
- 14:44Speaker 0: Oder was auch immer!
- 14:45Speaker 0: Dann ist sofort dieser Scham der Stecker gezogen und sofort ist eine Verbindung da und man kann zusammenlachen.
- 14:54Speaker 0: Und ich finde auch, man sollte diese Sachen... Man sollte sowohl das ganz Tolle immer wieder erwähnen feiern, wie schön das war und was es besondere war.
- 15:03Speaker 0: Und ganz genau sagen, was man gefühlt hat aber diese Sachen dann eben mit benennen.
- 15:09Speaker 0: oder bin ich weggerutscht?
- 15:10Speaker 0: Das war nicht so gut für mich!
- 15:11Speaker 0: Da hat das Tempo nicht gestimmt und da bin ich dir irgendwie verloren gegangen.
- 15:17Speaker 0: Sofort ist die Scham weg und man ist in
- 15:20Speaker 0: Verbindung.".
- 15:22Speaker 1: Das ist ja auch ein Moment wo man dann vielleicht diese Mauer zwischeneinander bricht, wo man selbst irgendwie den Anspruch hat immer perfekt sein zu wollen und irgendwie von der anderen Person das ja auch irgendwo erwartet gerade in solchen Situationen.
- 15:36Speaker 1: Und dann vielleicht das Ganze auch auf eine andere Ebene noch mal heben kann oder?
- 15:40Speaker 0: Absolut!
- 15:41Speaker 0: Und vom Anderen zu erwarten perfekt zu sein ist sowieso der Killer für jede erotische Begegnung.
- 15:49Speaker 0: Das wird immer so sein dass sich... Dass man sich begegnet in seiner Unvollkommenheit Und am besten ist es doch völlig ohne Erwartung da rein zu gehen, wenn man das denken kann.
- 16:00Speaker 0: Ich finde auch diese Unterteilungen in Vorspielakt und Nachspiel – dann muss aber jemand gekommen sein nicht hilfreich!
- 16:09Speaker 0: Sondern wir begegnen uns nackt in unserer ganzen Unvollkommenheit mit unserer ganzen Lust und schauen mal was diese Körper machen wollen.
- 16:18Speaker 0: Wir atmen viel und sind neugierig aufeinander wird es vielleicht ein bisschen weniger Erregung geben, weil man halt nicht so zielgerichtet stimuliert und sich nicht so auf den Orgasmus hin bewegt.
- 16:33Speaker 0: Aber es wird länger dauern und es wird lustvoller sein.
- 16:36Speaker 0: Die Menschen wechseln oft oder vermischen oft Erregungen und Lust aber auch in Zusammenhang mit Pornos kann man das gut sehen.
- 16:46Speaker 0: wenn man zu Pornus masturbiert ist die Erregion hoch hoch hoch, aber die Lust ist nicht so toll denn hat man oft so ein schales Gefühl.
- 16:53Speaker 0: Aber wenn man zusammen so was kreiert, ist dann die Erregung unter Umständen nicht der Hammer.
- 16:57Speaker 0: Die Lust ist hoch und das kann man ja stunden treiben während dieses Zielgerichtete viel schneller vorbei
- 17:04Speaker 0: ist.".
- 17:05Speaker 1: Man sagt ja immer pauschal Frauen sind da generell ein bisschen offener, etwas weiterer, ein bisschen unkomplizierter im Sinne von wie sie die Dinge sehen und jetzt nicht so ein großes Ding daraus vielleicht manchmal auch machen.
- 17:18Speaker 1: Und Männer sind eher schambelastet, zurückhaltender und introvertierter bei dem Thema.
- 17:25Speaker 1: Ist das dann wirklich so oder ist es so eine Pauschalisierung, die eigentlich unfair ist?
- 17:32Speaker 0: Na ja, unfair ist es sowieso.
- 17:34Speaker 0: aber ich glaube dass es schon stimmt weil die Männer halt unter einem wahnsinnigen Leistungsdruck stehen und performen müssen und die Frau zum Orgasmus bringen müssen und leisten müssen und machen müssen und tun müssen sprechen über Erektionsprobleme, ein Riesending weil sie das in Frage stellt.
