Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #14 Folge 6: RÜCKFALL in der BEZIEHUNG: Was tun? Dein Notfallplan, um nicht kaputt zu gehen ⚡
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu dieser gemeinsamen Analyse.
- 0:03Schön, dass du da bist, um mit uns zusammen in Material
- 0:06einzutauchen, das du uns geschickt hast.
- 0:08Wir haben heute ein ja doch sehr sensibles Thema vor uns,
- 0:12Rückfälle während der sucht, Recovery und ganz speziell, wie
- 0:16die sich auf Beziehungen auswirken.
- 0:19Die Grundlage dafür ist n Artikel von Nielix Berlin,
- 0:21geschrieben von Gabriel Matschitz und das Besondere ist
- 0:24wohl, dass er da auch sehr offen über seine persönlichen
- 0:27Erfahrungen schreibt, was dem Ganzen.
- 0:29Eine sehr, ja direkte Perspektive gibt unser Ziel
- 0:33heute. Wir schauen uns mal an, was
- 0:35dieser Text so über die Dynamiken sagt, die da
- 0:37entstehen, wenn die Recovery ins Wanken gerät, egal ob es jetzt
- 0:41dein Partner betrifft oder vielleicht dich selbst.
- 0:43Was sind da so die Kernpunkte, welche Strategien schlägt der
- 0:46Artikel vor und die große Frage natürlich kann man vertrauen da
- 0:51überhaupt reparieren? OK, lass uns da mal.
- 0:55Genauer drauf schauen. Genau.
- 0:57Wir fokussieren uns darauf, wie der Artikel diese
- 1:00Herausforderungen beleuchtet und welche konkreten Ansätze er
- 1:04vorschlägt, um mit dieser ja wirklich schwierigen Situation
- 1:07umzugehen. Es geht darum, die Mechanismen
- 1:10zu verstehen, die da ablaufen können, für beide Seiten,
- 1:13Betroffene und Partnerinnen oder Partner.
- 1:15Verstehen, nicht verurteilen, das ist, glaube ich, hier ganz
- 1:18wichtig. Was mir sofort ins Auge
- 1:20gesprungen ist, sind die Zahlen im Material.
- 1:23Da steht ja 40 bis 60% der Menschen in Recovery erleben
- 1:27mindestens einen Rückfall. Das ist schon ne Ansage finde
- 1:31ich, das macht klar, das ist eben keine Seltenheit, sondern
- 1:34echt ne reale Gefahr auf diesem Weg und wenn man dann auf
- 1:38Beziehungen schaut, da scheinen die Zahlen ja noch krasser zu
- 1:42sein, Beziehungsstress wird da als einer der Top Five Trigger.
- 1:45Abend. Ja, genau, und das wird noch
- 1:47deutlicher, wenn man sich ansieht, was im Text zu paaren
- 1:49steht. 75% also 3. Viertel der Paare mit einem
- 1:52suchtkranken Partner erleben demnach mindestens einen
- 1:54Rückfall, das muss man sich mal vorstellen.
- 1:56Und wenn Konflikte in der Beziehung ungelöst bleiben,
- 1:58steigt diese Rate laut der Quelle noch mal um 23% Puh,
- 2:02aber, und das ist vielleicht die gute Nachricht in
- 2:05Partnerschaften, wo offen kommuniziert wird, gibt es
- 2:08anscheinend 31% weniger schwere Rückfälle.
- 2:09Kommunikation scheint also wirklich.
- 2:15So eine Art Puffer zu sein. OK, aber warum sind denn gerade
- 2:18Beziehungen so ein? Na ja, Minenfeld für Leute in
- 2:22Recovery. Der Text gibt ja so ein paar
- 2:24psychologische Erklärungsansätze, emotionale
- 2:27Hochdruckgebiete fällt er als Stichwort.
- 2:30Ja, das trifft es eigentlich ganz gut.
- 2:32Stell dir vor, du lernst gerade erst wieder mit deinen Gefühlen
- 2:35klarzukommen, also ohne Suchtmittel und Beziehungen sind
- 2:39halt der Ort, wo die stärksten Gefühle hochkochen, oder?
