Latest / Gin And Talk / Robert Müller über Krieg, Trauma und Verwundung
Transcript
- 0:00Speaker 0: Und da habe ich Rott und Wasser geheult.
- 0:03Speaker 0: Ich war immer irgendwie der Meinung, so ein Typ wie ich, so einen Mann, so eine harte Typ hat er falsch im Jäger.
- 0:09Speaker 0: Der weint nicht!
- 0:11Speaker 0: Da hab' ich Rotz und Wasser geheult... ...und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
- 0:15Speaker 0: Wusste auf einmal für alles eine Antwort warum diese ganzen Probleme sind?
- 0:19Speaker 0: Und ich hab' kapiert mit mir.
- 0:21Speaker 0: stimmt also erstmal bei mir.
- 0:23Speaker 0: Das war die Erkenntnis das meinut mich erst beißen musste dass ich kapiert habe.
- 0:27Speaker 0: ich bin derjenige der hier nicht in Ordnung ist.
- 0:30Speaker 0: Wir Menschen werden nie ohne Krieg leben, das wird immer zu uns gehören.
- 0:35Speaker 0: Ich glaube es geht nur noch um wie und ich glaube da muss sich etwas verändern, dass die Unschuldigen davon außen vor sind.
- 0:44Speaker 0: und wenn so Macho Typen meinen sie müssen jetzt irgendwelche Kriege los treten, ja dann sollen sie sich doch irgendwo im Ring treffen und sich die Zähne ausschlagen.
- 0:52Speaker 0: herzlich willkommen!
- 0:54Speaker 0: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Genant Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:00Speaker 0: Mein heutiger Gast ist Robert Müller.
- 1:03Speaker 0: Er war über zwanzig Jahre lang als Soldat bei der Bundeswehr und hat an mehreren Auslandseinsätzen im Kosovo und in Afghanistan teilgenommen.
- 1:12Speaker 0: Bei diesen Einsätzen hat er Dinge erlebt die wir uns als Leyen gar nicht vorstellen können.
- 1:17Speaker 0: Wir kennen Krieg vor allem aus den Nachrichten und aus der Zeitung, können uns aber gar nicht vorstellen wie es vor Ort tatsächlich ist.
- 1:25Speaker 0: Nach dem dritten Afghanistan-Einsatz kehrt Müller mit zahlreichen traumatisierenden Erlebnissen im Gepäck zurück nach Deutschland.
- 1:33Speaker 0: Er leidet neben einigen physischen Einschränkungen auch unter einer posttraumatischen Belastungsstörung eine Erkrankung für die es damals bei der Bundeswehr eigentlich noch keine richtige Lösung oder gar eine Versorgung gab.
- 1:46Speaker 0: Über viele Jahre lang fühlte er sich alleine gelassen, musste mit seinen Problemen selbst klarkommen und kämpfte gleichzeitig für eine bessere Anerkennung, für eine Bessere Versorgung durch die Bundeswehr.
- 1:58Speaker 0: Er machte sein Fall öffentlich, gab Interviews schrieb ein Buch und erzeugte damit eine ganze Menge Aufmerksamkeit.
- 2:05Speaker 0: Ich wollte von ihm wissen wie das Ganze tatsächlich abgelaufen ist was er vor Ort im Rahmen seiner Einsätze erlebt hat Wie es danach weiterging warum er auch heute noch unter den Folgen zu leiden hat.
- 2:19Speaker 0: Bevor ihr mit dieser Episode startet, eine ganz deutliche Triggerwarnung!
- 2:25Speaker 0: Robert und ich reden sehr, sehr offen und sehr deutlich über die Einsätze an denen er teilgenommen hat und über das was er dort erlebt hat.
- 2:35Speaker 0: Wir reden auch über Suizidgedanken.
- 2:37Speaker 0: wir reden über posttraumatische Belastungsstörungen.
- 2:45Speaker 0: Wenn euch diese Themen beschäftigen und belasten, überlegt bitte ob ihr dieser Episode wirklich anhören möchtet.
- 2:53Speaker 0: Solltet ihr Hilfe oder Unterstützung benötigen oder euch selbst in einer herausfordernden Situation befinden findet ihr in den Show Notes die Nummer der Telefonseelsorge und weitere Beratungsangebote.
- 3:06Speaker 0: Wenn euch dieser Episode von Genertalk gefällt dann folgt uns bei Spotify Apple Podcasts oder wo auch immer ihr gerne Podcast hört.
- 3:14Speaker 0: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören.
- 3:16Speaker 0: Schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 3:41Speaker 0: Düstere Atmosphäre unserer Studio-Bahn.
- 3:53Speaker 0: Lieber Robert, ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können um ein wenig über deine persönliche Geschichte zu sprechen, um ein bisschen über deine Erfahrungen zu sprechen und ich danke dir erstmal sehr das du die Zeit nimmst!
- 4:07Speaker 0: Ja sehr gerne und danke für die Chance mit dir für viele andere auch zu sprechen.
- 4:12Speaker 0: Ich würde an der Stelle ganz gerne mal vielleicht etwas ungewohnt einsteigen und zwar einfach vor dem Hintergrund, dass wir leihen.
- 4:22Speaker 0: Ich benutze das Wort an der Stelle ganz bewusst den Krieg ja immer nur aus dem Fernsehen kennen und aus der Zeitung und wir schauen uns Bilder an.
- 4:30Speaker 0: Wir sind betroffen.
- 4:32Speaker 0: Wir haben aber eigentlich gar kein so richtiges Gefühl dafür wie die Situation vor Ort eigentlich ist.
- 4:39Speaker 0: wenn man vor Ort dann auch mal sein muss aus welchen Gründen auch immer Wie war das dann bei dir?
- 4:46Speaker 0: Du hast ja davor in der Ausbildung gemacht.
- 4:48Speaker 0: Du wurdest geschult, du wurdest trainiert... wie gut bereitet man sich denn vorher auf die Situation im Krieg tatsächlich vor?
- 4:57Speaker 0: Also nicht auf den Einsatz, auf den Zweck warum man da ist aber auch auf diese Situation vor Ort.
- 5:04Speaker 0: Ja also tatsächlich bekommt jeder Soldat der in den Austands einsatz geht, der sozusagen in den kriegt und es auch das Kind beim Namen zu nennen Der bekommt eine Ausbildung, die Ausbildung ist gibt mehrere Wochen.
- 5:17Speaker 0: Die Bundeswehr hat dort ein eigenes Area das nennt sich Bonnland wo schon seit Jahrzehnten das ganze ausgebildet wird und auf die unterschiedlichen Szenarien sich das auch dort alles auf- und abgebaut werden kann.
- 5:31Speaker 0: Und für mich kann ich sagen, in meinen ersten Austandseinsatz im Kosovo oder auch Afghanistan, bin ich immer dort ausgebildet worden Und ich war der Meinung, dass sich auch das was ich dort gelernt habe gut im Einsatz anwenden kann.
- 5:49Speaker 0: Es ist aber so wenn man dann aus dem Flugzeug aufsteigt und die Gerüche die Sinnes eindrücke die Geräusche alles die Bilder Nase Das ist etwas das kann man schlecht vermitteln in Deutschland Wo man nach Dienst Schluss dann doch wieder nach Hause fährt.
- 6:08Speaker 0: ja und es das war einfach auch eine Erfahrung für mich.
- 6:12Speaker 0: Anführungsstrichen Theorie ist das eine, aber die Realität, die Praxis ist es andere und man kann beispielsweise viel über Tod-und Verwundung sprechen.
- 6:24Speaker 0: Aber wenn man das sieht, wenn man zum ersten Mal Leichen sieht, Wenn man Kameraden sieht, die verwundet sind, wenn wir selbst verwundelt sind dann ist das was man gelernt hat ganz weit weg und da macht man in dem Moment seine ganz eigene persönliche Erfahrung Und jeder geht damit ganz individuell um.
- 6:42Speaker 0: Ja, vielleicht ein paar Worte zu deiner persönlichen Bundeswehr-Historie.
- 6:47Speaker 0: Du warst... ...dreiundzwanzig Jahre lang bei der Bundeswehr,... ...du warst in den späten Neunzigern in Kosovo unterwegs.
- 6:54Speaker 0: In dem Jahr neunundneunzig hat ein Kamerad von dir sein Oberschenkel verloren weil er dort auf eine Mine getreten ist.
- 7:03Speaker 0: Das heißt eigentlich schon eine Situation wo wahrscheinlich die allermeisten von uns sagen würden okay bist hierhin und auf gar keinen Fall weiter.
- 7:12Speaker 0: Du bist aber dann trotzdem wieder zurückgegangen.
- 7:16Speaker 0: Wie kamst du aus dem Kosovo zurück?
- 7:18Speaker 0: Was hat das mit dir gemacht?
- 7:21Speaker 0: Also der Kosowo hat, ich glaube tiefgründige Einschnitte in mir verursacht.
- 7:30Speaker 0: also Ich bin tatsächlich mit Vorausbildung und die war professionell muss ich sagen in den Einsatz gegangen.
- 7:38Speaker 0: Aber wie gesagt Tod und Verwundung real zu erleben.
- 7:43Speaker 0: Ich war knapp einundzwanzig Jahre alt ich komme aus einem.
- 7:48Speaker 0: Wohl mit dem Elternhaus sozusagen.
- 7:50Speaker 0: also das war für mich war die Welt rosa ist alles in Ordnung, ich kannte Krieg nur aus Geschichtsbüchern noch nicht mal aus einem bisschen aus dem Fernsehen vielleicht aber als Kind der DDR kannte ich das einfach nur aus geschichtsbühnern und aus den Erzählungen noch nicht mehr mein Großvater darüber geredet heute weiß ich warum dass sich Als dass ich das zum ersten mal die Leichen gesehen habe, die Massengräber.
