Latest / ntv Wirtschaft / Strenge Werberegeln bei der Fußball-WM: Wie Levi's die FIFA austrickst
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- Beim Thema Werbung hat die FIFA strenge Regeln. Trotzdem schafft es die Jeansfirma Levi's, sie auszutricksen und sogar für sich zu nutzen. Im Frankfurter Bankensektor zieht der Bund im Übernahmepoker um die Commerzbank eine klare rote Linie. Und beim Urlaubsgeld zeigt sich, es gibt ein großes Gefälle. Nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten bekommt welches. Und damit hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Fangen wir mit Levi's an, weil dieser Fall zeigt, wie gute Werbung manchmal gerade aus einem Verbot entsteht. Eigentlich heißt das Stadion im kalifornischen Santa Clara Levi's Stadium. Dort spielen sonst die San Francisco 49ers. Während der Fußball-Weltmeisterschaft aber zieht die FIFA ihre eigenen Regeln durch. Der Weltverband erlaubt den eigentlichen Sponsorennamen nicht. Offiziell heißt die Arena in den kommenden Wochen deshalb San Francisco Bay Area Stadium. Levi's ist kein offizieller FIFA-Partner, also muss das Firmenlogo verschwinden. Nur macht das Jeans-Label daraus eben keinen Rückzug, sondern einen ziemlich cleveren Auftritt. Levi's lässt den Schriftzug im Stadion mit weißen Planen abhängen. Diese Planen bilden aber weiter die Umrisse des weltberühmten Firmenlogos. Heißt, der Name ist weg, das Logo erkennt man trotzdem. Genau dieser kleine Dreh macht die Aktion so stark. Und Levi's spielt das Ganze auch online weiter. Bei Instagram ändert der Konzern für mehr als 10 Millionen Follower das eigene Logo so, dass kein Schriftzug mehr zu lesen ist. Tausende Fans feiern das. Sogar andere Großkonzerne wie Walmart steigen ein. Aus einem Verbot wird also ein viraler Moment. Wie stark dieser Werbeschachzug wirklich ist, hier eine Einordnung. Ja, wie schön ist das denn? Da gibt es bestimmt eine ganze Menge Menschen, die sich jetzt diebisch freuen, dass der FIFA mal so ein bisschen ein kleiner Seitenhieb verpasst wird. Die Marke hat sich gut durchgesetzt. Die hat natürlich auch einen Riesenvorteil, dass sie eben ein textless Logo hat, also ein Logo, das auch prima ohne Text funktioniert. Bei Gillette wäre das nicht funktioniert. Und sie hat ein paar ganz smarte, clevere Leute in der Marketingabteilung, die jetzt diesen kleinen Twist hier vornehmen und sagen, wow, die FIFA will das nicht. Dann wollen wir erst recht und zwar ganz ohne offizielle Partnerschaft hier einen ganz schönen Werberums mitnehmen. Also ziemlich genial. Ziemlich genial, sagen Sie. Taugt in dieser Fall Levi's als Vorbild auch für andere? Oder kann hier nur der Erste etwas ausnutzen, das er festgestellt hat, kann davon eben profitieren? Nee, das geht für andere auch gut. Es muss natürlich ein Logo da sein, das ohne Text auch ähnlich gut funktioniert. Wie gesagt, bei Gillette, bei Ihrem anderen Beispiel, das Sie gezeigt haben, geht es nicht. Die Buchstaben würden wir unter einem Tuch nicht erkennen. Aber stellen wir uns die Bögen vor von McDonald's als Beispiel. Wenn die McDonald's unten abdecken würden, dann hätten sie auch ein sogenanntes Debranding oder ein textless Logo. Dann würde das mit den Bögen auch funktionieren. Der Werbeeffekt ist sogar noch größer, weil die Leute unterbewusst sagen, hä, das ist doch McDonald's. Ah, wenn jetzt Pause ist bei der WM, muss ich mir auch was zu essen holen. Da gehe ich doch ganz unbewusst dahin. Also es ist noch schöner für die Konsumenten heutzutage, wenn Werbung stattfindet, ohne dass Werbung stattfindet, weil von bezahltem Zeug sind wir alle ja völlig erschlagen. Und dieses hier mit dem Augenzwinkern, das kommt gut an und in Social Media auch, liegt aber auch daran, dass die Levi's Leute in der Social Media Abteilung mit viel Witz und viel Strategie und auch viel Mut, dass jetzt so diesen Drive so gut nutzen. Also alles mehr als richtig gemacht. Kommen wir vom Unternehmen wieder zum großen Weltfußballverband. Ist es aus Sicht der FIFA überhaupt sinnvoll, so rigoros gegen Unternehmen vorzugehen? Immerhin profitieren die ja manchmal auch wie jetzt Levi's. Und die FIFA selbst, ja, die steht in der Kritik. Ja, wir wundern uns ja, dass Herr Infantino und seine Gang da nicht draufgekommen sind, als sie vorher dieses Stadion sich angeschaut haben. Hä, was