Latest / BZ am Ohr / Freiburg vor der OB-Wahl: Wie ist die Stimmung in der Stadt?
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- An diesem Sonntag hat Freiburg die Wahl. Am 26. April wählen die Freiburgerinnen und Freiburger eine oder einen neuen Oberbürgermeister. Wie ist die Stimmung in der Stadt vor der Wahl? Wer hat die größten Chancen, den Amtsinhaber Martin Horn herauszufordern? Was sagen die Kandidierenden zu den entscheidenden Themen bezahlbarer Wohnraum oder Wirtschaft? Warum soll das Münster gesprengt und Freiburg zur Küstenstadt werden? Und was passiert, wenn am Sonntag niemand die absolute Mehrheit bekommt? Darüber spreche ich heute mit meinem Kollegen Max Schuler. Er ist der Leiter der Freiburger Stadtredaktion der Badischen Zeitung. Hallo Max. Hi. Mein Name ist Dora Schölz. Ich bin Podcast-Redakteurin bei der WZ. Max, die OB-Wahl ist ja durch die vielen Plakate in der Stadt sehr präsent. Wir sprechen jetzt heute knapp eine Woche vor der Wahl. Kannst du zu Beginn vielleicht erstmal einen kleinen Überblick geben, also wie ist so die Stimmung in der Stadt und wer kandidiert überhaupt? Ja, sehr gerne. Also wie du schon gesagt hast, wir sind auf der Zielgeraden, was die OB-Wahl anbelangt, sind jetzt die großen Podiumsveranstaltungen durch, also sowohl von der Stadt, aber auch von uns. Wir haben ja zusammen im SWR mit der Landeszentrale für politische Bildung ein großes Podium gemacht und da wurde schon sehr deutlich, wo so die Unterschiede der Kandidaten und auch die Gemeinsamkeiten liegen. Also insgesamt sind es neun Kandidierende. Der Amtsinhaber Martin Horn will in die zweite Amtszeit starten. Und er wird eben herausgefordert von acht weiteren. Das sind sieben Männer und eine Frau. Die Monika Stein vertritt ein linksgrünes Bündnis. Sie hat auch im Gemeinderat eine Mehrheit hinter sich. Und dann gibt es noch Achim Wiele, der im Wahlkampf von der CDU unterstützt wird und dann gibt es noch ein weiteres Feld, auf das wir glaube ich dann nachher noch zu sprechen kommen. Genau. Das sind jetzt aber diejenigen, die jetzt auch bei unserer Umfrage relativ weit vorne kommen. Ich glaube, da reden wir auch gleich noch drüber. Genau, aber die Umfrage will ich auf jeden Fall mit dir sprechen. Die fand ich auch sehr spannend. Neun Kandidierende, du hast gesagt, wir können jetzt hier im Podcast, dann würde es einfach zu sehr ausufern, nicht jeden im Detail vorstellen und nicht auf alle Positionen eingehen. Aber wenn ihr von den Kandidierenden selbst hören wollt, dann schaltet doch gerne nochmal in unsere letzte Folge von BZ am Ohr zur OB-Wahl oder schaut in die andere Berichterstattung der BZ unter mehr.bz slash ob-wahl-freiburg. Da gibt es Kandidierendenporträts und alle relevanten Infos. Außerdem gibt es auch den Kandidatomat. Den habt ihr auch gemeinsam gemacht mit dem SWR und der Landesnatale für politische Bildung. Den gibt es unter kandidatomat.de zur Orientierung. Sprechen wir mal über die Umfrage. Es fragen sich ja viele, wer hat denn die größten Chancen? Lässt sich das vor so einer Wahl überhaupt zuverlässig prognostizieren? Ich meine, in der Demokratie wird ja schließlich geheim gewählt, aber die Umfrage, die ihr gemacht habt, die war ja schon repräsentativ und sie hat ein klares Bild gezeigt. Prof. Genau. Also ich will es vorwegnehmen, es ist nur ein Stimmungsbild kurz vor der Wahl in der Stadt. Wir haben mit dem Meinungsforschungsinstitut Imphil zusammengearbeitet, haben 600 Bürgerinnen und Bürger befragt. Es ist eine repräsentative Umfrage gewesen und die hatte eben folgendes Bild zum Ergebnis. Also die Frage lautete, wem trauen Sie die OB-Kompetenz in der Stadt am ehesten zu? Und da hat Martin Horn 47 Prozent geholt. Auf dem zweiten Platz landete Monika Stein mit 17 Prozent und Achim Wiele mit 6 Prozent. Es waren