- 8:13Speaker 0: Das Kameraden und es war nicht nur eine Es waren zwei Kamerade, die dort ihren Oberschenkel verloren haben weil sie beide auf Minen getreten sind.
- 8:21Speaker 0: Das sind Eindrücke gewesen, die... Die haben mich entsetzt sag' ich mal.
- 8:26Speaker 0: Und ich hab gemerkt und zum ersten Mal für mich wahrgenommen was Menschen sich gegenseitig antun können.
- 8:34Speaker 0: Wie muss man jemandem hassen um ihn mit einem Besenstiel mit einem Hammer zu erschlagen.
- 8:43Speaker 0: Das sind Erfahrungen, die ich dort gemacht habe.
- 8:45Speaker 0: Wir haben beispielsweise eine Frauenleiche gesucht, die wir dann gefunden haben, die vergewaltigt wurde und einen Kopfschuss hingerichtet auf einer Matratze mitten im Feld.
- 8:54Speaker 0: Ich war so angewidert und tot traurig, was diese Frau dort erfahren hat.
- 9:00Speaker 0: Und das ist das, was mich auch heute noch belastet.
- 9:04Speaker 0: Diese Hilflosigkeit in Krieg... die Unschuldigen am meisten leiden und dieser Hass, diese Gewalt an diesen Schwächsten ausgelebt wird.
- 9:15Speaker 0: Und das ist das was mich im Kosovo einfach geprägt hat.
- 9:19Speaker 0: Heute auch nach wie vor wenn ich das im Fernsehen sehe, was für eine Ukraine und so weiter los ist, was mich sehr wütend macht, dass da niemand eingreift.
- 9:28Speaker 0: Ich bin aber dann nach Hause gekommen fühlte mich irgendwie erwachsen und merkte, dass ich da irgendwie dann gereift bin an diese Erfahrung.
- 9:38Speaker 0: An dieser besonderen Erfahrung, dass sich jetzt zu einer Gruppe, zu einer gruppe dazu gehöre die sich... Die zusammengeschweißt ist in diesen Monaten des Einsatzes.
- 9:47Speaker 0: und Ich erlebte diese Kameradschaft einfach untereinander so.
- 9:51Speaker 0: man war einfach zum Band der Bruderschaft Und das war ziemlich gestärkt.
- 9:58Speaker 0: Ich musste halt nicht lange warten, nine eleven die ersten Einsätze in Afghanistan.
- 10:04Speaker 0: Ich gehörte auch wieder zum Vorauskommand und natürlich gehe ich mit.
- 10:07Speaker 0: Also selbstverständlich geht Robert der inzwischen harte falsche Mega mit seinen Kameraden nach Afghanistan und wird nicht zu Hause bleiben und die leere Kaserne bewachen und Kfz-Kontrollen machen.
- 10:20Speaker 0: Ich wollte mit in den Einsatz dort meinen Beitrag leisten und an Führungsstrichen die Welt ein bisschen besser oder sicherer.
- 10:27Speaker 0: Die Situation die du beschreibst also diese ganzen schrecklichen Dinge, die du dort auch schon erlebt hast sind das Dinge.
- 10:34Speaker 0: Die man vor Ort in dem Moment überhaupt verarbeitet?
- 10:37Speaker 0: oder ist es etwas was dann eigentlich erst so richtig hochkommt wenn man zu Hause ist?
- 10:42Speaker 0: Wenn man zur Ruhe kommt wenn man anfängt über das Erlebte nachzudenken und es zu verarbeiten bestmöglich wie man es dann auch immer im ersten Schritt erstmal vielleicht auch mit sich alleine hinbekommt?
- 10:53Speaker 0: Ich muss das auch kann oder ich kann das auch nur für mich sagen.
- 10:56Speaker 0: Ich war noch sehr, sehr jung und ich glaube, ich habe diese Eindrücke einfach über mich geschehen lassen und... ...ich kann nur sagen dass sich so viele Einsatzszenarien in Kosovo hatte.
- 11:08Speaker 0: aufgrund meiner Sprachkenntnis also ich hab eine DDR russisch gelernt.
- 11:13Speaker 0: man hat mich dort als sprachmittler auch eingesetzt und es fand natürlich cool überall mit ganz vorne dabei zu sein und Sachen zu erleben Abenteuer zu erlebe die schrecklich waren, aber für mich war das zu diesem Zeitpunkt einfach mein Job und ich wollte so viel in Anführungsstrichen abgreifen wie es geht an Szenarien weil unter uns falsche Mega war.
- 11:37Speaker 0: ich glaube so ein stillschweigendes Ranking wer am meisten erlebt.
- 11:42Speaker 0: Und heute zum Beispiel kann ich das auch sagen.
- 11:45Speaker 0: wir haben früher gab es noch diese Futschi Quick Snap diese Kameras die man sofort entwickeln kann auch vor Ort im Kurse, wo wir haben Fotos gemacht.
- 11:54Speaker 0: Heute weiß ich dass es krankhaft war aber wir haben die Leichen fotografiert.
- 11:58Speaker 0: Wir haben so viele Sachen fotografiert um... Ich glaube auch ein bisschen für uns das zu realisieren was wir dort gesehen oder sehen mussten.
- 12:06Speaker 0: und ja das ist einfach... ich glaube heute mit vielen vielen Jahren Abstand einfach für mich wie gehe ich damit um?
- 12:15Speaker 0: Und das war nicht bewusst.
- 12:16Speaker 0: also das ist ein unbewusstes unbewusster Umgang mit diesen verrückten Eindrücken, die ich dort als sehr junger Mensch, das muss sich einfach betonen.
- 12:25Speaker 0: Dort gemacht habe und ich wusste nicht wie Leichen aussehen oder wie leichen riechen, die wochenlang irgendwo rumliegen?
- 12:33Speaker 0: Oder Leichen, die sogar mit Minen gesichert waren,
- 12:36Speaker 0: d.h.,
- 12:36Speaker 0: ihre Leichen konnten gar von Angehörigen gar nicht bergen weil dann die nächste Handgranate hochgegangen ist.
- 12:43Speaker 0: also sie konnten noch nicht mehr ihre Angehöre beerdigen Und das fand ich einfach barbarisch und grausam.
- 12:52Speaker 0: Krieg ist tatsächlich sehr grausamt, also diese Erfahrung habe ich gemacht.
- 12:55Speaker 0: Würdest du eigentlich sagen dass bei all dem Schlimmen was passiert ist man trotzdem irgendwie ja vielleicht so eine Art Faszination, so ne Art Sucht nach Adrenalin und dieser Anstrengung oder dieser Anspannung auch entwickelt?
- 13:14Speaker 0: Also weil du ja auch sagtest, für dich war vollkommen klar.
- 13:17Speaker 0: Du bist zwei tausendzwei direkt nach Afghanistan ist das auch so?
- 13:22Speaker 0: was wo man sagt eigentlich kann man auch nicht so richtig anders in der Situation weil man sagt irgendwie ja faszination ist vielleicht vielleicht gar kein so schlechtes Wort dafür weißt du wie ich meine ich weiß was du meinst.
- 13:39Speaker 0: Also Soldaten grundsätzlich, wenn sie in Einsätze gehen oder wenn die coole Lehrgänge machen kriegen Abzeichen.
- 13:45Speaker 0: Oder Orden und je mehr Orden du hast oder je mehr abzeichnen du hast umso besser bist positioniert.
- 13:54Speaker 0: Du wirst ganz anders wahrgenommen als wir aus dem Kosovo gekommen sind.
- 13:58Speaker 0: Wir waren die Koso-Veteranen in unserem Battalion unserer Brigade.
- 14:03Speaker 0: Die mussten natürlich zu Hause bleiben das Team Hotel.
- 14:05Speaker 0: Heute weiß ich diese Kameraden mehr zu schätzenden als damals und wir waren viel besser.
- 14:10Speaker 0: Wir waren viel cooler, wir waren jetzt im Kosovo gewesen.
- 14:13Speaker 0: Wir haben hier unseren Mann gestanden, wir sind harte falsche Mieger, wir haben Kriegsabrecher gejagt, Geilsebefreiungen gemacht, Hausdurchsuchung, Razzien... All das was richtig harte Typen einfach machen!
- 14:27Speaker 0: Und dass macht der Kosowo Orden oder die Medaille?
- 14:31Speaker 0: Das macht das Patch, Carve Ohr.
- 14:34Speaker 0: Und als es hieß, wir gehen nach Afghanistan.
- 14:36Speaker 0: Da gibt's natürlich auch etwas dafür und keiner will nicht Afghanistan sein.
- 14:41Speaker 0: Ich kenne Kameraden die sind daran kaputt gegangen dass sie nicht nach Afghanistan gegangen sind.
- 14:46Speaker 0: Die sind verrückt geworden.
- 14:47Speaker 0: Die wollten unbedingt dorthin und sind nicht gekommen aus unterschiedlichen Gründen.
- 14:52Speaker 0: Und ich hatte die Chance drei mal nach Afghanistan zu fliegen... ...und ich wäre bestimmt zehnmal gegangen oder zwanzig Mal.
- 15:01Speaker 0: Und das ist so ein bisschen die Erklärung dass wir nach Anerkennung streben.
- 15:06Speaker 0: oder das als gierig zu meinen, wie das mal Herr Demiser meinte in einer Floske so nennt es einfach Mal.
- 15:14Speaker 0: Wir brauchen diese Anerkendungen intern innerhalb der Bundeswehr und das meine ich auch nicht dispektierlich.
- 15:20Speaker 0: So ist es einfach eine Hierarchie in einem Militär und dafür gibt es diese Medaillen, diese Orden die Abzeichen, die Patches.
- 15:29Speaker 0: natürlich gibt es auch eine ganz eigene Motivation Der eine oder andere vielleicht sogar auch, weil er die Welt sicherer machen möchte.
- 15:35Speaker 0: Weil er das Land vielleicht mal sehen möchte.
- 15:38Speaker 0: Die Menschen und die Kultur.