- 2:43Liebe, Wut, Enttäuschung, Freude, Intimität heißt ja auch
- 2:47Verletzlichkeit. Nähe kann alte Wunden aufreißen,
- 2:51alte Ängste, dann kommt auf dieser Erwartungsdruck dazu, vom
- 2:54Partner, vielleicht, aber auch von einem selbst, so nach dem
- 2:57Motto, Ich muss jetzt normal funktionieren.
- 3:00Verstehe. Und wenn dann Konflikte kommen,
- 3:03ist vielleicht die alte Strategie, also Konsum statt
- 3:06Auseinandersetzung, irgendwie schnell wieder präsent.
- 3:09Es ist quasi ja emotionales Hochleistungstraining.
- 3:13Aber ohne den früheren Dämpfer. Lass uns das mal konkret
- 3:15durchspielen. Szenario 1 aus dem Text du bist
- 3:18der Partner oder die Partnerin und du entdeckst deinen Partner,
- 3:23der Clean war ist wieder rückfällig geworden vielleicht
- 3:26findest du was oder er kommt betrunken nach Hause oder ist
- 3:29einfach nicht erreichbar, was geht einem da durch den Kopf?
- 3:32Der Text nennt ja Schock, tiefe, Enttäuschung, Wut, vielleicht
- 3:37auch die Frage, warum tut er oder sieh mir das an.
- 3:40Aber eben auch Schuldgefühle. So hätte ich was merken müssen
- 3:44und natürlich die Angst. Fängt das jetzt alles von vorne
- 3:47an? Ja klar, und was wäre jetzt so
- 3:49die erste intuitive Reaktion wahrscheinlich Vorwürfe machen
- 3:53oder so richtig Druck aufbauen. Genau das wird im Text als
- 3:56absolut nicht hilfreich beschrieben.
- 3:59Also Vorwürfe wie, du hast es doch versprochen oder Ultimaten
- 4:03noch einmal und ich bin weg oder halt verstärkte Kontrolle,
- 4:07Taschen durchsuchen, Handy checken.
- 4:09Auch der Versuch, den Partner zu retten, also Ausreden erfinden
- 4:13oder Konsequenzen abmildern oder eben das große Drama, alles war
- 4:18umsonst. Das bringt laut der Quelle
- 4:20meistens gar nichts. Okay.
- 4:22Verstehe, sondern was ist dann der Konstruktivere Weg laut
- 4:26diesem Artikel? Der Fokus liegt erst mal auf dir
- 4:28selbst. Schritt 1.
- 4:30Eigene Sicherheit prüfen ist da irgendeine Gefahr?
- 4:33Wenn ja, handeln Schritt 2 emotionale erste Hilfe für dich.
- 4:37Durchatmen, Freundin anrufen, kurz rausgehen, Schritt 3,
- 4:41Realitätscheck ein Rückfall ist nicht automatisch das Ende vom
- 4:45Lied, sozusagen erst danach kommt die Kommunikation mit dem
- 4:49Partner und ganz entscheidend, wenn er oder sie nüchtern ist.
- 4:55Gespräche im Rausch sind ja meistens sinnlos, dann geht's
- 4:58drum, sachlich zu bleiben. Ich habe das gefunden, ich mache
- 5:02mir Sorgen, wie geht's dir eigentlich?
- 5:05Wichtig ist zuzuhören, ohne sofort anzuklagen.
- 5:09Vielleicht versteht man dann die Auslöser besser ja, und dann
- 5:13gemeinsam überlegen, was brauchst du jetzt, wie können
- 5:15wir verhindern, dass das wieder passiert.