ist denn da los? Dann holen wir uns entweder noch, ja, smart noch ein paar Millionen von Levi's, lassen das eben hängen, dieses Bad Wing unter dem Bettlaken. Oder wir sagen, nimm es bitte runter. Also es ist ganz erstaunlich. Natürlich stehen die in der Kritik. Aber wir sehen ja auch, 80 Millionen Fußballtrainer in Deutschland, nicht nur Fans, Milliarden weltweit, sagen einerseits, Wollen wir gar nicht. Ist ja völlige Kommerzialisierung. Andererseits, oh, ist ja Fußball, der Grill muss raus und das Halsgratsteak. Also von daher kann die FIFA sich viel bis sehr viel erlauben und es braucht noch eine ganze Menge mehr Vorfälle, bis eben der Bogen überspannt ist. Aber niemals hat zumindest ja jetzt mal einen kleinen schönen Twist reingebracht, dieses ganze Kommerzialisierte. In dieser Kommerzialisierung, da gibt es immer mehr Werbung im Sport, jetzt bei der Weltmeisterschaft sogar erstmalig mit sogenannten Trinkpausen, die eigentlich viel mehr Werbepausen sind, komplett durchvermarktet das Ganze. Überspannt ist die FIFA an dieser Stelle spätestens, Herr Bernd? Ja, es scheint ja nichts blöd genug zu sein. Also wenn ich in einem überdachten Stadion spiele, was ja hier vielfach der Fall ist, brauche ich ja keine Werbepause, wenn wir die Spieler was trinken. Einerseits halten sich die Menschen für so intelligent. Andererseits auch ich, wenn ich von Werbung umgarnt bin oder von dem, was ich wirklich will oder wo ich mich mit meinen Kumpels identifiziere im Freizeitleben, da muss wahrscheinlich noch eine ganze Menge mehr passieren, dass ich wie in diesem Fall den Fernseher nicht anmache, sondern fahre endlich mal mein Auto auf der Autobahn aus. Wenn Deutschland spielt, wäre ja auch eine Option. Und so lange ist anscheinend noch viel Platz für die FIFA, um dieses Band zu überspannen, weil es gar nicht, was noch passieren müsste. Es könnte eine WM geben, wo es gar keine Vorrunden gibt, sondern alle Mannschaften teilnehmen. Dann dauert die vielleicht genau vier Jahre und dann beginnt die nächste. Das wäre ja auch noch ein Ding. Und dann kann man noch eine ganze Menge Werbung oben drüber kippen. Also wir Markenleute sind fasziniert bis erschrocken, was die Menschen sich alles bieten lassen. Das ist ja für uns, für das Geschäftsgut. Und da haben wir selbst auch noch eine ganze Menge Ideen wahrscheinlich. Und irgendwann gibt es den Fußball dann gänzlich, ohne Zuschauer spätestens dann Konsequenzen zu erwarten. Erst einmal vielen Dank für das Gespräch. John Christoph Berndt, Markenexperte von Brand Amazing. Dankeschön. Bei Levi's geht es darum, sichtbar zu bleiben, obwohl der Name offiziell verschwinden soll. In Frankfurt geht es auch um Sichtbarkeit und Einfluss, nur deutlich weniger verspielt. Dort kämpft die Commerzbank weiter gegen die Übernahme durch die Unicredit. Der Bund stellt sich in diesem Streit klar hinter die Commerzbank. Die Finanzagentur teilt mit, der Bund lehnt das Aktientauschangebot der Unicredit ab. Er hält gut 12 Prozent an der Commerzbank und kritisiert, dass die Offerte keine angemessene Prämie bietet. Außerdem unterstützt der Bund die Eigenständigkeit der Commerzbank und lehnt das Vorgehen der Unicredit als aggressiv ab. Für den Bund geht es dabei auch um den Standort Deutschland. Die Commerzbank finanziert viele Unternehmen und den Mittelstand, außerdem zählt sie als wichtiger Arbeitgeber zum Finanzplatz Frankfurt. Gleichzeitig läuft für die Aktionäre die Frist ab. Bis Dienstag um Mitternacht können sie das Angebot der Unicredit annehmen. Brisant wird der Fall auch, weil die Staatsanwaltschaft Frankfurt Vorermittlungen zu möglicher Marktmanipulation führt. Beide Banken streiten über Angaben zu angedienten Aktien und mögliche Aktienleihgeschäfte. Und die Unicredit erhöht den Druck zusätzlich. Sie verweist darauf, dass sie mit einer Hauptversammlungsmehrheit sämtliche Vertreter der Kapitalseite im Aufsichtsrat neu wählen könnte. Commerzbank-Chefin Bettina Orlob zeigte sich überrascht. Den Übernahmepoker ordnet Anlegerschützer Klaus Nieding ein. Herr Nieding, schön, dass Sie hier sind. Wir haben es gerade gehört, das Angebot unattraktiv. Was sagen Sie? Es wollte ja auch nicht attraktiv sein, das Angebot. Es sollte ja nur dem Zweck dienen, über diese Schwelle von 30% drüber zu kommen. Und zwar zu einem möglichst günstigen Preis. Und