Latest / ntv Wirtschaft / Geht die Anthropic-Wette auf? KI-Konzern plant gigantischen Börsengang in diesem Jahr
Transcript
- 0:02Anthropic plant einen Börsengang mit Billionenbewertung. Die Privathaushalte
- 0:07weltweit sind so reich wie nie. Und in Brandenburg steht jetzt das höchste Windrad der Welt.
- 0:12In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:16die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:21Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:25Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:29geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:33Das KI-Unternehmen Anthropic plant in diesem Jahr einen gigantischen Börsengang
- 0:37mit einer Bewertung von mehr als zwei Billionen US-Dollar.
- 0:41Das geht jetzt aus einem Börsenprospekt hervor.
- 0:43Der Schritt geschieht trotz eines gemeldeten Nettoverlusts von 42 Milliarden
- 0:47Dollar für das vergangene Jahr.
- 0:49Dazu kommen die Pläne zu einer Zeit, in der Anthropic und andere KI-Konzerne
- 0:54zunehmend auch vor den Gefahren künstlicher Intelligenz warnen.
- 0:58Börsenreporter Friedhelm Tilgen hat dazu eine Einschätzung. Es ist die größte
- 1:02Wette und gleichzeitig der größte Test über die Akzeptanz von KI-Aktien aller Zeiten.
- 1:08Anthropic hat in einem Börsenprospekt, den die Nachrichtenagentur Hoytas einsehen konnte,
- 1:13geschrieben, dass man mit einem Erlös von 2000 Milliarden US-Dollar rechnet,
- 1:19wenn man an die Börse gehen will, was derzeit für nach den Zwischenwahlen in
- 1:25den USA im November erwartet wird.
- 1:272000 Milliarden US-Dollar, das ist nahezu die Hälfte der Wirtschaftsleistung,
- 1:32der gesamten Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr und damit eine Größenordnung,
- 1:37die man sich kaum noch vorstellen kann.
- 1:38Vielleicht noch der Vergleich mit dem letzten größten Börsengang aller Zeiten
- 1:43von SpaceX, der bei rund 1700 Milliarden US-Dollar gelegen hat.
- 1:50Aber den hatte schon die Börse absorbieren können. Wahrscheinlich wird die Börse
- 1:53auch den Börsengang von Anthropic absorbieren können.
- 1:57Aber dass das eine Wette ist, zeigt auch der Blick in die Zahlen.
- 2:01Im vergangenen Jahr hatte laut Prospekt das Unternehmen einen Umsatz von 4,6
- 2:07Milliarden US-Dollar verbucht, gleichzeitig aber auch einen Verlust von 8 Milliarden.
- 2:13Das Geschäft muss aus den neuen
- 2:15Investitionen kommen und dafür braucht es eben eine Riesenmenge Geld.
- 2:20Und damit ist es gleichzeitig eine Wette auf die Zukunft von dem Hintergrund
- 2:24der Sicherheitsbedenken, die auch damit verbunden sind.
- 2:27Denn im eigenen Börsenprospekt warnt Anthropic davor, dass katastrophale oder
- 2:33existenzielle Risiken für die Menschheit entstehen könnten durch die eigene KI.
- 2:39Am Dienstagabend trifft sich Trump mit den Chefs der wichtigsten KI-Unternehmen,
- 2:46um darüber zu diskutieren, wie viel Regulierung möglicherweise notwendig ist.
- 2:50Es ist schon ein seltener Fall, dass die Branche, wie zuletzt geschehen,
- 2:54selber danach ruft, ein bisschen reguliert zu werden.
- 2:57Von KI weiter zum weltweiten Geldvermögen.
- 3:00Die Privathaushalte rund um den Globus sind so reich wie nie.
- 3:05Das zeigt jetzt eine Berechnung der Allianz-Versicherung. Zum Ende des vergangenen
- 3:08Jahres saßen die privaten Haushalte auf 268,4 Billionen Euro brutto.