aber auch ein Viertel der Befragten noch unentschlossen. Das zeigt also auch, es bleibt noch spannend, kurz vor Wahl sind noch nicht alle entschlossen, wen sie wählen werden. Also obwohl Martin Horn so einen deutlichen Vorsprung hat, sollte das Rennen schon noch offen sein. Ja, es kann sie natürlich noch verschieben. Wobei man auch dazu sagen muss, bei denjenigen, die sich schon für einen Kandidaten oder für die Kandidatin entschieden haben, ist der Vorsprung noch ein bisschen deutlicher. Also da lag Martin Horn bei 63 Prozent, Monika Stein bei 22,8 und Achim Wiele bei 8,3. Und die anderen waren im Prozentbereich, im Einprozentbereich jetzt bei unserer Umfrage. Was ich besonders spannend fand, dass Martin Horn vor allem oder den größten Vorsprung hat bei der Frage, wen denn die WählerInnen sympathisch finden. Ich musste so ein bisschen an die Landtagswahl denken. Da war es ja so, dass eigentlich die CDU vorne lag, so inhaltlich. Und trotzdem hat dann aber Cem Özdemir von den Grünen gewonnen, einfach weil er den Leuten sympathischer war. Aber siehst du sowas in Freiburg auch? Weil Freiburg wählt ja schon tendenziell eher grün-links und das links-grüne Lager unterstützt ja eigentlich Monika Stein. Ja, also man muss natürlich dazu sagen, es ist eine Persönlichkeitswahl, die OB-Wahl. Es geht nicht um Parteien. Und Martin Horn hat natürlich dadurch, dass er seit acht Jahren Oberbürgermeister war, auch eine gewisse Bekanntheit erlangt. Er ist auch sehr präsent in den sozialen Medien. Das macht sicherlich einen Faktor aus. die, Bei der Umfrage kam tatsächlich raus, dass bei den grünen Wählerinnen er auch vorne liegt, was uns dann auch überrascht hat. Ja, das Verhältnis gilt eigentlich als zerrüttet zwischen Martin Horn und den Grünen. Ja, also da gab es einen Bruch, ganz klar. Die Grünen im Gemeinderat unterstützen ja auch Monika Stein, obwohl sie auch keine Grüne ist. Also sie ist halt auch nicht das Parteibuch. Sie war früher mal grünen Mitglied. Da gab es aber auch da einen Bruch im Gemeinderat. Da hat sie ihre eigene, die grüne Alternative gegründet. Deswegen waren auch viele überrascht, dass sie dann tatsächlich die Kandidatin wird von den Grünen jetzt im OB-Wahlkampf. Und es zeigt aber auch, dass eben nicht alle Grüne überzeugt sind von ihr, weil sonst wären die Werte sicher besser gewesen bei der Umfrage, und sie muss natürlich auch den Spagat hinbekommen, das wird zum Beispiel auch bei der Verpackungssteuer ein Stück weit deutlich, wo viele Menschen mit wenig Geld in der Tasche die Steuer eher kritisch sehen, die vielleicht auch eher links wählen und die Grünen, das ist ja ein grünes Thema, die natürlich für die Verpackungssteuer sind, da merkt man bei ihr so ein bisschen, dass sie so den Spagat hinkriegen muss, und das wurde zum Wahlkampf auch schon deutlich. Ja, und das war auch das Thema, dass den Bruch zwischen Martin Horn und den Grünen, Das hat schon länger geschwählt, der Konflikt im Gemeinderat, aber da sind sie tatsächlich dann auseinandergegangen, weil Martin Horn das natürlich am Anfang auch vorangetrieben hat, das Thema, hat sich dann aber distanziert und ist mittlerweile gegen die Verpackungssteuer und die Grünen wollen es natürlich weiterhin durchsetzen in der Stadt. Und der Dritte sozusagen mit den meisten, mit der höchsten Zustimmung bei der Umfrage, Achim Wiele, wie steht der zur Verpackungssteuer? Der Achim Wille lehnt die Verpackungssteuer auch ab. Achim Wille ist auch ohne Parteibuch unterwegs, wird aber von der CDU unterstützt. Das sind auch im Gemeinderat sechs Gemeinderäte, das ist die kleinere Unterstützung aus dem Gemeinderat jedenfalls. Man muss dazu sagen, dass die CDU traditionell bei Wahlen in Freiburg einen schweren Stand hat. Also der letzte OB mit CDU-Parteibuch ist in den 1960er Jahren gewählt worden. Schon