Latest / ntv Wirtschaft / Nervöse Börsen, teures Öl: Steuert alles auf den nächsten Schock zu?
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- Der Iran-Krieg trifft die deutsche Wirtschaft härter als gedacht. Die Bundesregierung halbiert ihre Wachstumsprognose. Kevin Walsh, der mögliche Nachfolger von US-Notenbank-Chef Jerome Powell, hat sich den Fragen der Abgeordneten gestellt. Und die Börsen schwanken zwischen Hoffnung und Nervosität, während Ölpreise auf lange Sicht hoch bleiben. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Es war eigentlich schon erwartet worden. Die Bundesregierung muss ihre Prognosen für 2026 und 2027 kassieren. Doch wenn man es dann schwarz auf weiß liest, ist es dann doch überraschend. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche verkündete dann heute, dass sie im laufenden Jahr wegen der Krise im Nahen Osten nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum rechnet. Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer berichten 83 Prozent der Unternehmen von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte. Eine Kostenwelle geht durch die Wirtschaft. Und damit wächst auch der Druck auf den Staat. Nadine Janz hat nach der Verkündung der Prognose mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche gesprochen. Frau Reiche, wenn man sich umhört, wie weit hat es dann auch damit zu tun, dass Reformen ausbleiben? Zunächst einmal treibt der Iran-Krieg die Energiepreise. Wir haben eine starke Inflation, 2,7 Prozent bereits. Und deswegen haben wir die Wachstumsprognose nach unten korrigieren müssen. Aber es bleibt richtig. Ohne Irankrise und mit Irankrise müssen wir Strukturreformen vorantreiben. Das ist wichtig, um wieder zu Wachstum zu kommen. Wir sind drei Jahre in einer Rezession respektive in einer Stagnation gewesen. Das heißt, Wachstum ist nicht vorhanden, um weitere Unterstützung möglich zu machen, auf hohem Niveau zu halten. Wir brauchen Wachstum, um den Standort wieder wettbewerbsfähig zu halten, um Arbeitsplätze zu halten, um die Unternehmen hier zu halten. Wir brauchen also Reformen im Bereich des Steuerrechts, des Arbeitsrechts. Wir brauchen Reformen in der Rentenversicherung, in der Sozialversicherung. Wir brauchen Bürokratieabbau und wir müssen vorankommen beim Senken der Energiekosten. Die Bürgerinnen und Bürger leiden ja unter den hohen Energiekosten. Da hat die Bundesregierung sich ja unter anderem auf den Tankrabatt geeinigt, aber eben auch auf die 1000 Euro, die Arbeitgeber steuerfrei auszahlen können. Die EU hat ja jetzt auch Vorschläge gemacht, unter anderem eine Stärkung des ÖPNV vorgeschlagen. Wie sehen Sie das? Die EU hat ein ganzes Maßnahmenpaket vorgeschlagen. Dieses Maßnahmenpaket ist nicht verbindlich, aber wir haben in Deutschland einen gut ausgebauten ÖPNV. Wichtig ist, dass die Maßnahmen zielgerichtet sind. Ich habe immer wieder dafür plädiert, dass wenn wir Steuergeld in die Hand nehmen, jene entlastet werden müssen, die tatsächlich unter den hohen Spritpreisen leiden. Also die Pendler, die Logistikbranche. Das dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren. und bei weiteren Maßnahmen sehr, sehr zielgerichtet und vor allem sparsam mit Steuermitteln umzugehen. Wir bleiben noch ein wenig in Deutschland. Die Bundesregierung hat heute ein Gesetz zur Datenspeicherung auf den Weg gebracht. Die Bundesregierung verschärft die Regeln zur Speicherung von Daten im Netz. Das Kabinett hat beschlossen, dass IP-Adressen künftig für drei Monate gespeichert werden müssen. Ziel? Strafverfolgung erleichtern, vor allem bei schweren Verbrechen im Internet. