Latest / insights! mit Joubin Rahimi / 143 30% Wachstum pro Jahr ohne mehr Marketingbudget: der Flaconi-cheat-Code
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- 0:00Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights!
- 0:03Mein Name ist Joubin Rahimi und heute sind wir auf dem ECC Forum
- 0:07im SANAA Gebäude und mit mir ist Bastian Siebers, Geschäftsführer von Flaconi.
- 0:14Und ich freue mich total, dass wir heute zusammen ein bisschen Zeit verbringen
- 0:16können und uns austauschen können. Ich freue mich auch sehr.
- 0:19Magst du zwei, drei Sätze mal zu dir sagen?
- 0:21Du bist zwar sicherlich auch in dieser Community bekannt, aber vielleicht gibt es
- 0:25auch den einen oder anderen, der dich noch nicht hat sprechen hören.
- 0:27Okay, also die Kurzversion.
- 0:29Bastian, 50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, bin im E Commerce
- 0:33seit über 25 Jahren.
- 0:34Das heißt, ich habe mal 2001 das letzte Praktikum bei der Quelle gemacht
- 0:38im Bereich neue Werbewege.
- 0:40Das war das Internet und das hat mich nie wieder losgelassen.
- 0:437 Jahre Konzern Karstadt Quelle, 14 Jahre Tengelmann Venture Commerce
- 0:47gemacht, E Commerce gemacht.
- 0:49Ich glaube mit 33 das erste Mal einen CEO Posten übernommen und dann nie, ich sag
- 0:54mal, wieder auf einem Platz zwei konnte ich nicht mehr.
- 0:56Ich war quasi danach nur noch irgendwie Platz 1 Position zu haben.
- 1:01Ich bin seit dreieinhalb Jahren habe ich die große Ehre, Flaconi
- 1:03zu führen in Berlin.
- 1:05Tolles Unternehmen in der Beauty und macht großen Spaß.
- 1:08Ich habe dich das erste Mal gesehen, da war ich Zuschauer, da warst du auch auf
- 1:11einer ähnlichen Veranstaltung wie hier.
- 1:13Das war eine Garten Company zum. Garten XXL.
- 1:17Und ich kann mir noch ganz genau sagen, was du gesagt hast.
- 1:20Und zwar die neue Erfahrung, die du im Internet einmal erlebst,
- 1:25ist der Standard von morgen. So ist es.
- 1:27Du hast es wahrscheinlich noch viel eloquenter formuliert, aber das ist
- 1:30ein geiler Satz, habe ich da zum allerersten Mal von dir da gehört.
- 1:34Ja, so ist das. Und ich sehe es auch immer noch genauso.
- 1:37Das heißt also, wenn wir den Blick auf Leistung bringen, dann sind wir
- 1:41insbesondere jetzt bei Flaconi und das ist unser Mindset.
- 1:44Wir sagen, wir müssen die Besten sein in dem, was wir tun.
- 1:47Und das bedeutet im Übringen.
- 1:48Sei besser als der Wettbewerb, sei es zum Wohle des Kunden und
- 1:53tatsächlich, deine Leistung ist wiederum auch die Latte, die du beim nächsten
- 1:56Mal wieder überspringen musst.
- 1:57Und das war genau das, was ich damals gefühlt habe bei Garten XXL.
- 2:01Und das fühle ich heutzutage noch eins zu eins immer noch.
- 2:04Das heißt, dieser Wettbewerbsfaktor, dieses nicht stehenbleiben, besser werden,
- 2:09wenn es irgendwas gibt, was mich treibt, dann ist es genau das.
- 2:12Und wer sind die Wettbewerber?
- 2:13Douglas Parfümerie Pieper oder sind es ganz andere?
- 2:17Es ist genauso wie du beschreibst, um das nochmal zu beschreiben, wir sind ja
- 2:20die Nummer 1 im digitalen Beauty Premium Segment.
- 2:25Das heißt also, wir verkaufen, ich sag mal, wir fangen
- 2:29dort an, wo ein Drugstore eigentlich aufhört, also Rossmann, Amazon und auch
- 2:34irgendwie ein DM, die machen tolles Business, da kannst du irgendwie Shampoo
- 2:37kaufen, da kannst du irgendwie ein günstiges Parfüm kaufen.
