Latest / ntv Wirtschaft / Star-Investor Carsten Maschmeyer im Exklusivinterview: "Elon Musk will Allmacht haben"
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- Star-Investor Carsten Maschmeyer spricht Klartext zum Börsengang von SpaceX. In Berlin zeigt die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung, ILA, wie stark Kriege gerade Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung prägen. Und beim Blick aufs Tagesgeldkonto merken wir, bei Sparkasse und Volksbank gibt es nicht so hohe Zinsen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Schon seit Tagen wird über das Börsendebüt von SpaceX heiß diskutiert und gestritten. Am Freitag haben die Börsianer endlich selbst das Sagen. Wird der Mega-Börsengang zur Bruchlandung oder ist tatsächlich genügend Interesse für die Aktien da? NTV-Reporter Andreas Popp hat mit Investor Carsten Maschmeyer über das Firmenimperium von Elon Musk und den Börsengang gesprochen. SpaceX geht an die Börse und damit könnte Elon Musk der erste Billionär werden. Herr Maschmeyer, Sie haben mal gesagt, Elon Musk strebt so eine Art Weltherrschaft an. Kommt er seinem Ziel damit ein Stück weit näher? Noch näher. Weltherrschaft hat er auf gewisse Weise als reichster Mensch der Welt schon. Jetzt will er auch noch das All erobern. Er will die Allmacht haben. Welche Ziele, glauben Sie, strebt er mit SpaceX an? Also sind es wirklich unternehmerische Ziele oder geht es auch doch ein Stück weit um politische Ambitionen, um den Willen nach Macht? Natürlich ist Geld ein großes Motiv, aber da geht es um Macht und der größte, stärkste und so weiter. Aber hier werden Dinge zusammengeschoben. Das ist ein Gemischtwarenladen. Twitter X, viel Geld verloren. Die KI-Budu ist absolut hinter der Konkurrenz hinterher. SpaceX verdient kein Geld, nur Starlings. Und dieser Gemischtwarenladen ist unberechenbar, nicht kalkulierbar und das will er auch. Ich würde mich nicht wundern, wenn er später uns noch erklärt, Tesla musste auch reingerührt werden, weil später brauche ich die Autos ja auf dem Mars. Trotz allem ist es ja der vermutlich größte Börsengang der Geschichte. Sie haben über Elon Musk mal gesagt, er ist unternehmerisch genial, persönlich aber völlig durchgeknallt. Was heißt es denn, wenn ein solcher Mensch hinter so einem gigantischen Börsengang steht? Es ist zunächst ein Risiko, wenn ein Großkonzern von einem Menschen abhängt. Das ist aber ein multigiganter Großkonzern, der von einem Menschen abhängt, der durch seine Posts an allen Regeln vorbei schon x-mal bestraft wurde, der polarisierende Ausflüge in die Politik macht, der viele Rechtsprozesse hat, der keinen Freund, keinen Feind kennt, nur macht, was er will. Ich sehe ganz große Risiken auch allein in seiner Person und in der völlig überzogenen gigantischen Bewertung. Wenn ein Unternehmen so stark von einer Person abhängt, aus Investorensicht, ist es dann überhaupt investierbar? Wenn ein Großkonzern von einer Person abhängig ist, ist das ein großes Risiko. Hier ist aber ein Multigiganten-Großkonzern von einer Person abhängig, der mit seinen Posts an allen Börsenregeln vorbei sich an nichts hält, der polarisierende Ausflüge in die Politik macht, der x Rechtsstreitigkeiten hat, der kennt nicht Freunden, der kennt nicht Feind, der geht gerade durch. Und es ist überbewertet. Wenn alle Träume, die im Börsenprospekt beschrieben werden, wahr werden, dann kann das werden. Vielleicht ist das ganze Koglomerat. Eine halbe Billion, vielleicht eine dreiviertel Billion, aber niemals zwei Billionen. Wie passen denn da eben diese Zahlen zusammen? Also es sind ja irre Zahlen, bis zu zwei Billionen oder mehr als 1,7 Billionen Dollar erwartete Bewertung oder erhoffte Bewertung und gleichzeitig eben auch Milliarden Verluste. Wie passt das zusammen? Durch diesen Guru-Status und die hohe Quote von Privatanlegern, die zeigt denn ja, viele institutionelle halten sich zurück. Ich habe in Deutschland mit vielen in den letzten Tagen gesprochen. Keiner zeichnet. Viel zu hoch. Das ist eine Bewertung. Da muss der Mars bewohnt werden. Da müssen Roboter auf dem Mars rumfahren und seine Teslas. Und ich glaube, hier ist die Vision zu einer Illusion geworden. Für mich fast zu einer Halluzination. Aber manche haben das Gefühl, ich muss dabei sein, ich verpasse das. Und er hat ja einen Trick. Die Kleinanleger dürfen die ersten Wochen nicht verkaufen. Dann sind schon die Indizes drin. Da haben seine politischen Freunde geholfen. Und die Provision für die Großbanken, dass sie Druck