- 5:18Psychologisch ist so n Rückfall natürlich n krasser
- 5:21Vertrauensbruch, keine Frage. Der Schock kann auch so ne Art
- 5:24Trauma Reaktion auslösen, dieses Kampffluchtsystem wird
- 5:27aktiviert, dann ist rationales Denken erst mal schwierig, klar,
- 5:31aber die Quelle betont eben vertrauen kann repariert werden,
- 5:35es wird sogar diese Zahl genannt, dass 70% der Paare nach
- 5:39einem gemeinsam bewältigten Rückfall gestärkt daraus
- 5:41hervorgehen können. Wow, OK.
- 5:43Entscheidend dafür sind aber wohl Ehrlichkeit und dieses
- 5:46Verständnis, dass sucht ne Krankheit.
- 5:48Ist mit Rückfallrisiko eben und keine reine Willensschwäche.
- 5:52Deine Reaktion als Partner hat also einen echt großen Einfluss
- 5:56darauf, wie es weitergeht. Offene Gespräche darüber könnten
- 5:59das Risiko weiterer Rückfälle sogar um 45% reduzieren, heißt
- 6:03es da. Spannend.
- 6:05Jetzt drehen wir den Spieß mal um.
- 6:07Das zweite Szenario im Text. Du bist die Person, die
- 6:11rückfällig geworden ist. Nach einer cleanen Zeit.
- 6:13Du warst vielleicht stolz, dann kam Stress, ein Streit,
- 6:17Einsamkeit und Zack, es ist passiert, die Scham ist sicher
- 6:21riesig. Und dann die Frage, wie sag ich
- 6:24es meinem Partner oder sag ich es überhaupt?
- 6:27Ja, die Versuchung zu schweigen ist enorm.
- 6:28Das wird da sehr nachvollziehbar beschrieben.
- 6:31Gedanken wie war ja nur einmal, ich hab es im Griff.
- 6:35Das belastet ihn oder sie nur unnötig.
- 6:38Die sind ja total verständlich, klar, aber die Quelle warnt
- 6:41eindringlich, Verschweigen ist Gift, Gift für die Beziehung und
- 6:45für die eigene Recovery, Lügen erzeugen Stress und Stress ist
- 6:49wieder ein Rückfalltrigger, ein Teufelskreis, Scham und Schuld
- 6:53wachsen im Verborgenen und Partner spüren doch oft eh, dass
- 6:56irgendwas nicht stimmt. Wenn es dann rauskommt, ist der
- 6:59Vertrauensschaden natürlich noch viel, viel größer.
- 7:02Da kommt ja dieser interessante Punkt im Artikel ins Spiel, mit
- 7:05dem Unterschied zwischen Scham und Schuld.
- 7:07Genau das wird als ganz zentral hervorgehoben.
- 7:10Destruktive Scham ist dieses Gefühl, ich bin schlecht, ich
- 7:14bin wertlos, die lähmt isoliert und treibt oft nur tiefer in die
- 7:18Sucht oder eben in die Verheimlichung.
- 7:21Gesunde Schuld hingegen ist das Gefühl.
- 7:24OK, meine Handlung war falsch und die kann motivieren,
- 7:27Verantwortung zu übernehmen, es wiedergutmachen zu wollen,
- 7:30daraus zu lernen. Es wird sogar ein
- 7:32neurobiologischer Aspekt erwähnt.
- 7:34Ehrlichkeit, also das Eingeständnis, kann Oxytocin
- 7:38freisetzen. Das ist ja dieses
- 7:39Bindungshormon, das Nähe und Vertrauen fördert, selbst in so
- 7:43einer Krise. Faszinierend.
- 7:45Und wie packt man so ein unfassbar schwieriges Gespräch
- 7:48am besten an, wenn man sich entscheidet, ehrlich zu sein?
- 7:50Was rät der Artikel da? Der Text rät zu guter
- 7:53Vorbereitung einen ruhigen Zeitpunkt wählen, sicherstellen,
- 7:57dass man selbst nüchtern ist. Logisch dann.
- 8:01Volle Verantwortung übernehmen ohne Ausreden.
