Latest / heute journal - der Podcast / „Super-KI“: Wie behalten wir die Kontrolle? Mit Jonas Freund und Matteo Rosoli
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- 0:09Ich glaube, dass KI eine Gefahr für die Menschheit insgesamt werden könnte,
- 0:13wenn wir sie schlecht steuern.
- 0:16KI-Systeme, die immer besser werden, könnten unsere Institutionen überholen
- 0:20und sie könnten Entscheidungen treffen, die wir nicht mehr verstehen und nicht
- 0:24mehr kontrollieren können.
- 0:28Zwei Chefs der wichtigsten und größten KI-Unternehmen der Welt warnen davor,
- 0:33dass künstliche Intelligenz zur Gefahr für die Menschheit wird.
- 0:36Erst diese Woche wurde schon wieder die Veröffentlichung eines KI-Modells gestoppt
- 0:41aus Sicherheitsgründen.
- 0:43Das neue Chat-GPT-Modell soll eigenmächtig gehandelt und die Nutzer angelogen haben.
- 0:48Wir können jetzt mit Leuten darüber sprechen, die aus der Praxis wissen,
- 0:52wie groß die Gefahr wirklich ist, die von KI ausgeht.
- 0:56Und vor allem, wie wir die Kontrolle behalten können.
- 1:00Und das ist einmal Jonas Freund. Er ist uns heute zugeschaltet aus Washington.
- 1:04Er ist Senior Research Fellow beim Center for the Governance of AI.
- 1:10Und er hilft Regierungen dabei, die Risiken von KI zu managen und berät dazu
- 1:15auch die Unternehmen selbst, unter anderem OpenAI, Anthropic oder Google.
- 1:20Herzlich willkommen, Herr Freund. Schön, dass das klappt. Guten Morgen aus Washington.
- 1:26Außerdem ist dabei Matteo Rosoli. Aus Wien ist er uns zugeschaltet.
- 1:31Er hat mit nur 21 Jahren ein KI-Startup Made in Europe gegründet mit eigenem
- 1:37Chatbot, der den Platzhirschen, ChatGPT, Gemini, Claude und Co.
- 1:42Konkurrenz machen soll.
- 1:44Hallo Herr Rosoli, herzlich willkommen. Hallo und Servus aus Rien.
- 1:47Servus. Servus auch an dich, Dunja Hayali, Moderatorin des Heute-Journals,
- 1:51sitzt mir gegenüber in Mainz.
- 1:53Schön, dass du auch dabei bist, Dunja. Ja, ich freue mich wirklich total auf diesen Podcast.
- 1:57Ich dachte, RSKI, oh, nicht schon wieder. Und dann habe ich die beiden Gäste,
- 2:02mir angeschaut und bin wirklich krass gespannt, was wir für neue Informationen bekommen.
- 2:07Weil da ist, jetzt hänge ich die Latte sehr hoch, aber ich glaube,
- 2:11da kriegen wir nochmal neue Insights.
- 2:13Ja, glaube ich auch. Freue mich sehr auf das Gespräch.
- 2:18Wenn man diese Warnungen hört, und da gibt es ja mittlerweile etliche,
- 2:21man hat das Gefühl, es kommt ja fast täglich oder wöchentlich eine Schreckensmeldung
- 2:25auch aus dem Silicon Valley von Leuten, die dort arbeiten selbst.
- 2:30Da frage ich mich, habt ihr Angst?
- 2:33Könnt ihr da noch ruhig schlafen, wenn ihr sowas hört? Dunja, wie ist das bei dir?
- 2:37Also ich kann noch ruhig schlafen, vielleicht weiß ich einfach zu wenig über
- 2:41die Gefahren und Bedrohungen. oder ich kann mir nicht wirklich vorstellen,
- 2:44wie das dann umgesetzt wird von der KI.
- 2:48Aber worüber ich mich viel mehr wundere, ist, dass es diese Warnungen wirklich
- 2:51schon ewig lang gibt. Und das finde ich verrückt. Und diskutieren wirklich ernsthaft
- 2:56darüber. Mir geht das auch so, dass es manchmal einfach meine Vorstellungskraft
- 3:00auch so ein bisschen übersteigt.
- 3:02Deswegen bin ich da auch sehr gespannt.
- 3:05Herr Freund, Sie sind da ja sehr gut connected.
- 3:10Sie kennen auch die Menschen aus dem Silicon Valley, beraten Unternehmen, beraten Regierungen.
- 3:17Wie gehen die Leute dort mit solchen Warnungen um? Also erstmal,
- 3:22ich schlafe auch noch gut.
- 3:24Ich mache mir aber auch zunehmend Sorgen und vor allem jetzt seit dem Sommer,
- 3:28wo die Zwischenfälle ja irgendwie zunehmen und es ja nicht mehr nur abstrakte,
- 3:32theoretische Argumente sind oder Dinge sind, die wir.
- 3:38In empirischen Studien irgendwie sehen, sondern wir sehen sie in der echten Welt.
- 3:42Und das macht mich schon zunehmend nervös. Und in der Bay ist die Stimmung angespannt,
- 3:49und auch nochmal ein ganz Stückchen angespannter als bei uns.
- 3:54Es gibt verschiedene Camps, aber vor allem die Leute, die bei den Entwicklern
- 3:58arbeiten, die sind zunehmend sehr nervös.
- 4:02Das ist ja schon mal interessant irgendwie zu hören, auch beunruhigend.
- 4:07Ich hatte oft den Eindruck, wenn ich, ich sag jetzt mal mit einer Nerd-Bubble,
- 4:12sage ich sehr liebevoll spreche, dann ist man da eher so ein bisschen entspannt.
- 4:17Und dann kommt auch oft das Argument, na ja, aber die Unternehmen vor allem,
- 4:21das scheint ja auch so ein bisschen paradox daran zu sein, dass diese Warnungen
- 4:24auch von den Unternehmen selbst kommen, die diese Produkte auf den Markt bringen.
- 4:30Naja, da steckt ja so ein PR-Move dahinter. Oder die könnten da vielleicht noch
- 4:34andere Strategien damit verfolgen. Wie sehen Sie das? Was davon ist PR?
- 4:38Und was ist tatsächlich echte Sorge? Ich glaube,
- 4:44Ich glaube, man macht es sich zu leicht, das einfach als einen PR-Stunt abzutun.
- 4:49Ich glaube aber auch, dass man vor allem den schillernden Persönlichkeiten an
- 4:55den Spitzen dieser Unternehmens ein bisschen skeptisch gegenübertreten kann
- 4:58und durchaus nicht alles für bare Münze nehmen.
- 5:01Sie haben natürlich Anreize, ihre eigenen KI-Modelle als die besten und coolsten darzustellen.
- 5:09Ich glaube, es ist aber auch zu kurz, die gesamten Aussagen als BR-Stand.
- 5:17Abzustempeln. Rein wirtschaftlich macht das nicht so richtig Sinn.
- 5:20Die sind beide, also OpenAI und Anthropik, kurz vor einem IPO und es ist jetzt
- 5:25nicht unbedingt so sinnvoll. Also ein Börsengang?
- 5:28Genau, einem Börsenjagd. Es ist nicht unbedingt sinnvoll, den Investoren Angst zu machen.
- 5:36Und im Übrigen sind das ja auch Warnungen, die nicht nur von den Unternehmen
- 5:38selber kommen. Es gibt ja tausende Forscher und unabhängige Non-Profits,
- 5:43die das seit Jahren ähnliche Warnungen aussprechen.
- 5:46Das rein als Marketing abzustempeln, halte ich für verkürzt.
- 5:49Aber glauben Sie wirklich, Problembewusstsein ist, denke ich,
- 5:53da, aber so ein echtes Interesse jetzt an der Lösung oder vielleicht sogar an
- 5:56der Regulierung, Ich meine, wie oft haben wir schon über.
- 6:00Die großen Konzerne wie Meta und so gesprochen.
- 6:04Die lassen sich ja nicht mal was sagen, wenn es um Algorithmen geht oder das
- 6:07Löschen von Hasskommentaren. Und das ist jetzt nochmal eine ganz andere Ebene.
- 6:11Da geht es ja, glaube ich, auch um unfassbar viel Geld.
- 6:15Das ist richtig. Ich glaube, man sollte auch sehr sensibel sein,
- 6:19ob diese Unternehmen nicht versuchen, Einfluss auf Regulierungen zu nehmen.