- 17:57Speaker 0: und wenn wir diesen Quatsch mal lassen könnten.
- 17:59Speaker 0: Wenn Männer nicht unbedingt kommen müssten – das ist das eine – und wenn Frauen nicht unbedingt diesen Macher im Bett haben müssten sondern sich um ihre eigene Lust kümmern würden und ja Selbstverantwortung übernehmen dann Ja, dann wäre so eine Befreiung möglich und wir könnten freier auch sprechen.
- 18:24Speaker 1: Hast du da eigentlich Tipps?
- 18:26Speaker 1: Wenn man auch in einer ganz langen Beziehung ist, wo oft ja dann Dinge auch mal ein bisschen einschlafen, wo auf jeden Fall die Frequenz runtergeht nach Jahren der Beziehungen.
- 18:39Speaker 1: Gibt es da Tipps, die du hast oder Empfehlungen?
- 18:41Speaker 1: oder würdest du sagen würdest ... oh, redet doch mal drüber!
- 18:45Speaker 0: Das ist ein ganz schwieriges Thema.
- 18:48Speaker 0: Es gibt einen Sexualtherapeuten Jack Morin, der sagt wenn ein Paar aufgehört hat Sex zu machen dann ist es fast unmöglich wieder zurückzufinden.
- 18:59Speaker 0: Deshalb ist mein Einerrat Schlag bleibt dabei seit sinnlich miteinander und Sexualtherapeuten schlagen vor dass sich Paare zum Sex verabreden was ja ein bisschen furchtbar is.
- 19:13Speaker 0: einerseits aber was eben hilft, dass man zueinander findet und das muss ja dann auch nicht Penetration sofort passieren sondern auch da wieder.
- 19:25Speaker 0: Man ist körperlich zusammen es werden Hormone ausgeschüttet, man verbindet sich Und wenn man so zusammen bleibt dann kommt auch oft Lust.
- 19:35Speaker 0: Das ist wie beim Sport.
- 19:36Speaker 0: Ich habe auch keine Lust ins Fitnessstudio zu gehen aber wenn ich einmal dort bin Es ist nur beglückend Und dass man nicht immer das selbe macht, sondern dass man sich mit Fantasien nähert.
- 19:47Speaker 0: Ich kenne ja meinen Partner und meine Partnerin.
- 19:50Speaker 0: Ich weiß worauf der steht!
- 19:51Speaker 0: Ich kann mir was überlegen, was für den anderen lustvoll ist, was dem Spaß macht?
- 19:57Speaker 0: Ich kann zwischendurch erfindungsreich sein.
- 20:05Speaker 0: Ärger aus dem Büro nach Hause kommen, sondern kann wirklich mal eine andere Seite zeigen und mal gucken wie der oder die andere darauf reagiert.
- 20:15Speaker 0: Wenn ein Paar keinen Sex mehr macht ist viel anderes auch eingeschlafen.
- 20:21Speaker 0: Und ich glaube dass man eher Lust auf ne andere Person hat, die vielleicht ne Seite zeigt erstens auch mal die man jetzt nicht schon aus dem FF kennt plus Die aufmerksam ist, die sieht wer ich bin und die mir was schenkt.
- 20:36Speaker 0: Und ein bisschen in Vorleistung geht ohne allerdings bedürftig zu sein weil Bedürftigkeit unter.
- 20:42Speaker 0: Ich brauche mal wieder es der Killer für die Lust.
- 20:47Speaker 1: Ist das bei Pan vielleicht auch so dass je länger die dann nicht miteinander im Bett waren oder keinen Sex hatten Dass sich da wie so eine Hürde immer weiteraufbaut, dass es sich einfach diesen ersten Schritt zu gehen irgendwie immer unnatürlicher auch anfühlt.
- 21:02Speaker 1: Wenn einer von den beiden dann sagt, ich würde es jetzt mal wieder versuchen das dann einfach irgendwann diese Überwindung so groß ist dass es kaum mehr möglich ist?
- 21:12Speaker 0: Absolut!