lange. Und das spiegelt sich auch ein bisschen in der Umfrage wieder. Also das ist schon ein Unterschied. Wobei der Herr Wiedler auch durchaus jetzt bei dem Podium eben Punkte machen konnte, glaube ich, in dem konservativen Wählerspektrum, weil er da auch ein bisschen einen Gegenpol bildet zu Horn und Stein, die sich inhaltlich bei einigen Themen durchaus auch sehr ähnlich sind. Also zum Beispiel bei der Schaffung von bezahlbaren Wohnraum. Genau, sprechen wir gerne auch nochmal über weitere Inhalte. Ich wollte nur zur Verpackungssteuer auch noch sagen, die wird so oder so im Oktober im Gemeinderat nochmal neu diskutiert, unabhängig davon, wer jetzt OB wird. Genau, richtig. Genau, Inhalte. Die Frage ist ja auch so ein bisschen, was sind denn die wichtigsten Themen für die Freiburgerinnen und Freiburger? Da habt ihr ja auch eine Umfrage gemacht selber, darfst du dazu was sagen? Ja, wir haben mit der Rechercheplattform CORREKTIV zusammengearbeitet und haben eine Videoumfrage in allen 28 Stadtteilen in Freiburg gemacht und wollten von den Menschen wissen, was sind denn so die drängendsten Themen in Freiburg. Auf Platz 1 ist ganz klar das bezahlbare Wohnen gestanden. Also das treibt die Leute am meisten um. Sie finden keine Wohnung oder die Mieten sind zu teuer. Was auch wichtig war, war das Thema Verkehr. Wie wollen wir künftig durch die Stadt fahren? Tempo 30, ja, nein. Wie sollen die Radwege ausgebaut werden? Und Bildung ist auch vielen Menschen ein wichtiges Anliegen in der Stadt. Das war so bei unserer Umfrage so rausgekommen. Die Top 3, wobei man bei Bildung ja dazu sagen muss, das ist Landessache. Die Stadt hat dann natürlich auch Stellschrauben, aber weniger als jetzt bei den anderen. Ja, die Stadt kann halt die Infrastruktur bereitstellen durch die Gebäude und so. Natürlich bei der Bildung spielt auch immer das Thema Ganztagesbetreuung eine Rolle und da erhebt ja auch die Stadt die Gebühren. Also das ist zum Beispiel auch ein Wahlkampfthema, da sagt die Frau Stein, sie möchte da gerne eine bessere Staffel haben, dass das besser abbildet. Also je nachdem, wie viel man verdient, zahlt man mehr oder weniger für die Betreuung. Mehr zahlen, damit die unteren Staffeln etwas entlastet werden können. Also Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben. Also es spiegelt sich dann schon auch im Wahlkampf wieder. Wir können jetzt nicht quasi von allen neuen Kandidierenden die Positionen durchgehen, aber sprechen wir eben über die Top-3-Kandidierenden sozusagen nach eurer Umfrage. Über die Verpackungsstelle haben wir gerade gesprochen. Auch Thema Wirtschaft. Es gibt ja die Idee, den Flugplatz zu bebauen. Wie stehen denn da die Kandidierenden dazu? Also den Vorschlag hat die Monika Stein ins Rollen gebracht. Sie würde ja gern die Fläche, die da zur Verfügung steht, nutzen, um Gewerbe anzusiedeln und gleichzeitig so eine Art Tempelhofer Feld, was man aus Berlin kennt, also wo dann alle Leute auf der Landebahn am Wochenende flanieren und spielen und Spaß haben können. Aber natürlich steht der Wirtschaftsaspekt im Vordergrund. Mit der Idee, dass die Fläche quasi schon versiegelt ist. Genau, der Magerrasen, betont sie auch, soll erhalten bleiben, also die ökologisch hochwertige Fläche da. Und dem gegenüber steht eben die Position von Achim Wiele, von der CDU, der sagt, wir brauchen den Flugplatz als Infrastruktur, eben auch im Falle einer militärischen Auseinandersetzung oder so, wäre es gut, sowas vor Ort zu haben und so weiter. Also er ist ganz klar dafür, den zu erhalten. Martin Horn hat sich jetzt zumindest im Kandidatomat als unentschlossen, was das Thema anbelangt. Es ist auch noch eine Zeit lang, geht noch bis die Debatte darüber tatsächlich intensiviert wird. Weil die Verträge dann auslaufen. Genau, genau. Thema Verkehr, da