- 3:15Ein Anstieg um 8,6 Prozent. Besonders profitierten diejenigen,
- 3:19die Geld in Aktien und andere Wertpapiere investiert hatten.
- 3:23Auch in Deutschland legten die Brutto-Geldvermögen zu, allerdings schwächer
- 3:27als im globalen Durchschnitt. Warum ist das so?
- 3:30Raimund Brichter hat darüber mit Katharina Uttermöhe gesprochen.
- 3:33Sie ist Volkswirtin bei der Allianz. Wie sieht das aus? Es ist schon überraschend,
- 3:37auf der einen Seite, in Deutschland bleiben wir mal viel von Armut die Rede,
- 3:41auf der anderen Seite diese richtig, richtig hohen Geldvermögen. Ja, das ist richtig.
- 3:47Wir jagen von Rekord zu Rekord. Global kratzen wir annähernd an der 300-Billionen-Marke
- 3:53und in Deutschland knacken wir auch spätestens im nächsten Jahr die 10-Billionen-Marke.
- 3:58Also in der Tat, was man da sieht, ist, dass es vor allen Dingen nicht die Sparleistung
- 4:04ist global, die eben dieses Geldvermögen antreibt, sondern es hängt eben an
- 4:09den Kapitalmärkten. Die haben eigentlich die ganze Arbeit gemacht.
- 4:12In Deutschland sind wir noch nicht so ganz so weit. Deswegen ist das Vermögen
- 4:15hierzulande auch nicht so stark gestiegen. Wir setzen immer noch stärker auf
- 4:19Sparen und haben es noch nicht richtig verstanden, das Kapital für uns arbeiten zu lassen.
- 4:24Denn hier waren die Zuwächse deutlich höher im letzten Jahr bei rund 12 Prozent
- 4:29im Vergleich zu 6 Prozent für Bankeinlagen global.
- 4:32Gut, teilen wir Deutschland und die Welt mal auf. Bleiben wir zunächst mal bei Deutschland.
- 4:37Ja, es wird gespart, aber gleichzeitig heißt das, es ist ja viel Armut. Wie passt das zusammen?
- 4:42Das passt so zusammen, eben natürlich damit ist es wichtig, dass man Kapital hält.
- 4:48Also wer Kapitalbesitzer ist, profitiert. Und das ist natürlich deutlich schwierig,
- 4:53wenn man zunächst auch ein niedrigeres Einkommen hat, es eben nicht schafft,
- 4:56viel auf die Seite zu legen und daher kommt die Diskrepanz.
- 5:00Darüber hinaus, was wir eben aussehen, ist die relativ starke Inflationsentwicklung
- 5:06eben seit dem Corona-Schock, die sich hier auch in die Gehälter reingefressen
- 5:11haben, sodass eben nach Inflation deutlich weniger überbleibt.
- 5:15Und deswegen haben wir diese starke Diskrepanz eben auch.
- 5:18Aber trotzdem, Sie sagen, nach Inflation bleibt weniger Geld über.
- 5:21Trotzdem haben ja offenbar die Deutschen mehr gespart, also auch mehr Geld beiseite
- 5:25gelegt und nicht nur auch von den steigenden Kursen profitiert.
- 5:28Das ist richtig. Aber wenn wir uns einmal den Vergleich noch mal mit 2019 anschauen,
- 5:32da sehen wir beispielsweise, dass nach der Inflation.
- 5:36In Europa und Deutschland ist da in einer ähnlichen Region, eben nur 0,5 Prozent
- 5:43Wachstum stattgefunden hat.
- 5:44Und das müssen wir mal vergleichen hier mit China, wo es immerhin 70 Prozent
- 5:48waren, auch nach Abzug der Inflation.
- 5:51Das heißt, wir haben hier deutlich verhaltenere Wachstumsraten und die Inflation
- 5:54frisst sich hier auch noch mal viel stärker rein.
- 5:57Aber in Deutschland wird tatsächlich noch Geld beiseite gelegt und das ist wohl
- 6:01weltweit weniger der Fall, wenn ich Ihre Zahlen richtig interpretiere. Wie kommt das?