- 15:39Speaker 0: Das spielt natürlich alles mit rein.
- 15:41Speaker 0: Ganz doof in dem Kontext.
- 15:44Speaker 0: Vielleicht doof Frage aber aus Interesse.
- 15:47Speaker 0: Weil ich mich da nicht gut genug auskenne.
- 15:51Speaker 0: Spielt denn Geld eigentlich auch eine Rolle?
- 15:53Speaker 0: Also dass man sagt okay das lohnt sich am Ende ein Stück weit wenn ich sage ich gehe in diesen Auslandseinsatz Ja, da muss man immer vorsichtig sein wie man das argumentiert.
- 16:04Speaker 0: Ich fange mal an.
- 16:05Speaker 0: natürlich gibt es übrigens eine sehr gute Frage.
- 16:07Speaker 0: Natürlich Gibt es extra Geld dafür nicht wenig.
- 16:11Speaker 0: Man kann immer sagen andere Nationen zahlen sogar noch mehr.
- 16:13Speaker 0: aber der Bundesversorater in den Auslandseinsatz geht bekommt eine sogenannte Gefahrenzulage und Die bekommt er täglich Und die ist am ende sehr hoch.
- 16:23Speaker 0: ich meine dass Mal so rückwirkend überschlagen ich glaube das waren knapp einundzwanzig tausend demark die ich damals für vier Monate Kosovo bekommen habe.
- 16:31Speaker 0: Jetzt kann man aber mal gegenrechnen, was diese Zweiundzwanzigtausend Mark dann am Ende wert sind wenn der Kamerad, der sein Bein verloren hat den Rest seines Lebens damit oder davon leben muss und allein der behinderten Grecke Umbau seines Fahrzeuges hätte das Geld aufgefressen.
- 16:48Speaker 0: Es sind Entbärlichkeiten die wir machen.
- 16:50Speaker 0: Wir können halt nicht nach Hause gehen.
- 16:52Speaker 0: wir sind ständig in einer Alarmstimmung.
- 16:55Speaker 0: In Afghanistan sind Raketen ins Lager eingeschlagen, also auch dort hat man keine Sicherheit.
- 17:00Speaker 0: oder man fährt mit dem Bus in Anführungsstrichen vom Camp Wehrhaus im Afghanistan Kabul zum Flughafen um nach Hause zu fliegen und dann gibt es einen Selbstmordabentäter der sich an den Bus in Luft sprengt.
- 17:10Speaker 0: Es gibt dort keine Minute Sicherheit.
- 17:13Speaker 0: ob die Köche, die Insta, sprich unsere Fahrzeuge reparieren oder die Kampftruppen die draußen sind.
- 17:20Speaker 0: alle haben diese potenzielle Gefahr und die gehört entschädigt.
- 17:23Speaker 0: Es gibt welche klar die natürlich auch aus finanziellen Sicht in den Einsatz gehen, weil sie vielleicht ein Haus abgezahlen müssen.
- 17:30Speaker 0: Weil Sie Schulden haben und so weiter.
- 17:33Speaker 0: bei mir war es immer einfach ein gutes Zuferdienst aber das Geld ist.
- 17:37Speaker 0: wegen alleine bin ich nie in Einsatz gegangen.
- 17:39Speaker 0: Aber war natürlich auch für mich ein Anreiz.
- 17:41Speaker 0: natürlich spreche ich mir nicht von frei wenn wir diesen zwei tausend zwei einsatz noch mal ein bisschen detaillierter reingehen weil du ja auch selbst sagst der hat einiges verändert.
- 17:50Speaker 0: Du warst als Diensthundeführer in Afghanistan und es gab diesen Fortfall, dass du zur Entschärfung einer Rakete gekommen bist.
- 18:00Speaker 0: Ein dänischer Sprengmeister dort das ganze in Angriff nehmen sollte und du dich dann auch noch daran erinnern kannst wie er mit einem Hammer mehr oder weniger recht unsachgemäß auf dieses Geschoss schlägt und es dann zu einer Explosion kommt.
- 18:21Speaker 0: Kannst du uns in die Situation nochmal so ein Stück weit mitnehmen?
- 18:25Speaker 0: Ja, also es war so das drei alte russische Luftabfallraketen vom Typ SA-III gefunden wurden durch eine englische Patrouille.
- 18:34Speaker 0: Und diese Raketen waren vorbereitet auf einen Anschlag auf das Camp, in dem wir gewesen waren von den Taliban und waren auch schon mit einem Zünder versehen.
- 18:43Speaker 0: Diese Raketen wurden vor Ort ich sag mal Ja transport fiel ich gemacht man hat sie zum sprengplatz gebracht und dort sollten Sie eigentlich vernichtet werden.
- 18:54Speaker 0: Also sprich gesprengt werden und das war eine englisch-dänisch-deutsche Geschichte oder Entschärfungsgeschichte.
- 19:01Speaker 0: ja, die Engländer haben sich rausgezogen.
- 19:03Speaker 0: sie haben gesagt wir haben keine information über diese alten Raketen.
- 19:06Speaker 0: es gab keine Aufzeichnung.
- 19:08Speaker 0: Ich habe mir sagen lassen dass man nach Alten NVA Wir ständen gesucht hat sprich unterlagen wie die dinge aufgebaut sind und dann hat man gesagt den und die deutschen wollen jeweils eine rakete.
- 19:22Speaker 0: Mit nach deutschland nehmen also natürlich entschärft zu weiter mit nach deutscher nehmen dort als anschauungsmaterial für Unterrichter usw.
- 19:30Speaker 0: Für ihre sprengstoffexperten, das dann halt ausbildungsmaterial benutzen ist erstmal keine schlechte idee.
- 19:38Speaker 0: Ich bin dazu gerufen worden, weil ich zu diesem Zeitpunkt Kampfmittel-Spürhund führe war.
- 19:41Speaker 0: Also ich hatte einen Diensthund mit dem Einsatz der unter anderem auf Sprengstoff ausgebildet war und wir wollten unsere Hunde an diesen Raketen trainieren oder an diesem alten Sprechstoff trainieren und war vor Ort in diesem Sprechenbereich um Absprachen zu treffen bevor die Raketen entschärft werden oder gesprengt werden dass wir nochmal schnell mit unseren Hunden einfach trainieren können.
- 20:03Speaker 0: das war eigentlich die Idee dahinter.
- 20:05Speaker 0: Mein Vorgesetzter hat dann gesagt er erklärt das so was ihr könnt euch hier frei bewegen wir werden abgesichert.
- 20:11Speaker 0: es gab es gibt sowas wie ein äußeren ring, dass sind Soldaten die weiter weg sind.
- 20:14Speaker 0: Die haben einen Ring um das ganze aufgebaut und sichern uns gegen fallibahn oder aufständischer Und wir können also auch die Schutzwesten abnehmen Helm abnehmen waffe ablegen und ganz entspannt uns dort aufhalten und fragen stellen.
- 20:28Speaker 0: na ja und mein Schwerpunkt war ich gucke mir das mal an diese Raketen, diese Entschärfung mit meinem Buddy und meinen besten Freund dort in die Sprenggrube reingegangen.
- 20:38Speaker 0: Also man geht halt so runter ins Erdreich das ist auch ein groß ausgehobenes Loch.
- 20:43Speaker 0: Dort lagen die Treibladungen ich meine drei Zehn Stück schon vorbereitet zur Sprechung mit elektrischen Spregkapseln und Sprendstoff PETN der angebracht war.
- 20:54Speaker 0: und dann sah ich halt dänische und deutsche Kameraden.
- 20:57Speaker 0: einen kannte ich auch Und die haben halt versucht einen Gefechtskopf, den zweiten Gefechtskopf schon zu entschärfen.
- 21:04Speaker 0: Die andere Ketelak schon zerlegt.
- 21:06Speaker 0: also der Gefechtskopf in der Sprengube auch Ja und wie soll ich das beschreiben?
- 21:12Speaker 0: Also zwei Kameraden haben diesen Gefechs-Kopf sozusagen am gruben Rand oben aufgelegt festgehalten.
- 21:18Speaker 0: Einer von oben hat sich da auch noch mal drauf gesetzt sozusagen mit seinem Oberkörper drauf gestützt und ein weiterer Kamerad hat mit einem Hammer und also Schraubendreher und hammer aus zwei metallischen Gegenständen versucht in diesen Ruhraum sozusagen diesen alten Sprengstoff rauszuklopfen.
- 21:37Speaker 0: Und ein weiterer Kamerad mit einem Schuhkarton hat versucht diesen Spreengstoff der daraus bröselte aufzufangen, und das wollte man halt dann vernichten.
- 21:46Speaker 0: Als ich gesehen habe... Jetzt bin ich bildlich auch direkt eingestiegen.
- 21:51Speaker 0: Ich bin jetzt direkt in dieser Sprechenruhe.
- 21:57Speaker 0: Hammer und der Schraubendreher, zwei metallische Gegenstände da aufeinander einschlagen bei diesem alten Sprengstoff, der schon kristallisiert war.
- 22:05Speaker 0: Habe ich ein Bauchgefühl bekommen und dieses Bauch gefühle weiß ich.
- 22:08Speaker 0: heute hat mir das Leben gerettet.
- 22:10Speaker 0: Ich habe mich eingedreht.
- 22:12Speaker 0: Mein buddy und ich haben uns angeguckt, wir müssen hier raus.
- 22:14Speaker 0: also wir beide hatten die Intention sofort aus dieser Gube raus gehen Hier stimmt was nicht!
- 22:20Speaker 0: Ich hab den Sprechschalen, den kleinen damals bei der Bundeswehr auch gemacht.
- 22:23Speaker 0: Und Metall auf Metall, es gibt eine statische Aufladung.
- 22:27Speaker 0: Jeder kennt das man an einer Tankstelle nicht telefonieren darf und Das ist der gleiche Effekt Ja oder fast der gleich effekt.