- 21:13Speaker 0: Ich glaube in so einem Fall wenn beide Sex haben wollen müsste man sich richtig verabreden und müsste sagen auch wenn wir jetzt keine Lust haben wir legen uns jetzt ins Bett und schauen.
- 21:24Speaker 0: Und die Sexualtherapeutin Regina Hackert empfiehlt auch, dass man einfach nur die Genitalien aneinanderlegt ruhig auch angezogen und schaut was dann passiert.
- 21:34Speaker 0: Was man auch machen kann ist sich quasi wieder neu kennenzulernen und neu zu verabreden.
- 21:40Speaker 0: aber auch da müssten beide Lust haben sonst funktioniert es nicht das man quasi noch mal dated nochmal irgendwo hin fährt sich was schönes überlegt Riesenrad fährt Sekt trinkt plaudert knutscht und dann aber wirklich keinen Sex macht, sondern das wieder kommen lässt wenn es denn kommt.
- 21:58Speaker 0: Und ansonsten geht ja eh niemand zur Psychotherapie und zur Sexualtherapie gehen noch weniger.
- 22:05Speaker 0: Aber Sexualtherapeut oder Coaching sind so hilfreich.
- 22:10Speaker 0: Ich würde jedem sowohl für sich selbst als auch für die Partnerschaft empfehlen mit großen und kleinen Problemen so jemanden aufzusuchen, da gibt es wirklich niederschwellige Angebote und man kommt wirklich voran mit nach so einer Sitzung.
- 22:29Speaker 1: Ich habe auch immer ein bisschen das Gefühl dass es da auch kulturell große Unterschiede gibt.
- 22:34Speaker 1: du hast vorhin schon Ost- und Westdeutschland historisch angesprochen aber auch innerhalb von Europa und ich hab oft das Gefühl, dass wir in Deutschland da schon besonders verkopft sind Ja, vielleicht auch ein bisschen Brüde sind.
- 22:48Speaker 1: Obwohl wir manchmal so tun als wären wir es gar nicht!
- 22:51Speaker 1: Wie siehst du das dann?
- 22:52Speaker 0: Ich weiß nicht ob man da Klischees bedient aber natürlich du sagst ja schon das Wort verkopft wenn ich so aus dem Büro nach Hause komme und dann erstmal erzähle wie mein Tag war und wie blöd mein Chef war und was sich alles erlebt habe.
- 23:06Speaker 0: und dann möchte ich in diesem aufgerichteten Zustand Sex machen...ja das wird nicht so doll während mit dem Fahrrad nach Hause gefahren bin oder noch ein Tango-Kurs hatte, oder generell mehr in meinem Körper zuhause bin was man ja Südländern nachsagt.
- 23:26Speaker 0: Dann habe ich natürlich auch mehr Feuer im Becken und dann atme ich tiefer und dann passiert auch beim Sex mehr unter Umständen.
- 23:34Speaker 1: Eines der Dinge die du in deinem Buch auch empfiehlst ist diese zwanzig Tage Challenge zum Thema Mastobation.
- 23:42Speaker 1: Was hat das denn für einen Effekt und warum denkst du, dass es Sinn macht?
- 23:45Speaker 1: Und vielleicht für diejenigen, die es noch nicht gelesen haben kannst du kurz erklären was du damit meintest.
- 23:50Speaker 0: Das ist im Grunde der Clou an meinem Buch aber das wollte ich nicht vorne drauf schreiben sonst hätte sich's wahrscheinlich keiner gekauft weil man ja so denkt ja masturbieren kann ich ja wohl.
- 24:01Speaker 0: mein Problem ist der partnerschaftliche Sex Aber das ist eben nicht so, weil wir mit unserer Art zu masturbieren unsere sexuelle Handschrift prägen und es masturbieren Männer wie Frauen viel zu kurz.
- 24:15Speaker 0: Mit angespanntem Körper, nicht tief atmend.
- 24:18Speaker 0: Männer oft noch zu Pornos also zu Bildern.