ausgeübt haben. Ich glaube, dass die Aktie sogar steigt am Anfang. Ist ja auch jetzt schon doppelt überzeichnet. Aber im Herbst, wenn die Fristen, die Lock-up-Periods auseinandergelaufen sind, vorbei sind, wird die Aktie unter dem Emissionspreis liegen. Gibt es auch etwas, das Sie an Elon Musk fasziniert als Gründer, als Unternehmer? Visionär sein, mit tollen Geschichten, Storytelling und Fantasie kann man Talente gewinnen, Geldgeber finden, seinen Weg gehen, mentale Stärke haben, auf Kritik nicht achten. Aber umgekehrt, irgendwann ist Genialität nicht realitätsfern. Irgendwann zählen Fakten. Und da geht es um Gewinn, Umsatz und Marge. Und das werden wir nicht mehr erleben. Wenn man jetzt an junge Gründer denkt, was können Sie sich denn von Elon Musk abschauen? Think Big. Mach eine große Geschichte, hol die besten Talente und diese Kombination ist einmalig. Er hat so viel Geld, die NASA kann da nicht mehr mithalten. Die zahlen vielleicht 80.000 Dollar einem Angestellten, der zahlt den 8 Millionen und holt die besten Techniker, Wissenschaftler, Forscher der Welt zusammen und gibt ihnen unbegrenzte Möglichkeiten. Und gerade in Europa sind die Gründer sehr scheu mit Geldaufnahme und manche Gründer sagen auch nie, diese Experten sind mir zu teuer, wir nehmen lieber die anderen. Gibt es im Gegenzug auch etwas, was Sie sagen, das lieber nicht abschauen von Elon Musk? Zum Schluss sind das Down-Rounds. Und wenn ich zu viel Story erzähle, zu viel Verspreche, was ich nicht halten kann, dann werden viele Anleger enttäuscht sein. Und das werden wir hier auch erleben. Zum Schluss noch mal der Blick. Ja, Sie haben es auch gesagt, Sie sagen ja, Gründern häufiger mal Großdenken und Visionen haben. Elon Musk träumt davon, den Mars zu besiedeln und den Mensch zu einer intergalaktischen Spezies zu machen. Also größer würde ich sagen, geht es kaum. So verrückt das vielleicht für manche gelingt, brauchen wir davon, von diesem Spirit trotzdem auch ein bisschen mehr in Deutschland und Europa? 10 Prozent mehr, als wir jetzt haben. Oder sagen wir 10 Prozent mehr von dem, was er macht. Aber die anderen 90 Prozent bitte nicht. Sonst würde er institutionelle Investoren im größeren Stil haben. Die fünf größten Banken machen diesen Börsengang und die rufen selber ihre Privatanleger an in einem Riesencall. Ja, bei den hunderten Millionen Provisionen werfen sich die Bankchefs schon ins Zeug. Danke Ihnen. Bei SpaceX schauen alle auf den Weltraum und auf die Börse. Ein paar tausend Kilometer weiter unten, in Berlin, geht es auch um Raumfahrt. Aber nicht nur. Denn auf der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung zeigt sich gerade sehr deutlich, wie eng Luftfahrt, Verteidigung und Wirtschaft inzwischen zusammenhängen. Auf der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA zeigen etwa 750 Aussteller neue Produkte aus Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung. Auch Kanzler Merz ist zu Gast. Und schon an den Schwerpunkten der Messe sieht man, wie stark die Kriege aktuell wirtschaftliche Debatten verschieben. Es geht zum Beispiel um die künftige europäische Rüstungszusammenarbeit. Gerade auch nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts. Ein zweiter Schwerpunkt sind Drohnen. Wie konkurrenzfähig sind deutsche Hersteller im internationalen Vergleich? Darüber spricht Nadine Janz mit Sven Kruck, Geschäftsführer bei Quantum Systems. Herr Kuck, die Kriegsführung hat sich ja massiv geändert. Was genau beobachten Sie denn da an Punkto Drohntechnik? Ja, Drohntechnik regiert und, sage ich mal, führt das Gefechtsfeld. Das hat sich absolut verändert. Das sehen wir auch hier auf der ILA. Immer mehr Drohnen werden hier ausgestellt. Auch wir zeigen Drohnen nicht nur in der Luft, sondern auch zu Land und zu See und vor allem die Software-Elemente dazwischen. Ich glaube, die Symbiose aus Hardware, Software und AI, das ist die Zukunft der Kriegsführung und das hat sich verändert. Trotzdem geht ja Quantum Systems weg vom klassischen Drohnenhersteller hin zum Allrounder. Warum? Ja, ich glaube, weil wir einfach sehen, dass die Fähigkeitslücken in allen Bereichen vorhanden sind. Die gilt es zu füllen, die gilt es für unsere Streitkräfte zur Verfügung zu stellen, für Europa zur Verfügung zu stellen, um Europa am Ende richtig zu verteidigen, so effizient wie möglich mit den Geldmitteln, die wir haben. Und daher brauchen wir Drohnen zu Land, zu Luft und zu See. Sie arbeiten ja direkt auch mit der Ukraine zusammen. Wie kann man sich die