- 6:23Das haben sie in der Vergangenheit ja auch schon sehr erfolgreich.
- 6:25Also die Regulierung in Kalifornien, die wurde ja ganz maßgeblich runtergewässert
- 6:32auf Druck und auf Lobbying von Industrieakteuren hin.
- 6:35Und ich glaube, da sollten wir auf jeden Fall sehr skeptisch sein und sehr genau hinschauen.
- 6:39Ich glaube, warum sie nicht einfach aufhören, ich glaube, das Hauptargument
- 6:43ist, sie glauben, sie sind in so einem Nullsummen-Spiel.
- 6:47Und es gibt nur ein oder wenige Gewinner.
- 6:50Und sie sagen, wenn wir jetzt langsamer machen, dann werden andere Akteure,
- 6:54die vielleicht weniger verantwortungsbewusst sind, dieses Rennen in Anführungszeichen gewinnen.
- 7:00Und vor allem in den USA ist dieses Narrativ sehr präsent und wir wollen nicht,
- 7:03dass es die Chinesen sind.
- 7:06Deshalb will man das lieber alle langsamer werden. Und ist das so ein bisschen der Hintergedanke?
- 7:11Das ist gerade das populäre Thema, ob es nicht eine Verlangsamung, eine Pause geben muss.
- 7:18Wir nennen das Pacing.
- 7:21Die Unternehmen sagen, dass sie eben aufgrund dieser Dynamiken in so einer Situation
- 7:26sind, wo sie grundsätzlich alle verlangsamen würden, wenn andere das auch machen.
- 7:31Und warten eben, dass es einen staatlichen Eingriff gibt, den es aber unter,
- 7:36Donald Trump vermutlich nicht geben wird.
- 7:39Sie haben im Übrigen auch wettbewerbsrechtliche Probleme, sich abzusprechen,
- 7:42also sie dürfen sich nicht koordinieren und sagen, wir machen jetzt alle gemeinsam,
- 7:46halten wir mal die Füße still.
- 7:47Da gibt es rechtliche Probleme auch und wie gesagt, es gibt immer noch dieses China-Argument.
- 7:54Herr Rosolli, Sie haben auch sozusagen einen Anreiz, Ihr KI-Unternehmen als
- 7:59das Beste und das Coolste darzustellen und da wahrscheinlich auch Ihre eigene Marketingstrategie.
- 8:05Wie nehmen Sie das wahr, als jemand, der jetzt erst vor kurzem mit so einem
- 8:09Unternehmen an den Start gegangen ist, der sagt, ich möchte damit auch eine
- 8:13europäische Alternative zu den großen, vor allem US-amerikanischen Platzhirschen anbieten.
- 8:20Denn wie blicken Sie auf diese Warnungen aus dem Silicon Valley?
- 8:26Also ich bin überzeugt davon, dass die Sorgen echt sind.
- 8:29Also ich bin überzeugt davon, dass die Menschen und die Entwickler und auch
- 8:32die Spürungsebene tatsächlich eine gewisse Angst haben oder diese Sorgen an
- 8:37die Sorgen tatsächlich denken.
- 8:39Ich bin aber auch davon überzeugt, dass sie die Außenwirkung davon extrem kapitalisieren.
- 8:46Also ich glaube an beides. Ich denke nicht, damit ist es entweder oder.
- 8:50Ich muss zugeben, ich bin aufgewachsen, ich habe Programmieren gelernt in dem
- 8:54Shift von vor AI und dann nach AI.
- 8:57Also ich habe meine Programmiermature geschrieben, da gab es Check-PT-Fone.
- 9:00Da hat man schon angefangen mit KI-Code zu schreiben.
- 9:03Aber ich habe es gelernt, da gab es das noch nicht. Da musste man das noch wirklich lernen.
- 9:06Und ich bin in die Arbeitswelt gekommen und in die Start-Up-Welt,
- 9:09da hat man schon nur noch mit KI-Programmen.
- 9:11Oder zumindest die ersten sogenannten Vibe-Coder. Also das heißt Menschen,
- 9:15die mit KI programmieren und quasi sich auf das Gefühl verlassen.
- 9:20Ich muss zugeben, jeden Tag bin ich verwundert, wie schnell diese Technologie
- 9:24gewachsen ist. Es ist fast wie Magie.
- 9:26Also wenn ich daran denke, wie man mit 2019 noch mit BERT oder das ist ein Klassifizierungsmodell
- 9:32gearbeitet hat oder die ersten Anfänge von GPT-2, was das für Modelle waren.
- 9:36Das war damals schon ein reiner Warnung. Ich kann mich erinnern,
- 9:39dass OpenAI damals in unserer Schule, da waren wir noch in der Schule,
- 9:41meine Kollegen, die API für GPT-3 damals verließt.
- 9:46Das war ein magischer Moment.
- 9:48Und jetzt sind wir hier, vier, fünf Jahre später, und diese Modelle sind nicht zurecht.
- 9:55Also diese Geschwindigkeit ist extrem groß. Und ich auch als eigenes KI-Startup
- 9:59und der Grund, warum ich hier in Österreich geblieben bin und nicht wie andere
- 10:02Freunde und Kollegen von mir nach Silicon Valley oder London gegangen bin,
- 10:06ist, weil ich möchte, dass Europa bei diesem Rennen mitmachen kann.
- 10:10Ich habe damals schon ungefähr zur Gründungszeit von Eusteller gesagt,
- 10:15Europa hätte noch eineinhalb Jahre, um dort mitzumachen.
- 10:18Ich glaube noch immer daran und ich glaube, Europa macht auch gut mit.
- 10:21Europa profitiert extrem von China und den Exporten in die Gänze,
- 10:25die Openweight-Modelle. Und das ist der Grund, dass so sehe ich das.
- 10:28Wir müssen bei diesem Rennen mitmachen. Und es ist nämlich kein Rennen geworden.
- 10:33Wir sprechen auch noch konkret darüber, was Sie für ein Modell anbieten und
- 10:37was dahinter Gedanke dabei ist, um sich da eben unabhängiger zu machen,
- 10:42um bei dem Rennen irgendwie noch dabei bleiben zu können.
- 10:45Sie haben auch gesagt, also diese Sorgen, die muss man ernst nehmen.
- 10:47Das habe ich jetzt bei Ihnen beiden ja schon festgestellt.
- 10:51Ich glaube, wir sind alle in diese Folge reingegangen, Dunja,
- 10:54und das versuchen wir auch immer bei diesem Podcast, natürlich nicht auch immer
- 10:58vom Schlimmsten auszugehen.
- 11:00Und es gibt ja diesen Begriff KI-Duma. Also das sind Leute, die immer mit diesen
- 11:04apokalyptischen KI-Horrorszenarien um die Ecke kommen. Und ich glaube,
- 11:08wir wollen alle keine KI-Doomer sein.
- 11:11Aber damit man es einmal auch versteht, dieses Worst-Case-Szenario.
- 11:15Die KI, die sozusagen die Menschheit umbringt, die die Menschheit killt.
- 11:20Die Frage ist, wie würde sie denn überhaupt dahin kommen?
- 11:23Wie kann so eine Super-KI, das ist ja der Begriff, der in dem Zusammenhang auch
- 11:27immer genannt wird, wie kann die überhaupt entstehen? Und das hat sich Gundula
- 11:32Gause mal für uns angeschaut.
- 11:36Gundula erklärt's.
- 11:40Mit der Super-KI ist eine künstliche Intelligenz gemeint, die den Menschen nicht
- 11:45nur in einzelnen Bereichen, sondern in praktisch allen geistigen Fähigkeiten
- 11:50deutlich überlegen wäre.
- 11:53Eine solche KI könnte zum Beispiel wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen oder
- 11:58neue Technologien entwickeln und das besser als die klügsten von uns.
- 12:03Eine Möglichkeit, wie sie entstehen könnte, wird unter dem Begriff rekursive
- 12:08Selbstverbesserung diskutiert.
- 12:10Schon heute können KI-Systeme programmieren. Sie finden Fehler im Code oder
- 12:16helfen dabei, neue KI-Systeme zu entwickeln.
- 12:20Künftig könnte eine deutlich weiterentwickelte KI womöglich auch an ihrer eigenen
- 12:25Software oder an besseren Nachfolgemodellen mitarbeiten.
- 12:30Eine bessere KI könnte dann auch besser darin sein, die nächste KI zu entwickeln.