- 24:22Speaker 0: sie sind nicht bei der Sache sondern im Kopf Und die Fläche die bespielt wird is halt winzig überträgt der Körper das automatisch auf dem partnerschaftlichen Sex und das ist der absolute Killer, weil da möchte ich ja ganz körperliche Lust.
- 24:40Speaker 0: Da möchte ich Ja dass es ein bisschen dauert, da möchte Ich ja tief atmen und viel fühlen Und das kann ich leider nicht tun.
- 24:48Speaker 0: und bei Frauen kommt noch dazu Dass sie nur ihre Glitteres bespielen und dann natürlich Nicht viel fühl'n wenn er Penis eindringt Weil Sie eine taube Vagina haben.
- 25:00Speaker 1: Du hast über dich selbst oder deine eigene Erfahrung da auch geschrieben, dass du da wie so ins Weltall geschaut hast und das Ganze betrachtet hast.
- 25:09Speaker 1: Wie bist du da?
- 25:10Speaker 1: Oder wie hast du das erlebt?
- 25:13Speaker 0: Ja, wie gesagt es sind heutzutage alle möglichen Kurse vorhanden die man besuchen kann.
- 25:20Speaker 0: Das klingt ein bisschen nach Hippitum und Achtundsechzig – da haben die Frauen das ja gemacht!
- 25:25Speaker 0: gegenseitig in ihre Vagina geschaut.
- 25:27Speaker 0: Aber man kann das heute wieder haben, in so Neotantra-Kontexten und das war ein Frauenseminar wo wir unsere Vaginer ausgemessen haben und reingeschaut haben auch bei den Lehrerinnen reingeschaut haben.
- 25:41Speaker 0: es waren bitte ein bisschen befremdlich aber hat mir sehr geholfen und ich werde nie vergessen als dann die Männer eingeladen wurden.
- 25:50Speaker 0: Es gab eine Männergruppe zu uns zu kommen und eingeladen wurden, zu schauen.
- 25:55Speaker 0: Jetzt war ich nicht gleich weil das wirklich so gerührend war.
- 25:58Speaker 0: Die waren ganz ehrfürchtig beinahe und ganz gerührt und es hat sehr tief Verbindung geschafft zu schauen wie sind deine Genitalien?
- 26:09Speaker 0: Und nicht achtlos irgendwie reinzugehen sondern man hat gefragt darf ich schaun' und hat sich Zeit gelassen also einfach mal zwischen.
- 26:19Speaker 0: Ich gehe da jetzt ran Ein bisschen Zeit davor zu tun und eine Frage, ein bisschen ehrfurcht finde ich gar nicht so unangebracht.
- 26:29Speaker 0: Das war sehr schön zu sehen!
- 26:31Speaker 1: Ist ja auch was wahrscheinlich der Durchschnitt... Auch der Deutschen oder generell der durchschnittlichen Menschen immer sehr wenig macht weil meistens ist es Licht aus oder die Bettdecke drüber.
- 26:41Speaker 1: Da kann man sicher den Körper des Partners oder der Partnerin gar nichts so richtig bewusst anschauen?
- 26:47Speaker 1: Aber
- 26:48Speaker 0: sobald eine Einladung ausgesprochen wird, ändert das den Sex vollkommen.
- 26:55Speaker 0: Seitdem mache ich es auch und lade einzuschauen.
- 27:00Speaker 0: Und das schafft wirklich Verbindung und ist wirklich schön!
- 27:06Speaker 1: Wie würdest du heute eigentlich Charme für dich selbst definieren?
- 27:10Speaker 1: Gibt's da noch Schamgrenzen die du hast oder ist das ein Konzept dass du irgendwie abgelegt hast für dich selber?
- 27:19Speaker 0: Ich hoffe, dass ich das irgendwann mal ablege.
- 27:21Speaker 0: Aber wenn es um meinen Körper geht habe ich noch ganz viel Scham und ganz viel Scheu und Ängste.
- 27:30Speaker 0: aber mein Konzept ist ja darüber dann lustig zu schreiben!
- 27:36Speaker 0: Und insofern sollte ich mir vielleicht gar nicht wünschen, dass sich es je ablege... menschlichen Sachen über diese Ängste und dieses Scham zu schreiben, macht mir so großen Spaß.