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt treibt das Vorhaben voran. Er argumentiert, ohne diese Daten stoßen Ermittler oft an ihre Grenzen. Täter ließen sich im Netz sonst kaum zurückverfolgen. Hier die Begründung von Alexander Dobrindt. Wir erkennen dadurch Täter. Weil die IP-Adresse in der digitalen Welt oft der einzige Anknüpfungspunkt für die Ermittlungen ist, ist dies so unglaublich bedeutend. Anders als in der analogen Welt gibt es ja jetzt keinen klassischen Tatort mit Zeugen, auf den man zurückgreifen könnte, keine Fingerabdrücke auf Gegenstände, die man analysieren könnte. Es gibt auch keine Kamerabilder an den Hausecken, auf die man zurückgreifen, sondern es bleibt der digitale Eintrag, die IP-Adresse, die uns helfen kann. Kritiker sehen das anders. Sie warnen vor einem tiefen Eingriff in die Privatsphäre. Es gehe um sensible Daten von Millionen Nutzern, auch von völlig Unbescheutenen. Für die Wirtschaft hat das ebenfalls Folgen. Telekommunikationsanbieter müssen die Daten speichern, sichern und im Zweifel bereitstellen. Das bedeutet Aufwand, Kosten und rechtliche Risiken. Gleichzeitig stellt sich eine grundsätzliche Frage. Wie viel Kontrolle ist nötig, um Sicherheit zu gewährleisten? Und wie viel Freiheit bleibt dabei auf der Strecke? Der mögliche neue US-Notenbank-Chef Kevin Walsh stellte sich den Fragen der Abgeordneten im Kongress. Wie unabhängig ist die US-Notenbank noch? Im Zentrum steht Kevin Walsh, der mögliche künftige FED-Chef. Und der hat sich jetzt in einer Anhörung positioniert, sehr klar sogar. Vor US-Abgeordneten macht er deutlich, die Notenbank darf sich nicht von der Politik treiben lassen. Das richtet sich indirekt auch gegen Donald Trump. Walsh signalisiert, die FED muss unabhängig bleiben. Und gleichzeitig deutet er an, dass das System selbst reformiert werden könnte. Wie realistisch ist so ein Kurswechsel? Und was würde er bedeuten? Frank Mayer im Gespräch mit Gregor Eder. Er ist Volkswirt bei Union Investment. Die Tage von Jerome Paul, dem amtierenden FED-Chef, sind gezählt. Kevin Worsch steht in der Schlange, um dieses Amt zu übernehmen. Gregor Eder, ist er unabhängig oder wie unabhängig ist er? Das wird man letztendlich erst sehen, wenn er im Amt ist. Aber gewisse Zweifel sind natürlich schon angebracht. Er ist durch Donald Trump nominiert worden. Und im Vorfeld hat Trump regelmäßig zum Ausdruck gebracht, dass er davon ausgeht, dass der, der ins Amt kommt, auch die Leitzinsen senken wird. Wird das machen, der Herr Worsch? Das ist eine spannende Frage. Wir haben ja momentan einen Ölpreisschock. Das spricht sicherlich erstmal auch dagegen. Da darf man auch nicht unterschätzen, dass wir seit fünf Jahren mittlerweile eine Inflation von über zwei Prozent haben. Dafür spricht das Inflationstil der Notenbank wird verfehlt. Wir glauben aber gleichwohl, dass es Kevin Walsh, wenn er denn mal bestätigt ist, dass auch wirklich eine Mehrheit des Offenmarktausschusses, der ja über die Zinsen entscheidet, davon überzeugen kann, die Zinsen zu senken. Und er wird argumentieren mit der höheren Produktivität durch die künstliche Intelligenz. Das heißt, er wird nach vorne blickend argumentieren und bislang schaut ja die Fed, wie sie das immer nennen, Data Dependent auf die Zahlen, die vorliegen und dann schaut er sozusagen im Rückblick, wie die Leitzinsen sich entwickeln werden. Das wird eine ziemliche Veränderung werden, wie die Fed denken wird. Gestern war ja eine Anhörung vor dem Bankenausschuss und da hat er sich ja eigentlich indirekt in die Karten gucken lassen, dass er eben doch ein Trump-Mann ist. Es war tatsächlich ein bisschen spannend. Elisabeth Warren, die demokratische Senatorin im Banking-Komitee, hat ihn gefragt, um zu beweisen, dass er unabhängig ist, soll er doch bitte auch sagen, dass Trump die Wahl 2020 verloren hat. Und dieser Satz ist ihm tatsächlich nicht über die Lippen gekommen, was natürlich direkt wieder die Zweifel bestärkt hat, wie wirklich unabhängig er agieren wird. Wie viel Vorschusslobe gibt man Kevin Walsh? Nun, es steht außer Frage, dass das ein gestandener Ökonom ist. Der hat schon zu Zeiten der Finanzmarkkrise 2008, 2009, saß er ja schon im Board der amerikanischen