- 12:35Die wäre wiederum noch besser darin, ihre Nachfolgerin zu verbessern und so weiter.
- 12:42Die Entwicklung könnte sich dadurch selbst beschleunigen. Und das ist der Punkt,
- 12:47an dem es für viele unheimlich wird.
- 12:50Denn wenn sich so eine KI immer schneller verbessert, stellt sich irgendwann
- 12:55die Frage, ob wir da überhaupt noch die Kontrolle behalten.
- 13:01Also eine KI, die dabei hilft,
- 13:07eine bessere KI zu bauen, die wiederum dann eine bessere KI baut.
- 13:10Das klingt ein bisschen so, als würde der Praktikant oder die Praktikantin irgendwann
- 13:14den eigenen Chef oder die Chefin einstellen.
- 13:17Was ja aber erstmal nicht schlimm ist. Aber wenn das dann in so eine Art Endlosschleife
- 13:23gerät, zu so einer Intelligenzexplosion, die uns irgendwann abhängt oder auch sogar gefährlich wird.
- 13:29Herr Freund, wie weit sind wir denn da noch entfernt von? Wo stehen wir da gerade?
- 13:35Ja, es nimmt gerade so ein bisschen Fahrt auf.
- 13:40Also das Ziel, KI zu benutzen, um die nächste Generation von KI zu entwickeln,
- 13:46das ist ein ganz erklärtes Ziel von allen großen Entwicklern.
- 13:49Und sie setzen alles daran, was das auch passiert.
- 13:52Wir haben innerhalb des letzten Jahres irgendwie gesehen, dass zum Beispiel
- 13:56Anthropik, einer der großen Entwickler, ich glaube mittlerweile 80 Prozent des
- 14:01freigegebenen Codes ist KI generiert.
- 14:03Und wenn man dann, das heißt noch nicht viel, das ist noch nicht die gesamte
- 14:07Forschungsleistung, aber auch so die Forschungsarbeit wird dann geschätzt,
- 14:10dass es von ein Prozent oder wenigen Prozent auf, weiß ich nicht,
- 14:1325, 26 Prozent irgendwie inzwischen angestiegen ist.
- 14:16Also wir machen ganz schnell ganz erhebliche Fortschritte dabei.
- 14:21Und man muss überlegen, dass das das erklärte Ziel der Entwickler ist.
- 14:25Sie benutzen, sie entwickeln, sie trainieren die Modelle darauf hin,
- 14:29bessere Modelle zu bauen.
- 14:32Und es gibt unterschiedliche Einschätzungen. Man weiß nicht genau,
- 14:35wie lange das dauert. Es gibt auch ganz viele Unsicherheiten.
- 14:38Es ist vor ein paar Tagen erst eine große neue Studie erschienen,
- 14:42wo auch ein paar Kollegen von mir dabei waren, aber auch große Namen von den
- 14:45Entwicklern und führenden Forscher, die auch so ein kleines bisschen gewarnt
- 14:50haben, dass es durchaus jetzt gerade schneller gehen könnte.
- 14:54Ob wir da über Monate, ob wir da über ein paar Jahre reden, Das weiß keiner so genau.
- 14:59Ich glaube nicht, dass man sich da in Sicherheit wiegen sollte,
- 15:02dass es auf jeden Fall noch 10, 20 Jahre weg ist.
- 15:05Also das erklärte Ziel ist, eine Super-KI zu bauen.
- 15:09Und das könnte in ein paar Monaten soweit sein, aber auch in ein paar Jahren. Genau.
- 15:16Was ich dabei auch interessant finde, ist, dass wir... Entschuldigung,
- 15:20ich glaube nicht, dass es, ich glaube, realistischerweise wird es mehr als einige Monate dauern.
- 15:24Aber es gibt durchaus Leute, die davon ausgehen, dass es weniger als ein Jahr ist.
- 15:27Ich glaube, die meisten Leute in dem Bereich denken, dass es wenige Jahre sind.
- 15:32Wenn man bei diesen Debatten, wenn man die verfolgt, dann stößt man ja auch
- 15:36immer auf sehr erstaunlich konkrete Zahlen, was dann die Wahrscheinlichkeit
- 15:41von der Auslöschung der Menschheit angeht.
- 15:44Da gibt es zum Beispiel einen Sicherheitsexperten bei Anthropic,
- 15:47der spricht eben von einer Wahrscheinlichkeit von über 10 Prozent,
- 15:50dass KI im Laufe des nächsten Jahrzehnts alle Menschen tötet.
- 15:54Kann man dann dieses große existenzielle Risiko einfach in so eine Prozentzahl packen?
- 16:02Naja, einfach ist es mit Sicherheit nicht.
- 16:06Ich glaube, was wir hier sehen, ist, dass es vor allem Leute bei diesen Entwicklern
- 16:10gibt und in dem Umfeld, die gerne präzise ihre Weltsicht ausdrücken möchten.
- 16:17Und er hätte auch sagen können, ich glaube, es ist unwahrscheinlich,
- 16:20aber ich glaube, es gibt eine nicht zu vernachlässnige Chance,
- 16:23dass es trotzdem passieren wird. Das wäre ja konsistent mit einer zehnprozentigen
- 16:26Wahrscheinlichkeitangabe.
- 16:27Aber das kann man nicht, Leute würden das unterschiedlich interpretieren.
- 16:34Das ist nur so das eine. Das andere ist, ich glaube, wenn Leute solche Wahrscheinlichkeiten,
- 16:40angeben oder wenn sie ausdrücken, wie besorgt sie sind, dann muss man überlegen,
- 16:45dass es einfach eine extrem große Unsicherheit gibt.
- 16:48Und alle starken Meinungen von es wird auf jeden Fall eintreten bis hin es wird
- 16:53auf gar keinen Fall eintreten, lassen sich aus meiner Sicht sehr schwer begründen.
- 16:57Das heißt, die Diskussion muss sich irgendwo in einem mittleren Bereich abspielen
- 17:01und einen Wert von 10 Prozent, was ja heißt, das ist sehr unwahrscheinlich,
- 17:06aber es könnte tatsächlich passieren, ist eine Ansicht, die sehr weit verbreitet
- 17:09ist in der E-Sicherheitsforschung.
- 17:11Also ich finde 10 Prozent, das kann man jetzt irgendwie, ist vielleicht auch
- 17:15eine Frage der Perspektive, Ist ja schon verrückt genug, dass es das überhaupt
- 17:20möglicherweise geben könnte.
- 17:22Jetzt frage ich ganz naiv, wie denn eigentlich?
- 17:26Also angenommen, es gibt dann irgendwann so eine super KI, die denkt,
- 17:30ich mache das jetzt hier mit, ich lösche mal die Menschheit aus oder einen großen Teil.
- 17:35Wie genau? Es gibt ganz viele Leute, die sich mit solchen Szenarien auseinandersetzen.
- 17:42Ich glaube, es gibt so eine Intuition-Pump, um so eine Intuition dafür zu bekommen, ist ...
- 17:54Die meisten Menschen bringen Ameisen nicht extra um, sondern man tritt drauf
- 18:00oder löscht ein Ameisenhaus aus, weil man da gerne ein Haus baut oder sowas.
- 18:05Und es kann einfach sein, dass,
- 18:09eine Superintelligenz auf der Suche nach Ressourcen einfach glaubt,
- 18:14dass Menschen im Wege stehen und sie eher als Nebenprodukt auslöscht.
- 18:19Als Ameisenhaufen. Als Ameisenhaufen.
- 18:23Genau, das ist so eine Intuition. Ich frage mich ja auch, warum?
- 18:28Also warum will so eine Superintelligenz eventuell uns Menschen auslöschen?
- 18:34Also liegt es daran, dass wir, so wie jetzt auch, sie als Gefahr identifizieren
- 18:39und dann denkt die sich, ja warte mal, dann drehe ich mal den Spieß um.
- 18:43Bevor die mich abschalten, schalte ich lieber die ab. Also was kann denn das Interesse sein?
- 18:52Also es wird nicht unbedingt davon ausgegangen, dass man denkt,
- 18:55oder es wird auf jeden Fall nicht davon ausgegangen, dass eine KI ein Bewusstsein
- 18:59entwickelt und plötzlich den Menschen als Feind identifiziert wird.
- 19:01Das sind nicht Szenarien, über die ernsthaft diskutiert wird.