- 8:03So, ich war gestresst weil oder Schuldzuweisungen, du hast mich
- 8:07provoziert, das bringt nichts, wichtig ist auch schon einen
- 8:11Plan zu haben, was machst du jetzt konkret anders, welche
- 8:16Unterstützung brauchst du zusätzlich Therapie
- 8:20intensivieren, Gruppe wechseln, was auch immer und dann direkt
- 8:25aber ruhig ansprechen Beispiel im Text sind so was wie.
- 8:29Ich muss dir was schwieriges erzählen.
- 8:31Ich hatte einen Rückfall, es tut mir aufrichtig leid, ich möchte
- 8:35ehrlich sein, weil du mir wichtig bist.
- 8:38Ich schlage vor, dass wir jetzt folgendes tun, das braucht
- 8:41sicher Mut ohne Ende, ist aber laut diesem Artikel der einzige
- 8:45Weg, der langfristig Heilung ermöglicht.
- 8:50Okay angenommen, der Rückfall ist passiert.
- 8:52Das Gespräch hat vielleicht stattgefunden, wie geht's dann
- 8:55weiter? Der Text macht ja klar, die
- 8:57Beziehung ist verändert vor. Vertrauen muss neu wachsen, das
- 9:01geht ja nicht von heute auf morgen.
- 9:02Nee, absolut nicht. Und dafür braucht's Zeit und
- 9:07ganz konkrete Schritte von beiden Seiten für die Person mit
- 9:12dem Rückfall nennt der Artikel Radikale Transparenz, leben,
- 9:16also offen sein über Termine, wie es einem geht,
- 9:19Schwierigkeiten, professionelle Hilfe konsequent nutzen,
- 9:23vielleicht sogar intensivieren und Verlässlichkeit im Kleinen
- 9:27zeigen. Pünktlich sein, Absprachen
- 9:30einhalten, anrufen wie versprochen, das schafft
- 9:33langsam, ganz langsam neues Vertrauen und Geduld haben mit
- 9:38dem Misstrauen des Partners, das ist ja erst mal ne normale
- 9:41Reaktion. Ja klar.
- 9:43Und was kann der Partner tun, außer eben misstrauisch zu sein?
- 9:46Ganz, ganz wichtig auch für sich selbst.
- 9:49Unterstützung suchen, das Können Angehörigengruppen sein, eigene
- 9:53Beratung oder Therapie. Man muss das nicht alleine
- 9:55schaffen dann. Realistische Erwartungen
- 9:59entwickeln Recovery ist kein Sprint, eher ein Marathon und
- 10:04selten ein gerader Weg. Rückschläge sind möglich,
- 10:08entscheidend ist, wie man damit umgeht.
- 10:10Okay. Klare Grenzen definieren und
- 10:12auch kommunizieren. Was sind meine Bedürfnisse, was
- 10:16toleriere ich nicht mehr, wo ist meine rote Linie und trotz allem
- 10:21versuchen die Hoffnung zu bewahren, dass Veränderung
- 10:24möglich ist. Dass ein Rückfall auch ein
- 10:27Wendepunkt sein kann. Aber woher weiß ich denn, dass
- 10:30es nicht naiv ist, wieder zu vertrauen?
- 10:32Das ist doch die absolute Gretchenfrage, oder?
- 10:34Der Artikel spricht das ja auch an, diese Balance zwischen
- 10:37Vertrauen und, Na ja, Naivität. Genau vertrauen heißt ihm, nach
- 10:42nicht blind zu sein oder Warnsignale zu ignorieren oder
- 10:46keine Grenzen mehr zu haben. Überhaupt nicht.
- 10:50Es bedeutet wohl eher, dem Partner die Bereitschaft zur
- 10:52Veränderung weiterhin zuzutrauen, solange er diese
- 10:55Bereitschaft eben auch durch Taten zeigt.
- 10:58Verstehe. Es bedeutet, auf offene
- 11:00Kommunikation zu setzen, statt heimlich zu kontrollieren.
- 11:03Es bedeutet, gemeinsam an der Beziehung zu arbeiten, wenn
- 11:06beide das wollen, aber. Aber, und das ist diese wichtige
- 11:09kritische Reflexion im Text, es gibt einen Punkt, wo Schluss
- 11:13sein kann oder vielleicht sogar muss.