- 22:36Speaker 0: und dann als ich mich eingedreht habe gab's die Explosion.
- 22:41Speaker 0: Der Kamerad der Formel gestanden hat Ist ja direkt vorbeigeflogen.
- 22:47Speaker 0: sein Torax hat mir das Leben gerettet Mich zu Boden geschleudert sozusagen.
- 22:54Speaker 0: Und ja, der Moment einfach... Was ich noch erinnern kann ist das ich in einem Feuerball war.
- 23:01Speaker 0: Dass ich auf einmal nichts mehr gehört habe oder anders gehört habe.
- 23:03Speaker 0: durch die Druckwelle sind meine Trommelfälle zerrissen und ich beschreibe das immer wie in dem Film Wer den Film gesehen hat James Ryan mit Tom Hanks Als Tom Hengs aus dem Landungsboot an eine Normandie ans Strand geht Oder im Feld fängt der Film an ins Schwarz-Weiß zu werden und so ein Zeitraffer entsteht, eine Zeitverzögerung von Millisekunden.
- 23:27Speaker 0: Und das ist der Moment wo der Körper auf Adrenalin fährt alle Sinnesorgane fahren zum Notstrom.
- 23:34Speaker 0: und das ist halt das Problem für die Folge der Erkrankungen PTBS dass alles unsortiert, alle Bilder, alle Gerüche und es war einfach dass ich das Blut im Mund hatte in der Nase hatte Ich hörte die Schreie ich sah das Blutt an mir von den Kameraden abgerissen, bliebmaßen gefunden, Schädel, Organe und so weiter.
- 23:58Speaker 0: Das alles in meinem Gehirn... Also alle Sinnes-Eindrücke im Gehirnt total unkontrolliert einfach meinen Gehirnen überflutet haben.
- 24:06Speaker 0: also ich brauchte mit Sicherheit zwanzig Sekunden um klarzukommen aufzustehen darüber nachzudenken wo ist gerade mein Body, mein bester Freund?
- 24:15Speaker 0: Jedes Mal einen abgerissenen Arm in der Hand und dachte Scheiße es hat mein Body seinen Arm verloren sah dann diese anderen Treibladung, die noch nicht explodiert waren um für mich den Entschluss zu fassen.
- 24:25Speaker 0: Ich muss hier raus wenn das jetzt auch noch explodieren überlebe ich das nicht und bin raus und stolperte über jemanden und... Das verkohlte verschmutzte Gesicht meines Buddies ist ein bisschen hoch und wir beide stürzten sozusagen aus dieser Grube raus jeder in eine andere Richtung.
- 24:42Speaker 0: Und das war so die erste Situation nach der Explosion.
- 24:45Speaker 0: Wie lange dauert es bis man ... aus diesem Schockmoment erst mal wieder herauskommt.
- 24:52Speaker 0: Das ist schwierig, also der Schock... Ich würde für mich das interpretieren, dass so für mich.
- 24:57Speaker 0: dieser Schock hat locker noch vier, sechs Wochen angehalten,... ... aber so der erste Moment war.
- 25:03Speaker 0: ich bin dann ein Fahrzeug zusammengebrochen,... ... habe es mal versucht zu kapieren was hier los ist.
- 25:10Speaker 0: Spürte auf einmal meine Beine nicht mehr,... ... weil ich diesen heftigen Schlag ins Kreuz gekriegt habe und... Dann wurde ich gefunden von einem Kameraden, der das auch überlebt hatte.
- 25:21Speaker 0: Der wollte erste Hilfe leisten und ich habe ihm gesagt Ich spüre meine Beine nicht mehr.
- 25:26Speaker 0: Und er wollte aber weil ich Von dem kameraden der vor mir stand komplett mit Blut gesprengt war.
- 25:33Speaker 0: Also ich war komplett rot oder ich muss komplett rot gewesen sein.
- 25:36Speaker 0: Er wollte in mein ganzes Gesicht abbinden und ist mit Messe abgerutscht Weil er irgendwie da mit Messer versucht hat diese Tamponnage oder dieses Notfallpaket aufzuschneiden Und habe ich ihn an der Hand festgehalten und hab gesagt Alter, ich spüre meine Beine nicht.
- 25:52Speaker 0: Naja dann kam er auch zur Besinnung und ist losgelaufen hat ein Arzt geholt und ich lag gefühlt eine Ewigkeit in dieser Wüste da und guckte in diesen Himmel und hab mir gedacht jetzt bin ich Querschnitts gelebt aber ich habe überlebt.
- 26:07Speaker 0: das war mein erster Gedanke Bewusstsein Ich habe überlebt und ich lebe.
- 26:13Speaker 0: Das war für mich irgendwie.
- 26:14Speaker 0: Und dann kamen halt Ärzte und Helfer, und haben mich da weggebracht.
- 26:19Speaker 0: Wir reden ja ... Wenn wir darüber reden, redet man immer ganz viel über den Vorfall selbst.
- 26:24Speaker 0: Und recht wenig.
- 26:26Speaker 0: oder man liest auch dann viel über dem Vorfall selber, wenn man was darüber liest?
- 26:30Speaker 0: Aber meistens hört es genau da auf.
- 26:32Speaker 0: Das heißt, meistens beschäftigen sich nicht groß damit, was mit Menschen wie dir in so einer Situation eigentlich danach passiert im Anschluss passiert.
- 26:44Speaker 0: Kannst du uns da vielleicht mal so ein bisschen einen Einblick geben, wie es nach der Situation weitergingen?
- 26:49Speaker 0: Du kamst ja dann zurück nach Deutschland.
- 26:52Speaker 0: Irgendwann wurdest ausgeflogen.
- 26:56Speaker 0: Was was ist denn passiert?
- 26:58Speaker 0: tatsächlich so dass ich am folgetag ausgeflogen wurde.
- 27:03Speaker 0: Die Verletzungen waren einfach zu schwer die ich hatte das ich hätte In afghanistan bleiben können mein einsatz Ende machen kann Dass die ärzt entschieden haben wir werden alle verwundeten aus fliegen.
- 27:13Speaker 0: Es gab an diesem Tag fünf tote Kameraden und ich glaube wir waren mit den Dänen zusammen.
- 27:19Speaker 0: knapp sechs Schwerverletzte.
- 27:22Speaker 0: Sind ausgeflogen, das muss ich sagen hat sehr gut geklappt.
- 27:25Speaker 0: besser geht es nicht also der Medivac oder erst mit dem Hubschrauber nach Uzbekistan geflogen von dort in die Medivak.
- 27:31Speaker 0: dass ist das Fliegenplatz der Bundeswehr und da sind wir sehr sehr gut versorgt worden.
- 27:36Speaker 0: Der ganze Flugüber wurde im hinteren Bereich operiert.
- 27:38Speaker 0: man hat versucht einem dänischen Kameradens Leben zu retten.
- 27:41Speaker 0: Ich habe bis heute, und das ist das was mich auch so ein bisschen nervt.
- 27:44Speaker 0: Keinelei Informationen darüber ob dieser Kamerad überlebt hat.
- 27:49Speaker 0: Es gab mal eine Ja er hat überlebte Aussage aber ich weiß bis heute nicht ob er wirklich überlebet hat.
- 27:55Speaker 0: Das macht...das ist zum Beispiel eine Frage die mich noch umtreibt.
- 27:59Speaker 0: Im Krankenhaus in Koblerns sind wir auch sehr gut versorgt worden also die Ärzte haben echt alles gegeben.
- 28:04Speaker 0: Also von meinem Brand-und Spüterverletzungen ist fast nichts mehr übrig.
- 28:08Speaker 0: Meine Ohren sind operiert oder uns alle.
- 28:10Speaker 0: Ohren seht operiert worden.
- 28:12Speaker 0: Und irgendwann relativ schnell habe ich Albträume bekommen und Schlafstörungen und hielt das aber für normal, dass er sowas überlebt oder erlebt.
- 28:22Speaker 0: Der darf auch noch schlecht schlafen was ich halt nicht gemerkt hab Dass das alltäglich wurde oder allnächtlich wurde und nicht mehr aufgehört hat und ich mich irgendwie daran gewöhnt habe.
- 28:33Speaker 0: Das war ein schleichener Prozess der bis zwei tausend neun dann angehalten hat Und ich muss dazu sagen, ich hole jetzt mal ein paar Schritte voraus.
- 28:43Speaker 0: Bei den falschen Medien gibt es sowas wie klark nicht kämpf oder wir alle kennen, Indiana kennt keinen Schmerz.
- 28:50Speaker 0: Jetzt beißt man die Zähne zusammen.
- 28:51Speaker 0: also auch diese Worthülsen waren für mich aber damals einfach.
- 28:57Speaker 0: dieses Symbolik oder auch dieses wird mit keinem doch überreden und ich mache einfach mein Dienst weiter bis zu an dem Punkt wobei meine Posttraumatscher Belastungsstörung ist relativ schnell noch im selben Jahr, also im September anerkannt worden.
- 29:13Speaker 0: Und mein Arzt damals zu mir sagte Mensch Robert werde ich nie vergessen wir haben beide in seinem Büro.
- 29:18Speaker 0: das war ein alter Oberstarbsarzt haben wir da zusammengesessen und Ich muss das beschreiben weil den habe ich für ernst genommen.
- 29:24Speaker 0: Das ist ein arzt den hab ich wirklich ernst genommen.
- 29:26Speaker 0: a konnte ich bei ihm im Büro rauchen und dann hing eine Flagge beim Büro aus dem zweiten Weltkrieg von seinem Vater, nämlich die Flagge des Rote Kreuz in Berlin.
- 29:41Speaker 0: Das muss irgendwann im April gewesen sein.
- 29:43Speaker 0: Die war durch Schossen mit Blut komplett getränkt und die hatte sich in seinem Büro aufgehangen – eine richtig große Flagge!