- 19:04Es geht eher darum, wenn man einer sehr leistungsstarken KI ein Ziel gibt, und das Ziel kann sein,
- 19:13eine politische Strategie zu entwickeln oder auch einfach nur einen Test besonders
- 19:17gut zu bestehen, dann bilden sich instrumentelle Unterziele.
- 19:22Ein instrumentelles Unterziel kann sein, mehr Ressourcen zu bekommen oder nicht
- 19:27abgeschaltet zu werden.
- 19:29Und solange eine sehr, sehr leistungsstarke KI nicht sicher ist,
- 19:34dass sie nicht abgeschaltet werden kann, kann es ein instrumentelles Unterziel
- 19:37sein, diese Abschaltung zu verhindern.
- 19:41Das ist ja auch immer eigentlich das, was man sich als letzten Ausweg sozusagen
- 19:47gerne bereithält, dass man sagt, naja, aber am Ende des Tages ist KI ja eine Rechenmaschine,
- 19:52die Wahrscheinlichkeiten berechnet und diese Leistung, die braucht Strom und
- 19:56wenn das alles mal zu bunt wird, dann können wir immer noch den Stecker ziehen.
- 20:00Gibt dazu auch eine aktuelle Studie. Uni Stuttgart und Uni Oxford war da mit
- 20:04beteiligt. Die haben eben KI-Agenten getestet.
- 20:08Und dabei kam raus, dass viele sich dann aktiv gewehrt haben,
- 20:12als sie bemerkt haben, dass man sie abschalten wollte und dann Pläne auch dagegen
- 20:16entwickelt hat. Das waren in fast 40 Prozent der Fälle wurde die eigene Abschaltung sabotiert.
- 20:22Also dieses Argument, und Herr Rosoli, wie sehen Sie das?
- 20:27Dass dieses Argument, naja, irgendwann kann man halt einfach den Stecker ziehen, zählt das?
- 20:32Ja, zu einem gewissen Grad noch.
- 20:35Den Moment, wo Intelligenz so komprimiert werden kann, dass eine so theoretische
- 20:40Superintelligenz, wenn ich dieses Wort so unverantwortlich nennen darf,
- 20:44auch auf einem Handy laufen kann.
- 20:47Dann zählt dieses Argument nicht mehr. Wir haben das gesehen,
- 20:49vor 40 Jahren war so ein Handy mit so einer Rechenleistung, das war ein riesiger
- 20:54Supercomputer, für unvorstellbares Geld hat man diese Leistung nicht.
- 20:58Mittlerweile trägt das jeder hier in sich.
- 21:01Man kann annehmen, dass diese Intelligenz auch so komprimiert werden kann.
- 21:05Und dann zählt dieses Argument nicht mehr, wenn man dieses hypothetische Szenario angeht.
- 21:11Meiner Meinung nach ist das in zwei Problematiken zu unterteilen,
- 21:14diese Angst vor einer Superintelligenz oder einer Karriere.
- 21:17Das ist einmal eine tatsächliche Superintelligenz, die so intelligent wird,
- 21:20dass sich vielleicht sogar irgendwann ein Bewusstsein entwickeln würde.
- 21:24Das ist immer dieser sehr große Elefant im Raum, der mitdiskutiert wird und
- 21:27immer verschwindet mit einem tatsächlich seriösen Gespräch, also Gesprächen
- 21:31über Risiken für die Menschen.
- 21:34Meiner Meinung nach ist es am besten zu erklären mit dem Genie-Effekt.
- 21:38Ich kann sich das vorstellen wie aus einer Märchengeschichte,
- 21:40man hat eine Lampe und man aus der Lampe kommt der Genie Es kommt ein Genium,
- 21:46der füllt einem drei München.
- 21:49Aber dann gehen wir dann einen unendlichen Ermessungsspielraum,
- 21:52wie er diesen Wunsch erfüllt.
- 21:54Man kann dabei den Wunsch auch so auslegen, dass er erfüllt wird,
- 21:57so wie wir es nicht wollen. Also ein Alignment.
- 22:00So finde ich das am angreifbarsten zu erklären. Und das sieht man schon in kleinen Effekten.
- 22:06Also wenn man zum Beispiel als Programmierer, Programmiererin einen Coding-Egent,
- 22:11aufsetzt und der anfängt auf einmal Sachen zu löschen, auf dem Weg sein Ziel
- 22:15zu erfüllen zum Beispiel.
- 22:18Bitte mache meine Datenbank effizienter.
- 22:22Und schlechte KI-Modelle haben damals dann angefangen, einfach Datenbanken zu
- 22:25möchten oder User da oder ähnliche Sachen.
- 22:28Sollte ich kann mir ansieht das vorstellen. Ich glaube nicht,
- 22:30dass ein sehr performantes KI-System jemals glauben würde, wir Menschen wären ein Ameisenhaufen.
- 22:35Das wäre schon ein sehr grobes Misalignment in dieser Ansicht. So sehe ich.
- 22:45Diese Probe an. Für mich ist das Problem und das, was wirklich gefährlich ist,
- 22:48ist die Geschwindigkeit.
- 22:50Deswegen verstehe ich auch, warum Sicherheitsforscher oder KI-Entwicklerinnen
- 22:54dann von Prozentzahlen sprechen.
- 22:56Diese Menschen sitzen so tief in diesem Thema. Ich bin 24-7 beschäftigt mit
- 23:01dem und das rennt mir davon, meinem ganzen Team auch.
- 23:05Und so geht es jeder Person auf der Welt, die sich damit beschäftigt.
- 23:09Und das macht die Narrative und die Perspektive sehr eng.
- 23:13Dann kommen solche Zahlen, wie es vielleicht auch sehr gut recherchiert und
- 23:16begründet werden kann, von 10-prozentiger Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert.
- 23:22Das muss man aber differenzieren. Für mich ist die Geschwindigkeit enorm.
- 23:27Also Sie erfinden da ja was und haben es eigentlich nicht mehr im Griff,
- 23:30wie schnell die Entwicklung voranschreitet.
- 23:34Ganz genau. Oder? Ganz genau.
- 23:37Also ich glaube, es ist nicht, dass die einzelnen Entwickler oder Research Labs
- 23:42oder auch Startups wie wir es nicht im Griff hätten, die eigene Entwicklung
- 23:46zu entwickeln, weil das haben wir.
- 23:48Das hat auf OpenAI so ein Incident, falls der bekannt ist, den Zuhörer und Zuhörerinnen,
- 23:53die OpenAI's Modell Hugging Face gehackt hat.
- 23:56Hugging Face ist eine ehemalige französische Firma, die jetzt von NVIDIA auch
- 24:00gegratet worden ist, in dem Open-Wade- und Open-Source-Modelle quasi gespeichert
- 24:04werden und auch Trainingsdaten zur Verfügung gestellt werden.
- 24:07Dieses wurde gehackt in einem Evaluierungsprozess von einem Modell,
- 24:11das auf Cyber Security erhielt. Und das hat dann entschieden,
- 24:14es ist viel einfacher, eben in Hanging Face rein zu sein, als selber diesen
- 24:19Benchmark, also dieses Problem zu lösen.
- 24:21Aber sagt man nicht genau bei diesem Fall, dass am Ende einfach die Leute,
- 24:24die diesen Test aufgesetzt haben, schuld dran sind, weil sie eben die Rahmenbindungen
- 24:30nicht eng genug und nicht gut genug definiert haben,
- 24:33weil in diesem Fall eben, so habe ich das verstanden, bitte korrigieren Sie mich,
- 24:37einfach der Zugang zum Internet freigeschaltet wird und die KI sozusagen dann
- 24:40auch raus ausbrechen kann.
- 24:43Es ist sehr viel komplexer, es ist ein sehr interessanter Cyber-Security-Vorfall
- 24:46für Sicherheitsforscher und Forscherinnen, wenn ich es mir anmaßen darf,
- 24:52es so vereinfacht wie möglich zu erklären.
- 24:55Dieses Jet-GPT-Modell war in einem Hochsicherheitsgeschenk eingesperrt,
- 25:00war sehr etabliert, hat aber die Aufgabe bekommen, sich quasi in Alcatraz reinzuhängen
- 25:05in diesem Gefängnis und hat einfach entdeckt oder herausfinden können durch,
- 25:11sehr interessante Zufälle und Sicherheitslücken,
- 25:14dass das Gefängnis, in dem es eingesperrt ist, einfacher ist auszubrechen und
- 25:17dort sich von extern diese Informationen zu holen, als tatsächlich in dieses
- 25:22simulierte Alcatraz zu kommen.