ist ja seit Jahren, Jahrzehnten der Stadttunnel so eins der größten Projekte. Wer ist denn für den Stadttunnel und wer ist dagegen? Also wir hatten ja auch bei der Podiumsdiskussion mit dem SWR und mit der Landeszentrale die Positionen abgefragt. Und da war eigentlich schon deutlich, dass sowohl Martin Horn als auch Achim Wiele den Stadttunnel befürworten. Also das ist vielleicht nochmal kurz eine Erklärung. Da geht es darum, dass man die Ost-West-Achse, die so durch die Stadt geht auf der B31, dass man die unter Tage legt. Und eben vor ein paar Jahren wurde klar, dass das zur Autobahn deklariert wird. Und dadurch muss auch der Bund eben für die Kosten aufkommen, die dort entstehen. Was ja erstmal charmant klingt. Wir haben die Autos raus und der Bund zahlt. Ja klar. Also man muss aber auch dazu sagen, für die Oberflächengestaltung, was natürlich auch eine hochwertige Fläche werden könnte, direkt an der Dreisam, wo alles gerade jetzt sehr eng ist und eingepfercht ist, könnte man ein schönes Gebiet entwickeln. Aber dafür muss halt auch die Stadt dann selber aufkommen und investieren. Und für eine Autobahn braucht es ja auch immer sozusagen eine Zweitmöglichkeit, wo dann die Autos fahren können. Also die Frage ist ja, ob man die Fläche überhaupt anders nutzen kann. Genau. Und Frau Stein hat sich da eben zuletzt so positioniert, dass sie das in Frage stellt, ob dieses Mega-Bauprojekt notwendig ist. Sie überlegt eben andere Alternativen zu prüfen, wie man den Verkehr anders durch die Stadt bringt. Also da sind sie sich, sage ich mal, uneinig. Uneinig, obwohl eigentlich der Gemeinderat ja das beschlossen hat. Genau, genau. Das geplant ist auch sozusagen verbunden. Ja, also es ist eben in der Planung momentan, aber man muss auch den Zeithorizont beachten. Also es wird noch viele Jahre dauern, bis da wirklich konkret was vorangeht. Thema Wohnen. Da wird ganz konkret diskutiert um die 50 Prozent Sozialwohnungsquote bei Neubauten. Wie stehen die Kandidaten denn da dazu? Also Martin Horn und die Stadt, die wollen das ja umsetzen. Jetzt gibt es ja gerade die zwei großen, also das ganz große ist natürlich Dietenbach, große Wohnbaugebiet, eins der größten in Deutschland, was da entsteht für 16.000 Menschen. In der Nummer kleiner ist gerade im Stühlinger Klein-Eschholz, wo auch 500 Wohnungen entstehen sollen und wo eben eine Sozialwohnungsquote von 50 Prozent entstehen soll und da ist Martin Horn natürlich, weil es auch das Projekt ist dafür und Monika Stein eben auch, das ist auch das, was ich vorher gesagt habe, da sind sie inhaltlich nicht weit auseinander tatsächlich. Der Achim Wiele sagt hingegen, dass das unrealistisch sei, diese hohe Quote umzusetzen und dass das Investoren eben mehr abschreckt und man ja dringend Wohnraum braucht in Freiburg und das halt eher so eine Bremse ist für den Wohnungsbau, muss man sagen. Also es gibt auch die Unterschiede, die er dann auch auf den Podien immer wieder deutlich macht. Und ähnlich ist es ja auch generell bei diesen Projekten, Kleiner Scholz und Dietenbach. Entsteht da bezahlbarer Wohnraum, ja oder nein? Ja, also es wird sich dann zeigen. Die ersten Quadratmeterpreise waren doch recht hoch. Das ist dann schon die Frage, wie man das finanzieren will. Und das wird sich jetzt in den kommenden Jahren zeigen. Dann gibt es noch das Thema Sicherheit. Da ist konkret die Frage, soll es auf dem Stühlinger Kirchplatz Videoüberwachung geben? Wer ist da dafür? Ja, der Stühlinger Kirchplatz ist ja so ein Kriminalitäts-Hotspot, wobei da die Stadt jetzt in den letzten Jahren auch viel investiert hat, dass das nicht mehr so ist. Es gibt die Messerverbotszone, es gibt jetzt den Kulturkiosk. Genau, das lässt sich übrigens auch alles ganz wunderbar nachhören in unserem superschönen Storytelling-Podcast Platzangst. Genau. Aber