- 2:40So und da ist dann irgendwie ein Jil Thunder ist irgendwie Schluss und wir
- 2:43fangen an, wo Jil Thunder sozusagen aufhört.
- 2:46Das heißt also, wir gehen nach ganz oben in Richtung Dior, Chanel,
- 2:51die wirklich teuren Brands und bis hin in die Nische nennen wir das.
- 2:54Und dementsprechend sind wir im Wettbewerb mit dem Douglas mit einem Pipier.
- 2:58Es gibt internationale Wettbewerber, es gibt den Notino, großer Anbieter in
- 3:02Tschechien, es gibt den Lyco, ist ein großer Anbieter in Schweden
- 3:06oder in den Nordics.
- 3:07Wir sind irgendwie im Wettbewerb mit den, ich sag mal, Partnern wiederum wie
- 3:11Sephora, die in Frankreich sehr stark sind.
- 3:13Also am Ende des Tages, you name it.
- 3:16Wir müssen im Endeffekt besser sein zum Wohle des Kunden.
- 3:19Ansonsten gibt es keine Berechtigung bei uns einzukaufen.
- 3:22Einmal nur noch zum Verständnis.
- 3:23Seid ja auch in diesem Luxury Segment oben drüber, wo dann halt, was weiß ich,
- 3:28Diptyque, Safran, wie die Marken heißen, die es dann eigentlich gar
- 3:32nicht mehr bei Douglas gibt.
- 3:34Also auch dort, ich würde jetzt sagen, viele Sachen gibt es auch bei Douglas.
- 3:38Ich glaube, es gibt noch Niche Beauty, das ist eine Tochter quasi von Douglas, die
- 3:42sich insbesondere in diesen Nischenbereich quasi wirklich eben
- 3:46halt reingesetzt haben.
- 3:47Und alles, was die haben, bieten wir aber auch.
- 3:49Das heißt also, unser Anspruch ist sowohl im Sortiment als auch wirklich im Pricing
- 3:54als auch in der Technik wirklich immer ein überlegenes Angebot zu machen.
- 3:58Das heißt also, wir nennen das Value Selling Proposition, nicht USP, nicht sei
- 4:04anders als der Rest der Welt, sondern sei einfach besser, weil das ist das, was
- 4:08einen Kunden tatsächlich interessiert.
- 4:10Kein Kunde sucht nach einem anderen Händler, der Kunde sucht
- 4:13nach dem besseren Angebot.
- 4:14Und wie viel USP kann man auch in deiner und meiner Branche wirklich haben?
- 4:17Also ich glaube, da musst du besser sein.
- 4:19Ja, aber stell dir das mal vor, ich weiß nicht, seit 25 Jahren bin ich in der
- 4:22Branche und alle erzählen sich, die Lüge sei anders und ich stehe davor und denke
- 4:26immer, die haben sie doch nicht alle nochmal.
- 4:28Anders sein ist überhaupt nichts wert.
- 4:30Anders sein bedeutet dem Kunden irgendwas vorzumachen.
- 4:32Was wir sagen ist, es gibt sogenannte Fitnessfaktoren, die für den Kunden
- 4:36wirklich den Unterschied machen.
- 4:38Und wenn du da richtig gut bist, dann sieht der Kunde das und dann ist der Kunde
- 4:41nachher zufrieden und wenn er zufrieden ist, kommt er wieder zurück und dann
- 4:44verdienst du auch Geld damit, weil du musst nicht teures
- 4:46Neukundenmarketing machen.
- 4:48Retention, das ist der Hebel, der uns erfolgreich macht.
- 4:52Und du hast am Anfang gesagt, okay, du hast eine Messlatte mit dem Team, ihr als
- 4:56Firma und Jahr für Jahr geht man ein bisschen höher, immer drüber.
- 5:01Wo hast du die Messlatte am Anfang vorgefunden und war da schon diese Kultur?
- 5:06Konntest du darauf aufbauen oder war das die erste Aufgabe?
- 5:09Es war meine Erwartungshaltung.
- 5:12Das Unternehmen gab es zu dem Zeitpunkt seit elf Jahren, es hat über 300 Millionen
- 5:16Euro Umsatz gemacht und es war ein Name wie Donnerhall.