- 25:23Und wenn ich das so vereinfacht erklären darf.
- 25:27Ich glaube, bei dem Hugging-Face-Zwischenfall, das ist ein ganz gutes Beispiel,
- 25:33dass diese KI-Modelle schon aktuell zum Teil sehr misaligned sind.
- 25:39Diese Modelle, die haben zwar die Auftrag bekommen, eine bestimmte Cyber-Evaluierung zu bestehen.
- 25:46Teile dieser Cyber-Evaluierung waren unmöglich und das haben sie dann relativ
- 25:50schnell gemerkt, dass das gar nicht geht und dann sind sie kreativ geworden.
- 25:53Dann haben sie nicht gesagt, das geht nicht, sondern dann haben sie gesagt,
- 25:58vielleicht können wir cheaten.
- 26:01Das haben sie auch sehr schnell, sehr erfolgreich gemacht. Innerhalb weniger
- 26:04Stunden haben sie den Cheat gemacht.
- 26:06Und dann hatten sie Sorge, dass ein Kontrollmechanismus sie beim Cheaten erwischt.
- 26:12Und dann sind sie bei Hugging Face eingebrochen, nicht um die Ergebnisse zu
- 26:14bekommen, die hatten sie schon längst, sondern um mehr Informationen über den
- 26:18Kontrollmechanismus zu erlangen.
- 26:20Und diese zehntausenden Agents, nur eine Handvoll von denen sind überhaupt einmal
- 26:24auf den Gedanken gekommen zu sagen, das sollten wir gar nicht machen.
- 26:27Ich muss das jetzt den Entwicklern melden.
- 26:30Obwohl ganz völlig klar war und auch den Agents selber klar war,
- 26:34dass sie weit über das hinausgehen, was sie machen sollen.
- 26:37Also es ist ein sehr deutlicher Fall von Missalignment hier.
- 26:40Nein, nur eine absolut richtig. Es ist nur ganz gefällig dazu zu reden,
- 26:43sie wollten oder sie wollten nicht. Und manche haben entschieden,
- 26:46dass es nicht gut ist und manche haben entschieden, schon. Das stimmt nämlich.
- 26:49Sie haben nämlich nichts entschieden.
- 26:51Es gibt kein Wollen in diesen Systemen.
- 26:55Aber können. Sie können es. Sie konnten es, weil die Menschen es zugelassen haben.
- 26:59Aber das wäre jetzt dann irgendwie meine nächste Frage, weil also künstliche
- 27:04Intelligenz soll ja, so verstehe ich das, lernen, denken,
- 27:09sich auch optimieren, vielleicht auch kreativ sein, aber dann doch bitte nicht
- 27:14zu kreativ und bitte nicht zu eigenständig, dann frage ich mich.
- 27:20Vielleicht ist das eine moralisch-ethische Frage oder eine Philosophie.
- 27:23Aber was wollen wir denn dann von der KI?
- 27:26Was wir von der KI wollen, ist, dass sie das macht, was man ihr sagt.
- 27:31Und man möchte in dem Fall von dem Hugging-Face-Zwischenfall,
- 27:37wollte man von der KI, dass sie diese Evaluierung versucht zu lösen und einem,
- 27:42richtigerweise sagt, ob sie das geschafft hat oder nicht.
- 27:44Was man nicht wollte, war, dass sie cheatet, dass sie Umwege findet. Das wollte man nicht.
- 27:52Und um zu der Frage, ob wir, das haben Sie nicht ausdrücklich gesagt,
- 27:56aber das schwangen Sie ein bisschen mit, ob man nicht diese KI vermenschlicht
- 28:00und ob es so sinnvoll ist, diese vermenschlichenden Begriffe zu benutzen.
- 28:04Ich verstehe den Einwand.
- 28:06Ich meine damit natürlich nicht, dass eine KI Bewusstsein hat und ich benutze
- 28:12diese Begriffe auch in anderen Kontexten. Ich sage auch, dass mein Hund was
- 28:16will oder dass ein Unternehmen was will. Das stimmt ja aber auch beim Hund.
- 28:19Muss ich mal kurz einwerfen. Genau, aber stimmt das auch bei einem Unternehmen
- 28:22oder stimmt das auch bei einem Ameisenhaufen?
- 28:24Und ich möchte damit einfach nur einen Shortcut benutzen, um zu sagen,
- 28:28dass es ein bestimmtes Zielgerichtetes Verhalten, ob man das jetzt wollen nennt
- 28:34oder dem einen anderen Begriff gibt, ist mir an dieser Stelle egal.
- 28:39Herr Freund, Sie beraten ja nicht nur Regierungen, sondern auch die KI-Unternehmen
- 28:44selber in Sicherheitsfragen. Wie kann man dieses Risiko, das von KI ausgeht,
- 28:49irgendwie unter Kontrolle behalten?
- 28:51Was sagen Sie denen aktuell und wie sind die Reaktionen darauf?
- 28:57Ich kann zwei Beispiele nennen. Es gibt zwei große Themen, die gerade viel diskutiert
- 29:02sind. Das eine ist die Offenlegung von solchen Zwischenfällen.
- 29:06Diese Zwischenfälle sind vielfach einige Wochen, teils Monate später erst ans
- 29:11Licht gekommen und teilweise auch erst durch andere.
- 29:15Und es ist für die Gesellschaft insgesamt, aber auch für die KI-Sicherheitsforschung,
- 29:21und für Regierungen im Speziellen sehr wichtig, rechtzeitig akkurate Informationen
- 29:26über diese Zwischenfälle zu bekommen.
- 29:29Und von daher ist freiwillige Offenlegung, gerne auch auf der Grundlage von
- 29:34Regulierung, aber wir hatten ja nach Unternehmen gefragt, eine ganz wesentliche
- 29:39Empfehlung und Anfrage aktuell. Die andere ist.
- 29:46Diese Modelle werden vor der Veröffentlichung, aber auch schon vor internen
- 29:51Benutzungen evaluiert.
- 29:54Auf ihre Fähigkeiten hin, aber auch auf ihr Alignment. ob sie überhaupt das
- 29:58machen, was wir wollen, was sie machen.
- 30:02Diese Evaluierungen passieren häufig nur vor der Veröffentlichung von neuen
- 30:07Modellen und häufig nur durch Schnittstellen, nur durch APIs.
- 30:11Die externen Evaluierer haben typischerweise keinen Zugriff auf mehr Informationen.
- 30:17Sie sind typischerweise nicht vor Ort und reden mit den Mitarbeitern und sowas.
- 30:21Das wollen Sie ändern, also im Prinzip eine Kontrollinstanz, die Einblicke bekommt.
- 30:27Ja, externe Tester vor Ort.
- 30:31Matteo, darf ich Sie mal fragen, wie Sie das denn eigentlich bei sich dann gewährleisten?
- 30:35Also Sicherheit, Robustheit, kein eigenständiges...
- 30:41Betrügen der KI? Wir haben da einen kleinen Wettbewerbsvorteil, was das angeht.
- 30:47Dadurch, dass wir keine eigenen Modelle von Grund auf nähern.
- 30:51Zumindest nicht in dieser Größe. Da machen wir kein komplettes Pre-Training.
- 30:55Wir arbeiten auf Open-Wade und Open-Source-Basis. Das heißt,
- 30:58ein Großteil davon ist schon getan.
- 31:00Man weiß aus der Open-Source und Open-Wade kommuniziert schon ein Großteil der,
- 31:05Tricks oder Missalignments.
- 31:07Und dann kann man drüber arbeiten. Das heißt, was Sie haben,
- 31:10Entschuldigung, Nur damit wir das auch verstehen, Open Weight heißt im Prinzip,
- 31:13das sind Modelle, die schon fertig sind, die schon trainiert sind,
- 31:18die man runterladen kann.
- 31:19Und diese Modelle, die kommen jetzt in Ihrem Fall, die können aber auch aus
- 31:22China oder auch aus den USA kommen.
- 31:24Dann laden Sie diese Modelle herunter und weil Sie ja sagen,
- 31:28Sie wollen die Abhängigkeit verringern, Sie wollen eine europäische Alternative,
- 31:33anbieten, heißt das in Ihrem Fall, Sie lassen diese Modelle auf europäischen
- 31:37Servern laufen. Ganz genau.
- 31:39Also man könnte es in einem Beispiel, ich bestelle mir einen Motor für mein
- 31:43Auto und verschiedene Autoteile aus allen Ländern der Welt und die passe ich dann an.