es geht trotzdem darum, soll man da auch Videoüberwachung anbringen und Aachen Wille ist klar dafür, Monika Stein dagegen und der Martin Horn ist da unentschlossen in der Frage, ob man das braucht oder ob man nicht erst dieses Konzept noch weiter ausarbeiten soll, was da gerade umgesetzt wird. Und eine konkrete Frage ist dann immer noch so ein bisschen, was soll aus der leerstehenden Stadthalle werden? Was sagen da die Kandidierenden? Da gab es jetzt auch vielfältige Vorschläge im Wahlkampf. Also der Oberbürgermeister will da unter anderem die Sportvereine unterbringen, also die Basketballer, die Volleyballer und die Handballer unterbringen. Achim Wiele kann sich da so ein Science Center, nennt er es, vorstellen, also wo quasi für junge Menschen Wissenschaft erfahrbar ist. Er hat da einen Vergleich zur Wintertour gezogen, wo es so eins gibt. Da will er auch mit der Wirtschaft zusammenarbeiten, um da Sponsoren zu finden. Monika Stein hatte erzählt, dass sie da auch noch auf Vorschläge wartet jetzt im Wahlkampf und kann sich da aber auch einen Veranstaltungsort vorstellen. Also alle wollen es eigentlich wiederbeleben, tatsächlich. Aber man muss halt gucken, was mit der Bausubstanz tatsächlich noch möglich ist. Also so einen richtigen, konkreten Finanzierungsvorschlag hat noch keiner vorgelegt. Am Ende wird sie dann doch abgerissen und Wohnungen hochgezogen oder man weiß es nicht. Genau, so ein paar spaßige Ideen, ungewöhnliche Ideen gab es auch. Es gibt ja auch, wenn man so will, so ein bisschen so eine Spaßfraktion unter den Kandidierenden. Unter anderem Claudio Probst von der anarchistischen Pogo-Partei. Was will der denn? Ja, also Claudio Probst will unter anderem das Münster sprengen und dort ein Kolosseum errichten, um Studierenden um Wohnraum kämpfen zu lassen. Ich glaube, er will die Bächle mit Bier fluten und Hausbesetzungen legalisieren und meinte, es gibt jetzt genügend alte Hausbesetzer, die mittlerweile in den Ämtern arbeiten. Ja, also klar, er ist der Punk unter den Kandidierenden und nutzt da einfach als die Plattform. Er wird keine Rolle spielen im Ergebnis. Genau. Ähnlich ist es auch Martin Borgmann von der Partei, ist natürlich auch satirisch unterwegs. Will Freiburg zur Küstenstadt ausbauen, weil er aus dem Norden kommt, den Rheingraben tiefer legen, um hier Freiburg als Hafen auszubauen. Er will den Schauensland zum Wohnraum umbauen, also das Bergwerk dort selbst einziehen. Wim Kölker, der Student, hat noch eine Aktion gestartet. Er ist der Einzige, der aktiv nicht gewählt werden will. Hat er auch gleich von Anfang an betont. Deswegen taucht er auch bei uns auch in den Videoformaten an. An der Stelle vielleicht nochmal kurz der Hinweis, ihr seid natürlich auch auf Instagram sehr aktiv. Unter BZ Freiburg findet man auch diverse Videoformate zu den Kandidierenden. Aber der Müm Körker ist da nicht dabei, weil er gar nicht aktiv Wahlwerbung macht. Genau. Er wollte eigentlich die Aktion nur nutzen, um der AfD in der Stadt eins auszuwischen, wie er gesagt hat. Also er wollte einfach zeigen, muss man vielleicht kurz auswählen, der AfD-Kandidat Karl Schwarz, können wir auch noch gleich drüber sprechen, hatte offenbar auf sozialen Medien um Unterstützungsunterschriften geworben. Man muss 250 Unterschriften vorweisen können, damit man antreten darf. Hatte er da offenbar ein paar Probleme in der Stadt, die zu bekommen und der Student Kölker hat dann eben gesagt, ja, das, was die AfD nicht schafft, an mehreren Tagen schaffe ich ganz schnell und zack, hat er dann angeblich die Unterschriften relativ schnell zusammengehabt, um sich da aufstellen zu lassen, aber darüber hinaus hat er kein Programm und wird auch damit keine Rolle spielen. Ja, genau und der AfD-Kandidat Karl Schwarz, da sitzt er am Stadtrat? Genau, der ist