- 11:15Und wann ist dieser Punkt erreicht?
- 11:17Wann sagt der Artikel, ist es genug?
- 11:19Der Artikel nennt da ziemlich klare Warnsignale für toxische
- 11:22Muster, also wiederholte Rückfälle ohne sichtbare
- 11:26ernsthafte Bemühungen um Veränderung, Gewalt oder
- 11:29Bedrohung, finanzielle Ausbeutung, Diebstahl, die
- 11:32konsequente Verweigerung von Hilfe.
- 11:35Ständige Manipulation oder emotionale Erpressung?
- 11:38OK, das ist deutlich. Hier wird dann auch betont,
- 11:42Selbstschutz ist nicht egoistisch.
- 11:44Die eigene psychische Gesundheit und die Sicherheit, gerade wenn
- 11:47Kinder im Spiel sind, die haben absoluten Vorrang.
- 11:51Manchmal ist eine Trennung dann einfach die gesündere
- 11:53Entscheidung für alle. Der Text geht ja dann auch noch
- 11:57auf ein paar sehr konkrete Fragen ein, die sich viele in so
- 12:00einer Situation sicherstellen. So was wie.
- 12:03Wie oft kann ich einen Rückfall verzeihen?
- 12:06Was sagt der Artikel dazu? Die Antwort ist im Grunde, es
- 12:09gibt keine feste Zahl 0. Viel wichtiger als die
- 12:13Häufigkeit sind die Umstände. Siehst du echte
- 12:16Veränderungsbereitschaft, wird professionelle Hilfe angenommen
- 12:19und genutzt, wie geht es dir damit?
- 12:21Das ist entscheidend, sind deine Grenzen überschritten.
- 12:24Dein eigenes Wohlbefinden ist da ein ganz wichtiger Maßstab.
- 12:28Die Entscheidung liegt bei dir und sie ist ja auch nicht in
- 12:30Stein gemeißelt, man kann sie später auch wieder ändern.
- 12:33Eine andere Ost sicher sehr schmerzhafte Frage bedeutet ein
- 12:38Rückfall, dass mein Partner mich nicht liebt.
- 12:41Hier ist die Antwort im Text ein ganz klares Nein.
- 12:45Sucht wird ja als Krankheit verstanden, die das Gehirn
- 12:47betrifft. Ein Rückfall richtet sich nicht
- 12:50gegen den Partner, das ist wichtig.
- 12:52Er ist Ausdruck des inneren Kampfes des Betroffenen mit
- 12:55dieser Krankheit, oft ausgelöst durch Stress, Trigger oder
- 12:59psychische Belastungen. Es hat nichts mit mangelnder
- 13:02Liebe zu tun, auch wenn es sich für den Partner oft genauso
- 13:05anfühlt. Verstehe nächste Frage, soll ich
- 13:09beim nächsten Mal härter reagieren?
- 13:12Man will ja, dass es aufhört, dass sich was ändert.
- 13:15Der Artikel differenziert da sehr schön, reine Härte im Sinne
- 13:19von Wut oder Strafe hilft selten, aber.
- 13:21Was aber hilft, sind vorher klar besprochene Grenzen und
- 13:24Konsequenzen, also nicht im Affekt handeln, sondern in
- 13:28ruhigen Zeiten gemeinsam festlegen.
- 13:30OK, wenn das noch mal passiert, dann werden wir XYZ tun, zum
- 13:34Beispiel sofort die Beratungsstelle kontaktieren
- 13:36oder eine Auszeit nehmen, was auch immer.
- 13:39Klarheit und Konsequenz ja, emotionale Härte eher Nein.
- 13:43Kann unsere Beziehung nach einem Rückfall stärker werden?
- 13:47Ist das realistisch oder nur so n frommer Wunsch?
- 13:50Laut der Quelle ist das tatsächlich möglich.