Notenbank. Also an seiner Qualifikation besteht kein Zweifel, aber natürlich gewisse Zweifel daran, wie unabhängig er wirklich agieren will vor dem Hintergrund, wer ihn da nominiert hat und wie groß der Druck in den vergangenen Monaten, in den vergangenen Jahren durch Trump schon war auf die amerikanische Notenbank. Und das hat ja entsprechende Reaktionen an den Märkten ausgelöst, wenn es so Zweifel an dieser Unabhängigkeit dann gibt. Ist eigentlich abzusehen, dass das auch wieder passieren wird. Also die Unabhängigkeit ist das höchste Gut für die amerikanische Notenbank. Da geht es um die Glaubwürdigkeit, um die Credibilität. Wenn im Markt, aber auch an den normalen Finanzmarktteilnehmern bei den Haushalten, bei den Unternehmen die Sorge wäre, dass die amerikanische Notenbank vor allem den Zins senkt, wir dadurch eine höhere Inflation haben, die Inflationserwartungen sich dann auch entankern, wie dann die Ökonomen immer sagen, über die zwei Prozent gehen. Das wäre natürlich ein großes Thema, wo die Märkte dann auch sehr empfindlich reagieren würden. Das Problem ist zurzeit, dieses Thema Unabhängigkeit kocht immer wieder hoch, Bis es aber dann wirklich spürbar virulent ist, dass man das Gefühl hat, jetzt ist sie weg, dann ist es zu spät. Dann würden die Märkte reagieren. Aber bis das nicht passiert, sind die Märkte da relativ entspannt. Theoretisch ist Jerome Paul, der amtierende Chef, bis zum 15. Mai im Sessel dort. Wenn er dann nicht mehr da sitzt, weinen Sie ihm eine Träne nach? Herr Chairman Paul hat einen sehr guten Job gemacht. Seine Amtszeit endet am 15. Mai. Jemand hat einige schwierige Phasen gemacht. Es gab auch Phasen, wo man sicherlich darüber diskutieren kann, ob die Väter die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Beispielsweise dieses Thema, ist die Inflation nach der Pandemie nur vorübergehend? Dieses Wort Transitory, was da immer wieder gefallen ist. Ich muss aber auch einfach fairerweise sagen, das waren teilweise sehr brenzlige Situationen, sehr herausfordernde Situationen. Und dass da nicht nur die richtigen Entscheidungen getroffen wurden, das steht außer Frage. Die Aktienmärkte bewegen sich aktuell in sehr unruhigen Gewässern. Die Lage im Nahen Osten ist kaum zu durchschauen. Es ist aktuell ein Hin und Her an den Börsen. Typisch für eine Phase, in der die Richtung fehlt. Ein Grund, die geopolitische Lage. Vor allem der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Trump hat zuletzt eine unbefristete Verlängerung des Waffenstillstands angekündigt. Das klingt zunächst beruhigend, aber viele Marktbeobachter sagen, das ist vor allem Taktik. Und dann ist da noch ein zweiter Faktor, der Ölpreis. Denn während der Preis für kurzfristige Lieferungen etwas nachgegeben hat, zeigt der Blick in die Zukunft ein anderes Bild. Öl bleibt teuer. Über die Lage an den Börsen hat Frank Mayer mit Vermögensverwalter Thomas Bukat gesprochen. Wann war die Börse jemals sicher oder übersichtlich? Das war sie nie. Aber gerade in diesen Zeiten geht eigentlich alles durcheinander. Herr Burkhardt, schon richtig schwierig, was man hier macht. Ist vielleicht wie eine Art von Börsenmekade, wer sich zuerst bewegt hat, verloren? Tatsächlich ist das so. Sie sprechen es genau aus. Die ersten drei Monate, dreieinhalb Monate dieses Jahr waren wirklich nicht vergnügungssteuerpflichtig. Und was wir momentan haben, ist einfach so, dass wir jeden Morgen ins Büro kommen und schauen, was ist in Amerika letzte Nacht wieder passiert, was hat der Trump gesagt, was hat der Walsh gesagt. Also es ist tatsächlich so, wer jetzt versucht, rauszulaufen und irgendwie Aktivität zu zeigen, sich auf die richtigen Trends aufzuspringen, das wird nicht funktionieren. Das sieht man. Also setzt man sich dann ins Büro an den Schreibtisch und dreht Däumchen und wartet, bis es irgendwie übersichtlicher wird. Das wäre schön, wenn das so wäre. Natürlich wird es