- 6:05Hier profitieren die Geldvermögen nur von steigenden Aktienkursen sind es dann wohl.
- 6:09Das ist richtig. In Deutschland wird noch mehr gespart als beispielsweise im
- 6:14Jahr davor. Also es waren jetzt im Jahr 2025 zwei Prozent mehr als in 2024.
- 6:19Global haben wir eher einen Rückgang gesehen von mehr als fünf Prozent.
- 6:23Im Euroraum sind die Ersparnisse sogar um satte 20 Prozent gestiegen.
- 6:27Also in unserer Region, sagen wir mal in Europa, sparen wir eben noch mehr.
- 6:32Aber wie eben auch schon gesagt, wir sollten es besser verstehen,
- 6:35das Kapital für uns arbeiten zu lassen.
- 6:37Und da ist eben die Portfoliostruktur sehr wichtig. Also wie legt man sein Geld denn an?
- 6:42Und da sollten wir eben viel stärker darauf setzen, dass das Geld für uns arbeitet
- 6:46und dass wir es eben an den Kapitalmärkten anlegen.
- 6:49Letzten drei Jahre waren hier besonders erfolgreich natürlich.
- 6:53Auch gestärkt durch die ganzen KI-Hoffnungen, die wir in den Aktienkursen wiederfinden.
- 6:59Aber auch im Langzeitvergleich über 20 Jahre hinweg sehen wir,
- 7:02dass der Kapitalmarkt sich auf jeden Fall auszahlt.
- 7:07Und jetzt geht es hoch hinaus. In Schipkau in Brandenburg steht jetzt das höchste Windrad der Welt.
- 7:13Die Anlage erreicht mit den Rotorblättern eine Höhe von 365 m und ist damit
- 7:19nach dem Berliner Fernsehturm das zweithöchste Bauwerk Deutschlands.
- 7:23Was bringen solche Mega-Windräder? Raimund Brichter hat darüber mit dem Windenergie-Marktexperten
- 7:28Dirk Briese gesprochen. Werden diese ganz hohen Windräder in ganz Deutschland zum Trend werden?
- 7:33Nein, das erwerten wir jetzt kurzfristig nicht. Das ist, wenn,
- 7:36dann ein langfristiger Trend.
- 7:38Wir haben eine ganze Menge Themen, die dann auch zu lösen sind.
- 7:43Erstmal muss das natürlich kostentechnisch in eine entsprechende Produktion kommen.
- 7:50Außerdem haben wir das Thema Genehmigung. Es wird sicherlich viele Menschen
- 7:53auch nicht so begeistern, wenn sie so große Windenergieanlagen in der Nähe haben
- 7:58und man sieht die dann auch sehr weit.
- 8:00Aber es ist natürlich eine Technologieentwicklung, die ganz spannend ist.
- 8:03Aber genau das wäre meine Frage auch gewesen. Erwarten Sie richtig heftigen
- 8:07Widerstand in der Bevölkerung gegen solche hohen Türme?
- 8:11Das erwarten wir jetzt nicht generell.
- 8:14Grundsätzlich haben wir ja immer das Thema, dass dieses Not-in-my-back-yard,
- 8:18dieses Nymbi-Syndrom in ganz Deutschland ist und auch gerade auf Windräder bezogen.
- 8:23Aber es gibt ja auch Gegenden, die sind weniger bevölkungsreich.
- 8:26Und auch im Wald gibt es ja eine ganze Menge Windräder, in Rheinland-Pfalz zum
- 8:31Beispiel. Also es gibt eine ganze Menge Regionen, wo wir uns das gut vorstellen
- 8:34können, dass das funktioniert.
- 8:35Und jetzt werden viele ja sagen, naja, wenn schon so hohe Windräder oder überhaupt
- 8:39Windräder, dann doch möglichst aus deutscher oder europäischer Produktion.