Zusammenarbeit vorstellen? Die Zusammenarbeit ist sehr, sehr eng. Es ist ein Dreieck aus Politik, aus der Wirtschaft und dem Militär. Und diese Konnektivität miteinander, zueinander führt sehr, sehr schnell zu den richtigen Ergebnissen, zu den richtigen Zielen. Und daher ist die Ukraine uns auch ein wenig voraus, weil sie klarer zuhört, miteinander mit der Industrie spricht, um dann das Richtige für das Gefechtsfeld zu tun. Haben denn Drohnen noch ihre Schwierigkeiten, vielleicht in puncto Wetter oder andere Bedingungen? Ich glaube, die Drohnen, das Thema Drohne wird noch mehr das Thema Autonomie erfahren in den nächsten Jahren. Das heißt, Software und KI-Elemente werden eine stärkere Rolle spielen. Heute haben wir beispielsweise im Landbereich eher teleoperated, ferngesteuerte Drohnensysteme. Und die werden in Zukunft sich autonom bewegen, so wie es unsere Luftsysteme heute schon tun. Das ist die Zukunft, auf die wir uns vorbereiten müssen. Ulrich Merz wird ja später hier auch auf der ILA vor Ort sein, unter anderem ja auch an Ihrem Stand. Was wollen Sie dem Bundeskanzler zeigen? Wir werden dem Bundeskanzler zeigen, unser neues System, die P19-Elemente. Die wir enthüllen werden mit ihm zusammen und ein strategisches Drohnen-Element, vor allem für Counter-USA, also Drohnenabwehr, geeignet und vor allem in der Deep-Strike-Fähigkeit, also größere Distanzen zu überwinden, ein ganz wichtiges Element, was zeitnah und verfügbar der Bundeswehr und den Streitkräften Europas zur Verfügung gestellt werden wird. Wenn man sich anschaut, wohin fließen gerade die Verteidigungsausgaben? Die werden ja immer größer, trotzdem gerade im Bereich Drohnen ist es ja noch ein Bruchteil. Wie erklären Sie sich das? Ja, ich erkläre mir das, dass wir immer noch in einem Wandel sind. Wir müssen natürlich unsere Ausgaben deutlich verstärken im Bereich unbemannter Systeme. Ich glaube, einige haben das schon verstanden. Viele müssen dies noch verstehen. Aber ich glaube, wir sind da auf dem richtigen Weg. Aber klar, wir geben heute noch zu wenig unbemannter Systeme aus, weil das ist die Zukunft. Die Zukunft des Gefechtsfeldes, die Zukunft zur Verteidigung Europas. Und dort müssen wir investieren. Zuversichtlich sind Sie, dass ein Umdenken stattfindet? Ich bin da zuversichtlich. Wir als Unternehmen, Quantum Systems, arbeiten jeden Tag daran, das Richtige zu tun. Ich werde nächste Woche auch im Verteidigungsministerium sein, um dort wieder, sag ich mal, dieses Thema zu bearbeiten und darzustellen. Und ich glaube, wir sind ja alle zusammen auf dem richtigen Weg, aber wir müssen deutlich schneller werden. Und nun zu unserem nächsten Thema. Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock treibt Deutschland, nach Einschätzung des DIW, vorübergehend in die Rezession. Im Frühjahrs- und im Sommerquartal dürfte die Wirtschaftsleistung leicht schrumpfen. Für das Gesamtjahr rechnet das DIW nur noch mit 0,5 Prozent Wachstum, für 2027 mit 0,8 Prozent. Im März lagen die Prognosen noch deutlich höher. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dani-Knedlik sagt, dass die Wirtschaft dieses Jahr überhaupt noch wächst, sei allein der öffentlichen Hand zu verdanken. Helfen sollen höhere Verteidigungsausgaben und später auch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Und zum Schluss noch Nachrichten für alle Sparer und Sparerinnen. Sie bekommen bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen als bei überregionalen Banken. Das zeigt eine Analyse des Finanzportals Bialo. Bei den untersuchten Sparkassen sowie Volks- und Reifeisenbanken liegt der unbefristete Tagesgeldzins im Schnitt bei 0,4 Prozent. Bei überregionalen Banken und Direktbanken sind es 1,0 Prozent, also mehr als doppelt so viel. Besonders bitter, manche Institute zahlen gerade einmal 0,001 Prozent. Auf 10.000 Euro wären das 10 Cent Zinsen im Jahr. Gleichzeitig liegt die Inflation in Deutschland bei 2,6 Prozent. Wer also 10.000 Euro zu durchschnittlich 0,4 Prozent auf dem Tagesgeldkonto liegen lässt, verliert laut Bialo rechnerisch 214 Euro Kaufkraft pro Jahr. Mehr Bewegung gibt es vor allem bei Direktbanken und befristeten Neukundenangeboten. Finanztipp sieht diese Zinsen inzwischen im Schnitt bei 3,62 Prozent. Aber auch hier gilt, wer nicht ständig wechseln will, sollte auf gute Standardzinsen achten. Nur reichen auch die aktuell meist nicht, um die Inflation wirklich auszugleichen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. 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