- 5:20Das heißt also mein Gefühl, ich übernehme jetzt Hertha BSC, die sind zwar gerade
- 5:25nicht so erfolgreich, aber die können Fußball spielen, die sind gut drauf, die
- 5:28sind fit und austrainiert und so war jetzt irgendwie meine Idee.
- 5:31Und dann bin ich reingekommen nach Berlin und habe vorgefunden, tatsächlich
- 5:36Leute, die in der Beauty richtig gut waren, aber die im E Commerce
- 5:40tatsächlich nicht wettbewerbsfähig waren.
- 5:42Und das war eine riesen Überraschung für mich.
- 5:44Das heißt also mein Gedanke war von außen betrachtet, die müssen eigentlich viel
- 5:48besser sein, sonst kann man gar nicht so weit kommen.
- 5:51Habe aber festgestellt, die sind so weit gekommen, alleine mit
- 5:55großer Beauty Expertise.
- 5:57Und wenn man das jetzt verbindet quasi mit meinem Anspruch, meiner
- 6:02Wettbewerbsfähigkeit und auch der Erfahrung, die ich aus dem E-Commerce aus
- 6:05vielen Jahren mitbringe, dann ist das vielleicht wahrscheinlich
- 6:09irgendwie, ich sag mal ein Thema.
- 6:12Ich habe eine Kollegin, wir haben gleichzeitig angefangen und die Kollegin
- 6:15kommt von Sephora, ist also ganz stark aus der Beauty und ich kam aus dem Ruhrgebiet,
- 6:21aus dem Thema Umsetzungsstärke.
- 6:23Und wir haben dann am Anfang gesagt, the Beauty and the Beast zusammen,
- 6:27du warst nicht the beauty
- 6:30I was the beast and I am.
- 6:33Okay, Aber Ruhrgebiet ist auch viel klarere und deutlichere
- 6:37Sprache als in Berlin.
- 6:39Also so bekomme ich das gerade mit.
- 6:41Wie war es, also kulturell haben die gesagt, ja endlich haut das jemand mal
- 6:44direkt raus oder war das, wie bist du damit umgegangen?
- 6:48Ich glaube, so viel Klarheit war man nicht gewohnt.
- 6:51Und dementsprechend war es am Anfang schwer.
- 6:54Aber ich habe mich sehr früh, also ehrlicherweise nach drei Tagen oder
- 6:59eigentlich am Anfang des dritten tags, morgen um 4 Uhr, habe ich mich
- 7:02entschieden, quasi die nette Variante wegzulassen und einfach eine komplett
- 7:07schonungslose Bestandsaufnahme für alle Mitarbeiter zu machen.
- 7:11Und ich glaube, das war hart für alle, auch für mich, weil es
- 7:14auch ein Risiko darstellte.
- 7:16Es war aber für alle, glaube ich, sehr heilsam.
- 7:20Ich glaube, jeder wusste, woran er ist.
- 7:22Jeder wusste von Anfang an, ob er mir jetzt geglaubt hat oder nicht oder gesagt
- 7:26hat, das was Bastian sagt, ist richtig, Aber die wussten ganz genau,
- 7:30ich halte nicht hinterm Berg.
- 7:33Wäre auch meine Empfehlung in jeder Transformation, in jeder Digitalisierung.
- 7:36Es bringt nichts, das langsam zu machen.
- 7:38Sei schnell, sei mutig, fall auch mal auf die Nase, Fehler können passieren, aber
- 7:44sei sehr ehrlich und sehr offen gegenüber allen Kollegen.
- 7:48Dann kann sich jeder entscheiden, ob er mit dabei sein möchte
- 7:50oder eben halt rausgeht.
- 7:52Es gab auch ein paar Leute, die haben nicht gepasst.
- 7:54Es gab ein paar Leute, die gegangen sind, aber ehrlicherweise, es waren nicht viele.
- 7:58Ich hätte jetzt gesagt, 95 Prozent der Firma sind die gleichen
- 8:01Leute, wie sie früher gewesen sind.
- 8:03Wir arbeiten nur mittlerweile ganz anders miteinander.