- 8:44Wie sieht es denn da mit der Konkurrenz aus China aus? Ja, das haben wir gerade
- 8:48in der Diskussion in der Branche. Wir hatten ja letzte Woche die Messe in Hamburg,
- 8:51die Großwindmesse. Da waren natürlich auch die chinesischen Anbieter vor Ort.
- 8:56Und haben da viel Werbung gemacht neben den Deutschen.
- 8:59Da muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Onshore und Offshore.
- 9:03Im Onshore-Markt, also am Land sozusagen, die Windräder, da ist der Markt sehr stark zerteilt.
- 9:09Sehr kleinteilig auch, sind kleine Projekte.
- 9:12Dort gibt es einen hohen Wettbewerb. Dort ist auch ein chinesischer Anbieter
- 9:16schon seit vielen Jahren auf dem deutschen Markt. Goldwind mit der Avensis,
- 9:20die haben damals einen deutschen Anbieter gekauft.
- 9:23Auf dem Meer, also Offshore, ist das was anderes. Da haben wir nur zwei Anbieter,
- 9:27Siemens Gamesa und Vestas in Europa.
- 9:30Und da drängen jetzt auch die Chinesen mit Macht auf den Markt.
- 9:35Und dort haben wir sehr viel größere Projekte, auch entsprechend eine ganz andere
- 9:39Wettbewerbssituation.
- 9:41Und da gibt es dann aber noch andere Themen, die im Moment diskutiert werden.
- 9:46Aber interessanter Punkt natürlich.
- 9:48Ist vielleicht ein Vergleich mit der Autoindustrie gerechtfertigt?
- 9:51Da wurden die chinesischen Anbieter ja auch erst mal in Europa zumindest belächelt.
- 9:55Und jetzt sind sie hier richtig stark oder werden immer stärker.
- 10:00Könnte Ähnliches im Windenergiemarkt passieren, wenn auch offshore?
- 10:05Also ja, das kann natürlich passieren.
- 10:07Die Themen, die ich gerade angedeutet habe, sind Sicherheitsbedenken.
- 10:11Die Engländer haben in einem Projekt den chinesischen Anlagenbauern nicht zugelassen.
- 10:19Die haben einen ausgeschlossen aufgrund von militärpolitischen Sicherheitsbedenken.
- 10:27Grundsätzlich ist es nicht vergleichbar mit dem Automarkt. Beim Automarkt haben
- 10:31wir einen Technologiewechsel von dem Verbrenner auf die Elektroautos.
- 10:37Und dort haben tatsächlich die deutschen Hersteller einfach zu lange abgewartet.
- 10:42Man kann auch sagen verschlafen.
- 10:44Den Trend, der ursprünglich mal aus den USA kam mit Tesla.
- 10:48Und inzwischen sind die großen Fabriken in China einfach kostengünstiger und
- 10:54auch die Technologie-Dialogierungen,
- 10:57Deutlich ausgereifter. Diesen Wechsel, diesen Technologiewechsel haben wir in
- 11:01der Windindustrie so nicht.
- 11:03Dort bauen alle im Moment ähnliche Turbinen, allerdings die Chinesen im Moment,
- 11:09größere Turbinen, was natürlich auch ein großes Argument ist.
- 11:12Und sie haben auch noch einen anderen Technologiesprung. Sie verzichten auf
- 11:15das Transition Piece, also die Verbindung zwischen Turm und.
- 11:20Fundament. Das würde auch nochmal deutlich Kosten sparen.
- 11:24Und zum Schluss noch dieses Thema. Die Nachfrage nach Ladesäulen für E-Autos nimmt zu.
- 11:29Das hat jetzt das schwedische Energieunternehmen Vattenfall mitgeteilt.
- 11:32Demnach wurde an den deutschen Ladesäulen des Konzerns seit Jahresbeginn rund
- 11:37zwei Drittel mehr Strom geladen als im gesamten Vorjahr.
- 11:40Vattenfall erklärt das mit gestiegenen Kraftstoffpreisen und dem Ausbau der Infrastruktur.
- 11:45Auch andere Anbieter beobachten eine Zunahme der Ladesäulenauslastung.
- 11:49Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:54Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.