- 29:51Speaker 0: Und ich wusste was diese Flagge bedeutet?
- 29:53Speaker 0: Ich habe das Blut gesehen und die Schrappnelle bei den Kameraden im Gesicht und so weiter, was sie verhästliche Wunden oder auch getötet haben….
- 30:02Speaker 0: Und ihn habe ich ernst genommen.
- 30:04Speaker 0: und er sagt zu mir... Mensch Robert, am besten ist es wie mit dem Fahrrad fahren oder beim Reiten.
- 30:09Speaker 0: Wenn man runterfällt dann steigt man wieder auf und dann geht das.
- 30:12Speaker 0: Dann gehst du nochmal nach Afghanistan.
- 30:14Speaker 0: Und dann hab' ich so ganz kurz... Hä?
- 30:16Speaker 0: Muss jetzt keine Therapie
- 30:17Speaker 0: machen?!
- 30:18Speaker 0: Nein!
- 30:18Speaker 0: Du gehst da noch mal in den Einsatz, das hätte ihm damals auch geholfen.
- 30:21Speaker 0: Cool!
- 30:22Speaker 0: Ja, dann habe ich ihm die Hand gegeben, Zigarette ausgedrückt und bin in meine Einer zurück und hab gesagt, bin wieder hier.
- 30:28Speaker 0: Und ich hab PDBS aber krieg dafür ja eine Rente.
- 30:31Speaker 0: Ich glaube damals... hundertzwanzig Euro oder so durchgekriegt.
- 30:37Speaker 0: Ja, und dann bin ich zwei tausend drei nochmal aber nicht als Einsatz und dann zweitausend fünf noch mal richtig im Kampfeinsatz gewesen habe dann wieder mit Sprengstoff zu tun gehabt und da hab' ich einfach gemerkt das funktioniert nicht.
- 30:48Speaker 0: Ich habe so ein Tremor entwickelt, so einen Zittern weil wir mit IEDs zu tun hatten
- 30:51Speaker 0: usw.,
- 30:52Speaker 0: haben wir andere traumatische Erlebnisse noch drauf gepackt und da spricht man von Retraumatisierung.
- 30:57Speaker 0: also manifestiert nochmal ordentlich ja hab einfach nicht gemerkt, dass ich mich verändert habe.
- 31:06Speaker 0: Bin in Diskotheken gegangen und hab nach fünf Minuten Stress mit den Türstehungen gehabt, wo ich mich gefragt habe, wieso ich Schlägerei ständig anzeige wegen gefährlichen Eingriffen im Straßenverkehr.
- 31:17Speaker 0: Hab dann irgendwie vierzehn Punkte in allerkürzester Zeit bekommen.
- 31:23Speaker 0: Im Kameradschaftskreis wurde ich unbeliebter... Es gab auch eine sehr heftige Schlägerei, die ich angezettelt hab ... bin ich mehr nach Hause gefahren, ähm... Ich war ein... ... Scheiß Vater um das so auszudrücken zu meiner älteren Tochter.
- 31:38Speaker 0: Hab mich, äh hab sie... ... vernachlässigt habe einfach, war unzuverlässig.
- 31:43Speaker 0: Na und das ist etwas was ich heute auch sehr bereue.
- 31:46Speaker 0: Ähm, ich kann die Zeit nur leider nicht mehr zurückdrehen und mehr als entschuldigen oder erklären geht einfach nicht.
- 31:53Speaker 0: Und dann war es einfach so dass sich zwei tausendneun daran fast zerbrochen bin und mir das Leben nehmen wollte.
- 32:01Speaker 0: Wenn wir nochmal auf ... zweitausendfünf zurückgehen, erst mal.
- 32:07Speaker 0: Du hast gemerkt es geht nicht mehr.
- 32:09Speaker 0: du hast gemerkt äh...du schaffst das körperlich nicht, du schaffest es physisch auch nicht aber auch psychisch auch noch nicht.
- 32:18Speaker 0: Wie schwierig war das denn in dem Moment?
- 32:20Speaker 0: Zum einen ist dir selbst einzugestehen und dann zum anderen auch der Nennensmal Organisation beizubringen dass du da jetzt raus musst.
- 32:29Speaker 0: Es war der moment also im Einsatz habe ich noch funktioniert.
- 32:33Speaker 0: Es gab einen Hauptwehrwebel, der kannte meine Geschichte auch von den Entschärfern.
- 32:38Speaker 0: Der dann sagte, Robert du fährst nicht mehr mit raus wenn es um Sprengstoffsachen geht.
- 32:42Speaker 0: Blöderweise habe ich dann andere Sachen gemacht die genauso scheiße waren also für meine Seele.
- 32:47Speaker 0: Der Moment wo ich kapiert hab das mit mir etwas nicht mehr stimmt dass ich kaputt bin war das mein alter Diensthund, der mein bester Freund war.
- 32:55Speaker 0: Das war der wo ich nachts heulen konnte und wo ich in kuscheln konnte ihm alles erzählen konnte weil er erzählt das halt nicht weiter.
- 33:03Speaker 0: Er stand vor mir wollte gestreichelt werden und hat mich gebissen einfach so.
- 33:08Speaker 0: Und also ich war ihm aggressiv habe weggeschubst und er kam immer wieder an und dann beißt der mich nicht noch nie gewissen.
- 33:14Speaker 0: Dann hab ich da gesessen und gedacht warum hat er mich gebissen?
- 33:18Speaker 0: Hab mir eine schöne Narbe auf meinen Daumen verpasst, und dann habe ich überlegt mensche lebe ja mit meinem Spezialhund in einem zwei Mann Rudel und das Alphat hier für dass was ich mich immer hielt nie gebissen.
- 33:34Speaker 0: Außer, das Alphatier ist alt und muss abgelöst werden oder schwach.
- 33:39Speaker 0: Und ich war noch nicht alt, ich war doch relativ gut im Saft und fühlte mich auch nicht schwach, außer dass Alphatiere vielleicht krank und muss auch abgelösst werden.
- 33:51Speaker 0: Da habe ich Rotz und Wasser geheult und ich werde... Ich war immer irgendwie der Meinung so ein Typ wie ich so einen Mann, so ein harter Typ, hatte falsche Mäge, der weint nicht!
- 34:01Speaker 0: Und da habe ich Rots und Wasser geheult, dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
- 34:06Speaker 0: Ich wusste auf einmal für alles eine Antwort warum diese ganzen Probleme sind und ich hab kapiert mit mir stimmt also erstmal bei mir.
- 34:14Speaker 0: Das war die Erkenntnis das meinut mich erst beißen musste dass ich kapierte.
- 34:17Speaker 0: aber ich bin derjenige der hier nicht in Norden ist und habe mich kräftig entschuldigt.
- 34:22Speaker 0: wir haben die ganze Nacht gekuschelt und ab da habe habe aber lange noch nicht angefangen darüber nachzudenken mit Therapie zu machen, der nicht wollte so lange wie möglich funktionieren.
- 34:35Speaker 0: Du hast gerade die Spitze der Eskalation kurz angeschnitten in zwei tausend neun.
- 34:41Speaker 0: was ist denn zwischen zweitausend fünf und zweitausendnein passiert?
- 34:45Speaker 0: Du hast grade schon die privaten oder persönlichen Veränderungen angesprochen.
- 34:50Speaker 0: das ist dir schlechter gegen dass du aggressiver wurdest dass du auch im privaten ... im privaten Umfeld und auch im Umfeld deiner Kameraden, da auch Probleme immer mehr bekommen hast.
- 35:04Speaker 0: Was hast du in der Zeit gemacht?
- 35:06Speaker 0: Also was waren da auch deine Aufgaben in derzeit?
- 35:10Speaker 0: Also ich war ganz normal Infanterist, Diensthundeführer... ...hat mich in meinem Dienstalltag nach wie vor hervorragend geschlagen.
- 35:19Speaker 0: Ich glaube, ich hab Beurteilungen besta... ...ich glaub Stabs-und-Offizier des ganzen Bataillons, glaube ich habe ich mal gekriegt.
- 35:26Speaker 0: also Ich glaube, über tausend war da stark das Bataillon.
- 35:31Speaker 0: Also ich habe am Tag funktioniert und hab das aber kompensiert mit sehr exzessivem Leben angefangen auf einmal Fitnessstudio ins Fitnessstudium zu gehen, zu pumpen bis man dann irgendwann nicht mehr wachsen kann und nachhelfen muss.
- 35:44Speaker 0: auf unnatürlichem Weg oder natürlichem Weg geht es einfach nicht.
- 35:48Speaker 0: Und selbst da bin ich dann irgendwann an meine Grenzen gekommen, aber ich brauchte einfach dieses Adrenalin was sich an dem Explosionstag auch gespürt hatte.
- 35:57Speaker 0: Und hab dann angefangen mit Ultramarathon von ein Tag auf den anderen, hab angefangen mich runter zu hungern, hab dann noch eine Ersteuerung schön entwickelt und bin dann hundert Kilometer Läufe gelaufen ohne irgendeine Vorbereitung war tatsächlich sogar erfolgreich, auch wenn mir alle Fußniegel ausgefallen sind.
- 36:15Speaker 0: aber mein ersten Hundert Kilmeter Lauf habe ich in zwölf Stunden vier Minuten abgerissen.
- 36:20Speaker 0: wir taten halbis Jahr alles weh aber ich wollte noch mehr.
- 36:23Speaker 0: Und tough guy, getting tough.
- 36:26Speaker 0: Aber es hat irgendwann auch alles nicht mehr gebracht.
- 36:28Speaker 0: und dann kam das blödeste Experiment der Alkohol... ...und mit Alkohl kann man sich echt gut betäuben aber das richtet richtig Schäden an.
- 36:39Speaker 0: und ja.
- 36:41Speaker 0: Der Alkool war einfach für mich.
- 36:43Speaker 0: das Problem wurde zum richtigen Problem.