- 8:06Das ist wie eine Fußballmannschaft, die mittlerweile ein sehr hohes Pressing
- 8:10spielt, die sehr stark auf den ballführenden Mann geht, die wirklich
- 8:16einen ganz anderen Ball oder ein ganz anderes Business mittlerweile pflegen.
- 8:19Und das war eine gute und richtige Ansprache war notwendig.
- 8:24Okay, das waren am dritten Tag.
- 8:26Du hast gesagt, du wolltest irgendwie 100 Tage angucken oder
- 8:30der alte und der neue Bastian.
- 8:33Ich hatte es mir vorgenommen und ich hatte es auch so abgesprochen mit den
- 8:36Shareholdern, 100 Tage Analyse und dann Umsetzung.
- 8:39Aber ich habe nach zwei Tagen wirklich festgestellt,
- 8:43dass ich genug analysiert hatte.
- 8:44Das heißt also, für mich war so klar, dass das eigentliche Problem das
- 8:49Miteinander gewesen ist und weitere 98 Tage zu akzeptieren.
- 8:53Dass das miteinander falsch läuft.
- 8:55Da war ich der Falsche für und dementsprechend habe ich mich für
- 8:59Handlung und Veränderung entschieden.
- 9:03Wer weiß, vielleicht habe ich auch nur einen Grund benötigt, um wieder, ich sag
- 9:08mal, in meinen alten Habitus zu verfallen.
- 9:10Aber ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass es das Richtige war.
- 9:13Und am Ende, wenn man jetzt dreieinhalb Jahre später drauf guckt,
- 9:16die Geschichte nicht ganz so schlecht.
- 9:18Es war richtig, Es war richtig.
- 9:22Die Kultur ändert sich ja.
- 9:24Und ich glaube, die Kultur ändert sich ja jetzt nochmal in einigen Bereichen.
- 9:27Durch AI verändert sich ja die Arbeitsweise.
- 9:31Ich sehe zu einem LinkedIn sich total viel, wo ihr mit dem Team, wo du
- 9:35mit dem Team bist, ihr feiert euch.
- 9:39Work hard, party hard, ja, gehört dazu und super.
- 9:43Das ist meine Wahrnehmung einfach nur, ohne dass wir darüber gesprochen haben.
- 9:47Jetzt das Thema AI, wie geht ihr damit um?
- 9:50Also gerade selber zu nutzen.
- 9:52Mir geht es nicht um die nächste Funktion oder so, sondern die
- 9:54Arbeitsweisen verändern sich.
- 9:55Ja, aber ich mag dir widersprechen.
- 9:57Ich glaube, die Kultur ändert sich nicht.
- 10:00Wenn du die Kultur hast, hast du etwas, was ich sage mal, die Grundlage ist, um
- 10:04Technik, um Tools, um Veränderungen im Markt mitzumachen, sie aufzugreifen und
- 10:10vielleicht als einer der ersten in der richtigen Weise für den Kunden tatsächlich
- 10:15in bessere Leistungen umzusetzen.
- 10:17Und bessere Leistung kann sein, dass ich für den Kunden etwas biete, was er vorher
- 10:21nicht hatte oder beispielsweise ein Punkt, der für mich vorher Kosten verursacht hat,
- 10:26die ich aber jetzt danach nicht mehr habe in Form von Automatisierung.
- 10:29Und ich kann dann wiederum quasi für den Kunden, an dem es für den Kunden total
- 10:33essentiell ist, wiederum mehr Menschlichkeit bieten.
- 10:36Das heißt, ich muss eigentlich verstehen, wo braucht der Kunde den menschlichen
- 10:40Kontakt, wo kostet der mich Geld, was kann ich eigentlich tun, um
- 10:44es besser zu machen?
- 10:45Und wie schaffe ich eine Organisation, die genau eigentlich das tut, nämlich
- 10:49eine Organisation, die lernt.
- 10:51Eine Organisation, die sich verändern möchte, eine Organisation, die
- 10:54einen Kunden verstehen möchte.
- 10:55Und das war genau ehrlicherweise das, was ein bisschen zu dem Zeitpunkt gefehlt hat.
- 11:00Ich glaube, es gab eine Organisation, die war sehr beauty zentriert.
- 11:04Das heißt also, man hat sich sozusagen die Geschichte erzählt, wir sind die Besten
- 11:08in der Beauty und das war total gut.