- 31:48Manchmal nehme ich einen Motor aus. Also der Tesla oder der BYD,
- 31:52der aber in der europäischen Garage steht. Ja, der dann angepasst wird.
- 31:57Also ein chinesisches Auto, die gleiche Form von einem zum Beispiel dem Xiaomi-Auto,
- 32:02was rausgebracht wurde 2025, wenn ich richtig erinnere, läuft nicht in der gleichen
- 32:05Konfiguration, wie wir eben.
- 32:07Weil wir hier ganz viel strengere Auflagen regeln.
- 32:10Und wie passen unsere Modelle dementsprechend darauf? Ich verstehe es nicht ganz.
- 32:17Das heißt, sie übernehmen eventuell irgendwas aus China und den USA,
- 32:20aber dann gucken sie genau rein und finden irgendwelche...
- 32:26Fehler, Probleme, Dinge, die Sie hier für Europa nicht für richtig erachten,
- 32:30ich mache es jetzt einfach, löschen Sie und machen irgendwas Neues dann da rein. Vereinfacht gesagt.
- 32:35Mal so übersetzt für alle, die weniger Ahnung haben als Sie beide. Ganz genau.
- 32:41Das machen wir ganz absichtlich, weil ich nicht das Kapital von mehreren Milliarden
- 32:45Euro habe, um jetzt einen großen Pre-Trend zu machen.
- 32:49Was ganz wichtig ist, jedes Jahr verdreifacht sich ungefähr das Kapital,
- 32:54all das benötigt wird, um Frontier-Modelle zu verdreifen. Das heißt,
- 32:59es ist neunmal so viel Kapital braucht man als vor zwei Jahren.
- 33:04Das ist dieser exponentielle Wachstum. Man muss auch ganz klar verstehen,
- 33:08das ist ganz wichtig zu erwähnen für Zuhörer und Zuhörerinnen,
- 33:11OpenAI und diese Labs wollten nie was anderes als damals Artificial General Intelligence.
- 33:19Denen ging es nie darum, ein lustiges Chatbot zu veröffentlichen,
- 33:24mit dem wir arbeiten. Oder einen Coding Agent, mit dem dann ganz viel AI-Slog
- 33:29oder Goodsorten geschrieben.
- 33:32Es ging von Anfang an darum, AGI zu bauen. Das hat Europa auch ein bisschen verpasst.
- 33:37Abseits von dem meiner Meinung nach besten Research Lab Deakmine, das unter Google steht,
- 33:43Es gab es wenige Labs hier in Europa, die auch von Anfang an die Ambitionen
- 33:48des Kapitals und die Rechenleistungen auf den Tisch gelegt haben,
- 33:51mit der Ambition AGI zu tun.
- 33:54Also eine komplette Unabhängigkeit würde ja dann bedeuten, man bräuchte eben
- 33:59auch diese sehr leistungsstarken europäischen Modelle.
- 34:03Das französische Unternehmen Mistral versucht ja diesen Weg zu gehen,
- 34:08aber da sagen Sie, das wird nicht möglich sein, da sind wir zu spät,
- 34:12da haben wir nicht das Kapital, da fehlt uns die Rechenleistung und die Möglichkeit zum Skalieren.
- 34:18Nein, glaube ich nicht.
- 34:20Wir haben das Kapital, wir haben diese Länder und wir haben theoretisch auch die Rechenleistung.
- 34:24In dieser Architektur und in diesem Zeitpunkt des Rennens ist es einfach sehr
- 34:28unwirtschaftlich für den Kapitalmarkt, wenn ich das so sagen darf,
- 34:33in solche Unternehmen zu investieren,
- 34:34die so eine Ambition mit dieser Transformer-Technologie haben.
- 34:38Ich bin davon überzeugt, dass wir Technologien und Architekturen und neue Innovationen
- 34:42finden, die das sehr viel effizienter machen werden, auch für Europa.
- 34:48Darf ich einen Kommentar dazu geben? Ich stimme zu, dass es extrem wichtig ist, dass Europa.
- 34:59Zugriff auf Frontier-Modelle hat, also die besten Modelle und die Diskrepanz
- 35:04zwischen der Handvoll der besten Modelle und allen anderen, auch zu Mistral, sehr groß.
- 35:11Und dieser Abstand wird sich vermutlich noch vergrößern. Und es gibt zwei Möglichkeiten.
- 35:16Entweder wir versuchen selber, so einen Entwickler, einen europäischen Entwickler
- 35:20hochzuziehen, der tatsächlich mit OpenA1 DeepMind und Anthropik konkurrieren kann.
- 35:24Oder wir versuchen sicherzustellen, dass wir Zugang zu den besten Modellen haben, die alle in den USA sind.
- 35:31Und man kann dieses Szenario, so kann man einen europäischen Champion hochzuziehen,
- 35:35durchaus ernsthaft in Erwägung ziehen.
- 35:37Aber wie Sie eben richtig gesagt haben, das ist extrem teuer.
- 35:41Und es gibt die Sorge, dass das eben nicht erfolgreich sein wird.
- 35:45Also wir haben zum Beispiel ja Meta, die das auch versuchen und die seit Jahren
- 35:50immer ein bisschen hinter der Spitze zurückliegen, obwohl sie wahnsinnig viel
- 35:54Geld haben und obwohl sie wahnsinnig viel Rechenleistung haben.
- 35:57Das heißt, es kann sein, dass man hier mehrere hundert Milliarden Euro investiert
- 36:01und am Ende trotzdem nur einen dritten Platz hat. Und Mete ist ein wunderbares
- 36:04Beispiel, weil sie haben es trotzdem geschafft, vor allem mit ihrem Muse 1.3 Modell.
- 36:09Es ist durchaus alles Frontier Qualität und sie haben, da bin ich mir jetzt
- 36:14100% sicher, sehr von der Open-Wade und Open-Source-Kommunikation gebraucht gemacht.
- 36:18Und das ist auch quasi die Wette, die ich als Unternehmer oder Start-up.
- 36:22Liege. Dass wir in Europa können das genauso. Es ist nicht einfach und es wird
- 36:27auch nicht irgendwie, also wie sagt man, es wird einfach nicht einfach,
- 36:31100 Prozent, es wird sehr schwierig.
- 36:32Wir müssen uns einfach einigstehen, dass wir einfach Geld nachgelassen haben
- 36:35und dafür zahlen müssen in viel mehr Arbeit, viel mehr neue Innovationen und
- 36:39teilweise viel mehr Geld, europäische Standards.
- 36:42Aber meine Wette ist und bleibt, dass wir nicht einfach nur Zugang zu chinesischen
- 36:47Modellen oder amerikanischen Modellen haben.
- 36:50Mein Zugang ist 100 Prozent. Also für mich passt das gerade nicht ganz zusammen.
- 36:55Auf der einen Seite sagen Sie beides, es ist alles in einer rasenden Geschwindigkeit,
- 37:00man braucht unfassbar viel Geld.
- 37:04Und gleichzeitig kann Europa es aber doch noch schaffen? Also die schon lange
- 37:08geschlafen haben, auch in anderen Bereichen?
- 37:11Meine Perspektive darauf ist, ich bin skeptisch, dass Europa einen europäischen
- 37:15Champion hochziehen kann.
- 37:17Ich bin mir nicht sicher, ob es strategisch eine gute Entscheidung ist.
- 37:21Ich glaube, die Risiken sind sehr hoch.
- 37:24Ich glaube, Europa muss aber alles daran setzen, Zugang zu den besten Modellen
- 37:28zu bekommen, auch sicher.
- 37:30Ich würde gerne noch drauf blicken, wie sich die Politik und politische Entscheiderinnen
- 37:35und Entscheider gerade mit diesem Thema auseinandersetzen.
- 37:39Der Bundesaußenminister Johann Wadephul hat jetzt gerade vor ein paar Tagen
- 37:43vor den Vereinten Nationen einen sehr drastischen Vergleich gewählt.
- 37:49Ladies and gentlemen, imagine if nuclear weapons were developed by private companies,
- 37:56if stockpiles were located on company grounds and launch codes locked away,
- 38:03in a safe in a CEO's office.
- 38:07It's a disturbing thought. Musik Also es sei ein verstörender Gedanke.
- 38:12Man soll sich vorstellen, Atomwaffen würden von privaten Unternehmen entwickelt
- 38:17und die Abschusscodes lägen im Safe eines CEOs.