- 27:49Speaker 0: Und da kommt auch mein Humor her immer wieder hinzugehen, immer wieder durchzugehen.
- 27:54Speaker 0: Weil das ist ja mit sehr viel Schmerz verbunden wenn man in einer Situation scharmvoll agiert.
- 27:59Speaker 0: Wenn man seinen Körper nicht feiern kann beim Sex sondern verstecken möchte.
- 28:04Speaker 1: Das haben wir schon viel über Leistungsdruck gesprochen.
- 28:07Speaker 1: Wir haben viel über sexuelle Erziehung gesprochen und eben dass ausbleiben eben dieser Und so ein Mantra, oder so ein Satz der sich wie so einen Mantra irgendwie auch durch dein Buch zieht.
- 28:20Speaker 1: Was
- 28:20Speaker 0: kommt
- 28:21Speaker 1: jetzt?
- 28:21Speaker 1: Wir haben es ja nie richtig gelernt.
- 28:23Speaker 1: Ja!
- 28:24Speaker 1: Was würdest du denn sagen, müssten wir als erstes wieder fair lernen um es danach besser zu machen?
- 28:31Speaker 0: Ich glaube, wir müssten das Zielgerichtete weglassen.
- 28:35Speaker 0: Niemand muss zum Orgasmus kommen in der Regel... Es gibt ja den Orgasm-Gab, in der regel sind das ja die Männer Aber das erzeugt Druck für die Männer und für die Frauen.
- 28:44Speaker 0: Das muss weg!
- 28:46Speaker 0: Und das zweite ist, ja eigentlich will ich jetzt sagen was wir lernen müssen, tief atmen und uns bewegen und einfach ziellos irgendwas tun.
- 28:56Speaker 1: Was auch klar wird wenn man ein Buch liest es wie wichtig dieser spielerische Aspekt eben genau ist dieses sich bewegen, sich berühren darüber sprechen vielleicht sogar in Rollenspiele gehen und ähnliches.
- 29:10Speaker 1: Nimmt das vielleicht auch genau diese Anspannung dann raus?
- 29:14Speaker 0: Wenn ich das sage, reagieren die Leute oft so ein bisschen... Ich hasse Spielen und wieso soll ich jetzt hier auch noch spielen.
- 29:22Speaker 0: Aber ich glaube wirklich dass das der Clou ist!
- 29:25Speaker 0: Und wahrscheinlich guckt mein Partner meine Partnerin erst mal komisch wenn ich jetzt anfange zu spielen.
- 29:30Speaker 0: also das ist auch wirklich nicht so einfach was ich hier vorschlage.
- 29:33Speaker 0: Aber ich glaube, sobald wir da nicht mehr ein Arbeitsprojekt draus machen, wir verbessern unseren Sex.
- 29:41Speaker 0: Sondern einfach ins Bett gehen und mal mit einer Kissenschlacht starten, damit man ein bisschen Feuer im System ist und ein bisschen wir mativ geatmet haben und zusammen kichern.
- 29:51Speaker 0: Und wenn wir dann Sex machen hat es eine ganz andere Qualität als wenn wir sagen Liebling jetzt lass uns aber mal wieder!
- 29:58Speaker 0: Da geht einem alles zu oder?
- 30:00Speaker 0: Wenn jemand so spricht...
- 30:02Speaker 1: Wie bekommen wir das dann eigentlich besser hin?
- 30:04Speaker 1: Weil wenn man jetzt offener ist und vielleicht auch eben all das befolgen möchte, was du in dem Buch da schreibst.
- 30:12Speaker 1: Und sich da wirklich auch irgendwie ja vielleicht auch überwindet und vielleicht mal neue Wege geht.
- 30:18Speaker 1: Dann merke ich aber auf der anderen Seite habe ich einen Partner oder eine Partnerin die damit im ersten Moment erstmal völlig überfordert ist, die damit irgendwie nicht umgehen kann oder man nicht so richtig weiß wie man weiter machen soll und dann vielleicht dieses mühevoll gebaute konstrukt im eigenen kopf Dann in sich zusammenklappt weil man merkt oh das ist ja alles gar nicht so Einfach wie ich mir das jetzt vorgestellt habe und dass macht es ganz eher noch komplizierter als davor war.