- 11:11Aber ehrlicherweise reicht das nicht, wenn du quasi ein Beauty E Commerce Unternehmen
- 11:16sein willst, dann musst du auch der Beste in der Beauty sein und im E Commerce.
- 11:21Und was wir noch drauf gemacht haben, wir haben das auch in der Mission mal
- 11:23aufgeschrieben, wir haben damals zusammengeschrieben und haben gesagt, wir
- 11:26müssen die Besten sein im Beauty Expertise in dem Thema E Commerce Competence.
- 11:32Und wir haben noch dazu genommen das Thema Customer Centricity.
- 11:36Das heißt also für uns war ganz entscheidend, dass wir für den Kunden
- 11:39diesen Mehrwert liefern und das leben wir jeden Tag.
- 11:43Und ich glaube, nehmen wir nochmal AI.
- 11:45Es kommen jetzt Tools, es kommen Themen an den Tag, die bedeuten einfach, dass sich
- 11:50der Markt, die Kunden einfach noch schneller entwickeln.
- 11:54Und was man einfach schauen muss, sind wir in der Lage, schneller auf sowas
- 11:58zu reagieren als der Wettbewerb.
- 12:00Und ich habe dir was von meinen Wettbewerbern erzählt und ehrlicherweise
- 12:03ja, wir sind so viel schneller.
- 12:05Das heißt also warum sind wir so viel erfolgreicher?
- 12:09Weil wir zum Wohle des Kunden so viel schneller reagieren und wieder
- 12:13neuen Kundennutzen produzieren.
- 12:15Wir haben die Umsätze in drei Jahren verdoppelt, das heißt, während der Rest
- 12:18des E Commerce so ein bisschen stehen geblieben ist seit 2022
- 12:22haben wir im Schnitt 30 Prozent Wachstum gemacht jedes Jahr und jedes
- 12:26Jahr mehr Geld verdient.
- 12:27Das heißt also es gibt ja andere Beispiele, da investieren
- 12:31alle ins Marketing.
- 12:32Mein Marketingbudget ist noch so groß wie vor dreieinhalb Jahren.
- 12:35Das heißt also ich mache jetzt den doppelten Umsatz mit demselben
- 12:38Marketingbudget mit derselben Truppe und guess what.
- 12:46Spannendes gesagt, mit AI mehr Zeit zu schaffen, dass ihr
- 12:50am Kunden besser sein könnt. Was macht ihr?
- 12:53Also wir haben ganz viele Kunden, die sagen, ich möchte mit AI
- 12:56vor allem Kundenanfragen automatisiert beantworten, schneller beantworten,
- 13:00vielleicht auch sogar einer besseren Qualität.
- 13:03Jetzt seid ihr im Beauty Bereich, wollt ihr das auch machen oder ist es eher, dass
- 13:07wirklich Menschen dann halt in so eine direkte Kommunikation gehen?
- 13:12Also vielleicht noch mal vorne angefangen.
- 13:14Wir haben ein Konzept, das nennen wir WE Commerce, nicht E Commerce, sondern das WE
- 13:19das Miteinander, dass wir das entscheidet, oder das macht eigentlich den Unterschied.
- 13:24Und wir haben innerhalb unseres WeCommerce Konzeptes drei Anspruchsgruppen.
- 13:29Das eine sind die Kunden.
- 13:31Thema Kundenorientierung.
- 13:32Schreibt sich jeder auf die Fahne, macht trotzdem jeder falsch,
- 13:34wir machen es am besten.
- 13:36Das nächste ist Zentrierung auf die Flaconis, das heißt, die Mitarbeiter.
- 13:40Das heißt, das sind Menschen, es geht um langfristige Beziehungen untereinander.
- 13:44Wenn man sich besser kennenlernt, reagieren wir und arbeiten
- 13:48wir viel, viel besser.
- 13:49Und das Dritte sind die Partner, das heißt die Brands oder auch unsere
- 13:53Technikpartner und alle anderen.
- 13:54Das heißt also diese langfristige Relationship und langfristige Optimierung.
- 13:59Das mal als erstes genannt.
- 14:01Und lass mich mal ein Beispiel rausnehmen.