- 13:52Wenn Paare es schaffen, diese Krise gemeinsam zu bewältigen,
- 13:55mit Ehrlichkeit, gegenseitiger Unterstützung, kann das zu einer
- 13:58tieferen Verbindung führen, zu mehr Verständnis einer reiferen
- 14:02Beziehung. Aber, und das ist der Haken, das
- 14:04ist harte Arbeit und braucht oft auch Begleitung von außen.
- 14:08Es ist kein Automatismus, so nach dem Motto Krise
- 14:11überstanden, alles super. Ja klar.
- 14:14Und dann noch die schwierige Frage nach den Kindern, wie
- 14:17erkläre ich es ihnen? Der Rat hier ist altersgerecht
- 14:21und ehrlich sein. Ohne sie zu überfordern oder
- 14:24Ihnen irgendwie Verantwortung aufzubürden.
- 14:27Ein Beispiel wäre Papa oder Mama hat gerade ne schwere Zeit, weil
- 14:31er oder sie krank ist, aber er bekommt jetzt wieder Hilfe damit
- 14:34es besser wird. Wichtig ist ihnen Schuldgefühle
- 14:37zu nehmen, Professionelle Familienberatung wird hier als
- 14:40sehr sinnvoll empfohlen, um da den richtigen Ton und Weg zu
- 14:43finden. Gut, zum Abschluss gibt es ja
- 14:47noch diesen Survival Guide für Angehörige im Artikel.
- 14:52Was sind da die wichtigsten Punkte für den Akutfall?
- 14:55Also direkt, wenn man es entdeckt.
- 14:56Das wichtigste zuerst Sicherheit prüfen für Dich, für eventuelle
- 15:01Kinder, auch für den Partner. Dann emotionale erste Hilfe für
- 15:05dich selbst organisieren, durchatmen, Freundin anrufen,
- 15:09kurz Abstand gewinnen und dann eben warten, bis der Partner
- 15:13wieder nüchtern und ansprechbar ist, bevor das eigentliche
- 15:16Gespräch stattfindet. Ruhig bleiben, auch wenn es noch
- 15:19so schwer fällt. Und langfristig?
- 15:21Was hilft Angehörigen durch diese oft ja sehr belastende
- 15:25Zeit zu kommen? Dann nimmt der Artikel einige
- 15:27Punkte unbedingt eigene professionelle Beratung suchen,
- 15:31das ist kein Luxus, das ist oft einfach notwendig, um nicht
- 15:34selbst unterzugehen. Klare Kommunikation üben,
- 15:38gemeinsam vielleicht einen Notfall oder Sicherheitsplan
- 15:41erstellen, die eigenen Grenzen kennen und ganz wichtig auch
- 15:45waren. Mhm, sich mit anderen
- 15:47Betroffenen in Selbsthilfegruppen austauschen,
- 15:49das kann enorm entlastend zu sehen.
- 15:52Man ist nicht allein, eventuell Paartherapie in Betracht ziehen
- 15:56und das eigene soziale Netz pflegen, Freunde, Hobbys, Dinge,
- 16:01die einem selbst guttun und Kraft geben, raus aus der
- 16:04Isolation. Genauso wichtig scheint ja zu
- 16:07sein, was man vermeiden sollte, kurzfristig und langfristig.
- 16:12Ja, kurzfristig eben. Die Sachen, die wir schon
- 16:14hatten, schreien, Vorwürfe, Ultimaten im Affekt,
- 16:17kontrollieren, retten, dramatisieren, das bringt meist
- 16:20nichts Gutes, langfristig sind die fallen eher ständige
- 16:24Überwachung und dieses chronische Misstrauen, das die
- 16:26Beziehung einfach zerfrisst, die eigenen Bedürfnisse immer hinten
- 16:30anstellen, sich selbst völlig aufgeben, höhnlichen, angriff
- 16:33werden oder eben einfach passiv abwarten und hoffen und.
- 16:37Ohne dass sich wirklich was Grundlegendes ändert oder Hilfe
- 16:40gesucht wird. Der Guide macht auch sehr
- 16:43deutlich, wann sofort professionelle Hilfe von außen
- 16:46nötig ist. Genau.