- 30:47Speaker 0: Das ist sehr wahr.
- 30:48Speaker 0: also Man kann nur begrenzt den Parsex ändern, also nur so weit wie die andere Person bereit ist mitzugehen.
- 30:56Speaker 0: Aber ich glaube schon wenn man seine Masturbation ändert hat man ja schon ganz viel für sich getan und ist sinnlicher unterwegs und hat schon ganz viele erreicht.
- 31:05Speaker 0: aber im Parsex könnte man indem man lockerer ist einfach und in dem man weniger ziellos ist, weniger angespannt wird es automatisch Einfluss auf die andere Person haben.
- 31:20Speaker 0: Man sollte jetzt nicht irgendein Konzept wieder sich entwickeln, das da jetzt passen muss, sondern lockerer zu sein, erwartungslos zu sein macht schon ganz viel aus.
- 31:31Speaker 0: und ich finde auch wenn man so Tools gelernt hat... Penismassage und bietet das so an, ich kann Tantra-Massage oder eben eine ganze Tantramassage.
- 31:42Speaker 0: Dann ist die andere Person schon erstmal entspannt und so fluffig.
- 31:46Speaker 0: Und dann habe ich schon mal die Reihenfolge dessen was hier bei uns im Bett passieren würde aufgehoben indem mich der anderen Person etwas Gutes getan hat.
- 31:56Speaker 0: Was denjenigen begeistert und überwältigt hat im Zweifelsfall sogar.
- 32:01Speaker 0: Und dann wird sofort ist die Temperatur anders, die Anspannung ist weg und es wird was anderes passieren.
- 32:08Speaker 0: Also auch Männern empfehle ich, guckt euch ein YouTube Video an?
- 32:12Speaker 0: Was kann ich denn mit dem G-Punkt machen?
- 32:14Speaker 0: wie kann ich den Brüste massieren?
- 32:16Speaker 0: oder im Zweifelsfall auch nur eine Nackenmassage?
- 32:19Speaker 0: oder ich gucke mal Mundraum würde man von selbst nicht massieren dass man einfach mal schaut was kann ich der Person denn anbieten?
- 32:27Speaker 0: und dann ist sie so ein bisschen fluffiger und wir gehen mal andere Wege.
- 32:31Speaker 1: Wir haben im Deutschen ja ganz viele sehr sperrige Worte für Genitalien und für alles, was irgendwie damit zu tun hat.
- 32:37Speaker 1: Und sind ja auch nicht wirklich geübt über diese Themen zu sprechen.
- 32:41Speaker 1: Man wäre jetzt schon ausführlich darüber geredet.
- 32:45Speaker 1: Müssten wir vielleicht erst mal unser Vokabular auch irgendwo anpassen oder lernen darüber auch irgendwie sinnlich zu sprechen statt irgendwie so sehr sperrische Worte zu verwenden?
- 32:57Speaker 0: Ja!
- 32:58Speaker 0: Ich bin Lektorin auch im Beruf.
- 33:01Speaker 0: Und bei sinnlich denke ich dann sofort wieder so an Schatzkästlein und Jade Schwerte usw.
- 33:07Speaker 0: Also aber klar, und auch indem wir mit Humor sprechen wenn wir zum Beispiel Begriffe aus dem Tierreich nehmen oder aus der Technik mein Ölkännchen muss gefüllt werden was weiß ich je nachdem welche Art Humor oder welche Art Sprechen zu einem Paar passt.
- 33:25Speaker 0: Klar sollte man das tun, sollte man es ändern um aus diesem verkopften Steifen rauszukommen zu etwas Sinnlichem, zu etwas worauf man Lust hat.
- 33:38Speaker 0: Das hängt natürlich sehr vom Paar ab welchen Ton zwei Menschen miteinander haben und wie sie miteinander sprechen wollen.
