Latest / ntv Wirtschaft / Mehr Gewinn, weniger Kosten: Commerzbank will 3000 weitere Stellen streichen
Transcript
- Die Commerzbank streicht noch einmal Tausende Stellen und sendet damit ein klares Signal an Unikredit. Wir können auch allein profitabler werden. In den USA kassiert ein Gericht Trumps weltweiten 10%-Zoll. Doch der Präsident will seine Zollpolitik trotzdem weiterverfolgen. Und schlechte Nachrichten für Arbeitnehmer. Der Bundesrat blockiert die 1.000-Euro-Entlastungsprämie. Leistungsprämie. Damit hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Fangen wir mit der Commerzbank an. Die Bank will bis 2030 konzernweit rund 3000 weitere Vollzeitstellen streichen. Zusätzlich zu den Einsparungen, die sie schon angekündigt hatte. Gleichzeitig sollen in Wachstums- und Zukunftsfeldern neue Jobs entstehen. Es geht also nicht nur ums Sparen, sondern um einen ziemlich harten Umbau. Der Zeitpunkt ist heikel. Die italienische Unikredit will die Commerzbank übernehmen und kontrolliert nach jüngsten Angaben knapp 30 Prozent der Commerzbank. Das Frankfurter Geldhaus hält dagegen, mit höheren Gewinnzielen. Für 2026 plant sie nun mindestens 3,4 Milliarden Euro Überschuss, bis 2030 sollen es 5,9 Milliarden Euro werden. Die Botschaft lautet, wir schaffen das allein. Ob das reicht, um Investoren zu überzeugen, dazu Dieter Hain, Analyst bei Fair Research. Von den Zahlen kann man Dieter Hain erstmal nicht meckern. Ich meine, man hat die Commerzbank schon mal einen Quartal eine Milliarde verdient. Ja, ist lange her, wenn überhaupt. Also die Zahlen sind gut, besser als erwartet. Allerdings müssen sie auch gut und besser sein. Denn die Abwehrstrategie gegenüber Unikredit ist natürlich darauf aus, möglichst den Kurs nach oben zu treiben. Da muss man einfach bei börsennotierten Unternehmen bessere Zahlen bringen, als der Markt erwartet hat. Und selbst dann gibt es noch Mitnahmeeffekte. Und dann fragt man sich, warum denn die Unicredit momentan noch nicht längst zugegriffen hat, weil der Aktienkurs da steigt und steigt und das alte Angebot, das ist eigentlich ein Witz. Ja, das ist ein Angebot, wo man weiß, bitte verkauft uns eure Aktie nicht. Wie man da auf eine Mehrheit kommen will, das ist mir schleierhaft. Unikredit hat sich so weit aus meiner Sicht verrechnet, weil man gedacht hat, man bekommt die Commerzbank deutlich billiger. Die Marktkapitalisierung war etwas über 10 Milliarden, als die Unikredit eingestiegen ist. Jetzt sind wir bei über 40 Milliarden. Und die Abwehrstrategie von Frau Orlob war... Den Kurs der Commerzbank so teuer zu machen, dass die Unikredit sich das nicht mehr leisten kann. Und momentan sieht es fast danach aus, dass es aufgehen könnte. Also ein Angebot, wie man es normalerweise erwarten würde, mit einer Prämie von 20, 30 Prozent oder mehr, hat es bisher nicht gegeben. Und das ist über eineinhalb Jahre jetzt her, dass die Unikredit eingestiegen ist und auch kundgetan hat, wo sie hin will. Vielleicht will sie sie gar nicht haben, sondern ihre eigenen Anteile vielleicht an den Weißen Ritter losschlagen? Den wird es aus meiner Sicht nicht geben, weil die Commerzbank war von der Marktkapitalisierung schon mal unter 10 Milliarden Euro. Warum hat da niemand zugeschlagen? Warum sollte jemand, der bei unter 10 Milliarden nicht zugeschlagen hat, jetzt bei über 40 Milliarden zuschlagen? Das macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Dazu kommt noch, dass die Unikredit wirklich Einsparungspotenzial hat über ihre deutsche Tochter Hypo Vereinsbank. Und das hat jeder ausländische Wettbewerber ansonsten