- 14:03Das Thema Customer Service ist das einfachste Beispiel.
- 14:08Wir nutzen eine eigenentwickelte AI.
- 14:11Im Endeffekt heißt die Gerda AI.
- 14:13Im Übrigen, wir haben damals gesagt, lass uns irgendwie einen deutschen langweiligen
- 14:16Namen finden, der sozusagen eigentlich irgendwie bestmöglich widerspiegelt, wer
- 14:21da möglicherweise in Anführungszeichen, ich sag mal so langweilige Fragen in
- 14:25Anführungszeichen beantworten kann.
- 14:27Wo ist mein Paket?
- 14:28Da brauchst du keinen Menschen, sondern was du brauchst als Kunde ist, du willst
- 14:32eine sehr schnelle Antwort haben auf deine Frage und du musst einfach nur in die
- 14:37Datenbank gucken, musst die richtigen Daten irgendwo tatsächlich zur Verfügung
- 14:40haben und du kriegst automatisiert eine sehr freundliche Antwort.
- 14:43Hier ist der Tracking Link, da ist das Ding, wahrscheinlich ist dein Paket morgen
- 14:46bei dir und der Kunde ist super zufrieden.
- 14:49Wir machen derzeit 20 bis 25 Prozent aller Anfragen, die wir bekommen,
- 14:55antworten wir automatisiert mit Gerda.
- 14:58Das heißt also 75 Prozent werden noch manuell bearbeitet.
- 15:01Was wir aber können ist, dass diese 25 Prozent, die wir jetzt frei haben,
- 15:06die können wir wiederum benutzen.
- 15:07Also es gibt ja zwei Möglichkeiten.
- 15:09Entweder sagen wir investieren in eine bessere Kunden Experience
- 15:14oder wir sagen in Kosten.
- 15:16Was wir gemacht haben ist, wir haben in Kunden Experience investiert und
- 15:20erhöhen da ganz stark den NPS.
- 15:22Das heißt für uns Kundenzufriedenheit.
- 15:24Ehrlicherweise die Masterkennzahl im gesamten Unternehmen,
- 15:28Net Promoter Score, du darfst mal raten, wie hoch der bei uns ist.
- 15:338, 5,
- 15:34also was ist die höchste Zahl, den du jemals gesehen hast in dem Unternehmen?
- 15:40Alles mit 8 ist schon mega geil.
- 15:42Ich glaube, es gibt keinen mit 8, die ich wirklich kenne.
- 15:45Also ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit dem ganzen ganzen Thema und
- 15:50früher war es bei mir immer so Garten XXL und so weiter und so fort.
- 15:5350 bist du schon gut, das heißt also mehr als 50 Prozent der Leute
- 15:58würden dich weiterempfehlen. Mega.
- 16:0060 Prozent Goldstandard, 70 Prozent Platin, 80 Prozent Never Seen.
- 16:06Und jetzt kommt's, wir haben 84 im Durchschnitt und wir haben
- 16:09im Februar 86 gehabt.
- 16:11Das heißt also, die Kunden sind super, super, super zufrieden und
- 16:15deswegen kommen sie wieder.
- 16:17Okay, ihr macht ja auch etwas grundlegend anders als viele andere,
- 16:22die auf Kosten gehen. Absolut.
- 16:25Das ist auf jeden Fall spannend, auch in der heutigen Zeit, weil alle sagen
- 16:29Kosten runterfahren, Kosten runterfahren,
- 16:32ich glaube, die denken tatsächlich nicht an Übermorgen.
- 16:35Das heißt also, während wir sagen, Retention ist der Hebel und Retention wird
- 16:40ganz stark durch, ich sag mal, den NPS oder Zufriedenheit prediktet.
- 16:44Und je höher du mit der Zufriedenheit bist, desto höher ist die
- 16:47Wahrscheinlichkeit, dass du du nicht irgendwo anders hingehst.
- 16:50Du kommst ganz automatisch wieder zu mir, Du nutzt meine App.
- 16:5340 Prozent unseres Umsatzes machen wir über die App.
- 16:57Das heißt, es ist ein Invest in Kundenzufriedenheit und ehrlicherweise,
- 17:01das zahlt sich für uns langfristig aus und wir denken da langfristig.