- 36:46Speaker 0: Mein Buddy hat das dann so geregelt, er hatte dann auch extreme Probleme, der hat dann gesagt Er kann das ganz cool ausrechnen, dass er morgens wieder dienstfähig ist.
- 36:54Speaker 0: Der hat dann so ein Sturz aufbetrieben... Wie schnell muss er wie viel trinken damit der morgens um sechs Uhr wieder aufstehen kann und nüchtern ist um Auto zu fahren?
- 37:05Speaker 0: Er hat sich richtig weggeschädelt wenn man auch abends nicht mehr gesehen in unserer kleinen Unterkunft da.
- 37:10Speaker 0: Ja und so ging es einfach... Das war meine Form der Therapie.
- 37:14Speaker 0: und bei mir zu diesem Zeitpunkt muss ich auch dazu sagen hatte die Bundeswehr Umgang mit posttraumatischer Belastungsstörung null auf dem Schirm.
- 37:23Speaker 0: Es hat keinen interessiert, es gab ja zu diesem Zeitpunkt das habe ich auch erst im Jahr zwei tausend neun erfahren.
- 37:30Speaker 0: Es gab zu diesen Zeitpunkten noch nicht mal ein Gesetz was einsatzgeschädigten Soldaten hilft.
- 37:35Speaker 0: Es gibt kein Versorgungssystem, kein versorgungsgesetz für Soldaten die im Einsatz verbunden wurden.
- 37:41Speaker 0: Das musste sich dann auch bitter erfahren und man hat mich ja dann in den Jahr zweitausendzehn aus der Bundeswehr entlassen und therapiert mit Axel zucken und sie zu, wie du klarkommst.
- 37:52Speaker 0: Müssen andere auch.
- 37:54Speaker 0: Ach so!
- 37:56Speaker 0: Also man hat mich mit gesunden, mit starken Kameraden auf eine Stufe gestellt.
- 38:02Speaker 0: Ich muss dazu gehen, dass es halt gut versteckt ist aber bei mir drohte der Absturz, mein Body lebt zu den Zeitpunktschuren in Obdachlosigkeit... ...in Hamburg und stand dann immer im Hamburger Hauptbahnhof an der Tafeln und hat sich sein Essen dort abgeholt.
- 38:15Speaker 0: Und das blühte mir auch.
- 38:17Speaker 0: Nur ich hab mich gewährt.
- 38:19Speaker 0: Mir fällt da grad so ein Bild zum Vergleich ein, dass so wie ich es interpretieren würde.
- 38:28Speaker 0: Das klingt so'n bisschen... ...wie in Bankkonto das also jetzt gar nicht mal auf die finanziellen Themen beziehung sondern auf dich als Mensch.
- 38:36Speaker 0: Das Klingt so n bisschen wie in BankKonto von dem man immer mehr Geld runter nimmt bis man in den Dispo rutscht und dann aber nicht aufhört mehr Geld rauszunehmen als man reinpackt.
- 38:46Speaker 0: und irgendwann kollabiert dieses ganzes dem sozusagen ist das.
- 38:51Speaker 0: Ist es so ein bisschen vergleichbar?
- 38:52Speaker 0: Ja, so kann man das einfach vergleichen.
- 38:55Speaker 0: oder wenn einfach... ...das Handy der Akku weiter runter geht und einfach ist irgendwann so der Akkulär dass es einfach nicht mehr angeht.
- 39:03Speaker 0: Und wenn man dann den Netzdecker ansteckt, dann dauert's auch sehr lange bis da wieder Volumen sozusagen Batterievolumen drauf ist.
- 39:12Speaker 0: Mein Akku war leer, der war richtig leer!
- 39:14Speaker 0: Wie gesagt an den Punkt zu kommen sich selber das Leben zu nehmen.
- 39:20Speaker 0: Das war für mich immer überhaupt gar kein Thema, aber auf einmal kamen diese Gedanken und ich war auch gar nicht überfordert sondern hielt es einfach für normal darüber nachzudenken.
- 39:29Speaker 0: wen muss ich umlegen damit mir überhaupt mal jemand zuhört?
- 39:34Speaker 0: also meine Vorgesetzten die Verwaltung mit der ich ärger hatte... Also die Bundeswehr interne Verwaltungen mit der sehr viel Ärger hatte.
- 39:42Speaker 0: Mir hat keiner zugehört!
- 39:43Speaker 0: Ich habe überall nur Ablehnung bekommen.
- 39:45Speaker 0: Keiner wollte mir zuhören.
- 39:47Speaker 0: Selbst der damalige Generalinspektör Schneider Hahn hat mir einen Brief geschrieben, dass er Druck in der Regel mit Gegendruck antwortet und das sollte ich mal als Weisheit so hinnehmen.
- 39:59Speaker 0: Also nichts von Hilfe.
- 40:01Speaker 0: Keiner hat sich für uns eingesetzt für die Einsatzgeschädigten und dann kam halt zu Gedanken.
- 40:05Speaker 0: also klar da muss ich durchdrehen.
- 40:08Speaker 0: aber erst wollte ich einfach mir selbst was antun.
- 40:10Speaker 0: und dann komme ich wieder zurück zum einem Hund.
- 40:13Speaker 0: Ich hatte immer so die Idee mit meinem Volvo V-O-Siebzig komplett zerbeut, der wie er schon war Rückenwind mit zweihundertfünfunddreißig mich irgendwo auf der A-Vierundzwanzig gegen so einen Betonfaller zu hemmern.
- 40:26Speaker 0: Insbesondere wenn man von so einer Begutachtung kommt wo man total offen ist nenn ich es einfach also fertig ist weil man sich dort exponieren muss und man muss jemandem gegenüber alles erzählen was man an schlimmen Sachen erlebt hat.
- 40:41Speaker 0: diesen jenigen kennt man aber gar nicht.
- 40:43Speaker 0: Und zu dieser Zeitpunkt hatte ich null Vertrauen zu irgendjemandem, weil ich ja nur abgewiesen wurde und dann erzähle ich dem das?
- 40:52Speaker 0: Und also am Dienstag, Montag ist Anreise, Dienstag erzählte ihm das, dann Mittwoch lässt man mich alleine, Donnerstag kriegen ein paar Tabletten, Freitag um zehn Uhr ist es Abschlussgespräch.
- 41:01Speaker 0: und dann sagt er zu mir Ich kann ihn leider überhaupt nicht sagen was bei ihrer Begutachtung rauskommt, ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
- 41:08Speaker 0: Hä?!
- 41:11Speaker 0: Das macht was mit einem und ich bin so wütend zu zornig gewesen.
- 41:15Speaker 0: Ich bin so froh, dass sich niemanden etwas angetan habe Aber ich war kurz davor einfach durchzudrehen und naja Und dann war jeder betonfeiler mal nach aber wenn nicht in den rückspiegel geguckt habe und ich mein treuen diensthund da gesehen hab Der mir übrigens auch zweimal das leben gerettet hat.
- 41:31Speaker 0: meine kinder sind versorgt die leben bei ihren eltern bei also bei ihren muttern.
- 41:35Speaker 0: Meine Eltern können für sich alleine sorgen meine geschwister können.
- 41:38Speaker 0: jeder kann für sich allein sorgen.
- 41:39Speaker 0: meine kindern sind versorgen.
- 41:41Speaker 0: Aber wenn ich hier heute jetzt aus dem Leben scheide, niemand liegt meinen Hund so wie ich ihn liebe.
- 41:47Speaker 0: Niemand wird sich so gut um mein Hund kümmern und das war der einzige Punkt warum ich mich nicht umgebracht habe.
- 41:53Speaker 0: Und das rächt nicht meinem hochholt... Mein Hund holte noch sehr, sehr hoch an.
- 41:57Speaker 0: also ohne meinen Diensthund wäre ich hier Heute nicht und würde kein Interview geben.
- 42:02Speaker 0: Du hast vorhin gesagt du hast dich gewährt gegen den Ausschluss gegen die Bundeswehr, die gesagt hat komm mal alleine klar.
- 42:13Speaker 0: Wie hat das funktioniert?
- 42:14Speaker 0: Was waren die ersten Schritte und wie hast du überhaupt gemerkt?
- 42:17Speaker 0: okay meine einzige Chance irgendwie jetzt aus diesem Dilemma rauszukommen ist genau hier Energie zu investieren, die du ja eigentlich in dem Moment auch gar nicht so richtig hattest.
- 42:28Speaker 0: Na der moment war als mein Buddy gesagt hat ich erklarkt jetzt gegen die bundesrepublik Deutschland also ein Obdachloser Henner im Zeichen ein Veteran, der Schreckliches erlebt hat.
- 42:39Speaker 0: Der war übrigens auch in Kosovo neunundneunzig und dann in Afghanistan weggesprengt und immer treu sein Dienst gemacht habe wirklich einer dieser treuesten Soldaten die ich kenne und loyalsten vor allen Dingen.
- 42:49Speaker 0: Der muss um seine Gesundheit klagen und er ist dann vor das Verwaltungsgericht nach Schleswig-Holstein gezogen und hat dort mit seinem Anwalt geklagt.
- 42:58Speaker 0: Und er hat gesagt Mula so ist mein Spitzname.
- 43:00Speaker 0: Mula möchtest du mitkommen?
- 43:01Speaker 0: Klar!
- 43:02Speaker 0: Badis für immer habe ich da rein, hab mich in den Hütten in den Zuschauerraum gesetzt.
- 43:07Speaker 0: In dem Bereich saß er ganz alleine und vor ihm saßen ich glaube drei oder vier Richter.
- 43:14Speaker 0: Deutschland hat dann auch ein Abgeordneten sozusagen geschickt der gut situiert war.
- 43:19Speaker 0: so sah er jedenfalls aus.
- 43:20Speaker 0: ja und dann saß mein Buddy dort wieder zu diesem Zeitpunkt schon von der Tafel gelebt hat und ob nach los war mit seinem Anwalt.