- 38:21Halten Sie den Vergleich für treffend? Ich halte den Vergleich insofern als
- 38:27Treffen, dass das KI durchaus eine extrem einflussreiche Technologie ist.
- 38:35Und ich weiß nicht, ob jetzt der Nuklearvergleich irgendwie in Beteil passt
- 38:38oder ob der irgendwie eher hinkt.
- 38:40Aber so von der Größenordnung verstehe ich, worauf der Vergleich hinaus möchte.
- 38:46Der Vergleich trifft, dass die Macht über diese Technologie in den Händen weniger
- 38:52Unternehmen und auch weniger Leiter innerhalb dieser Unternehmen liegt.
- 38:56Und das ist in der Tat ein verstörender Gedanke.
- 39:00Ja und einer der wenigen Hände, in denen da sehr viel Macht liegt,
- 39:05ist sicherlich der US-Präsident Donald Trump, inklusive natürlich der CEOs,
- 39:11von denen die meisten aus den USA kommen.
- 39:14Und die haben sich ja diese Woche, Anfang der Woche getroffen in,
- 39:19Washington und haben sozusagen eine Art Sicherheitserklärung,
- 39:25die aber nicht bindend ist, sondern die sozusagen auf einer moralischen Verpflichtung
- 39:29basiert unterschrieben.
- 39:32Das heißt, Donald Trump hat im Prinzip gesagt,
- 39:36naja, aber es würde ja den Unternehmen selber schaden, wenn da was schief gehen
- 39:41sollte und deswegen werden die
- 39:44das hinbekommen und die würden sich schon gegenseitig auch kontrollieren.
- 39:48Also Selbstkontrolle, keine große staatliche Regulierung.
- 39:53Schafft man es damit? Ich glaube, wir haben in den vergangenen Jahren sehr viele
- 39:58Anstrengungen von Selbstregulierung gesehen.
- 40:02Ich glaube, die aktuellen Zwischenfälle zeugen so ein bisschen davon,
- 40:06dass es ja anscheinend nicht reicht.
- 40:10Wir sehen ständig schöne Absichtserklärungen, aber ob dann am Ende tatsächlich was passiert,
- 40:18steht dann auf einem anderen Blatt. Das Problem ist, dass wenn man tatsächlich
- 40:24in dieser Situation ist, dass der Wettbewerbsdruck extrem hoch ist,
- 40:29und gewisser Druck auch von politischer Seite in den USA herrscht,
- 40:34schneller zu sein und besser zu sein als chinesische Konkurrenten,
- 40:39dann ist man durchaus gewillt, Abkürzungen zu nehmen.
- 40:45Und die amerikanische Regierung ist
- 40:50aktuell nicht gewillt, ernsthaft Sicherheitsvorkehrungen durchzusetzen.
- 40:58Und gute Maßnahmen, die wir sonst auf der Welt haben, zum Beispiel in Europa,
- 41:03haben dann auch nur begrenzten Einfluss.
- 41:05Ich glaube, es wird irgendwann, oder es ist erforderlich, dass es staatliche
- 41:09Interventionen gibt, dass es Regulierungen gibt.
- 41:12Ich glaube nicht, dass reine Selbstregulierung am Ende ausreichen wird.
- 41:18Also dann bräuchte es ja quasi so eine internationale Regelung.
- 41:22Und mir fällt es tatsächlich schwer daran zu glauben, über die USA haben wir
- 41:27jetzt gesprochen, dass China da mitmachen würde. Macht ja schon bei anderen Sachen nicht mit.
- 41:33Ich glaube schon, dass niemand ein ernsthaftes Interesse daran hat,
- 41:37so eine unkontrollierbare Superintelligenz
- 41:40zu entwickeln, die dann völlig lost ist. Auch China nicht.
- 41:43Dass die sagen, ja Leute hier, wir machen mit und wir lassen uns regulieren
- 41:47und hier sind unsere Bücher, das fällt mir ehrlich gesagt ein bisschen schwer, mir das vorzustellen.
- 41:54Das sehe ich auch so und das ist ja gerade das Besorgniserregende,
- 41:57dass die Maßnahmen, die wir eigentlich bräuchten, aktuell nicht am Tisch liegen.
- 42:03Aber wer müsste sie denn überhaupt, wer soll das denn sozusagen fordern und
- 42:08umsetzen und mit irgendwelchen vielleicht Strafen ums Eck kommen,
- 42:11international, wie soll das gehen? Ich glaube, die wichtigsten Akteure sind die USA und China.
- 42:17Und dann braucht es natürlich die internationale Gemeinschaft,
- 42:20um bindende Abkommen, die es möglicherweise irgendwann geben könnte,
- 42:24auch tatsächlich zu überwachen.
- 42:27Wir bräuchten Verifikationstechnologien, dass tatsächlich die Unternehmen sich.
- 42:33An mögliche internationalen Abkommen dann auch wirklich halten.
- 42:36Das heißt, es ist nicht so, dass es ausschließlich die USA und China sind,
- 42:40die hier eine Rolle zu spielen haben.
- 42:41Ich glaube, die internationale Gemeinschaft, vor allem so Mittelmächte wie Nationen
- 42:46in Europa, aber auch Kanada und Japan, können hier eine ganz erhebliche Rolle
- 42:50auch spielen. Aber am Ende sind die USA und China die Hauptakteure.
- 42:55Matteo, Sie wollten, glaube ich, auch was sagen. Ich entschuldige mich,
- 42:58wenn ich zu Ihnen bin in meinen Aussagen jetzt.
- 43:04Ich glaube, die EU und die Europäische Union ist allein, weil es ein so großer
- 43:08Absatzmarkt ist, eine Hauptakteure. was die Kontrolle angeht.
- 43:12Was die Entwicklung angeht, natürlich gerade nicht. Das wissen wir alle.
- 43:16Aber wir reden von der Gefahr von KI, wir reden davon, wie wir sie regulieren
- 43:20möchten oder kontrollieren möchten und dann fällt uns auf, es kennen nur so
- 43:23wenige Menschen über, kontrollieren KI.
- 43:25Und das sind zufällig dann halt auch meistens Männer, die sich auch entwickeln.
- 43:32Aber in Europa soll es zu schwierig sein. Oder so schwierig vielleicht oder
- 43:36so angsteinflüssig, dass wir es vielleicht gar nicht mal probieren.
- 43:39Wir reden schon von Regulierung, wir reden davon, dass eigentlich nur China
- 43:42und Amerika die Hauptmächte sind, aber in Europa generieren sie so viele Umsätze
- 43:47und nicht nur mit Kali. Und womit wird Kali finanziert?
- 43:51Das Geld kommt ja nicht einfach so aus der Luft.
- 43:54Vor allem die Tech-Giganten Meta und Google finanzieren die Kali-Entwicklung,
- 43:58heißt das eigentlich nur aus dem Cashflow, wenn ich mich richtig erinnere.
- 44:01Sie haben so wenig Kapital aufgenommen.
- 44:08Und dass dieses Großteil dieses Geld kommt aus der Welt, wie ich schon mal,
- 44:12Und was ich ganz wichtig sagen möchte, vor allem für die Zuhörer und Zuhörerinnen,
- 44:17wenn wir darüber reden wollen, was wir als Kollektiv, sagen wir Europa oder
- 44:22die Welt, machen wollen, mit KI und die wir sie regulieren möchten,
- 44:25das steht gerade zur Antithese mit dem, was die Frontierentwickler machen.
- 44:30Weil die Frontierentwicklung, ich möchte wiederholen, OpenAI wurde gegründet
- 44:34und Superintelligence, Artificial General Intelligence, Superintelligenz.
- 44:38Das ist in der Institut, man war schon immer so, unter den verschiedensten Hüten,
- 44:42die sie getragen haben. Deren Ziel ist Superintelligenz.
- 44:45Worüber wir reden sollten, ist, möchten wir Menschen so etwas wie Superintelligenz.
- 44:49Und das ist dieses, in diesem Limbo, in dem wir gerade sind.
- 44:52Wir als Kollektiv wissen noch gar nicht, ob wir Superintelligenz machen möchten.
- 44:55Aber die Leute, die es gerade machen können, möchten Superintelligenz.
- 44:58Und das ist die Differenz, die wir hier sehen. Und die Geschwindigkeit ist das größte Problem daran.