ein gesetzliches Übernahmeangebot mit einem höheren Preis zu vermeiden. Und heute also läuft eine Annahmefrist ab. Was heißt das genau? Naja, die Aktionäre haben zu diesem symbolischen Angebot, was rausgelegt worden ist, wie gesagt, um die gesetzlichen Grenzen zu überschreiten, haben die die Möglichkeit, bis heute ihre Aktien zu tauschen. Es gibt aber noch eine Nachfrist, die läuft bis 3. Juli. Und dann muss man am Ende mal abwarten, wie viele Aktien die Unikredit eingesammelt haben wird. Und was ist nach diesen 2 Wochen? Dann wird, glaube ich, mal geschaut in Italien, wird dann in Mailand, Entschuldigung, alte Klassiker, dann wird gezählt und dann wird geguckt, wie weit man gekommen ist. Und dann wird man feststellen, ob man jetzt eine HV-Mehrheit hat oder nicht. Ich glaube, dass es ziemlich nah an der HV-Mehrheit sein wird. Die Commerzbank sagt aber, Moment, nicht so schnell. Das glauben wir nicht. Die Commerzbank muss das natürlich sagen. Das gehört zum Spiel mit dazu. Aber klar ist auch, die Tür ist offen. Bis 50 Prozent können die Italiener dann einsammeln, bevor ein neues gesetzliches Übernahmeangebot abgegeben werden müsste. Wir brauchen für die HV-Mehrheit vielleicht 42, 43 Prozent der Aktien. Und ich denke mal, das werden sie wohl erreichen. Wir hören von Schlammschlacht, von Drohungen. Wie ordnen Sie es ein, Herr Nieding? Denn beispielsweise der Bund sagt ja auch, er lehnt dieses aggressive Vorgehen ab. Naja, ich sehe kein aggressives Vorgehen. Ich sehe auch keine Schlammschlacht. Natürlich ist klar, dass man sich so ein bisschen behakt gegenseitig. Das ist der Situation geschuldet. Aber wenn Sie mal an den Übernahmekampf in Deutschland zurückdenken, Anfang der 2000er Jahre, Mannesmann, Vodafone, da hat man sich mit ganzseitigen Anzeigen in den Zeitungen maltretiert. Das haben wir ja hier überhaupt nicht. Das, was die Italiener machen, ist nüchtern das Aktiengesetz vorbieten und sagen, wenn wir die HV-Mehrheit haben, können wir den Aufsichtsrat zusammensetzen, wie wir wollen. Und der Aufsichtsrat bestimmt und entlässt den Vorstand. So einfach ist das geregelt. Und so wird es dann vermutlich auch passieren? Davon gehe ich aus, ja. Und die Bundesregierung kann auch nicht mehr machen, sie kann sich beschweren, aber mehr Möglichkeiten hat sie auch nicht, oder? Naja, sie könnte versuchen jetzt Aktien zuzukaufen, um da so eine Sperrminorität hinzubekommen, aber das ist natürlich nicht im Interesse des Steuerzahlers, das ist auch alles sehr teuer. Was man hätte machen können, wäre der berühmte Weiße Ritter. Das sind so Abwehrmöglichkeiten während einer solchen Situation. Aber das ist weder was für den Bund, noch hat die Commerzbank das im Augenblick offensichtlich vor. Also die Türen sind offen für die Italiener. Sie sprechen von Interessen. Was ist jetzt das Interesse der Aktionäre? Das Interesse der Aktionäre ist immer ein möglichst hoher Kurs und eine stabile, gute Dividende und ein reüssierendes Unternehmen. Und wenn das alles jetzt dazu beiträgt, in einem größeren Rahmen, dass wir das bekommen, dann soll das Recht sein. Was die Aktionäre natürlich nicht wollen, ist eine Zerschlagung der Commerzbank, mit der Folge, dass dann nur noch Teile davon übrig bleiben oder die abverkauft werden. Und man so eine der beiden größten Banken Deutschlands abwickelt. Das ist nicht im Interesse der Aktionäre. Also es bleibt spannend, Herr Nieding. Vielen herzlichen Dank und beim nächsten Mal sprechen wir über Fußball. Jawohl, genau. Vielen herzlichen Dank. Danke. Und in unserem letzten Thema geht es um die Urlaubszeit und die Frage, wie viel Extrageld landet da eigentlich auf meinem Konto? In Sachen Urlaubsgeld fällt die Antwort da sehr gemischt aus. Nach einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung bekommen in diesem Jahr nur 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Der Wert bleibt damit auf Vorjahresniveau. Jahresniveau. Entscheidend ist vor allem der Tarifvertrag. In tarifgebundenen Betrieben erhalten 73 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld. Ohne Tarifvertrag nur 35 Prozent. Außerdem zahlen große Unternehmen den Zuschuss deutlich häufiger als kleine Betriebe. Viele Experten sagen deshalb, fehlt der Tarifvertrag, fehlt meist auch das Urlaubsgeld. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.