- 16:47Bei Gewalt oder konkreten Drohungen.
- 16:50Das ist eine rote Linie bei Suizidgedanken, egal bei wem,
- 16:56wenn Kinder gefährdet sind, bei kriminellen Handlungen wie
- 16:59Diebstahl, zur Suchtfinanzierung, bei immer
- 17:02wiederkehrenden Rückfällen ohne jede sichtbare Veränderung oder
- 17:05Bemühung. Und wenn die eigene psychische
- 17:08oder physische Gesundheit massiv leidet, dann muss extern
- 17:12eingegriffen werden zum Schutz aller.
- 17:14Und ein Gedanke zieht sich da wirklich wie ein roter Faden
- 17:17durch diesen ganzen Abschnitt für Angehörige.
- 17:20Deine eigene Recovery, dein eigenes Wohlbefinden ist genauso
- 17:23wichtig, du bist nicht für die Sucht verantwortlich, nicht für
- 17:27die Rückfälle, nicht für die Genesung deines Partners, aber.
- 17:30Aber du bist verantwortlich für dein eigenes wohl, deine
- 17:33Grenzen, deine Entscheidungen und gegebenenfalls für den
- 17:36Schutz deiner Kinder und sich da Hilfe zu holen, ist ein Zeichen
- 17:39von Stärke, nicht von Schwäche. Puh, das war jetzt wirklich ne,
- 17:43ja intensive Beschäftigung mit diesem Artikel von Nelix Berlin
- 17:47über Rückfälle und Beziehungen. Danke, dass du uns das zur
- 17:50Verfügung gestellt hast. Die zentrale Botschaft scheint
- 17:53ja irgendwie zu sein, ein Rückfall ist unglaublich
- 17:56schmerzhaft, keine Frage, aber. Aber er kann eben auch ein
- 18:00Wendepunkt sein in die eine oder eben in die andere Richtung.
- 18:04Erstellt euch beide, Betroffene wie Partner, wohl vor die Wahl,
- 18:08lässt man sich von Vorwürfen, Schweigen und Misstrauen weiter
- 18:11auseinandertreiben oder nutzt man diese Krise als wenn auch
- 18:15sehr schmerzhafte Chance, eine Chance für mehr Ehrlichkeit, für
- 18:18bessere Unterstützung füreinander und vielleicht für
- 18:21eine, ja reifere Form der Beziehung?
- 18:24Ehrlichkeit auf beiden Seiten, professionelle Hilfe für beide,
- 18:27realistische Erwartung und vor allem Selbstfürsorge.
- 18:30Das scheinen so die Schlüssel zu sein.
- 18:33Die Idee ist wohl, gemeinsam gegen die Sucht kämpfen, nicht
- 18:37gegeneinander, das klingt gut, ist aber sicher verdammt schwer.
- 18:41Absolut was für mich hier besonders nachklingt, ist dieser
- 18:44Balanceakt zwischen dieser gemeinsamen Verantwortung für
- 18:47die Situation und der unbedingten Notwendigkeit, dass
- 18:51jeder auch auf sich selbst achtet.
- 18:53Seine individuellen Grenzen wahrt der Text suggeriert ja,
- 18:56dass Vertrauen neu wachsen kann, aber eben nicht als blinde
- 18:59Naivität und auch nicht um jeden Preis.
- 19:02Das wirft vielleicht eine letzte Frage auf, über die du, lieber
- 19:05Hörerin, lieber Hörer, noch nachdenken magst.
- 19:08Was bedeutet Vertrauen für dich ganz persönlich, gerade in
- 19:12diesem Spannungsfeld zwischen Hoffnung auf Veränderung und dem
- 19:15notwendigen Schutz deiner selbst?
- 19:16Wo ziehst du da deine Linie? Eine wichtige Frage, die man
- 19:20mitnehmen kann. Vielen Dank für diese gemeinsame
- 19:23Analyse. Pass gut auf dich auf.