Stadtrat, der war auch bei der Landtagswahl als Kandidat gelistet. Ja, ihm weht natürlich der größte Gegenwind entgegen auf den öffentlichen Veranstaltungen, auf denen ich jetzt auch bei beiden war und habe das mitgekriegt. Also er wird da natürlich auch ausgebucht, wenn er ein Amt für Remigration in Freiburg fordert, weiß das aber glaube ich auch und provoziert natürlich da auch ein Stück weit damit. Und es gibt ein Potenzial an AfD-Wählern in der Stadt und die wird er sicherlich auch ansprechen mit seinem Wahlkampf. Er wird da auch ein paar Stimmen holen, aber auch er wird nicht in das Top-Trio aufschließen können, nehme ich an. Ja, und dann gibt es noch zwei weitere Kandidaten, die das ja auch durchaus ernst meinen, aber auch eher weniger Chancen haben auf das Amt. Also wie gesagt, die Freiburger Wähler und Wähler entscheiden am Sonntag, muss man ganz klar sagen. Dejan Mihailovic tritt auch an, er ist in der Stadt bekannt, er hat eine der größten Demos der Nachkriegsgeschichte gegen Rechtsextremismus vor einigen Jahren organisiert. Das war im Zuge dieser Debatte nach diesem Treffen in Potsdam, wo es auch Prä-Migration ging. Also das waren, ich habe es nicht mehr ganz im Kopf, aber ich glaube knapp 25.000 Leute waren da auf der Straße. Er ist gerade so in der Zivilgesellschaft gut vernetzt. Er fordert auch extrem viel Bürgerbeteiligung. Er will sogenannte dritte Orte schaffen in der Stadt, wo Menschen zusammenkommen, können ihre Ideen austauschen. Und er sagt auch, ein Stück weit will er sich überflüssig machen als Bürgermeister, als Oberbürgermeister und die Leute sollen eben mehr mitentscheiden dürfen, das ist ganz wichtig und dann gibt es noch den Juristen Florian Braune. Der ebenfalls antritt, auch er, würde ich sagen, ein bisschen konservativeres Publikum anspricht. Aber auch er hat jetzt in unserer Umfrage zumindest keine relevanten Größen bekommen, Mh-hm. Aber natürlich, er meint es auch ernst und will Oberbürgermeister der Stadt werden, ist auch hier verwurzelt, hier aufgewachsen, kennt die Stadt sehr gut und will halt auch mit seinem juristischen Hintergrund dann einfach überzeugen. Ja, das sind die neuen Kandidierenden. Wir werden sehen, wie dann am Sonntag das Ergebnis ist. Jetzt ist eben die Wahl. Wie berichtet ihr denn und wo und wann kann man dann das Ergebnis erfahren? Also wir sind vertreten auf dem Rathausplatz mit einer eigenen Bühne. Da wird dann auch das Ergebnis live zu sehen sein. Also wer direkt ganz nah mit dabei sein will, kann dort hinkommen. Da werden auch alle, also die meisten Kandidierenden werden vor Ort sein, um erste Reaktionen zu hören. Dann ab 18 Uhr. Ab 18 Uhr, 17.30 Uhr geht es los, 17.30 Uhr, 18 Uhr. Das Ganze ist auch auf dem Livestream zu sehen, auf bayerischezeitung.de und natürlich auf Insta werden wir auch Video haben. Da könnt ihr ja super schnell erfahren, wer es denn dann wird am Wochenende. Genau, gewählt wird ja der oder diejenige, der oder die mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass das im ersten Wahlgang überhaupt schon passiert? Ja, da kann man jetzt noch keine Prognose wirklich abgeben. Wir haben jetzt, wie gesagt, ein Stimmungsbild eingeholt. Mehr ist es aber auch nicht. Es deutet sich an, dass der Oberbürgermeister vorne liegen wird. Ob er das tatsächlich im ersten Wahlgang schafft, muss man einfach abwarten, wenn es denn dann zu einem zweiten Wahlgang kommen sollte ist der eben am 17. Mai und dann sind dann auch nur noch zwei Personen mit dabei, also das Teilnehmerfeld reduziert sich dann auf die beiden Erstplatzierten und spätestens dann wissen wir, wer der neue Oberbürgermeister der Stadt Freiburg wird Genau, Max, super, ich danke dir ganz herzlich dass du heute bei uns warst, und euch danke ich natürlich auch fürs Zuhören Bis zum nächsten Mal bei BZ am Ohr.