- 33:45Speaker 0: aber ich finde auch klar...
- 33:47Speaker 1: Wie find' ich denn die richtige Balance?
- 33:50Speaker 1: Auch mein Partner oder meiner Partnerin gegenüber zwischen Esoterik, Spiritualität und tatsächlich auch echter Sinnlichkeit.
- 34:02Speaker 0: Ja wir haben so sehr viel Angst vor esoterik!
- 34:07Speaker 0: Sinnlichkeit... Wir können ja sagen, Sinnlichkeit ist körperlich.
- 34:13Speaker 0: also wenn ich ganz tief in den Körper gehe, ganz tief atme mich spüre.
- 34:19Speaker 0: Und hier alles spüren will, was bei diesem Sex passiert und nicht einfach nur auf der Schnellstraße in Richtung Orgasmus bin.
- 34:26Speaker 0: Dann bin ich null esoterisch sondern ganz präsent.
- 34:30Speaker 0: Und das dann trotzdem ... Der Körper macht ja Emotionen, dass sich dann vielleicht ins Weinen, ins Lachen komme... Dass dann ganz viel emotional passiert.
- 34:40Speaker 0: Da gehen wir dann schon in Richtung Esoterik und die Tantrika sagen ja über Extase kann man zur Erleuchtung kommen, soweit müssen sie uns das nicht treiben.
- 34:50Speaker 1: Wie wichtig ist es denn dass wir auch danach miteinander sprechen?
- 34:54Speaker 1: Also wir haben jetzt viel darüber geredet was man davor machen kann wie man sich vorbereiten kann, was man währenddessen besser machen kann.
- 35:01Speaker 1: aber wie ist das eigentlich mit dem Nachspiel?
- 35:04Speaker 1: sozusagen
- 35:06Speaker 0: Ja großes Thema zwischen Männern und Frauen wenn wir Männer und Frauen wählen.
- 35:12Speaker 0: Ich habe das Gefühl, Männer wollen dann oft in die fremden Legionen eintreten und sofort das Land verlassen.
- 35:18Speaker 0: Und es wäre aber sinnvoll da zu bleiben und das irgendwie abzuschließen und vielleicht noch zärtlich zu sein – zumal, wenn man in der Beziehung ist….
- 35:30Speaker 0: Das ist vielleicht auch eine Dienstleistung für die Frau, Ich glaube, dass es dem Mann auch gut tut noch ein bisschen ein paar Hormone auszuschütten und noch in Verbindung zu bleiben, auch wenn er sich vielleicht überwinden muss.
- 35:46Speaker 1: Dann würde ich mal sagen alle die uns zugehört und zugesehen haben sollt gleich einmal dein Buch lesen und sich damit beschäftigen.
- 35:55Speaker 1: Und ich glaub das ist ja wahrscheinlich der erste wichtige Schritt oder?
- 35:58Speaker 1: Dass man sich wirklich mal bewusst mit dem Thema beschäftigt und es nicht so als nebenher geschehendes Ereignis betrachtet, sondern wirklich bewusst an das Thema herangeht.
- 36:09Speaker 0: Ja dass man sich als sexuellen Menschen wahrnimmt und schaut wie bin ich eigentlich mit mir sexuell?
- 36:18Speaker 0: Wie bin ich mit meinem Partner meiner Partnerin sexuell und ist es so okay für mich?
- 36:22Speaker 0: oder geht da nicht noch mehr?
- 36:24Speaker 0: will ich nicht mehr vom von Sex weil es ist so beglückend belebend gesund.
- 36:30Speaker 0: man sagt lebensverlängern.
- 36:32Speaker 0: also Es lohnt sich damit zu befassen.
- 36:36Speaker 1: Das ist doch das perfekte.
- 36:37Speaker 1: abschließende Schlusswort, ich danke dir sehr!
- 36:40Speaker 0: Ich danke dir dass du mich eingeladen hast.
- 37:06Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight
- 37:09Speaker 0: Forward,
- 37:10Speaker 1: produziert in den Forty
- 37:11Speaker 0: Eight Forward
- 37:12Speaker 1: Studios in München.