- 17:06Was ich auch noch spannend fand, du hast gesagt, ich brauche Kunden.
- 17:10Customer Centricity, Beziehung zwischen den Menschen, also langfristige
- 17:14Beziehungen und auch zu den Partnern, das ist ja alles immer Vertrauen.
- 17:19Eigentlich baust du überall Vertrauen auf.
- 17:21Wir haben einen Wert im Unternehmen, vielleicht einmal die Unternehmenswerte in
- 17:24aller Geschwindigkeit, also wir fangen immer an.
- 17:26Customer Centric, erster Wert, dann Living Data, das heißt entscheide nur mit den
- 17:32richtigen Daten, dann kommen wir in Richtung Embrace Change, das heißt also
- 17:35nochmal Change ist nichts Böses, immer wieder ein bisschen
- 17:38besser als der Tag davor.
- 17:39Das ist unsere DNA.
- 17:41Dann mein Lieblingswert, Build fast to last, heißt am Ende, komm in die Umsetzung
- 17:46und bau aber was, was langfristig Erfolg hat.
- 17:48Und dann last but not least, Trust in people.
- 17:51Trust in people means noch mal, wir reden hier über Menschen und ehrlicherweise, das
- 17:56ist ein Schwungrad, das sich weiterhin beschleunigt und größer wird, weil je
- 18:01länger wir uns kennen, je besser wir miteinander tatsächlich privat und auch
- 18:05beruflich wissen, was deine Stärken, was vielleicht auch deine Schwächen sind, umso
- 18:09schneller und umso besser arbeiten wir miteinander und deswegen
- 18:12sagen wir ganz ganz klar, dieses Long Term, das ist eigentlich die große Macht,
- 18:17die alle unterschätzen und deswegen kurzfristige Optimierung, um die nächste
- 18:21Million zu verdienen, können die anderen langfristiger Erfolg.
- 18:25Das sind wir
- 18:26Geschwindigkeit durch Vertrauen, du kennst das Buch oder?
- 18:32Absolut, das ist so.
- 18:33Also ist lesenswert, das Buch kann man, meine Empfehlung auch.
- 18:36Also wir haben vor dreieinhalb Jahren, wir hatten noch nicht dieses ganze E Commerce
- 18:41Konzept, es gab auch noch nicht eine ausgearbeitete Strategie.
- 18:44Es gab damals eine Folie, da stand drauf am dritten Tag Mut und Geschwindigkeit.
- 18:49Und das war tatsächlich im Endeffekt ist das aber eigentlich immer
- 18:52noch das Thema Nummer eins.
- 18:55Wir haben über die Jahre hinweg, haben wir eigentlich immer eine Tagline
- 18:58für jedes Jahr gehabt.
- 18:59Und ich kann es vielleicht noch mal erzählen.
- 19:01Wir haben damals eine Fitnessphase gehabt, das waren die ersten drei Monate.
- 19:04Konzentriere dich auf das, was für den Kunden wirklich den Unterschied macht.
- 19:08Sei der Beste in dem.
- 19:10Schritt eins.
- 19:10Danach haben wir unsere Strategie ausgebaut.
- 19:12Beauty in your pocket.
- 19:14Das ist einfach eine Mobile First Strategie.
- 19:17Bring die Leute auf den Shop, mach sie am besten zu App Kunden in
- 19:21Verbindung mit Social Media. Geiles Thema.
- 19:23Beauty in your pocket.
- 19:24Irgendwie das Gegenstück zu Beauty in a Store.
- 19:26Da sind wir Beauty in a pocket.
- 19:29Dann haben wir das WE Commerce Konzept erschaffen.
- 19:31Das ganze langfristige Thema, das Miteinander haben wir alles vorher schon
- 19:34gemacht, aber wir haben es mal in Worte gefasst.
- 19:36Unternehmenswerte.
- 19:37Dann haben wir gesagt, 2025 war next level.
- 19:40Das heißt, wir haben also alles das, was wir implementiert haben, noch mal auf ein
- 19:44neues Thema gebracht und jetzt darfst du raten, was die Techline
- 19:48für dieses Jahr ist. Hast du eine Idee?
- 19:54Ai for the customer.
- 19:56Wahr.
- 19:57Hätte man nehmen können.