irgendwann langweilig und dann wird man selbst zufrieden. Natürlich sind die Kunden sehr beunruhigt, was die Lage angeht. Und ich glaube, es ist schon für alle sehr, sehr überraschend, wie fest die Börse jetzt in den letzten Wochen gewesen ist. Wir sind quasi am Freitag auf Höchstständen gewesen, im Nasdaq, im S&P 500. Also wer das gedacht hätte, noch vor drei, vier Wochen, als die ersten Szenen da aus dem Iran kamen, den möchte ich gerne sehen. Das war absolut überraschend. Ist denn das normal, dass man davon ausgeht, dass jeder Kursrücksetzer eine Kaufgelegenheit ist, wie in den letzten 30, 40 Jahren? Also jedenfalls die lange Sicht zeigt das so, wobei ich schon sagen muss, für mich ist es sehr überraschend. Wir haben eigentlich eine sehr ambivalente Situation an der Börse. Die Berichtssaison ist bisher sehr, sehr gut, also deutlich bessere Geschäftsergebnisse als erwartet. Deutlich drüber und das gibt natürlich unheimlichen Auftrieb und immer noch sind die Schätzungen für dieses Jahr so, dass wir im S&P 500 insgesamt einen zweistelligen Zuwachs haben an Gewinn. Auf der anderen Seite haben wir die politische Situation und ich frage mich halt, ob das, was jetzt noch alles an Lieferketten, Engpässen kommt, was den Ölpreis angeht, die ganzen Tanker, die jetzt da festhängen und in den nächsten Wochen vielleicht eben nicht loskommen. Das, glaube ich, wird noch nicht so richtig reflektiert an der Börse. Das genau wollte ich Sie fragen. Was passiert, wenn es zu Lieferkettenengpässen kommt und wenn die Preise dadurch durch die Decke gehen, dann kommen, also theoretisch gesehen, die Zentralbanken heben die Zinsen an, obwohl diese Situation ja schon wie eine Zinsanhebung wirkt. Ja, genau das ist es. Das ist diese Zuspältigkeit. Und deswegen beneide ich niemanden, weder Frau Lagarde noch Herrn Paul und auch nicht den entsprechenden Nachfolger, Weil dieses Spiel zwischen auf der einen Seite den inflationären Tendenzen, die wir haben durch die Preissteigerungen im Energiesektor und auf der anderen Seite nachlassende Konjunkturdynamik durch eben diese Engpässe, die machen es fast unmöglich, da richtig zu reagieren. Und das sieht man auch, die kurzfristigen Zinsen momentan an den Finanzmärkten steigen eher, während die mittel- bis längerfristigen schon wieder etwas zurückgehen, weil man eben die konjunkturellen Sorgen hat. Mein Elefantengedächtnis sagt, das hatten wir schon mal, das nannte sich Stagflationen, da hatte die Zentralbank gar keine Chance. Genauso ist es, Stagflationen ist das Schlimmste, was passieren kann. Wenn Sie Inflation haben und das Wachstum läuft nicht, was wollen Sie dann tun? Also es hängt alles davon ab, wie schnell wir an der Straße von Hormuz wirklich zu einer Lösung kommen. Aber selbst wenn jetzt morgen eine Lösung käme und die Tanker alle entsprechend losfahren, es dauert ja alles Wochen, bis die entsprechend da sind, wo sie hin sollen. Und deswegen, glaube ich, ist im Moment die Börse ein bisschen zu sorglos. Also sie hält es aber momentan noch aus, für ein paar Wochen vielleicht. Sie hält es aus und man sieht ja, man muss investiert bleiben, weil sie wissen nicht, was morgen passiert. Kasse halten, investiert bleiben, Risiken begrenzen, durch risikobegrenzende Maßnahmen und hoffen, dass es irgendwie weitergeht. Und es geht immer weiter. Im Luftverkehr macht die Lufthansa gerade mit Sparmaßnahmen auf sich aufmerksam. Die Lufthansa reagiert auf die schwächere Nachfrage und streicht bis Oktober rund 20.000 Kurzstreckenflüge. Das ist ein deutlicher Einschnitt. Für den Konzern ist das ein Balanceakt. Einerseits will man Kosten sparen und die Auslastung verbessern. Andererseits trifft es natürlich die Passagiere. Weniger Verbindungen, weniger Flexibilität, gerade auf beliebten Strecken. Die Gründe sind vielfältig. Gestiegene Kosten, unsichere Nachfrage, geopolitische Risiken. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.