eigentlich nicht. Für die hat die Commerzbank die Prognose angehoben. Eine Analyste sagte heute, das ist ziemlich ambitioniert. Gehört es zur Strategie, den Kurs hochzutreiben? Ja, absolut. Denn die Unikredit ist sehr profitabel. Das Ziel ist das Laufende ja bei 20 Prozent. Die Commerzbank hat jetzt nachgelegt heute von 11 auf 12 Prozent und will eben 2028 anstatt 1517 Prozent erreichen und für 2030 21 Prozent. Und das ist wichtig, wenn man vergleicht die Zahlen von Unikredit, die will 2030 25 Prozent erreichen. Also der Unterschied zwischen Commerzbank-Profitabilität und Unikredit ist momentan 8 Prozentpunkte und ist dann eben nur noch 4 Prozentpunkte. Also eine Übernahme wird dann durch weniger rentabel. Nun hat man ja auch vor, dass man 3.000 Stellen streicht. Wer die rechnet, bis zu 15.000 Stellen von den 38.000 Stellen, die es da gibt. Die Uni kreditet irgendwas von 7.000 Stellen. Gehört auch so eine Strategie, sich hübsch zu machen? Nicht, um sich hübsch zu machen, aber Personalkosten sind bei Banken in der Regel der größte Kostenblock. Und wenn man Kosten einsparen will oder möglichst stabil halten will, muss man natürlich auch Personal abbauen. Und meine Schätzung wäre sogar noch höher, wenn man sieht, was die Unikredit bei der HVB gemacht hat. Da würde ich sagen, da sind vielleicht nur noch 30, 35 Prozent der Mitarbeiter da, die man damals übernommen hat. Und wenn Sie das auf die Commerzbank hochrechnen, dann wissen Sie ja, wohin die Reise geht. Und deswegen ist auch die Bundesregierung gegen eine Übernahme, aus meiner Sicht. Also, die Braut ist hübsch, aber auch stark und verlangt mehr Mitgift für die Aktionäre. Absolut. Mal gucken, ob Oli Kredit das bezahlen kann. Dankeschön, Dieter Hain. Bei der Commerzbank geht es darum, wer am Ende die Kontrolle behält. Im Welthandel sieht es gerade ähnlich aus. Da versucht Donald Trump, per Zollpolitik Druck aufzubauen. Und jetzt stellt sich wieder ein Gericht quer. Das Gericht für internationalen Handel in New York erklärt Trumps weltweiten Basiszoll von 10 Prozent für unzulässig. Die Richter urteilen mit 2 zu 1 Stimmen. Der US-Präsident überschreitet seine Befugnisse. Trump hatte die Abgabe am 24. Februar eingeführt, nachdem der Supreme Court im Februar bereits den Großteil seiner Sonderzölle gekippt hatte. Das Problem? Trump stützt sich auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974. Dieses Gesetz erlaubt Zölle nur unter bestimmten Bedingungen, etwa bei schwerwiegenden Zahlungsbilanzdefiziten. Genau diese Voraussetzung sieht das Gericht nicht ausreichend belegt. Die US-Regierung kann Berufung einlegen. Trump selbst zeigt sich unbeirrt und will seine Zollpolitik weiterverfolgen und drängt auch die EU, das vereinbarte Handelsabkommen bis zum 4. Juli umzusetzen. Was das für den Handel mit den USA bedeutet, dazu Außenhandelspräsident Yandura. Yandura, also eine weitere Niederlage für den US-Präsidenten vor Gericht, ist Trump ein zahnloser Tiger? Oh, das ist natürlich eine interessante Frage. Also es ist zumindest so, dass nach den Zöllen, vor den Zöllen ist, beziehungsweise umgekehrt, also dieses erratische Verhalten. Ich bin es langsam ein bisschen müde, es überhaupt noch zu kommentieren, weil irgendwie man kann sich auf nichts verlassen. Selbst irgendwelche Abkommen scheinen ja für ihn keinen Wert zu haben. Und insofern als zahlloser Tiger, man hat schon den Eindruck, würde man ihn einfach ausblenden, würde sich auch nichts ändern. Also ob ich jetzt morgens höre, was er sich wieder ausgedacht hat über die Nacht oder nicht, es ändert ja im Grunde auch nichts. Was