- 43:27Speaker 0: Und dann sagten die Richter wir würden ihnen gerne recht geben recht sprechen aber Das können wir nicht.
- 43:35Speaker 0: Es gibt kein
- 43:35Speaker 0: Gesetz.".
- 43:37Speaker 0: Und dann ist mein Body aufgestanden und hat gesagt, wie bitte?
- 43:40Speaker 0: Dann sagt er es gibt keinen Gesetz!
- 43:42Speaker 0: Und dann setzen sie sich wieder.
- 43:45Speaker 0: Alle haben den Typen angeguckt, denen Deutschland geschickt hat also das BMVJ, Bundesministerium der Verteidigung als Vertreter.
- 43:53Speaker 0: Der zuckte seine Achseln.
- 43:55Speaker 0: ja da kann ich auch nichts für Ja und damit wurde der Prozess beendet und bin ich wütend raus Weil ich hörte noch Scheiße.
- 44:03Speaker 0: jetzt habe ich noch fünftausend Euro Anwaltschulden extra und top zu seiner Obdachlosigkeit.
- 44:09Speaker 0: Und dann bin ich raus aus dem Gerichtsaal und nebenan war ein Kamerateam da mit so wie die alten großen Kameras auf den Stativ und einen Ottenmann und eine Redakteurin.
- 44:21Speaker 0: Ich war so wütend wenn mich dahin.
- 44:23Speaker 0: und dann sage ich und dann sagten sie, weil ich die merken dass ich angespannt war was ist denn bei ihnen?
- 44:29Speaker 0: Ich sag was machen sie denn?
- 44:30Speaker 0: ja die war beim rockerprozess irgendwie dabei in dem entnehmen türen rocker prozess.
- 44:35Speaker 0: ich sage wollen Sie mal was viel viel spannendes hören.
- 44:38Speaker 0: Gehen wir da drüber und klagt einer soldaten habe ich ihr die situation geschildert haben sie die kam auch umgeschwenkt mir das mikrofon unter den hals gehalten.
- 44:46Speaker 0: Und dann war ich abends um achtzehn Uhr im ndr und hab mein erstes interview gegeben, und die resonanz darauf die war für mich befremdlich aber auch Überraschend positiv.
- 45:00Speaker 0: Es gab zu diesen Zeitungen gegen Facebook los und so weiter, das soziale Internet ploppt da auf, ich konnte es auch einmal teilen!
- 45:07Speaker 0: Ich konnte der Welt diese Geschichte erzählen... ...und dann habe ich angefangen alles klar.
- 45:12Speaker 0: Dann muss ich jetzt also die Geschichte öffentlich machen und da hab' ich das
- 45:15Speaker 0: getan.".
- 45:15Speaker 0: Nur ums zeitlich nochmal kurz ein bisschen einzuordnen wir reden vom Ende der zweitausender Jahre richtig?
- 45:22Speaker 0: Also der eine der Nullerjahre.
- 45:24Speaker 0: Du hast dann auch, ... ein Buch geschrieben mit dem Titel Soldaten Glück in dem du ganz viel über deine Erlebnisse berichtest?
- 45:35Speaker 0: Wann kam da der Moment dass du gesagt hast okay ich schreib das jetzt wirklich mal alles Detailliert auf.
- 45:41Speaker 0: Na ja es gab halt in der Vergangenheit immer Situation wo ich einfach über reagiert habe.
- 45:47Speaker 0: Wo ich durchgedreht bin aggressiv war Ob das im Kameradenkreis war zu Hause Familie.
- 45:54Speaker 0: Und ich hatte immer dieses Gefühl, ich muss den das erzählen aber ich konnte denen das nicht erzählen.
- 46:00Speaker 0: und ich habe vorher ein Buch mitgeschrieben als Ghostwriter... ...und hab gelernt oder gemerkt Mensch das liegt mir hier kann man sich ausdrücken ohne dass man jedem jemanden gegenüber sitzt.. ..und ihm in die Augen gucken muss weil es sind einfach Sachen die tun wir leid da schäme ich mich für.
- 46:15Speaker 0: und dann muss ich mich wenn ich schämen wenn ich Schreibe ... kann ja jeder für sich selber entscheiden, ob er das lesen will.
- 46:22Speaker 0: Ja und dann habe ich entschieden... Ich möchte meine Familie, meinen Kameraden das erklären erzählen warum ich so bin wie ich bin... Und hab angefangen zu schreiben und aus diesem Schreiben wurde einfach mehr!
- 46:33Speaker 0: Ich habe mich mit meinem Buddy zusammengesetzt... Wir haben fast zwei Jahre viel gesprochen... Und ich wollte von ihm auch wissen, wie hast du mich wahrgenommen?
- 46:43Speaker 0: Mich selbst reflektiert Sachen reflektieren und war ein Stück weit auch Teil meiner Therapie.
- 46:47Speaker 0: Wir sprechen jetzt hier im Januar, zwei tausend vierundzwanzig.
- 46:51Speaker 0: Das heißt rund fünfzehn Jahre nachdem du in die Öffentlichkeit gegangen bist mit deiner Geschichte?
- 46:59Speaker 0: Was hat sich denn seit dem verändert?
- 47:01Speaker 0: Hat sich die Situation für Soldaten und Soldatinnen mit Deiner Historie inzwischen verbessert?
- 47:07Speaker 0: Und wie geht es den Soldaten oder SoldatInnen, die heute in solchen Einsätzen sind und mit Herausforderungen und psychischen Problemen zurückkommen?
- 47:18Speaker 0: Ja, das ist eine gute Frage.
- 47:19Speaker 0: Also tatsächlich haben wir es geschafft und damit meine ich wie die Einsatzveteran niemand anders hat das Thema losgetreten der Versorgung von Einsatzgeschädigten.
- 47:29Speaker 0: irgendwann ist dann auch Der Bundestag und auch der große Bundeswehrverband mit aufgesprungen Und haben das dann?
- 47:38Speaker 0: Zwei tausend zwölf zum Abschluss dann gebracht nämlich dass sogenannte Einsatzversorgungsverbesserungsgesetz oder das einsatzweiter Verwendungsgesetz d.h Soldaten, die im Einsatz verwundet werden wurden bekommen heute eine gute Chance zurechtzukommen und auch gesund zu werden oder damit gutzuleben.
- 47:59Speaker 0: Das Problem ist einfach die Bürokratie.
- 48:02Speaker 0: Die ist nach wie vor ein Riesenproblem.
- 48:05Speaker 0: also noch immer bekomme ich Briefe weil ich Anträge neu stellen muss bei mir, wie gesagt ich bin, weil ich einfach kein Soldat mehr sein wollte aus der Erkrankung heraus, dass ich trotzdem immer noch Streit habe oder Papierkram habe und das ist halt nicht wenig.
- 48:29Speaker 0: Und jemand mit so einer Erkankung... Ich hab neun Jahre Therapie gemacht die inzwischen als gilt, ich gelte als austherapiert unheilbar also dauerhaft geschädigt neben den organischen Schäden als auch die PTBS dass ich damit überfordert bin.
- 48:44Speaker 0: Dass mich das nach wie vor zermürbt, mich fertig macht, mich wütend macht und mich aggressiv macht auf diese Institutionen die mir eigentlich helfen sollen vom Gesetz wegen, die mir das Leben aber noch schwerer machen als es ohnehin schon ist.
- 48:58Speaker 0: Die kein Verständnis dafür haben, die nachtreten... Und das ist nur meine Geschichte!
- 49:04Speaker 0: Ich weiß von vielen anderen Einsatzgeschädigten, dass sie genauso Probleme haben mit dieser Verwaltung, mit dieser Bürokratie.
- 49:11Speaker 0: Und ich muss dann immer sagen, wenn ich mit jungen Menschen spreche ja ich will zu Bundeswehr und da rate ich von ab.
- 49:18Speaker 0: Ich rate diesen jungen menschen davon ab zur Bundeswehr zu gehen.
- 49:21Speaker 0: Wenn sie dann doch gehen sollen sich bitte wirklich sehr gut überlegen was im Falle eines...ich werde verwundet, ich werde schwer verwundet und schwer behindert.
- 49:30Speaker 0: nämlich das bin ich heute wer ihnen denn hilft?
- 49:33Speaker 0: Denn die Loyalität die ich der Bundeswehr entgegen gebracht habe die bekomme ich nicht zurück Also nicht auf allen Kanälen.
- 49:42Speaker 0: Und es gibt Menschen, die mir helfen und es gab auch Hilfe für mich aber die musste ich mir immer hart selbst erkämpfen unter extremen Bedingungen.
- 49:51Speaker 0: Die immer zufolge hatte das vielleicht eine Ehe oder eine Beziehung daran zerbrochen ist.
- 49:56Speaker 0: Dass ich Streit habe mit meinen Kindern, dass ich Streite in mein Nachbarn habe, dass sich Probleme im Alltag haben.
- 50:03Speaker 0: Und dieses Ausmaß meiner Verwundung ist immens wirklich.
- 50:10Speaker 0: Und deswegen heute, wir haben theoretisch ein richtig tolles Paket.
- 50:15Speaker 0: Aber machen wir es an dem Beispiel aktuell... Ein Soldat in Ulm bei Starbucks nimmt Geiseln und will sich von der Polizei erschießen lassen.
- 50:24Speaker 0: Weil er vorher in einem Bundeswehrkrankenhaus um Hilfe gebettelt hat.
- 50:28Speaker 0: Er möchte Therapie machen, er möchte stationär aufgenommen werden und die ihn aber weggeschickt haben weil es keine Kapazitäten gibt.
- 50:34Speaker 0: Hä?
- 50:36Speaker 0: Das begreife ich nicht!
- 50:37Speaker 0: Wie kann man jemanden, der sagt Ich brauche jetzt akut Hilfe wegschicken.
- 50:42Speaker 0: Und ja und selbst wenn es keine Kapazitäten gibt, da muss man halt gucken wo gibt es Kapaziten?
