Latest / Epoch Im Fokus / Wie realistisch ist ein russischer Militärschlag auf NATO-Gebiet? #194
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- 0:00Speaker 0: Herzlich Willkommen zu Epoch im Fokus mit dem Thema Geheimdienst-Analysen aus Dänemark und Estland.
- 0:06Speaker 0: Wie realistisch ist ein russischer Militärschlag auf NATO-Gebiet?
- 0:11Speaker 0: Eine Analyse von Tom Göller vom siebten Oktober, zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
- 0:17Speaker 0: In westlichen Medien wurde vor kurzem noch die Sorge ausgedrückt, Russland könnte den NATO binnen Monaten angreifen.
- 0:24Speaker 0: Der BND-Chef Jäger sagt jetzt das Russland keinen groß angelegten Angriff auf die NATO-Plane.
- 0:30Speaker 0: Auch NATO-Generalsekretär Rütte teilt nun ebenfalls diese Ansicht – wir schätzen benachbarte Geheimdienste die Lage ein!
- 0:37Speaker 0: Was sagen unabhängige Analysten?
- 0:39Speaker 0: Zitat Russland führt einen Schattenkrieg gegen uns, sagt der Montag, fünfte Oktober, Präsident des Bundesnachrichtendienstes Martin Jäger in einer öffentlichen Anhörung des Parlamentarischen Kontrolldremiums des Bundestages.
- 0:52Speaker 0: Der Chef des Auslandsgeheimdienstes warnte.
- 0:54Speaker 0: Zitat Deutschland ist in Gefahr, in einem gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten.
- 1:00Speaker 0: Von keinem anderen Land geht derzeit eine so direkte umfassende und konkrete Bedrohung gegen Deutschland aus wie von Russland, gab sich Jäger überzeugt.
- 1:09Speaker 0: Er stellte auch klar dass sein Auslandsgeheimdienst keine Hinweise darauf habe das Russland einen groß angelegten Angriff auf das NATO-Gebiet plane.
- 1:17Speaker 0: Putins Warnung an den Westen Genau davon war in den vergangenen Wochen jedoch international zunehmend die Rede.
- 1:24Speaker 0: Zitat, plant Russland die NATO anzugreifen.
- 1:26Speaker 0: Titelte am vierentzwanzigsten September die britische Hauptstadtzeitung The Times.
- 1:31Speaker 0: So oder ähnlich lauteten am selben Tag fast gleich lautenden Schlagzellen der Financial Times und das Guardian.
- 1:37Speaker 0: Zitat russland könnte innerhalb weniger Monate ein NATO-Land angreifen so der dänisch geheimdienst.
- 1:43Speaker 0: Die britischen Medien beriefen sich auf eine Veröffentlichung des dänischen Militärgeheimdienstes.
- 1:48Speaker 0: Darin heißt es unter anderem, Russland stehe unter Druck und sei bereit mehr Risiken einzugehen.
- 1:53Speaker 0: Es sei äußerst wahrscheinlich dass der russische Präsident Vladimir Putin bereit sein werde bei seinen grundlegenden Kriegszielen in der Ukraine Kompromisse einzugehn.
- 2:01Speaker 0: Vielmehr gehe Moskau davon aus – Zitat das Europa schrittweise eigenständige militärische Fähigkeiten aufbauen werde die bis zwanzig dreißig eine zunehmende Bedrohung für Russland darstellen würden.
- 2:13Speaker 0: Für Russland bieten die kommenden Jahre daher ein Zeitfenster, in dem Präsident Putin zu dem Schluss kommen könnte, dass es das Risiko wert ist zur Versuch und die Sicherheitsordnung in Europa drastisch zu verändern.
- 2:24Speaker 0: So hatte Geheimdienst aus Kopenhagen in seiner Risikoanalyse.
- 2:27Speaker 0: Am ersten Oktober reagierte der Kreml seinerseits mit einer Warnung an den Westen.
- 2:32Speaker 0: unter Hinweis auf die Exklave Kaliningrad Königsberg machte der russische Präsident Vladimir Putin deutlich, Russland werde alle Waffen aus seinem Arsenal einsetzen sollte ein Teil seines Staatsgebiet angegriffen werden.
- 2:45Speaker 0: Unabhängig davon, dass bislang kein NATO-Staat die Absicht geäußert hat russisches Gebiet anzugreifen wurde diese Androhung international so verstanden das Putin bereit sei Atomwaffen einzusetzen.
- 2:56Speaker 0: Ähnlich äußerten sich am dreißigsten September mehrere russische Botschaften in Europa.
- 3:00Speaker 0: sie warfen in einer gemeinsamen Stellungnahme europäischen Staats und Regierungschefs vor ein gefährliches Spiel zu spielen indem Sie andeuteten Russland könnte ein anderes Land angreifen.