wir aber sehen ist an den Zahlen aktuell, dass die Exporte in die USA um 7,9 Prozent zurückgegangen sind gegenüber dem Vormonat und sogar um 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, also dem März letzten Jahres. Das ist ein deutliches Zeichen, was auch die Unternehmen davon halten. Ja, und Sie haben diese Unsicherheit angesprochen und die Unternehmen. Denen fehlt ja immer noch eine Planungsgrundlage, wenn da immer wieder alles, was aus dem Weißen Haus kommt, einkassiert wird. Was empfehlen Sie denen? Wie sollen die damit umgehen und wie gehen die damit auch im Moment um? Na, wir haben es vorhin ja auch in dem Beitrag gehört. Die Planungssicherheit ist wirklich etwas, was das Hauptproblem ist. Und ich werde nicht müde zu betonen, ich hätte mal nie gedacht, dass ich Zölle als unwichtiger Empfinden, als Planungssicherheit. Aber mit diesem Bundespräsidenten kann man sich darauf nicht einstellen. Und deshalb, die Unternehmen müssen einfach lernen. Und das haben sie meines Erachtens auch, weil wir haben ja Krise seit inzwischen sechs Jahren, seit Corona, einfach mit diesem volatilen Umfeld besser umzugehen. Und sie müssen vor allen Dingen diversifizieren. Und das tun sie auch. Das sieht man ja deutlich an den Zahlen. Wir sehen, dass das ganze Außenhandelsvolumen sehr, sehr stark in der Eurozone, in der EU, im Binnenmarkt passiert und dass wir gegenüber Drittstaaten ja eher rückläufig sind. Also insofern, die Unternehmen haben es verstanden. Sie konzentrieren sich ein bisschen mehr auf die EU und das ist vielleicht im aktuellen Umfeld auch gar nicht so schlecht. Übrigens erwähnenswert ist auch mit dem Vereinigten Königreich haben wir deutliche Zunahme im Handelsvolumen, was ja eigentlich ganz positiv ist aus meiner Sicht. Sind wir also resilienter und unabhängiger geworden oder ist das immer noch so? Ich glaube, wir sind auf dem Weg dahin. Also wir sind sicherlich resilienter, unabhängiger geworden, weil die Unternehmen verstanden haben, dass die alte Welt, die alte Weltordnung. Dieser WTU-basierte, regelbasierte Handel, dass das so nicht mehr gilt. Und auch vermutlich kurzfristig nicht mehr kommen wird. Ich bleibe da immer noch Nostalgiker und Romantiker, was Zöller angeht, ich würde mir wünschen, wir finden wieder zurück zu dieser arbeitsteiligen, globalen Wertschöpfungskette. Aber aktuell sehen wir es nicht und die Unternehmen haben es verstanden, richten sich darauf ein. Das dauert aber. Gleichzeitig aber eine neue Drohung aus dem Weißen Haus. Bis zum 4. Juli soll die EU jetzt mal das Zollabkommen regeln. Sonst neue Zölle. Können Sie eigentlich nachvollziehen, dass das in Brüssel so lange dauert? Ja, da sprechen Sie das an, was ich jetzt auch darauf geantwortet hätte. Es ist natürlich ein bisschen unverständlich, dass das so lange dauert. Also die haben sich irgendwann mal im letzten September, glaube ich, die Hand gegeben, Trump und von allein. Und dann muss man ja auch irgendwann so ein Abkommen mal liefern können. Es ist sicherlich ein bisschen verzögert worden von der EU-Seite, als dieses Gerichtsurteil kam. Und man der Meinung war, dass da vielleicht keine Rechtsgrundlage mehr für besteht. Aber ja, also ich muss ehrlich gestehen, ich hatte mir die EU auch als etwas dynamischer vorgestellt in meinen romantischen oder in meinen theoretischen Überlegungen. Ich bin auch überrascht, dass das alles so mühsam, so zäh ist. Ich glaube, da tält es gut daran, wenn man mal wieder ein bisschen Geschwindigkeit aufnimmt und pragmatischer wird im Handeln dort. Und was machen wir jetzt mit der Straße von Hormuz? Die