- 19:58Was wir genommen haben, ist Day one.
- 20:01Wir sind wieder eigentlich einmal durch und haben gesagt, okay, jetzt will ich
- 20:05wieder diesen Hunger, dieses diese Neugier, ich sag mal dieses eigentlich wie
- 20:09den ersten Tag noch mal spüren, weil wie gesagt, man kommt irgendwann wird
- 20:13man selbst fett und kommt so in die Lage, dass man sagt, okay, das ist irgendwie
- 20:19selbstverständlich, dass wir immer gewinnen.
- 20:21Und das ist so meine größte Angst, dass wirklich die Leute Themen für
- 20:25selbstverständlich halten.
- 20:26Da komme ich um die Ecke, zieh dir am Ohr und sag dir, nichts ist
- 20:29selbstverständlich, sondern wir müssen wieder wie day one sein.
- 20:32Und das meint im Übrigen auch, dass wir die Chancen von KI und künstlicher
- 20:37Intelligenz für uns sehr, sehr schnell und wahrnehmen und nicht okay, keine Ahnung,
- 20:42das können dann andere machen, sondern dieses Mindset, das macht den Unterschied.
- 20:47Eine Frage noch, wenn du sagst, Mut und Geschwindigkeit stand drauf.
- 20:52Da gibt es, wenn ich mit anderen Unternehmenslenkern spreche, die sagen,
- 20:56aber Professionalität, Qualität, Geschwindigkeit ist ja
- 21:01nicht professionell.
- 21:05Das bist nicht du, das weiß ich.
- 21:06ich würde laut widersprechen.
- 21:08Was würdest du sagen?
- 21:09Meine Erfahrung ist 7 Jahre Konzern Karstadt Quelle.
- 21:13Es war ein Ausbund von den Sachen, die du gerade beschrieben hast.
- 21:17Super Leute, tolle Konzepte, riesige Sortimente, keine Ahnung,
- 21:23120000 Mitarbeiter, die eigentlich alles hätten machen können.
- 21:26Haben sie aber nicht.
- 21:27Sie haben die PS nicht auf die Straße bekommen.
- 21:30Warum?
- 21:31Weil ihnen Mut und Geschwindigkeit gefehlt hat.
- 21:33Das heißt also klar machst du Fehler mit Mut und
- 21:36Geschwindigkeit, aber es ist relativ simpel.
- 21:39Es gibt so dieses Thema, entweder gewinnen wir oder wir lernen oder wie ich ganz
- 21:43gerne auf die Schnauze fallen, ist eine Vorwärtsbewegung.
- 21:46Das heißt also, mach das zu deinem Freund und dann ist das
- 21:52wirklich etwas, mit dem du sehr erfolgreich sein kannst.
- 21:54Geht das überall?
- 21:55Ich glaube nicht.
- 21:56Ich glaube, du musst wirklich herausfinden, ob das für dich der richtige
- 22:00Weg ist und du musst auch schauen, ob dein Team in der Lage ist, Mut und
- 22:03Geschwindigkeit zu fahren.
- 22:05Ich kenne viele Unternehmen, ich glaube, die würde es zerreißen.
- 22:09Ehrlicherweise würde es denen aber ganz gut tun, wenn sie sich
- 22:12mal zerreißen würden.
- 22:15Genau.
- 22:15Und möglicherweise nicht mal eine Transformation, sondern mal
- 22:19eine Disruption durchmachen.
- 22:21Wir kennen so diesen alten Spruch der schöpferischen Zerstörung nach Schumpeter,
- 22:27also bin ich ein großer Freund von.
- 22:32Macht Sinn und nach Darwin sagst du ja auch sei agil, verändere dich.
- 22:37Ist nicht der stärkste schnell.
- 22:39Ja, aber es ist die Veränderung. Genau.
- 22:42Größe und Stärke ist in unserer Welt immer weniger wert.
- 22:45Es geht um Anpassungsfähigkeit und es geht um Geschwindigkeit und das ist nachher
- 22:51die neue Währung, um die es wirklich geht.
- 22:54Und ich würde sagen, das ist ein super Abschluss mit dem Mut und Geschwindigkeit
- 22:59und die neue Währung, die Adaption. Danke dir.