- 3:11Speaker 0: Deutsche Sorge vor russischem Angriff bis.
- 3:15Speaker 0: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, SPD warnt seit über zwei Jahren vor einem Angriff Russlands auf NATO-Gebiet.
- 3:21Speaker 0: Während einer Regierungsbefragung im Bundestag am fünften Juni, April, Vier und Zwanzig forderte Pistorios – Zitat Wir müssen bis zwanzig neunundzwanzig kriegstüchtig sein!
- 3:31Speaker 0: Seither wurde die Warnung, Russland könnte bis Ende des Jahrzehnts in der Lage sein NATO anzugreifen.
- 3:37Speaker 0: Mehrfach von deutschen Generälen darunter dem Generalinspektör Carsten Breuer wiederholt – Die Einschätzung beruhe Zitat auf nationalen und internationalen Aufklärungsinformationen.
- 3:46Speaker 0: für Nachrichten dientlichen und offenen Quellen, zitiert der WDR eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.
- 3:53Speaker 0: In seinen Ausführungen vor dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments im Januar twenty-fünfundzwanzig forderte NATO-Generalsekretär Mark Rütte die EU-Staaten nachdrücklich auf, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen.
- 4:05Speaker 0: Erwarnte!
- 4:06Speaker 0: Wenn die europäischen Staaten ihre Militärausgabe nicht drastisch aufstocken, müssten die Bürger in vier oder fünf Jahren ihre russische Kurser wieder hervorholen oder nach Nordseeland gehen?
- 4:17Speaker 0: Rüttel sagte dann im November, zuvor gegenüber der spanischen Tageszeitung El País.
- 4:23Speaker 0: Russland wird auch dann eine Bedrohung für Europa bleiben wenn es in der Ukraine zu einem Friedensabkommen kommt.
- 4:29Speaker 0: Doch am dreißigsten September sagte der Generalsekretär gegenüber Euronews dass er die nukle Arewarnungen Russlands in Bezug auf Kaliningrad nicht ernst nehme.
- 4:38Speaker 0: Moskau versuche nur vor seinen Schwierigkeiten in der Ukraine abzulenken.
- 4:41Speaker 0: – Zitat Es gibt ja jetzt keine unmittelbare Bedrohrung für das NATO-Gebiet zur Rütte keine Ressourcen für einen weiteren Krieg.
- 4:50Speaker 0: Der wissenschaftliche Mitarbeiter am New Europe College in Bucharest, Michael Evans stellt den einen Beitrag für das Magazin Horizons des Belgrader ThinkTanks Center for International Relations and Sustainable Development.
- 5:03Speaker 0: die Frage verfügt es russischer Militär sei es heute oder zu irgendeinem Zeitpunkt den absehbarer Zukunft über die Fähigkeit einen Angriff auf eine NATO-Mitgliedstaat durchzuführen?
- 5:14Speaker 0: Evans gab in dem Beitrag vom Sommer-Zwanzig-Fünfundzwanzig darauf gleich die Antwort.
- 5:18Speaker 0: In fast drei Jahren intensiver Kämpfe ist es, den russischen Streitkräften nicht gelungen Karkiv im Osten der Ukraine einzunehmen geschweige denn die Hauptstadt Kiev.
- 5:27Speaker 0: Allein um den geographisch eher begrenzten Konflikt aufrecht zu halten habe sich Putin gezwungen gesehen Gefangene einzuziehen und nordkoreanische Truppen einzusetzen.
- 5:37Speaker 0: Russland habe sogar Freiwillige aus Kuba Syrien Nepal Indien und aus Zentralasien angeworben.
- 5:43Speaker 0: Es gebe große Schwierigkeiten, aus den Rekruten eine schlagkräftige Streitmacht zu formen.
- 5:49Speaker 0: Sollte die Armee gezwungen sein in großem Umfang auf Menschen in Ballungsräumen und aus der Mittelschicht zurückzugreifen, könnte es leichter zur Wiedestand kommen – ist Evans überzeugt und erinnert daran – Zitat Ende der Ninzehneinziger Jahre führte die Zahl von fünfzehntausend Todesopfern im Afghanistan-Krieg dazu, dass sich die Mütter des Soldaten organisierten.
- 6:08Speaker 0: Auch die russische Wirtschaft sei inzwischen von dem Krieg massiv betroffen.
- 6:11Speaker 0: Der Krieg in der Ukraine nehme mittlerweile vierzig Prozent der Staatsausgaben in Anspruch, zudem gebe es einen gravierenden Arbeitskräftemangel und die Inflation liegt offiziell bei rund zehn Prozent.
- 6:22Speaker 0: Um den Kriegen der Ukraine nur aufrecht zu erhalten, müsse Russland bereits militärisch und wirtschaftlich alle Kräfte mobilisieren – so der Analyst Evans.