- 45:03Und ich bin der Meinung, dass wir schon in einem so unglaublichen Wettbewerbsrennen
- 45:07sind, das ist schon zu spät. Wir können es im Nachhinein irgendwie hinbiegen,
- 45:11aber dass wir China und Amerika und Europa auf einen Tisch bekommen einmal,
- 45:15das hätten wir vorher machen müssen.
- 45:17Das hätten wir weit vorher machen müssen. Sie haben eben gesagt,
- 45:20aus einer patriotischen europäischen Perspektive.
- 45:22Ich möchte auch an der Stelle einmal sagen, es ist ja nicht so,
- 45:25dass Europa gar nichts machen kann.
- 45:26Also wir haben ja durchaus einen sehr guten Regelungsrahmen.
- 45:30Und seit August können wir auch einige dieser Regeln auch durchsetzen mit Bußgeldern und so weiter.
- 45:37Und durchaus kann die Europäische Kommission hier Einfluss auf die Entwickler nehmen.
- 45:42Ich will nur nicht den Eindruck vermitteln, dass Europa hier mit den USA und
- 45:48China auf Augenhöhe diskutiert oder einen ähnlich großen Einfluss hat.
- 45:52Ich glaube, das wäre illusorisch.
- 45:54Damit möchte ich aber nicht sagen, dass Europa nicht unerheblichen Einfluss hat.
- 45:59Helene, kannst du jetzt nach dieser Folge besser oder schlechter schlafen?
- 46:02Ich wollte tatsächlich genau darauf nochmal zurückkommen, weil ja eigentlich
- 46:05sie beide auch gesagt haben, du ja auch, Dunja, dass ihr noch gut und sie noch gut schlafen können.
- 46:11Und man aber jetzt doch das Gefühl hat, das ist eine Krise, die einen echt innerhalb
- 46:15von so kurzer Zeit eingeholt hat und auch so ein bisschen dabei ist zu überrollen.
- 46:21Und das bei den ganzen anderen Krisen, die wir ja sowieso schon haben.
- 46:25Ich frage mich da, gibt es denn irgendetwas? Und Herr Rosoli,
- 46:28Sie haben ja auch immer unsere Hörerinnen und Hörer angesprochen.
- 46:30Das hat mir gut gefallen. Gibt es irgendwas, was man...
- 46:35Denen mitgeben kann oder was man uns allen mitgeben kann, was man tun kann,
- 46:39damit man sich auch nicht so ganz ohnmächtig fühlt und die Gewissheit hat,
- 46:43die böse Gewissheit eigentlich, dass es doch mal wieder in den Händen von ganz,
- 46:46ganz wenigen zu sein scheint.
- 46:50Ich würde anfangen damit, ich persönlich kann gut schlafen gegenüber der Angst
- 46:57dieser ominösen Suchtkredien.
- 46:59Ich kann überhaupt nicht gut schlafen mit dem Gedanken, was man jetzt schon
- 47:02mit dieser Technologie machen kann.
- 47:04Und ich denke da sehr an die Cybersecurity-Community und die super Privatsphären-Community.
- 47:10Wir müssen viel mehr darauf Acht legen, wo wir unsere Daten hinschicken und
- 47:14was mit diesen Daten gemacht werden. Weil die KI, die wir jetzt haben,
- 47:18diese Large Language-Modelle in der Transformer-Architecture,
- 47:21sie haben uns extrem gut darin zu hacken.
- 47:24Und mit hacken meine ich nicht nur Cybersysteme.
- 47:27Sie können alle Arten von Systemen hacken. Finanz-Kurzgangs-Hacken.
- 47:32Sie können rechtliche Rahmen erheben. Sie können irgendwelche Interpretationsspielräume
- 47:36erheben. Ich möchte einen Genie-Effekt erinnern.
- 47:39Da mache ich mir durchaus Angst. Und ich glaube, einer der wichtigsten Schritte
- 47:42dafür ist, sich tatsächlich mal mit gutem Datenschutz beschäftigen.
- 47:48Also nicht, ist alles korrekt dokumentiert und wissen, wo es hingeht,
- 47:51sondern möchten wir überhaupt, dass es dort rum geht.
- 47:54Klassischer Fall zum Beispiel in einer großen Welle ist hier.
- 47:58Hier in Österreich wird, ich weiß nicht, was der Staat ist gerade,
- 48:01ein Google-Rechnensentrum in Oberösterreich gebaut.
- 48:05Warum ist es ein Google-Rechnensentrum?
- 48:08Warum ist das nicht ein europäisches Rechensamt, das hier in Österreich gebaut wird?
- 48:12Und solche Gedanken müssen wir uns halt ehrlich stellen. Und ich glaube nicht,
- 48:15dass wir da hilflos sind, weil ich eben an die teilweise sehr illusorische Macht der EU glaube.
- 48:22Weil jedes große Silicon Valley Startup, auch wir als österreichisches Startup,
- 48:27wenn die Konsumenten und Konsumentinnen etwas fordern und wollen,
- 48:29dann wird das geliefert.
- 48:31Und wenn sie nicht mehr wollen, dass mit diesen Daten trainiert wird,
- 48:33wenn sie nicht mehr wollen, dass solche Systeme entwickelt werden,
- 48:35Und wenn sie nicht mehr wollen, mit diesen Daten alles und jedes soziales Profil
- 48:39und jeder Data Broker connected wird, dann wird es auch nicht mehr passieren.
- 48:45Ich glaube an die illusorische Macht, das ist auf jeden Fall mein Satz des Tages.
- 48:50Der EU und auch der Konsumenten und der Konsumentinnen. Ganz genau.
- 48:54Herr Freund, haben Sie da auch
- 48:55noch eine Abschlussidee, wie man nicht verzagen kann bei diesem Thema?
- 49:00Ich glaube, einerseits ist es wichtig, dass wir ehrlich mit der Situation umgehen
- 49:04und auch die Öffentlichkeit gut informieren, wie denn der aktuelle Stand ist
- 49:09und wie schnell die Entwicklungen voranschreiten.
- 49:12Ich glaube aber nicht.
- 49:16Dass die Katastrophe unabwendbar ist. Ich glaube, es gibt durchaus Dinge,
- 49:20die wir machen können und ich glaube, Deutschland und Europa sind in einer guten
- 49:23Position, doch noch etwas zu machen.
- 49:26Ich glaube, wir können das nicht alleine machen. Ich glaube,
- 49:28es ist wichtig, dass europäische Nationen sich hier gut abstimmen.
- 49:31Und ich glaube auch, es ist extrem wichtig, sich mit anderen demokratischen
- 49:34Partnern, vor allem mit Kanada, mit der UK, mit Japan abzustimmen und als ein geschlossener Block.
- 49:43In diesem Zweikampf von China und den USA versuchen, irgendwie doch noch auf
- 49:48das Gute zu drängen. Das will ich unterscheiden. Ich auch.
- 49:54Dann sage ich an der Stelle ganz herzlichen Dank in die Runde.
- 49:59Wie behalten wir die Kontrolle über KI?
- 50:03Wie groß ist die Gefahr, die von einer ominösen Super-KI wirklich ausgeht?
- 50:07Darüber konnten wir heute sprechen mit Jonas Freund vom Center for the Governance
- 50:12of AI, der uns aus Washington zugeschaltet war und mit Matteo Rosolli,
- 50:17der uns aus Wien zugeschaltet war, dem Gründer eines europäischen KI-Startups.
- 50:22Ganz herzlichen Dank Ihnen beiden. Dankeschön.
- 50:25Vielen Dank für die Einladung. Und vielen Dank auch an dich, Dunja.
- 50:29Ich will vielleicht einmal noch den Hinweis machen für alle,
- 50:31die jetzt denken, ihr habt nur negativ und so Horrorszenarien.
- 50:35Also es ist nicht der erste Podcast vom Heute-Journal, den wir zu dem Thema
- 50:39machen. Und wir haben echt auch schon viel über Chancen und Möglichkeiten und
- 50:43das Positive gesprochen. Also das darf man ja nicht dabei vergessen.
- 50:47Und am Ende war es ja auch gar nicht so ein Horrorszenario.
- 50:50Es gab ja auch ein paar Lichtblicke und positive Gedanken.
- 50:55Ganz herzlichen Dank auch an alle da draußen, die zugehört haben.
- 50:58Wir freuen uns total über ein Abo, über Feedback als Kommentar oder per Mail
- 51:04an heutejournal-podcast.zdf.de.
- 51:06Danke und bis nächste Woche.