versuchen wir wieder zu öffnen. Also da habe ich leider keine gute Antwort drauf. Ich weiß nur, dass es der deutschen Wirtschaft tatsächlich nicht gut tut, diese Schließung. Es sind sehr, sehr viele indirekte Effekte. Wir können uns freuen, dass wir keine direkten Importe da haben oder wenige. Aber wir merken die indirekten Effekte von Tag zu Tag mehr. Wir müssen davon ausgehen, wenn das so weitergeht, werden wir auch ein bisschen Einschränkungen in der Angebotsvielfalt haben, weil viele Vorprodukte aus Asien natürlich betroffen sind. Wir haben die Probleme an der Tankstelle natürlich, was sich bei uns auch im Großhandel durchzieht, dass die Spenditionspreise teurer werden über die Dieselpreise. Also das zieht sich jetzt langsam kaskadenmäßig durch die Volkswirtschaft. Industriegase wie Helium zum Beispiel werden teurer. Und wir werden die Effekte merken bei Folien, bei Klebstoffen, also wo petrochemische Erzeugnisse enthalten sind. Ich fürchte, das ist nicht schön. und es wird auch für Inflation sorgen und das wird Wohlstand kosten. Die Wirtschaft wünscht sich Entlastungen im Handel. Die Arbeitnehmer wünschen sich auch Entlastungen. Und zwar solche, die man im Portemonnaie spürt. Und genau da setzt die Entlastungsprämie an, die jetzt erst einmal nicht kommt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten bis zu 1000 Euro steuerfrei erhalten können. Gedacht ist die Prämie als Hilfe wegen der hohen Tankstellenpreise im Zuge des Irankrieges. Der Bundestag hatte Ende April grünes Licht gegeben. Doch der Bundesrat stimmt dem Gesetz jetzt überraschend nicht zu. Der Streit dreht sich vor allem ums Geld. Vertreter der Länder kritisieren, dass der Bund mit dem Gesetz Steuerausfälle verursacht, ohne sie auszugleichen. Für Beschäftigte klingt die Idee auf den ersten Blick einfach. Bis zu 1000 Euro zusätzlich steuerfrei. Für Unternehmen wäre die Zahlung als Betriebsausgabe abzugsfähig. Sie könnten die Prämie bis zum 30. Juni 2027 auszahlen. Aber sie müssten es nicht. Die Prämie ist keine Pflicht. Und genau deshalb bleibt offen, wie viele Firmen angesichts der angespannten Wirtschaftslage überhaupt mitmachen würden. Wirtschaftsverbände kritisieren zudem, dass die Regierung die Entlastung der Bürger auf Arbeitgeber abwälzt. Das erinnert an die Energiekrise 2022, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals gab es eine ähnliche Prämie, allerdings in Höhe von 3000 Euro. Und zum Schluss noch eine Nachricht für alle, die Sprit sparen und trotzdem in Urlaub fahren wollen. Die Deutsche Bahn spürt im Europa-Verkehr Rückenwind. Immer mehr Menschen fahren mit dem Zug ins Ausland. Besonders beliebt waren zuletzt Zürich, Paris und Brüssel. Im vergangenen Jahr waren 25 von rund 140 Millionen Fernverkehrskunden grenzüberschreitend unterwegs. Das sind 30 Prozent mehr als 2019. In diesem Jahr soll die Zahl erneut leicht steigen, in den Folgejahren mit mehr Europa-Verbindungen dann stark wachsen. Dafür baut die Bahn ihr Angebot aus. Ab Mitte Juni fahren zwischen Kopenhagen und Prag über Hamburg und Berlin zwei tägliche Zugpaare. Im Sommer verlängert die Bahn die ICE-Verbindung Köln-Brüssel an Wochenenden bis Gent, Brügge und an die belgische Küste. Dazu kommt samstags eine Direktverbindung zwischen Frankfurt und Bordeaux. Ab September sollen vier tägliche ICEs zwischen Köln und Antwerpen fahren, erstmals mit Stopp am Flughafen Brüssel. Die Bahn denkt außerdem über mehr Verbindungen nach Paris nach und peilt für 2027 eine neue Direktverbindung zwischen München, Mailand und Rom an. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.