- 6:30Speaker 0: Er kommt zu dem Schluss, Russland verfüge schlichtweg nicht über die Ressourcen um sein Militär wieder aufzubauen und einen weiteren Krieg zu führen der zwangsläufig wesentlich größere Anforderungen stellen würde.
- 6:42Speaker 0: Und er fügte hinzu – dem russischen Militäre mangalle es nicht nur an Soldaten auch ihre veralterten militärische Methoden haben so gut wie ausgedient.
- 6:52Speaker 0: Eingebildete Bedrohung?
- 6:54Speaker 0: Der emmeritierte Prof.
- 6:55Speaker 0: für Rechnungslegungspraxis Richard Murphy von der Universität Sheffield befasste sich in seinem Blog im August, auch mit der Frage ist Russland wirklich eine militärische Gefahr?
- 7:07Speaker 0: Russlands sei Zitat ein Land das nicht einmal einen verwundbaren Nachbarn besiegen kann geschweige denn eine konventionelle Inversion eines NATO-Staates durchführen könnte die wahren Bedrohungen seinen Cyberangriffe und Drohnen weil sie kostengünstig sein und man sie nicht nachweisen könne.
- 7:23Speaker 0: Murphy zeigt sich zudem überzeugt.
- 7:25Speaker 0: Eine geschwächte russische Armee wird weder jetzt noch in absehbarer Zukunft einen weiteren Konflikt wollen, sie muss ihre Ressourcen wieder aufbauen und gleichzeitig wird Putin älter.
- 7:35Speaker 0: die Sorge für eine Ausweitung des Krieges in der Ukraine sollte in diesem Fall ernsthaft geprüft werden.
- 7:41Speaker 0: Der meritierte Professor gibt zu bedenken.
- 7:43Speaker 0: Wir sollten uns bewusst sein, dass die Bedrohung für uns nicht nur von außen kommt sondern auch von der Übermilitarisierung unserer Volkswirtschaften aufgrund von eingebildeten Bedrohrungen, die es gar nicht
- 7:53Speaker 0: gibt.".
- 7:55Speaker 0: Er stellt klar das er nicht bezweifle, dass es äußere Bedrohhungen gäbe schreibt Murphy aber erstelle in Frage, ob wir derzeit Panzer auf uns oder ein anderes europäisches Land zukommen sehen.
- 8:07Speaker 0: Und er kommt zu dem Schluss.
- 8:08Speaker 0: Im Moment kann ich mir eine solche Bedrohung durch Russland nicht
- 8:10Speaker 0: vorstellen.".
- 8:11Speaker 0: Warum geben wir also Geld für mehr Verteidigung aus?
- 8:14Speaker 0: Zitat Ende.
- 8:16Speaker 0: Fünf Szenarien Der US-Analyst Richard D. Hooker Jr.
- 8:20Speaker 0: vom Washington Think Tank Atlantic Council entwarf im Februar, zwanzig sechsundzwanzig fünf mögliche Szenarin mittels derer Russland Druck auf den Westen ausüben könnte.
- 8:29Speaker 0: Er glaube nicht an einen Großangriff Russlands jedoch an begrenzte Militäraktionen.
- 8:34Speaker 0: Dazu gehörten die Einnahme und Besetzung des norwegischen Archipels Svalbard, der entmilitarisierten finnischen Arlandinseln von Ost-Estland rund um die Stadt Navar mit einer russischsprachigen Mehrheit, der schwedischen Insel Gotlandt und das Sovalkikorridor zwischen Pohnen und Litauen über den Russland eine Landverbindung zu Kaliningrad herstellen könnte.
- 8:56Speaker 0: Hooker sagte nicht voraus, dass eines dieses Szenarien von Russland tatsächlich umgesetzt werde.
- 9:01Speaker 0: Er schreibt vielmehr das Putin versuchen könnte ein Gebiet in der Nähe seines Hochheitsgebichts einzunehmen, das über eine schwache Verteidigung verfüge oder worüber es historisch gesehen völkerrechtliche Unklarheiten gebe, um auf diese Weise die Reaktion der NATO zu testen.
- 9:17Speaker 0: Der Estnische Auslandsgeheimdienst kam in seinem im Februar zwanzig sechsundzwanzig veröffentlichten Jahresbericht zu dem Schluss, dass Russland nicht die Absicht habe, Estland oder ein anderes NATO-Mitglied im kommenden Jahr und wahrscheinlich auch im Jahr darauf militärisch anzugreifen.
- 9:33Speaker 0: Als Grund wird angeführt das die inzwischen gestärkte Verteidigungsfähigkeit der NATO sowie deren kollektive Reaktion den Kreml dazu zu zwingen solcher Risiko sorgfältig abzuwägen.
- 9:43Speaker 0: Der Direktor des ethnischen Nachrichtendienstes schreibt, es besteht kein Grund zur Panik.