- 50:47Speaker 0: Wo kann man dem parken?
- 50:49Speaker 0: Das ist für mich schon der zweite Fall.
- 50:52Speaker 0: Es gab schon mal einen Fall in Deutschland.
- 50:54Speaker 0: also ich weiß noch von einem anderen Fall wo so eine Situation so hoch escaliert ist dass das SEK eingreifen muss.
- 51:04Speaker 0: Da hat Deutschland viele Jahre Ruhe gehabt.
- 51:09Speaker 0: Aber ich glaube, wenn das weiter so betrieben wird und das Betroffene keine Hilfe erfahren, dann müssen wir nicht lange warten.
- 51:18Speaker 0: Dann eskaliert das wieder!
- 51:20Speaker 0: Und das gilt es unbedingt zu verhindern.
- 51:22Speaker 0: Unbedingt.
- 51:23Speaker 0: Denn er hat nicht nur eine Straftat begangen sondern auch andere Menschen traumatisiert – und das ist nicht richtig.
- 51:29Speaker 0: Ich kann aber als Erklärung sagen in so einem Moment denkt man nicht rational Und ich bin froh, dass ich diesen Schritt niemals für mich genommen habe gegangen bin.
- 51:39Speaker 0: Aber ich kann diesen Kameraden verstehen und es tut mir wahnsinnig leid für die Menschen, die das aushalten und erleben mussten.
- 51:47Speaker 0: aber Ich glaube wenn man mal genauer hinguckt dann hat das eine Ursache und Ich bin gespannt was aus dieser Sache noch entsteht.
- 51:56Speaker 0: wir leben gerade in der zeit in der krieg wieder viel präsenter wird auch Für Leyen wie mich Ja die breite Bevölkerung.
- 52:05Speaker 0: Wir haben diese Situation in der Ukraine, wir haben die Situation in Israel und Palästina.
- 52:10Speaker 0: Wie geht's dir mit diesen Bildern?
- 52:13Speaker 0: Ist das was wo du sagst dass Trigger dich vielleicht auch ein Stück weit?
- 52:17Speaker 0: es ruft alte Erinnerungen wieder hervor wenn Du Von diesen von diesen Ereignissen hörst die Nachrichten siehst und liest ja also das erste mal sich da über solche Bilder.
- 52:30Speaker 0: Ich sag mich, erregter waren die Bilder aus Kabul.
- 52:34Speaker 0: Als Kabul gefallen ist und wir das hier bei NTV und so weiter Tagesschau und so weit live miterleben konnten und sehen konnten.
- 52:42Speaker 0: Und wie unsere Kameraden, falsche Mäger Die letzten Deutschen daraus geholt haben in allerletzter Minute.
- 52:47Speaker 0: und die Geschichten, die ich dazu gehört habe sind hersträubend Unter welchem Bedingung das Ganze passiert ist.
- 52:53Speaker 0: Das war für mich das erste dass ich gesagt hab so Politik jetzt erzählt mir mal bitte warum war ich in Afghanistan?
- 52:59Speaker 0: Wofür habe ich da gekämpft?
- 53:00Speaker 0: Wofi hab' ich da meinen Blut verloren, warum haben Kameraden ihr Leben dort verloren.
- 53:05Speaker 0: Für was wenn jetzt alles das ganze Rat ist wieder rückwärts?
- 53:08Speaker 0: die Taliban sind in der Macht Frauen dürfen nicht mehr studieren müssen sich verschleiern Menschen werden umgebracht homosexuelle eingesperrt foltert und so weiter.
- 53:17Speaker 0: es war uns sonst und keiner redet mehr über Afghanistan Und über die Folgen.
- 53:23Speaker 0: das heißt wir Einsatzveteran fallen wieder hinten runter weil bis heute hat kein Politiker Die Kuchonne ist mal zu erklären warum waren wir jetzt da?
- 53:32Speaker 0: was ist eigentlich das Ergebnis.
- 53:35Speaker 0: Keiner erzählt was danken alle ab kriegen alle ihre Dieten ihr Pension und dann hört man nichts mehr außer irgendwo vielleicht in einem Vorstand und so weiter, sie stehlen sich alle aus der Verantwortung.
- 53:48Speaker 0: wenn ich dann immer höre ja und das ärger voll hat mir hier die AKK mal ganz groß auf allen seiten in den Zeitungen war stolz gemacht Das sind Lippenbekenntnisse, bla bla bla hilft niemandem und ist keine Erklärung.
- 54:02Speaker 0: Letzter Flieger aus Afghanistan, niemand war da.
- 54:05Speaker 0: Natürlich haben sie es mit Mali, mit dem letzten Tag im Mali jetzt besser gemacht.
- 54:09Speaker 0: aber auch das soll mal einer erklären.
- 54:12Speaker 0: Tun Sie aber nicht So wenn ich mir die Bilder in der Ukraine angucke.
- 54:16Speaker 0: natürlich sehe ich das auch weil mich einfach interessiert weil ich für die Ukrainer bin Und ich hoffe, dass die Schaffen sich gegen diese Übermacht einfach dauerhaft zu wehren und ihnen auch zurückzuschlagen den Feind.
- 54:30Speaker 0: Aber dann macht das was mit mir!
- 54:32Speaker 0: Ich erlebe es für mich als Umgebung.
- 54:37Speaker 0: Das ist nicht weit weg, das ist hier bei mir zu Hause gefühlt.
- 54:42Speaker 0: Genauso mit Hamas und Israel.
- 54:44Speaker 0: dieser Konflikt... ...und ich bin jetzt wieder zurück in Kosovo.
- 54:53Speaker 0: im Krieg Stimmt zuerst die Wahrheit.
- 54:56Speaker 0: Und... Die Schwachen und die Unschuldigen leiden!
- 54:59Speaker 0: Das ist das, was mich so wütend macht, was sich so sauer macht.
- 55:03Speaker 0: Und das ist halt Krieg!
- 55:06Speaker 0: Ich weiß dass das dazugehört.
- 55:08Speaker 0: Man spricht im politischen Kollateralschäden.
- 55:12Speaker 0: Sie sind ja auch alle nicht betroffen.
- 55:14Speaker 0: Wenn man der Hydra einen Kopf abschlägt kommen gleich zwei Neue.
- 55:17Speaker 0: Das kapiert einfach keiner.
- 55:19Speaker 0: Keiner kapiert das.
- 55:21Speaker 0: Ich hätte mir eigentlich gewünscht Die Tayau, das beendet.
- 55:25Speaker 0: Und wenn er Kokonis hat geht darüber zu den Palästinensern trifft sich mit denen gibt ihn die Hand und sagt jetzt fangen wir neu von vorne an.
- 55:33Speaker 0: Dann sollen die Palästenenser selber gegen die Hamas arbeiten.
- 55:37Speaker 0: aber das macht keiner weil niemand das politische Gesicht verlieren will.
- 55:41Speaker 0: Welches denn?
- 55:42Speaker 0: Dass man Menschen tötet?
- 55:43Speaker 0: ich muss immer ein bisschen aufpassen dass sie nicht sympathifisten werde.
- 55:47Speaker 0: Ich weiß dass es wichtig ist wehrhaft zu bleiben dass man immer eine Armee braucht.
- 55:53Speaker 0: Aber wie gesagt, wenn man unendlich aufrüstet, dann entsteht daraus ja auch ein Vakuum.
- 55:59Speaker 0: Das entlädt sich auch irgendwann.
- 56:00Speaker 0: Ich habe das Gefühl Krieg gehört zur Menschheit von Anfang an bis zum Ende und ich glaube wir können... Wir Menschen werden nie ohne Krieg leben!
- 56:12Speaker 0: Das wird immer zu uns gehören.
- 56:14Speaker 0: Es geht nur noch um Wie?
- 56:17Speaker 0: Und da muss sich etwas verändern, dass die Unschuldigen davon außen vor sind.
- 56:23Speaker 0: und wenn... So Macho Typen meinen, sie müssen jetzt irgendwelche Kriege lostreten.
- 56:27Speaker 0: Ja dann sollen die sich doch irgendwo im Ring treffen und sich die Zähne ausschlagen.
- 56:32Speaker 0: Aber ich verstehe das bis heute nicht.
- 56:35Speaker 0: Ich verstehe ja nicht wie solche Machtmenschen in Anführungsstrichen an die Macht kommen.
- 56:39Speaker 0: Und ein ganzes Land einen ganzen Planeten in den Abgrund stürzen.
- 56:44Speaker 0: Das macht mich wütend und fragt mich immer um das jetzt wieder ein bisschen rauszuholen Wo ist eigentlich die Avengers?
- 56:49Speaker 0: Wenn man sie mal braucht.
- 56:51Speaker 0: Robert, ich danke dir sehr für dieses wirklich offene intensive Gespräch und dass wir an deiner Geschichte ein bisschen teilhaben konnten und verstehen konnten.
- 57:04Speaker 0: Wie es dir geht wie es dir ergangen ist und wie es ganz vielen anderen da draußen die im Einsatz sind, die im Einsatz waren ergeht und das sie auch am Ende des Tages unser aller Unterstützung brauchen.
- 57:19Speaker 0: Ja, also ich bedanke mich auch und freue mich und würde mich freuen wenn die Menschen das einfach für sich mitnehmen darüber nachdenken was Krieg macht.
- 57:29Speaker 0: Und es gibt immer ein Schicksal und wir nehmen heute den Krieg auch natürlich direkt da war.
- 57:35Speaker 0: und ja lasst uns Krieg verhindern und nichtsdestotrotz muss man sich gegen jemanden wehren aber dann muss man auch zusammenstehen nicht den anderen alleine lassen.
- 57:46Speaker 0: absolut danke dir.
- 57:49Speaker 0: Das war es leider schon.
- 57:51Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 57:55Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören!
- 57:58Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar vernässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.